Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Bei mir wars das Brettspiel "Hero Quest", gelegentlich packe ich das sogar heute noch aus :)
Nach HQ gings mit DSA2 los.
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Ich muß ja gestehen, daß ich im Gegensatz zu den meisten hier im Thread etwas anderes in der "Szene" beobachten kann: Sie ist wieder im Aufwind! Bis Mitte letzten Jahres war auch ich der Ansicht, daß es mit der Spielerzahl abwärts, werde aber seitdem sukzessive eines Besseren belehrt. Die Gesichter auf Cons verändern sich wieder, das Durchschnittsalter wird jünger und (das find ich am erstaunlichsten) das Interesse an RPG-System wird vielfältiger.

Für den NordCon als Veranstaltung kann ich beispielsweise sagen, daß das Durchschnittsalter um etwa 2 Jahre nach unten gegangen ist im Gegensatz zu 2005...und im Gegensatz zu 2004 sogar 3 Jahre. 30% der Besucher waren erstmalig da. Der NordCon ist zwar nicht gewachsen, aber viele andere Cons dieses Jahr sind es und der positive Trend wird weitergehen (Soweit ich das überblicke).

(Bei den oberen beiden Absätzen beziehe ich mich auf die norddeutsche Szene, da hier mein Einblick ziemlich gut sein dürfte.)

Was die Absatzquoten angeht, ist SR4 stark im Kommen, die nWoD dürfte langsam anziehen und auch Cthulhu scheint mir auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die 'goldenen' Zeiten der 80er sind natürlich lange vorbei - Aber damals hat man auch versucht, Rollenspiel überhaupt erst als Begriff und Freizeitbeschäftigung bekanntzumachen. Wie vorher bereits jemand sagte: Heute wissen 50% der Leute, was Rollenspiel ist - Damals wußten es 5% (Wenn überhaupt).

Zur Nachwuchsgewinnung/förderung kann ich nur sagen, daß es gilt, die Spieler rechtzeitig 'abzugreifen' und ihnen etwas zu bieten. In unserem Verein von derzeit 50 Leuten liegt das Durchschnittsalter bei 21 Jahren und von 12 bis 32 reicht die Struktur insgesamt (Wobei der Verein selber auch schon 12 Jahre als ist). Rekrutiert wurden die meisten jüngeren Spieler entweder über Projektwochen in Schulen, Ferienprogramme von Jugendzentren und Volkshochschulen, MiniCons und auch damit, daß die Eltern Rollenspiel kennen und wissen, wo ihre Kinder sind und das sie dort keinen Mist bauen. Man darf sich für die Rekrutierungsarbeit nur nicht zu schade sein. Zwei, drei Runden leiten und präsent sein, reicht völlig aus. Dazu bietet man (als Verein organisiert) noch ein paar anderen Sachen (Rollenspielbibliothek, ständigen Spielraum, Brett/Kartenspiel, Ausfahrten zu Cons und ähnlichem, usw....) und ist in den örtlichen Zeitungen genauso präsent, wie der Kaninchenzüchterverein und die dörfliche FDP.

Zoombot, wie immer wirr und unzusammenhängend
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Das mit dem Durchscnittsalter kommt dir bloß so vor, die Szene ist mittlerweile so alt das die ersten wegsterben zwischen den Con's... ;)
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

URPG schrieb:
Das mit dem Durchscnittsalter kommt dir bloß so vor, die Szene ist mittlerweile so alt das die ersten wegsterben zwischen den Con's... ;)

Du meinst, mehr als 500 ausgewertete Umfragebögen pro Jahr mit genauen statistischen Daten trüben meinen Blick aufs Ganze? :D
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Jep, du müßtest miterfassen wer die letzten Jahre einen Fragebogen abgegeben hat aber jetzt nicht mehr spielt weil er erwachsen ist oder im letzten jahr verstorben ist (was ja fast das gleiche ist).
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

URPG schrieb:
Jep, du müßtest miterfassen wer die letzten Jahre einen Fragebogen abgegeben hat aber jetzt nicht mehr spielt weil er erwachsen ist oder im letzten jahr verstorben ist (was ja fast das gleiche ist).

Verdammt.....jetzt weiß ich endlich, warum wir die Leute Name oder Mailaddi draufschreiben lassen..... 8o :rolleyes:
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Auch hier im Süden sieht die Lage gar nicht so schlecht aus: Der Münchner Rollenspieltreff ist jeden Monat voll besetzt und es tauchen auch immer wieder jüngere Spieler auf.

Obwohl es den Verlagen nicht richtig gut geht, kommen doch immer wieder ziemlich gute Sachen raus.

Das ist ja auch vielleicht das derzeitige Problem: Es gibt viel zu viel Rollenspiele, so dass die Spielerbasis (und die Kohle der Konsumenten) sehr stark fragmentiert.

Was ich in Deutschland aber schade finde, ist dass das Rollenspielfandom so schwach ist.. Da haben's die Skandinavier schon besser gemacht: Rollenspiel wird staatlich gefördert, sie haben ihre eigene Theorie, die stark auf Immersion setzt und mittlerweile ihre eigene Schule von und für Rollenspieler...
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Jestocost schrieb:
Was ich in Deutschland aber schade finde, ist dass das Rollenspielfandom so schwach ist.. Da haben's die Skandinavier schon besser gemacht: Rollenspiel wird staatlich gefördert, sie haben ihre eigene Theorie, die stark auf Immersion setzt und mittlerweile ihre eigene Schule von und für Rollenspieler...

Wäs? Mach Sachen!
Hast du ne I-net Seite parat?
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Wenn ich mich nicht täusche, dann hatten wir dazu einen Thread, als es gerade aktuell wurde.

mfG
jws
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Jestocost schrieb:
Obwohl es den Verlagen nicht richtig gut geht, kommen doch immer wieder ziemlich gute Sachen raus.
You believe that, if it comforts you.

Die Frage ist: Wieviel SCHEISS kommt auf ein "gutes" neues Rollenspielprodukt auf den Markt? Vor allem, wenn man als Kriterium für "gut" nicht nur die Tiefe der emotionalen Bindung der Autoren an ihr eigenes Geschreibsel/Gepinsel anlegt.

Soviel GUTES kommt (leider!) nämlich nicht raus.

Nur viel Überflüssiges.

Und eine ganze Menge Schlechtes.

Jestocost schrieb:
Das ist ja auch vielleicht das derzeitige Problem: Es gibt viel zu viel Rollenspiele, so dass die Spielerbasis (und die Kohle der Konsumenten) sehr stark fragmentiert.
Es gibt nicht etwa zuviele Rollenspiele, sondern zuviele miese, unbegeisternde Machwerke, die es nicht schaffen auch nur den Hauch an Spielerbindung zu erzielen. Das ist nämlich etwas, daß die "Großen Alten" DSA, D&D oder SR über Jahre, über Jahrzehnte hinweg geschafft haben.

Ohne Spielerbindung probiert man das neueste "voll krasse" Bilderbuch-cum-Rollenspiel mal ein wenig aus, stellt fest, daß es gegen die cooleren anderen Aktivitäten nicht auf Dauer anstinken kann, und dann WAR man mal Rollenspieler.
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Zornhau schrieb:
Die Frage ist: Wieviel SCHEISS kommt auf ein "gutes" neues Rollenspielprodukt auf den Markt? Vor allem, wenn man als Kriterium für "gut" nicht nur die Tiefe der emotionalen Bindung der Autoren an ihr eigenes Geschreibsel/Gepinsel anlegt.

Soviel GUTES kommt (leider!) nämlich nicht raus.

Nur viel Überflüssiges.

Und eine ganze Menge Schlechtes.

Über das Verhältnis von "guten" zu "schlechten" Produkten sagt das aber auch noch nichts.

Wie du selbst angemerkt hast, ist die Frage nicht wieviele "gute" Produkte in absoluten Zahlen erscheinen, oder wieviele "schlechte". Das ist reichlich uninteressant.

mfG
jws
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Interessant ist es für Rollenspieleinsteiger, wie hoch die Chance ist an ein solides brauchbares Produkt zu kommen, statt an ein enttäuschendes. Denn je weniger Perlen unter den ganzen unschönen Kieseln sind, desto geringer die Chance für jemanden ohne "Marktüberblick" ein gleich von Anfang an ansprechendes und zugleich auf Dauer begeisterndes Produkt zu finden.
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Auch dann ist nur das Verhältnis interessant.

Ob nun unter 10 Produkten 1 zufriedenstellendes, oder unter 100 10 zu finden sind, ist reichlich egal.

Interessant wird es erst, wenn unter den 100 auch nur 1 zu finden sein sollte, oder aber unter den 10 5.

mfG
jws
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Zornhau schrieb:
Interessant ist es für Rollenspieleinsteiger, wie hoch die Chance ist an ein solides brauchbares Produkt zu kommen, statt an ein enttäuschendes. Denn je weniger Perlen unter den ganzen unschönen Kieseln sind, desto geringer die Chance für jemanden ohne "Marktüberblick" ein gleich von Anfang an ansprechendes und zugleich auf Dauer begeisterndes Produkt zu finden.

Obwohl das ein anderes Thema ist, muß ich hier kurz einhaken:

Ich denke, bei Anfängern ist nicht das System sondern die Gruppe entscheidend - Über den Tellerrand schaut man früher oder später selber mal und findet besseres.....oder eben nicht.
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

zoombot schrieb:
Ich denke, bei Anfängern ist nicht das System sondern die Gruppe entscheidend
Dem kann ich nicht so ganz zustimmen. (Wenn Sie weitere Informationen wünschen, dann unter: "brain damage" suchen.)
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Nun bei einer guten Gruppe kann auch ein mittelmäßiges System Spass machen. Problematisch wird es wenn das Spiel sich als "fatal"er Fehlgriff erweist, entschuldigt das Wortspiel.
Der Mensch neigt ja schnell dazu Sachverhalte zu übertragen und da kann ein schlechtes System dann einiges an Flurschaden verursachen.
Nur wie viele Neueinsteiger gibt es die ohne äußere Einflüsse einsteigen? Reltaiv wenige, viele kommen durch Freunde oder Bekannte dazu.
Da ist es dann idealerweise auch die Aufgabe eines "alten Hasen" dem Neuling unter die Arme zu greifen und sozusagen innerszenische Solidarität zu betreiben. Sonst könnte der Neuling eine fatale Entscheidung treffen und das will ja keiner.
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Ich glaube einfach das es nachteilig für das Hobby ist es alleine auf so eine Art Hobbyinzucht ankommen zu lassen. Ich hatte auch keinen "Sensei" der mir das Rollenspiel erklärt hat. Ich habe mit viel Blut, Mühe, Schweiß und Tränen irgendwann selbst herausfinden müssen was diese komische DSA Box eigentlich sein soll (ich dachte ein Expansion Pack zum gleichnamigen Brettspiel).

Spieler sollten sich das ganze schon leicht selbst aneignen können. DSA war damals zwar nicht gerade ein Ausbund der einfachen Formulierungen, taugte aber mit etwas Aufwand und dem unbedingten Willen die verdammte Box die man geschenkt bekommen hatte auch zu nutzen durchaus als Einstieg. Das neue DSA schafft das leider nicht mehr (Ich kam mir trotz knapper 10 Jahre Erfahrung damals wieder wie der 10 jährige vor der vor der DSA Box sitzt und versucht zu verstehen was das überhaupt sein soll). Die D&D Einsteigerbox ist ... schlecht.

Die großen Hoffnungen wären IMHO: Das World of Warcraft Rollenspiel (ist auch gar nicht übel, aber TEUER). Das HDR RPG (Ach... inzwischen schon eine vertane Chancen für eine tolle Marke). DSA (irgendeine abgespeckte Version aber). Im Moment ist Fantasy wieder im kommen - das KANN man nutzen wenn man weiß wie.
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Ich habe wie Saint of Killers das Hobby Rollenspiel selbst entdeckt.. DSA 1te Edition, D&D Basisset, der ganze Schmonz.

Und so richtig gut waren die bestimmt nicht, aber es hat ja trotzdem geklappt... Und ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Absolute-RPG-Beginner sich von einem minderwertigen System (was immer das sein soll - die richtig unspielbaren Systeme sind alles Kinder der 90er - Aliens RPG etc..) das Hobby vergällen lässt: Meistens liegt es doch an der Gruppe, dass Leute nach 1 Mal spielen nicht wieder auftauchen, weil es immer noch zu viele eingefleischte Rollenspieler gibt, die immer noch zu gern unter sich bleiben und den Neueinsteigern noch zusätzlich das Leben schwer machen...

Ich spiele, ehrlich gesagt, lieber mit Leuten, die noch nie Rollenspiel gemacht haben, als mit Rollenspielern, deren Spielerwartungen konträr zu meinem eigenen Spiel geht. Denn bei den neuen Spielern gibt's einfach mehr Überrraschungen...

Für mich ist Rollenspiel eher ein Hobby als eine Industrie. Warum gibt's dann das ganze Geschrei, dass die Verlage neue Interessenten generieren sollen? In Deutschland ist im Mainstream nur DSA und D&D bekannt, in wenigen Fällen noch Vampire.... Aber mittlerweile findet man halt nur noch DSA in den Spieleläden.

Ich glaub ja immer noch, dass es an uns aktiven Spielern liegt, neue Interessenten zu generieren... Meine Erfahrung hat auch gezeigt, dass es nur eine einzige Gruppe macht, um einen ganzen Landkreis mit Rollenspielen anzustecken: Einer macht eine Gruppe auf, man spielt ein Jahr zusammen, andere steigen aus und ziehen ihre eigene Gruppe auf und so weiter und so fort... Nach zwei, drei Jahren gibt es dort einen Con, regelmäßige Larps und ein Dutzend Rollenspielgruppen..... Und wenn die Multiplikatoren wegen Uni etc.. wegziehen oder in die Arbeitswelt einziehen, dann stirbt die Subkultur halt wieder, weil die engagierten Leute weg sind.. Bis halt die nächste Generation heranwächst..

Im Moment, so glaube ich, haben wir gleichzeitig die beste und die schlechteste Zeit der Rollenspiele. Es ist die beste Zeit, da der gesamte Rollenspielmarkt im Umbruch ist, viele neue Spielprinzipien ausprobiert werden und es viel Experimentelles gibt. Schlecht ist, dass alles im Umbruch ist, viele interessante Sachen erscheinen, die ganz schnell wieder untergehen, weil sie sich nicht halten können (z.B. so abgefahrene Spiele wie a/state, Fireborn, Mechanical Dreams etc.) und neben den tollen Sachen auch viel Schrott oder Sachen rauskommen, mit denen man nicht viel anfangen kann... Aber lieber das als ein toter Markt.

Und ich habe auch gehört, dass das World of Warcraft Rollenspiel bei den WoW-Leuten gut ankommt.. Aber da kenn ich mich echt nicht aus...
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

Es geht uns wohl personaltechnisch gut, wenn man einige der Posts in dieser Diskussion liest. Trotzdem bin ich der Meinung das Survival of the Fittest nicht der einzige Weg sein kann, jemanden an das Hobby heran zu führen.
Ich persönlich denke das eine aktive Szene in Bezug auf Hilfe für Neueinsteiger wichtig ist um einen Abwärtstrend zu vermeiden. Einfach nur damit die Möglichkeit gegeben ist mal jemanden zu fragen wie einige Systeme funktionieren oder auf welche Fallen im Regelwerk man achten muss.
So kann man eine Bindung (in Ermangelung eines besseren Wortes) schaffen, die länger als eine DSA-Box hält.
 
AW: Sind Rollenspiele eine Modeerscheinung der 80er?

es gibt ein WOW RPG?
Kann man das auch gutfinden, wenn mann WOW das MORPG hasst?
 
Zurück
Oben Unten