[05.05.2008] Wieder im Hotel

Leo

Johnny Steinberg
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7. März 2008
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Es war nicht mehr allzu viel Zeit bis zum Sonnenaufgang.

Ferdinand hatte wieder im Hotel eingecheckt, er hatte wieder mit Evelina und Henry dieselbe Suite.
Zwar hasste er hier diese Türen ohne Schloss, aber noch größer war seine Befürchtung, dass jemand tagsüber in seine Villa eindringen könnte.
Denn Ben oder Dr. Dillinger könnten den Werwölfen in die Hände gefallen, und aus ihnen könnte herausgepresst worden sein wo Ferdinands Zuflucht war.
Oder die Wölfe könnten seine Zuflucht aus Zufall finden. Oder er war doch mal bei Betreten der Villa beobachtet worden.
Hier im Hotel konnte er zumindest sicher sein, dass die Werwölfe hier nicht reinkamen.

Ferdinand nahm die Liste mit den Telefonnummern der Neuankömmlinge seines Clans hervor.
Ihm fiel ein, dass Frau Raabe ihm gesagt hatte Frau Albrecht wohne im Hotel und sei nur dort zu erreichen.
Es blieb diese Nacht leider nicht mehr genug Zeit um noch mit allen Neuankömmlingen ein persönliches Gespräch zu führen.
Aber er könnte zumindest noch bei Herrn König anrufen. Falls er auch im Hotel wohnte und gerade anwesend war könnte er sogar noch kurz in Ferdinands Suite vorbeikommen.
Das war ein weiterer Vorteil hier eine Suite zu haben: Hier konnte er Clansgeschwister empfangen.

Ferdinand wählte also die Nummer des Clansbruders.
 
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Nach wenigen Augenblicken wurde das Gespräch entgegen genommen.

"Steffen König."

War bisher alles was gesagt wurde.
 
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„Guten Abend, Herr König, hier spricht Ferdinand von Rothschild. Gut, dass ich Sie erreiche. Ich bin der neue Primogen des Clans Malkav hier in Finstertal und würde Sie sehr gern recht bald persönlich kennenlernen.
Haben Sie sich im Hotel El Privilegio einquartiert und hätten Sie jetzt noch Zeit? Dann würde es mich freuen, wenn Sie mich in meiner Suite aufsuchen."

Ferdinands Stimme klang freundlich.

"Ich habe zwar eine Villa, aber ich übertage vorläufig wieder im El Privilegio, da das Hotel vor Werwölfen geschützt ist.“
 
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Werwolfgeschützt? Sehr praktisch.

"Ja, ich habe ein Zimmer im El Privilegio. Nennen sie mir bitte die Zimmernummer und die Uhrzeit zu der sich mich zu sehen wünschen, der Rest sollte kein Problem sein."

Neuer Primogen, mal sehen was du so taugst

Dabei kannte er ja noch nicht einmal den alten.
 
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„Die Suite hat die Zimmernummer 315. Es wäre mir Recht, wenn Sie sofort erscheinen.“

Ferdinand verabschiedete sich und wartete dann auf seinen Gast.
Wenigstens die jüngeren Kainskinder würden doch sicher Ferdinands Autorität respektieren und nicht anfangen zu lachen wenn er seine Statuserhöhung kundtat.

Das will ich doch sehr hoffen.
 
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Nach dem Auflegen machte sich König auf den Weg, alles wichtige war zum Glück bereits erledigt. Das Zimmer war schnell gefunden, so konnte voin Rothshild schon bald ein klopfen an seiner Tür hören.
 
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König wurde von einem Mann geöffnet, der offensichtlich Ghul war, denn er verhielt sich ehrerbietig ihm gegenüber.

"Guten Abend, Herr König."

Henry ließ den Malkavianer eintreten.

"Herr von Rothschild erwartet Sie bereits."

Er deutete zu der Sitzgruppe, wo Ferdinand mal wieder auf dem Sofa saß, das war sein Lieblingsplatz.
Henry zog sich daraufhin in die Räumlichkeiten zurück, die er mit Evelina bewohnte.

Ferdinand trug wie üblich einen maßgeschneiderten Anzug, der jedoch irgendwie recht altmodisch wirkte.
 
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König war schon deutlich lockerer anzusehen als bei der Seneschall, die Krawatte fehlte und der oberste Hemdknopf war offen. Er ging am Ghul vorbei zur Sitzecke und verbeugte sich, danach testete er leicht aus wie leicht reizbar dieser Primogen war.

"Guten Abend, Herr Rotshild."

Würde er übermäßig genau auf alles achten wäre es vielleicht schon zu viel, das konnte man nicht sagen. Zumindest deutete aber dieser uralte Anzug für Köing leicht darauf hin.
 
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"Von Rothschild..." korrigierte Ferdinand, aber er wirkte nicht so als ob er König diesen kleinen Fehler übelnahm.

"Setzen Sie sich doch zu mir", sagte er freundlich und deutete auf die Sessel.

"Und erzählen Sie mir ein wenig über sich...und was Sie in diese Domäne führt. Dass hier Krieg mit den Werwölfen herrscht haben Sie wahrscheinlich schon gehört?"
 
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So machte der jüngere Malkavianer es sich gemütlich.

Von...ist ja toll

"Ich bin Schriftsteller und nutze gerne besondere Ereignisse als Vorlagen für meine Arbeit. Songtexte, Romane, Filmdrehbücher, bisher habe ich für einige Ereignisse die unsere Art betreffen einen Verwendungszweck gefunden der im Sinne der Maskerade stand. In Finstertal sehe ich daher eine Art Inspiration."

König saß ruhig da, sah seinem Gegenüber allerdings nicht in die Augen.

"Von den Werwölfen habe ich gehört, sind die Verluste bisher groß?"
 
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„Ah, Sie sind Schriftsteller…“

Dann war der Clansbruder sicher nicht ganz unintelligent, gut.

„Mindestens 14 Kainskinder werden vermisst, es wird vermutet, dass sie den Werwölfen zum Opfer gefallen sind, mittlerweile ist die Zahl der Vermissten wohl wieder gestiegen. Der bisherige Primogen Herr Nox und sein Mündel werden vermisst, und seit heute leider auch noch zwei weitere Malkavianer. Meistens werden die Opfer tagsüber aus ihren Zufluchten gezerrt.
Des Weiteren bedroht ein sehr alter Tzimisce Koldune die Domäne. Haben Sie eigentlich irgendwelche Waffen, und können Sie gut kämpfen? In diesen unsicheren Zeiten ist es ganz nützlich wenn man kämpfen kann, vor allem solange Krieg mit den Werwölfen herrscht.“

Oder war Trapper der einzige im Clan, der in punkto Kampf was drauf hatte…
 
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Kämpfen, das war eines der Themen die König nicht sehr mochte. Er versuchte es zu vermeiden wo es nur ging, zum einen konnte er es nicht besonders gut und zum andern, ja zum andern ging es nicht sehr schön aus wenn er es einmal konnte.

"Ich selbst bin bestenfalls ein mittelmäßiger Kämpfer."

Mhh...Rotshild, vielleicht kann ich noch ein wenig punkten.

"Zum letzten Mal hatte ich eine echte Waffe in der Hand als ich gezwungen wurde im zweiten Weltkrieg zu kämpfen, es fiel mir seitdem schwer selbst etwas damit anzufangen."

Doch im Moment, wie würde wohl der Schädel von Rotshild aussehen wenn er ein großes Loch darin hätte?

"Inzwischen habe ich so ziemlich jeden Umgang mit Waffen verlernt. Meine Ghule sind dagegen deutlich fähiger als ich, ich versuche von ihnen zu lernen so gut ich kann."

Er musste sich dabei auch eingestehen das er bisher eine gute Portion Glück hatte. Ein direkter Kampf war noch nicht nötig gewesen, er hatte keine Ahnung wie es ausgehen würde wenn es doch einmal der Fall wäre.
 
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„Nun, ich bin leider auch kein guter Kämpfer, auch mein Ghul Henry kann besser kämpfen als ich. Doch ich denke, ich werde mich demnächst darin üben, in dieser Domäne musste ich leider schon mehrmals kämpfen, hier kommt man wohl nicht darum herum. Aber unser Clansbruder Herr Trapper scheint ein recht guter Kämpfer zu sein.
Haben Sie vor länger in dieser Domäne zu bleiben? Morgen sollen sich alle um 20.30 Uhr im Café versammeln, bewaffnet, der Sheriff wird dann erklären was geplant ist. Ich würde es begrüßen, wenn Sie auch kommen. Falls Sie Waffen haben bringen Sie diese mit.“

Und die beiden Frauen seines Clans, konnte man ihnen das wirklich zumuten kämpfen zu müssen? Schlimm genug, wenn männliche Nicht-Kämpfer dort hin mussten.

„Ich bin übrigens mittlerweile der einzige Malkavianer der Domäne, der länger als eine Nacht hier wohnt. Heute sind vier Neuzugänge zu verzeichnen, neben Ihnen gibt es noch drei andere Neuankömmlinge.
Was ist denn Ihr Status? Falls Sie noch Neugeborener sind, so jedenfalls kein ganz junger mehr.
Herr Trapper ist Ancilla, Annelotte de Vries ist Neugeborene, und dann gibt es noch Julia Albrecht, mit ihr habe ich noch nicht gesprochen. Ich selbst war bis heute Ancilla, bin aber heute von der Seneschall in den Ahnenstatus erhoben worden."
 
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Status, gibts denn nichts wichtigeres? Ich erinner dich daran wenn du brennst

Es stimmte schon, in seinem Alter hätte er durchaus bereits Ancilla sein können, wenn es schon so auffällig erwähnt wurde was es vielleicht wirklich an der Zeit daran zu arbeiten. Aber vielleicht würde er auch nur die kleinen Fehler zu sehr wiederholen die ihn schon so manches Ansehen gekostet haben. Das Julia erwähnt wurde nahm er zur Kenntniss, ebenso das dieser Rothshild ebenso kein guter Kämpfer war, an seinem Blick war allerdings nichts von allem zu erkennen.

"Ja, ich bin noch im Status eine Neugeborenen. 20.30 Uhr, ich kann es ihnen leider nicht garantieren, mein Schlaf ist zeitweise sehr unregelmäßig in seiner Dauer.Es scheint sich viel zu bewegen in kurzer Zeit, wie ist das politische Verhältins zwischen uns und den restlichen Clans?"

Ja, es war riskant seinen Primogen anzulügen, aber er war gut darin und in seiner Mimik war eine Lüge praktisch nicht zu erkennen. Dazu klang es auf seine eigene Art logisch, war die Unpüntlichkeit vielleicht der Grund warum er nie einen höheren Status bekam? Denkbar wäre es zumindest.
 
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Schlaf von unregelmäßiger Länge? Von so etwas hatte Ferdinand bisher noch nie gehört.

„Nun, falls Sie nicht völlig pünktlich sein können, kommen Sie eben verspätet. Falls niemand mehr im Café ist wenn Sie dort ankommen rufen Sie mich bitte an.“

Ferdinand nahm den Block und den Stift, die auf dem Couchtisch lagen, notierte seine Handynummer und schob den Zettel in Königs Richtung.

„Falls Sie länger in Finstertal bleiben…ich würde es begrüßen, wenn Sie Ihre Kampffähigkeiten auffrischen…Sie können Sich ja von Ihren Ghulen etwas beibringen lassen. Gut kämpfen zu können hebt hier zudem das Ansehen, habe ich den Eindruck.“

Ferdinand besah sich die Aura seines Clansbruders.

"Ein politisches Verhältnis zwischen uns und den anderen Clans wird sich erst noch entwickeln müssen. Auch Primogen bin ich erst seit heute, und mein Vorgänger Herr Nox war leider politisch sehr inaktiv."

Ein Neugeborener mit zwei Ghulen, ungewöhnlich…nun, auch er selbst hatte schon recht früh zwei Ghule gehabt, er hatte Evelina und ihren frisch Angetrauten gleichzeitig geghult.

„Haben Sie die 20er Jahre erlebt? Aber doch zumindest die 30er?"

Mit den 30ern konnte Ferdinand noch etwas anfangen, bei den 40ern verlor es sich langsam für ihn. Es war leicht erkennbar, dass die 20er Jahre für ihn offenbar etwas Besonderes waren und er eine Vorliebe für diese Zeit hatte, denn in seiner Stimme schwang Begeisterung mit.
 
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In der Aura von König war wohl nicht wirklich was zu erkennen, zumindest in diesem Moment. Aber es hätte wohl eine Antwort darauf gegeben, eine mögliche Antwort, warum König noch immer im Status eines neugeborenen war.

"Ich versuche zu lernen so gut ich kann, glücklicherweise konnte ich mit Geld bisher noch genug bewirken um mich ein wenig sicher zu fühlen."

Danach versank er für einen Moment in Erinnerungen. Die zwanziger. Sein Vater betrachtete den jungen Schreiber sogar einst als Wunderkind. Wäre nicht die Wirtschaftskriese gekommen und der zweite Weltkrieg, was hätte dann nur alles aus ihm werden können?

"Von den zwanzigern habe ich nur sehr grobe Erinnerungen, ich ging noch zur Schule und mein Vater hatte versucht mir eine Kindheit zu ermöglichen die Sorgenfrei war. Er betrachtete mich damals schon als großes Talent. Wenn ich mich richtig erinnere war es sein Bruder, der es mir ermöglicht hat schon früh einen Einblick in die Arbeit bei einer Zeitung zu erlangen. Dort hatte ich auch nach meiner Schulzeit eine Lehre angefangen. Es war interessant, Anfangs waren alle beeindruckt davon wie gut ich mit meinen jungen Jahren bereits mit der Feder umgehen konnte und übernahmen gerne Material von mir, natürlich nach leichter Überarbeitung und mit dem eigenen Namen, ein solch großes Wunderkind das in dem Alter so gut schrieb das man es direkt veröffentlichen konnte war ich eben doch noch nicht, aber Ende der zwanziger änderte es sich zumindest für einen Moment. Im nachhinein denke ich, meine kritischen Worte über die aufkommende NSDAP kosteten mich beinahe mein Leben. Der kleine Artikel wurde unter meinem Namen veröffentlicht, kommentiert und auseinandergenommen. Wie schlecht der Artikel wirklich ankam habe ich erst bemerkt als ich 1935 direkt eingezogen wurde als die Wehrpflicht wieder eingeführt wurde. Es hat mich aber nicht davon abegehalten auch zu der Zeit noch Geschichten und kleinere Theaterstücke zu schreiben."

Ja, ohne diesen Artikel wäre der Hass in ihm nie entstanden, vielleicht wäre er ein Sorgenfreier Mensch gewesen, mit einer Frau, irgendwann Enkeln und einem Tod in würde nach vielen, vielen Jahren. Aber so saß er nun heute hier und sprach von dieser Zeit, mit einem Blick als würde er gerade die Nachrichten vorlesen.
 
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"Freut mich, dass Sie etwas gegen die Nazis hatten. Wegen denen musste ich Deutschland leider verlassen. Wo haben Sie denn gewohnt? Ich habe in den 20ern in Berlin gewohnt, wurde aber in Wien geboren, ich bin Österreicher."

Was man natürlich auch hören konnte.

"1932 habe ich Deutschland verlassen."

Ferdinand freute sich, dass der Neugeborene ihm ein wenig aus seinem Leben erzählte.
Aber so ganz allgemein machte dieser Mann bisher einen seltsamen Eindruck. Er war etwas hölzern, sein Gesicht war wie eine starre Maske und zeigte keinerlei Emotionen. Da wusste man nicht so wirklich woran man war. Und dass er Ferdinand nicht in die Augen sah, war nicht gerade vertrauenserweckend. Vielleicht gehörte es aber auch einfach nur zu seinen Eigenheiten.

„Haben Sie generell ein Problem damit Leuten in die Augen zu schauen?" fragte Ferdinand beiläufig, so als sei es nichts wirklich Entscheidendes.

Dann schob Ferdinand direkt weitere Fragen nach:

„Und Sie sind also aus eigenen freien Stücken hier, Sie wurden von niemandem geschickt? Es geht Ihnen tatsächlich nur darum hier Inspiration für ihre schriftstellerische Tätigkeit zu bekommen? Es gibt keinen weiteren Grund warum Sie hier sind?“

Er beobachtete den Clansbruder scharf und lauerte darauf ob er jetzt die Wahrheit sagte.

Lügen erkennen: Wahrnehmung + Empathie
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Ja, die Maske von König konnte verwirren, so war es leider. Er dachte zurück, ja, wo war er damals gewesen? Den Namen des Orts hatte er nicht mehr genau im Kopf.

"In einem kleinen Teilort von Nürnberg, Erlengegen oder so ähnlich war der Name. Ich kann mich leider nicht mehr ganeu daran erinnern."

Und dann kam die nächste Frage des alten Malkavianers. Warum scheute er in diesem Moment den Blickkontakt? Wohl aus seinen eigenen Erfahrungen, wer hätte es wohl gerne wenn er mit einem solchen starren Blick angesehen wird?

"Ein emotionslorer, starrer Blick wird oft als bedrohlich angesehen, zeitweise als Herausforderung, das habe ich als Stilmittel des öfteren in meinen Büchern verwendet. Ich hielt es für unpassend ihnen auf diese Weise entgegenzutreten."

Was durchaus der Wahrheit entsprach, er wollte keine große Aufmerksamkeit, so etwas würde allerdings sehr wohl wahrgenommen werden. Er wollte nicht als Bedrohung betrachtet werden. Da es der alte wohl so wollte sah König ihm nun direkt in die Augen.

Und jetzt willst du auch noch mehr wissen warum ich hier bin? Wegen der schönen Aussicht vielleicht? Weil ich über deinen brennenden Überresten grillen möchte? Pah, das musst du nicht wissen.

Tatsächlich hielt er sich wage, niemand war aus einem einfachen und offensichtlichen Grund hier, nichtmal er. Einen Primogen der so direkt vor ging sollte man nicht unnötig noch mehr belügen.

"Natürlich sind meine gesamten Motive nicht nur im Sinne der Unterhaltung der Massen sondern auch sehr eigennützig. Ich bin hier um Geld zu verdienen und voran zu kommen, eventuell in den Rang eines Ancilla aufzusteigen und wie in jeder neuen Stadt die ich besuche zu lernen was ich kann um mein Überleben damit zu sichern."

Wenn nötig auch mit deinem Blut

Es hatte eine gewisse Logik in sich, König hatte bereits den zweiten Weltkrieg überlebt und war davon geprägt. Im Grunde war es die Wahrheit, nur eben ohne die lästigen Details. Der Blick von König verriet nichts über eine Lüge, aber vielleicht lag etwas in seinem Ton das nicht so ganz passte? Aber der Grundton der Geschichte war an sich schon recht glaubwürdig und entsprach der Gier der Kainskinder, vielleicht würde das sein Vorteil sein.

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„Hm, ich verstehe…aber nun, da Sie es mir gesagt haben brauche ich mich über Ihren Blick nicht zu wundern. Das ist völlig in Ordnung für mich, wenn Sie mich mit diesem Blick anschauen. Es ist mir lieb jemandem in die Augen sehen zu können wenn ich mit ihm rede.“

Und dann, Ferdinand hatte das Gefühl, dass König ihm nicht die ganze Wahrheit sagte, aber was genau nicht stimmig war hätte Ferdinand nicht sagen können. Es blieb aber ein ungutes Gefühl zurück und dass dieser Mann ihm etwas Wichtiges verschwieg.
Ferdinand beschloss jedoch, nicht noch tiefer zu dringen, denn er hatte im Gespür, dass das nicht wirklich etwas bringen würde jetzt, dass König nicht freiwillig damit herausrücken würde was da noch im Verborgenen lag. Da müsste man schon irgendwie nachhelfen um die Wahrheit zu erfahren.
Jene Paradedisziplin der Ventrue wäre jetzt wirklich seeeehr nützlich! Dann konnte man nämlich jemanden relativ problemlos zwingen die Wahrheit zu sagen. Ohne Gewalt anzuwenden. Ferdinand musste das unbedingt lernen!
Zumindest war Ferdinand jetzt misstrauisch und vorsichtig, ließ sich sein Misstrauen aber nicht anmerken. Er tat so als hätte er geschluckt was König ihm da aufgetischt hatte.

„Nun, dann hoffe ich, dass Sie hier mit Ihren Vorhaben Erfolg haben werden. Ich denke, es werden sich sicherlich Gelegenheiten ergeben wo Sie sich bewähren können. Es freut mich jedenfalls, dass unser Clan Verstärkung erhalten hat.
Haben Sie denn schon andere Kainskinder dieser Domäne kennengelernt, außer der Seneschall?“

Wahrscheinlich wäre es sogar besser, wenn König morgen nicht ins Café zu der Besprechung kam, denn wenn er ein Spion irgendeiner Art war, dann war es besser wenn er all das nicht mitbekam.
 
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Er hob den Blick und sah Ferdinand von nun an in die Augen. Was war es wohl das dieser Fremde für sich behielt? Für einen echten Spion stellte er sich schlicht und einfach zu dumm und unüberlegt an, aber was war da noch? Um was könnte es wohl gehen? Vielleicht war alles politischer Natur. Ferdinand war noch neu im Geschäft als Primogen und Ahn, dazu noch relativ neu in der Stadt, wen würde es da stören wenn er im Posten abgelöst werden würde? War das Auftreten von König teil eines Plans, der König nur ein Bauer in einem Spiel das jemandem Macht verleihen sollte? War es am Ende König selbst der scharf darauf war an Macht zu gelangen? Oder hatte alles andere Gründe? Würde ein Vampir seine privaten Geheimnisse offenbaren die ihn antreiben? Es gab manchmal Geschäfte von denen niemand etwas wissen sollte, der Aufbau einer neuen Identität vielleicht? Im besten Fall für Ferdinand hatte es nichts mit ihm oder der Stadt zu tun.

"Erfolg ist relativ, selbst eine Niederlage sollte den eigenen Schatz an Wissen und Erfahrung vergrößern können."

Wollte er sich selbst arg einbringen? Worin denn überhaupt?

"Ich denke, ich werde schon die ein oder andere Gelegenheit finden ihnen nützlich zu sein. Ich habe für einige Firmen als Übersetzer von Dokumenten gearbeitet, ich denke das könnte ein Gebiet sein in dem ich nützlich sein könnte."

Ein Spion der sich als Übersetzer anbot, das wäre fast schon zu viel des guten. Vielleicht kochte dieser König auch einfach nur sein eigenes Süppchen.

"Nein, bisher habe ich noch niemanden getroffen, ich komme mehr oder weniger direkt von meinem Besuch bei der Seneschall."

Ob er von der Besprechung wusste oder nicht war fast schon egal, zu unwichtig waren ihm die Ereignisse die dort besprochen wurden.
 
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