Rollenspieltheorie Warum Würfeldrehen mMn schlimmer als ein falscher Mulligan ist.

Die Erfolgserlebnisse gibts bei mir über:
"Wow, das ist ja mal eine gute Idee!"

Erfolgserlebnisse vom Zufall abhängig zu machen, finde ich seltsam. Wer darauf steht soll sich vor nen Spielautomaten setzen und nicht an meinen Spieltisch - denn da werden Würfel benutzt, weil man es schätzt mit einer gewissen Wkeit auch scheitern zu können. Ich als Spieler WILL, dass ich hin und wieder nen Patzer würfel, ich will sogar auch mal hin und wieder nen richtig schlechten Abend erleben - denn erst solche Erfahrung geben der ganzen Würfelei überhaupt einen Sinn.

Ich sehe es so, dass Erfolgserlebnisse auch über eine gelungene Probe und die damit gelungene Aktion erlebt werden können.
Ein Beispiel wäre der Kampf, der halt stark vom Zufall abhängig ist. Aber auch sonst sind gute Ideen meiner Erfahrung nach teilweise vom Zufall abhängig. Autoerfolge gibt es zwar, aber es gibt auch Erleichterungen.
Welchen Wert hat eine gute Idee, die durch eine misslungene Probe trotz Erleichterungen nicht umgesetzt werden kann?

Ich finde den Patzer hie und da auch ganz erfrischend, aber einen kompletten Spieleabend nur Scheiße an den Fingern haben... das muss ich nicht haben und keiner, der mir bekannten Spieler mag solche Abende.

Na ja, solche Prämissen sind halt subjektiv.

Diese ganzen fiesen schlechten Serien und unpassenden Patzer - das sind doch alles keine Wunder. Das sind alles Realisationen bereits vorher bekannter Zufallsexperimente. Know your Würfelmechanismus!
Wenns mir nicht passt, kann ich doch auch vorher was dran ändern... wenn ich darüber nachgedacht habe.

Wie?
Systemwechsel fällt mir ein, der aber praktisch nicht immer ganz einfach zu bewerkstelligen ist.
Es ist und bleibt nun mal sogar mit Systemwechsel, dass eine Serie von Ausreissern erfolgen kann. Wahrscheinlichkeitsrechnung sagt ja nichts anderes. Die Chance ist gering, aber sie kann einem den Abend versauen.

Würfeldrehen ist somit für mich immer Folge eines vorhergehenden Fehlers - wenn die Korrektur dazu dient einen Gruppenkonsens aufrecht zu erhalten, dann ist das wohl der letzte Anker. Aber ideal ist das sicherlich nicht.

Ich erlebe mittlerweile in meinen Runden Würfeldrehen nur noch seitens des Spielers und das vor allem in zwei Situationen:
1. Es geht um alles oder nichts.
2. Der Spieler hat den ganzen Abend Pech gehabt und es handelt sich um eine recht unwichtige Probe (wie ein Aufmerksamkeitswurf, der von einigen anderen geschafft wurde).

Bei 1.) finde ich das persönlich doof, aber irgendwie ist die Situation auch dann oft schlecht hergeleitet. Da bin ich mit Dir überein, dass da irgendwo ein Fehler unterlaufen ist im Vorfelde.
Bei 2.) Was soll ich mich großartig darüber aufregen? Dafür ist mir die Lebenszeit zu kurz. Zudem ist da die Wahrscheinlichkeit auch recht hoch, dass ich bei einem solchen Spieler sowieso irgendwann sage "Den Wurf hab ich nicht gesehen. Nochmal!". Hey, ich spiele immer mit Leuten, die ich mag und Rollenspiel ist nur ein Hobby, bei dem es darum geht, eine gute Zeit mit netten Leuten zu haben (sehe ich zumindest so).

@Niedertracht
Natürlich ist Sympathie subjektiv. Wählst Du denn Deine Spieler nicht nach subjektiven Kriterien aus?
 
Leute - ich will ja nicht nerven, aber irgendwie scheinen alle zu verstehen was ein "falscher Mulligan" ist. Ich jedenfalls nicht. Und google schickt mir als erstes diesen Thread, danach zwei Magic Foreneinträge (deren Beispiele übrigens genau dieselben sind wie im OP dieses Threads) und dann ... irgendwie alles, nur nix passendes. Würde mich bitte jemand erleuchten? Und vor allem woher kommt der Ausdruck und wieso kennen den alle? Wieso nimmt man unter welchen Umständen einen Mulligan (was ja regelkonform zu sein scheint?!) und wovon unterscheidet der sich von einem falschen?
 
Mulligan kommt vom Golf, ist ein Ausdruck für das sanktionsfreie Wiederholen eines mißlungenen Schlages.
Ein falscher Mulligan ist vermutlich etwas, daß sich den Anschein eines regelkonformen Mulligans gibt, aber nach Ansicht des TEs keiner ist.
 
Krause schrieb:
Ein falscher Mulligan ist vermutlich etwas, daß sich den Anschein eines regelkonformen Mulligans gibt, aber nach Ansicht des TEs keiner ist.

Mich persönlich stört ja jetzt das Wort "vermutlich". Sehen das andere auch so? Unterhaltet ihr euch hier über etwas ohne es als Fakt aufm Tisch zu haben?

Ich danke dennoch für die Erklärung. Ich näher mich dem Verstädnis an. Weitermachen :)

@Topic

Was lasst ihr euch denn auch beim Würfeldrehen erwischen? Ich hab damals so oft und häufig kreuz und quer und unmotiviert hin und her gewürfelt, immer verdeckt gewürfelt, dass keine Sau mehr nen Durchblick hatte. Bevorzugt in Systemen, wo ich der einzig Regelfeste war und bei denen Aktion und Ergebnis meist höchst interpretativer Natur waren. Ne Runde Mage oder ne Runde Witchcraft zockt man nicht, indem irgendeiner das Buch aufschlägt und sagt "S. 67 Absatz 2 besagt doch aber eindeutig, dass...." Ich hab auch irgendwann das Interesse an solchen Debatten verloren. Der Flow war wichtig und wenn eine Probe zum vorzeitigen Ableben eines SCs geführt hätte ... dann hätte das wesentlich mehr Stress bedeutet, den gesamten Tod durchzuexerzieren (samt Charakterneubau und Re-Integration in die Gruppe), anstatt die Würfel im Notfall auch mal Würfel sein zu lassen. Ich weiß: Anno 2008 (oder so) hab ich mal anders argumentiert. Aber im Laufe der Jahre wars dann irgendwie nicht mehr wichtig alles mit gediegener Härte durchzuziehen und für jede normale Regel noch zig optionale Regeln zu haben. Grauenvoll sowas.

Ich glaub einige müssen sich einfach mal klarmachen, dass hier verschiedene Sichtweisen aufeinander treffen. Bedingt durch Präferenzen, Erfahrung und nicht zuletzt Zeitmanagement. Wenn ich weiß, dass unsere Gruppe maximal zwei Mal im Monat für je 4 Stunden zocken kann, dann kann ich mich wegen einer verpatzten Kampfprobe nicht noch damit aufhalten einen Charakter komplett neu zu integrieren, weil der alte das Licht ausgeknipst gekriegt hat. Klar könnte man fragen, warum man dann überhaupt noch würfelt. Aber es ist ja nicht so, dass jeder einzelne Wurf gedreht wird. Allzu unerwartete und extreme Ergebnisse, die werden modifiziert.

Ich persönlich versteh auch die Debatte ums Scheitern nicht wirklich. Ich hab zuviele D&D, DSA und Shadowrun Einstiegsrunden (bzw. Runden mit Anfängercharakteren) gespielt, bei denen regelmäßig ne Probe verhauen oder gar gepatzt wurde, als dass ich einen gesteigerten Mehrwert daraus ziehen würde. Ja, passiert und ja kann die Story auch beleben. Aber immer wieder zu verkacken ist einfach ziemlich langweilig. Ich will spielinterne Nachteile erleben. Bei Mage erfolgreich zaubern und Paradox abkriegen. Bei Witchcraft erfolgreich zaubern und mich hinterher mit den effekten meiner malevolenten Magie auseinander setzen. Bei Cthulhu irgendwas erfahren oder gar lernen und damit klar kommen müssen. Bei Shadowrun das Schloss knacken und bemerken, dass der Informant scheiße erzählt hat, weil er die drei versoffenen Typen in der Wohnung nicht erwähnt hat.

Eine verschlossene Tür ist eine verschlossene Tür. Eine toter Charakter ein toter Charakter. Ein gescheiterter Zauber ein gescheiterter Zauber. Will heißen: Es ist ein Stopper, oft ziemlich undramatisch. Eine verschlossene Tür wird erst dann spannend, wenn die Gruppe vor der Gefahr flüchtet. Warum soll ein misslungener Wurf immer bedeuten, dass die ganze Aktion nicht geklappt hat? Ne nicht geschaffte Geistessonde bei Shadowrun ist doch viel spaßiger, wenn der Magier plötzlich mit Eindrücken und Bildern konfrontiert ist, die er gar nicht haben wollte, anstatt einfach da zu stehen seinen Entzug zu kriegen und Rinse&Repeat.

Ich plädiere für weniger Proben bei offensichtlich einfachen Dingen. Ich plädiere für weniger tote Charaktere. Ich plädiere dafür ein bisschen mehr alle Fünfe gerade sein zu lassen. Und wenn das heißt, dass ich dafür Willkürlich werden muss ... herrgott, bin ich halt willkürlich. Bin ich als SL eh in jeder Situation. Es gibt keine objektiven Maßstäbe nach denen Abenteuer gestaltet werden. Entspringt alles meiner Vorstellung, angereichert durch die Ideen der Mitspieler, die dann wieder (als Setting) von meiner Person (als SL) neu evaluiert und umgesetzt werden.

Zuviele Regelfickerei von Leuten gibt mir das Bild von Menschen, die gerne ihre Steuererklärung selbst machen und am liebsten dem Finantbeamten dabei über die Schulter schauen würden, um den auch noch zu korrigieren. Nicht des Geldes wegen, sondern weil Steuermachen soviel Spaß macht.
 
Was lasst ihr euch denn auch beim Würfeldrehen erwischen?
"Erwischen" würde implizieren, dass man seinen Spielern verheimlicht, dass man hin und wieder Würfel dreht. Das wiederum würde bedeuten, dass man glaubt, die Spieler wären mit dieser Leitmethode nicht einverstanden, aber versucht, sie ihnen heimlich trotzdem unterzujubeln. Und das ist einfach schlechtes Benehmen.

Zuviele Regelfickerei von Leuten gibt mir das Bild von Menschen, die gerne ihre Steuererklärung selbst machen und am liebsten dem Finantbeamten dabei über die Schulter schauen würden, um den auch noch zu korrigieren. Nicht des Geldes wegen, sondern weil Steuermachen soviel Spaß macht.
Bitte klärt mich auf: Ist die Verwendung unpassender und grotesker Vergleiche über eine Quote geregelt? Alle X Postings einen oder so?
 
Wie?
Systemwechsel fällt mir ein, der aber praktisch nicht immer ganz einfach zu bewerkstelligen ist.
Es ist und bleibt nun mal sogar mit Systemwechsel, dass eine Serie von Ausreissern erfolgen kann. Wahrscheinlichkeitsrechnung sagt ja nichts anderes. Die Chance ist gering, aber sie kann einem den Abend versauen.

Beispiel:
Für jeden Patzer den ein Spieler würfelt, bekommt er einen Schokoriegel. Diesen kann er entweder essen oder er benutzt um einen späteren Patzer nochmal würfeln zu dürfen (damit vermeidet man negative Serien) oder er darf ihn einsetzen um bei einer Probe einen automatischen Erfolg/Erleichterung zu bekommen.

Wäre jetzt mal so ein Regelmechanismus, den ich mir in etwa 10 kreativen Sekunden aus den Fingern gesaugt habe und der mir besser gefällt als "Wenn ich Glück hab, ist der SL gerade gut drauf und hat Mitleid mit mir und verdreht deswegen heimlich hinter dem Schirm den Würfel und lügt mir mirzuliebe freudig lachend ins Gesicht, ich hätte den Goblin getötet... und wenn er grad stinkig ist, dann hab ich Pech gehabt."

@Wahrscheinlichkeitsrechnung:
Mal etwas provokativ formuliert: Wer nichtmal grob abschätzen kann, wie hoch eine Patzerwkeit in seinem Setting ist oder sich wenigstens einmal die Mühe gemacht hat sich ne entsprechende Tabelle aus dem Internet zu suchen um wenigstens ne ungefähre Ahnung zu haben, ist mMn als SL ungeeignet.
Als SL sollte man sich bewusst sein, dass bei jedem Wurf den man verlangt ein Patzer rauskommen könnte. Ein SL der viel würfeln lässt mus sich somit bewusst sein, dass seine Runde tödlicher, peinlicher und chaotischer sein wird, wenn er nicht im gleichen Maße die Interpretation der Patzer zurückschraubt.
Wer für alles nen Wurf verlangt und unter Patzer zwangsläufig Lebensgefahr versteht, wird dabei zusehen dürfen, wie die SCs morgens beim Duschen ertrinken...

Wenn man also schon zu faul ist, sich grobe Wahrscheinlichkeiten rauszusuchen ist es für mich das absolut mindeste, dann wenigstens später irgendwann mal nachhaltig nachzukorrigieren, statt gemeinsam mit der Gruppe über dieses ständige Würfelpech zu jammern und von der Notwendigkeit des Würfeldrehens zu schreiben.

Entweder ich will tödliche Ausreißer in meinem System oder ich will sie nicht. Punkt.

Ich verstehe es ja selbst noch, wenn man dann sagt: "Hmmm... ne, jetzt ganz ehrlich. Ich find die Regel jetzt aber doch doof." Wenns die Gruppe glücklich macht, ist doch alles ok. Aber diese konstruierte Notwendigkeit besonders fieses Regelpech wegdrehen zu müssen... warum schreibt man dann nicht einfach ne Regel, die konsequentes Würfelpech ausschließt?

Mensch, kein Wunder, dass ich im Internet immer wieder Gejammer über Streit in den Runden lese, wenn offensichtliche Probleme nicht verregelt sondern nach Lust, Laune und Tagesform entschieden werden.
 
Du argumentierst aber auch wieder nur gegen ein Extrembild, das hier Niemand darstellt. Wer jammert denn hier? Wer behauptet, dass er für jeden Scheiß würfeln lässt? Wer jammert darüber, dass er für jeden Scheiß würfeln lässt und dadurch zu viele Patzer rauskommen und er dadurch jeden zweiten Wurf drehen muss?

Und deine Provokation kannste auch deinem Friseur erzählen. Ich leite seit Jahren nach Aussage meiner bisherigen Spieler und Spielrunden recht effektiv, gut und oft sogar großartig. Ich habe nicht ein einziges Mal eine Wahrscheinlichkeitstabelle angeguckt, einen Würfel nach seiner Beschaffenheit und Erfolgswahrscheinlichkeit abgewogen und ich hasse Mathe. Ich hab in meiner Erinnerung vielleicht drei oder vier Mal in den letzten Jahren bei regelmäßigem Pensum von ein bis zwei Mal spielen pro Woche ein Wurfergebnis im Konsens mit der Gruppe verändert, um den Spielfluss nicht zu stören. Soll ich jetzt aufhören, weil du und Jace findet, dass ich auf meinem "Posten" nichts verloren habe? Oder weil Voice davon ausgeht, dass ich meine Spieler verzogen habe? Oder weil Zornhau rumbrüllt oder The Ozz und Boyscout wollen, dass ich gefälligst das System wechsle weils ja offensichtlich nicht funktioniert?

Ein fettes Lolzords und Roflcopter gibts dafür, mehr nicht. Y all ze fuss & what is this I don't even.
 
Du argumentierst aber auch wieder nur gegen ein Extrembild, das hier Niemand darstellt.
Naja, bei manchen scheint es doch häufig genug zu Ausreißerserien zu kommen, dass diese eine Argumentationsgrundlage darstellen. Entweder die haben kaputte Würfel, sind selbst als Gruppe eine Ausreißer oder es läuft sonst irgendwas falsch, wie z.B. zu viele Würfe, die zu hart ausgelegt werden.

Wer jammert denn hier? Wer behauptet, dass er für jeden Scheiß würfeln lässt? Wer jammert darüber, dass er für jeden Scheiß würfeln lässt und dadurch zu viele Patzer rauskommen und er dadurch jeden zweiten Wurf drehen muss?
Das hier ist somit meine Schlussfolgerung mit der ich mir versuche zu erklären, was da z.B. bei Kaffeebecher abläuft... alternativ könnte ich noch annehmen, dass Kaffebechers Runde einfach wirklich ne Laune des Schicksals ist und wir absolut alles vergessen können, was er sagt, weils nicht signifikant ist.

Und deine Provokation kannste auch deinem Friseur erzählen.
Und dem Postboten - gute Idee... ;)

Ich leite seit Jahren nach Aussage meiner bisherigen Spieler und Spielrunden recht effektiv, gut und oft sogar großartig. Ich habe nicht ein einziges Mal eine Wahrscheinlichkeitstabelle angeguckt, einen Würfel nach seiner Beschaffenheit und Erfolgswahrscheinlichkeit abgewogen und ich hasse Mathe.
Dann hasst du wohl Glück ein System zu leiten, dass gute Richtwerte vorgibt und dass du (nach Bauchgefühl?) stimmig auslegen kannst.
Ist doch super.

Doof wirds aber, wenn die Würfel regelmäßig was völlig anderes machen als sie sollen und das einzige, was man dazu noch sagen kann ist "ooooh, unsere Gruppe ist wohl verflucht...". Spätestens dann wird ein wenig Mathematik nämlich ziemlich hilfreich.

Ich hab in meiner Erinnerung vielleicht drei oder vier Mal in den letzten Jahren bei regelmäßigem Pensum von ein bis zwei Mal spielen pro Woche ein Wurfergebnis im Konsens mit der Gruppe verändert, um den Spielfluss nicht zu stören. Soll ich jetzt aufhören, weil du und Jace findet, dass ich auf meinem "Posten" nichts verloren habe? Oder weil Voice davon ausgeht, dass ich meine Spieler verzogen habe? Oder weil Zornhau rumbrüllt oder The Ozz und Boyscout wollen, dass ich gefälligst das System wechsle weils ja offensichtlich nicht funktioniert?
Puh... erstmal:
Guuuuuuuuuus fraba, Junge. Guuuuus fraba...

Dann:
Wo hab ich was gegen Würfeldrehen gesagt? Du hast es 3-4mal gemacht, also scheints da auch keine größeren Probleme zu geben. Hast du gut gemacht. Echt. Hab nie was anderes behauptet.

ABER - wenn es eben nicht 3-4mal gewesen wäre, sondern 10mal und davon 6mal im Kampf, dann würde ich eben sagen: Irgendwas an dem Kampfsystem ist offensichtlich nicht so, wie ihr es euch wünschen würdet. Es wäre wohl sinnvoll, daran endlich was zu ändern. Um zu begreifen, was da falsch läuft, müsst ihr erst mal begreifen, wie es zu den Problemen kommen konnte - und hier hilft wenigstens mal ein wenig oberflächlich auf die Wahrscheinlichkeiten zu schauen.

Ein fettes Lolzords und Roflcopter gibts dafür, mehr nicht. Y all ze fuss & what is this I don't even.
Tipp für die Zukunft:
Das Ding mit den großen drehenden Flügeln, nennt man Windmühle.
 
Das hier ist somit meine Schlussfolgerung mit der ich mir versuche zu erklären, was da z.B. bei Kaffeebecher abläuft... alternativ könnte ich noch annehmen, dass Kaffebechers Runde einfach wirklich ne Laune des Schicksals ist und wir absolut alles vergessen können, was er sagt, weils nicht signifikant ist.

Irgendwie habe ich die Herleitung zu falsch fallenden Würfeln oder Patzern anders verstanden als du. Aber auch hier, nur Extrem. Kaffeebecher ist erstmal einer. Nehmen wir mal an, du hast ihn richtig verstanden, bleibt er einer von vielen, die hier mitdiskutieren. Mann muss seine Problematik nicht als unwichtig betrachten, um klarzumachen, dass sie möglicherweise eben nur.. eine Sicht darstellt und das bisher auch andere zum Diskurs standen.


Dann hasst du wohl Glück ein System zu leiten, dass gute Richtwerte vorgibt und dass du (nach Bauchgefühl?) stimmig auslegen kannst.
Ist doch super.

Das würde davon ausgehen, dass ich nur eines leite oder geleitet habe.

Doof wirds aber, wenn die Würfel regelmäßig was völlig anderes machen als sie sollen und das einzige, was man dazu noch sagen kann ist "ooooh, unsere Gruppe ist wohl verflucht...". Spätestens dann wird ein wenig Mathematik nämlich ziemlich hilfreich.

Wieder das Extrem. Ich kann auch aus dem Bauch heraus Wahrscheinlichkeiten berechnen, ohne Tabelle. Dafür muss ich nicht mal Mathe mögen. Im Umkehrschluss muss ich nicht an Flüche und den Weihnachtsmann glauben, weil ich mich weigere, meine Freizeit mit unnötigem Mathematikschwurbel zu verbringen.

Puh... erstmal:
Guuuuuuuuuus fraba, Junge. Guuuuus fraba...

Ist angekommen, was ich unter anderem von deiner Position halte? Gut! Aufgeregt habe ich mich nicht. Das habe ich vielleicht zuletzt im letzten Thread aber auch da nur, nachdem ich gegen Wände geredet habe.

Dann:
Wo hab ich was gegen Würfeldrehen gesagt?

Habe ich gesagt, du hättest was "dagegen" gesagt? Ne, aber du hast dich drauf bezogen. Übrigens auf ähnliche Weise wie Boyscout vor dir. In der Hinsicht, dass man doch einen Mangel beheben könnte, wenn er auftritt, durch Regelanpassung und Problembehebung (er hat unter anderem Systemwechsel vorgeschlagen). Nur.. ist dieser Mangel irgendwie bei Niemandem so durchgedrungen, wie du das annimmst. Oder Boyscout. Dafür müsste man eben davon ausgehen, dass es irgendjemandem ständig passiert. Aus dieser Position argumentiert hier nur Niemand. Korrigier mich wenn ich falsch liege.

ABER - wenn es eben nicht 3-4mal gewesen wäre, sondern 10mal und davon 6mal im Kampf, dann würde ich eben sagen: Irgendwas an dem Kampfsystem ist offensichtlich nicht so, wie ihr es euch wünschen würdet. Es wäre wohl sinnvoll, daran endlich was zu ändern. Um zu begreifen, was da falsch läuft, müsst ihr erst mal begreifen, wie es zu den Problemen kommen konnte - und hier hilft wenigstens mal ein wenig oberflächlich auf die Wahrscheinlichkeiten zu schauen.

copy that.

Tipp für die Zukunft:
Das Ding mit den großen drehenden Flügeln, nennt man Windmühle.

Tipps für die Zukunft geben wirkt so gönnerhaft. Macht dich unsympathischer als du bist, finde ich.

Und lustig, ich hab dir auch vorgeworfen, gegen Windmühlen zu kämpfen. Wer von uns Beiden ist Don Quijote und wer Panza? ;)
 
Ich kann auch aus dem Bauch heraus Wahrscheinlichkeiten berechnen, ohne Tabelle. Dafür muss ich nicht mal Mathe mögen.
Yeah, ich hab doch noch was drauf...

Genau das wollte ich von dir lesen - denn damit kanst du dir deine ganze Beschwerde sparen, denn damit erfüllst du doch genau das, was ich von nem SL erwarte.

Zu allem anderen:
Wir reden ja auch nicht zum ersten Mal miteinander und ich hatte bewusst betont, dass ich meine These mal etwas provokant provoziert hatte (um sie deutlicher zu machen).
Im Gesamtkontext meiner anderen Beiträge wollte ich insgesamt einfach nur auf folgendes hinaus:

Mal im nachhinein einen Würfelwurf zurücknehmen, der dem Gruppenkonsens widerspricht, ist mMn völlig in Ordnung... aber langfristig gibt es bessere Alternativen.
Würfel drehen bedeutet für mich einen Fehler nachzubessern - besser wäre es dafür zu sorgen, dass er gar nicht mehr entsteht.

Aus diesem Grund sehe ich die Aussage "Würfel drehen ist ok" ein wenig kritisch. Manchmal geht mir die Aussage zu sehr Hand in Hand mit der Faulheit oder Unfähigkeit ein Problem nachhaltig zu lösen.

Ein weiterer Grund gegen Würfeldrehen wäre ein unvereinbarter SL-Alleingang.

Mal ganz davon abgesehen, dass es mir im Grunde ja eh egal ist, was ihr in eurer Runde so macht...

Ach, streiten will ich eh nicht - Bayern führt 3:0 gegen Barca.
 
"Erwischen" würde implizieren, dass man seinen Spielern verheimlicht, dass man hin und wieder Würfel dreht. Das wiederum würde bedeuten, dass man glaubt, die Spieler wären mit dieser Leitmethode nicht einverstanden, aber versucht, sie ihnen heimlich trotzdem unterzujubeln. Und das ist einfach schlechtes Benehmen.

Weißte, wennsde deine Spielercgaraktere mit Mord/ Totschlag/ Brandschatzung/ Genozid/ Zeitreise/ drohende Apokalypse bedrohst, obwohl das vorher nicht explizit abgesprochen war, dann ist das okay - ist ja im Sinne der Story. Aber wenn auch nur ein Würfel verdreht wird, dann ist aber Holland in Not oder wie? Ich mein wie gesagt, man kann durchaus so spielen, dass immer alle über alles informiert sind und dass auch ja explizit jede Regel bis zur harten Konsequenz eingehalten wird. Ich mag so nicht spielen ... und die Spieler, die unter meiner Leitung gespielt haben waren mit ad hoc Lösungen mehr als einverstanden. Die, die damit ein Problem hatten sind nie lange geblieben und das ist okay - die wollten ein anderes Spiel und das ist ihr gutes Recht. Ich krieg nur nicht in meinen Kopf rein, wieso man sich über so ein Thema überhaupt noch streiten muss. Jeder spielt anders ... und ihr werdet euch nicht vom Gegenteil überzeugen können ;)

Nimmste Arlecchino und Ioelet: Arlec sagt "Ich hasse Mathe, komm mir nicht mit Mathe!". Ioelet sagt: "Mathe ist deine einzige Hoffnung, wenns hart auf hart kommt!" .. ich sage: Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Ioelet, Boyscout, Skyrock und wie sie alle heißen würden wahrscheinlich die Pimpernellen kriegen, wenn ich leite. Und mit den Jungs damals ausm FanPro Forum hatte ich bestenfalls selten Probleme. Und das obwohl Shadowrun das Thema war.
Einmal haben wir ne Runde von 6 Leuten + mir als SL gehabt. Und da alle unter einen Hut zu kriegen war unmöglich - wir mussten uns trennen was das Spielen anging.

Bitte klärt mich auf: Ist die Verwendung unpassender und grotesker Vergleiche über eine Quote geregelt? Alle X Postings einen oder so?

Das gebietet die Tradition! Unabhängig davon hab ich keinen allgemein gültigen Vergleich getätigt, ich hab geäußert welchen Eindruck Regelficker bei mir hinterlassen. Ich komm mit "Regel 3 Absatz 5 §12"-Nachplapperern in meinen Runden nicht zurecht. Als Grundgerüst tauglich, im Spiel auch wichtig, aber wenns zu unnötigen Diskussionen und Regelbuchleserei während des laufenden Spiels führt, dann gehts mir mittlerweile auf die Nerven. Alle sollten ihre Regeln am besten parat vor sich liegen haben, weswegen ich allzu komplizierte Regelsysteme damals nicht mehr bespielt habe. Meine Shadowrun Zeiten sind was das angeht vorbei. Ich will griffige, einfache Sachen. Wenns nicht griffig und einfach genug ist und nicht ad hoc geklärt werden kann, dann taugts nichts. Ich will zocken und Interaktion und nicht hier Bücher wälzen oder mich darüber ärgern, dass die Runde den Bach runtergeht, weil ein Würfel plötzlich dummfug verzapft - was bei ausladenden Regelsystem oft der Fall sein kann. (Wer erinnert sich an die SR3 Cyberware Stress Regeln? Und die Trefferzonen? Buah!)


Ioelet schrieb:
Mensch, kein Wunder, dass ich im Internet immer wieder Gejammer über Streit in den Runden lese, wenn offensichtliche Probleme nicht verregelt sondern nach Lust, Laune und Tagesform entschieden werden.

Meine Erfahrung zeigt, dass Runden, in denen sich immer wieder an die Köppe gekriegt wird wegen irgendeiner Scheiße, meistens aus Leuten bestehen, die einfach im Rollenspiel nicht miteinander kompatibel sind. Im schlimmsten Fall verbringen sie die Zeit miteinander, weil sie das gemeinsame Hobby haben und keine Alternative es anderweitig auszuleben. Letztlich führt das zu noch mehr Zank und Streit und dem Gefühl: Warum mach ich das eigentlich? Aber keiner kommt mal auf die Idee zu sagen: Ne, so mag ich das nicht ... lassen wir das.

Da kannste noch so viele Regel versuchen zu installieren, auch welche, die das soziale miteinander Regeln - es werden sich Wege finden, warum die Leute wieder miteinander streiten. Hast du nen Powergamer und nen Storyteller als Extreme am Tisch sitzen, dann komm dem einen mal mit mehr Regeln und dem anderen mal damit, dass man Dinge auch "so Pi mal Daumen" machen kann. Das gibt Zeter und Mordio...

Entweder es passt oder es passt nicht ... so einfach ist das.
 
Weißte, wennsde deine Spielercgaraktere mit Mord/ Totschlag/ Brandschatzung/ Genozid/ Zeitreise/ drohende Apokalypse bedrohst, obwohl das vorher nicht explizit abgesprochen war, dann ist das okay
Nö, aber all dies ist je nach Kampagne auch bereits implizit im Konzept derselben inbegriffen. Würfeldrehen eher selten. Daher tut man in etwa folgendes:

Erste Session der neuen Kampagne:
SL: "Ich würfle übrigens verdeckt und drehe in Ausnahmefällen auch mal ein Ergebnis zu euren Gunsten, wenn es sonst gar zu frustrierend wäre."
Spieler: "Alles klar."

Ehrlich, wie schwer ist das?
 
Es darum nicht ! Wie schwer ist es das zu verstehen? Wenn du ne Gruppe hast die es mit den Regeln nicht so genau nimmt, dann muss das nicht kommuniziert werden. Wenn du ne Gruppe hast, die es mit den Regeln genau nimmt, dann kannst du es kommunizieren, wirst aber wahrscheinlich auf Widerstand stoßen. Kommunizierst du es in einer gemischten Gruppe, haste zwei die mit den Schultern zucken und zwei die sich beschweren. Alles steht und fällt mit den Anforderungen der Spieler ans Spiel und an das Regelgerüst. Das ist der Punkt - nicht das was gesagt oder nicht gesagt wurde.
 
Es darum nicht ! Wie schwer ist es das zu verstehen?
Ich gebe offen zu, ich verstehe nicht, was "es darum nicht" in diesem Zusammenhang bedeuten soll.

Wenn du ne Gruppe hast die es mit den Regeln nicht so genau nimmt, dann muss das nicht kommuniziert werden.
Ich habe noch nie erlebt, dass mangelnde Kommunikation in der Gruppe einen positiven Effekt hatte.
 
Es geht darum nicht ... kleiner Verschreiber.
Es ist nicht mangelnde Kommunikation - es ist schlicht und ergreifend egal. Und das entwickelt sich im Laufe der Zeit - man wächst zusammen oder eben auseinander. Rollenspiel in einer festen Gruppe ist ein Prozess kein abfragbarer Regelkatalog. Ich mein niemand verbietet darüber zu sprechen, es ist nur schlicht nicht nötig, wenn alle wissen worauf sie sich einlassen. Und das erlebt man ... das kann man vorher nicht bequatschen. Vielleicht beim Kennenlernen eines Neuen *shrugs* Bei uns haben sich die Inhalte eben so entwickelt, wie sie hinterher waren.
 
Und das erlebt man ... das kann man vorher nicht bequatschen.
Doch, kann man. Wenn Du meinst, das in Deiner Gruppe nicht zu müssen - fein für Dich und Deine Gruppe. Wenn ich in einer neuen Gruppe einsteige, erwarte ich, dass gewisse Grundfragen des Spielstils vorab geklärt werden. Wenn das nicht der Fall ist, frage ich. Und wenn - was mir noch nie passiert ist - der Spielleiter auf den Gedanken kommen sollte, mir erklären zu wollen, dass man das nicht bequatschen könne, dann war's das halt.
 
Beispiel: Für jeden Patzer den ein Spieler würfelt, bekommt er einen Schokoriegel. Diesen kann er entweder essen oder er benutzt um einen späteren Patzer nochmal würfeln zu dürfen (damit vermeidet man negative Serien) oder er darf ihn einsetzen um bei einer Probe einen automatischen Erfolg/Erleichterung zu bekommen. […]
Verdammt, meine Charaktere würden weitherin Opfer des Schicksals bleiben — Schokolade — da kann ich einfach nicht widerstehen! :love:
 
@Archangel Gabriel:

Beim Magic gibt es die Möglichkeit, einen "Mulligan" zu nehmen, wenn man z.B. eine ungünstige Hand gezogen hat, z.B. nur Länder oder keine Länder. Man sagt also gut hörbar einen Mulligan an. Das bedeutet, dass man seine Starthand wieder ins Deck mischt, und dann nochmal eine neue Hand nachzieht, aber dann eine Karte weniger als die vorige Starthand. Das kann man kumulativ machen, wenn man also zweimal hintereinander einen Mulligan nähme, hätte man keine Starthand mit 7, sondern 5 Karten.

Man zeigt dem Gegner im Gegensatz zur früheren Mulligan-Regelung (da durfte man dann aber 7 Karten nachziehen, musste die schlechte Starthand aber dem Gegner zeigen, was ein massiver Nachteil für den war, der einen M. nahm) seine Hand nicht mehr, "bezahlt" das aber durch das Einbüssen einer Karte auf der Starthand.


Siehe auch: http://mtg.wikia.com/wiki/Mulligan
 
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