[17.05.2008] Gerechtigkeit...

"Sie waren dabei, Frau Dragomir! Erklären Sie sich! Wie lautet Ihre Einschätzung, ich wäre sehr interessiert? Oder ist es Ihnen zuviel sich umfassend zu äußern? Sie haben fundierte Kenntnisse und haben das Toben der Garou, der Lasombra und Zachariis aus nächster Nähe miterlebt. Schieben Sie die Verantwortung nicht immer auf andere. Sie wollen Prinz werden, ich schlage vor Sie beginnen damit, sich wie einer zu verhalten!"

Diesmal blieb Lena sitzen, sich erneut zu erheben erschien ihr in dieser Situation falsch.

"Ich mag ein Küken sein, doch bin ich auch über einhundert Jahre alt. Seit den frühen zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts stehe ich in den Diensten Oliver Buchets, wurde durch ihn erzogen und ausgebildet. Ich habe über Jahrzehnte hinweg als Hüterin im Cafe de Trois gedient und mich an den politischen Arbeiten meines heutigen Mannes beteiligt. Seit mehr als achtzig Jahren nun schon habe ich engen Kontakt zur Welt der Kainiten. Ich lebe seit einer halben Ewigkeit hier in Finstertal, ich kenne die hier lebenden Vampire, sogar jene die verborgen sind. Ich habe Zugang zu den Kontakten meines Mannes in die Welt der Sterblichen und kenne viele der benachbarten Prinzen aus persönlichen Treffen. Sie, Frau Dragomir mögen älter sein als ich, vielleicht sogar tatsächlich klüger und besser geeignet als Anführer dieser Stadt, aber ersparen Sie uns allen hier Ihre spitzen und unbewiesenen Behauptungen!"

Warum mussten Diskussionen wie diese immer in Anfeindungen enden?

"Bezüglich meiner zeitweisen Besessenheit, bitte ich Frau McKinney in aller Form und aus tiefstem Herzen, den hier anwesenden Kainiten rückhaltlos und ehrlich die Ergebnisse ihrer Überprüfung mitzuteilen. Ich weiß, dass noch immer etwas Dunkelheit in mit steckt. Allerdings bestimmt sie weder mein Denken, noch mein Handeln. Ich bin, wie ich bin! Aber ich bin noch immer die Alte! Wenn es unter Ihnen jemanden gibt, der daran zweifelt, so möge er gegen mich stimmen. Außer der Aussage Caitlin McKinneys habe ich keine Beweise vorzubringen..."

Blieb Helenas Frage.

"Helena, Sie haben mich gefragt in wie weit ich für das Handeln der Lasmobra in mir mitverantwortlich bin? Das ist eine sehr gute Frage! Als diese Frau sich in meine Seele drängte, verlor ich jegliche Macht über meinen Körper. Ich saß sozusagen als Zuschauer in meinem eigenen Kopf und konnte doch nicht eingreifen. Jeden Tag stelle ich mir die Frage, ob ich nicht mehr hätte kämpfen können, nicht mehr hätte tun können um mich von dieser Besessenheit zu befreien. Wie gerne würde ich behaupten, dass ich alles nur menschenmögliche versucht habe und gekämpft habe ich tatsächlich. Nur ob es wirklich genug war? Ich weiß es nicht! Wie kann man jemals sagen, alles versucht zu haben, wenn man zusehen musste wie der eigene Körper so dermaßen viel Leid verursacht hat?
Als ich endlich wieder frei war jedoch, habe ich nach Kräften versucht alles wieder gut zu machen. Ich habe gekämpft und unterstützt wo ich nur konnte. Ich habe alles versucht, was in meiner Macht stand, doch ob es am Ende genug war, müssen Sie entscheiden. Deshalb sind wir heute Nacht hierher gekommen, um über mich zu urteilen!"
 
"Ja, ich war dabei und wäre ich der Prinz dieser Domäne würde ich alleine aus Sicherheitsgründen sagen, die Sache verdient eine nähere Untersuchung, damit es auch scihergestellt ist, dass sie keine Gefahr darstellen", erklärte Roxana. "Da eine gebrochenes Blutband auf eine Sabbatpraktik hindeutet. Da wir aber beide wissen, dass ich nie Prinz werde, werde ich das ganze natürlich nicht so bewerten dürfen, habe ich nicht Recht. Ich in sicher, sie werden alle Stimmen bekommen."

Sie sah zu Lurker und wenn Blicke töten könnten, würde er vermutlich tot umfallen. Sie verstand ja Moishe, sie würde sogar verstehen, wenn Helena und Lena sich eine Schattenschlacht lieferten, aber nicht der Nosferatu.
 
Helena seufzte, vermutlich würde sie keine eindeutige Antwort bekommen. Sie konnte nur hoffen, daß Oliver Buchet sie wirklich verstand. Zur Antwort von Galante blieb nur, ein 'Was denn nun? Bin ich Caitiff oder bin ich Toreador oder was war das für eine dumme Sache, alles nur um dafür zu sorgen, das sie den Wunschkanidaten bekamen.'

"Zu dem Zeitpunkt, als ich mir ihre Aura angesehen habe, war sie frei", sagte sie. "Ich gebe zu, Bessenheit ist nun nicht mein Spezialgbiet, was mein okkultes Wissen angeht.
Ich hätte mir gewünscht, gestern alleine mit dir reden zu können."

Sie hatte sich in der Tat rausgeworfen gefühlt, das hatte sich nicht nach Familie angefühlt, das war schon mal klar.
 
Die Regentin der Tremere nickte auf Lenas Bitte hin und ordnete kurz ihre Gedanken. Als es an ihr war zu sprechen, sagte sie: "Frau Buchet überlies mir freiwillig in der gestrigen Nacht eine Blutprobe zur Untersuchung. Ich habe sie selbst entnommen, eigenhändig bis zur Untersuchung verwahrt und selbst untersucht. Für die Richtigkeit meines Ergebnisses verbürge ich mich. Zu dem Zeitpunkt der Blutentnahme (es war 4:00 Uhr heute früh) war Frau Buchets Blut rein. Es wies keinerlei Blutsbänder auf, weder an ihren Gemahl Oliver Buchet noch an irgendwelche Lasombras oder anderen Wesen. Ich garantiere, dass Frau Buchet zum Zeitpunkt der Blutentnahme an niemanden Blutsgebunden war und damit nicht durch ihr Blut fremdgesteuert ist. Wie Helena soeben mitteilte ist auch ihre Aura frei von allen Merkmalen der Lasombra. Meiner okkulten Fachkenntnis nach ist Lena Buchet nicht weiter von der Lassombra besessen.

Das Fehlen des Blutsbandes..." und meines auch, dachte Caitlin etwas wehmütig dabei..." ist ein deutlicher Hinweis, dass das Wesen von Lena Buchet durch die Lasombra korrumpiert wurde und nun frei ist - vergleichbar mit einem Neuanfang. In meinen Augen hat das nichts, rein gar nichts mit einer Sabbatpraxis zur Beseitigung von Blutsbändern zu tun."
Was auch immer das sein mag. Sabbatpraxis, hauptsache es klingt ersteinmal böse liebe Roxana...
"Dennoch ist uns allen klar, dass dies niemals gängige Praxis zur Entfernung von Blutsbändern wird." meinte Caitlin schließlich müde lächelnd.

Dann wandte sie sich noch einmal kurz an Helena und meinte etwas traurig: "Warum hast du nichts gesagt? Ich wäre auch alleine nach Hause gekommen. Ich bin niemand, der sich in die Privatsphäre anderer einmischt. Es war mir nicht bewusst, dass ich störe."
 
Out of Character
Wer die Spoiler öffnen will, sollte sich darüber im Klaren sein, dass hier Gedanken offengelegt werden, die nur dem Prinzen alleine gehören. Wer also einen Blick in den Kopf des Toreador werfen möchte, sollte sich VORHER genaustens überlegen wie sein Charakter zu dem Monarchen steht. Die Gedanken werden angeführt um einige seiner Motive klarzustellen und spätere (mögliche) Ereignisse einzuleiten. Sie dienen nicht dazu, die Handlungen der Spielfiguren zu verändern!!! Letztlich sah ich mich gezwungen mit Buchet zu reagieren, nachdem Caitlin klargestellt hatte, das Lena (angeblich) frei von einem Blutband war, NACHDEM sie zum wiederholten mal von Buchet getrunken hatte...


Oliver Buchet:

Nach außen hin blieb der alte Toreador vollkommen ruhig, kein Muskel regte sich in seinem Gesicht.

Magdalena ist ohne jedes Blutband? Unmöglich! Wie kann das sein? Erst gestern, kurz nach Einbruch der Nacht, hat sie von mir getrunken! Ich habe ihre Zähne tief in meinem Fleisch gespürt! Sie MUSS mir verfallen sein, niemals zuvor hat sich ein Wesen gegen meine Macht stellen können. Welchen Trick hat sie also angewandt um eine Prüfung durch die Regentin der Tremere zu überstehen? Sind ihre Schattenspielertricks so ausgereift, dass sie Taten und Handlungen verbergen und trotz genauster Beobachtung eine falsche Blutabnahme vortäuschen kann?

Nichts von dem, was dem gestürzten Prinzen durch den Kopf ging, drang nach außen.

Caitlin würde sich nicht betrügen lassen! Ist es dann die Tremere die lügt? Es könnte durchaus in ihrem Sinne sein, dass Magdalena zum neuen Prinz gewählt wird. Oder es ist tatsächlich, meine eigene Ehefrau, die mich betrügt? Ist sie irgendwie immun geworden, gegen die Macht meines Blutes? Es ist unerheblich, egal wer von den beiden ein falsches Spiel treibt: Letztlich wird mir nichts anderes übrig bleiben, als Magdalena zu töten. Ich darf die Forschungen nicht gefährden. Das Geheimnis des Bildes muss ergründet werden, ich stehe so kurz vor der Lösung des Problems. Ich werde sie aus dem Weg räumen, das Bild stehlen und zu Johardo nach Warschau fliehen. So wie geplant, daran wird auch sie nichts ändern!
 
Out of Character
Passt schon, ist nicht das schlimmste Szeanrio, das Helena durch den Kopf geht, als Horror-Autorin hat sie jede Menge kranke Ideen


Im Gegensatz zu Caitlin wußte Helena was die Ravnos meinte, es gab schließlich immer wieder Männer, auch Kainskindermänner, die ihr verfielen und ihr Angebote machten. Manches mal kam sie sich wirklich vor als wäre sie die sagenhafte Helena der griechischen Sagen.
Hatte ihr doch vor gut 20 Jahren ein Lasmobra-Erzbischof die Mitgliedschaft an seinem Hof angeboten und ihr dabei erklärt, wie man es schaffte, nie mehr gebunden zu werden.

Doch das sagte sie nicht, das fehlte gerade noch, daß jemand auf die Idee kam, sie wollte zum Gegner überlaufen. Dabei wußte sie ganz genau, daß es auch dort nicht nur Schläger und Assis gab. Wenn man die Propaganda wegstrich, wußten die sagar sehr viel.
 
Monsignore Galante:

"Wenn ich darum bitten dürfte sich wieder den drei Kandidaten zuzuwenden? Einige der hier Anwesenden haben bereits ihre Stimme abgegeben und sich für oder gegen den ein oder anderen Kandidaten ausgesprochen. Die restlichen Primogene und Amtsinhaber, gerne auch Frau Mwenda, wenn sie so freundlich sein könnte sich uns wieder anzuschließen, möchten bitte jetzt ihren Kandidaten benennen, damit wie wissen woran wir sind. Zur Erinnerung: Roxana Dragomir hat sich selbst benannt, Helena O'Niell ebenfalls, sie hat zudem die Stimme der Harpyie de Groote, sofern ich das richtig verstanden habe. Magdalena Buchet hat sich ebenfalls selbst benannt. Sie genießt die Unterstützung der Damen und Herren Buchet, McKinney, Pareto, Grimm und BenLevi. Sie kommt damit auf bisher sieben gültige Stimmen. Wenn ich Herrn Lurker und Frau Mwenda noch bitten dürfte sich bezüglich ihrer Meinung zu äußern?"

Der Archont sah auffordernd zu dem Nosferatu hinüber.
 
"Wobei ich zu bedenken gebe, daß ich nicht als Caitiff-Prinz die Stadt übernehmen wollte, sonder für den Clan der Rosen", setzte Helena hinzu.

Natürlich würde sie am Ende den Eintritt in den Clan annehmen, vermutlich könnte sie selbst dann mehr für die Clanslosen tun als als Caitiff-Primogena. Aber sie wäre eine schlechte Rose und zwar egal ob eine Weisse oder eine Rote, wenn sie gleich zu allen ja und amen sagte, das sollte auch die Archontin bereits erkannt haben.

Sie konnte zwar nicht gewinnen, aber darauf kam es nicht an, hoffentlich waren Michael und Adrian nicht alleine in den Keller gegangen, sie hatte sich schon was dabei gedacht, als sie Meyye mitschicken wollte.
 
Meyye kann ja wirklich schnell sein wenn sie will, aber manchmal ist sie auch träger als die Polizei erlaubt. Und das kann sich sogar innerhalb eines Sekundenbruchteils ändern. Gerade hat sie noch das Nicken des Archonten gesehen und wendet sich der Tür zu, öffnet sie und... lässt sich dann Zeit . Denn was Galante dann weiterhin sagt, will sie doch noch hören. Und das klingt für den Anfang schonmal gar nicht schlecht. Zweihundert Jahre Atempause für Finstertal, in denen sie sich genauer überlegen können wie sie Buchet und Johardo in die Hölle schicken können, in die sie gehören (und am besten mit Zacharii, Ziege und Azazel zusammen in Magmasuppe den Rest der Ewigkeit dahinköcheln).

Wer als nächstes Prinz wird ist ihr dann eigentlich relativ egal, sie schaut nur etwas merkwürdig zu Roxana als die sich in den Ring schmeisst... sind die Ravnos überhaupt in der Camarilla? Naja, die Gangrel auch nicht (mehr), bis auf einzelne wie eine gerade anwesend ist, also was soll's. Sogar Helena wird wieder den Torries zugesprochen, bestimmt eine Erleichterung, nicht mehr dem Abschaum anzugehören! Naja, irgendwie dann doch kein Grund mehr, noch länger hier zu verweilen...

Bis eine Stimme von der sie es am wenigsten erwartet hätte ihren Namen und 'bitte' in einem nicht-sarkastischen Tonfall in einem Satz sagt. Sie wendet sich um und sieht Lurker an. Ohne Scheu, so wie sie es schon früher mal getan hat, auch wenn er da nicht so verhüllt war. Jetzt schlägt's aber 13! Erst der Blick von Enio und nun das... völlig verrückt. Oder.. sie ziehen halt doch an einem Strang was die Stadt angeht, gegen gemeinsame Feinde. War das nicht schon immer so? Sie sollte da vielleicht nicht zuviel reininterpretieren.

Als auch noch Noir in die Kerbe schlägt, zeigt sie ihre Kapitulation durch das Schließen der Tür - von innen. Sie bleibt allerdings nahe der Tür stehen, um sich anzuhören was sie und die anderen Prinzenkandidaten zu sagen haben. Also wer wird es... Noir, die Frau des Ex-Prinzen... Helena, grösster Fan des Ex-Prinzen... Roxana, die Wild Card, die dem Ex-Prinzen aber gerüchteweise viel zu verdanken hat? Zum Glück weiß Meyye etwas, das ihr die Entscheidung leichter macht. Was das Bild und Ziege angeht... da hört sie gar nicht so genau zu, denn wenn alles klappt ist deren Schicksal ohnehin schon besiegelt.

"Ich stimme für Lady Noir." sagt sie schlicht und einfach nach nochmaliger Aufforderung.. und Oliver kann seinen Hintern darauf verwetten, dass sie mit voller Absicht nicht 'Madame Buchet' sagt. Dann wird die Tür wieder geöffnet, die Erlaubnis zu verschwinden hat sie ja schon. Und das tut sie dann auch.
 
Noch bevor die Seneschall, in Lurkers Wertesystem war das immer noch die Noir, seiner Bitte folgen leisten konnte gab es das nächste Fass das unbedingt in dieser Nacht angestochen werden musste. Helena sollte also wieder eine Rose werden. Der Nosferatu hatte sie als solche kennengelernt und ihre Zeit als Caitiff war für ihn also eher so etwas wie eine kurze Periode, aber dennoch war der Zeitpunkt ebenso interessant wie die Tatsache an sich. Natürlich hatte der Rosenclan ein gesteigertes Interesse daran seine Anzahl hoch zu halten und selbstredend musste der Verlust von Buchet, dem Altem, ausgeglichen werden, vor allem aber entzog man dem frisch gebackenem Clan Caitiff den Anführer und sorgte damit dafür, dass diese Bande sich jetzt erst einmal auf einen neuen Erstgeborenen einstellen mussten. Ein Wechsel in dieser Position war schon für einen etablierten Clan keine ganz leichte Sache, bei den Clanlosen würde es sicher für noch wesentlich mehr Chaos sorgen. Damit waren die Straßenkinder also erstmal beschäftigt und Helena würde sich damit herumärgern dürfen, dass sie plötzlich bei den Caitiff als schwarzer Peter da stand, der gestern noch das Clanlosentum gepredigt hatte, nur um dann bei der ersten Gelegenheit wieder auf Mutters Schoß zurück zu kriechen. Das man bei Beförderungen und Ernennungen in diesen Bereichen in der Regel eigentlich keine echte Wahl hatte würden die meisten wohl nicht verstehen.
So wurde der Clan der Rose gestärkt und Helena als Person, sowie der neue Clan Caitiff geschwächt und klein gehalten. Wessen Idee auch immer das war, das musste man mal einen genialen Schachzug nennen.
Lurker vermutete das dies auf dem Mist des Archonten gewachsen war, beschloss aber nicht aufzustehen und Applaus zu klatschen. Brauchte ja keiner zu wissen, dass die kleine hässliche Kanalratte mitbekommen hatte was gespielt wurde.

Auf Lena Buchets Blick reagierte der Nosferatu nicht einmal mit einem Zucken. Seine herunter gezogene Kapuze verbarg seine Mimik, seine Ellbogen stützen sich auf dem Tisch ab und seine abartig langen, dürren Finger waren lose ineinander verschränkt, damit sie seine Gedanken nicht verraten konnten. Dennoch erwiderte er den Augenkontakt und hoffte das dies dem jungen Stadtoberhaupt, denn nichts anderes war in dieser Nacht für sie vorgesehen, Stütze genug sein mochte. Mit einem Nosferatu Verbündeten würde sie noch öfter mit unsichtbarer Hilfe auskommen müssen.

Der Verborgene hatte bereits damit gerechnet, dass die Hexer, sobald ihnen klar werden würde das sie ihren Buchet nicht wieder bekommen konnten, auf den Kurs schwenken würden dessen Frau und Kind, beides in einer Person übrigens, auf den Thron zu setzen, in der Hoffnung, das so viele der alten Verträge wie möglich erhalten bleiben würden.
Die Hexer taten brav was er gehofft hatte. Enio hatte sich ebenfalls so entschieden wie Lurker es benötigte und Moishe hielt Wort. Das auf den Brujah verlass sein würde hatte er geahnt. Der Jude würde sich hoffentlich auch noch über diese Nacht hinaus als verlässlich erweisen. Vielleicht sollte der Nosferatu versuchen diesen hier ein wenig unter die Fittiche zu nehmen? Wäre doch schade wenn man gerade einem Königspudel alle Tricks beigebracht hatte, und der dann wieder überfahren wurde, von dem großem, Ventrue fressendem LKW namens Finstertal.

Die Harpyie keifte ein wenig herum, entschied sich dann gegen eine Sache, nannte aber nichts wofür sie stimmte. Das barg natürlich die Gefahr, dass die Archonten ihre Stimme einfach dorthin verschoben, wo sie sie haben wollten, aber vielleicht war genau das der Plan bei Antonias Antwort? Immerhin war Galante vom selben Clan.

Das anschließende Gezänke, sowie das hin und her zwischen dem Belgier, Helena und Roxana ließ er einfach seinen Lauf nehmen. Helena hatte ihn gebeten ihr zu helfen hier Zeit zu schinden, also nutzte er diese Chance.
Kurz bemerkte er den mörderischen Blick der Ravnos, als diese geendet hatte. Womit hatte er denn das jetzt wieder verdient? Er hatte die Herrin der Scharlatane darüber informiert das die Camarilla die Rosen an der Macht haben wollte, damit sie sich den bisherigen Verlauf dieser Sache und das wahrscheinliche Ende ausmalen und verstehen hatte können. Er hatte ihr sogar zugesagt zu helfen den Thron zu übernehmen, wenn sich kein geeigneter Kandidat melden sollte und Buchet zu gewinnen drohte. Da sie selber erklärt hatte dies nur zu versuchen wenn sich sonst keiner finden würde, sah er ihr Abkommen nicht als gebrochen an. Möglich das ihr einfach nur das ganze System hier sauer aufstieß, aber sie wusste doch wie solche Dinge liefen?
Nichts desto trotz würde er bei der Noir durchsetzen das die Trickser mit ihrer Sippe würden bleiben dürfen. Tatsächlich glaubte er nicht einmal, dass Magdalena überhaupt jemals vor gehabt hatte die Ravnos zu verjagen.
Falls es ein Problem gab, würde es später mit Roxana lösen müssen.

Dann läutete Meyye das große Finale ein und Erleichterung durchströmte den Nosferatu wie der Frühling den Winter durchstach und seine Knospen in das Land sandte. Es wäre auch zu ärgerlich gewesen wenn er diese erniedrigende Kröte geschluckt hätte und völlig umsonst vor der Gangrel gekrochen wäre.
Als sie ihn kurz ansah brachte ihn dies dann aber tatsächlich aus dem Konzept. Anscheinend hatte sie nicht damit gerechnet das er sie bitten würde und er hatte nicht damit gerechnet das sie sich in dieser Welt noch einmal normal anschauen würden können. Da war ein heißer Wirbel aus Zorn in seinem Innerem wenn er sie ansah, deutlich spürte er wie die Wut gegen sein Inneres brandete. Trotzdem war da auch noch etwas anderes. Immer noch ein Splitter seiner Versklavung durch ihr Blut, der nun dafür sorgte das er nicht nur reinen, destillierten Hass für Meyye empfand? Zumindest war das seine ewige Furcht. Das es ihm nicht gelungen war ihren Einfluss vollständig zu brechen. Schließlich wandte er den Blick wieder ab und lauschte mit einem Ohr den einen Satz den er für seine Pläne von ihr benötigte.

Er hatte darauf gesetzt, dass die handfeste Hilfe an der Front die die Lady Noir immer geleistet hatte für die Gangrel der ausschlaggebende Punkt sein würde, dass sie ihre Stimme bekam. Damit hatte er alles zusammen was er für sein Süppchen gebraucht hatte.

Das war also diese 'Macht' von der immer alle sprachen und hinter der sie alle immer her waren. Er konnte sie spüren. Das Gefühl die Dinge in der Hand zu halten, zu beherrschen. Die Dinge passierten ihm nicht mehr nur einfach, sondern er leitete die Dinge ein. Er schwamm nicht länger einfach nur auf dem Fluss, sondern er veränderte das Flussbett und den Lauf des Wassers, so dass er ganz bequem dorthin getragen wurde wo er es wollte. Er sah zu Oliver Buchet und verstand nun wie dieser sich gefühlt hatte und noch immer fühlen musste. Das war es also wofür er geraubt, betrogen und gemordet hatte. Das war es wofür er andere verheizte, die Stadt an den Rand der Vernichtung getrieben und alles und jeden manipuliert hatte. Das erste Mal in der Geschichte des Nosferatu Lurker, seit er einen Fuss in diese Stadt gesetzt hatte, hatte er Macht. Die Macht jemanden zum Prinzen zu machen oder fallen zu sehen.
Das war also der Grund warum so viele Ventrue hier elendig vor die Hunde gegangen waren. Sie alle waren auf der Suche nach diesem Gefühl gewesen.

Er spürte den Auffordernden Blick des mächtigen Toreador Archonten auf sich, über dessen Schicksal der Verborgene nun entscheiden sollte. Würde Monsignore Galante aus diesem Höllenloch herauskommen, oder würde der Nosferatu ihn dazu verurteilen noch länger hier zu bleiben?
Es fühlte sich wie ein glühen in seinen Nerven an, wie elektrisierende Impulse die durch die Gedanken rasten. Was würde er nicht alles tun können, wenn er sich nur noch mehr von dieser 'Macht' aneignete?

Sein Blick ging hinüber zu dem Fenster, an dem er nichts sehen konnte. Dort war der Grund aus dem er diesen ganzen Mumpitz veranstaltete. Macht um ihrer selbst willen war Schal und nutzlos. Sie fraß sich wie ein Wurm durch die ohnehin erbärmlichen Reste der Seele und schied Korruption und Elend an ihrem anderem Ende aus. Finstertal würde besser werden wenn er hier fertig war. Für Stray, für die Nosferatu, die Caitiff und alle Ausgestoßenen.

Gut, ich stimme ebenfalls für Magdalena Buchet. Wie gesagt hat sie die Stadt schon mal regiert und sie hat mit uns zusammen geblutet. Mehr Beweise brauche ich nicht.

Er wedelte unwillig mit einer Hand, so als mache er hier nur den Deckel auf eine Angelegenheit die sowieso schon klar war, denn sie hatte ja bereits fast alle Stimmen zusammen und seine war nur noch Pro Forma.
 
Enio dachte nicht einmal ansatzweise soweit wie Lurker und war weit davon entfernt zu erkennen was alles hinter den einzelnen Entscheidungen und Beschlüssen stecken könnte. Er hatte keine Ahung was es genau für Konsequnzen haben könnte, daß ausgerechnet jetzt Helena in den Clan der Toreador aufgenommen wurde und somit automatisch die Caitiff einen mächtigen Fürsprecherin beziehungsweise Primogena verloren. All das würde Enio vielleicht noch irgendwann einmal klar werden und er könnte sich noch darüber ärgern, daß er manchmal so langsam war aber im Moment beschäftigte ihn etwas anderes.
Der Brujah war hin und her gerissen. Er war kein Freund von zurückgenommenen Entscheidungen und wenn er einmal einen Weg eingeschlagen hatte, dann ging er ihn meistens zu ende. Natürlich nur insofern der Weg nicht in dem Rachen eines feuerspeienden Drachen endete und man noch rechtzeitig umkehren konnte. Wobei damit wieder offensichtlich wurde, daß Enio damals versäumt hat am Ortsschild „Finstertal“ wieder umzudrehen und das Weite zu suchen. Manchmal hatte man halt Pech!

Helena wäre für Enio eine echte Alternative gewesen. Vor der Sitzung ein Unding, da sie nunmal clanslos war und Enio aus Sicht der Camarilla da eine recht einfach gestrickte Meinung hatte. Ähnlich wie für die Clans, die eben nicht zu der Sekte gehörten wie nunmal auch die Ravnos. Aber plötzlich war Helena Toreador und erfüllte somit quasi sämtliche Bedingungen, die Enio an den Stuhl des Prinzen knüpfte. Mit dem Sahnehäubchen obendrauf, daß er ihr eigentlich mehr traute als Noir. Was jetzt? Zu welcher Farce hatte sich denn diese Verhandung entwickelt? Enios Bick wanderte zwischen den Anwesenden hin und her. Jeder hatte seine Meinung und es wirkte nicht unbedingt so als ob sie ähnlich auf den Verhandlungsplanken schwankten wie der Brujah-Primogen. Im Gunde war Helena für den Turiner keine Führungsperson… aber das war Noir aufgrund ihres kurzen Daseins als Kainskind auch nicht. Auch da war Enio einfach gestrickt. Unter normalen Umständen hätte er einen Lachanfall bekommen, wenn jemand Noir als Prinz vorgeschlagen hätte und denjenigen jegliches geistiges Gleichgewicht abgesprochen. Aber die Umstände waren hier nicht normal. Hier war nichts normal und es war schon eine Weile her seit Finstertal zumindest nach ausen hin einigermaßen strukturiert gewirkt hatte. Ein Küken als Prinz? Oder eine ehemalige Clanlos? Das war irgendwie alles verrückt. In dieser Sekunde wünschte ein Teil des Brujahs sich andere Intensionen nachdem er wieder hierher zurückgekommen war. Es wäre sicherlich ein Einfaches gewesen alle auf seine Seite zu ziehen und im Handstreich die Führung hier zu übernehmen. Seine Zeit als Kriegsherr, die erst ein paar Nächte her war, hätte ihm alle Wege geebnet. Aber der Brujah hatte sich anders entschieden und auch das wollte er durchziehen. Er würde weiterhin in der zweiten Reihe tanzen und er sah ebenso keinen zwingenden Anlass seine Stimme zurückzuziehen und anders abzustimmen. Es war merkwürdig gelaufen aber jetzt war es so wie es ist. Basta!

Enio meldete sich nicht mehr zu Wort und wartete auf das was der Archont sicherlich gleich von sich geben wollte.
 
Auch Caitlin schwieg nun. Sie hatte getan, was sie konnte um Buchet zu entlasten. Die Entscheidung des Archonten war unumstößlich. Daher war die Inthronisierung von Lena die bestmöglichste Option. Natürlich hatte Enio Recht, sie traute der Toreador-Lasombra nicht über den Weg. Auch wenn das Blut rein war - und dass die Analyse korrekt war, wusste Caitlin einfach - störrte sie etwas an Lena. Aber was? Das lies sich nicht in Worte fassen. Vielleicht ihre unverborgene Dunkle Seite. Sollte sie irgendwann eine schwarze Seele offenbaren, würde niemand sagen können: Ich habe es nicht gewusst. Sie alle in diesem Raum wussten es und sie alle liefen mit offen Augen in ihr Verderben. Also Vertrauen? Natürlich nicht. Aber ganz ehrlich? Wer von ihren traute überhaupt einem der anderen? Die Regentin traute Helena nicht zu Finstertal zu führen. Möglich, dass sie die Fähigkeit besaß den Rat halbwegs zu Einen, sie war eine der ihren, eine aus ihren Reihen. Das war das einzige, was in Caitlins Augen für Helena sprach. Aber besaß sie auch Führungsstärke, Durchsetzungsstärke, Willenkraft und Politikwissen ? Nicht wirklich. Jedenfalls hatte Caitlin diese Seite an Helena nie kennengelernt. Vielleicht würde sie sie ja eines Tages besseren belehren, aber wie es schien, würde die Rose heute Nacht die Gelegenheit dazu nicht bekommen.

Lena hatte ihre Stimmen zusammen. Sie hatte hoch gepokert und gewonnen. Vielleicht wird endlich Friede in Finstertal einkehren, eine Zeit in der man daran arbeiten kann entweder Lena vertrauen zu lernen oder eine Alternative heran zu ziehen. Bis dahin wird jeder von Ihnen Lena mit Argusaugen beobachten. Keine einzige Handlung, kein Wort wird nicht durchleuchtet werden. Es wird eine schwere Zeit für Prinz Lena Buchet werden, aber mit ihrer aller Hilfe, sollte sie es packen. Auch daran, dass die neue Prinz das Bild weiterhin zerstören wollte, zweifelte Caitlin nicht. Und an Ihrer eigenen Einstellung zu diesem Thema auch nicht. Das würde auch ein Grimm und eine Prinz Lena Buchet nicht mehr ändern.
Die Regentin warf Lena ein Lächeln zu. Nicht freundlich, siegessicher oder gar selbstgefällig ... Es hatte vielmehr von Hoffnung und Optimismus und Aufmunterung. Die Botschaft: "Wir werde es alle gemeinsam schaffen" war klar zu sehen.
 
Monsignore Galante:

"Somit haben wir eine Entscheidung! Herr Oliver Buchet wird sich zur Ruhe begeben und für wenigstens zweihundert Jahre jegliche Kontakte zu Finstertal unterlassen. Er darf sich an einem Ort seiner Wahl niederlassen und ist niemandem hier hierzu Rechenschaft schuldig. Sollte Herr Buchet sich vor der angegeben Zeit in die Geschicke dieser Stadt einmischen, in welcher Art auch immer, wird die Blutjagt gegen ihn ausgerufen. Dies zu bestimmen obliegt dem Primogenrat der Stadt Finstertal. Wird hier einstimmig positiv entschieden, ist die Blutjagt gegen Herrn Buchet durch die Justikation persönlich gebilligt.
Das Gemälde, welches sich augenscheinlich für die Unsterblichkeit des Herrn Zieglowski verantwortlich zeichnet, ist noch heute Nacht durch Herrn Buchet an mich zu übergeben. Über meine Hände wird es zur sicheren Verwahrung an Madame Guil in Paris überstellt und verbleibt somit im Besitz der Toreador. Der Clan Tremere hat hiermit jeglichen Anspruch an dem Gemälde verloren. Einsprüche gegen diese Entscheidung sind ab sofort an Madame Guil zu richten. Mit allen damit zusammenhängenden Konsequenzen."

Der Archont räuperte sich kurz.
Man konnte sehen, dass ihm der Verlauf der Verhandlung durchaus zusagte.

"Herr Zieglowski wird hiermit dem Clan Nosferatu überstellt. Mögen sie mit ihm anstellen, wonach auch immer ihnen gelüstet."

Er nickte.

"Abschließend bestätige ich Frau Magdalena Buchet, geborene Cruiz im Amt des Prinzen von Finstertal. Möge sie weise regieren und die Geschicke dieser Stadt in friedlicherer Fahrwasser lenken. Alle Vorwürfe gegen sie, sind hiermit außer Kraft gesetzt. Was auch immer geschehen sein mag, die Justikation sieht es als erwiesen an, dass diese Taten durch die bisher namentlich nicht näher identifizierte portugiesische Witwe verübt wurden. Sofern es keine weiteren Beweise für eine Besessenheit gibt, gilt Frau Buchet als rehabilitiert. Sollte jedoch nachgewiesen werden können, dass eine geistige Besessenheit noch immer von Bestand ist, verliert sie augenblicklich jegliche Ansprüche auf ihre Regentschaft. Ihre Befähigung die Schatten zu manipulieren, wird durch die Justikation selbstverständlich nicht als Besessenheit angesehen!"

Langsam, beinahe feierlich wandte sich der Toreador dem neuen Oberhaupt von Finstertal zu.

"Verehrte Frau Buchet, lassen Sie mich der erste sein, der Ihnen gratuliert!"
 
"Vielen Dank, Monsignore!"

Langsam erhob sich Lena von ihrem Stuhl.

"Mit einigen von Ihnen habe ich im Vorfeld zu dieser Verhandlung bereits gesprochen und ich möchte auch hier noch einmal betonen, dass ich das Amt des Prinzen weniger als Privileg ansehen, denn als Bürde. Ich habe mich bereit erklärt dieses Amt zu übernehmen, weil es meiner Überzeugung nach, der einzige mögliche Weg für Finstertal ist. Die Stadt und ganz besonders die Akademie müssen in der Hand des Clan Toreador bleiben. Darüber hinaus sollte unser größtes Anliegen sein, den schon vor so langer Zeit verlorenen Frieden wiederherzustellen.
Hierzu habe ich mir bereits Gedanken gemacht und einige Entscheidungen getroffen. Helena O'Niell wird mit sofortiger Wirkung zur Primogena der Toreador ernannt. Mir ist bewusst, dass dieser Schritt in einigen umliegenden Städten für mißtrauische Blicke sorgen wird, aber mit nichts kann man die Fehlentscheidung Helena zur Caitiff zu machen besser Unterstreichen, als mit einer Berufung in ein Amt das sie sich schon vor Jahren redlich verdient hat. Meyye Mwenda wird Primogena der Gangrel. Dies ist ihre Aufgabe und bei allen Fehlern die vielleicht gemacht wurden, ist gerade diese Frau für das Wohl unserer Stadt unerlässlich. Leider hat Meyye uns bereits wieder verlassen, daher wird sie diese frohe Kunde erst etwas später erfahren, nichts desto trotz ist sie für uns alle äußerst bedeutend. Wir brauchen die Gangrel und ganz besonders so aufopferungsvoll kämpfende Verbündete.
Der Clan Tremere verliert sein Amt als Primogen Honorable und damit seine zweite, überzählige, Stimme im Ältestenrat. Ich hoffe sehr, dass Caitlin mir diesen Schritt verzeiht, aber in Hinblick auf eine friedliche Zukunft ist es wichtig, dass wir uns alle auf Augenhöhe begegnen. Natürlich bleibte Caitlin McKinney weiterhin eine Primogena ihres Clans. Ohne Hervorhebung oder Benachteiligung. In diesem Rahmen werde ich auch Roxanna Dragomir als vollwertiges Mitglied des Rates anerkennen. Der Clan Ravnos ist Teil dieser Stadt, hat mit uns geblutete und gefochten und sollte dementsprechend auch so behandelt werden. Zu diesen Rechten, kommen aber auch alle Verpflichtungen. Dies bedeutet, dass der Clan Ravnos ab sofort jeglichen Waffenhandel einzustellen hat.
Der Clan der Caitiff wird ebenfalls anerkannt, sofern mir innerhalb der nächsten achtundvierzig Stunden ein neuer Primogen vorgestellt wird. Kann sich der Clan in dieser Zeit nicht auf einen Anführer einigen, verliert er alle bisher erlangten Ansprüche. Helena? Wenn ich Sie bitten dürfte dies zu übernehmen? Sie genießen unter den Caitiff größtes Ansehen und werden, da bin ich mir sicher, einen adäquaten Nachfolger finden können.
Alle Amtsinhaber enthebe ich zum neunzehnten Mai ihres Amtes. In der gleichen Nacht bitte ich alle Primogene zur ersten Primogensitzung. Dort werden wir gemeinsam über die Amtsvergabe beraten und uns zukünftigen Schritten zuwenden, die Finstertal tatsächlich in eine friedlichere Zukunft führen werden."

Zum ersten Mal, seit sie zu sprechen begonnen hatte lächelte sie.

"Ich danke allen, die mir ihr Vertrauen ausgesprochen haben! All jenen unter Ihnen, die an mir zweifeln, danke ich für ihre Ehrlichkeit. Ich hoffe, dass ich auch sie in naher Zukunft davon überzeugen kann, dass es eine gute Entscheidung war mich in diesem Amt zu bestätigen. Da ich nun die Verantwortung inne habe, löse ich die Verhandlung hiermit auf. Meinen Gatten bitte ich, dass Versteck des Gemäldes preiszugeben, damit es in die Hände der Archonten überstellt werden kann. Anschließend soll er sich zur Ruhe begeben. Entsprechend des Beschlusses der Archonten hat er sich noch heute zurückzuziehen. Professor Johardo, Lord der Tremere, wird jeglicher Kontakt nach Finstertal strengstens untersagt. Ihm ist aucg jeglicher Kontakt zu den Bürgern, untot oder sterblich, untersagt. Das Gildehaus hat sich entsprechend dieser neuen Regelung zu verhalten.
Ich wünsche Ihnen allen eine gute Nacht!"
 
Moishe erhob sich, auf seine Weise zufrieden mit dem Verlauf der Verhandlung. Seinen Mitverschwörern Lurker und Enio schenkte er ein unauffälliges Nicken bevor er sich aufmachte der neuen Prinz zu gratulieren. Moishe hasste die Sitte der Camarilla einer Frau einen männlichen Titel aufzudrücken nur um die patriarchalische Struktur der Sekte zu unterstreichen und damit dem Weib ihre untergeordnete Stellung klarzumachen, aber die Etikette verlangte es so.
Moishe wartete bis er zu Lena treten konnte und verneigte sich dann vor der neuen Herrin der Domäne. "Eure Exzellenz, ich beglückwünsche Euch zu Eurem neuen Amt im Namen des Clans der Könige und auch meiner Person. Ich wünsche Euch Weisheit, Geschick und Erfolg in Eurer neuen Aufgabe. Gibt es etwas was ich im Rahmen meines Amtes für Euch tun kann bis der Rat wieder zusammentritt? Ansonsten wäre ein Gespräch zu Euren diesbezüglichen Vorgaben und Befehlen für den Sheriff in meinen Augen wünschenswert, zumal ich mit Euch auch gerne die Einsetzung von Deputys und Durchführung einiger weiterer Maßnahmen zur Stabilisierung erörtern würde." Moishe verneigte sich erneut ehrerbietig und wartete auf die Erlaubnis sich zurückzuziehen.
Aus den Augenwinkeln hielt er nach Sybille Ausschau mit der er noch vor deren Abreise noch sprechen wollte.
 
Sie sollte hier einen Status als anerkannter Clan bekommen und dafür auf Waffenhandel verzichten, na das sah sie was anders und dann war die Farce zu Ende und sie sollten gehen, aber sie würde nicht gehen, zumindest nicht, solange der oberste Überwachungschef sich hier rumtrieb. Entweder war der Kerl einfach nur unterirdisch dämlich oder krimineller als der ganze Clan Ravnos, intreganter als die Schlangen und selbstgefälliger als sämtliche Hexer zusammen. Sie wußte nicht wirklich, was sie als schlimmer empfinden würde.

Nicht mit mir Alter, ich behalte dich im Radar, zusammen mit dem Rest der Bande hier auch, wie man heute so sagte.
 
"Vielen Dank für die netten Worte, Herr BenLevi! Spezielle Aufgaben für Sie als Sheriff habe ich derzeit nicht. Aber in Ihrer Eigenschaft als Ventrue könnte ich Ihre Hilfe gebrauchen. Irgendwo hier in der Stadt versteckt sich eine junge Dame. Sarah Schmidt heißt sie. Ist sie Ihnen bekannt? Sie wurde vor langer Zeit gewaltsam zu einem der unseren gemacht und anschließend durch Ihren Clan, den Ventrue, aufgezogen. Frau Schmidt ist mit Herrn Zieglowskis Waffenhandel bestens vertraut, kennt dessen Kontakte und ist über die Regelungen der Camarilla informiert. Ich würde gerne ein Amt schaffen, dass des Waffenmeisters. Ohne größere Rechte natürlich, dafür aber zur Kontrolle der hiesigen Bewaffnung. Wir müssen Ruhe in die Straßen bekommen. Dringend! Sowohl durch unsere Seite, aber auch über die mittlerweile ausufernde Kriminalität. Frau Schmidt wäre ein erster Schritt!"

Sie sandte ihrem Mann einen scheuen Blick. Irgendwie schämte sie sich ein wenig für das was geschehen war. Obwohl sich Oliver sein Schicksal selbst zuzuschreiben hatte, fühlte sie sich ein wenig als Verräter.

"Bezüglich Ihres Amtes würde ich mir keine größeren Gedanken machen. Ich würde es begrüßen, wenn Sie auch weiterhin Sheriff dieser Stadt blieben. Enio Pareto werde ich als neue Geißel vorschlagen, da Herr Tappert die Stadt verlassen hat. Aber das sind Geschichten für Übermorgen, nicht wahr? Wenn eines Gewissheit hat, in Finstertal. Dann die Tatsache, dass nicht gewiss ist!"
 
Caitlin war einige Momente sitzen geblieben. Sie hatte Grimm kurz gebeten, vor der Rückfahrt auf sie zu warten, da sie sich noch austauschen sollten, was diese Entwicklungen für das Finstertaler Gildehaus bedeuteten. Nichtsdestotrotz lag es ihr auf der Seele mit einer persönlichen Bitte an Lena heran zu treten. Eine Angelegenheit die sie partout nicht noch eine weitere Nacht herausschieben wollte.
Also wartete sie ab, bis Moishe zu einem Ende kam, um dann zu Lena zu treten.
 
Helena würde bestimmt nicht hier vor aller Ohren mit Lena reden, es hatte schon gereicht, daß die Oliver was hatte sagen müssen, was sie sonst nur hinter verschlossenen Türen gemacht hätte.
Sie musste unbedingt Kiera und Stahl eine SMS schicken, doch da stellte sie fest, daß das nicht ging, Misttechnik.
"Würden sie mich einen Augenblick entschuldigen, ich bin gleich wieder da."

So keiner sie aufhalten würde, würde sie schnell nach draussen gehen, in ihrem Auto war ihr Laptop, dann würde sie die SMS an Kiera, Hal, Stahl, Thürmer, Vicente, Adrian und Michael übers Netz schicken.

Lena Buchet ist Prinz, alles abbrechen, wir müssen neu planen. - Nur Kiera bekam einen Zusatz: Du musst zu Plan B gehen.

Danach ging sie wieder nach drinnen, das hatte bestimmt nicht länger als 2 oder 3 Minuten gedauert.
 
Moishe machte sich keine Gedanken über sein Amt als Sheriff, wenn er es verlieren würde war das eben so. Seine Geschäfte würden ihn in den nächsten Jahren in Finstertal ausfüllen ob mit oder ohne Sheriffsposten. Mehr Zweifel hatte er da eher an Enios Bereitschaft sich als Büttel der Domäne zu verdingen. Aber die Sache mit dem Waffenmeister war nicht von der Hand zu weisen...ein weiterer Punkt der geklärt und mit den Hinweisen auf den Ärger im kriminellen Sektor abzugleichen war.

"Frau Schmidt....da klingelt etwas. Mr. Finnlay hat ihren Namen einmal in Zusammenhang mit einem gewissen Ort erwähnt...ich werde mich bemühen die Dame dort zu finden und ansonsten nötigenfalls Erkundigungen einholen. Möchten Sie das ich Frau Schmidt zu ihnen bitte oder soll ich ihr Angebot selbst übermitteln?"
 
Zurück
Oben Unten