7te See
  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Serie Altered Carbon

Dieses Thema im Forum "Film & Fernsehen" wurde erstellt von Cryn, 29. November 2017.

  1. Kowalski

    Kowalski Kreuzzügler für die Freiheit

    Hä? Tak will sich nicht rumschubsen und kontrollieren lassen. Das wurde er praktisch sein Leben lang.
    Schnauze voll!
    Aber sowas von!
    Wenn Dich der Bully schubst und drangsaliert, macht es nicht Spaß ihm so RICHTIG eins auszuwischen?
    Einen Bully zu bullien und einen Dieb zu bestehlen sind doch besondere Vergnügen.
    Oder sehe ich das falsch???

    Hmm.
    Sie sieht sich als Bechützerin ihres Bruders.
    Sie will ihn vor dummem Handeln schützen.
    War bei Quell so.
    Sie kann nicht wissen wie er reagiert, schliesslich hat sie ihn verraten.
    Das Tak sich von Bancroft loseisen will ist klar. Da will sie ihm helfen (was ja in der Vorletzten Episode klappt).
    Sie möchte ebenso frei sein, solange sie ihren Bruder loseisen will, ist sie gebunden.
    Das tut sie jetzt aus Liebe zu ihrem Bruder, es bringt ihr keinen Vorteil.
    Sie hofft auf einen Ausgleich.
    Da sie sich aber inzwischen zu etwas entwickelt hat das Tak verabscheut (die Meths) gibt es diesen Ausgleich nicht.
    Als Verhandlungspfand hat sie die Karotte den Aufenthalt von Quells Sicherheitskopie zu kennen.
    Das ist für Tak zwar verlockend, aber am Ende entscheidet er sich dagegen von seiner Schwester manipuliert zu werden.

    Reileen bemerkt in ihrer Hybris nicht das ihr Angebot an Tak Quell wieder zu finden wieder ein Kontrollversuch ist.
    Und zwar eines dem Tak auf Dauer nicht widerstehen würde.
    Das ist einer der Gründe wieso Tak nicht mit seiner Schwester gemeinsam das Weite sucht.

    So sehr die Verbrechen derer Reileen schuldig war schrecklich sind, und die uns als Zuschauer empören, so egal sind die Tak am Ende.
    Er hat oft schlimmeres gesehen und hat nicht die Macht alle Menschen zu retten.

    Wenn man so will ist Reileen ziemlich tragisch als Figur, sie kriegt das was sie sich am meisten wünscht und zerstört dabei ihre und eine gemeinsame Zukunft durch die Veränderungen die sich bei ihr in den 240 Jahren manifestiert haben.

    Sie wurde zu einem Monster, schlimmer als die Monster die sie in ihrer Jugend bekämpft hatten.
    Reileen der Patchwork Man vor dem alle Kinder fliehen sollten.

    Mit Reileen passiert genau das was Quell befürchtet.
    Alle Menschlichkeit geht flöten und nur noch das Ego regiert, kann aber nie den Hunger befriedigen.
     
  2. harekrishnaharerama

    harekrishnaharerama Auf ein Neues!

    ... ist neugierig, hätte sich durchaus leicht ködern lassen; allemal mit den Infos, die Reileen hatte.

    Mir ist schon klar, was der Autor für ein Bild erzeugen wollte.
     
  3. harekrishnaharerama

    harekrishnaharerama Auf ein Neues!

    Nimm Dir doch einfach mal ein Tier vor, dass lange lebt oder sogar unsterblich ist - es ändert seine Verhaltensweise trotzdem nicht. Warum sollte der Mensch sich also ändern? Nur weil er länger lebt? Das ist reine Spekulation. Viele Milliardäre leben teilweise ein völlig normales Leben, teilweise sogar in relativer Armut. Hast Du schon mal von einem Millionär oder Milliardär gehört, der sich die "Finger schmutzig" macht. Das ist ziemlich selten. Letztlich sind die Beziehungskisten genau, die selben wie bei jedem anderen Menschen. Dieser Roman lebt von dem Feindbild des Pöbels von "denen da oben".

    Das Einzige was man sagen kann, der Roman funktioniert für Leute, die sich vom Kapitalismus ausgenutzt fühlen und sich für Verschwörungstheorien der Reichen (Juden) gegen das gemeine Volk öffnen. Er ist nicht mal brisant neu, sondern lediglich verführerisch.
     
  4. Wulf

    Wulf Ahn

    Nein Hare, das ist nicht der Punkt. Das Buch geht davon aus, dass sich die Psyche des Menschen insofern verändert, dass es für ihn keine Grenze mehr gibt. Die Angst vor einer möglichen Abrechnung am Ende fällt weg, es gibt nämlich kein Ende mehr. Dazu kommt, dass das Dasein mit der Zeit langsam langweilig wird und sie, die Meths, den neuen kick suchen.
     
    Kowalski gefällt das.
  5. harekrishnaharerama

    harekrishnaharerama Auf ein Neues!

  6. Kowalski

    Kowalski Kreuzzügler für die Freiheit

    Schau Dir Großkotze wie Larry Ellison, meinen früheren Oberoberchef an oder die Koch Brüder in den USA die Trump und Co. an die Macht verhelfen, das Ekel Rupert Murdoch der den Brexit und FoxNews vorantrieb, Axel Springer mit seiner Bild Zeitung, die BMW Gesetzgebung damit die Quandts nicht so viel Steuern zahlen müssen.

    Das ist Neo-Feudalismus was da abgeht.
    Klar gibt es die netten Feudalherren, die gab es auch im Mittelalter.
    Mit dem Zuwachs an Geld wächst die persönliche Macht.
    Aber es wächst nicht die persönlich Moral.
    Die hat der eine, der andere nicht.

    Die Schere in den USA ist mit die größte auf der Welt.
    Unten hast Du die Leute ohne Krankenversicherung die auf der Strasse leben. Oben die Milliardäre die um die Welt jetten können und überall, außer Kuba und Nordkorea leben könnten.
    Und Altered Carbon schnappt sich das Bild, tut noch die Dekadenz der russischen Oligarchen reinmixen die sich ihr Vermögen ergaunert und erschlichen haben und übertreibt das noch ein wenig.

    Es ist eine ziemlich exakte Beschreibung einer Welt die nach den Prinzipien von Ayn Rand funktionieren.
    Wir sehen hier nur den unnetten Ausschnitt der Meths.
    Die, wie man bei Bancroft sieht auch ihre philantrophischen Seiten haben.

    Und der Witz ist das ein Staat nach Neo-Liberalem Strickmuster eben dieses Ausnutzen befördert.
    Wer von uns ist so wohlhabend das er nicht mehr arbeiten muss????
    Ich kenne niemanden in meinem Freundeskreis.

    In meinem Job rationalisiere ich im Endeffekt einige Jobs jedes Jahr weg. Und ich habe Kollegen die machen das auch. In der ganzen Branche sind wir dabei jedes Jahr zehntausende Jobs überflüssig zu machen.
    Entweder machen die was höherwertiges, nützlicheres, oder sind dann auf Jobsuche.
     
  7. Kowalski

    Kowalski Kreuzzügler für die Freiheit

    Jein.
    Die Neureichen lernen noch nicht ihren Reichtum zu verstecken.
    Die Altreichen leben einige ihrer Komplexe im verborgenen aus.
    Und nicht jeder ist davon betroffen.

    Das Buch geht jetzt davon aus das jeder der so lange lebt davon betroffen ist.
    Der Punkt an dem das festgemacht wird ist die lange Lebensspanne und die fehlenden Reize.
    Dafür habe wir weder bestätigende noch gegenteilige empirische Argumente.

    Im Alter werden manche milde und manche starrsinnig bis wahnsinnig.
    Also extrapolier selbst.

    Es ist zumindest "möglich" das sich das so entwickeln könnte wie im Buch und Serie angedeutet.
     
  8. harekrishnaharerama

    harekrishnaharerama Auf ein Neues!

    Es besteht ein Unterschied darin, ob ich versuche, Geld zu machen und es zu sichern oder jemanden aus Lust umbringe. Sicherlich ist jedes Geschäft asozial - das gilt aber genauso für Tante Erna, die ihre Kröten zur Deutschen Bank bringt und mittels DWS ihre Rente zu sichern - mal abgesehen davon, dass die DBank nur noch Mist baut.

    Sie vertreten ihre Interessen, ja, und das mit den Möglichkeiten, die die Gesetze bzw. die die sie machen ihnen bieten. Sie verhandeln darüber. Aber sie sind keine Killer oder Soziopathen deshalb. Dann würden sie auch ganz schnell verurteilt werden. Das würde nämlich den gesamten Reichtum treffen, der nur bestehen bleibt, wenn die Leute die "Währung" akzeptieren, also eine friedliche Interaktion unter einander.

    Die Schere zwischen arm und reich war im Ostblock auch da. Sie war niemals weg. Nur das es halt häufig um Berechtigungen ging. Also noch feudaler als im rechtsstaatlichen Liberalismus, der jedem erlauben würde zB. ein bestimmtes Grundstück zu erwerben.

    Der Ostblock musste harsch gegen das eigene Volk vorgehen, um diese Privilegien zu erhalten. Das wirst Du in den USA so nicht finden.
     
  9. Kowalski

    Kowalski Kreuzzügler für die Freiheit

    Das ist ja gar nicht der Punkt.
    Folgt man dem Author könnte das Wirtschaftssystem auch kommunistisch sein.
    Dann würden die Gerontokraten halt nicht sterben sondern eben ewig ihre aufmuckenden Untertanen unterdrücken.

    Stell Dir einfach vor Hitler und Stalin könnten ewig leben?
    Dann gibt es keinen "natürlichen" Abgang der Idioten oben, nur "unnatürliche" und auf die eine oder andere Weise gewaltsam.

    Wie gesagt, es geht nicht um die "normalos" unter den Methusalems (es scheint nicht so als wären alle verrückt, aber die, die im Buch beschrieben werden sind es halt alle, auf die eine oder andere Weise.)

    ?
    Folgsamkeit und sich Fügen in die Notwendigkeit sind doch genügend.
    Unterdrückungsregimes funktionieren erstaunlich gut.
    Zuckerbrot und Peitsche oder Brot und Spiele sowie eine klitzekleine Chance es auch nach oben zu schaffen können die Leute dazu bringen sich in ihr Schicksal zu fügen.
    Der Mensch passt sich an, auch an unmenschliche Regimes.

    Erst wenn es vollständig willkürlich ist und einen unmittelbar bedroht wird zur Gewalt gegriffen.

    Es vererbt da aber keiner.
    Alle Grundstücke sind schon erworben.
    Willst Du was, musst Du es für einen höheren Preis erwerben.
    Die Schere wird durch Tod und Erbschaftssteuern nicht mehr kleiner.
    Der Unterschied wird immer größer.
    Der Abstand der Reichen und Armen ist hundertmal, tausendmal größer als heute.

    hahahhahahahahha.

    Die USA in den MEHR Menschen im Kittchen sitzen als in Russland.
    Knapp über 4% der männlichen Schwarzen
    Knapp über 1,5% der männlichen Latinos
    Knapp über 0,5% der männlichen Weissen

    In Russland sind unter 1% der männlichen Bevölkerung im Kittchen.

    Da man Drogenkonsum kriminalisiert (die Mengen die strafbar sind, sind auch bei Eigenkonsum gängig) werden die, die vom Wirtschaftssystem ausgespuckt werden oft weggesperrt.
    Oder, da es keine staatlich organisierte Gesundheitsversorgung gibt, versterben einfach früher.

    Schau Dir die Rassenunruhen an die bei Skandalurteilen auflodern an. Es brodelt an allen Ecken und Enden.
    Oder die Gewaltkriminalität.

    Bist Du in den USA weiss und gesund, kriegst Du eine Chance auf dem Arbetsmarkt, und sei es im McDoof um die Ecke.
    Aber wehe Du bist Latino oder gar Schwarz, oder ernsthaft krank. Dann fickt Dich das amerikanische System.

    Nicht umsonst ist Breaking Bad so ein guter Spiegel der amerikanischen Gesellschaft.
    Bestimmte Schicksalsschläge die in anderen Ländern mit staatlichem Gesundheitssystem abgefedert werden, treffen Dich in den USA mit vollster Wucht.

    Und jetzt stell Dir einfach vor diese Wucht wird noch erhöht auch weil das Recht nicht mehr allen dient sondern eher Erfüllungsgehilfe derer ist die gute und teure Anwälte bezahlen können (wie in den USA).
    UND weil der Reichtum NOCH UNGLEICHER verteilt ist als in den USA.
    --> Die Welt von Altered Carbon

    Klar, es ist ein Gedankenexperiment, aber die Probleme die es aufzeigt existieren schon heute., wenn auch nicht so krass.
     
  10. harekrishnaharerama

    harekrishnaharerama Auf ein Neues!

    Wir reden ja nicht vom Russland von heute, das überall mit der Mafia zu kämpfen hat und garnicht mit den Ermittlungen und Verhaftungen hinterherkommt. Ich rede von der Zeit vor dem Eisernen Vorhang. Das System der USA ist keines der Unterdrückung der Mächtigen, sondern es unterdrückt der Markt, die Konkurrenz unter einander. Das ist im Zweifel die Bevölkerung oder ein großer Teil dieser. Es gibt keine Institution, wie in der Carthy-Ära, die das Volk bespitzelt und Dissidenten in den Knast schickt. Das sind alles Opfer der Justiz bzw. des strukturellen Rassismus, der ja auch von der Bevölkerung ausgeht und keine Doktrin ist - ganz im Gegenteil.

    Zudem sind die Zahlen der Statistik absolut - Russland hat lediglich 144 Millionen Einwohner, die Staaten haben 323 Millionen, China sogar 1,3 Milliarden Einwohner.

    So gesehen deuten die Zahlen immer noch signifikant auf einen Systemfehler, relativieren sich insbesondere für China:

    [​IMG]

    Mir ging es jedoch mehr um die Tyrannei, nicht um die Inhaftierungen. In der DDR sind ja auch nicht alle gleich gefangen genommen worden - aber Du wurdest bedrängt, peinlich befragt, festgehalten usw. Und Leute sind einfach verschwunden. Dort herrschte ein kaltes Klima der Angst vor gegenseitiger Denunziation. Und das erinnert mich eher ein die alte Feudalstruktur als in den liberalen Ländern.

    Ganz interessant in diesem Zusammenhang ist vielleicht der Blick auf Kuba, dort sitzen noch immer relativ viele Leute im Knast. Das wusste ich garnicht.

    Auf die Geschichte angewendet, erkenne ich schon diese alten Strukturen wieder. Tyrannen, die sich alles nehmen. ABER das ist nicht neu und es ist nicht zeitabhängig. Ein Soziopath wird geboren und lernt sich in der Gemeinschaft zu verstecken, erst wenn er einen "Kontrollverlust" erleidet, besinnt er sich auf seine Charakterschwäche zurück. Ein Dieb wird nicht stehlen, solange er bekommt was er will, genauso ist es mit einem Mörder. Nach meiner Meinung siebt die Zeit auch gerade solche Individuen aus und lässt nur die Gemeinschaftsverträglichen weiter am normalen Leben teilhaben. Die Versuchung kommt nicht erst im Alter, egal wie reich und mächtig Du bist, sie erwischt Dich immer, wenn es am wenigsten passt.
    Zudem ist die Medizinwissenschaft bestimmt soweit, fast alle solcher insbesondere hormonell bedingten Krankheiten zu behandeln. Zumal man ja direkt am Sleeve arbeiten und ihn "lammfrom" machen könnte.

    Wenn Du unter den richtigen Drogen stehst, in der Medizin heißt das "eingestellt" bist, dann können sich selbst extreme Verhaltensweisen beherrschen lassen.

    Von der rein psychologischen Sichtweise, gäbe es genug Freiräume in der VR - die ja auch in der Geschichte genau für so eine Behandlung angewendet wird - um solche Fantasien zur absoluten Befriedigung zu erleben. Dass man plötzlich mit seinem Unterbewusstsein zu kämpfen hat, ist bei solch hohem Alter eher unwahrscheinlich. Man kennt sich und man kennt auch sein Umfeld.

    Ich meine, ja, es gibt gute SciFiction. Die gab es auch schon früher. Aber es gibt auch die billige, die nach ein paar Jahrzehnten überholt ist. An Peterchens Mondfahrt ist vielleicht was dran, aber nicht viel. Der Aktionheld von heute ist wahrscheinlich in der Zukunft längst passe. Es sind mehr die "langweiligen" Bürokraten alla Star Trek, die dann die Abenteuer erleben.

    Von unserer Zeit aus betrachtet, hat die Geschichte etwas Anziehendes, insofern wir in einer Zeit leben, die versucht, ihre Unterhaltungsprodukte nach zu äffen, also das zu erleben, was dort gezeigt wird, mangels einer selbstreflektierten Jugend oder Zeit für sich selber. Man sucht den Kick, das kurze Vergnügen, die gewagte Erfahrung. Diese Geschichte zeigt halt etwas auf, was die Menschen niemals haben werden, wonach sie sich jedoch, weil es so simpel ist, sehnen. So wie die Götter in der Antike oder ähnliches. Und da sehe ich halt auch den Ursprung dieser Geschichte. Es ist eine Göttergeschichte aus der Antike, die auf die vermeintliche Zukunft projiziert wurde. Insofern glaubhaft, weil sie diesen alten Geschichten so ähnlich ist. Im Unterschied zu denen, wird der aufstrebende Halbgott nicht unsterblicher Göttervater nachdem er sie zu Fall gebracht hatte. Und das wurmt ein wenig, wirkt "unglaubwürdig". Wer wird jetzt diese Nische übernehmen in dieser "gottlosen Welt". Es bleibt alles wage, halt- und charakterlos. Wollen wir den "Helden" nochmal sehen? Kann auch jeder andere sein. Was macht ihn aus? Wer ist er? Ich habe keine Antwort darauf gefunden. Strukturiert ja, aber ohne neue Botschaft, wie ein Muster, dass sich auf einem See bildet und man denkt sich, werfen wir noch etwas hinein, um noch mehr Muster zu erzeugen. Evident. Komplex. Aber den Verursacher und seinen Stein nicht erwähnend.
     
  11. Kowalski

    Kowalski Kreuzzügler für die Freiheit

    Falls Di Dir das hier mal anschaust wirst Du sehen das die Zahlen damals und heute ziemlich vergleichbar sind.
    https://rsf.uni-greifswald.de/filea...s-harrendorf/Seiten_aus_BewHi_2-16_Inhalt.pdf
    Seite 180 Westeuropa und Seite 181 Osteuropa.

    Da eigentlich niemand in der UdSSR am Bettelstab hing, jeder hatte ein Anrecht auf Arbeit, gab es in der UdSSR nie Kriminalität die durch ARMUT ausgelöst wurde.
    Das ist in den USA fundamental anders.
    Und wenn Du Dir die Grafik auf Seite 181 anschaust wirst Du sehen das gerade in der postkommunistischen Zeit eine Erhöhung der Inhaftierungen eintritt.
    Der Staat hat sich de-legitimiert, die Ungleichheit wächst, Menschen versuchen auch mit illegalen Methoden an Geld zu kommen.

    Schaut man sich die Inhaftiertenzahlen weiter an dann sinkt die Zahl von einem Höchststand 1999 seit 2000 (Putin wurde Präsident) immer weiter.
    Jetzt stagniert sie.


    Die Nutzniesser des Wirtschaftssystems sind die oberen 1-2%
    Alle anderen sind schlechter dran.
    Durch massive Indoktrination "American Dream", kontinuierliche Diskreditierung, auch per Fake News, von sozialdemokratischen Vorzeigestaaten wie z.B. Schweden, ist links und liberal ein weitgehend anerkanntes Schimpfwort.
    Kommunismus ist gleich der Anti-Christ.

    Aha. Also es ist gut das es keine Institution die Menschen mit illegalen Mitteln unterdrückt, aber "legale" Unterdrückung ist okay????????
    Was ist denn struktureller Rassismus großartig anders als ein anonymisierter Ku-Klux-Klan?
    Du hälst die Leute vom Arbeitsmarkt fern weil sie in einer schlechten Wohngegend leben.
    Da es in den USA fast nichts umsonst gibt und um ihre Hoffnungslosigkeit zu betäuben verdingen sich einige der dortigen Einwohner als Drogendealer.
    Drogenkonsum und Drogendealen wird deutlich stärker bestraft als in Europa.
    Der "Rating-Score" der Gegend sinkt, noch weniger Leute finden Arbeit.
    2 Schritte zurück und wieder los.

    Armut vererbt sich in den USA deutlich öfters als in Europa.
    Um eine einigermaßen gute Ausbildung zu kriegen muss man sich verschulden. Oder die Eltern verschulden sich.
    Und wehe Du wirst krank und kannst Deine Rechnungen und deine Kassenbeiträge und Eigenkosten nicht mehr tragen.

    So wie das System in den USA aufgebaut ist beschleunigt es die Ungleichheit.

    Die Prozente sind relativ!
    Aber egal. Selbst Deine Grafik zeigt das ich mit der Aussage unterstützt werde.

    Die wenigsten wurden verfolgt. Man wusste in der Regel was man sagen durfte und was nicht.
    Das ist so wie "Political Correctness"
    Parteilinie und alles drumrum waren unproblematisch.
    Aber wehe Du verstößt gegen die Etikette.
    Aber da wurde man dann von Freunden darauf hingewiesen das man das bitte nicht öffentlich sagen soll.
    Schau Dir den Radikalenerlass an, als Kommunist durftest Du zum Teil nicht Lehrer werden, das ist auch nicht so weit weg von dem was in den kommunistischen Ländern praktiziert wurde.
    Oder schau Dir mal an was bei Protesten gegen G20 und gegen die EZB so auf Seiten der Ordnungshüter teilweise los ist.
    Wir kritisieren die "bösen" Chinesen wenn die "friedliche" Demonstranten mit Polizisten einkesseln.
    Und die "gewaltbereiten" Occupy Demonstranten landen rechtmäßig im Kessel???
    Und wieso wird eine Bank besser geschützt als Leute die zu einem Fussballspiel gehen?
    Es ist schon klar wer hier MEHR Macht und Einfluss hat.
    Der grosse Unterschied ist das wir zur Wahl gehen können.
    Aber Repressionsmechanismen gibt es in jedem Staat der Welt.

    Bei Altered Carbon sehe ich jetzt auch nicht eine große Unterdrückung von "Meinung".
    Ich sehe eine wirtschaftliche Ungleichheit deutlich stärker als in den USA.
    Und die sind recht weit an der Spitze auf der Welt was Ungleichheit angeht.


    Es ist eine Oligarchie der Parteiführung.
    So wie im Iran, China, Vatikan und so weiter auch.
    Schau Dir die Geldgeber der Parteien in den USA an.
    Das sind die Feudalherren dort.
    Banken und Industrie.

    Du übersiehst das Wirtschaft/Kapitalismus eine Art Krieg geringer Intensität ist.
    Man muss und will seine Konkurrenten schlagen und größer werden.
    Man konkurriert bis zum Monopol.
    Und wenn man dann den Staat überzeugen kann das dieses Monopol für die Sicherheit des Staates gut ist, darf man den Goldesel behalten.
    Wenn jetzt die Gates, Leonardos, Daimler, Hitler, Neros, Curies etc. SEHR lange leben können dann können sie mehr AUSRICHTEN.
    Einige der Firmenzusammenbrüche/Übernahmen treten auf wenn die Gründer an ihre Erben weitergeben.
    Dieses Szenario fiele weg.
    Du vererbst auch nicht und musst keine Erbschaftssteuer zahlen.
    Du akkumulierst Reichtum noch schneller und vor allem LÄNGER als das heute möglich ist.

    Unsterblichkeit werden wir wahrscheinlich noch erleben. Ob wir die uns werden leisten können?
    Keine Ahnung.
    Vielleicht, je nachdem wer die anbietet....

    Doch, die Botschaft ist, hört auf Geld und Macht bei den oberen 1% anzuhäufen.
    Sorgt dafür das es gerechter zugeht.

    Dafür muss man die reichen nicht viel ärmer, aber die armen deutlich reicher machen.
    Dann haben alle was davon.

    Wirtschaft ist ein Gleichgewichtssystem.
    Da gibt es stabile Zustände auf verschieden hohen Ebenen.
    Es ist kein Naturgesetz das man als Putzmann/frau nicht in einer Großstadt über die Runden kommen kann.
    Es ist kein Naturgesetz das Kapital schwächer besteuert wird als menschliche Arbeit.
    Es ist kein Naturgesetz das man sich als reicher aus der Finanzierung der Gesellschaft heraus stehlen kann in dem man sich arm rechnen lässt.
     
    harekrishnaharerama gefällt das.
  12. Wulf

    Wulf Ahn

    Ich habe mir jetzt einmal das Buch durchgelesen und muss sagen, wer immer die Vorlage für den Film geschrieben hat, der gehört erschossen. Ich finde die Serie gut, ohne Frage. Allerdings hätte man sich entweder weiter vom Buch abwenden oder aber genauer daran halten sollen. Das, was hier vielen aufstößt ist meiner Meinung nach einem Klammern an das Buch geschuldet, das einen Konflikt mit den Teilen auslöst, wo man vom Buch abgewichen ist.
     
    harekrishnaharerama gefällt das.
  13. harekrishnaharerama

    harekrishnaharerama Auf ein Neues!

  14. Wulf

    Wulf Ahn

    Nehmen wir den Hintergrund des Helden. Im Film sind die Envoys eine Gruppe von Terroristen. Im Buch hingegen war oder ist das Envoycorps eine Art "Regierungsorganisation" für BlackOps. Man nahm Kandidaten mit speziellen psychologischen Eigenschaften und machte den perfekten Killer/Agenten aus ihnen. So wurden sie zum schwarzen Mann. Da macht es Sinn, wenn jemand anfängt zu schwitzen, wenn es heißt, da hat einer einen Envoy angeheuert. Dann erklärt das Buch, dass der jeweilige Sleeve das Paarungsverhalten mitbestimmt. Sprich Rykers Körper reagiert auf die Polizistin. Im Buch benutzt unser Held dann zwischenzeitlich einen anderen Sleeve und diese Anziehungskraft ist nur noch eine abstrakte Erinnerung.
     
    harekrishnaharerama und Kowalski gefällt das.

Diese Seite empfehlen