[13.06.06] Je später der Abend, desto schöner die Gäste

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"Was bedeutet es für dich, ein Kainskind zu sein ?"
 
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Helena sah Tanja etwas überrascht an. Es war einfach so, über das, was es bedeutete, dachte sie wenig nach. Vorallem konnte sie nicht unbedingt die Antwort geben, die sie sich selbst geben würde,

"Es bedeutete auf der einen Seite, ein ewiger Kampf zwischen dem Menschen und dem Tier, auf der anderen Seite, eine Freiheit von den Zwangen des begrenzten Zeitrahmens, da ich nie die Zeit und die Chance gehabt hätte, soviel zu tun, sei es jetzt, was das Lernen angeht, aber auch manche Dinge, in denen ich anderen helfen konnte", meinte sie dann, als sie zu einem Ergebnis kam, was keine Lüge, aber auch nicht zu provokant war. "Ja, auch ich habe schon dem einen oder anderen Menschen geholfen, wenn ich rechtzeitig zur Stelle war, man sollte sein Wurzeln nicht vergessen."
 
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"Ich habe die Macht gekostet... Mit Tieren sprechen... Sich unsichtbar machen... Unsagbare Verletzungen überleben... Möglichkeiten zu erschaffen wie zu zerstören, zu geben, wie zu nehmen... Ich glaube, niemand sollte diese Macht haben. Aber ich habe sie, was die Frage stellt, was tue ich damit... Und allmählich glaube ich, nicht immer gibt es einen guten Weg... Und manchmal kommt man kaum umhin, etwas unmoralisches zu tun..."
 
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"Was meinst du mit unmoralisch?" fragte Helena. "Natürlich hat man Kräfte, die man als Mensch nicht hat und sicher tut man nicht immer nur Gutes, doch auch ein Mensch tut nicht immer nur gutes. Zugegeben, ich habe am Anfang auch aus Versehen getötet, früher oder später passiert das jedem. Als Mensch muß man sein Leben lang lernen und als Kainskind auch."
 
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"Du sagst das so emotionslos, als sprächest du davon beim essen gekleckert zu haben...", murmelte Tanja leise...
 
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"Nun, meine Emotionen habe ich eingeschlossen, ich versuche es dir zu erklären, es bringt dir nichts, wenn ich mich in Gefühlsduselei ergehe, oder?" fragte Helena dann. "Das heißt nicht, daß mir so etwas nicht nah ginge, aber nicht nur unmenschliches Handeln, sondern auch Schwäche stärkt das Tier, aber du hast Recht, es ist ein Unterschied, ob man erst seid ein paar Wochen dabei ist oder schon mehr als ein halbes Jahrhundert. Da hat man irgendwann genug Tränen geweint und dann mußt du Stärke gewinnen."
 
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"Ich will nie den Wert eines Menschenlebens derart missachten. ich glaube das es Menschen gibt, die den Tod verdienen... Aber jemand, der stirbt, einfach weil er zur falschen Zeit am falschen Ort war... Ich weiss aus erster Hand wie scheisse das kommt."

Eine Pause.

"Womit beschäftigst du dich, Helena ? So wie ich es momentan sehe, damit, viele Probleme zu lösen... Aber hast du denn nicht auch einen Zweck im Dasein gefunden ? Politik ist es schonmal nicht... Aber du scheinst soviel zu wissen..."
 
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"Stimmt auffallend, für Politik bin ich gänzlich ungeeignet", lachte Helena. "Das ist ein verdammt dreckiges Geschäft. Ich liebe es zu schreiben und Geheimnisse zu ergründen, was Neues zu erkunden.

Daß ich soviel weiß kommt nicht von ungefähr. Wenn ich nicht gerade mit Problemlösung beschäftigt bin, dann verbringe ich auch gerne Zeit mit Freunden, die außerhalb der Vampirgesellschaft stehen. Gut, das ist nicht immer einfach, aber mit der nötigen Vorsicht funktioniert das ganz gut. Du mußt halt aufpassen, daß du etwas machst, wobei du nicht rund um die Uhr beschäftigt bist und nicht rund um die Uhr Leute an dir interessiert sind."
 
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"Ich denke, das die Grundlage jeden Weges den ich gehen kann erst einmal Wissen ist, wobei auch das Wissen für sich selbst ein Weg ist. Generell erhoffe ich mir ein... Etwas harmonischeres Zusammenleben."
 
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"Stimmt, für mich ist Wissen eine ganz wichtige Triebfeder in der ganzen Angelegenheit", meinte Helena. "Harmonisches Zusammenleben, das klingt nach einer schönen Utopie, das schafft man immer nur mit einigen. Es kann nicht mit allen klappen, dafür ist einfach das Revierverhalten zu groß.

Aber mal eine andere Frage, was willst du denn lernen?"
 
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"Mir ist klar, dass man es nie jedem Recht machen kann, das wäre in der Tat utopisch. Aber man kann versuchen einen Kompromiss zu erzielen."

Sie legte den Kopf schief.

"Das kommt darauf an, in welche rHInsicht du lernen meinst... An Kräften ? An Wissen ? An Verhaltensweisen ? An Fähigkeiten ?"
 
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"Ich würde mal sagen, du machst dir da am besten einen Plan mit deinen Zielen, dann kannst du anfangen zu überlegen, wie du diese erreichen kannst", schlug Helena vor. "Es wird nicht leicht werden und vermutlich nicht von heute auf morgen gehen, aber mit etwas Geduld ist mehr möglich als es dir jetzt erscheint." Sie schmunzelte. "Und sei froh, daß du hier gelandet bist, eigentlich kann man hier recht gut leben, gegenüber den meisten anderen Prinzen, die ich kenne, ist unserer hier sehr umgänglich."
 
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"Na prost Mahlzeit... Ahm... Er scheint mir nicht wirklich ein schlechter Mann zu sein, aber ich glaube, ich versuche besser nicht seine Handlungsweisen zu hinterfragen... Vermutlich bin ich einfach zu jung sie nachvollziehen zu können."

Sie lächelte.

"Ich weiss zumindest halbwegs wo ich hin will... Mein Problem ist eher, dass ich keine Ahnung habe, was ich tue, wenn ich dort bin."
 
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"Also, wie du hinkommst, weißt du schon", staunte Helena. "Das ist auf jeden Fall gut, wenn du deinen Werdegang im Griff hast.
Wenn du dort bist, wirst du schon neue Ziele finden. Denn meistens ergeben sich aus einer Sache immer mindestens 3 die man auch noch machen könnte oder die einem auch interessieren. Ich denke auch, daß du mit Meyye einen guten Fang gemacht hast, was die Mentorin angeht."

Nun, es war eben Fakt, daß Helena manches anders sah wie die meisten anderen ihrer Art, wenn Tanja den Weg in die Oberschicht wünschte, war Meyye natürlich nicht die Richtige, doch auch bei ihr selbst wäre da der Erfolg eher gering, da sie es nach dem Motto hielt, sich soviel in der Gesellschaft aufzuhalten viel nötig und so wenig wie möglich.
 
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"Ich bin froh, an Meyye geraten zu sein. Sie hat ein Herz aus Gold und ich kann viel von ihr lernen... Nur..."

Sie überlegte vorschtig wie sie es formulieren sollte.

"Wir sind in vielen Sachen... Sehr verschieden. Manches kann ich ihr nicht erzählen, weil es einfach nicht passen würde... Und sie hat eben Interessen die mir fehlen... Und umgekehrt."
 
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"Das Problem hast du aber immer, selbst beim eigenen Clan, im Laufe der Zeit wirst du dir Leute für verschiedenen Angelegenheiten suchen müssen, ich kann auch nicht alles mit einer Person besprechen", erklärte Helena. "Das eine bespricht man besser mit dem und für ein anderes Thema geht man zu einer anderen Person. Du solltest dir auch einen Kreis aus Bekanntschaften suchen."
 
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"Ich bemühe mich... Das Problem ist, dass manche schwer zu kontakten sind. Mit Meyye kann ich eigentlich über alle "handfesten" Probleme des Lebens reden, sie ist stark, direkt und fackelt nicht lange. Timo ist... Nun ich würde gerne sagen, er versteht mich, weil seine Situation ähnlich ist, aber obwohl ich ihn mag.. .Sein... Sein...naja... Wahnsinn, beunruhigt mich ziemlich. Ich stelle mir dann immer die Frage ob nicht ich verrückt bin und mir das alles nur einbilde. Viktor kennt sich mit dem Okkulten, den Werwölfen und so aus... Du mit dem Hintergrund von alledem... Delilah mit dem gesellschaftlichen..." Etwas Melanchonie schwang in ihrer Stimme mit. "Und dann ist da natürlich noch Ariel..."

Eine Pause.

"Bei Peter weiss ich nicht so recht. Er ist mir zu... zu... Ich kanns nicht recht ausdrücken. Ich hab bei ihm immer das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt, ohne dass ich weiss was..."
 
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"Hm, das ist doch schon mal ganz gut, das ist eine Basis aus der du was machen kannst", meinte Helena. "Streng genommen ist das besser als das, was die meisten haben.
Wenn du darauf aufbaust, kannst du damit eine Existenz gründen."

Helena trank noch einen Schluck Wein, der war durch das Blut etwas verunstaltet, aber immer noch ganz lecker war.
 
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Tanja tat es ihr gleich, betrachtete sie aber nachdenklich.

"Ich habe mich noch nicht entschieden, was ich mit meiner... nunja... in gewissem Sinne doch Freiheit anfangen werde... Auch wenn man Ziele hat, seine Nächte muss man dennoch mit etwas verbringen... Sich finanzieren... Ich glaube, ich würde sehr gerne singen... Ich habe nie vorher darüber nachgedacht, aber irgendwie scheint der Kuss in mir da etwas geweckt zu haben... Oder Delilah.

Andererseits wäre ich sehr gerne für die Menschen da... Wobei ich mich Frage ob es deswegen sinnvoll ist auch gleich meine Art darauf auszurichten...

Sie zögerte.

"Was denkst du ? Sollte ich es versuchen ? Selbst wenn ich es schaffe, Bekanntheit ist nie ganz ungefährlich... Du bist als Schriftstellerin relativ berühmt... Wie kamst du dazu und was für Erfahrungen hast du gemacht, wenn ich fragen darf ?"
 
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"Ich stelle mir das mit dem Singen etwas schwierig vor, vorallem wenn du dir dazu nicht das entsprechende Image aufbaust, ich will damit sagen, daß du dir die entsprechende Musik aussuchen mußt", meinte Helena und sah dann nachdenklich drein.
"Du wirst es nicht glauben, das mit meinem Image als Autorin ist auf dem Mist eines findigen menschlichen Verlagschefs gewachsen, dem ich vor vielen Jahren einen meiner Romane geschickt hatte, den ich über eine meiner Forschungen verfaßt habe, das war natürlich ein Glücksfall für mich.
Der Vorteil ist, daß man als Autorin nicht so unmittelbar in der Öffentlichkeit steht und seine Privatsphäre wahren kann, das kann man als Sängerin natürlich nicht."
 
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