[22.05.2008] Der Ball - Das Atelier

Mitra

Titan
#StandWithUkraine
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Bestehend aus vier kleinen Räumen die mit Kunstwerken ausgestattet sind. Es gibt ein Zimmer für Gemälde, eines für Bildhauerei, eines mit der bronzenen Statue eines in kampfpositur befindlichen Mannes und ein letztes mit einer ausgewählten Sammlung moderner Schriftsteller.

Sollte man ein vertrauliches Gespräch unter vier Augen führen wollen, ist man an diesem Ort genau richtig. Abgeschieden genug um nicht gehört zu werden aber auch ausreichend offen gestaltet um einen sich nähernden Zuhörer rechtzeitig zu erkennen.
 
Jenny mied fürs Erste die eher besser frequentierten Orte und steuerte direkt unter Deck. Ohne sich deswegen lange einen Kopf zu machen ließ sie sich von ihrem Gefühl (oder einfach nur dem Zufall) leiten und landete schlussendlich in einem Raum der hochtrabend als Atelier ausgezeichnet worden war. Die Gemälde an der Wand waren bunt und langweilig, die Büsten eben nur das was sie waren - steinerne Köppe und der ganze Rest.. nun ja... Schnarch!

Einzig die Bronzestatue, zentral im Raum stehend und lebensgroß, weckte das Interesse der Caitiff. Irgendwie schien sie extrem lebensecht zu wirken. Dabei war ihre äußere Form eher grob und rauh gehalten. Ganz anders als die einhundertmal sorgfältig überpolierten Statuen die sonst noch so in diesem Raum standen.

Jenny schnippte nach einem der herumlaufenden Bediensteten. "Hey Kumpel! Kannst du mir mal nen Aschenbecher bringen? Ich würde jetzt gern eine Rauchen und würde dem Kerl hier nur ungern in seine bronzenen Griffel aschen."

Der angesprochene Kellner war sichtlich entsetzt. "Meine Dame, rauchen ist hier an Bord nicht gestattet. Bedenken Sie doch bitte all die Kunstwerke..."

Die Antwort bestand in einem freundlichen Kichern. "Ich bedenke! Und ich werde rauchen, ob du mir nun einen Aschenbecher bringst oder nicht. Wenn dir die Kunstwerke hier tatsächlich etwas bedeuten, schlage ich vor du machst nen schnellen Fuß!"

Der Mann rauschte davon.
Jenny sah sich um ob ihr jemand gefolgt war mit dem sie in paar Worte wechseln konnte.
 
Michael würde erst mal seiner Primogena folgen, außer sie würde ihm zu verstehen geben, dass dies nicht gewünscht sein, alleine schon deswegen, da sie es bis heute nicht für nötig befunden hatte Vicente und ihn überhaupt über die anderen Kainiten der Stadt, deren Status und Besonderheiten in Kenntnis zu setzen.
 
Gut, damit hatte sich dann das Thema Jenny fürs erste erledigt und die würde auf Caitlin warten.
 
Jenny war kaum ein paar Tage im Amt und hatte eine Menge Zeug zu erledigen gehabt. Die Nächte waren aufregend, turbulent und arbeitsreich gewesen. Michaels kleinkrämerischen Beschwerden waren wohl genau das, was die Caitiff in diesem Moment gebrauchen konnte. Nicht nur, weil eine lange Einführung zeitlich bisher noch nicht umsetzbar gewesen war, sondern auch weil der Arzt ihr damit zu verstehen gab das er sich seit seiner Ankunft um rein gar nichts gekümmert hatte.

Ein diesbezüglicher Spruch könnte interessant werden, wenn einige Mitglieder des Clans Caitiff endlich lernten, dass sie für sich selbst zu sorgen hatten. Teil eines Clans hieß nicht, dass einem bei jeder sich bietenden Gelegenheit der Mund abgewischt wurde, sondern das alle Clangeschwister an einem Strang zogen, sich bemühten und aktiv an einem Fortschritt für den Clan Caitiff arbeiteten.

Wer verhätschelt werden wollte, konnte ja bei den Toreador nachfragen. Oder nein, dort war Helena jetzt am Ruder. Die hatte für solche Quengeleien sicher auch nicht sonderlich viel übrig.

Jenny entdeckte Michael und begrüßte ihn mit einem Lächeln.

"Schön dich zu sehen! Hat Vicente dich darüber informiert, dass euch für die nächsten sechs Stunden das Betreten des Cafe de Trois verboten ist? Außerdem spreche ich dir hiermit eine Rüge aus. Dafür, dass du dich gegen den Samedi gestellt hast."

Mit einem breiten Grinsen unterbrach Jenny ihren Monolog.

"Ich weiß das es Scheiße ist und ich werde mich darum kümmern, dass dieser Lych sich euch gegenüber zukünftig besser benimmt. Aber fürs Erste muss ich in dieser Weise reagieren. Wenn ich der Beschwerde meines Geißelkumpels nicht nachgehe, wird er mir einen Strick daraus drehen und es gegen uns verwenden. So habe ich reagiert, euch ist nichts wirklich schlimmes widerfahren und nun werde ich mir den Typen nachher suchen und ihm seine Beschwerde so tief in den Rachen stopfen, dass meine Hand an seinem Arsch wieder herausguckt!!!"

Das Grinsen wurde breiter.

"Du wolltest etwas sagen?"
 
Michael war es tatsächlich gewohnt, dass die Familie wenn in der Stadt dort jemand schon anwesend war, einen Abriss der kainitischen Gesellschaft der Stadt gab. Das Ableben oder der Ärger welcher ein neues Familienmitglied kurz nach seiner Ankunft bekommen hatte, welches gut zu vermeiden gewesen wären, lässt dann immer einige Frage offen. Dies wirft fast immer ein schlechtes Licht auf die ortsansässigen des Clans.

Wenn der Prinz irgendwelche Neuerungen einführte und dies den Primogene mitteilte, sollten die dies im Clan weiter veröffentlichen. Er fand es etwas befremdlich, dass eine fremde Primogena mehr über Andeutungen erzählt hat als die eigene Vertreterin.

Für Michael war es der Etikette entsprechend, dass man gerade an Anfang einer offiziellen Veranstaltung sich als Clanmitglied bei seiner Primogena aufhält, außer sie gab einem zu verstehen, dass dies unerwünscht sei und nicht einfach alleine auf Tour ging.

„Ja, wenn Du erlaubst.“ Michael wartete einen kurzen Moment auf die Genehmigung seitens von Jenny. „ Herzlichen Glückwunsch zu neuen Amt; viel leiser sagt er noch, „oder besser mein Beileid?

Vicente hatte mich schon in Kenntnis gesetzt, danke für Dein Entgegenkommen.“ Dies meinte Michael wirklich ehrlich. „Wenn der Herr in der Geschwindigkeit sich Freunde macht wie er gestern getan hat, denke ich wird sich das Problem von selber erledigen. Mit etwas Glück hat er sich gestern gleich drei Freunde gemacht mit Pech nur Einen. Von der Vorfall mit den Werwolf hast Du sicherlich schon gehört.“ Oder? „Seine Einmischung auch noch zu Gunsten einer Person, welche dem Ansehen über ihm steht, kann auch recht einfach andres deuten. Die Seneschal, Regentin und Primogena des Clan der Tremere wird ihre Angelegenheiten sicherlich gut und ohne weitere Hilfe selber klären können. War dies ein versteckter Vorwurf, er hält sie für unfähig und hilfebedürftig. Nicht dass dies meine Meinung wäre.“ Aber er vielleicht. „Und auch der Sheriff könnte dies sicherlich auch als einen Eingriff in Kompetenzbereich sehen, wenn er so deuten möchte.

Wenn Du eine Frage erlaubst, welche Aufgaben hat in Finstertal eine Geißel?“ Michael kann sie nur als widerliche Personen ohne großes Benehmen, welche Kainten nachstellten, die sich nicht nicht vorgestellt hatten. Kompetenzen gegenüber legalen Mitgliedern der Domänen hatte die Geißel eigentlich nicht. Michael war auch mehr als verwundert, dass eine Primogena dieses Amt übernahm. Hätte er gewusst, dass vorher noch der Primogen der Brujah im Gespräch war, hätte er langsam Finstertal noch weit weniger verstanden. Im Amt der Geißel sah Michael kein Ansehen und vielen anderen Städten war dies auch so. Drecksarbeit, die eigentlich kaum einer machen könnte.


In Finstertal war scheinbar alles andres als im Rest der Welt.
 
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Die erste Reaktion bestand in einem kurzen Schulterzucken.

"Ich weiß nicht ob ich mich freuen oder es bedauern soll. Letztlich hilft es dem Clan. Wir Caitiff leben wesentlich freier ohne die Bedrohung einer Geißel. Wenn ich an meine alten Tage in Hamburg denke, kann ich darin eigentlich nur einen Vorteil sehen. Möglicherweise gelingt es mir, dem Amt ein wenig seiner Würde zurückzugeben und es in dem Sinn auszuüben für das es einmal gedacht war."

Plötzlich lachte die Anarche auf. Kurz und schallend.

"Mist! Verraten! Ja, ich kenne die Regeln der Camarilla in- und auswendig. Man hat Jahre darauf verwandt sie mir immer und immer wieder in den Kopf zu hämmern. Tu mir aber bitte den Gefallen und sag es keinem. Ich mag es, wenn die anderen denken das ich von nichts ne Ahnung habe. Eine der wichtigsten Waffen in einem Kampf ist Wissen. Oder in meinem Fall die grobe Fehleinschätzung meiner Person als dumm, spontan und unwissend. Also kein Wort darüber, ja?"

Der Mund der Caitiff schloss sich und hinterließ nur ein interessiertes Lächeln, während Michael von Lychs FauxPax im Cafe des Trois sprach.

"Ja, ich habe davon gehört. Keine Ahnung was er damit bezwecken wollte? Aber ich würde den Kerl trotzdem nicht unterschätzen. Ich habe das Gefühl, als stecke eine Menge mehr hinter seiner verfaulten Fassade als wir bisher sehen konnten. Nun müssen wir nur noch herausbekommen ob es was gutes oder etwas schlechtes ist? Immerhin ist er kein Camarilla-Heini, was ihn für mich direkt sympathisch macht."
 
Vicente folgte Jenny im respektvollen Abstand und begab sich damit gleichfalls in das Atelier.
Seine Aufmerksamkeit verfing sich an einem der Gemälde. Der Italiener hielt ein, blieb stehen und betrachtete die Leinwand. Es lag eine gewisse Faszination darin wie der Pinselstrich geführt wurde. Die Erhebung der Farbe, die dem Bild eine weitere, nahezu haptische Bedeutung gaben. Die Furchen die es zog, der Aspekt das es sich im Laufe der Zeit wandeln würde. Vergehen. Letztlich sterben. Die Frage in wie weit ein Abbild verblieb, war nicht zu letzt von der Erinnerung geprägt. Die Unterschiede zwischen dem was man sah und wie es erinnert wurde durchaus prägnant.

Der Caitiff verharrte regungslos vor dem Bild. Herausgeputzt in dem weißen Anzug, stilsicher frisiert hinsichtlich des äußeren Erscheinungsbild mochten für einen kurzen Moment Zweifel an der Clanszugehörigkeit kommen welche nicht dem üblichen Vorwürfen entsprachen. Es war ein kurzer Moment für den man die unheimliche Aura des Mannes ignorieren mochte. Letztlich umgab sie ihm, verband sich scheinbar mit dem Bild zur Frage ob es von diesem ausging oder von ihm.

Die Geräusche des Gesprächs aus dem Nebenraum drangen überaus dumpf, undeutlich an das Ohr Vicentes. Verschafften ihm jedoch während der Betrachtung der Zeichnung die Erkenntnis das er allein war. Den Blick auf das Bild gerichtet atmete er ein, hielt es, bevor er die Luft entließt. Ruhe. Dafür war der Abend nicht geschaffen. Die Gesellschaft, die Aufmerksamkeitsgeilheit der Künstler, jener die Blut tranken und sich doch als Menschen sahen.

Für weitere Momente gönnte er sich den Trotz schlichtweg zu verharren. Sich dem Tanz der Eitelkeit, der Imitation des pulsierenden Leben zu entziehen.
Vermutlich stellte die Betrachtung des Bildes die einzige geistige Herausforderung, die Möglichkeit des Studiums dar.
Sicherlich nicht die Gegenwart der eitlen Gecken der sich an ihrem Lohn vergriffen. Die nichts säten und doch ernteten.

Er hob die Hand zum Kinn, den Blick weiterhin dem Anschein nach vom Bild gefesselt. Gönnte sich eine kleine Bewegung der Hand. Das kleine Spiel der Maskerade sollte es der Prinz belieben Menschen zu der Veranstaltung zu laden. Ob Toreador die Starre vortäuschten um sich der Oberflächlichkeit zu entziehen, dem Mangel an geistig ebenbürtigen? Die Hand sank herab und er legte den Kopf schief, als würde der neue Blickwinkel mehr der Kunst offenbaren. Vermutlich nicht. Vicente gönnte sich ein kleines Seufzen.
 
Mein liebster Freund ist auch schon da, aber diesmal wohl alleine. Er nickte Vicente höflich kurz zu.

„Ich werde schweigen wie ein Grab,“ Michael lächelte Jenny leicht an, meinte dies aber vollkommen ernst. Wissen ist Macht, Nichtwissen macht nichts, aber im Zweifel nur einmal. „Kann ich Dich morgen früh besuchen kommen?“ dann frage ich Dich wenn Du alleine bist. Damit war das Thema die Kompetenz der Geißel für Michael erst mal erledigt, auch er den Samedi lieber gestern als heute wieder gehen sehen würde. Ist ja nett, wenn sich Jenny darum kümmern will, aber selber ist die Frau oder der Mann. Man muss wirklich bei jeder Kleinigkeit zum Primogen rennen. Zumindest hatte Michael dies andres gelernt. In anderen Städten hätte Michael erst gar nichts auf das Geschwätz der Geißel gegeben oder sich nach ihr gerichtet, aber in Finstertal, man weiß ja nie. Primogene als Geißel davon hatte er noch nie gehört. Merkwürdig und oder verrückt.

„Ich unterschätze ihm auch nicht, man sollte niemanden unterschätzen,“ dies kann immer tödlich enden. „ Auch wenn bisher hat er sich nicht wie der geborene Diplomat verhalten“ und dies war noch höflich ausgedrückt.

Kommen wir mal zu wichtigen Punkten.

„Gab es auf der Sitzung am 20.5. etwas was das Fußvolk wissen sollte oder wissen muss?“

Michael schaute weiter Jenny. Wie war dies mit neuen Wesen, warum sollte gerade die Noir , da eine Ausnahme machen. „Oder gibt sich der Prinz die Ehre alles selber zu verkünden?“
 
"Danke!", entgegnete Jenny nur.
Danach war der Teil mit ihrem kleinen Geheimnis für sie erledigt.

Blieb Michaels Frage.
"Ehrlich gesagt weiß ich nicht, worüber Prinz Cruiz heute Abend berichten will? Oder ob sie überhaupt etwas sagt?", Jenny zuckte mit den Schultern. "Wenn du nichts dagegen hast, warten wir ihre Eröffnungsrede ab und sprechen danach. Vielleicht haben wir bis dahin alle neue Erkenntnisse oder Informationen? So oder so, ich werde euch nichts verheimlichen. Aber ich wette, wir haben nach dem Sprech der Chefin eine Menge was diskutiert werden kann!"

Nach den Worten sah sie zu Vicente hinüber.
"Wäre das für dich auch ok?"
 
Du bist der Boss, also trifft Du die Ansage. Michael nickte nur kurz in Richtung Jenny, dass dies für ihm ok war. Ansonsten würde er jetzt warten bis jemand der anderen Beiden hier Smaltalk machen würde. Die Statuten fanden bei Michael kaum Interesse, aber wenn er sich Kunst ansehen mochte, was sicherlich auch seinen Neigungen entsprach, bitte nicht im Haifischbecken, da achtet man lieber auf andere Dinge, nicht gefressen zu werden.

Dann mal schauen was weiter passiert und wann man hier verschwinden kann ohne einen schlechten Eindruck zu hinterlassen.
 
Vicente hatte sich schließlich dazu entschieden sich vom Bild loszureißen, am Ende würde es ein schlechtes Licht auf den Clan werfen. Seine Primogena bloßstellen.
Bedachten Schrittes ging er auf die Quelle des Geräusch zu, trat in den Raum der Skulpturen ein. Der Blick glitt an den geformten Körpern entlang, fand jedoch nicht den Tod um sich daran mit Interesse festzuhalten. Nachbildungen des Lebens, im besten Fall. Nicht einmal das Monument einer Existenz. Der Nekromant zweifelte daran das die Werke nachhallen würden. Vielleicht lag es auch an der Präsenz weiterer Toter im Raum deren Gespräche Aufmerksamkeit forderten. Der Unwille zur Gesellschaft rang mit der Verpflichtung und zu letzt ob siegte letztere. Natürlich.

Die Gesprächsfetzen wurden aufgesogen, in einen Kontext gesetzt. Der Körper und der Blick den Beteiligten zugewandt.
"Natürlich ist es das." entgegnete er auf die Frage Jennys. Er korrigierte seine Haltung leicht, darauf bedacht natürlicher zu wirken. Seine Umgangsformen erinnerten ihn daran das es selten auf Galen und dergleichen Ereignissen angemessen war einsilbig zu sein. "Die Belange sollten zudem ohne hin allen von unserem Blut mitgeteilt werden. Sie einzeln in vielen kleinen Kreisen zu verteilen erscheint mir unangemessen. Sowohl den Anderen gegenüber als auch hinsichtlich des Aufwands."
 
Also war jetzt eine Runde Schweigen angesagt. Da Michael es als sehr unhöflich betrachte sich jetzt hier die Statuen anzuschauen, verharte er und machte ein freundlichen Gesicht zum bösem Spiel.

Könnte die Prinz nicht den Ball eröffnen, dann hätten wir wenigtens dies hinter uns.
 
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Vicente sah zu Michael. Rechnete eigentlich damit das er das Wort ergriff, das Gespräch fortführte. Der Höflichkeit halber. Der Blick war fragend, dann resigniert.
Vicente atmete bewusst ein, wieder aus. Etwas das ihm nicht unbedingt zu eigen war und das man als seufzen werten konnte.

"Was natürlich nicht heißt das Schweigen angeraten ist." durchbrach der Italiener mit Worten Michaels Schweigen.
"Ich hoffe die anderen finden sich noch?" Er gönnte sich ein Blick zu den möglichen Eingängen. "Es wäre vielleicht nicht schlecht wenn wir als Clan zeigen könnten das wir zusammenstehen." er hob die Schultern leicht an, ließ sie wieder sacken. "Mag eine alte Sichtweise sein, aber Ventrue und Tremere werden es wohl rausputzen. Sich allein damit vor andere stellen die einfallen wie Blätter neben einem Baum." Er legte den Kopf leicht schief. Ahh, wie sehr er doch das parlieren über so wichtige Themen liebte.
"Wir könnten uns auch zum Ballraum begeben? Ein Redner ohne Publikum ist selten gut gelaunt und ich mag nicht auch noch ihrer Exzellenz die Laune verderben."
 
Michael wollte gerade auf Vicnetes Vorschlag antworten als sich sein per Vibration heftigst meldete.

So ein Mist auch dies noch, wr wollte denn jetzt was vom ihm? Was nun, da war guter Rat teuer. „Wir könnte uns die Statue berachten und ihre künstlerische Intention ermitteln.“ Michael drehte sich zu der Bronzestatue hin und machte einen Schritt auf diese zu. Dann nästelte er sein Handy soweit heraus, so dass er die Nummer erkennen konnte. Noch besser unkannt, die Nummer sagte ihm absolut garnichts. Lassen wir den Ruf erst mal durchgehen und rufen dann schnellsmöglich zurück. Michael wußte schon, warum er Bälle nicht mochte, reine Zeitverschwendung und zudem bei Kainiten noch nicht mal eine Angenehme.

Fangen wir mal an, „hier die beeindruckende Bronzestatue Perseus von Benvenuto Cellini, ich vermute ein Nachguss. Perseus, eine Figur der griechischen Mythologie, ist hier dargestellt, nachdem er mit seinem Schwert den Kopf der Medusa abgeschlagen hat, den er triumphierend zur Schau stellt. Soll ich noch weiter dazu referieren?“
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Garbriela würde ihm wohl die Ohren mehr als lang ziehen, wenn er dazu nichts weiter ausführen könnte.
 
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Während Vicente und Michael noch über ihren Auftritt beim Ball stritten klingelte Vicentes Telefon.Fonti war am Apparat. Nichts mehr von hochtrabendem Gehabe, die Arroganz und der Dünkel von Macht waren verschwunden, stattdessen war die Stimme von Tränen fast erstickt.
"Vicente, mein Freund, wir brauchen Dich...ich brauche Dich und Deinen Arzt. Die Bullen, diese Schweine, sie haben uns angegriffen...sie haben einfach in die Menge gefeuert...meine Tochter und mein Sohn, beide noch Kinder, sie sind tot...von Kugeln zerfetzt...meine Frau ist schwer verletzt...ich gebe sie nicht in die Hände der Ärzte die ja doch nur mit der Polizei unter einer Decke stecken. Zwei meiner Leute sind auch verletzt...es geht jetzt um Leben und Tod...kommt zur Finster an den Anleger 7...bitte...wir brauchen Dich."
 
Vicente war einen Moment von der Ausführung Michaels irritiert. Betrachtet er die Besprechung von Kunst wichtiger...?
Die Vibration des Telefons riss ihn aus seinen Gedanken. Der Italiener nahm das Handy aus der inneren Jacket Tasche und stellte bereits beim Griff irritiert fest das der Tausch des Gerät mit seiner Frau offensichtlich nicht geklappt hatte. Hastig trat er einige Schritte zurück. Er nahm das Gespräch an, meldete sich nur mit einem knappen 'Rosselini' und lauschte.

Der Blick Vicente während Fonti berichtete haftete sich an Michael während die Gedanken des Caitiffs rasten.
Weniger des Mitgefühl wegen als weil er wusste was es für folgen hatte wenn er Fonti abweisen würde.
"Meine Situation ist kompliziert." Stellte Vicente nüchtern auf italienisch fest. Eine Untertreibung konnte er nicht absehen ob die Entwicklung um Anna oder die Schmährede von Lych Einfluss darauf hatte ob der Prinz seine, ihre Abwesenheit bemerkte. Zudem stand er unweit der Primogena die ihnen gedroht hatte sie, für Taten ihrerseits welche das Ansehen der Caitiff beschädigten, zu vernichten.
"Lass mich bitte kurz sehen ob ich den Dottore erreichen kann." (Doktor) Der Blick der an Michael haftete kündigte diesem wohl bereits mit Trompeten an was anstand, geschehen musste.

Vicente nahm das Handy leicht herab. Er erinnerte sich daran das Michael einen riesigen Aufstand um seinen Namen gemacht hatte.
"Fratello!" (Bruder!) Die Ansprache allein hätte wohl Kohlen in das Feuer der Verdächtigungen nachgelegt. Wäre Kiera oder Helena da. Vielleicht entzündete es welche bei Jenny? Vicente nahm es in Kauf.
Ein kurzer Blick zu seiner Primogena, dann sprach er auf deutsch an Michael gerichtet weiter.
"Eine Mutter, deren beider Kinder heute Nacht ermordet wurden, hat schwerste Verletzungen erlitten. Sie wird sterben wenn wir nicht sofort aufbrechen. Wirst du mitkommen?"
Er hatte entschlossen gesprochen, die Haltung war angespannt, das Schauspiel das er bot blätterte ein stückweit ab.
Es lag mehr als Nahe das Vicente plante selbst ohne Michaels Beistand zu handeln. Ein weiterer, kurzer Blick zu Jenny. Dann wieder auf Michael gerichtet.
 
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Worst Case, super! Und Nun? Guter Rat war teuer.

Der einzige Vorteil war, dass Michael gerade hatte angefangen vorzutragen, so das er sowohl Vicente als auch Jenny in Blick und nicht zwischen ihnen hin und her schauen musste. Mal sehen wie Jennys Reaktion ausfallen würde.

Wie sich Michael entschied war ihn klar, hoffentlich nicht auch allen anderen, hier im Raum.

Wäre die Situation nicht ernst, wäre er belustig wie emotional Vicnete auf einmal reagieren konnte, fast menschlich. Vielleicht ist da noch nicht jede Hoffnung verloren, wer weiß?
 
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"Ich denke, dass unsere Prinzessin noch etwas warten wird bis sie zu ihrem großen Auftritt kommt. Steigert die Spannung und so. Aber du hast Recht wir sollten zum Ballsaa..."

Das Klingeln eines Telefons unterbrach die Primogena im Satz. Sie nahm es nicht übel und wartete geduldig bis Vicente das Gespräch beendet hatte. Das er Michael nur Sekunden darauf als Bruder bezeichnete fiel ihr nicht auf. Jenny sprach kein Italienisch und hatte außerdem keinen Grund ihren beiden Freunden gegenüber Misstrauisch zu sein. Und selbst wenn sie es verstanden hätte. Sie selbst kam aus der Anarchenscene in der man sich nicht selten als Genosse, Kamerad oder ebenfalls als Bruder bezeichnete. Also nichts ungewöhnliches unter Weg- und Waffengefährten und schon gar nicht unter verbündeten Caitiff.

Jenny erinnerte sich daran, wie wichtig Vicente die italienischen Bürger Finstertals waren. Auch so etwas wie Brüder. Schon zuvor hatte es deswegen einige hitzige Gespräche gegeben.

"Wenn ihr jetzt abhaut, wird man uns einen Strick daraus drehen. Ich will gerne versuchen mich schützend vor euch zu stellen, aber ich fürchte dass ich nicht viel ausrichten kann. Man hat ein Auge auf uns und längst nicht alle Vampire in der Stadt sind begeistert darüber, dass wir als Clan anerkannt wurden."

Die Caitiffprimogena überlegte kurz.

"Ich werde euch nicht aufhalten! Tut war ihr tun müsst! Aber seid euch der Konsequenzen bewusst!"
 
Vicente Haltung behielt die Anspannung. Er hielt das Handy mit beiden Händen, verdeckte das Mikrophon dergestalt das Fonti Fragmente mit bekam, jedoch nicht alles. Ganz sicher nicht das von Vampiren gesprochen wurde.

"Vielleicht mit der Strafe. Die Aufforderung zu gehen?" Die Gedanken rasten. Er hatte Mühe investiert. Jede Nacht in der nicht gerade ein massives Geister-Problem vorherrschte hatte er sich um die Beziehung zu dem Mob bemüht. Lief größtenteils auf. Die Mühe würden nichtig wenn er hier blieb.
Andererseits war die Gefahr seitens des Prinz mehr als valide. Für ihn. Für den Clan. Für seinen Bruder.
Wenn ich nur von dieser verfluchtem Boot kommen würde! Die Mine wirkte wie versteinert. Er musste auch Stunden mit dem Anruf warten. Der Italiener suchte einen Ausweg aus der Misere. BOOT!

Die Pupillen weiteten sich bei der Idee. Er befreite das Mikrophon, nahm das Handy hoch.
"Freund." Es war knapp gehalten. Mehr ein Zeichen das er wieder mit Fonti sprach. Auf Deutsch. Ein Blick zu Jenny. Er wollte verstanden werden.
"Ich bin in Burgh. Jachthafen. Der Doktor auch. Es ist schwierig, so direkt,.. Ist es möglich deine Frau. Die Verletzten. ... Zu transportieren? In der Nähe anzulegen?" Er presste die Zähne aufeinander. Der italienische Akzent presste sich aufgrund des Stress stärker hervor.

Die dunklen Augen bohrten sich in Michael. Eine kurze Bewegung über das Bedienfeld. Fonti würde sie nicht hören können, jedoch sprechen.
"Michael. Ich werde versuchen die Frau zu retten. Mit meinen Fähigkeiten. Soweit es in meiner Macht liegt.. " Und wenn sie ein Ghul wird "Du musst nicht.. Es ist meine Schuld wenn sie stirbt." Der Blick hielt an Michael fest. "Es ist besser wenn du bleibst. Ich musste fragen. Für meinen Freund." Die Haltung gefror regelrecht. Michael einzubinden um Menschenleben zu retten verstieß bereits gegen seine Überzeugungen. Selbst zu heilen. War eine Perversität. Andererseits lag kein Sinn darin seinen Bruder, die Caitiff, für seine Beziehung zum Mob mit zu reissen. Beziehungen bei denen er zu letzt als nicht zugehörig bezeichnet wurde.

Er nahm das Handy höher, zum Ohr. Wartete. Schickte ein Stoßgebet los. Das Telefon knackte, Fonti sprach. Vicentes Gesicht blieb versteinert. Er schüttelte leicht den Kopf. "Wir. Ich muss fahren."

Ein Gedanke kam auf, kurz zog er die Stirn kraus. Fonti hatte mehr als einmal auflaufen gelassen. Deutlich gemacht das er sich nicht darum scherte das er in Italien über Jahrzehnte dabei war, als rechte Hand fungierte. Er hatte ihm zuletzt gesagt das er weniger angesehen war als ein einfacherer Soldat, als jemand der nur zu arbeitete. Das er nicht zur Familie gehörte.

Vicente nahm das Handy wie an. "Brauchst Du nur den Doktor? Meine Situation, als auch die des Doktors, ist, wie gesagt, kompliziert." er fragte auf italienisch und in seiner Stimme lag eine schneidende Kälte. Man konnte erahnen wie er zum Rufnamen 'Leiche' gekommen war. Michael konnte unter Umständen bemerken das es kaum die Fürsorge um ein menschliches Leben waren die den Nekromanten antrieben. Wohingegen Fonti ahnen konnte was passiert wenn er das kompliziert aufgriff und Vicente eine weitere Absage erteilte.
 
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