[03.05.08] Ankunft am Bahnhof 2.07 Uhr

AW: 3.5.08 Ankunft am Bahnhof 2.07 Uhr

"Vielen Dank." Er tritt in das Zimmer hinein und schaut sich ein wenig um. Sollte sie den Anschein erwecken sich setzen zu wollen würde er sich ebenfalls einen Sitzplatz nehmen, falls nicht auch gut es machte ihm nichts aus zu stehen.
"es scheint also gleich zwei Neugeborene hier zu geben. Gibt es irgendeinen besonderen Grund warum sie hierher geschickt wurden?" die Frage war vielleicht zu direkt "natürlich nur wenn sie davon erzählen dürfen" und wieder lächelte er. Auch ihr fiel auf, dass seine Augen von diesen Lachfältchen umgeben waren. Schon als Sterblicher schien er eine Menge vergnügen gehabt zu haben und dies scheint im untoten Leben nicht abhanden gekommen zu sein.
 
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Anna schloß die Tür, bevor sie sich ihm zu wendete. "Bitte setzen sie sich doch.", sagte sie mit einer auffordernden Geste zu einem der Stühle. Im Vorbeigehen klappte sie den Deckel ihres fast ausgepackten Koffers zu. Vor ihrem Schrank stand noch ein zweiter. "Mir wurde noch nicht mitgeteilt, welche Aufgaben ich hier erfüllen soll.", sagte sie ruhig. "Und sie, wenn ich fragen darf?" Sie setzte sich auf den Stuhl gegenüber von Mertin.
 
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Mertin richtet den Stuhl so aus, dass er Anna direkt gegenüber saß und lässt sich langsam herunter gleiten.
Er sitzt aufrecht in dem Stuhl nur sein Gesicht zeichnet Bewegungen ab.
"Ich bin auf Wunsch meiner Erzeugerin hier" er lächelt würde aber den genauen Auftrag nicht verraten "sie wünscht dass ich mich bei Regentin Mc Kinney melde da sie einige Zeit unpässlich ist."
Bei dem Gedanken fiel ihr wieder die Geschichte mit dem Dämon ein.
"Ich frage mich wann die Regentin hier sein wird. Es kann wohl noch ein paar Tage dauern, ihr scheint etwas dazwischen gekommen zu sein."
Ganz beiläufig fügt er an
"Hamburg kenne ich noch nicht. Ist es schön dort?"
 
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"Hamburg ist eine Großstadt mit vielen Gegensätzen. Harvestehude und Rotherbaum stehen im Gegensatz zu so berühmten Stadtvierteln wie Sankt Georg. Inbesondere die Straßen um die Alster herum haben ihren eigenen Reiz. Ja, ich mochte Hamburg." Auch Anna saß aufrecht, ihr Rücken berührte kaum die Lehne. Ihre Hände lagen flach auf ihren Oberschenkeln. Sie atmete nur das Notwendige um mit der Luft zu sprechen, selbst blinzeln tat sie recht selten. Ihr Blick ließ Mertins kaum los. Lediglich ihr Mund schien sich beim Sprechen zu bewegen. "Haben sie schon jemanden ausser dem Ghul kennen gelernt?"
 
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Sie findet Hamburg schön? Das passt ja gar nicht zu ihrem Auftreten. Warum gibt sie sich so steif wie ein Ventrue?

"Ja ich habe bereits die Senneshal und ihre Ghulin sowie die Hüterin kennengelernt. Wenn sie ebenfalls dort sind wundern sie sich nicht über die Ghulin ich denke sie ist neu." Bei dieser Aussage muss Mertin zwangsläufig grinsen. Einem Tremere wird einiges an Disziplin abverlangt und ein Ghul mit Lauras Verhalten würde wohl schnell gezüchtigt.

"Was hat ihnen an Hamburg besonders gefallen? Hatten sie einen Ort an den sie gerne aufsuchten, wenn sie nicht im Gildenhaus waren? Haben sie Fotos von der Stadt?" Mertin wirkt ehrlich neugierig.
 
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"Ich habe keine persönlichen Fotos von Hamburg. Aber wenn sie möchten, lassen sich bestimmt einige Fotos im Internet finden und ich kann ihnen etwas dazu erzählen. Wenn es hier keinen allgemein zugänglichen PC gibt, werde ich mir demnächst etwas besorgen." Regine hatte so gut wie gar keine 'persönlichen' Besitztümer. Das, was einem persönlichen Besitz noch am nähesten kam, waren wohl ihre Kalligraphieutensilien, die sich noch im zweiten Koffer befanden und später ihren Platz auf dem Schreibtisch finden würden.
"Das Gildenhaus habe ich fast ausschließlich zur Jagd verlassen. Die Orte dafür waren mir relativ gleich. Früher mochte ich die Alster gern und auch die Kneipenkultur in Rothenburg. In der Nähe vom Hafen gibt es eine sehr schöne mittelalterliche Kneipe. Wenn man so etwas mag, ist sie einen Besuch wert, vor allem, weil des öfteren auch Live Konzerte statt finden." Ihre Miene blieb nach wie vor fast völlig unbewegt und zeigte ebenso wie ihre Stimme keinerlei Information. Aus keinem von beiden war auch nur ansatzweise heraus zu finden, ob sie diese Art der Konservation mochte oder nicht, höchstens aus ihren Worten selbst.

"Sagen sie, haben sie vielleicht zufällig schon Regenwasser gefunden oder auf ihren Wegen draussen einen Garten in der Nähe gesehen, wo sie eine Regentonne vermuten würden? Leider scheint es hier keine zu geben und es hat seid ein paar Tagen nicht geregnet, wie mich der Ghul informierte."
 
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Mertin ist mehr als nur ein wenig verwundert über den plötzlichen Themenwechsel.
"Wenn es einige Tage nicht geregnet hat dürfte das schwierig werden. Ein solches Gefäß ist mir jedoch nicht aufgefallen. Muss es unbedingt Regenwasser sein?"
Dennoch versucht er das Thema nochmal zurückzulenken.
"Warum sagen sie, dass sie früher gerne Kneipentouren gemacht haben oder auch nur früher gerne an der Alster waren? Hat sich das in ihrem kainitischen Leben so sehr gewandelt?"
Mertin fände es schade alles was man als Mensch für schön befunden hat als Kainit aufzugeben.
"Warum erzählen sie es mir nicht einfach so mit ihrer eigenen Beschreibung. Dann mache ich mir mein eigenes Bilde vor Augen" er lächelt bei diesen Worten wieder sehr freundlich.
"Haben sie vielleicht in den nächsten Nächten einmal Lust den Bahnhof zu besichtigen. Er soll sehr interessant sein."
 
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Anna war das Regenwasser sehr wichtig, ja. Deshalb drehte sie auch die Beantwortung seiner Fragen einfach um, damit sie später wieder darauf zu sprechen kommen konnte.

Anna nickte leicht. "Ja, der Finstertaler Bahnhof ist sehr schön. Ich habe ihn heute bei meiner Ankunft gesehen. Er ist ein Beispiel moderner Architektur. Die Gestaltung nimmt seine Funktion als Kreuzbahnhof auf, wenn ich mich nicht sehr täuschen sollte. Trotz seiner Größe wirken die Bauelemente fast filigran. Vermutlich hat man tagsüber fast überall Tageslicht, was den Menschen den Aufenthalt angenehmer macht. Auch in der Nacht hat er natürlich seinen eigenen Reiz. Wenn sie es wünschen, begleite ich sie gern." Wenn jemand sie bei ihrer ankunft beobachtet hätte und jetzt ihre Worte hörte, wäre er wohl verwundert. Als sie auf dem Bahnhof war, schien sie nicht zu den Menschen zu gehören, die inne hielten und das Bauwerk an sich betrachteten.

Jetzt holte sie eine der schönen Erinnerungen für Mertin hervor, eine der Erinnerungen aus ihrer Zeit als Mensch. Weiterhin war weder an ihrer Miene noch an ihrem Tonfall eine Emotion zu erkennen. Aber auch, wenn jeder Ton von Begeisterung oder Zauber fehlte, vermochten die ruhigen Worte selbst vielleicht die Bilder zu malen. Sie selbst verstand nicht wirklich, warum Mertin sie diese Dinge fragte. Es ähnelte sehr den Gesprächen, die sie höchsten noch auf der Jagd zu führen pflegte, aber mit einem Kainiten hatte sie bisher noch nie über so etwas... banales gesprochen.

"Der Winter kann eine ganz eigene Stimmung über eine Stadt legen. In Hamburg ist es nicht jedes Jahr wirklich kalt. Oft sind die Winter einfach nur schmuddelig und grau. Aber in manchen Wintern, wenn die Kälte richtig klirrt, dann bekommt sie einen ganz eigenen Flair. Wenn die Alster so zugefroren ist, dass sie das Gewicht der menschen trägt, gibt es mitten in der Innenstadt eine große Fläche, die zum neuen Mittelpunkt Hamburgs wird. Das war auch schon früher so, bevor das Alstervergnügen als Marketingstrategie entdeckt wurde.

Ich erinnere mich an einen Samstag Morgen. Die Alster war noch nicht lange begehbar. Viele Familien sind früh aufgestanden. Sie gingen mit ihren Schlitten auf das Eis, damit sie sich auch mal hin setzen konnten und picknicken, wenn ihre Kinde mit geröteten Wangen von ihren Bahnen und Pirouetten wieder kamen. Hunde schlitterten fröhlich bellend über das Eis und versuchten ihre Familien zu haschen. Auch ich war an diesem Tag dort und genoß die klare Kälte. Die Bäume am Ufer waren mit Rauhreif überzogen. In der Ferne waren die bekannten Kirchtürme Hamburgs zu sehen und etwas näher die edlen, hübschen Villen an der Aussenalster. Durch die Lombardsbrücke mit ihren alten Kandilabern konnte ich auf die Binnenalster sehen mit den bekannten Häusern am Jungfernstieg. Mitten in dem bunt- lebendigen Treiben auf dem Eis war es fast so, als wäre man Teil eines Gemäldes.

Und ja, mein Leben nach der Aufnahme in unsere Familie hatte kaum noch etwas mit meinem alten Leben gemein. Meine Berufsausbildung als Archäologin steht in den Diensten unseres Hauses. Vorwiegend beschäftigte ich mit historischen Dokumenten und fertigte Übersetzungen und Abschriften für das Haus an.

Und um ihre erste Frage zu beantworten: Ja, es muss Regenwasser sein. Anderes Wasser ist für das Ritual nicht dienlich. Darf ich ihren Worten entnehmen, dass sie den Ritus der Vorstellung bisher nicht durch geführt haben?"

Ruhig und gleichmütig wie die gesamte Zeit suchte ihr Blick den seinen.
 
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Mertin schaut Anna etwas verduzt an.
"Der Ritus der Vorstellung. Ist das nicht ein wenig" er hält für einen ganz kurzen Augenblick inne und überlegt ob er gerade dabei ist eine Ahning zu beleidigen, aber sie hatte sich ja schließlich aus Neugeborene vorgestellt "veraltet? Warten sie bis die Regentin hier war und benutzen sie dann die modernen Kommunikationsmittel."
Dies war durchaus interessant.

Mertin zieht es eher aber wieder zu den anderen Dingen zurück. Eine Leidenschaft mit der Anna über ihr Leben in Hamburg erzählt. Diese Leidenschaft mag nicht ihre Mimik erreichen doch man kann sie aus ihren Worten hören. Warum sie wohl so steif geworden ist?
"Sie haben sie gelehrt ihre Menschlichkeit abzulegen oder zumindest nicht offen zu zeigen? Das ist interessant so manch ein Kainit findet so ein Verhalten akzeptabel. Dennoch gibt es auch einige die nicht vergessen haben was sie einst waren. Ich erinner mich auch gerne an meine Zeiten als Mensch zurück und versuche mir dies auch zu erhalten wenn es geht. Hamburg klingt als würde ich es gerne einmal bereisen" ob er letzteres als Aufforderung meint, mit ihr einmal nach Hamburg zu reisen oder ob es eine reine Floskel darstellt ist nicht erkennbar.
 
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Wieder waren ihr genau die Dinge wichtig, die Mertin als eher uninteressant bewertete. Auch Anna versuchte auf ihre Weise das Gespräch immer wieder in die von ihr gewünschte Richtung zu bringen. Sie käme nie auf den Gedanken seine letzten Worte als Aufforderung zu verstehen gemeinsam mit ihr nach Hamburg zu reisen. Solche Ideen waren ihr viel zu fremd. Warum sollte er das auch wünschen? "Ich vergesse sehr wenig. Hamburg wird wahrscheinlich ihren Erwartungen gerecht werden. Sie liegen richtig. Mein Erzeuger schätzt keine menschlichen Regungen." zu mindest nicht bei mir

"Das Ritual mag veraltet sein, doch gehört es immer noch zum guten Ton. Es soll auch Regenten geben, die auf die Durchführung bestehen, auch wenn es in diesem Haus nicht üblich zu sein scheint. Ich denke, ich werde mich etwas später noch auf die Suche nach dem Wasser machen." Hätte er sich zuvor nicht so nahezu abfällig über das Ritual geäußert, hätte sie ihn wohl direkt eingeladen. Aber sie wollte ihm nichts aufdrängen, was er als überflüssig empfand. Sie würde sich wohler fühlen und weniger nervös, wenn sie das Ritual durch geführt hätte. Zu tief war es ihr eingeprägt worden um jetzt leichten Sinnes darüber hin weg zu gehen, nur weil man hier anscheinend darauf verzichten konnte und es nicht erwartet wurde. Wahrscheinlich machte sie sich die Mühe völlig umsonst und sie erwartete auch nicht, dass die Regentin reagieren würde. Aber diese Wahrscheinlichkeit zählte nichts.
 
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Es war keineswegs Mertins Interesse Anna zu beleidigen.
"Verzeihen sie. Wenn sie so viel Wert darauf legen sollten sie dieses Ritual natürlich durchführen. Wie wäre es wenn sie den Wetterbericht überprüfen. Alternativ sollten sie einen Ghul haben schicken sie diesen doch in den Gärten der Stadt nach einer Regentonne Ausschau halten."
Auch Annas andere Bemerkungen ließen Mertin vorsichtiger werden.
Dennoch lächelt er "das ist schön. Doch vorerst sollte ich mich mit dieser Stadt beschäftigen. Haben sie bereits die Gelegenheit gehabt sich vorzustellen? Sollten sie nichts vorhaben am morgigen Tag und sollte die Regentin nicht zurückkommen würde ich sie gerne bitten mich ins Elysium zu begleiten. Die Hüterin sprach diese Einladung aus und ich denke sie kann guten Gewissens auf sie erweitert werden."
 
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"So fern mir nicht vorher noch eine andere Aufgabe zu geteilt wird, komme ich eurer bitte gerne nach.

Ich habe keinen Ghul. Ich bin es gewohnt, meine Angelegenheiten selbst zu regeln." Wenn man mich lässt. Dann geschehen auch weit aus weniger Fehler. "Nach unserem Gespräch werde ich selbst versuchen, Regenwasser in den anliegenden Gärten zu finden. In einer späteren Nacht dürfte es endgültig überholt sein. Um nicht zu sagen, dass es endgültig zu einer Farce verkommen wäre "Ich hatte damit gerechnet das Ritual sofort nach meiner Ankunft im Gildenhaus durchführen zu können.

Ich bin nur kurz vor ihnen im Gildenhaus eingetroffen und es war mein erstes Ziel in dieser Stadt. Ich habe bereits versucht mich bei Hernn Romero anzukündigen. Aber als ich vorhin anrufen wollte, war leider besetzt. Ich werde es später wieder probieren. Mein Aufbruch nach Finstertal erfolgte sehr kurzfristig und ich hatte leider keine Gelegenheit, mich über die örtlichen Gepflogenheiten zu informieren. Kennt ihr Besonderheiten, die ich wissen sollte um nicht unangenehm aufzufallen?"

Anna hasste es, diese Schwäche eingestehen zu müssen. Andererseits war es besser offen zu fragen als zu einem anderen Zeitpunkt vor jemandem, der wichtiger war, blöd da zu stehen. Vielleicht war er ja ein wenig großzügiger mit Informationen.
 
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Auf die Frage hin muss Mertin wieder lächeln.
"Sie sollten einfach nur freundlich sein. Herr Romero ist momentan noch in Warschau zusammen mit dem Prinz. Laura vertritt Herrn Romero. Sie ist die Ghulin der Senneshal, Magdalena Buchet. Ja wie sie bereits vermuten sie ist mit dem Prinzen verwandt. Aber sie bevorzugt es wenn man sie Noir nennt. Sie legt Wert auf Etikette aber da braucht man sich bei ihrem Verhalten ja keine Sorgen machen."
Mertin wundert sich über ihre Hartnäckigkeit bezüglich des Regenwassers. Sie konnte doch unmöglich so altmodisch und dabei so stur sein. Das ist etwas was man sonst nur von sehr alten Kainiten kennt.
"Ich möchte sie natürlich nicht länger aufhalten. Wenn es ihnen so wichtig ist dieses Ritual durchzuführen sollten sie sich vielleicht besser auf den Weg machen." Der letzte Satz klingt eher wie eine Frage deren Antwort bestimmen wird ob Mertin sich erhebt um zu gehen oder doch sitzen bleibt.
 
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"Ich danke ihnen für die Informationen.", sagte sie in ihrer gleichbleibend ruhigen Art. "Das Ritual ist mir wichtig. Ich habe sie in mein Zimmer eingeladen, weil ich mir die Zeit für sie nehmen wollte. Anna sah auf ihre Armbanduhr. "Wie weit ist es denn von hier zur Kunstakademie? Je nachdem, wann ich ... Laura erreiche, sollte ich den Termin für die Vorstellung eher auf morgen Abend legen. Bis ein Taxi hier wäre, wird es sicher auch noch einen Moment dauern.

Sie bringen mich zugegebener Maßen in eine Zwickmühle, Herr Steiner. Auf der einen Seite genieße ich das Gespräch mit ihnen und auf der anderen Seite würde ich mich tatsächlich gern auf die Suche nach dem Wasser machen. Leider ist die Nacht ja nicht mehr all zu lang." Deutlicher würde sie ihn wirklich nicht einladen. Es würde ihr helfen etwas ruhiger - ja, sie wünschte sich wirklich mehr innere Ruhe - zu werden, wenn sie endlich etwas tat und vielleicht nach so etwas wie einer gewissen Routine handeln könnte, obwohl alles hier von ihrer Routine abwich.
 
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Mertin nickt bei ihre Worten.
"Ich denke die Senneshal kann tatsächlich warten. Ich kam nicht umhin zu bemerken, dass sie heute sehr beschäftigt zu sein scheint. Der Prinz war wohl einige Tage nicht da und die ganze liegengebliebenen Anfragen gehen jetzt an die Senneshal. Und Laura, nun sagen wir einfach sie ist noch jung."

Bei den weiterführenden Worten spiegelt sich wieder dieses Lächeln auf seinem Gesicht wieder. Er erhebt sich und hält Anna anbietenderweise die Hand hin.
"Dann sollten wir keine Zeit verschwenden und uns nach ihrem Regenwasser umsehen. Ich hoffe nur wir müssen dabei nicht großartig über Zäune klettern."
Bei diesem Gedanken schmunzelt Mertin zwar ein wenig aber seine Besorgnis, dass sich dies bewahrheiten könnte ist dennoch vorhanden.
 
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"Ich hoffe sehr auf irgend welche Gartentore oder Grundstücke, die mehr durch Vegetation abgegrenzt sind." Anna legte seine Hand federleicht auf seine und stand mit einer flüssigen Bewegung auf. Als sie aus dem Zimemr heraus waren, bot er ihr seinen Arm an. Ebenso leicht, wie ihre Hand zuvor auf der seinen gelegt hatte, ruhte dann auch ihr Unterarm auf dem seinen. Sie löste sich nur einmal kurz, als sie in den Hauswirtschaftsraum ging und dort zum Glück auch schnell einen Eimer fand. "Nun, das erste Problem ist schon mal gelöst. Das hoch herrschaftliche Gefäß ist gefunden." Natürlich blieben ihre Mimik und ihre Stimme weiterhin völlig ruhig und gelassen. War das etwa ein Scherz gewesen?

"Wenn wir tatsächlich Wasser finden und sie Interesse daran haben sollten, können sie dem Ritus gern beiwohnen." Dieses mal war es tatsächlich eine deutliche Einladung. Zwar war es freiwillig angeboten, aber nichts desto trotz würde es schon eine kleine Schuld bedeuten und Mertin mochte es irgend wann doch mal nützlich sein, auch wenn er den Wert jetzt noch nicht erkannte. Sie ließ sich dann von ihm nach draussen führen in die klare Nacht. Sie war froh, dass er bei ihr war. Dann musste sie später nicht diesem gräßlichen Ghul wieder allein gegnüber stehen. Das mochte fast kindisch sein, aber sie hatte einfach keinen Nerv auf ihn.
 
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Mertin scheint dieses Verhalten nicht unüblich zu sein. Die Etikette der alten Schule hat er vor vielen Jahren bereits gelernt. Dennoch ist es ungewohnt Kainiten zu finden die darauf eingehen.
Die Wenigsten geben einem Tremere ihren Arm, noch nicht einmal die Hand.
Bei ihrem Scherz kann er sich ein Grinsen nicht verkneifen.
"Beeindruckend." ist der einzige Kommentar dazu.

So führt er Anna hinaus aus dem Gildenhaus. Ein kurzer suchender Blick verrät ihm, dass es wohl am besten sei die Finster zu überqueren.
Also führt er Anne in Richtung der östlichen Brücke hinter der er kleinere Häuser vermutet die auch so etwas wie eine Regentonne besitzen könnten.
"Vielen Dank für ihre Einladung. Ich werde darüber nachdenken."
Innerlich hat er nicht wirklich vor sich daran zu beteiligen. Vielleicht wird aber etwas passieren was seine Meinung diesbezüglich ändert.
"Diese Menschen. Ich frage mich wie es im Mittelalter gewesen sein muss zu jagen. Die Menschen waren abgergläubisch. Hatten Angst im Dunkeln. Können sie sich so etwas vorstellen? Nicht dass es heute besser wäre. Sie sitzen bis spät in die Nacht vor ihrem PC und wenn sich im Garten etwas regt rufen sie die Polizei."
Mertin hat einfach Lust über ein anderes Thema zu sprechen.
 
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Es war seltsam so am Arm von Mertin durch die Straßen zu gehen. Der Wind spielte sacht mit ihrem offenen Haar. Auch das war ungewohnt. Seid ihrer Wandlung hatte sie kaum so ein freundliches Gespräch mit einem gleichrangigen geführt. Natürlich hatte sie einen gewissen Smalltalk mit ihren Opfern betrieben. Aber das war etwas ganz anderes. Selbst wissenschaftliche und inhaltliche Diskussionen mit anderen Kainiten kannte sie kaum. Obwohl sie fast ständig in der Gemeinschaft gewesen war, hatte sie doch sehr isoliert von den anderen gelebt. Es war seltsam. Aber nicht unbedingt schlecht.


Es erinnerte sie an ihr früheres Leben, wo es noch etwas anderes gegeben hatte außer der ewigen Nacht, dem Lernen und der ... Der Gedanke brach abrupt ab und wurde nicht zu Ende gedacht.


„Ich hoffe doch sehr, dass die Menschen heute uns für Katzen halten, die durch ihren Garten streunen, wenn sie überhaupt etwas bemerken und die Polizei hübsch da lassen, wo sie gebraucht wird. Aber auch, wenn die Menschen im Mittelalter die Nacht fürchteten, so gingen doch auch sie in die Kneipen. Auf dem Land dürfte es schwieriger gewesen sein als in den Städten. Dort dürfte es immer genügend Arme gegeben haben, die kaum jemand vermisst hatte. Auch heute braucht man nur an die Orte der Nachtschwärmer gehen um jemanden zu finden, der einen wärmt. In den Städten ist es leicht.“


Vereinzelt nur fuhren Wagen an ihnen vorbei. Einem Menschen waren sie noch nicht begegnet. Wer sie zufällig beobachten würde, würde wohl an ein Paar denken, wie sie so Arm in Arm gingen und nur bei näherer Betrachtung könnte es auffallen, dass es ein wenig förmlich wirkte. Sie kamen recht schnell zu der Brücke über die Finster. Links von ihnen lag der Hafen. Die Skyline auf der anderen Seite sah allerdings nicht viel versprechend aus. Es schienen doch eher Geschäftshäuser zu sein und keine einzelnen Wohnhäuser.


„Vielleicht sollten wir doch in die andere Richtung gehen.“, sagte sie leise. Ich glaube, ich habe zu mindest größere Grundstücke in einem Viertel gesehen, als ich mit meinem Taxi vom Bahnhof kam. Ich glaube, dort werden wir eher fündig.“ Sie führte Mertin quer durch die kleinen Straßen.


„Sie noch kaum etwas von sich erzählt. Wie war es in Würzburg? Stammen sie von dort?“


Anscheinend war ihr Orientierungssinn recht gut ausgeprägt. Es dauerte nicht lange und die Grundstücke der eher Reichen säumten die Straßen. Einige waren von Zäunen umgeben, aber lange nicht alle. Auf der anderen Straßenseite entdeckte sie ein Grundstück, in dem die Garage in einem Nebengebäude unter gebracht war. Das Tor der Einfahrt stand einladen offen. „Lassen sie es uns dort versuchen. Oft haben sie die Tonnen nicht an den Haupthäusern. Dort könnten sie die Optik stören.“


Das Glück war Anna hold und an der Garage war tatsächlich eine recht gut gefüllte Regentonne. „Wollen sie das Ritual auch unter Anleitung durchführen?“, fragte sie leise um nicht unnötig viel Wasser mit zu schleppen und entschied nach seiner Antwort über die Menge, die sie einfüllte.
 
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Mertin genießt diesen kleinen Abendspaziergang und die Gesellschaft welche ihm Anna bietet.
"Nachtschwärmer ja von denen gibt es jede Menge. So einige kleiden sich mittlerweile sogar wie wir. Oder zumindest so wie unsere Erzeuger früher herumgelaufen sein sollen. Sie nehmen uns nicht ernst und das ist unsere Chance uns zu nähren ohne dass sie Angst vor uns entwickeln. Menschen sind schon interessant."

Bei den Worten über seine Heimatstadt klingt er recht abwesend. Bedeutet hat die Stadt selbst ihm nicht wirklich viel. Wenn waren es besondere Menschen oder Kainiten die er dort getroffen hat.
"Würzburg war schon als Mensch meine Heimatstadt. Es gibt dort viele interesante Orte dort wie das Schloß oder auch die ein oder Andere faszinierende Brücke. Welche Dinge interessieren sie denn dann erzähle ich gerne mehr darüber."
Mit solchen Informationen ist er recht freigiebig.

Auf Annas Frage entgegent Mertin "Ich bin mir immernoch unsicher. Füllen sie doch bitte einfach genügend Wasser ab." Nachdem Anna das getan hat streckt er die freie Hand aus und greift nach dem Eimer um sie dabei anzulächeln.
"Was für eine Begleitung wäre ich denn wenn ich ihnen das Tragen überlassen würde?" und mit diesen Worten nimmt er den Eimer an sich.

"Was haben sie denn in ihrer Zeit als Mensch so getan? Ich war ein angehender Politiker. Vielleicht haben sie ja schonmal von mir gehört, falls dies nicht vor ihrer Zeit war" diese Bemerkung meint Mertin absolut neutral und ein entschuldigendes Lächeln liegt auf seinen Lippen für den Fall, dass Anna es falsch verstehen würde.
 
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"Was macht denn Würzburg für sie bemerkenswert?", fragte sie leise. Auch sie hatte ihm einen persönlichen Eindruck geschildert, vielleicht würde er ihr ja etwas ähnliches erzählen. Die anderen Informationen, wann was wie gebaut wurde, die gab es auch an anderer Stelle. Es war der persönliche Bezug, der solche Erzählungen interessant machte.

Zunächst nickte sie leicht und gab ihm den Eimer, als er danach griff. Ihre Gedanken hinter den blauen Augen waren verborgen und verrieten sich nicht. Völlig trocken und ruhig kam ihre Antwort: "Eine Emanzipierte." Fast gleichzeitig schlüpfte ihr Arm wieder auf den angebotenen Arm um leicht wie zuvor dort zu ruhen.

"Es tut mir leid, aber an ihren Namen erinnere ich mich nicht. Ich habe die aktuelle Politik aber auch nie besonders intensiv verfolgt. Nach der Schule studierte ich Archäologie. Nach meinem ersten Abschluss wollte ich weiter an der Universität bleiben und promovieren. Ich erhielt jedoch eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch in einer privaten Bibliothek, obwohl ich mich nicht beworben hatte. Die Szene der Archäologen ist eine verhältnismäßig kleine Gesellschaft. Natürlich ging ich hin, auch wenn ich nicht die Absicht hatte anzunehmen. Und nun bin ich in Folge diesen Gespräches hier." Ein paar Jahre mehr oder weniger... sie waren nicht von Interesse. Als Neugeborene hatten sie zu nächst den gleichen Rang. Auch ging Anna davon aus einen Lehrling vor sich zu haben, auch wenn sie seinen Rang nicht kannte. Ihrer war hoch genug um sich nicht völlig unterwürfig verhalten zu müssen, gleich welchen der sieben Ränge er einnahm.
 
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