Brainstorming Wieso stagniert unser Hobby RPG so stark?

Dieses Thema im Forum "Rund um Rollenspiele" wurde erstellt von Abaton23, 13. Oktober 2013.

  1. Chrisael

    Chrisael Gott

    Nun es gibt etliche Studien die das scheinbar belegen, auch die Pisastudien behaupten ja immer das die Leseschwächen größer werden, vor allem das Sinnerfassende lesen. Neben den Studien kenn ich aber einige Lehrer die ebenfalls der Meinung sind das in den letzten 15 Jahren die Leseschwächen und Aufmerksamkeitsdefizite zugenommen haben.
    Alle, und wirklich alle meine Neffen und Nichten (und ich hab sechs davon) leiden aus meiner Sicht an Leseschwäche und Aufmerksamkeitsdefiziten. Keinen von denen schaut Bücher außerhalb der Schule auch nur irgendwie an stattdessen sitzen sie fast ununterbrochen vor dem Internet am PC oder Smartphone und chatten und schicken sich irgendwelche Videos zu. Bekommen sie mal eine Stunde via Internet keine neuen Antworten oder Inhalte wird denen sofort fad und sie werden zappelig und ziemlich ungut, ich red hier von Jugendlichen und keinen Kindern. Zwei meiner Neffen haben meine alten WH40k-Figuren gesehen und wollten wissen was das ist, haben sich am Anfang sehr dafür interessiert, das Interesse sank sehr schnell als sie merkten wie langsam das Spiel gegenüber einen Computerspiel ist dafür haben sie angefangen Dawn of War zu spielen. Ist halt wesentlich weniger Aufwand. Die Regeln musste ich ihnen erklären weil sie, sie laut eigener Aussage nicht verstehen konnten, also waren sie entweder zu faul zum lesen oder sie haben eine Leseschwäche. Draussen was unternehmen gehört auch nicht zum Programm. Bei den zwei Neffen meiner Freundin schauts genauso aus.
    Dass, das Internet und die Smartphones grundlegend mitverantwortlich dafür sind ist kein Bauchgefühl sondern reine Beobachtung. Internet macht es nun mal möglich ununterbrochen mit Kontent zugeschüttet zu werden ohne das man dafür Aufwand betreiben müsste. Das hat sogar eine ganz andere Qualität als Fernsehen. Ich hab nämlich Fernsehen deshalb nicht erwähnt weil ich darin kein Problem sehe. Ist im fernsehen ein Programm aus, dann sit es aus, fürs erste kommt da nix weiter. Das Kind oder der Jugendliche musste sich also anderen Tätigkeiten zuwenden. Selbst wenn man einen Videorekorder hatte war das Programm stark begrenzt. Das Internet ermöglicht es aber immer weiter nach passenden Kontent zu suchen. Das Smartphone hat das noch gesteigert weil man das jetzt immer und überall machen kann. Es gibt auch entsprechende Studien die zeigen das Kinder die mit Internet und später Smartphones aufgewachsen sind nach schon zwei Tagen Entzug sich völlig von der Welt abgeschnitten fühlen, extrem unruhig werden und sogar Depressionen bekommen. Vielleicht find ich diese Studie wieder, die war recht interessant.
    Daneben gibt es ja noch den, zugegeben, umstrittenen Begriff der "Digitalen Demenz".

    Natürlich kenn ich auch das Gegenteil. Das Kind einer Freundin hat all diese Probleme nicht. Es spielt gerne draussen, kann sinnerfassend lesen und das schnell, kann sich konzentrieren und hat eine gute Aufmerksamkeit. Auch dieses Kind hat Zugang zum Internet aber dieser wird von den Eltern eingeschränkt. Nicht unbedingt der Kontent wird eingeschränkt sondern die Zeit die es damit verbringen darf. Das Kind wird ständig angehalten auch andere Dinge zu tun, Bücher zum Beispiel oder andere Dinge mit denen man spielen kann. Das beste aber dabei ist das dieses Kind sehr viel besser mit Computer und Smartphone umgehen kann (Vater ist auch ITler) als die acht anderen Kinder/Jugendlichen.
    Ein eigenes Samrtphone hat dieses Kind auch noch nicht weil nämlich gerade ihr Vater glaubt das sowas zu früh einfach nicht gut sein kann. Und dieser Glaube beruht auf Tatsache, den es ist eine Tatsache dass, das Gehirn von Kindern und Jugendlichen sich noch viel schneller und leichter vernetzt und somit viel einfacher "Fehlvernetzungen" entstehen. Genau aus diesem Grund werden Kinder ja auch viel leichter von Alkohol oder Nikotin abhängig und aus diesen Grund werden sie auch von Internet und Smartphones leichter abhängig als ein schon gefestigter Erwachsener. Man kann zumindest hoffen das die meisten Erwachsenen gefestigt sind.

    Mein Pauschalurteil kommt also daher das mich entsprechende Studien und Meinungen von Lehrern beeinflusst haben und persönliche Erfahrungen mit 8 Kindern/Jugendlichen aus meiner direkten Umgebung. Dagegen steht nur die persönliche Erfahrung mit einem Positivbeispiel.

    Wie bewerte ich das? Zuersteinmal bewerte ich immer auf zwei Arten Subjektiv und Objektiv. Subjektiv finde ich diese Entwicklung scheisse, weils mir einfach nicht gefällt. Zumal ich auch persönlich davon betroffen bin den die Hälfte meiner Freunde verbringt inzwischen lieber viel mehr Zeit mit MMOs (eben wegen ständiger Verfügbarkeit, etc) anstatt sich gesellig zusammen zu setzen und eventuell auch ein zweites mal pro Woche rollenspiel zu betreiben. Wobeis mir primär um das gesellige zusammensein geht und weniger ums rollenspielen. Früher hab ich auch MMOs gezockt aber für mich ist das irgendwie pseudosozialer Kontakt der sich sehr kalt anfühlt. Und das Gameplay taugt aus meiner Sicht sowieso nur sehr wenig.
    Objektiv seh ich das vollkommen anders, sehr viel neutraler. Die Welt ändert sich ständig ob zum guten oder zum schlechten (wobei ich leider eher distopische als utopische Szenarien sehe), vielleicht schreiben wir in Zukunft nur noch mit Emoticons und Icons, muss nicht unbedingt schlecht sein, wer weiß schon was es bringt.
    Zum anderen sehe ich aber nur sekundär das Problem bei Internet und Smartphones (wie das Positivbeispiel zeigt) primär ist es der falsche Umgang damit. Und da stehen wieder die Erziehungsberechtigten in der Verantwortung korrigierend einzugreifen, was scheinbar viel zu selten auch gemacht wird. Und auch das hat meist seine Gründe die man in der Gesellschaft zu suchen hat.
     
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  2. Abaton23

    Abaton23 Halbgott

    Diese Angebote sollten für Neunteressenten auch wahrnehmbar sein. Derzeit nimmt man im normalen Handel neben DSA kaum solche Angebote wahr, da sie in der Nerd-Ecke gut versteckt sind. Doch genau dem präsenten DSA fehlt das Starterangebot offensichtlich, sonst müssten sie es nicht extra erst rausbringen.

    Der Teen muss nach Lesen des Romans erstmal kapieren, was sich hinter einem zugehörigen RPG verbirgt. Wer erklärt es ihm? Ein trockener Link zum Amazonverkauf? PC-Spiele werden von jeher massiv in Youtube beworben und ein Großteil der Teens gucken gezielt die aktuellen Werbefilmchen der Anbieter an, bevor sie bestellen. P&P nutzt diese Möglichkeit einfach nicht. Die Verlage warten darauf, dass sie von Nerds laienhaft am Messestand interviewt werden und dann das Geplapper ins Netz stellen. Die Verlage könnten ihre Einführungsfilme und Werbung auch selbst in die Hand nehmen und nicht nur von Privatleuten zusammenwursteln lassen.

    Das ist Super. Aber wieso überholen die Kunden in spezifischen Subkulturen die Werbung des Anbieters, der damit Geld verdienen will? Das ist ein Armutszeugnis für die Verlage.

    Ein weiterer Beleg dafür, dass vor allem Faninitiativen mehr Herzblut zeigen, wie die alteingesessenen Marktführer. Das ist Lob für die Kleinen, und Schande für die Großen.

    Da ich nicht in Frankreich einkaufe, sind mir solche Präsentationen bisher entgangen. Hier in Süddeutschland sehe ich eine Wüste in den Läden. Die Ladenpräsentation ist ja nur eine klitzekleine Idee. Die Präsentation im Internet wäre da schon ein Schwergewicht.

    Toll, ein einigermaßen erfolgreicher Kickstarter täuscht über zig- gescheiterte Projekte hinweg. Hardcoverauflagen starten meines Wissens erst ab 4.000 Exemplaren. Da wurde gerade mal die Mindestmenge des Drucks und somit die Tragfähigkeit erreicht. Die Kunden dürften wohl eher zu 98% Altspieler sein. Da ist der Bezug zum Thread schwierig.

    Mir fällt vor allem eines auf: das Aktion-Abenteuer-Forum schrumpft auf immer weniger aktive User, welche sich vermehrt gegenseitig anraunzen. Warum ich auf viele Texte nicht eingehe, liegt daran, dass oft Kuriositäten oder schlecht beworbene Ausnahmen als Totschlagargument der Marke: "Halt die Schnauze" verwendet werden. Schon beim Lesen des Threads ab Seite 3 geht das so. Offensichtlich geht es mir nicht mehr allein so. Für das Niveau können sich mehrere mal an die Nase fassen. Verstärkend macht auch der ständig wachsende aggressive Unterton die Musik, nicht nur der Inhalt.
     
  3. Halloween Jack

    Halloween Jack aka Alpha Rivale Dick Justice

    Uneingeschränkt Zugriff auf das Internet zu haben und sich abgeschnitten von der Welt und hibbelig zu fühlen, wenn diese Möglichkeit ausbleibt, kennen auch Erwachsene. Verantwortlich mit dem Konsum dieses Mediums umgehen zu lernen, ist für jeden empfehlenswert, egal welchen Alters.
     
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  4. Chrisael

    Chrisael Gott

    Das ist schon klar, aber ein Erwachsener sollte sich dessen bewusst sein was er da macht. Kinder sehen oft gar nicht ein warum sie damit aufhören sollten also müssen sich die Eltern darum kümmern das sie das lernen. Passiert aber sehr oft nicht.
     
  5. Halloween Jack

    Halloween Jack aka Alpha Rivale Dick Justice

    Eben. Ich wollte dir nicht direkt widersprechen. Ich wollte nur erwähnen, dass diese Hibbeligkeit und Unaufmerksamkeit ein Problem ist, das vom Medium ausstrahlt und nicht nur ein Problem der heutigen Jugend ist.
     
  6. Ioelet

    Ioelet I am Iron Man!

    Wir sind aber auch alle schon alt...
     
  7. Captain_Jack

    Captain_Jack Terror of the Seven Seas!

    ... und haben deshalb nur die "alte Rechtschreibung" gelernt. Und man weiß ja, im Mittelalter hat ein jeder so geschrieben wie er dachte. ;) Oder seydt Ihr werte Froinde einer anderen Meynung? ;)

    Fakt ist aber auch, daß man so Dinge wie Sprache, Wortschatz und Rechtschreibung nicht angeboren hat, man muss dieses erlernen. Und wie immer beim lernen können nunmal dabei auch Defizite entstehen. Wenn ich nur mit SMS und twitter groß werde, und niemals ein Buch in die Hand genommen habe, woher soll dann mein Wortschatz und meine Ausdrucksformen herkommen?
     
  8. RockyRaccoon

    RockyRaccoon Social Justice Warrior First Class Mitarbeiter

    Ah. Danke für die ausführliche Antwort, Chrisael. Jetzt haben wir auch eine Diskussionsgrundlage. :)


    Tatsächlich sagt die PISA-Studie für die letzten zehn Jahre genau das Gegenteil aus. Besonders aufs Lesen bezogen.


    Das würde ich nicht überbewerten. Menschen neigen schnell dazu, das Gestern zu verklären. Und ich beobachte bei meinem Nachhilfeschüler auch, dass er im Deutschunterricht immer wieder mit Texten konfrontiert wird, die ihn schlicht nicht in seiner Lebenswirklichkeit erreichen. Und damit meine ich nichtmal Klassiker der Weltliteratur, wo man ja noch irgendwie dafür argumentieren könnte, dass Goethe, auch wenn er den Jugendlichen nicht interessiert (was man ja vielleicht als geschickter Lehrer auch erreichen könnte), ihm wenigstens Allgemeinbildung vermittelt, die ihm später was nützen kann. Und wenn es nur ist, dass er fünfzehn Jahre später zu Altersgenossen, an denen Werther genau so vorbei gegangen ist wie ihm selbst, sagen kann "Ich habe Werther in der Schule gelesen". Platzhalterwissen als Mittel der sozialen Inklusion quasi. Nein, im Fall meines Nachhilfekindes handelt es sich um Kurzgeschichten aus den späten sechzigern. Zu denen er logischerweise keine Beziehung und daher auch kein Interesse aufbauen kann. Weil ihm dazu noch viel Lebenserfahrung und Hintergrundwissen fehlt. Wo man an der Stelle aber auch genauso gut aktuellere Kurzgeschichten hätte nehmen können.
    Ohne deinen Lehrerfreunden etwas unterstellen zu wollen: Manchmal liegt das vermeintliche Sinken der Lesekompetenz vielleicht auch an abnehmender Kompatibilität des jährlich wiederholten Stoffes mit der sich ständig verändernden Lebenswelt der Schüler.
    Wenn ich meinem Nachhilfekind Texte zu Themen gebe, die ihn berühren, ist er jedenfalls sehr interessiert. Auch wenn ich zugeben muss, dass seine Analysefähigkeiten noch nicht sehr weit entwickelt sind. Aber da würde ich die Versäumnisse halt recht klar bei der Schule verorten. Nicht bei ihm und auch nicht bei seiner Familie. So richtig tiefe Analysen scheinen da kaum bis gar nicht geübt zu werden.


    Hmm.... das war bei mir damals auch nicht anders. Außer dass es damals noch keine Smartphones gab und das Internet noch nicht so weit war, dass man Videos hätte streamen können. Ich glaube nicht, dass die Jugendlichen da verkommen. Sie passen sich nur an ihre Umgebung an. Genau wie wir damals. Nur ist ihre Umgebung eine etwas andere. Und sich an seine Umgebung anzupassen und sie zu erobern würde ich unbedingt als positiv bewerten.




    Naja... ist doch ein gutes Argument. Oder nicht?




    Oder 40k ist einfach nicht interessant genug. Das erscheint mir viel plausibler.




    Dafür muss man den Content ja erstmal suchen.


    Das stimmt doch nicht. Wenn ein Programm aus ist, kommt das nächste. Sogar ohne suchen. Und das hat unsere Generation auch nicht verblöden lassen. Und die vor uns auch nicht.


    Ach naja... Studien... da würde mich mal deren Validität interessieren.

    Der Aspekt der dabei gern vergessen wird ist der, dass soziale Netwerke für Jugendliche vor allem die Funktion eines abgeschnittenen sozialen Schutzraums haben. Deshalb wird Facebook beispielsweise auch für Jugendliche zunehmend uninteressant, je mehr sie dort ihren Eltern begegnen. Für Jugendliche ist der Austausch mit der Peer Group eben von größter Wichtigkeit. Das Internet gibt ihnen dazu neue Möglichkeiten. Dass der Entzug dieser Kommunikationsmöglichkeit mit der Peer Group nicht ohne Reibungen funktioniert, ist also insofern auch weder ungewöhnlich noch bedenklich.


    Der völlig zu Recht umstritten ist. Das heißt... eigentlich nicht einmal das. Eigentlich müsste Spitzer völlig einhellig als der Scharlatan, der er ist aus dem Dorf getrieben werden. Aber populistisches, pseudowissenschaftliches Fearmongering verfängt halt immer mal wieder. Und verkauft Bücher. Hat bei Sarrazin funktioniert, funktioniert auch bei Spitzer.


    Dem würde ich allerdings auch zustimmen. Dagegen abzuwägen ist natürlich der Aspekt der sozialen... Isoloation ist vielleicht ein zu starkes Wort... aber der sozialen Benachteiligung. Gerade in einem gewissen Alter (so um die fünfzehn +/- 1 Jahr etwa) wird eben der Austausch mit der Peer Group und auch der Besitz von Statussymbolen enorm wichtig. Das heißt natürlich nicht, dass ich mein Kind mit Technik und Markenklamotten zuschütten würde... aber es völlig abzuschotten kann halt auch nachteilig sein.
    Aber ein zehnjähriger braucht wahrlich kein Handy. Geschweige denn ein Smartphone.
    Und irgendwann wird der Computer ja auch für die Schule ein schwer verzichtbares Arbeitsmittel.


    Aber es würde dich sympathischer und glaubwürdiger machen, wenn Pauschalurteile vermeiden und differenzierter Urteilen würdest. Zumindest in meinen Augen.

    Das kann ich dir natürlich nicht ausreden aber... ein Wechsel des Freundeskreises kann helfen. Das hab ich auch schon durch. Weil es mich vor ein paar Jahren auch mordsmäßig angestunken hat, dass ein paar Freunde von mir (tatsächlich sogar meine damalige primäre Bezugsgruppe) bei unseren wöchentlichen Kinotreffen nur noch von einem Browsergame gesprochen haben, dass sie alle spielten. Und ich mich ausgeschlossen fühlte. Ich hätte also das Browsergame anfangen können, das fand ich aber langweilig, oder ich konnte den Freundeskreis wechseln. Das war schmerzhaft, aber ich habs getan. Weil diese Leute und ich offenbar nichts mehr hatten, worüber wir reden konnten. Das ist eben manchmal so. Menschen verändern sich. Aber es gibt zum Glück genug andere. Die Technik kann dafür aber wenig. Es sind die Menschen, die die Prioritäten setzen. Und zwar nicht die Menschen allgemein, sondern die speziellen, individuellen Menschen.


    Da würde ich dir sogar zustimmen. Nur, dass ich entschieden optimistisch in die Zukunft sehe.
    Und meine Sicht der Welt nicht zweiteile.
     
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  9. RockyRaccoon

    RockyRaccoon Social Justice Warrior First Class Mitarbeiter

    Hahaha...

    Hahaha....
    Haha...

    Nein!
    *schluchz*

    Ganz im Gegenteil. Ganz im Gegenteil.
    Sag ich mal so als User der (fast) ersten Stunde.
     
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  10. Chrisael

    Chrisael Gott

    Ok sehe schon, da gibts ein Nationalproblem. Ich lebe in Österreich und da schauts leider völlig umgedreht aus.



    Da stimme ich dir zu, kritisiere ich sowieso dauernd das man Schüler mit Zeugs zumüllt die sie gar nicht interessieren und keinen Bezug zu ihren Leben haben.






    Nur begrenzt würde ich meinen weil sie durch den einfachen Zugang von Computerspielen alles andere als schon ziemlich anstrengend empfinden. Für mich ist es eben schon sozialer mit mehren Leuten physisch im gleichen Raum zu sitzen als nur per Skype verbunden zu sein. Aber das ich auch meine subjektive Meinung. Trotzdem denke ich das die spätestens, wenn es um Sex geht, merken das räumliuche Distanz doch nicht das wahre ist.





    Sie fanden es einige zeit lang ziemlich interessant und haben sogar unmengen an Geld dafür ausgegeben. Aber am Ende war Dawn of War, leichter, billiger, schneller verfügbar.







    Mit Programm meinte ich ein Programm das mich auch interessiert. nachdem Captain Future oder Königin der 1000 Jahre aus war, wars einfach aus, das Programm danach hat mich nicht interessiert.




    Damals war der Kontakt zur Gruppe eben wichtig heute ist es unmöglich ohne da die modernen Kommunikationsgeräte es ermöglichen ununterbrochen verbunden zu sein. Da entstehen dann halt völlig neue Abhängigkeiten,




    Ich hab einmal was von Spitzer gelesen den Begriff kenn ich aber nicht von ihm sondern der wurde ja von Ärzten in Korea geprägt.


    Nein das geht gar nicht. *lach* Das sind echte Freunde die ich nun schon seit meiner Schulzeit kenne, teilweise also schon 25 Jahre). Natürlich gibts durch Internet und MMOs inzwischen Abstriche aber ansonsten funktioniert unsere Freundschaft bestens.





     
  11. G.I.Giovanni

    G.I.Giovanni Michael Köning

    Sind wir doch mal ehrlich in beide Richtungen, wie haben wir denn dies als 14-18 Jährige gesehen, also für mich waren 30-Jährige Scheintote. Ich persönlich finde vollkommen normal , dass 18-Jährige lieber mit gleichaltrigen treffen als mit "ihren"Eltern". Positiv sehe ich es, dass tatsächlich Kinder meines Bekanntenkreises kein Problem damit haben mal einen Spielabend mit der Elterngeneration zu gestalten. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht daran erinnern, dass wir dies gemacht hätten.

    Die Erfahrung, welche Chrisael geschildert hat, stelle ich persönlich auch fest. Viele Eltern benutzen den Fernseher als Babysitter und der Rechner ersetzt später auch die Erziehung und Beschäftigung mit den Kindern; Kinder, die vor dem Rechner sitzen, nerven nicht.


    Also ich sehe dies immer als Versäumnis der Eltern. Die Versäumnisse der Eltern und Großeltern bekommen diese später selber auf das Butterbrot geschmiert. Kindererziehung ist halt harte Arbeit und nicht nur Vergnügen. Und die Eltern auch nur Menschen und wollen mal was für sich machen (ehrlich manchmal hat man auch keine Nerven mehr dafür, wenn z.B. ein Tag so richtig mies gelaufen ist)

    so und jetzt weg mit meiner Kleinen spielen
     
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  12. Fimbul

    Fimbul Seltsam im Nebel...

    Prinzipiell eine gute Idee, allerdings fand ich den dahingehenden Versuch von André Wiesler für „LodlanD“ eher mäßig gelungen (hätte bei mir als Neuling in der vorliegenden Form keine Neugier geweckt):




    Eine Minimalauflage von 4.000 Exemplaren als Grundvoraussetzung für eine wirtschaftliche Hardcover-Ausgabe mag für den Bereich der Belletristik gelten, aber die meisten deutschen Rollenspielbücher sind Liebhaberstücke in Kleinauflage zu entsprechenden Liebhaberpreisen (mit einigen Ausnahmen, wie gegenwärtig „Shadowrun“ zum Kampfpreis). In einem Interview mit „Pegasus“ hieß es auf die Frage, warum es für „Cthulhu“ keine Nachdrucke von vergriffenen Büchern gäbe, daß sich ein Nachdruck erst ab 500 Exemplaren lohnen würde und das der Markt dies nicht hergäbe. Das scheint im deutschen Rollenspielbereich die Wirtschaftlichkeitsuntergrenze der etablierten Verlage zu sein. So hatte etwa auch das Rollenspiel „Barbaren“, das in der Pocket-RPG-Reihe von „Prometheus“ erschien, laut Autor eine Auflage von 500 Stück.

    Bei „Arcane Codex“ betrug die Startauflage des Grundregelwerks 2.000 Exemplare und man benötigte fünf Jahre, um diese abzuverkaufen. Die Auflagen der kleineren und mittleren Rollenspielsysteme in Deutschland schätze ich daher eher mit 500-3.000 Stück ein. Startauflagen von 4.000+ dürften hierzulande allenfalls die großen Systeme erreichen („Pathfinder“, „Shadowrun“, „Cthulhu“), wobei ich mir da auch nur bei Platzhirsch DSA ganz sicher wäre.

    Der Verweis auf die internationalen Kickstarter-Projekte zeigt doch eher nur, daß sich dahingehend in Deutschland eher wenig tut. „FATE-to-Go“ erreichte rund 5.500 Euro, die Vorfinanzierung für die deutschen Hellfrost-Bände verfehlte die ursprünglich anvisierten 14.000 Euro und endete mit rund 6.000 Euro, die gegenwärtige Savage-Worlds Vorfinanzierung läuft noch und könnte auf die erbetenen 4.000 Euro kommen.

    In vielen popkulturellen Bereichen, sei es P&P-Rollenspiel, Unterhaltungskino, Computerspiel oder Comic, kommen die innovativen und international erfolgreichen Beiträge aus Nordamerika (oder Fernost). Frankreich und Großbritannien schaffen es da einigermaßen mitzuhalten, Deutschland hat hingegen meist eine rein konsumierende oder nachahmende Rolle inne. Diese (insbesonders französische) Tatkraft im Kreativbereich ("Shadows of Esteren" als Beispiel) würde ich mir auch für Deutschland wünschen (dann klappt's auch mit dem Nachwuchs).
     
  13. Teylen

    Teylen Kainit

    Ich habe neben dem erfolgreichen Exalted Kickstarter bewusst den deutschen 1889 Kickstarter angeführt.
    Die Schwierigkeiten bei anderen Crowdfunding-Projekten sehe ich vorallem darin das eher kleine (IndieGoGo), unbekannte (StartNext) oder gar eigens improvisierte (Pegasus) Plattformen verwendet werden. Das heißt es gibt in Deutschland keine Entsprechung zu www.Ulule.fr . Ansonsten wurde afair alle Crowdfunding Projekte die RPG oder Splats produzierten und über "ordentliche" Plattformen gingen gefunded (1889, Fate To Go, Traveller Hephaistos).

    Außer Shadows of Esteren wäre mir kein französisches Crowdfunding Projekt bekannt das international eine (höhere) Sichtbarkeit hat.
    Was Shadows of Esteren betrifft so hat man doch die Entsprechung über 1889. Das immerhin im Gegensatz zu italienischen Projekten (H.O.P.E.) erfolgreich war.
     
  14. The Saint

    The Saint Welcome, delicious friend!

    Nur ist es halt nicht besonders GUT... das ist das Hauptproblem ;-)

    Klassischer "Style over Substance" Fall.
     
  15. BoyScout

    BoyScout Dhampir

    Mir ist ehrlich gesagt nicht ganz klar, wieso sich das Thema so sehr auf Wirtschaftlichkeit versteift. RPG ist sowieso ein undankbarer Markt. Einmal Cthulhu RPG gekauft und gut ist. Wenn alles eines haben, bekomme ich weder 4.000 oder noch 500 noch 50 mehr unters Volk.

    Aber nicht einmal das muss ich ja kaufen. Es gibt so viele Gratis RPGs, die in keiner Weiser schlechter (bzw. genauso schlecht) sind, als kaufbare RPGs.

    Was fehlt ist halt die Professionalität. Die gibts offensichtlich auch nicht bei den Verlegern. Jetzt meinte jemand vor ein paar Seiten, man müsse halt nur genug Geld im Kreislauf haben, dann kommen auch die Profis. Ich denke, das wird im RPG nicht funktionieren, weils ja schon an den Grundlagen mangelt, wo sollen die herkommen? Es müsste mehr in der RPG Entwicklung geschehen, aber da tut sich halt nix mehr. Das nachträgliche Ausschreiben ist ja nicht das Problem.
     
  16. Fimbul

    Fimbul Seltsam im Nebel...

    Es ging mir bei der Aussage allgemein um kreative Innovations- und Tatkraft und weniger um „Kickstarter“ speziell. In Frankreich gibt es ähnlich viele P&P-Übersetzungen wie in Deutschland, darunter auch zu solchen Systemen, an denen sich die deutschen Verlage verhoben haben, etwa „Dungeons & Dragons 4. Ed.“ oder die neue „World of Darkness“. Daneben existieren aber auch jede Menge professionell aufgezogene Eigenentwicklungen (einen Einblick gibt es hier verteilt über mehrere Seiten).

    Einige von diesen Spielen haben den Sprung in den internationalen Markt geschafft, wie „Agone“, „Quin“, „Yggdrasil“ oder eben „Shadows of Esteren“. Gerade „Shadows of Esteren“ finde ich dabei bemerkenswert, weil es meines Wissens von einer Gruppe Hobbyisten aus dem Boden gestampft wurde, die es auf Anhieb geschafft haben, ein international konkurrenzfähiges Produkt zu kreieren. Ob „Space 1889“ eine ähnliche Erfolgsgeschichte wird, bleibt abzuwarten. Bisher haben sich deutsche Versuche auf dem internationalen Markt Fuß zu fassen ja eher dadurch ausgezeichnet, daß man schwach angefangen und dann stark nachgelassen hat („The Dark Eye“, „Engel“).

    P.S.: Ich hätte hier gerne die ziemlich dilettantischen Youtube-Trailer von „Pegasus“ für „Quest – Zeit der Helden“ mit dem professionell aufgezogenen Werbevideo für „Shadows of Esteren“ kontrastiert (siehe hier). Leider sind die Trailer zu „Quest“ mittlerweile wieder aus dem Netz verschwunden und dies offenbar mit Absicht, wie die diesbezügliche Äußerung von Quest-Chefredakteur A. Dotor (siehe hier) vermuten läßt.
     
  17. BoyScout

    BoyScout Dhampir

    Zu SoE muss man aber sagen (das gilt aber auch für einige deutsche Neu-Veröffentlichungen), dass Hobbyisten und Kleinverlage in den letzten Jahren durch den technischen Fortschritt eine hohe Expertise im Fachgebiet "Blendwerk" erworben haben. Manchmal springen sie auch auf Trends auf wie z.B. aus aktuellen TV-Serien.

    Keines von den angeblich so konkurrenzfähigen RPGs hat sich länger als ein paar Wochen / Monate auf der Titelseite gehalten und ist dann sang- und klanglos wieder im Dornrösschenschlaf entschwunden, weil sich bei näherer Betrachtung eben nix dahinter verborgen hat. Und so doof sind auch keine reinen Anfänger, dass die weiter als über das bunte Hochglanzcover auf so etwas hereinfallen würden.

    Klar, die Spiele haben viele im Regal stehen, die darauf reinfallen. Nur spielen tut das dann keiner.
     
  18. Darkwalker

    Darkwalker Kainskind

    Auch wenn es gerade in eine etwas andere Richtung geht (Präsentation/Verkauf):

    Hier ist ein Problem das Rollenspiel-Verlage sich aus verschiedenen Gründen immer noch stark auf die tote zermahlene Bäume Methode der Präsentation versteifen. Die hat höhere Startkosten und laufende Kosten. Ausserdem ist da immer das Problem "zu viel/zu wenig gedruckt". Da die entsprechenden Läden immer mehr sterben ist es ggf. an der Zeit stärker auf "digital zuerst" zu setzen und sich über Amazon und den Kindle zu verbreiten. Nicht elektronisch verfügbar / stark verspätet so verfügbar war für mich am Ende ein Grund diverse Systeme NICHT in betracht zu ziehen. Bücher sind unbequem wenn man eh immer einen Tablet-PC im A4-Format dabei hat.
     
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  19. G.I.Giovanni

    G.I.Giovanni Michael Köning

    Schon 500 Seiten-Akten versucht hintereinander am PC zu lesen? Da sind Bücher/Akten für die Augen viel entspannter. Ich hätte keine Lust alle Bücher der WOD über den PC zu lesen, selbst kleinere Systeme wie Harnmaster oder Midgard; nein danke

    Klar unterwegs mal schnell zwei Steiten nachlesen und alle "Bücher" ohne sich einen Bruch zu heben mitzunehmen; klasse
     
  20. BoyScout

    BoyScout Dhampir

    digital wird das Buch nicht ersetzen, aber es hat zweifelsohne Vorteile und wenn man schlau ist, nutzt man beide Methoden. RPG Verlage nutzen häufig nur die Buchform.

    Digitalversionen könnte man zudem viel interaktiver gestalten und damit zeitgemäßer.
     

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