[05.05.2008] Wiedersehensfreude

Leo

Johnny Steinberg
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Ferdinand erwartete nichts Gutes als er auf die Kunstakademie zuschritt.

Er hatte mit dem Gedanken gespielt vorher noch allein in die Bibliothek einzudringen um dann möglicherweise die Vernichtung von Nox nachweisen zu können. Doch angenommen dies ging gründlich schief und er hing dort fest und konnte diese Nacht gar nicht mehr bei der Seneschall erscheinen, dann sähe sie das als Affront, und sein Stand bei ihr war auch so schon schlecht genug.
Wollte die Seneschall wohl schon einen neuen Primogen ernennen, obwohl die Vernichtung von Nox noch nicht erwiesen war? Nachdem sie gestern noch Skrupel gehabt hatte Ferdinand als bloßen Zuhörer an der Sitzung teilnehmen zu lassen (um die Autorität von Nox nicht zu untergraben)?
Und jetzt, nachdem Nox nicht zur Sitzung erschienen war, da war es plötzlich in Ordnung ihn ohne Weiteres zu den Akten zu legen?

Oder vielleicht wollte sich die Seneschall einen Spaß daraus machen, die beiden Rivalen gegeneinander aufzustacheln, und der Bessere bekäme den Primogensposten, irgendwann. Wobei eigentlich für Madame schon feststand, dass es Trapper wäre. Diese Frau wollte doch nur mit Ferdinand spielen…nein, etwas Gutes erwartete er wirklich nicht und hätte gehofft sie nicht so bald wiedersehen zu müssen.
Nun, zumindest war er nun innerlich gewappnet für das Schlechte und wäre nicht allzu überrascht, wenn sie ihm das Befürchtete an den Kopf knallte. Dann konnte er zumindest gelassen darauf reagieren und so tun als mache es ihm nichts aus, und dann konnte sie sich zumindest nicht an seiner Enttäuschung laben.

Ferdinand wartete auf das Schnappen der Tür und trat dann ein.
Er lächelte die Ghulin an, und Ferdinand fühlte sich seltsam beschwingt. Vielleicht war es die Vorfreude darauf das Gespräch mit der Seneschall bald hinter sich zu haben? Aber gut, wenn man ihm keinen Missmut anmerkte.

„Frau Raabe…hier bin ich also.“
 
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Ghul der Seneshall, Laura Raabe:

Erfreut wies die junge Goth direkt zur Hintertür.
Ohne großes Federlesen, winkte sie den alten Malkavianer durch.

"Ihnen auch einen guten Abend, gehen Sie bitte direkt durch, Mylady erwartet Sie bereits!"
 
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Ferdinand war neugierig. Welcher Art wäre wohl die Hiobsbotschaft? Dass es eine war stand für Ferdinand außer Frage...aber zugegeben, im Vergleich zu Zacharii war die Seneschall noch Gold in Punkto Boshaftigkeit.
Noch schlimmer als die "Begegnung" mit Zacharii konnte dieses Gespräch also eigentlich nicht werden.

Der Malkavianer ging also direkt durch das Büro, auf den dunklen Gang, und bis zu der zweiten Tür links. Er klopfte an, und nachdem er hereingebeten worden war trat er in das Büro.

Ferdinand verbeugte sich ettikettegemäß und begrüßte die Seneschall mit aller gebotenen Höflichkeit.
Dann fügte er eine rhetorische Frage hinzu.

„Sie wollten mich sprechen?“
 
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"In der Tat! Bitte setzen Sie sich doch zu mir!"

Noir verzichtete auf irgendwelche einlandenden Gesten und wartete schlicht, bis der Malkavianer ihrer Aufforderung nachgekommen war.
Nach einer retorischen Pause die länger andauerte, als es für die Stimmung zwischen den beiden gut gewesen wäre, richtete sie irgendwann das Wort an ihren Gast.

"Ich nehme an Sie haben unsere neue Geißel bereits kennenlernen dürfen?
Was halten Sie von dem Mann?"
 
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Ferdinand setzte sich.
Offiziell wusste er ja nicht, dass Trapper Geissel war, also konnte er jetzt natürlich nicht zugeben, dass er es aufgrund von Lauschen im Elysium doch wusste. Den völlig Erstaunten musste er aber dennoch nicht spielen, da er von der Hüterin von einer neuen Geissel erfahren hatte.

„Frau O´Niell erwähnte, dass es in Finstertal eine neue Geissel gibt, sie wusste aber noch nicht wer in dieses Amt berufen wurde, und ich weiß es ebenso wenig. Wer ist es denn? Herr Dargol ist noch immer verschollen, soweit ich weiß.
Wie ich erfahren habe war Herr Nox gestern nicht auf der Primogenssitzung."

Da musste sich Ferdinand sehr ein "Habe ich es Ihnen nicht prophezeit?" verkneifen.

"Ich war ich gestern noch bei der Zuflucht von Herrn Nox. Am Haupteingang waren Einbruchsspuren zu sehen. Man hatte die Tür aber seltsamerweise notdürftig wieder repariert. Durch geistige Berührung erfuhr ich, dass jemand dort eingedrungen war mit der Absicht über Herrn Nox herzufallen. Ich wollte mich eigentlich heute dort in der Bibliothek umsehen, aber wegen der Ziegejagd hat sich das verschoben, das wird also bis Morgen warten müssen."
 
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"Nun, ich habe mich ebenfalls ein wenig umgehört und wie es sich zeigt, hatten Sie mit Ihrer anfänglichen Vermutung recht. Herr Nox hat die Stadt verlassen. Ob dies nun freiwillig oder aufgrund einer Gewalttat, wird wie bei vielen anderen auch, wohl ein Geheimnis bleiben. Ich selbst würde den alten Mann auch noch gar nicht so schnell aufgeben. Wenn mich das Schicksal nicht zur Handlung zwingen würde."

Es folgte eine kurze Pause. Wer Noir kannte, wusste das sie derartige retorische Unterbrechungen gerne mal einfügte. Sie gaben ihr selbst die Möglichkeit sich die eigene Strategie zurecht zu legen und erhöhten die Aufmerksamkeit ihrer Gäste. Sicherlich musste man den Punkt an dem man einen Monolog pausieren ließ pefekt abpassen, aber darin war die Seneshall wie gesagt sehr geübt.
Dies zeigte sich auch in dem rasanten Themenwechsel der nun folgte.

"Der Clan der Ventrue ist mit den Verläufen in Finstertal recht unglücklich. Ebenso sorgen sich unsere Nachbarstädte. Ein Krieg gegen die Garou könnte sich schnell ausweiten und zu einer überregionalen Bedrohung werden. Aus diesem Grund hat man sich entschlossen, uns jemanden zu schicken, der... wie soll ich sagen? ... Der uns ein wenig hilfreich unter die Amre greift. Und damit wären an dem Punkt warum ich Sie zu mich gerufen habe. Wenn Ihnen schon unsere neue Geißel als Person kein Begriff ist. Wie steht es mit einem Mann namens Tappert? Haben Sie zumindest ihn bereits kennenlernen können?"
 
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„Soll ich denn noch in der Zuflucht von Herrn Nox nach ihm suchen, oder ist die Sache erledigt?“

Man hatte Trapper geschickt? Nicht Noir hatte ihn herbestellt, sondern jemand hatte ihn geschickt? Warum hatte Trapper dann etwas anderes gesagt, und warum sagte sie Ferdinand nun wie es sich tatsächlich verhielt? War es die Wahrheit? Aber warum sollte sie in diesem Punkt lügen. Und die erwartete Schikane blieb also aus. Vorerst. Oder kam da noch was?

"Sie meinen wahrscheinlich Herrn Trapper. Malik Trapper. Ein Clansbruder von mir. Er kam heute in das Café hineingeschneit, hat aber nicht gesagt, dass er die neue Geissel ist. Er erklärte sich sogleich bereit bei der Ziegejagd zu helfen. Zu einem näheren Gespräch unter vier Augen war bisher noch keine Zeit. Er wirkte recht patent, doch ich will ganz ehrlich sein, seine Anwesenheit löst bei mir gemischte Gefühle aus. Es freut mich, dass mein Clan nun Verstärkung hat und Finstertal eine neue, hoffentlich fähige Geissel, aber nicht freuen würde es mich, wenn von Herrn Trapper dann zudem noch das von mir angestrebte Amt des Primogens übernommen werden würde."

Noir hatte Trapper nicht hergebeten. Er war geschickt worden. Das war etwas womit er nicht gerechnet hätte. Da war Ferdinand der Seneschall doch gleich sehr viel zugeneigter. Aber vielleicht kam ja jetzt eine kalte Dusche.

„Es tut mir leid, wenn ich Sie gestern damit verärgert haben sollte, dass ich zu sehr darauf gedrungen habe an der Sitzung teilnehmen zu dürfen. Nun, ich hatte mich eben für meinen Clan eingesetzt. Ich wäre bereit mich für Sie mit derselben Hartnäckigkeit einzusetzen.
Wie Sie also bereits wissen, liegt mir viel an meinen Clan, und mir liegt auch viel daran Primogen zu werden. Dafür würde ich einiges tun.
Oder würden Sie mich grundsätzlich nicht als Primogen haben wollen?“

Wenn sie Ferdinand nicht wollte, dann sollte sie es am besten direkt sagen.
Trapper jetzt sofort zum Primogen zu ernennen wäre etwas arg früh, und sollte der Clan also noch wer weiß wie lange ohne Primogen sein? Wollte die Seneschall jetzt eine Art Wettrennen zwischen den beiden sehen?
 
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Wie sollte Noir dem Mann klar machen, dass sie aufgrund der Veränderung der Lage, ihr Interesse an Nox bereits vollständig verloren hatte? Am besten gar nicht, denn Unterhaltungen mit Malkavianern waren in der Regel so leicht und unterhaltsam, wie das balancieren eine Medizinballs auf dem Kopf. Und fast als wolle Rothschild sie in ihrer annahme bestätigen, da fing er auch schon an sie zu verbessern. Tappert, Tarner, Tarzan, wen kümmert so etwas in diesem Augenblick? Es gab ganz andere Dinge zu besprechen, wichtigere Dinge.

"Trapper, natürlich! Verzeihen Sie mir diese kleine Unachtsamkeit. Aber gut das Sie ihn getroffen haben, denn eben er ist die neue Geißel der Stadt. Gesandt vom Clan Ventrue und unsere Nachbarn nehme ich an. Anscheinend soll er hier aufräumen und prüfen, ob ich meines Amtes als Seneshall gewachsen bin."

Derweil plapperte der Malkavianer munter weiter. Kurz war sie versucht, ihn für seine Gerede erneut vor die Tür zu setzen. Nichts war der Toreador mehr zuwider, als wenn man sich ihr in dieser Form anbiederte. Was dachte sich dieser Kerl? Das sie spontan von ihren sorgfältig überdachten Plänen, Intrigen und Vorhaben abwich, nur ihm einen Gefallen zu tun? Sollte Rothschild Primogen werden, dann nur aus einem einzigen Grund: Weil es so am Besten in ihre Pläne passte. In keiner anderen Stadt auf der Welt war dies anderes. Sympathie und Treue waren bedeutungslos, wenn man sie im Vergleich mit ihrem Nutzen auf die Waagschale legte. Am schlimmsten in dieser Situation würde aber sein, dass der Gute seinen bevorstehenden Erfolg auf seine Kriecherei schieben würde.
Nun, was kümmerte sie das?

"Ich habe in der Tat über Ihren Vorschlag nachgedacht und bin zu dem Schluß gekommen, dass Sie Ihrem Clan als Ältester durchaus von Nutzen sein könnten. Sehen wir davon ab, dass die Gefahren in Finstertal besonders auf Ihr Blut eine große Anziehungskraft zu haben scheinen, verbleibt noch immer die mir vorgesetzte Geißel. Was ich also von Ihnen verlange, Herr von Rothgschild. Haben Sie ein Augen auf diesen Mann. Prüfen Sie ob er eine Revolte plant oder gar für jemanden von Außerhalb arbeitet. Halten Sie mir diesen Menschen auf einem vertretbaren Niveau, Sie verstehe sicher. Meinen Sie, Sie sind dieser Aufgabe gewachsen?"
 
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Hieß das jetzt…er war jetzt Primogen? Und er konnte fortan Trapper auf Augenhöhe begegnen? Ferdinand musste nicht mit ihm um diesen Posten kämpfen und sich schließlich ihm unterordnen? All seine Befürchtungen hatten sich also nicht bewahrheitet. Er konnte sein Glück zunächst gar nicht fassen. Damit hatte er wirklich nicht gerechnet.

Nein, Ferdinand hätte absolut nicht erwartet, dass er diesmal Erfolg hätte, er hatte mit einer weiteren Abfuhr der Seneschall gerechnet. Er konnte sich nicht wirklich vorstellen, dass er ihr absoluter Wunschkandidat war, aber anscheinend wollte sie diesen Trapper noch viel weniger auf diesem Posten haben. Da hatte Ferdinand noch Glück im Unglück gehabt.
Trapper war nicht von ihr hergeholt worden, sie wollte ihn sogar eigentlich gar nicht hier haben, er war ihr aufgepropft worden. Und wäre er zudem noch Primogen, dann wäre er noch einflussreicher...ja, da war es verständlich, dass sie das nicht wollte.
Nein, Ferdinand bildete sich nicht ein, dass die Seneschall ihn zum Primogen machte, weil sie ihn so toll fand. Er war einfach nur das geringere Übel und sollte ihr den Kontrolleur vom Hals halten und ihn seinerseits kontrollieren.
Ach, und sie ahnte ja nicht, wie gern er diese Aufgabe erfüllte!

„Ich danke Ihnen…ich kann Ihnen versichern, dass ich dieses Amt mit aller Gewissenhaftigkeit ausfüllen werde.
Mmh, ich verstehe…eine Kontrollinstanz von außen in der Stadt zu haben ist sicher nicht sehr angenehm für Sie. Zudem, wenn nicht sicher ist was er tatsächlich vor hat. Ich werde sehr genau darauf achten, was dieser Mann macht, das ist überhaupt kein Problem. Ich werde nicht zulassen, dass er auf irgendeine Art Ihre Position gefährdet, da können Sie sich auf mich verlassen.“

Ferdinand hatte so sehr befürchtet diesem Mann untergeordnet zu sein. Und nun konnte Ferdinand also dagegensteuern, wenn Trapper versuchte clansintern zu bestimmen wo es langging.

So, mein Lieber, wie war das nochmal? Sie wollen alle Primogene sprechen? Jetzt werden Sie also schließlich auch mit mir sprechen wollen, wie schön. Pech für Sie, dass sie mich vorher noch nicht sprechen wollten…

Das Thema Seneschall absägen hatte sich also erledigt. Na ja, wohl besser so.
Und das Thema Sheriff absägen vergaß er jetzt besser auch ganz schnell, denn nun, als Primogen, kam es darauf an sich vorbildlich zu verhalten. Da kam es nicht gut, wenn er gegen eine so einflussreiche Person intrigierte, vor allem wenn das aufflog. Denn der Brujah schien ja sehr im Zentrum von allem zu stehen, und er hatte viel mehr Kontakte zum „Fußvolk“ als die Seneschall. Und Ferdinand konnte von Glück sprechen, dass er in jenem unangenehmen Telefongespräch mit dem Sheriff doch noch die Kurve bekommen hatte. Gut, dann stand er eben in der Schuld des Sheriffs und musste Aufgaben für ihn erledigen.
Hauptsache Ferdinand war nun Primogen. Diese frohe Nachricht sollte er noch heute seinem Erzeuger überbringen!
Sicher wäre Onkel Nathan stolz auf ihn, und darauf dass Ferdinand das gewünschte Ziel schon so schnell erreicht hatte.

„Steht denn schon fest wann die nächste Primogenssitzung stattfinden wird? Ich nehme an auch die Geissel wird daran teilnehmen?
Und was die Bibliothek von Herrn Nox angeht…sie hat uns schon einmal nützliche Dienste geleistet, bei Nachforschungen über den Dämon Azazel. Wäre es für Sie in Ordnung, wenn ich die Bibliothek im Namen des Clans Malkav verwalte? Sollte Herr Nox jemals zurückkehren, kann er sie natürlich wieder übernehmen. Aber es wäre doch zu schade, einen solchen Hort des Wissens brachliegen zu lassen.“
 
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"Verfügen Sie nach eigenem Gutdünken über die Hinterlassenschaften Ihres Vorgängers Herr von Rothschild. Ich sollte Sie allerdings warnen, Papa Justifry war ein Meister des Okkulten und des Voodoo. Gut möglich das das Öffnen eines falschen Gefäßes Ihnen die Haut von den Knochen frißt. Oder Schlimmeres... ja schauen Sie nicht so, glauben Sie mir einfach, ...es geht schlimmer!"

Nicht der geringste Muskel im Gesicht der Seneshall rührte sich.
Sie meinte das Gesagte vollkommen ernst.

"Die nächste Sitzung ist für den siebten Mai angesetzt. Punkt zweiundzwanzig Uhr, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt. Davon unabhängig werden Sie aber auch noch offiziell geladen. Die Teilnahme ist für alle Primogene und die beiden Ordnungshüter obligatorisch. Andere Amtsinhaber werden bei Bedarf geladen. Unsere geschätzte Frau Dragomir ist Beisitzer ohne Stimmrecht, was allerdings nicht bedeutet, dass sie nicht häufig wichtige Gesichtspunkte beisteuert! Ihre Beförderung ist mit sofortiger Wirkung gültig. Ebenso die Statusänderung zum Ahn Ihres Clans. Es ist mir eine Freude Ihnen als Erste gratulieren zu dürfen.>"

Noir streckte dem neuen Anführer der Malkavianer die Hand entgegen, hielt diese aber nicht lange.
Die Berührung anderer Menschen war ihr allgemein unangenehm.

"Eines noch bevor wir uns trennen! So schnell wie ich Sie zum Primogen ernannt habe, so schnell sind Sie auch das Küken am Boden des Clans mein Herr. Nicht das ich Ihnen drohen will, aber ich will auch nicht verhehlen, dass ich mir auch persönlich etwas von Ihrer Position erhoffe. Halten Sie mich über alles was dieser Trapper veranstaltet auf dem Laufenden. Alles, ich entscheide was von Bedeutung ist und was nicht. Dem untergeordnet aber dennoch bedeutend. Es hat Neuzugänge gegeben in dieser Nacht. Einige Malkavianer die mir seltsam anmuten. Bitte prüfen Sie auch diese ein wenig auf ihre Aufrichtigkeit. Nichts wäre schlimmer als neue Probleme mit dem Sabbat. Es würde zu diesem Pack passen unsere Schwächen für einen erneuten Angriff zu nutzen. Es wäre nicht das erste Mal, das sie auf diese Weise die Gemeinschaft infiltrieren!"
 
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„Voodoo hm ja, ich weiß, das ist gefährlich…ich werde aufpassen.“

Die nächste Sitzung war schon am 7. Mai? An zwei Sitzungen hatte kein Malkavianer teilgenommen, und diesmal sogar zwei. Gut.
Und dann kam der Hammer. Hatte die Seneschall gerade Ahn gesagt?

Statusänderung zum Ahn ihres Clans hallte es in seinem Kopf.

Ferdinand war nicht allzu oft sprachlos, und nun konnte er auch seine Verblüffung nicht verbergen.
Er saß da wie vom Donner gerührt und brauchte eine kleine Weile ehe er seine Sprache wiederfand.
Die Ernennung zum Primogen hatte für ihn prinzipiell im Bereich des Möglichen gelegen, wenn er auch bezweifelt hatte dass es geschähe. Aber in Finstertal zum Ahn ernannt zu werden…das hatte er sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt, damit hätte er nie und nimmer gerechnet, nicht hier und heute.
Und dann spürte er sich oder besser gesagt sein Ego in sekundenschnelle wachsen, so als würde sich sein Ego flugs dem neuen Status anpassen.
Er gehörte also jetzt nicht mehr zur Mittelschicht der Domäne, sondern zur Oberschicht. Das erfüllte ihn mit einem unsagbaren Glücksgefühl. Denn schließlich war er jemand, der nach oben strebte, der sich nicht gern herumkommandieren ließ sondern lieber selbst der Boss war, und also daher gern möglichst viele Leute unter sich und möglichst wenige über sich hatte. Es lag in seinem innersten Wesen bestimmen zu wollen was andere taten, und nun also würde er dies noch besser ausleben können als vorher. Er war zur Führungsperson geboren und nicht zum Laufburschen!

Sein Erstaunen und dann sein Glücksgefühl waren im sehr deutlich vom Gesicht abzulesen, bis er dann schließlich seine Mimik wieder unter Kontrolle hatte.

„Danke…ich…hrrm fühle mich geehrt. Und ich werde Sie gewiss nicht enttäuschen. Natürlich werde ich Ihnen regelmäßig Bericht erstatten über Herrn Trapper. Wäre es Ihnen genehm wenn ich dies schriftlich mache und die Berichte bei Frau Raabe abgebe, sodass sie es dann Ihnen überbringen kann? Oder wäre es Ihnen lieber wenn ich Ihnen persönlich, also mündlich, berichte? Per Telefon, das ist jedoch zu unsicher, würde ich sagen...
Was die neu eingetroffenen Malkavianer betrifft, so werde ich auch diese gründlich unter die Lupe nehmen. Ich bin mir meiner Verantwortung sehr bewusst, und ich will wahrlich keine Spione im eigenen Clan haben.“

Er war bisher viel zu unvorsichtig gewesen. Er hatte Ben und Dr. Dillinger bei sich wohnen lassen. Sie hätten den Werwölfen oder dem Sabbat verraten können wo Ferdinands Zuflucht war, nicht auszudenken. Er nahm sich vor niemanden mehr bei sich wohnen zu lassen.

„Es gibt hier generell auffallend viele Neuankömmlinge zur Zeit, und das obwohl Krieg herrscht. Spione können wir wahrlich nicht gebrauchen, egal wer sie schickt. Eine Invasion vom Sabbat, das fehlte noch."

Auch die Seneschall vermutete also Spione unter den Neuankömmlingen. Wenn er dann bei den neuen Malkavianern die Gedanken las und der Sheriff dies bei diesen Personen sowieso wünschte, schlug er dabei sogar zwei Fliegen mit einer Klappe.

Wenn Onkel Nathan das erfährt...dass ich jetzt Ahn bin...

Und Ferdinand wollte diesen Status behalten, koste es was es wolle...die Schande den Ahnenstatus zu verlieren, das wäre unerträglich. Lieber wollte er sterben als mit so einer Schande zu leben.
Schon war er am überlegen wer ihm gefährlich werden könnte. Und plötzlich begriff der die Paranoia der Ahnen, von der er bisher nur gehört hatte, denn nun wurde er selbst davon ergriffen, nun, das also war die Schattenseite des Erfolgs, und dass man sich an das Gewonnene klammerte um es bloß nicht wieder zu verlieren.
 
AW: [05.05.2008] Wiedersehensfreude

"Alle Meldungen sollten persönlich erfolgen. Es muss aber nicht allein mir gegenüber geschehen, ich denke es ist vollkommen ausreichend, wenn Laura informiert wird. Sie genießt aus den bekannten Gründen mein uneingeschränktes Vertrauen."

Noir erhob sich von ihrem Platz.
Ein schmales Lächeln trat auf ihre Lippen.

"Verzeihen Sie, wenn ich zur Eile drängen muss, aber ich habe sehr viel zu tun wie Sie sich vielleicht denken können. Da aber auch alles gesagt sein dürfte, verbleibt mir nur, Ihnen viel Erfolg und eine angenehme Nacht zu wünschen!"
 
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„Gut, dann weiß ich Bescheid.“

Auch Ferdinand erhob sich.

„Auch Ihnen eine angenehme Nacht...auf Wiedersehen, verehrte Seneschall.“

Nun brauchte er sich nicht mehr zu verbeugen, nun reichte es, dass er respektvoll den Kopf nach vorne neigte. Diese Form der Verabschiedung praktizierte er also nun zum ersten Mal. Es war ein erhebendes Gefühl.

Als er zurück in Lauras Büro war bat er die Ghulin: „Könnten Sie mir die Telefonnummern aller heute neu angekommenen Malkavianer geben? Es gab anscheinend noch mehr Neuankömmlinge außer Herrn Trapper und Frau de Vries...“
 
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Ghul der Seneshall, Laura Raabe:

"Ich dachte mir bereits, dass Sie danach fragen, Herr von Rothschild."

Sie hielt ihm einen versiegelten Umschlag hin und lächelte stolz.

"Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?"
 
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Ferdinand nahm dankend den Umschlag entgegen.

"Nun, falls weitere Malkavianer Neuankömmlinge erscheinen sollten wäre es gut wenn sie diese bitten würden sich umgehend bei mir zu melden. Ansonsten, das wäre es für heute. Auf Wiedersehen, Frau Raabe, und noch einen schönen Abend."

Der Malkavianer verließ gut gelaunt das Büro und trat hinaus in die Nacht.
Er ging wie auf Wolken, es war ihm als würde er mehr schweben als gehen.

Dann ratterte es in seinem Kopf, wobei es darum ging wie er verhindern konnte, dass er seinen Ahnenstatus verlor. Er durfte auf keinen Fall die Erwartungen der Seneschall enttäuschen, soviel war klar.
Und auch den Sheriff durfte er nicht verärgern, denn sonst würde dieser am Ende doch noch allen hochrangigen Domänenmitgliedern von Ferdinands kleinem Missgeschick erzählen, und sicher konnte er es so klingen lassen als sei Ferdinand ein leichtsinniger Versager.
Was aber, wenn der Sheriff irgendwann verlangte, dass Ferdinand Noirs Gedanken lesen sollte? Täte er es, könnte das schlimm ausgehen, täte er es nicht, dann auch. Blieb zu hoffen, dass der Brujah etwas solches nicht forderte.

Doch Ferdinand schob fürs Erste diese Schattenseiten seines Erfolgs zunächst weg.
Wenn man viel hatte, dann hatte man viel zu verlieren, so war das nun mal. Aber er würde das schon schaffen, da war er zuversichtlich.
 
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