[2.6.06] erster Eindruck

Dieses Thema im Forum "Das Café de Trois" wurde erstellt von Discordia, 3. Januar 2007.

  1. Discordia

    Discordia B! scheuert

    Es war bereits eine Stunde nach Mitternacht und Enio versuchte seinem unrsprünglichen Plan treu zu bleiben und noch das Elysium zu besuchen. Er hatte keine genaue Vorstellung davon, was ihn dort erwarten würde oder was er sich von dem Besuch eigentlich erhoffte aber es war wohl prinzipiell nicht verkehrt sich auch einmal im Elysium blicken zu lassen. Auserdem wollte er die Gelegenheit nutzen um auf völlig unstressige Weise an ein wenig Blut zu kommen. Das das nicht ganz billig war, war dem Brujah natürlich klar aber heute Nacht war ihm das eigentlich scheißegal. Er hatte soeben ein recht lukratives Geschäft abgeschlossen, daß ihn in die vorteilhafte Lage versetzte, nicht so viel über Geldprobleme nachdenken zu müssen. Das würde ihm dem weiteren Verlauf seines Aufenthaltes in Finstertal jedenfalls erheblich erleichtern. Auserdem brachte es ihn auch ein Stück weiter bezüglich seiner Suche nach einer festen Unterkunft. Niemand hatte Enio bisher gesagt, daß er das Hotel verlassen mußte und mitlerweile war es dem Italiener auch egal was mit diesem Price passiert war... zumal niemand ihn damit behelligen wollte. Deshalb wohnte er immer noch im Hotel des Verntrues.

    Enio fuhr mit seiner Norton vor das Cafe de Trois und sah sich nach einem günstigen Parkplatz um. Das war nicht allzu schwer, da sich der Brujah nicht allzuviel aus Verkehrsregeln machte und sie umging beziehungsweise brach wo sich ihm die Möglichkeit bot. Letztendlich liesen sich die meisten übereifrigen Bullen durch Enflußnahme auf ihren beschränkten Geist davon abbringen ihm einen Strafzettel zu verpassen. In seltenen Fällen mußte man auch zu anderen Mitteln greifen und in noch selteneren Fällen sogar ein paar Euro Strafe über sich ergehen lassen.

    Kurze Zeit später betrat Enio das Elysium und versuchte sich gleich nach seinem Eintrete einen ersten Eindruck der Räumlichkeiten zu verschaffen. Für seinen Geschmack sah das ganze zu nobel aus und der braune Farbton des verarbeiteten Holzes beeinflusste maßgeblich die Atmosphäre. Der merkwürdige Käfig am Eingangsbereich lockerte das ganze nur unmerklich auf. Dennoch wirkte das ganze Elysium recht beeindruckend und Enio erinnerte sich wieder daran, daß es ja erst neu renoviert wurde und erst seit kurzen... oder sogar erst seit gestern wieder geöffnet hatte. Während er sich noch umsah schritt er zielstrebig auf die Theke zu. Der Italiener hatte sich natürlich vorher informiert und wußte welche Art von Getränke er bestellen mußte und von welchen er lieber gleich die Finger weg lassen würde aber ansonsten waren ihm die Gepflogenheiten des hiesigen Elysiums unbekannt und er konnte nur vage abschätzen wie weit das Personal involviert war und wieviel Ghule oder gar Kainskinder hier ihre Arbeit verrichteten. Jedes Elysium hatte da seine eigene Gepflogenheiten und es galt diese hier erst noch zu ergründen.

    Sanft und darauf bedacht, das feine Holz nicht zu zerkratzen, stellte der Brujah seinen Helm auf die Theke und wartete bis man sich seiner annahm.


    Out Of Character:
    Gibts eigentlich sowas wie eine Sperrstunde im Elysium? Ich hab jetzt einfach mal drauf losgeschrieben... wußte ja auch nicht wer sich im Elysium aufhält. Der andere Thread spielt ja zeitlich wesentlich früher.
     
  2. Discordia

    Discordia B! scheuert

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    Ein paar Augenblicke später hatte Enio einen verspielt wirkenden Krug in der Hand und 150 Euro weniger in der Tasche. Ja er hatte sich weit herausgelehnt und einen Pur Live bestellt. Großzügig wie er war hatte er der Bedienung die 150 Euro mit einem ironischen "stimmt so" übergeben und sie somit mit 1 Cent Trinkgeld beehrt. Vielleicht hätte er ihr auch mehr überlassen aber die Tussi, eine Ghulin wie Enio annahm, hatte ihn ein bißchen zweifelnd angeschaut und hatte dem Brujah das Gefühl gegeben, daß sie sich nicht vorstellen konnte, daß er sich den Drink leisten sollte. Tja... Pech. Sei nett zu deinen Kunden und behalte deinen unterwürfigen Gesichtsausdruck, dann wirst du vielleicht auch netter von deinen Kunden behandelt. Letztendlich kümmerte sich der Italiener nicht weiters drum. Er schenkte Ghulen nie sonderlich viel Beachtung. Eine Kuh schert sich im Normalfall auch nicht um die Fliegen, die um ihren Fladen kreisen.

    Enio schnappte sich seinen Krug und nahm in einer gemütlich wirkenden Sitzecke Platz. Irgendwie wunderte er sich ein bißchen. Für das wieviele Vampire er hier in der Stadt schon getroffen hatte wirkte das Elysium fast schon entvölkert. Die meisten anderen Kainskinder, denen er bereits begegnet war, wollte er eigentlich gar nicht kennen lernen und war mehr oder weniger über sie gestolpert. Jetzt da er bewußt einen Treffpunkt für Vampire ausgesucht hatte, war er fast schon ein wenig entäuscht kein volles Elysium vorzufinden in dem sich die Kainiten gegenseitig die Klinke in die Hand gaben. Naja... sein timing schien hier in Fistertal immer etwas schlecht zu sein.

    Enio schnappte sich eine Zeitschrift, blätterte ein wenig darin und zwang sich das Blut langsam zu trinken und immer wieder nur einen kleinen Schluck zu sich zu nehmen. Er hatte keine Ahnung wie lange das Cafe eigentlich geöffnet hatte aber er vermutete, daß sich die Bullen dieser Stadt warscheinlich von hier fern halten würden und sich niemand um irgendwelche Sperrstunden kümmerte. Abgesehen von gelegentlichem Umblättern saß Enio unbeweglich da. Er hatte Zeit.
     
  3. Desaparecidos

    Desaparecidos Coheed&C. - Welcome Home

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    "Missgelaunt? Wie kommst du drauf?" Sie doch nicht, schon gar nicht vor Fremden. Mit gerunzelter Stirn hatte sie Fabian von der Seite her betrachtet und war dann mit zusammengepressten Lippen losgefahren, um ins Café zu kommen. Enio musste seine kleine Erledigung recht schnell über die Bühne gebracht haben, da sie nach ihm ankamen. Aber sie hatten ja auch noch mit Meyye plaudern müssen. Vielleicht war Cat mittlerweile wieder da.
    Ein erneuter Blick ging zu Fabian. "Falls ich heute Nacht irgendwann mal dich und das Wort 'Müll' zusammen erwähne, will ich mich hiermit schonmal entschuldigen. Ist keinesfalls ernst gemeint und geht auch nicht gegen dich. Nur damit du bescheid weißt." Diesmal folgte den Worten kein Grinsen, Melody überlegte sich aber gerade, dass sie sich so etwas vielleicht angewöhnen sollte.

    Mit Fabian zusammen betrat sie dann das Café und sah sich um. "Tja.. da wären wir. Allgemeiner Sammelplatz für.. niemanden wie's aussieht. Oh.." Ihr Blick war an Enio hängen geblieben. Für Idioten scheinbar.
    "Toll, da können wir ja gleich dort weitermachen, wo wir vorhin aufhören mussten." Sie klang keineswegs so erfreut darüber, wie die Worte es vielleicht hätten ausdrücken sollen. Dem Barmädchen warf sie einen kurzen Blick zu, ehe sie dann einfach in Richtung Enio lostiegerte. Der musste toll schmecken, wenn man ihn jetzt küssen würde.
    "Du scheinst nicht viele Freunde zu haben." Einer der Stühle wurde ungefragt genommen um darauf Platz zu nehmen. Ob Fabian das ebenfalls so machen wollte, blieb ihm überlassen.
     
  4. Grinsekind

    Grinsekind Antonin Philippe Tesnos

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    "Ach, ich spür das in den Knochen." Antwortete er mit einem süffisanten Grinsen, kurz bevor er den Kopf wegdrehte, so dass sie nicht sehen konnte, dass das Grinsen sich sofort in eine Fratze verwandelte.
    Achja, schöne Stadt. Aus dem Fenster sehen, aus dem Fenster sehen, lalala...
    Er beruhigte sich. Nicht das es viel zu beruhigen gab. Dann sah er ihr wieder beim fahren zu, als sie sich erneut an ihn wandte.
    Müll? Ja, richtig, Müll! Was zum...?
    Jetzt war es an ihm, die Stirn zu runzeln. Aber er ging nicht weiter auf das Thema ein, sondern zuckte nur kurz die Schultern. Als sie dann am Elysium ankamen sah er sich um. Das ist also das Elysium. Nice...NOT. Hm, ein Käfig?
    "Ja, hier scheint wirklich die Post ab zu gehen. Vielleicht..."
    Und auch er erkannte seinen Clanskollegen. Als sie auf ihn zugingen, nickte er der Bardame kurz zu. Reicht das? Hoffe doch.
    "Hm"
    Kommentierte er Mel. Als sie am Tisch von Enio standen, hellte sich sein Gesicht auf.
    "Und so trifft man sich wieder."
    Es erfreute ihn wirklich, Enio zu sehen. Vielleicht konnte ihm der ein wenig mehr sagen. Die Chancen waren zwar nicht wirklich hoch, aber von ihm wurde er zumindest nicht ständig angeknurrt. Fabian stand noch kurz vor dem Tisch, als Mel sich schon gesetzt hatte und setzte sich dann auch. Hey, man war ja schließlich Brujah und kein Ventrue...
     
  5. Discordia

    Discordia B! scheuert

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    Es war wohl der ungeschwätzigen Art des Italieners zu verdanken und der Tasache, daß er bei der Abwicklung seiner Geschäfte noch mehr als sonst darauf achtete die Dialoge auf das Notwendigste zu beschränken, das er seine Angelegenheiten so schnell erledigt hatte. Auserdem war der Geschäftskontakt mit den Sterblichen recht angenehm und sie hatten eine ähnliche Vorstellungen wie er, wie ein Deal abzuwickeln ist.

    Der Brujah überflog nur die Zeitschrift und sah unauffällig zur Tür als Melody und sein Clansgenosse eintraten. Er legte die unnütze Lektüre beiseite und nippte noch einmal an dem Vitae. Lauwarm... nicht wirklich schlecht, das konnte Blut nie sein aber Enio war auf den Geschmack gekommen und hatte schon nach dem ersten Schluck entschieden heute noch einer Dame seiner Wahl entsprechende Mengen Lebenssaft 'abzuschwatzen'. Wobei er nicht wirklich an Abschwatzen im eigentlichen Sinn dachte. Vitae aus einem Krug war durchaus schmackhaft aber doch nur ein schwacher Ersatz gegenüber dem ekstatischen Gefühl, das einen überkam, wenn man es direkt aus der Ader eines Menschen trank und dem Jagdtfieber, das einen oft überkam, falls sich der Sterbliche als würdige Beute herausstellte. Vorerst würde Enio sich damit begnügen müssen weiterhin im Elysium zu bleiben und nachdem Fabian und Mel hier aufgetaucht waren, gab es immerhin schon wieder jemanden den er kannte oder vielmehr kennen gelernt hatte. Vielleicht sah es tatsächlich besser aus, wenn er sich in Gesellschaft im Elysium aufhielt.

    Enio verzog keine Mine bei dem Kommentar der Gangrel. Irgendwie hatte er fast schon damit gerechnet. Andererseits gab Sarah ihm nicht unbedingt das Gefühl, daß sie sich wirklich mit ihm streiten wollte und bissige Kommentare waren etwas mit dem der Turiner recht gut umgehen konnte und die ihm eigentlich lieber waren als fade, uninteressante Gespräche. Er sah abwechselnd zu Fabian und Melody und wartete bis sie sich gesetzt hatten. "Freunde? Nein wirklich nicht." Enio machte eine kurze Pause und überdachte den Impuls eine schnippische oder beleidigende Bemerkung zu machen. Sein Kopf war voll davon. Enio entschied sich aber für eine völlig andere Vorgehensweise. Er griff ein Thema auf, das viel zu oft in seiner untoten Existenz eine Rolle gespielt hatte und über das, seiner Meinung nach, jeder Kainit früher oder später stolpern mußte... auser vielleicht die ganz Dummen. "Und du?" Er blickte Sarah in die Augen und über seine Gesichtzüge legte sich ein ernster Ausdruck."Hast du denn Freunde? Ich meine richtige Freunde. Jemand der dir den Arsch retten würde, wenn er mal richtig tief in der Scheiße steckt. Einer, der dich nicht im Stich läßt und dich aus einem brennenden Haus retten würde oder dich aus den Klauen eines Garou befreien würde, ohne zuerst an sich selbst zu denken und seinen eigenen Arsch aus dem Schußfeld zu bringen." Der Brujah machte eine kurze Pause und sog die Luft ein, die nötig war um seinen Mundbewegungen den notwendigen Klang zu verleihen. "Ist Ashton Price dein Freund Sarah? Oder einer der anderen Kainskinder, die du kennst? Oder glaubst du jemand wie der Seneschall könnte jemals sowas wie ein Freund für dich werden?" Während er sich zurück lehnte fügte er noch hinzu: "Nein... ich habe tatsächlich keine Freunde?"

    Enio hatte in den vielen Jahren seit er zum Vampir gemacht wurde einige Kaniten getroffen mit denen er durchaus etwas anfangen konnte und so etwas wie ein Gefühl der Solidarität aufgekommen war. Letztendlich glaubte er aber nicht daran, daß das Tier in jedem von ihnen es jemals zulassen würde, daß sich etwas wie wahre Freundschaft zwischen zwei Vampiren bilden konnte. Selbst Kamal, der wohl Enio näher stand als sonst irgendein Wesen auf dieser Welt, konnte der Definition eines Freundes, wie Enio sie sah und soeben beispielhaft umrissen hatte, nicht gerecht werden. Nein Enio hatte wirklich keine Freunde.

    Der Italiener lößte seinen Blick von Melody und sah zu Fabian. Der andere Brujah würde sich vielleicht eingeladen fühlen ebenfalls zu dem Thema etwas zum Besten zu geben. Er hatte aus einer flapsigen Bemerkung der Gangrel ein ernstes Thema gemacht und vermutete, daß sie das was er gesagt hatte eventuell mehr treffen würde als jeder spitzzüngige und schlagfertige Kommentar den er über seine Lippen hätte bringen können.
     
  6. Desaparecidos

    Desaparecidos Coheed&C. - Welcome Home

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    Das wäre einer der Momente gewesen, in denen ihr Mund plötzlich trocken geworden wäre und ein erstaunter, wenn nicht sogar erschrockener Gesichtsausdruck auf ihr Gesicht getreten wäre. Als hätte sie man bei einer Lüge erwischt, von der sie fest geglaubt hatte, andere würden nichts von ihrer Lüge wissen.
    Das wäre einer der Momente gewesen, in denen ihr Herz ein paar Schläge lang aus dem Takt gekommen wäre um danach viel schneller als zuvor weiterzupumpen. Einer, in dem das Atmen kurz schwer fiel oder ganz ausblieb.

    Ihr Mund war schon trocken und das Herz schwieg sich aus, wodurch es leider nicht den kurz erschrockenen Ausdruck von ihrem Gesicht nahm. Die Ruhe in ihrer Brust verhinderte auch nicht das Aufkommen der zweifelnden Gefühle, auch auf sie selbst bezogen. Ihre Bemerkung war hirnlos gewesen und sie hatte nicht mit dieser Reaktion gerechnet. Nicht mit der ernsten Frage, welche in diesem Fall eine Antwort verlangte: Hatte sie einen Freund?
    Nein, ganz eindeutig nicht.
    Natürlich hatte sie sich schon mehr als einmal mit diesem Thema beschäftigt, aber es war so leicht, sich mit etwas ganz Anderem zu beschäftigen, wenn einem das Ergebnis nicht gefiel. Man musste vor allem mit niemandem über diese Gedanken und die daraus folgende Erkenntnis sprechen. Eine Erkenntnis, die, laut ausgesprochen, weitaus härter war als eine totgeschwiegene. Denn einmal laut ausgesprochen, wusste nicht mehr nur man selbst davon. Mindestens zwei weitere würden es in diesem Fall erfahren. Auf sich selbst bezogen sicherlich keine angenehme Sache.

    "Ahm." Antwortete sie zunächst und brach den Blickkontakt zu dem Brujah ab, um auf die Tischplatte zu sehen. Wer blieb momentan denn groß zur Auswahl?
    Ashton.. würde er? Nein, auch wenn sie es sich wünschte.
    Wolf.. ganz sicher nicht.
    Sven.. Der behauptete es zwar, war ihr aber noch immer nicht geheuer. Zutrauen würde sie es ihm zwar, aber sicher sein konnte sie eben nicht.
    Auf ihrem Gesicht, welches mittlerweile selbst recht ernst war, konnte man einige ihrer Gedanken wohl ablesen, jedenfalls die daraus entstehenden Gefühle.
    Nein, ganz eindeutig nicht. Es blieb bei dieser Antwort, weshalb sie den Kopf schütteln musste. Eine andere Antwort hätte sie nicht wirklich glaubhaft rübergebracht, und dessen war sie sich bewusst. "Nein, scheinbar nicht." Auch während der Antwort betrachtete sie noch die Tischplatte und runzelte die Stirn.
    Eigentlich hätte sie sich über diese Frage hinaus noch eine zweite stellen müssen: War sie selbst ein Freund?
    Die Antwort darauf würde vielleicht noch ein wenig mehr schmerzen, weil sie sich in keinster Weise von der anderen Antwort unterschied.
    Nein, ganz sicher nicht.
     
  7. Grinsekind

    Grinsekind Antonin Philippe Tesnos

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    Fabian war gerade damit beschäftigt, die Tasche an das Stuhlbein zu lehnen und daher mit dem Gesicht auf der Höhe der Tischplatte, als es plötzlich funkte. Er blickte auf und war sich sicher, die elektrisierten Blicke des Brujah zu sehen, die Mel abtasteten. Fabian selbst verzog keine Miene. Und genau das war das bemerkenswerte, hatte er doch sonst immer schnell ein Grinsen parat. Er richtete sich sehr langsam wieder auf, stützte die Ellenbogen auf die Tischplatte und legte die Hände vor dem Gesicht zu einer Pyramide zusammen. Er sah den Turiner fixierend an und lies den Blick dann ins Lehre abschweifen. Als sich dann doch noch ein Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitete, wirkte dies mehr als Fehl am Platz. Kurz war ihm Turael eingefallen und da konnte er nicht anders, als zynisch zu lächeln.
    Freunde? Ein Freund? Unter Kainskindern?
    Sein Lächeln wurde tatsächlich noch breiter. Melody mochte diese Frage wie ein Schlag ins Gesicht treffen. Ihn berührte sie nur wie der ewige Gegenwind, dem er stets ausgesetzt war. Er lehnte sich zurück, sank ein wenig tiefer in den Stuhl und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Das Lächeln blieb starr in seine Gesichtszüge eingemeißelt.
    Wenn er auch nur glaubt, es gäbe jemanden, der ein Einziges dieser Dinge, die er eben aufgezählt hatte, tun würde, ist er wirklich nicht zu beneiden.
    "Freund ist ein Wort, mehr nicht."
    Hatte man Fabian vorher immer nur als freundliches junges Kainskind erlebt, war man nun wohl doch etwas überrascht, ob seiner giftigen Ausdrucksweiße. Nicht nur dies, bei dem Wort Freund verzog er das Gesicht zu einer spöttischen Grimasse. Man mochte nun darüber rätseln, warum sich der Mann so abwertend, vielleicht sogar verbittert, über dieses Thema äußerte, er jedenfalls ging nicht weiter darauf ein. Er blickte kurz zu Melody, die regelrecht desillusioniert schien.
    Freunde, was für ein Gedanke.
    Innerlich schüttelte er den Kopf. Äußerlich schien etwas über sein Gesicht zu wischen und eine Art Normalzustand herzustellen.
    "Was genau trinkst du denn da?"
    Nicht nur die Frage, auch der freundliche, auf Smalltalk eingestellte Gesichtsausdruck, erschienen etwas fehlplaziert.
     
  8. Discordia

    Discordia B! scheuert

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    Innerlich grinste Enio, seinem Gesicht konnte es man aber in keinster Weise ansehen. Es war aber kein gehässiges Grinsen, sondern mehr anerkennend als seine zwei Gegenüber in dieser Situation jemals vermuten würden. Der Brujah hatte es sich in seinen Spekulationen offen gelassen wie Melody reagieren würde. Es hätte genau so gut sein können, daß sie angefangen hätte mit Gift zu spritzen und mit Enio einen Streit vom Zaun zu brechen. Oder sie hätte auch aufstehen können und einfach gehen. Stattdessen war sie ehrlich. Das hatte der Italiener nicht unbedingt an oberster Stelle bei seiner Favoritenliste über Sarahs warscheinliche Reaktionen.

    Enio hatte aber ganz und gar nicht den Eindruck gewonnen, daß Sarah desillusioniert wirkte. Im Gegenteil. Enio war sich sicher, daß nur jemand, der sich selber diese Frage bereits gestellt hatte und genug Grips hatte um vernünftig darüber nachzudenken, überhaupt in der Lage war vor anderen zuzugeben, daß er keine Freunde hat. Die Gangrel hatte das mit entwaffnender Ehrlichkeit getan und Enio war sich sicher, daß sie das im Laufe der kommenden Jahre vielleicht noch öfters laut aussprechen würde. Und wer weiß... vielleicht würde sie irgendwann einmal bemerken, daß es tatsächlich ein wenig Erleichterung brachte, wenn man sich der Tatsachen bewußt war und sie hin und wieder laut aussprach.

    Fabian gehörte offenbar auch nicht zu den Vampiren mit der rosaroten Brille. Seine übrige Reaktion sagte genauso viel aus wie seine Statement. Der andere Brujah schien glaubhaft zu vermitteln, daß er das glaubte was er gesagt hatte aber Enio konnte ihm nicht recht geben und es ärgerte ihn, daß Fabian so banal das Thema wechselte. Zum ersten Mal fragte Enio sich wie alt die zwei an seinem Tisch eigentlich waren. Er konnte sich nicht daran erinnern mitbekommen zu haben wie lange die beiden sich schon unter den Kainskindern herumtrieben. Er vermutete aber, daß sie wesentlich jünger waren als er. Der Turiner fragte sich ob er auch so bald den Glauben an so etwas wie Freundschaft verloren hatte. Er konnte sich aber nicht mehr daran erinnern. Zuviel Tot, Krieg und Verdammnis lagen zwischen jenem Tag und dem Heute.

    Fabian schien mit sich zufrieden, also richtete Der Brujah seinen Blick wieder auf Melody. "Aber weißt du... das macht nichts. Die Situation ist so wie sie ist. Hat man sich erst damit abgefunden kommt man schneller damit klar. Wir sind wie wir sind und wir wurden so geschaffen. Das muß nicht unbedingt bedeuten, daß wir uns gegenseitig wie Dreck behandeln sollten, so wie es der Sabbat zu praktizieren pflegt, aber jeder sollte sich im Klaren sein, daß die Schöpfung den Vampiren eine Eigenschaft mitgegeben hat, die sie veranlaßt immer zuerst an ihren eigenen Arsch zu denken, wenn es hart auf hart kommt."

    Mit einem Schwenk seines Kruges wechselte er seinen Blick zu Fabian. "Das ist nicht richtig. Freund ist mehr als ein Wort. Freund hat eine Bedeutung, die die Menschen zu selbstlosen und aufopferungsvollen Taten veranlaßt. Zugegeben... der Mensch unterscheidet sich in manchen Fällen in seiner Skrupellosigkeit und seinem Egoismus nicht von uns aber dennoch besitzen einige von den Sterblichen die Eigenschaft. Ich habe es selber oft genug gesehen um nicht daran zu glauben. Aber Freundschaft ist für die Menschen reserviert. Dort wo für die Menschen Freundschaft in der To-Do-Liste des Schöpfers steht existiert für uns nur ein großes schwarzes Loch aus dem ein übler Geruch emporsteigt."

    Enio wollte eigentlich Fabian zuerst ignorieren und auf die Frage nach seinem Getränk überhaupt nicht eingehen aber er fand eine gute Verbindung zu ihrem bisherigen Thema. Er betrachtete seinen Krug und zuckte mit Achseln. "Hmm, wer weiß... vielleicht einen Freund?"
     
  9. Grinsekind

    Grinsekind Antonin Philippe Tesnos

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    Fabians freundliches Gesicht erschien nach Enios Antwort seltsam steif. Auch sein denken versteifte sich. Es mochte so sein, dass der Turiner diese Erfahrungen gesammelt hatte, Fabian konnte sie nicht vorweißen. Er hätte dem anderen Brujah am liebsten dieses Gefühl gezeigt. Dieses große schwarze Loch aus dem ein übler Geruch emporsteigt, wie Enio es genannt hatte. Und zwar so, dass Enio die Lust zu leben vergangen wäre. Aber erstens kannten sie sich kaum, zweitens war dies ein Thema, mit dem er nicht mit einem toten Wesen reden würde, wäre er überhaupt in der Lage darüber zu reden, und drittens war es die Mühe nicht wert, da Enio es sowieso nicht verstehen würde. Den dies war etwas, dass Fabian sehr früh gelernt hatte. Fabian war alleine. Und das blieb verdammt noch mal auch so.

    Freund, von wegen. So etwas wie Freundschaft gibt es schlicht und einfach nicht. Weder unter Menschen, noch unter Vampiren.
    Fabian richtete sich im Stuhl auf und verschränkte die Arme vor der Brust. Noch etwas mit dem man ihn als Brujah identifizieren konnte, aus seiner Körpersprache konnte man fast immer lesen.

    "Und selbst wenn Menschen sich gegenseitig aus den Klauen eines Werwolfs retten würden, hätte das keine Bedeutung."
    Jetzt zog er Enios Meinung definitiv ins lächerliche, denn auch ein leichtes Lächeln war wieder zurückgekehrt.
    "Menschen sind nicht anders wie wir. Moment, nein, sie sind unwissender. Und das ist der Unterschied zu uns. Aber sie sind genauso gierig, falsch und egoistisch, wie...wie wir.

    Es mag Leute geben, die auf Worte wie Freund vertrauen, doch diese werden doch nur von vermeintlichen Freunden ausgenutzt."


    Und genau das war Fabians Meinung. So etwas wie Freundschaft gab es für ihn nicht. Vielleicht mochte es sie für ihn einmal gegeben haben, das konnte man zumindest aus seinem letzten Satz interpretieren, aber mittlerweile vertraute er nur noch auf sich selbst. Nein, auch das war falsch, er vertraute anderen, etwa dass er Turael bei sich übertagen lies, aber vertrauen wie Enio es Freunden zuschrieb, gab es für Fabian nicht.
     
  10. Discordia

    Discordia B! scheuert

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    Enio bekam nicht das Gefühl als wenn jemand seine Meinung ins Lächerliche ziehen würde. Zumindest wies seiner Meinung nach nichts was Fabian gesagt hatte darauf hin. Der Italiener vermutete, daß Fabian bereits als Mensch sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben mußte und sich dadurch ein etwas verschrobenes Bild über das Thema Freundschaft entwickelt hatte. Fabian war höchstwarschienlich noch jung und Enio vermutete, daß im Lauf der Jahre, insofern sie der andere Brujah überhaupt erleben würde, Fabians Bild über die Bedeutung des Wortes Freund noch sehr viel schlechter werden würde.

    Letztendlich war aber Enio nicht hier um irgendjemand von irgendetwas zu überzeugen und wenn er auch völlig anderer Meinung war als Fabian, sah er sich nicht genötigt ein unnützes Pro und Contra zu praktizieren um den anderen Brujah von seiner Meinung zu überzeugen. Es war Enio schlicht und ergreifen egal und deshalb zuckte er nur abermals nichtssagend und fast schon teilnahmslos mit den Schultern. Es wirkte unverbindlich aber dennoch nicht unfreundlich. Mehr kam nicht.
     
  11. Desaparecidos

    Desaparecidos Coheed&C. - Welcome Home

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    Melody hatte den beiden stumm zugehört und immernoch leicht die Stirn gerunzelt. Im Grunde konnte sie nachvollziehen, was Fabian dachte. Wenn sie selbst diese Haltung auch nicht mit der gleichen Bitterkeit annehmen konnte.

    "Das ist eine ziemlich egoistische Auffassung von Freundschaft. Weshalb sollte ich von einer Person verlangen, dass sie ihr Leben für mich aufs Spiel setzt, um sie Freund zu nennen? Das steht nirgends so geschrieben, oder? Also ist im Grunde der gleiche Egoismus, welcher uns vor dem Haus stehen bleiben lässt, wenn ein anderer darin verbrennt.
    Ich glaube schon, dass es Freundschaft gibt, aber eben nicht in dieser absoluten Form. Nimm eine Frau, ihr Kind und die beste Freundin der Frau. Müsste sie sich entscheiden, welches der beiden Leben ihr wichtiger wäre, dann würden sich die meisten für das eigene Kind entscheiden. Die Option, dass sie ihr eigenes Leben für beide gibt, steht dabei nicht zur Verfügung.
    Also besitzt wohl jeder, auch wir, die Eigenschaft der Freundschaft zu einem gewissen Teil. Der Eine mehr, der Andere weniger."

    Diese Worte schienen ihr gerade mehr oder weniger als Überlegung über die Lippen zu kommen, da sie keineswegs sicher dabei wirkte. Im Grunde konnte sie sich damit aber abfinden. Sie hob eine Schulter und lächelte wieder.

    "Ich kann so einfach daher reden, da ich grad nicht in irgendeinem brennenden Haus sitze und jemanden verurteilen müsste, der mir dabei zusieht, wie ich in Flammen aufgehe.
    Vielleicht sehe ich die Dinge irgendwann auch so absolut.
    Wenn ich die Dinge aber weniger absolut sehen und auch akzeptieren kann, hab ich wenigstens zwei Freunde."
    Das waren nicht viele, aber immerhin überhaupt welche. In dem Moment musste sie diese Einstellung auch nicht als Schutz vor der Wahrheit sehen, selbst wenn sie sich irgendwann als genau dies herausstellen würde.

    Und wenn Enio mit seiner anderen Vermutung vorher noch fast recht behalten hätte, nämlich dass sie abhauen würde, dann hatte sich zumindest dieser Drang wieder verflüchtigt. Für den Moment konnte sie sitzen bleiben, ohne sich absolut unwohl zu fühlen.
     
  12. Discordia

    Discordia B! scheuert

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    Es war schön wenn man einen Aufhänger für seine Argumente hatte und Fabian und Melody schienen sich an seinen Formulierung über das brennende Haus und dem Garoubeispiel festgebissen zu haben. Es war natürlich auch naheliegend, da die Beispiele extrem waren. Selbstverständlich liefen die Menschen nicht durch die Weltgeschichte und opferten sich füreinander hemmungslos auf... ein wirklich lächerlicher Gedanke. Aber Menschen waren prinzipiell in der Lage dazu, während Kainskinder ihren Kampf gegen das Tier in der Regel verloren. Enio empfand die Diskussion anregend und die Gedanken, die man sich dazu machen konnte erfrischend und wesentlich besser als bei triviale Gesprächsthemen.

    "So wie du es beschreibst ist die Auffassung tatsächlich egoistisch. Wenn du von Jemandem etwas dafür verlangst, damit er dein Freund sein kann, hat die Freundschaft sowieso keinen Wert und das betrifft natürlich nicht nur solche endgültigen Dinge wie das Leben füreinander aufs Spiel zu setzen und laut Fabian hat selbst das keine Bedeutung. Der Vergleich mit der Frau und ihrem Kind ist zu einfach, da ihr die wichtigste Option fehlt... nämlich die Möglichkeit ihr Leben für beide hinzugeben. Nur weil sie sich für eine Alternative entscheiden muß, heißt das noch lange nicht, daß ihre Wahl etwas über ihre prinzipielle Opferbereitschaft aussagt oder?" Enio nahm abermals einen Schluck aus dem Krug und unterbrach sich dabei kurz. "Aber die ganze Selbsaufopferungtheorie ist natürlich extrem und wer weiß was sie tatsächlich aussagt. Wir drei wissen warscheinlich nur allzugut, daß das was Fabian gesagt hat einen Kern Wahrheit enthällt und die Menschen sich in vielen Dingen nicht von uns unterscheiden und sich manchmal sogar als die größeren Monster herausstellen. Das sich ein Mensch für einen andern opfert kommt recht selten vor... aber sie haben generell das Potential dazu. Ob das jetzt was bedeutet oder nicht werden wir warscheinlich nicht klären können aber ich bin erst mal froh über die von Melody angesprochene Tatsache, daß wir gerade nicht in einem brennenden Haus sitzen, sondern hier im Elysium." Enio lies seinen Blick durch die Räumlichkeiten schweifen und fügte noch hinzu: "... In dem in Finstertal offensichtlich nicht besonders viel Gäste ein und aus gehen." Das Cafe war wirklich nicht besonders gut besucht und Enio fragte sich ob es vielleicht etwas damit zu tun hatte, daß das letzte Cafe in Flammen aufgegangen war.
     
  13. Desaparecidos

    Desaparecidos Coheed&C. - Welcome Home

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    "Ja, es sagt wirklich nichts über ihre Opferbereitschaft aus. Aber wie gesagt, wenn ich keines verlange, könnte sie auch so mein Freund sein." Melody hob die Schulter etwas an. Das Thema konnte man noch Stunden durchkauen und doch auf keinen grünen Zweig kommen, da Freundschaft eben immer individuell interpretiert werden musste.
    Als Enio dass das leere Café ansprach, ließ sie ihre Unterarme auf dem Tisch nach vorn rutschen und bettete ihr Kinn darauf. Ihr Blick wanderte kurz zu dem Krug bei seiner Hand.
    "Ist das ein Wunder, bei den Preisen?
    Naja, das war aber mal anders. Bei uns hat irgendwann ein Typ geklingelt. Alexander hieß er. Der hat ne Tänzerin für seine Bar gesucht. Na und weil meine Ma eine Tanzschule hatte, hab ich mich da gemeldet. Blah blah blah.. irgendwann hat er mich mit zu einer Feier nehmen wollen, und ich bin mit, blöd wie ich bin.
    Na jedenfalls hat der mir irgendwas von einem Maskenball erzählt, von einem Club, der sich gerne in Rollenspielen übt, in diesem Fall Vampire. Ich hab dem das einfach abgenommen, es gibt schließich auch Kannibalen in Hessen. Warum dann also nicht ein paar beschissene Idioten, die gerne so tun als hätten sie nen Stock im Arsch. Aber das war Wahnsinn. So viele Leute und tolle Verkleidungen, die hatten sich richtig Mühe gegeben, echt zu wirken. Waren sie auch, aber für mich ja nicht.
    Ich durfte dann bei einer Tuse bleiben, sie hieß Regeane und hat sich um das Café hier gekümmert. Da war hier jeden Tag irgendwer.. meistens mehrere. Ich mochte Regeane nicht sonderlich, aber dafür konnte ich hier oben immer alle anderen beobachten. Also ich kann schon verstehen wenn jemand absolut fasziniert von dem ist, was er nicht kennt. Das ist wie ne VIP Karte für sonstwo. Buhuuu ich bin dabei.. uhaaaa" Bei dem letzten Teil hatte sie die Hände etwas in die Luft gehalten. Mann konnte anhand ihrer etwas verstellten Stimme und der Gestik wohl erkennen, dass sie es lächerlich fand, wenn sie es andererseits auch verstehen konnte.
    "Vielleicht waren die hier, weil sie hübsch war. Ich meine.. richtig hübsch. Ein Puppengesicht mit passender Puppenstimme. Zum Kotzen hübsch.
    Vielleicht haben die sich auch dran gewöhnt, nicht mehr hierher zu kommen. Oder es liegt am neuen Hüter. Kennt ihr Ernest? Der ist Tremere, also sei vorsichtig was du trinkst" Letzteres wurde mit einem Zwinkern an Enio gerichtet, dann hielt sie endlich die Klappe.
    Hätte man sie gefragt, weshalb sie den beiden ungefragt ihren ersten Kontakt zu ihrer Art aufs Ohr drückte, sie hätte die Frage nicht beantworten können. Ein kurzes Kopfschütteln folgte noch, dann verharrte sie wieder fast reglos in ihrer Position und warf einen kurzen Blick auf die Zwischentür.
     
  14. Grinsekind

    Grinsekind Antonin Philippe Tesnos

    AW: [2.6.06] erster Eindruck

    Fabian hörte den Beiden erneut zu. Dieses mal beließ er es auch dabei. Enio mochte weiße Ratschläge geben und Mel mochte ihre Freunde finden, Fabian wusste wie es in Wahrheit war. Zumindest war er überzeugt davon. Es hatte nie wirklich große Einschnitte in Fabians Leben gegeben, er war nicht misshandelt worden, oder hatte in frühen Jahren seinen Vater verloren. Nein, Fabian hatte einfach nur nie wirkliche Verbundenheit, geschweige denn Freundschaft empfangen und empfunden. Es hatte zwar mal einen guten Jugendfreund gegeben, doch dieser hatte irgendwann einfach nicht mehr mit ihm gesprochen. Etwas Triviales mochte man meinen, aber es war ein weiterer Schritt in die Einsamkeit für Fabian. Und so wie sich die Welt von Fabian abwendete -so erschien es ihm zumindest- wendete er sich von ihr ab. Vielleicht war er auch deshalb so ein erfolgreicher DJ, vielleicht hatte er deshalb so ein exsesives Nachtleben geführt, vielleicht war es ihm deshalb so leicht gefallen, sein Untotendasein zu akzeptieren.

    Als Enio noch einmal auf Fabians Einstellung zu sprechen kam, stieß er kurz und stark die Luft aus den Lungen, hatte aber wieder ein freundliches Gesicht aufgesetzt. Innerlich mochte einiges in ihm vorgehen, oder eben auch nicht, äußerlich hatte er sich beruhigt. Und als das Thema dann auf das Elysium überschwenkte, nahm er dies fast schon dankbar auf. Sein Blick folgte Enios Blick und glitt über die Einrichtung. Gut, vielleicht hatte er anfänglich ein wenig hart geurteilt, so schlimm schien es nicht zu sein.
    Dann fing Mel an, über ihre erste Begegnung mit den Puppenspielern hinter der Bühne, zu erzählen. Er beobachtete sie. Was auch immer es gewesen war, im Moment war sie alles andere als missgelaunt. Auch wenn das knurren scheinbar dauerhaft vorherrschte. Er verschränkte die Hände erneut hinter dem Kopf und lächelte, als Mel die Hände erhob und ihrer Begeisterung Ausdruck verlieh.

    "Ein Tremere als Hüter? Na dann weiß ich schon mal, das ich hier nichts trinken werde"
    Er grinste in Richtung Enios Drink.
    "Bei uns war das Elysium fast vollständig von Toreador überlaufen, die sich immer darstellen wollten. Hm, zumindest soweit ich das beurteilen kann. Turael muss das wohl ganz schön mitgenommen haben. Ich bin einfach nur dann hingegangen, wenn ich musste. Aber hier scheinen ja eher die Meister der Worte und der Musik geschätzt zu sein."
    Sein Grinsen wurde breiter, als er wieder daran dachte, dass Maze hier war.
    "Was ist denn dieser Ernest für einer? Richtiger Hardcoretremere, mit Spitzhut?"
    Es war vielleicht nicht das klügste, mitten in der Höhle des Lö...Tremere über ihn zu reden, aber was interessierte das Fabian.
     
  15. Desaparecidos

    Desaparecidos Coheed&C. - Welcome Home

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    Cats englischer Freund, der hier und dort gerne mal rumdiableriert und Beifahrer anbrüllt. Er hat einen hässlichen Hund, macht aber sonst einen ganz ordentlichen Eindruck. Melody wandte ihren ihren Blick wieder Fabian zu und sah ihn einen Moment schweigend an, ehe sie leicht grinste
    "Ich hab keine Ahnung. Hab den nur ein oder zweimal gesehen. Ich glaub er ist Engländer. Vorhin war er kurz da, und Cat wollte eigentlich auch kommen, aber vielleicht ist die auch schon da. Kein Plan."
    Sie hatte ihm je gesagt, dass er seine Fragen besser an andere richten sollte. Entweder hatte sie also wirklich keine Ahnung, oder sie wollte nur nicht mit der Sprache rausrücken. Aber dann hätte sie doch auch wegen allem anderen den Mund halten können.
     
  16. Discordia

    Discordia B! scheuert

    AW: [2.6.06] erster Eindruck

    Enio gelang es nicht seine Überraschung zu verbergen als Melody plötzlich so offen über ihr Eintreten in die Kainskindergesellschaft sprach. Das hatte er ihr nicht zugetraut und noch viel weniger würde er ihrem Beispiel folgen und über sich berichten. Es war schon verdammt lange her aber wenn er wieder daran dachte, kam es ihm immer vor als ob es gestern gewesen wäre. Manche Dinge prägen sich eben dauerhaft ein. Er versuchte sich vorzustellen wie Sarah es ergangen war und wie sie wohl als Sterbliche gewesen sein mochte. Ihre Schilderungen und die Tatsache, daß sie recht wenig über Finstertal und die ansässigen Kaniten wußte, waren für Enio wieder Indizien, daß die Gagrel noch nicht besonders lange Vampir war. Aber was sagte das schon aus? Gar nichts! Der Brujah hatte sich noch nie um Generationen oder Altersunterschiede gekümmert und er würde jetzt ganz bestimmt nicht damit anfangen.

    Auf den Kommentar von Fabian und Melody bezüglich seines Drinks schaute er nur ungläubig auf seinen Krug und nahm noch einen demonstrativen Schluck. "Naja... ein gewisses Risiko ist immer dabei, wenn man im Elysium trinkt, ob der Hüter nun Tremere oder sonstwas ist. Prinz Giuliana aus Genua hatte sämtliche Getränke des Elysiums mit ihrem eigene Blut vermischt um alle Kainiten etwas gefügiger zu machen. Eine sehr zweifelhafte Methode... und der Schuß ging langfristig auch nach Hinten los." Soviel zu Enios Schwank aus der Vergangenheit. Er war zwar nicht so tiefrgündig wie der von Sarah aber mehr als der Italiener sonst von sich gab, wenn es um die Vergangenheit ging. Einer emanzipierten Kainitin wäre vielleicht sogar dabei aufgefallen, daß Enio auf für weibliche Herrscher einer Stadt den Titel 'Prinz' benutzt hatte. Eine Angewohnheit... mehre nicht.
    Als Ernest erwähnt wurde, erinnerte sich der Brujah an einen Typen, dem er jetzt schon mindestens zweimal über den Weg gelaufen war, ihn aber nie richtig wahrgenommen hatte, da die Treffen immer zwischen Tür und Angel stattgefunden hatten. Sie waren sich auch noch nie vorgestellt worden. Beim ersten Mal hatte er ihn lediglich im Auto seitzen sehen als er Cat abgeholt hatte und gestern war er ihm noch einmal auf dem Nachtflohmarkt begegnet. Er war also der Hüter dieses Elysiums... und irgendwas verband ihn mit Cat. Ein Tremere war er dazu auch noch. Enio hatte eigentlich keine schlechten Erfahrungen mit Tremeren gemacht, die sich von schlechten Erfahrungen mit anderen Clans abhoben. Im Gegenteil... Enio war in der Vergangenheit auch schon einmal in das zweifelhafte Vergnügen gekommen die Dienste der Tremeren in Anspruch zu nehmen und war, von einem schlechten Gefühl abgesehen, recht zufrieden aus dieser Zusammenarbeit herausgekommen. Enio grinste ein wenig in sich hinein, bei dem Gedanke daran, daß sich so manch ein Tremer mit seiner Hexerei an ihm schon die Finger wund gezaubert hat. Ein unnatürlicher Umstand, den Enio bei jeder sich bietenden Gelegenheit genoß.

    "Dieser Tremere... Ernest... in wie fern hängt der eigentlich mit dem Sheriff zusammen. Ich meine die zwei haben schon etwas mehr miteinander zu tun als ein Sheriff normal mit dem Hüter zu tun hat." Er sah fragend die Gangrel an, da er vermutete, daß Fabian als Neuankömmling keine Information darüber hatte.
     
  17. Desaparecidos

    Desaparecidos Coheed&C. - Welcome Home

    AW: [2.6.06] erster Eindruck

    Out Of Character:
    Sry, dass es so lang gedauert hat.

    Enios Frage war im Grunde eine ganz normale, trotzdem zögerte Melody mit einer Antwort. So viel sie wusste war es kein Geheimnis mit den beiden, wie denn auch? Sie zeigten sich ja meist zusammen. Andererseits ging es sie selbst aber auch nichts an, also musste er Cat wohl selbst fragen.

    "Mh.. frag einen von beiden am besten selbst. Die werden dir schon sagen was du wissen sollst." Und diese abweisende Antwort verbarg ja eigentlich schon die Aussicht auf mehr in sich.
    Und wenn Enio zuvor noch mit Seiner Einschätzung, sie würde davon laufen, falsch lag, dann schien sich dieser Drang jetzt bei ihr bemerkbar zu machen. Sie hatte sich auf die Unterlippe gebissen nach den Worten und den Blick kurz auf die Tür zu den Hinterräumen gerichtet um von dort dann zum Käfigeingang zu sehen.
    "Gott, ich laber euch die Ohren voll. Tut mir leid..
    aber ich muss eh gehen." Sie schien es etwas eiliger zu haben, da sie bereits aufgestanden war und Fabian ansah. "Soll ich dich irgendwo absetzen oder bleibst du hier?"
     
  18. Grinsekind

    Grinsekind Antonin Philippe Tesnos

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    Fabian blickte zur Decke und musterte sie. Ein Tremere, der Hüter war und mit dem Sheriff anbandelte. Hm, das schien ein hochexplosives Pulverfass zu sein. Er dachte darüber nach, ob es eine gute Idee gewesen war, hier her zu kommen. Nicht nur waren Brujah hier in einer...besonderen Situation -und wesentlich in der Unterzahl- die Autoritäten schienen auch sehr eng miteinander verbunden zu sein. Aber hatte er überhaupt eine Wahl? Er wollte sicher nicht wieder zurück kehren ohne herauszufinden, was mit seinem Onkel geschehen war. Außerdem, wozu sollte er zurückkehren, dort gab es nicht wirklich etwas, dass ihm etwas bedeutete. Seine Gedanken begannen etwas zu suchen, das ihm wirklich etwas bedeutete, ganz unabhängig von dem Ort.
    Fabian schloss kurz die Augen und wischte die Gedanken beiseite. Keine Zeit (Lust?) sich damit zu beschäftigen. Jetzt nicht.
    Er richtete sich im Stuhl auf, als Mel daran war, plötzlich davon zu eilen.
    "Ja...ähm ja, ich denke, ich bleibe noch hier, vielleicht lerne ich den Hüter ja doch noch kennen. Aber danke."
    Er stand auf und lächelte wieder sein Lächeln, eine Hand ausgestreckt, um sich zu verabschieden.
     
  19. Discordia

    Discordia B! scheuert

    AW: [2.6.06] erster Eindruck

    Enio reagierte mit einem kommentarlosen Nicken auf Melodys Antwort. Ihre Art seine Frage abzuweisen lieferte ihm noch das letzte Stück für ein nicht allzu schweres Puzzle. Letztendlich war es unwichtig ob Cat mit diesem Ernest etwas hatte oder nicht. Der Brujah war nur neugierig und versuchte sich immer noch einen Überblick über die Vampirgesellschaft von Finstertal zu verschaffen. Er hatte es noch nie nachvollziehen können, daß viele Kaninskinder das Bedürfnis nach Nähe zu Ihresgleichen hatten und sich in mancherlei Hinsicht doch wieder wie Menschen verhielten. Der Italiener hatte jedenfalls während seiner gesamte Untote Existenz nie dieses Bedürfnis verspürt und sich keinem anderen Vampir soweit genähert, daß man es eine Beziehung hätte nennen können. Aber sollten andere tun was sie für richtig hielten... Enio würde seiner Linie treu bleiben.

    Enios` Augen folgten denen von Sarah als sie zu der Tür im hinteren Bereich blickten. Ja, hier gab es bestimmt jede Menge interessante Räume. Die fand man in fast jedem Elysium. An welchen interessanten Raum Sarah wohl gerade gedacht hatte? Der Brujah würde es an diesem Abend bestimmt nicht von ihr zu hören bekommen. Die Gangrel war bereits wieder in Aufbruchstimmung und erhob sich. Enio sah sich nicht veranlasst ebenfalls aufzustehen. Er blieb lässig sitzen und winkte auf Sarahs rethorische Entschuldigung hin beschwichtigend ab. "Keine Sorge. Meine Ohren wurden von dem Gespräch nicht in Mitleidenschaft gezogen, da unsere Unterhaltung bislang einer der angenehmeren war, seit ich in Finstertal bin." Was auch immer man daraus schließen mochte, jedenfalls wirkte Enio im Moment relativ freundlich und schien seine Worte ernst zu meinen. "Angenehmen Abend noch. Ich werde wohl auch noch ein Weilchen hier bleiben und Fabian gesellschaft leisten. Vielleicht steppt heute Abend hier ja doch noch der Bär und das würde ich nur ungern verpassen."

    Der Turiner konnte nicht einschätzen wie Sarah ihr Zusammentreffen an diesem Abend beurteilte aber Enio sah im Vergleich zu den ersten Malen, als er die Gangrel getroffen hatte, einen kleinen Fortschritt. Er mußte sich erneut an den gestrigen Abend erinnern und dieses unglücklseelige Zusammentreffen mit dieser Schwarzen. Danach hatte er sich vorgenommen eine Nacht Auszeit zu nehmen und die weiteren Kontakte mit seinen Artgenossen etwas freundlicher anzugehen. Er war der Meinung, daß ihm das bisher eigentlich ganz gut gelungen war.
     
  20. MalkContent

    MalkContent A Jester-Prince

    AW: [2.6.06] erster Eindruck

    Timo betrat das Café. Sah hinein, sah ein paar Leute und blieb auch ersteinmal stehen um auf Meyye zu warten. Es war sicherlich nicht klug hier als erster zu gehen und er wusste sowieso nicht wo er hin soltle. Als sie nicht gleich kam, drehte er sich zu ihr um und sah sie noch die Tür auf halten. Klar, Tanja musste auch noch hier herein und es sähe wohl ziemlich seltsam aus, wenn eine Tür von ganz alleine auf und zu ging. Er suchte nach so etwas wie einer Gaderobe und hing seine Jacke dort auf, wenn die Leute da Menschen waren, sollte er probieren wie ein ganz normaler Gast zu wirken.
    Der schwarze Vogel saß auf einem unbesetzten Tisch und sah ihn an und Timo sah, wie die Schatten in seiner Umgebung alles, auf das sie fielen mit einem wabernden Nebel verhüllten. Solange er einfach da blieb war das okay, aber dieses Vieh sollte ihm nicht nocheinmal so nahe kommen wie zuvor, auch wenn es nicht echt war. Er ist nicht echt wiederholte er in seinem Kopf nocheinmal um ganz sicher zu sein.
     

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