[15.05.2008] Essen fassen ?

Helena natürlich, Caitlin hätte es kommen sehen müssen, sie kannte sie schließlich mittlerweile ein wenig. Dennoch bewegte sich die Hüterin auf gefährlichem Terrain. Eigentlich oblag es Galante zu sprechen und sie hatte sich rüde dazwischen gedrängt.

Caitlin entschied, dass es am schnellsten ginge, wenn sie kurz einige erklärende Worte einfließen lassen würde, denn das Wesen wartete schließlich auf ihre Entscheidung und wer weiß wie lange noch.
"Ich formuliere das gern nocheinmal Helena. Nachdem ich mich nicht habe von ihm einschüchtern und vertreiben lassen, hat er seine Forderung, dass wir sofort seine Domaine verlassen überdacht. Ich habe ihm angeboten, die ihm lästigen Garou vom Hals zu halten. Daraufhin fühlt sich der Geist in seiner Ehre verletzt und meinte, dafür könne er selbst sorgen. Er erlaubt uns sein Reich zu betreten und fordert den Guhl als Preis dafür, dass wir seinen Meister retten dürfen. Ich schätze, hier ist unser Handlungsspielraum am Ende und ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich hiebei um einen Test handelt, wieweit wir gehen würden um die unsigen zu retten. " fasste Caitlin sachte für Helena zusammen und dachte mit klaren Gedanken: "Verzeihen Sie bitte die Wortwahl, anders läßt sich unsere Hüterin nicht überzeugen. Ich erbitte noch einen kleinen Zeitraum zur Abstimmung mit meinen Kameraden."

Sie warf Magoo unauffällig einen fragenden Blick zu. War dieser Deal glaubhaft? Oder wollte der Typ einfach nur wissen wieviel Menschlichkeit noch in ihnen steckte. Das würde aber kaum zu der wahnsinnig bösen Aura passen, die ihn umgab.
 
Magoo

Der Ahnengeist (warum gibt es da eigentlich keine weibliche Form von) schüttelte nur sachte den Kopf. Gut und böse waren zwei Dinge im Universum, die in ihrer Lehre zwei Seiten einer Münze waren, wie alle Gegensätze im Universum. Es war ein schmaler Grad, wie weit dieses Wesen hier von der Vorstellungswelt der Menschen, Vampire und Werwölfe geprägt war.
Vermutlich, nein, mit ziemlicher Sicherheit würde es Kiera ähnlich sehen, wie die Vampirin deren Aura viele leuchtende weisse Flecken enthielt.
 
"Caitlin, werter Monsignore Galante, ich hätte mich nicht eingemischt und werde natürlich ihre Entscheidung akzeptieren, wenn sie sich entscheiden, dass wir dem Herren der Domäne geben, was er will", erklärte Helena. Buchet hatte sich früher ihre Überlegungen immer angehört, wie weit er sie in seine Entscheidungen einbezogen hatte, wusste sie zwar nicht, aber das war hier auch nicht die Frage.
"Wenn der Geist böse ist, wird es ihn kaum kümmern, ob wir ihm ein Opfer geben, denn er wird sich holen was er will und wir alle werden ihm nur näherkommen", sagte sie. "Und warum sollte er andere gehenlassen, die ihm so gute Spielkameraden wären, denen er Stück für Stück weiter ihre Seele rauben kann? Ja, ich halte es für einen Test, für einen Test, ob wir unsere Existenz wirklich über eine andere stellen, sicher tut das jeder Mensch, jeder von uns, überhaupt jedes Lebewesen der Welt jeden Tag, denn jeder ernährt sich vom Tod, selbst der strengste Veganer, doch da tun wir es aus Notwendigkeit, doch dürfen wir uns hier wirklich über andere stellen? Das ist doch genau das, was von uns erwartet wird, Skrupellosigkeit, Selbstsucht, das ganze Programm, es sollte wenigstens eine Überlegung wert sein, dieses Programm zu durchbrechen und wenn er ein Opfer will, dann biete ihm jemanden anderen an - nicht deine Schwester, dann wärst du wie Kain, der seinen Bruder opfert."

Sie kannte Geschichten, bei denen es gelungen war auch böse Wesen zu ändern, wenn man das unerwartete tat, aber es musste aus vollem Herzen sein.

"Wenn du unbedingt ein Opfer haben willst, dann biete ihm mich an."

Natürlich musste sie damit rechnen, daß der Archont und die Regentin das machen würde, aber gab es überhaupt eine andere Chance, daß sie ihren Prinzipien treu bleiben konnte und gleichzeitig versucht wurde, den Kreislauf zu durchbrechen? Vermutlich nicht.
 
Galante

Er verlangt einen Ghul und tötet dafür die Werwölfe und rückt Buchet sowie unsere Leute heraus? Wieviel Glück kann man haben? Sicher kommt da das dicke Ende irgendwann hinterher aber bis dahin bin ich nicht mehr hier, dann können sich die Finstertaler, die ja so stolz auf ihre Wehrhaftigkeit und Selbstständigkeit sind, mit dem Resultat herumschlagen. Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

Der Interimsprinz ignorierte Helenas Einwurf komplett und antwortete auch sofort.

"Ausgezeichnet Miss McKinney, das ist genau unser Ziel für den Einsatz, diesem Vorschlag stimme ich zu!"

Dann wendete sich Galante Helena zu.

"Miss O´Niell, bei aller Sympathie für ihr weiches Herz, dieser Vorschlag bietet zu viele Vorteile. In erster Linie ist Prinz Buchet das Ziel dieser Aktion, nicht sein Diener. Dieser Abschluß schützt auch das Leben aller die hier im Berg sind und sorgt außerdem dafür das die Wölfe keine Gefahr mehr darstellen. Wir werden darauf eingehen. So lange wir nicht getäuscht werden und der Geist sein Verprechen hält sehe ich keine Veranlassung wegen eines ersetzbaren Dieners das Leben auch nur eines Kainskindes zu gefährden."
 
'Und wenn es ein Vorschlag ist, der uns alle ins Verderben reisst, was dann?' dachte Helena und wartete ab, wie Caitlin reagieren würde, vielleicht dachte die darüber nach. 'Der Boss befiehlt wir sind unmenschlich und werden es mit jedem Tag mehr und jeder macht mit. Na, herzlichen Glühstrumpf.'

Würde sie es schaffen, dem Wesen hier noch ein paar entsprechende Gedanken zukommen zu lassen, na mal sehen.
 
Bevor Caitlin antworten konnte, flogen alle noch offenstehenden Türen zu. Der Effekt umfasste das gesamte Gebäude im Erdgeschoss. Keine der Türen hier, ließ sich mehr öffnen. Auch mit Gewalt- und sei sie noch so grob- konnte man hieran etwas ändern. Die Zugänge blieben allesamt verschlossen.
Natürlich blieb die Möglichkeit irgendetwas schweres durch eines der vielen Fenster zu werfen, nur blieb selbst dem oberflächlichsten Kainiten nicht verborgen, dass es keine gute Idee dem Wesen eine größere Anzahl Scherben in die Hand zu drücken.

"Ich spiele nicht!"
 
Caitlin nickte Galante zu und warf einen kurzen, bedauernden Blick auf Helena, als plötzlich die Türen und Fenster knallten. Sie zuckte leicht zusammen und atmete einmal tief durch. Gleichzeitig denkend und sprechend erwiderte sie schließlich: "So sei es. Wir gehen auf Ihren Vorschlag ein. Der Laib des Dieners gehört euch. " Besser Romero oder Butch als Helena. Niemals würde Caitlin diese gegen Buchets Guhl eintauschen.

Verzeih mir Kiera, das Leben dieses Menschens hat sein natürliches Verfallsdatum bei Weitem überschritten. Er ist nicht wert, dafür euer aller Leben zu riskieren. Das kann ich einfach nicht. Sorry Magoo, du siehst nicht glücklich mit mir aus. Ich kann es nicht ändern.
 
"So sei es!"

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"Ihr habt eine Stunde Zeit euren Meister dort herauszuholen! Ihr habt nichts mehr zu befürchten und könnt euch in meinem Reich frei bewegen. Kein Monster wird sich euch in den Weg stellen, außer den Bestien die tief in euren Herzen wohnen. Eines aber, verlange ich noch! Eure Geistwesen verlassen schon jetzt mein Heim! Ihre Anwesenheit ist nicht von Nöten, außer um mich zu hintergehen..."

Entgegen allen Gesetzen der Schwerkraft bewegte sich der Förderkorb aus dem Wasser heraus nach oben. Langsam, ratternd aber zielstrebig fand er seinen Weg hinauf bis zu der Ebene an der die Kainiten warteten. Rasslend öffnete sich die Tür, die mehr an einen Maschendrahtzaun erinnerte, als an einen Zugang.

Die letzte Botschaft richtete sich an alle in der Gruppe.

"Von dieser Sekunde seid ihr an euer Wort gebunden! Jeder versuch mich zu betrügen oder zu hintergehen, wird ohne Vorwarnung und ohne jede Gnade mit dem Tode bestraft!"
 
Dass der Korb sich eigendlich nicht bewegen hätte dürfen, da ja das Seil putt war, ignorierte der logishce Teil des Riesengehirns.

"Auf gehts! Nächster Halt, .... Hölle!"

Er hielt es für einen passenden Scherz. Er wußte ja nicht wie nahe sie dieser wirklich waren.
 
Caitlin nickte und meinte dann laut: "Los jetzt, lasst uns unsere Leute hieraus holen. Wir sollten uns beeilen, wir haben 1 Stund in der wir uns hier frei bewegen können." Sie schritt zügig zum Fahrstuhl. Diesen hochzuholen war zwar nicht nötig gewesen, aber wozu unbedingt Vitase verschwenden, wenn einem die Möglickeit geboten wurde. Sie glaubte nicht, dass das Wesen sie darin umbringen würde. Das ganze Gelaber und die Verhandlung war bestimmt nicht umsonst gewesen. Und sie alle umbringen hätte es sie sicher auch schon vorher können. Aber damit sich die anderen überwinden, ging sie vorran.

Vielleicht würde der ein oder andere Auspexer noch hören was sie flüsterte, vielleicht aber auch nicht. "Magoo, bitte zieh dich zurück. Wenn du magst, warte draußen auf uns sonst kehre bitte zum Gldehaus zurück. Und bitte, erläutere mir nachher, was mit dem Gildehaus nicht in Ordnung ist, ja? Ich hole jetzt Kiera da raus."
 
Moishe billigte Galantes Entscheidung aus vollem Herzen. Er kannte diesen Romero nicht und ohne den Rettungsversuch war der Mann sowieso so gut wie erledigt. Es ging um Buchet und wenn man den auf die billige Tour ohne Verluste bekommen konnte dann musste man eben mit dem Verlust eines Dieners des Prinzen leben.
Aber die Angst vor Verrat oder den Folgen eines Paktes mit diesem bösen Geist bleibt bestehen. Egal, Augen zu und durch.
Der Ventrue schloss sich Caitlin an, sie hatten keine Zeit zu verlieren.
 
Magoo

"Ich kann Kiera nicht alleine lassen", war die Erwiderung von Magoo."Und wie willst du den Weg ohne mich finden? Warum soll die einzige Person, die euch sagen kann, wo es lang geht hierbleiben?"
Die Wesenheit hatte sie aus ihrer Kommunikation ausgesperrt und die Bitte von Caitlin war unlogisch, vorallem dann wenn es um eine Rettungsaktion ging, wer sollte sie denn dann führen? Wenn das Ding so böse war, warum dann seinen Versprechungen trauen. Da passte alles nicht zusammen.
Galante und Caitlin verhielten sich wie die Menschen, wenn sie von Vampiren wie Vieh behandelt wurden.
 
"Ich habe es ihm nuneinmal versprechen müssen, Und wenn wir unser Wort brechen, sind wir alle tot. Ich verspreche dir, ich werde Kiera finden. Und wenn ich die Augen zumachen und meinem Herzen folge. Du hast mein Wort. Bitte Magoo, warte draußen. Wenn wir in 60 minuten nicht draußen sind, komm herein und mach dem Wesen die Hölle heiß!" bat sie den Ahnengeist erneut. Sie konnte ihr nicht befehlen, nur bitten. Denn es war nicht IHR Geisterfreund. Dann sah sie, dass der Ventrue sich ihr anschloss und warf ihm ein Lächeln zu. Tapferer Streiter vom Clan der Könige. Man konnte sich also auf ihn verlassen.
 
Galante

"Herrschaften, kommen Sie, wir haben nur begrenzt Zeit und ich gedenke die Frist einzuhalten!" Damit ging der Archont wie die Regentin und der Sheriff zum Aufzugskorb.
 
Helena wechselte einen Blick mit Noir und reichte dieser dann die Hand. Die Hüterin war nachwievor der Meinung, daß es falsch war, nachwievor der Meinung daß es eine Falle war.

Oder war es möglich, daß die Regentin schon soweit abgefallen war, daß sie in Gleichklang mit dem Wächtergeist einer verdorbenen Septe war, denn genau das war es doch nach Aussage der anderen Werwölfe. Himmel und Hölle würde sie dem nächst mit den Baali dämonische Feste feiern. Nur gut, daß sie nicht alles mitbekommen hatte.

Jedenfalls liess sie erstmal ihre erweiterten Sinne streifen. Während sie wohl als letzte folgen würden.
 
Als alle den Fahrstuhl betreten hatten, glitt der Korb langsam herab.
Dabei konnte allerdings von einer ruhigen Fahrt nicht die Rede sein. Immer wieder stockte die Fahrt oder es ruckte völlig unvermittelt. Mal glitt der Korb schnell hinab, dann wieder etwas langsamer. Mit Sicherheit hatte dies mit der bereits ziemlich lädierten Form der abgestürzten Kabine zu tun, lästig aber, war es allemal.

Trotz der ungemütlichen Fahrt kam der Fahrstuhl nach kurzer Reise sicher unten an.
 
Caitlin verließ den Fahrstuhl als erste und verschaffte sich einen sehr kurzen Überblick. Da der Gang ohne Abzweigung gradeaus führte, hielt sie nicht lange an, sondern ging zielstrebig den Gang entlang.
In der Hand hatte sie eine eingeschaltete Taschenlampe, sonst nichts. Keine Waffen. Fürchtete sie tatsächlich keinen Hinterhalt? Verließ sie sich auf das Wort des Wesens? Oder brauchte eine Tremere einfach keine Waffen um tötlich zu sein? Jedenfalls schien sie furchtlos voranzuschreiten. Mit Auspex verstärkte Caitlin das Licht der Lampe, sodass sie einigermaßen gut sehen konnte.
 
Moishe drängelte sich nicht wirklich vor, er stieg einfach aus als er an der Reihe war. Seine Schußwaffe lies der Jude im Halfter, aber griffbereit. Eine Schießerei würde hier unten sowieso durch die Querschläger für den Schützen fast ebenso gefährlich sein wie für das Ziel.
Auch Moishe zückte eine Taschenlampe, die er in der Linken hielt, so dass dadurch seine Schusshand notfalls frei war.
 
Wenn Caitlin und Moishe Taschenlampen benutzen, dann hatten es die mit Auspex natürlich schon mal gut, denn geschärfte sinne taten ihr übriges um alles zu erkennen, was man erkennen konnte. Gab es denn überhaupt irgendwelche Hinweise auf ein übernatürliches Wesen, hatte es vielleicht sogar Brotkrummen gestreut, um sie dahin zu locken, wo es sie haben wollte.

Nein, Helena war so skeptisch wie selten zuvor in ihrem Leben
 
Kai versuchte weiterhin dieses Wesen einzuschätzen, aber über den Gedanken das vieles hier nur Säbelrasseln war kam er noch nicht hinaus. Erst als die Türen mit lauten Schlägen schlossen fing er an dem Wesen doch zumindest etwas mehr zuzutrauen. Immerhin war die Möglichkeit Gegenstände zu bewegen in solch einer Umgebung etwas sehr gefährliches. Die neuesten Handlungen des Wesens hatten doch etwas beeindruckendes. Es erleichterte ihnen die Arbeit und demonstrierte doch seine Macht. Aber wieder nicht direkt an ihnen. Aber weiterhin blieb die Unsicherheit über den Weg hier, er folgte natürlich und wenn es nur des Befehls wegen war. Während der Fahrt in den Abgrund gingen ihm die Gesprächsfetzen noch einmal durch den Kopf. Der Caitiff hatte schon einige Ermittlungsarbeit hinter sich gebracht, Spuren gedeutet, Beweise gesammelt, Schlüsse gezogen und sich Meinungen gebildet. Aber nachwievor passte etwas für ihn einfach nicht. Er vertraute dem Wesen einfach nicht, zweifelte die Sicherheit an die es ihnen geben sollte. Immer wieder ging ihm die Frage durch den Kopf ob das Wesen wirklich so mächtig sein konnte und warum es immer nur drohte anstatt zu handeln, es war fast schon zu gutmütig für die Möglichkeiten die es haben wollte. Anderseits war Gott bei Sodom und Gomorrha auch gutmütig und hatte mit sich handeln lassen.

Am Boden angekommen folgte Kai hauptsächlich dem Beispiel von Moishe. Das Nachtsichtgerät klappte er noch, bei den Taschenlampen in solch enger Umgebung sah er keinen Grund mehr dafür, die Lampe die beim Kampfeinsatz dazugehörte war sinnvoll genug. Vorrausgesetzt sie hatte den Kampf von vorhin überlebt. Auch hatte er wie Moishe die Waffe weggesteckt und hielt die Schusshand in Bereitschaft.
 
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