Die Ethik der WoD

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Ja eben. Er ist ein Mensch, der von einem Vampir gewaltsam verändert wird und damit nun klarkommen muss. Sein Leben wurde vollkommen verändert. Das hinterlässt Narben.
Genau das passiert einem Menschen bei CtL auch.

Eventuell bin das ja nur ich, aber mir kommt es doch so vor als sei das einmalige Erlebnis der Verwandlung in einen Vampir ein bißchen was anderes als jahrelanges Leiden unter dem Keeper. Vielleicht bin ich aber auch nur ein bißchen empfindlich.
 
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Ich versteh den moralischen Standpunkt durchaus, und ich sag nicht, dass er Quark ist. Ich muss aber sagen, die bewegensten und besten Spielszenen, die ich bisher hatte, waren deutlich anders angehaucht.
 
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@m-bryo: Ich verstehe Sturmschwinge schion. Ich finde nur die Auswahl an Spielen seltsam, da es für seinen Spielstil weitaus geeignetere Systeme gibt als die WoD :)
 
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@Sturmschwinge: Ne, das würd ich gar nicht sagen, aber ich glaube Du vergisst, dass sich ein Changeling kaum an seine Zeit in Arcadia erinnern kann.

Und ich stelle mir das brutale Trauma des Sterbens und Sich-Veränderns unglaublich extrem vor. Dir wurde von jemandem etwas unfassbar grausames angetan, und häufig kannst Du kaum anders als ihn trotzdem zu lieben.
 
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@Sturmschwinge: Ne, das würd ich gar nicht sagen, aber ich glaube Du vergisst, dass sich ein Changeling kaum an seine Zeit in Arcadia erinnern kann.

Also in dem Regelwerk, das ich gelesen habe, steht, daß man sich an wenig erinnern kann, das aber schon grausam genug ist. Daß einem außerdem schmerzhaft bewußt ist, daß noch viel mehr und noch viel grausamere Erinnerungen unter der Oberfläche des Vergessens schlummern.
 
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Klar, das ist die Hölle. Aber man hat es eben hinter sich gelassen.

Im Gegensatz zum Vampir. Der muss immer wieder genau dasselbe tun, das ihm angetan worden ist. Das finde ich persönlich eigentlich eine viel schlimmere Vorstellung.
 
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Klar, das ist die Hölle. Aber man hat es eben hinter sich gelassen.

Im Gegensatz zum Vampir. Der muss immer wieder genau dasselbe tun, das ihm angetan worden ist. Das finde ich persönlich eigentlich eine viel schlimmere Vorstellung.

Ich finde, die Wechselbälger hat es da schlimmer erwischt. Ein Vampir stirbt nur einmal. (Okay, manche auch ein zweites Mal.) Ein Wechselbalg muss ständig Angst davor haben, wieder nach Arkadien gebracht zu werden.
 
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Ja, sterben muss er nur einmal. Aber auch erkennen, dass er genauso ein Monster geworden ist wie das Arschloch, das ihm das angetan hat. Er muss immer wieder zu den gleichen, grausamen Mitteln greifen, nur um zu überleben.

Die Changelings werden immerhin normalerweise nicht selbst wie ihr Keeper.
 
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Dafür in ständiger Schuld. Und das mit der ewigen Angst kommt auch früh genug, wenn man erkennt, das die einzigen, mit denen man nennenswerte Kontakte hat, alle verräterische Bastarde sind.
 
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Und wer nicht in ständiger Schuld lebt, der verfällt dem Tier. Auch nicht so toll. Und dann die tägliche Gefahr durch die Sonne, Einhaltung der Maskerade,....

Vampire sind die einzigen WoD-Kreaturen die potentiell ewig existieren lönnen. Dafür aber auch in ewiger Angst um ihre Existenz.
 
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Letztendlich ist es doch so: Jedes WoD-Spiel (abgesehen von vielleicht Mage, und noch nicht einmal da würd ich drauf schwören) beschreibt Themen, die zutiefst unangenehm sind. Ich erinnere mich an eine Promethean-Kurzkampagne, die war einfach zutiefst schrecklich. Keines der Spiele ist so, dass ich eine solche Existenz freiwillig wählen würde. Changeling ist nicht mehr oder weniger grauenvoll als Vampire.

Und diesen Effekt erreichen die SPiele nur, indem sie auf Themen anspielen, die einfach keinen Spaß machen. Ich finde gerade dieses Ausloten interessant (genauso wie ich es einfach interessant finde, reine Spaßspiele zu spielen, wo es mir nur um coole Geschichten und ein bisschen Action geht - aber da nehm ich nicht WoD, sondern meinetwegen Scion oder Exalted oder was weiß ich). Ich glaube nicht dass die WoD ohne Schmerz wirklich funktionieren kann.
 
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Ja, was denn nun? Erst erklärst Du lang und breit dass Du genau diese Kernthemen, die den Schmerz ausmachen, ausblendest, und dann jetzt doch? Welche Art von Schmerz baust Du dann denn ein?
 
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Ja, was denn nun? Erst erklärst Du lang und breit dass Du genau diese Kernthemen, die den Schmerz ausmachen, ausblendest, und dann jetzt doch? Welche Art von Schmerz baust Du dann denn ein?

Du scheinst nur das zu lesen, was Du lesen möchtest.

Ich habe explizit und mehrfach gesagt, daß es Themen gibt, die an meinem Spieltisch für die SCs nicht vorkommen. Das sind unter anderem Mißbrauch von Kindern oder Vergewaltigung. Deshalb kommen Spiele wie CtL oder LF für mich eher nicht in Frage.

Ich habe nie gesagt, daß in meinen Spielrunden keine emotional fordernde, gravierende und einschneidende Dinge passieren. Themen wie Verlust, Schuld, Sühne usw. sind (natürlich) in einem Erzählspiel immer präsent, genauso ethische Entscheidungen. Soll ich meine Freunde verraten zu meinem eigenen Vorteil? Soll ich meinen Erzeuger (den ich liebe) hintergehen, um endlich von ihm loszukommen? Usw. usw.

Was ist daran jetzt so schwer zu verstehen?
 
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Warum die WoD spielst, Herrgottnochmal, eine Frage, die Du mir einfach immer noch nicht beantwortet hast. Warum Vampire spielen, wenn man die Jagd (mit ihrer deutlichen Vergewaltigungsebene) völlig ausblendet? Es geht um VAMPIRE, und nicht um zufällig Unsterbliche, die halt hinterhältige Politik machen.

Davon abgesehen - CtL muss doch überhaupt nichts mit Kindern zu tun haben, hat es sogar meistens nicht, und Vergewaltigung muss man da schon absichtlich einbauen.

Ich versteh es einfach nicht!
 
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