Rollenspiel in den Medien / der Pop-Kultur

BoyScout

Dhampir
kann mir ehrlich gesagt nur schwer vorstellen, wie die Show nicht peinlich werden kann. Das erzeugt bei mir keine "Hobby Zugehörigkeitsgefühl" sondern wirkt so, wie es aussieht. TV-Produzenten, die nichts mit Fantasy am Hut haben, wollen irgendwie auf der Welle mitschwimmen.

Ich hab Fort Boyard sowie auch American Gladiator und sowas gerne geguckt. Aber in keinem haben sie das Ganze so ernst genommen, wie hier und das wirkt in Kombination mit den Kinderspielen eben peinlich.
 

Cryn

Sethskind
Ja, klingt erstmal so, wie solche klassischen Shows, versucht dem ganzen aber irgendwie eine "ausgefeilte" Hintergrundgeschichte zu geben. Ich hab aber keine Ahnung, wie die tatsächlichen Challanges aussehen - so weit hab ich nicht geguckt, da immer dann, wenn es so aussah, als könnte sich so etwas wie ernsthafte Handlung oder Interaktionen in der Gruppe entwickeln, die Szene zuende war.
- Spieler erhalten eine mysteriöse Botschaft / Einladung in das Fantasy-Reich (Juhu, kann ja nicht fassen, daß mir sowas passiert - ich war ja schon immer der/die Außenseiter und finde Fantasy total toll)
- Spieler steigen in Katakomben, um der Botschaft zu folgen (ist ja alles total mysteriös hier, mal sehen wohin es geht)
- Spieler treffen sich, fahren auf einem Boot über einen unterirdischen See und treffen Abgesandte der Fantasy-Welt, die ihnen erklären, daß sie außerwählt wurden, um die Welt zu retten - folgt dem Weg und sucht den Typen sowieso, der euch weiterhilft
- Spieler klettern aus einer Tür in die Fantasy-Welt und werden von gesuchtem Typen erwartet, der natürlich beeindruckt ist, die Helden kennenzulernen
- auf geht es, es ist ein weiter Weg bis zur Burg sowieso, wo sie erstmal in Sicherheit sind
- im Wald erfolgt ein Überfall durch eine Art Oger (oder so), der sich einen der Begleiter-NSC schnappt und wegschleift, Devise des Tages ist aber weglaufen, also laufen alle weg. Einer der der Helden scheint zu zögern und sich darauf zu besinnen, daß sie ja Helden sein sollen und macht Anstalten umzukehren - Schnitt
- am Waldrand angekommen: da hinten ist das Schloss/Burg
- in der Burg angekommen, sind alle begeistert, wie toll das aussieht, Interview-Blende eines Heldens: ist alles so realistisch hier
- aus dem Off wird gleich verraten, daß nicht alle hier den Helden wohlgesonnen sind
- gleich darauf werden sie von der Wache von ihrem Führer getrennt (macht euch keine Sorgen, ich kläre das) und ein einen Hof gesperrt
- erste Fluchtpläne werden geschmiedet und verworfen, aber anstatt einfach mal die Leute agieren zu lassen, werden lieber Interview Blenden mit einzelnen Helden gezeigt und nochmal Details über die Leute erwähnt, die schon vor ein paar Minuten in den Zwischenblenden erzählt wurden
- Im Einzelinterview freuen sich die Helden darüber, daß sie jetzt so langsam mitbekommen, wie die anderen so ticken und das es ja total spannend ist zu sehen, wie die anderen sich so unter Druck verhalten - davon hat man als Zuschauer leider nichts, da er vom eigentlichen Geschehen im Hof, wo die Helden eingesperrt sind, immer nur maximal 2-3 Sätze am Stück gezeigt bekommt - danach darf wieder ein Held seine/ihre Gedanken vor der Kamera äußern

Solche Vorgehensweise mag ja das richtige Timing für eine Sendung, wo der Show-Charakter im Vordergrund steht OK sein, aber für eine Show, die den Zuschauer über die Helden in eine Fantasy-Welt entführen will, funktioniert das nicht. Vielleicht bin ich auch garnicht (mehr) die Zielgruppe für solche Shows (obwohl ich früher ganz gerne Fort Boyard oder Takeshi's Castle geguckt hatte)
 

Corbi

Glühwürmchen
The Quest soweit ich das verstanden habe eine Wettkampf-TV Show, bei der durch Aufgaben die Kandidaten eliminiert werden, bis nur noch einer übrig ist. Das ganze vor dem Hintergrund einer Fantasy-Welt, die die Kandidaten vor der Zerstörung durch das Böse retten müssen. Hört sich leider viel spannender an, als es tatsächlich ist.
Ich habe mir die ersten reichlich 10 min. der Show angesehen und sehe folgende Probleme:
- Die Kandidaten sollen die Welt vor dem Bösen retten und gleichzeitig gibt es ein Eliminierungssystem für Kandidaten - das ergibt für mich nicht so richtig Sinn
- Immer dann, wenn so etwas wie Immersion aufkommen könnte, wird der Ansatz zerstört, indem ein Szenenwechsel stattfindet oder schlimmer, einer der Kandidaten porträtiert wird (so wie bei Casting- oder Scripted Reality Shows), wo dem Zuschauer erklärt wird, wieso der/die Kandidatin eine besondere Affinität zu Fantasy hat oder was er/sie gerade denkt.
Ich sehe das ähnlich, die Gemeinschaft wird schnell aufgelöst und man fängt schon früh mit den Überlegungen an, wer ist hilfreich, wer nicht.
Die Wettkämpfe und die Eliminierung danach sind das Beste. Einfluss auf den Plot haben die Kandidaten nicht, sie sind immer dann, wenn was passiert, nur Zuschauer. Das ist doof und nimmt der Serie ein tolles Element.
 

Ioelet

I am Iron Man!
kann mir ehrlich gesagt nur schwer vorstellen, wie die Show nicht peinlich werden kann. Das erzeugt bei mir keine "Hobby Zugehörigkeitsgefühl" sondern wirkt so, wie es aussieht. TV-Produzenten, die nichts mit Fantasy am Hut haben, wollen irgendwie auf der Welle mitschwimmen.

Ich hab Fort Boyard sowie auch American Gladiator und sowas gerne geguckt. Aber in keinem haben sie das Ganze so ernst genommen, wie hier und das wirkt in Kombination mit den Kinderspielen eben peinlich.
American Gladiator war sowieso die wohl cooste Gameshow aller Zeiten.
Ich träume immer noch davon mich eines Tages mit ner Ballkanone von Deckung zu Deckung zu hechten um auf einen Gong zu schießen, der von nem Bodybuilder in Stars and Stripes mit Superheldennamen an der Ball-Minigun bewacht wird...
 

BoyScout

Dhampir
jetzt habe ich den "Artikel" auch mal gelesen (leider) und fasse ihn kurz zusammen:
Damals war D&D cool, aber eben nur als Underdog für uns chauvinistische, homophobe Nein-Sager Nerds, die Zahlen liebten. Gott Sei Dank haben wir uns alle in bessere Menschen verwandelt, die "multi-gendert" wurden und sich nur noch zwei Arten von Probenmodifikationen merken können, so dass uns die Öffentlichkeit nun cool finden kann.

Das habe ich mir immer gewünscht. :cry:
Ähm, nein. Zum Glück habe ich in anderen Runden gespielt. Cool war's (und ist es) aber trotzdem, aber es ist noch eine Menge Luft nach oben.
 

Kowalski

Rollenspiel ist kulturelle Appropriation
Ob die SPIELER COOL sind, das hat nichts mit Coolness des Spiels zu tun.
Man hätte die Nulpen auch in Fußballtrikots stecken können.
Und wer weiss, vielleicht sitzt da der nächste Gates oder Zuckerberg mit am Tisch.

Ausserdem hat Coolness heutzutage nicht viel mit Aussehen oder physischer Fitness zu tun.
Wenn einer davon der Crack bei League of Legends ist, ist er in seinem Spiel COOL.
Auch wenn er bei Geräteturnen eine Nulpe ist.
 

BoyScout

Dhampir
Kowalski schrieb:
Ob die SPIELER COOL sind, das hat nichts mit Coolness des Spiels zu tun.
Naja, wenn das Spiel aber die Denke eben jener wiedergibt (wobei WoTC es mMn diesmal andersherum versucht), dann ist das nicht mehr so eindeutig zu trennen.
 

Kowalski

Rollenspiel ist kulturelle Appropriation
Hahaha. Als könnte man vom Aussehen irgendwie auf die Gedankengänge und damit Coolness der Spieler ausgehen.....
Durch ein einen Spieleabend begleiten schon eher.
Und, nun ja, das was man als 11- oder 14-Jähriger als Cool empfindet, das ist was anderes als das was man mit 40 so als Cool betrachtet.

Die Frage ist, wenn sie so spielen das Alte Säcke das Cool finden.
Ist das dann auch Cool für Teenager????
  • Bestimmt nicht, wie LAAAAANGWEILIG!!!!!
  • Ja. Muß aber ein seltenes Pflänzlein sein
  • Vielleicht
Ich tendiere eher dazu das die Teenager hier anders gepolt sind als die erfahrenen Spieler, die letzteren lassen sich nicht mehr durch
  • mehr Monster
  • mehr Gold
  • mehr XP
blenden, wenn das Spiel ansonsten öde oder unnötig umständlich ist.
Und.
Sowieso.
Die Story macht die Coolness.
NICHT das System
 
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