Moralische Bewertung im Rollenspiel

Dieses Thema im Forum "Rund um Rollenspiele" wurde erstellt von Ioelet, 9. April 2010.

  1. Swafnir

    Swafnir Glücksbärchi-Squirrelgirl-Thor-Chimäre

    AW: Moralische Bewertung im Rollenspiel

    Ich find das als Ansatz in Ordnung. Bei meinen Passiven hilft leider irgendwie gar nichts, aber ich mag sie trotzdem. Und wenigstens bei Kämpfen machen sie immer mit:D
     
  2. Ioelet

    Ioelet I am Iron Man!

    AW: Moralische Bewertung im Rollenspiel

    Bei allem "Aber die sind doch erwachsene Menschen - die darf man nicht mehr erziehen." oder "Das ist doch unnötig - du spielst ja wohl nicht mit Idioten." darf man nicht vergessen, dass Cry möglicherweise wirklich mit rollenspielerisch verzogenen Idioten spielt*.

    Und wenn er eine Möglichkeit findet sie zu besseren Rollebnspielern und somit zu wertvollen Menschen zu machen, dann ist das doch klasse. Die lassen das doch freiwillig mit sich machen.

    ... hoffe ich zumindest.

    Also, wenns Spaß macht, kann er die von mir aus auch mit Elektroschocks züchtigen bis sie fließend elbisch sprechen und ihn mit "Meister" anreden.


    Persönlich halte ich in meiner Runde davon allerdings nicht so viel. Dass liegt aber eher daran, dass ich Intime-Lernprozesse der SCs nicht mit Spieler-Belohnungen vermischen möchte - aber wenn meine Spieler ihr Engagement für Gummibärchen erhöhen würden, wüsste ich nichts was dagegen spricht eine Tüte zu besorgen.









    * Also mit Leuten die nicht so spielen wie du**.

    ** Du. Damit meine ich dich. Jaaaa, dich. Genau.
     
  3. Halloween Jack

    Halloween Jack aka Alpha Rivale Dick Justice

    AW: Moralische Bewertung im Rollenspiel

    Hab' so darüber nachgedacht, ob da nicht auch einfach das Alter und die wöchentlichen, unausweichlichen Belastungen mit ein Grund sind, warum eine gewisse Passivität auftreten kann. Da ist Rollenspiel dann irgendwann einfach mehr 'ne Art von relaxtem Wellness, wo man die Seele baumeln lässt auch schon mal wegpennt, und nicht mehr ein diszipliniertes Treffen aktiver und loyaler Kultisten, wie's noch vor zehn Jahren der Fall war.
     
  4. ArchangelGabriel

    ArchangelGabriel Ruler of Lothric

    AW: Moralische Bewertung im Rollenspiel

    Hör bloß auf ... just bei mir passiert. Nach langem hin und her was denn nun wie gemacht wird wird sich also für Torg entschieden. Jaja, ich bin dabei sag ich. Trotz einigen Engagements in Form von Bücherlesen und Charakter überlegen springt der Funke bei mir jedoch nicht so recht rüber. Genau in diesem äußerst diffizilen Moment sagt ein anderer Spieler: Alter, voll der Plan hier, lass uns mal folgendes Rollenspiel unter folgendem Aspekt machen. Ich war sofort begeistert und sage der (5 Mann ohne SL starken Gruppe) ab. Ihr ahnt ja nicht was das für ein Drama war. Nicht etwa, weil die Gruppe jetzt zusammenbricht (sind ja immer noch 4 Spieler), nicht etwa, weil der SL wer weiß wieviel Arbeit bereits für mich investiert hatte (wie auch ohne Charakter), nein:

    Wir würden uns doch treffen um gemeinsam etwas zu machen. So mit Rollenspiel als Nebenbeschäftigung ... hauptsache wir machen etwas gemeinsam. Das schlimme ist: einige waren echt persönlich getroffen. Also ich mein tief in ihrem Herzen und so. Rollenspiel verkommt also zum gemeinsamen Raquelette Abend (Das ist schön!), zum gemeinsamen Kochen ... furchtbar. Nicht, dass ich die Zeit dazu hätte, aber ich will meine alten "loyale Kultisten" Abende wieder, wo akzeptiert wurde, wenn einem die Idee quer ging und man sich ausnahm (einer weniger der XPs abstaubt! HA!). Wo die Leute noch geil aufs zocken waren, obwohl Onkel Berni gerade mal 3 Stunden unterm Torf lag. Wo die Sessions noch 13h und mehr dauerten und man sich am nächsten Tag bereits fragte, wie es denn jetzt weitergeht. Rollenspiel verkommt zunehmend zur gemeinsamen After-work Fress- und gemeinsam zu einander lieb sein Session.
     
  5. Halloween Jack

    Halloween Jack aka Alpha Rivale Dick Justice

    AW: Moralische Bewertung im Rollenspiel

    So ist das im Alter nun einmal, Gabe. ;)
     
  6. Niedertracht

    Niedertracht Lebensretter

    AW: Moralische Bewertung im Rollenspiel

    Kann da natürlich viele Faktoren geben. Bei mir ist es ganz einfach der Umstand, daß ich die Bengel nur noch alle paar Monate sehe und wir dann auch spielen. Für mich - und den Rest - ist das aber vordergründig ein Zusammenkommen nach längerer Zeit, bei dem man auch spielt, was zweifelsohne auch eine Menge Spaß macht. Sollte jedoch jemand in biertrunkener Laune den Abend eher in einer Disko verbringen wollen, wäre meine größte Sorge wohl: "Fuck, jetzt siehst du aus wie'n Penner.", als daß die Spieler auf meinen schönen Plot keinen Bock haben, bzw. eine andere "Abendgestaltung" vorziehen.

    Ich gebe aber offenmundig zu, da gab's sicherlich auch andere Zeiten.
     
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  7. Sir Toby

    Sir Toby Narr

    AW: Moralische Bewertung im Rollenspiel

    Ich sehe mich als SL als Dienstleister. Der die Aufgabe hat ein Spiel zu leiten. Ich versuche dabei es für jeden Spieler einzelnd erfolgreich und zufriedenstellend zu gestalten, als auch das Konzept eines Gruppenziels zu erreichen.
    Das gelingt sicherlich mal besser, als auch mal schlechter.
     
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  8. ArchangelGabriel

    ArchangelGabriel Ruler of Lothric

    AW: Moralische Bewertung im Rollenspiel

    Interessante Perspektive. Nein, ehrlich. Ich persönlich sehe mich als das essentielle Gegenstück zum SC, wenn ich der Rolle des SL bin. Spiel geht nicht ohne Spieler, Spiel geht nicht ohne SL (hab nie etwas anderes versucht und stehe allein dem Grundgedanken skeptisch gegenüber). Insofern sehe ich mich auch nicht als denjenigen, der die Spieler zu bespaßen hat, sondern agiere als Instanz, die die Aktionen der Spieler aufnimmt und weiterspinnt. Meine Sicht der Dinge kann (und wird) dabei bisweilen von den Vorstellungen der Spieler abweichen, aber so ist das nunmal im sozialen Kontext. Man kannet nicht allen immer Recht machen. Ferner gebe ich Schübe in die eine oder andere Richtung.
    Bei Dienstleister muss ich so an Friseur denken. Man geht hin, sagt was man will, wird bearbeitet, quatscht n bisschen miteinander, bezahlt und geht. Next month same time. Klar gibts auch Dienstleister, die die Mitarbeit ihres Klientels voraussetzen, aber so wie du es beschreibst klingt es, als würdest du dich in der Position sehen anderen einen wunderbaren Abend zu vermitteln. Und wenn das nicht klappt, dann trägst du die Verantwortung allein - diesen Stress würd ich mir gar nicht mehr antun wollen.
     
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  9. Swafnir

    Swafnir Glücksbärchi-Squirrelgirl-Thor-Chimäre

    AW: Moralische Bewertung im Rollenspiel

    Ich will mit meinen Runden interessante Geschichten spielen und erleben. Dabei kommt es auf beide Seiten an. QAls Dienstleister sehe ich mich nicht. Eher sehe ich meine Spieler in der Bringschuld auch ihren Teil beizutragen. Aber ich weis dass jeder das gibt was er kann und das ist bei dem einen halt mehr oder weniger. Aber wir haben da auch gute Gruppen bei denen das verhältnis einfach stimmt (bei den Gruppen die ich leite). Die die sich viel einbringen möchten und Ideen haben dürfen das, die die das nicht tun um die kümmer ich mich dann.

    Aber wenn ich solche Sachen wie Gruppenvertrag ansprechen würde, würden die mich alle für bescheuert erklären:D Aber ich sehe mich auch nicht als einzige wahre Instanz, sondern spreche viele Sachen ab, sei es mit der Gruppe oder anderen Rollenspielern (falls mit Dinge gewagt oder zu hart vorkommen). Bisher klappt das ganz gut.
     
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  10. Niedertracht

    Niedertracht Lebensretter

    AW: Moralische Bewertung im Rollenspiel

    Das schließt sich nach meinem Verständnis nicht notwendigerweise gegenseitig aus. Sicherlich ist die Formulierung "Dienstleister" vielleicht recht eigenwillig, aber der "Dienstleistungsnehmende" (um im jargon zu bleiben) ist nun nicht automatisch von seinen Mitwirkungspflichten entbunden und der "Dienstleister" ist keineswegs nur ein willenloses Werkzeug zur Zweckerfüllung.

    Ich bezeichne mich auch als "Dienstleister" in der Hinsicht, daß ich auf die Wünsche der Spieler eingehe, was z.B. das Aufgreifen von Ideen und deren Weiterentwicklung umfaßt - ich merke meinetwegen, daß ein als kurzes Intermezzo geplanter Handlungsstrang (das Treffen einer Kontaktperson in einer Disko) den Spielern viel Spaß bereitet (z.B. weil einfach nur Bock haben ein wenig Tempo aus dem Geschehen zu nehmen), dann werde ich doch den Teufel tun und hier gegensteuern.

    Daß ich das so relativ locker sehe, mag aber auch daran leigen, daß die Schnittmenge dessen, was meinen Spielern und mir selbst Spaß bereitet sehr groß ist und ich - wie weiter oben schon geschrieben - eh nicht mehr so verbissen an die Sache herangehe.
     
  11. Cry

    Cry Aus der Asche

    AW: Moralische Bewertung im Rollenspiel

    Seh's mehr wie Gabe.

    Ja, ich leiste einen Dienst, aber das ist ja nicht meine primäre Motivation. Ich leite ja vor allem weil die anderen als SLs plötzlich zu Schildbürgern mutieren. Sicher, man könnte den Spieß umdrehen, aber: Meh.

    Ich will dass gutes Rollenspiel stattfindet. Und mit 'gut' meine ich keine abstrakten Vorstellungen wie es zu sein hat, sondern ich meine 'es macht Spaß'.
    Und ich bin mir nicht zu schade, meine Mitspieler etwas zu ihrem Glück zu zwingen. Und ja, ich finde das darf ich mir als SL erlauben. Einfach weil ich selber lieber spiele, wenn ich kann.
    Ich bin jetzt nicht kreuz unzufrieden, manchmal macht mir das leiten auch tierischen Spaß aber tendenziell... Spiel ich doch deutlich lieber. Und ich verstehe auch wenn man da ab und an mal abschaltet, als Spieler.

    Ich stubs dann halt als SL. Ich finde, ich geb mir Mühe, dann kann man das auch honorieren. Man muss nicht alles super finden was ich tue, aber man sollte zumindest ernsthaft an der Geschichte teilnehmen. Und das schaffe ich indem ich bei manchen etwas nachhelfe.

    Aber weder bin ich deren König, wie zu Teenie-Zeiten beim DSA als man dem 'Meister' Süßigkeiten opfern musste, um zu überleben. Noch bin ich der Stimmungswächter des jungen Vampire der Leute die nicht Goth genug sind gängelt.

    Ich bin die Spaßstasi, vorrausgesetzt in der Metapher sind wir alle überzeugte Kommunisten, AKA: Meine Spieler wissen dass ich (als SL und nur dann) beim Würfeln zuweilen betrüge, dass ich mal dreie gerade sein lasse und sich jemand mit einer coolen Idee bei mir Gnade erkaufen kann. Das ist sicher nicht alles fair. Aber das Ergebnis ist eine flüssige Geschichte in der jeder seine Zeit im Rampenlicht bekommt, jeder etwas zu tun hat und Leute ab und an wirklich auch das Gefühl haben eine stringente, flüssige Geschichte mitzugestalten.

    Und das ist für mich persönlich (kein Allgemeinheitsanspruch, hmkay?!) das Größte. Und meine Spieler sehen das zumindest ähnlich genug, um eben kein Problem damit zu haben, wenn mal ab und an die Mechanik hinter die Geschichte/das Abenteuer, wie auch immer man's nennen mag, zurücktritt. Und interessanterweise macht's den Spielern anscheinend am meisten Spaß, wenn ich mich nicht ihnen verpflichtet fühle, sondern der Geschichte, die wir zusammen erleben.
     
  12. RockyRaccoon

    RockyRaccoon Social Justice Warrior First Class Mitarbeiter

    AW: Moralische Bewertung im Rollenspiel

    Ihr habt alle Recht. Kein Wunder, ihr sagt ja auch alle das selbe.
    Außer dass mir bei Crys Stasimetapher schlecht wird.
     
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