[15.5.2008] Angriff der Bestien

Das war dann wohl der Zeitpunkt, an dem es geboten war, aufzubrechen, nicht ? Er montierte den übergroßen Zahnstocher ab, der wieder von seinem Futteral aufgenommen wurde und stellte die Waffe auf den Boden, um sich daraufzulehnen wie auf einen Gehstock.

"Ein Seil habe ich sonst auch dabei. Mit einem einzigen ist natürlich nicht viel Staat zu machen, aber als Anfang könnte es sich als tauglich erweisen." Besser eins mehr als eins weniger, richtig ? "Ich sehe sie dann unten, denke ich." Damit entließ er sich aus dem Verbund, hängte das gewehr um und stiefelte dem Hotel entgegen.
 
Hätten wir das auch... Die große Quizfrage ist jetzt, ob wir hier noch bleiben oder die sprichwörtliche Kurve kratzen... Einerseits schert mich der Buchifranzmann nicht die Bohne, andererseits hauen die Arschonten schneller ab, wenn Buchi gerettet wird und andererseits könnte das Zusatzquantum Prinzendankbarkeit nicht schaden... Ach, zum Teufel, warum eigentlich nicht ?

Nachdem die Plage zerlegt und die beteiligten Helfer mit einem kurzen dankbaren Nicken bedacht worden waren, hängte Hal sich das Gewehr um und ging auf die Suche nach seinem Beutel mit dem Silberzeug, den Hexis Knecht irgendwo in der Hütte gelassen hatte. Als er den Beutel dann schließlich nach längerer Suche achtlos hingeworfen in einer Ecke fand, wünschte er Hexi samt Knecht innerlich in die tiefste Hölle und verstaute den Beutel in seinem Seesack bevor er das Haus verließ und sich in Lumpen, denn zu mehr taugten die Kleider nicht mehr, zur Gruppe gesellte. Mit einem tiefen innerlichen Seufzer stellte er das Gewehr ab, hing sich den Seesack um und schulterte die Waffe, bevor er Alfie, der schon einen gewissen Vorsprung hatte, zum Hotel folgte.
 
Antonia sah sich nach den Leuten um.
Nachdem sie die Kühltaschen aus dem Auto genommen hatte, deutete sie auf den Kopferraum.
"Was Seile und anderes angeht, so nimmt sich jeder am besten, was er brauchen kann." Dann ging ihr Blick zu Galante. Würde er Anweisungen bezüglich der Nahrung geben?
 
Meyye sieht denen die es eilig haben, den Berg hinunterzukommen und sich in das Tänzernest zu stürzen, nach bis sie weg sind. Dann sieht sie sich um wer und was alles noch hiergeblieben ist. Damit, jetzt hier noch den Rest der Aufräumzeit nur halb (wenn überhaupt noch so viel) bekleidet herumzulaufen, hat sie kein Problem. Es hat ohnehin erst in diesem Land angefangen für sie, dass sie plötzlich rundherum eingepackt sein musste.

"Okay." sagt sie zu den restlichen Aufräumern. "Was sollen die Leute denken, die tagsüber hier herkommen und rätseln? Ich würd sagen... dumme Halbstarke oder Skihasser haben ihr randaliert und dabei noch das Ding da angezündet." Womit sie auf die explodierte Schneekanone zeigt. "Ich würd sagen, wir packen alles was wir noch so finden da hin, zapfen Benzin von so 'nem Schneemobil ab und machen ein Feuerchen. Also... alles was wegen Säure in Fetzen rumliegt, und was sonst komische Spuren hat. Ach ja... aber nich die Leichen."

Sie sieht zu den beiden ehemaligen Garou. Stark hat seinen Kopf verloren... beide haben wieder menschliche Gestalt angenommen. Den Spiralentänzer hat sie seither gar nicht mehr beachtet, dafür schaut sie jetzt mal. Mensch, Wolf, Crinos? "Die können wir nämlich noch so gut verbrennen, da bleiben immer Knochen übrig. Ich schlepp die besser in den Wald und vergrab sie. Aber da wo das Blut literweise hingeflossen is, machen wir auch Lagerfeuer."
 
Der Tänzer war wohl ein Metis gewesen, denn er war, wenn auch deformiert immer noch fast 3,50 Meter gross und sah mehr als nur gräslich aus, da würde jemand, der ihn einfach so sah vermutlich Alpträume von bekommen. Doch vermutlich hatte die Gangrel nicht wirklich Problem mit einem solchen Wesen, denn sie hatte nicht das erste Mal gegen so einen gekämpft.
 
Metis. War ja klar. Meyye lässt sich weder von der übel zerrissenen Leiche beirren noch von den (fehlenden?) Aktivitäten der anderen Übriggebliebenen, die hier aufräumen sollen... notfalls macht sie auch alles allein. Es dauert gar nicht so lange, alles zusammenzutragen was übrig ist, die Plagen haben sich ja dankenswerterweise selbst entsorgt. Ob sie nun Benzin von den Schneemobilen abzapft oder einen Kanister findet... mit Benzin wird großzügig umgegangen, auch an den Stellen an denen recht viel Blut niedergegangen ist und vor allem bei der zerstörten Schneekanone. Das gibt natürlich eine weithin sichtbare Rauchsäule, vielleicht wird auch der Feuerschein unten in der Stadt zu sehen sein, aber da führt kein Weg daran vorbei.

Bei der Arbeit findet sie auch noch eine vergessene Winterjacke von irgendjemandem, die sie anzieht.. sie ist ihr etwas zu groß, aber das war zu erwarten. Dann gibt es einen wortkargen Abschied und sie schnappt sich sowohl Starks Leiche als auch den Metis, den sie eher hinter sich her schleift, in den Wald hinein. Sie muss da noch ein tiefes und verdammt grosses Loch graben.
 
Der Schuß hatte sich gelöst und schlug ein. Theresa starrte noch halb liegend auf die Schneemaschine sowie die pechschwarze Bestie unweit derer. Der erste Gedanke war das es nicht funktionierte, das dieses schwarze Monster sie anfallen würde und zerfleischen. Das Horrorszenario blähte sich mit einem tosenden Geräusch auf und erst als ihr bewusst wurde das der Klang keine Einbildung war registrierte sie die Veränderung an der Maschine. Etwas presste gegen die Aussenhülle, hinterliess einen Abdruck bevor es sich innerhalb Sekundenbruchteile zusammen zog.

Der Lärm kulminierte in einem Knall, ein blinzeln und sie sah die ersten Metallstücke von der Maschine stoben. Aus einem Reflex heraus riss die Nosferatu die Hände schützend vor den Kopf, nur um fast gleichzeitig zu spüren wie ein Metallstück auf ihren Körper prallte und mehrere kleinere Splitter einprasselten. Der Schmerz blieb aus, dank des Blutes blieb es lediglich bei dem tumbe Gefühl des Einschlag.

Das Gefühl der Gefahr schwand nicht. Weiter drang das rauschen und klappern des sterbenden Apparat zu ihr rüber. Theresa nahm die Arme runter. Der Blick traf "ihre" Plage in welcher zwar ein größerer Metallsplitter steckte, die sich jedoch ungeachtet dessen weiter bewegte. Zum Angriff bereit und das ohne sichtbare Einschränkungen.

Die Nosferatu sprang auf. Zunächst nur aus dem Augenwinkel, dann deutlicher bemerkte sie das letzte aufbäumen, ein Funke der sich an den Chemikalien entzündete und am Silberstreifen entlang eine Stichflamme ergab. Den Umstand das sie Glück hatte das die Flamme nach oben und zur "unbelebten" Seite schoß realisierte sie nicht. Die Worte der Tremere klangen nurmehr unterbewusst nach. Therese setzte aus dem Stand heraus und ihrem Gefühl nach wie in einem Alptraum viel zu langsam die Flucht zurück zur Hütte an.

Unten angekommen drehte sie sich um. Sie hatte nicht realisiert das sich gleich mehrere Personen nach oben begegnen hatte wo neben den abbrennenden Maschinenrest, den schemenhaften Umrissen der Plage die sie zu erkennen glaubte, Schattententakeln empor stiegen.

Die Pistole fest umklammert waren ihre Augen weit aufgerissen auf die Szenarie gerichtet, spielten sich vor ihrem Auge die Szene wiederholt ab. Der Versuch zu erfassen was geschehen war scheiterte zunächst an der fehlenden "Kriegserfahrung", dem Umstand das selbst der beste Wille sich wie eine Marine zu verhalten kein hinreichenden Schutz vor Traumata bot. Die Kämpfer kamen zurück redeten während sich der Schock erst langsam abbaute.

Ruckartig lösste sie den Blick, sah sich um. Keine Menschen oder Vampirseele in der Nähe. Das Auto mit dem Blut. 'War da eins?' fort, das heißt kein Blut in Reichweite und der aufgerissene Arm schmerzte. Langsam, die Pistole nach wievor in der Hand begab sie sich zur Vorderseite, halb in der Erwartung weitere Monster zu treffen. Stattdessen bot sich ein Splattszenario das die meisten ihr bekannten Horrorfilme in den Schatten stellte. Offensichtlich war 'man' fertig. Ihr Blick wanderte über die Reste auf der Suche nach eigenen Gefallenen während die Pistole im Rucksack verschwand.
Anschließend würde sie sich nach höherstehenden Kainiten umsehen, danach ob von diesen überhaupt noch jemand da war und Hilfe benötigten.
 
Auch die Ravnos konnte hier gut mit anpacken und Feuer schien ihr nicht wirklich was auszumachen, denn selbst als dieses schon sehr hochlodderte, würde sie noch Dinge reinwerfen, bis ihr dann auffiel, dass sich Meyye mit den Werwölfen auf den Weg machte, sie folgte ihr und schloss schnell auf.

"Warten sie, es kann sein, dass es notwendig werden wird, eine gewisse Ablenkung zu sorgen", sagte sie.
 
Na gut, wenn Roxana ihr schon nachläuft bleibt Meyye auch stehen und sieht sich zu ihr um. "Hä?" macht sie nur, was wohl bedeuten soll: Was denn für eine Ablenkung? Für wen? Die Stadtbewohner, die jetzt das Feuer sehen werden? Die können jetzt ruhig kommen, die Spuren sind schließlich beseitigt.
 
"Ich kann dafür sorgen, dass niemand so schnell das Grab findet und es dann nicht mehr mit dem in Verbindung gebracht werden kann, was hier geschehen ist", erwiderte die Ravnos, denn natürlich konnte nicht jeder wissen, was einer ihres Clans machen konnte und es war bestimmt nicht im Sinne der Gangrel, dass es dann letztendlich doch noch auffiel, denn ein solches Wesen wie der Metis würde die Menschen dann vielleicht doch zum Denken bringen und was Finstertal nunmal garnicht brauchen konnte eine Ansammlung von Geister- und Alien-, Yeti- oder Sonstwas-Jäger.
 
Nachdem die anderen weg waren, packte Antonia alles in die zwei grössten Taschen und machte sich mit denen auf den Weg den Berg hoch. Wäre sie noch ein Mensch gewesen, dann wäre es bestimmt sehr anstrengend gewesen, denn ob man es glaubte oder nicht, Blut war im Verhältnis zum Nährwert recht schwer und sie war auch nicht gerade mit den Wanderstiefeln unterwegs, doch wie war das, wer schön sein will muss leiden, oder war es was anderes. Aber egal, jedenfalls kam sie nach einigen Minuten oben an und sah sich erstmal um, wer denn da noch so war, bevor sie sich eine Stelle suchte, an der sie die anderen sehen konnten.

Sie hätte ein Blechgeschirr haben sollen, dann hätte sie jetzt mit dem Kochlöffel dranschlagen können und rufen "Essen fassen!"

So würden dann einige vielleicht doch etwas verwirrt schauen, als die Harpyie durch die Finger pfiff und das auch noch ausreichend laut, dass es jeder hören sollte.
 
Als Antonia losging schlossen sich Moishes Mitarbeiter ihr sofort an und Aaron, der größere der beiden Männer, nahm Antonia sofort ihre Last ab wenn die Harpyie dies zulies.
 
Meyye wirkt nicht etwa erfreut über diese zusätzliche Hilfe, sondern bleibt nachdenklich. Eigentlich kann sie keine Begleitung gebrauchen. "Nett gemeint, aber wenn'de nich im Dunkeln sehn kannst, hältste mich nur auf. Keine Sorge, ich weiß schon wo ich die versenken muss." sagt sie schließlich... und sieht dann in die Richtung wo der Pfiff herkommt. Ist das nicht diese Antonia? Was macht die denn hier? Sie hat offenbar etwas dabei. Aber Meyye, bepackt mit zwei toten Werwölfen, fühlt sich nicht unbedingt angesprochen, da jetzt hinzulaufen.
 
"Gut, wenn sie sich da sicher sind, dann wünsche ich ihnen viel Glück", erwiderte Roxanna und sah sich um, alles schien erledigt zu sein, dann konnte sie gehen, wenn jemand sie brauchte, würde man schon wissen, wo sie zu finden war, stand schließlich in den Unterlagen und zu Hause wartete ein junger Ravnos auf seine Ausbildung, hoffentlich hatte dieser inzwischen keinen Fehler gemacht.
 
Antonia ließ den Guhlen einen Blick zu kommen, der sie vermutlich sehr schnell Abstand nehmen ließen. Sie brauchte die Lakaien von Moishe nicht und brauchte auch keine Überwachung von denen, immerhin blieb es ihr im Hinterkopf, dass der Kerl vom Mossad war und jeder wusste, dass der Mossad nicht gerade ein Knabenchor war.

So würde sie auch warten ob und bis die beiden freiwillig leine zogen und jemanden anderen ausspionierten. Ventrue an sich waren schon eine Seuche und mit Juden hatte sie nur dann ein Problem, wenn sie zum gewissenlosesten Geheimdienst der Welt gehörten.

Nun wartete sie, bis welche der Kainskinder zu ihr kamen, es war bestimmt für jeden soviel da, dass er seinen Hunger und seine schlimmsten Verletzungen heilen konnte.
 
Aaron zuckte die Schultern. Er begriff das sie nicht erwünscht waren und so schritten die beiden Männer aus auf dem Weg nach oben um beim Aufräumen zu helfen.
 
Nur noch ein kurzes Nicken gen der Ravnos, dann sieht sie wieder zu Antonia und wie sie die Ghule verscheucht. Was hat die für ein Problem? Roxana scheint schon abzudampfen und auch sonst fühlt sich niemand bemüßigt, sich mit der Harpye zu beschäftigen. Was will die überhaupt nun hier? Tja, nur ein Weg das rauszufinden.

Vorsichtig lässt Meyye ihre Last, die vor unbedarften Augen zu tragen allein schon ein Maskeradebruch wäre, zu Boden gleiten und achtet darauf, dass sie da nicht neue Blutpfützen erschafft. Auch dahingehend waren Decken aus dem Fundus des Skiressorts recht hilfreich. Dann geht sie zu der Toreador. Sie dürfte für stilbewusste Vampire ein schrecklicher Anblick sein, mit ihren zerrissenen.. nein, eigentlich halb zerfressenen Jeans und der Winterjacke irgendeines Skigebietsmitarbeiters, die ihr zu groß ist. Aber augenscheinlich unverletzt. "Was is los? Die Party hier is eigentlich vorbei." Sonst wärst du ja auch nich hier.
 
Therese stand vor der Hütte und ging die Optionen durch. Wie es aussah war vor Ort niemand von Rang, zumindest niemand der sie direkt beachtete. Die Ahnin der Ravnos schien sie nicht zu beachten und wenn der Altruismus der Nosferatu bereits allgemein nicht sehr ausgeprägt war so sorgten das gerade erlebte nicht für Besserung.
'Ob es überhaupt jemand bemerkt hat?' Sie sah sich um, ging einen, zwei Schritte auf die Hütte zu als sie bemerkte wie es unter ihrer Sohle zischte. 'Säure?!' sie starrte auf den Fleck auf den sie getreten war. Immerhin hatte sie in der Wahl der Kleidung richtig gelegen, um andere Schuhe wäre es deutlich bedauerlicher gewesen.
Die Hand stützte dem Arm während ihre Gedanken abschweiften ob sie sich einen Penner suchen sollte oder versuchen in dem Umzug zurück in's Elysium zu tun. Der Blick sah zu den halb zerfetzten Arm, tangierte die Klamotten. Derart dort aufzutauchen war keine Opt..

Der Pfiff ließ sie alarmiert herumfahren, die linke Hand fischte als erster Reflex nach der im Rucksack verstauten Waffen während sie sie Quelle suchte. Der erleichterte Anflug eines Lächeln zeichnete sich bei ihr ab, wurde jedoch von der Erkenntnis um das eigene Aussehen erstickt. Ein weiterer Blick offenbarte das die Harpie wohl etwas in den Händen hielt, Hoffnung keimte in ihr auf und sie beschloss auf sie zu zugehen.
Der Gang war aufrecht und auch wenn jeder Schritt, dank der natürlichen Belastung der Schultern, der Anspannung der Muskeln, Schmerzsignale aussandte so hinkte sie nicht. Lediglich die unnatürliche Armhaltung verriet das etwas nicht stimmte... nunja, neben der zerfetzten Kleidung und den Fleischfetzen.

Sie bemerkte Meyye und das diese das Wort ergriff, hielt sich selbst jedoch merklich zurück. Schließlich war die Harpie doch deutlich höhergestellt und das Wort zu ergreifen eher unhöflich.
 
"Prinz Galante und Helena haben mir gesagt, dass ihr hier oben, was zu essen braucht und ich wollte nicht warten, bis ihr runter gelaufen kommt", erklärte Antonia, ob sie Meyyes Verhalten nun gut oder schlecht fand, konnte keiner sagen.
"Jedenfalls, wenn jemand von euch was zu trinken braucht, so kann er oder sie sich gerne bedienen."
Sie schrie nicht, aber es konnte vermutlich jeder verstehen, der es hören wollte.
 
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