Zwangs-Kuss

Schon okay. Ich hab auch nichts per sé gegen das Buch, ich werds mir ohnehin durchlesen und wenn ich sehe, dass ich das alles dramatisch falsch verstehe, komme ich auch zurück und schreib fünf Mal mea cupla in den Thread.

Aber so wie es im Augenblick wirkt stört mich daran einfach ziemlich viel. Zuallererst mal die Notwendigkeit irgendwas auszubügeln.
 
Naja, V:tM lädt manchmal wirklich dazu ein, krasse Sachen zu spielen, in Stereotypen zu versinken, jedes Klischee als Wahrheit anzusehen oder den ganz krassen Fucker raushängen zu lassen. Dazu sagt es halt "wenn du das so machen willst, dann mach, aber schau mal, was wir uns dabei gedacht haben..." Dann kümmert es sich auch recht intensiv um die Erzähleraspekte (Stimmung, Story, Umgang mit Problemspielern) usw., das fand ich damals schon hilfreich. Oder zumindest amüsant.
 
Thaumaturgy may prove the exception to this, but if anyone knows the ritual, they certainly aren't telling how it's done.
Aha. Aber wieder nur esotherisch. "Gehört nicht in Spielerhände" ist glaub' ich mein Hassspruch des Jahres. Wenn das nicht Spielerkleinhalten ist, weiß ich nicht, was es sein sollte, sorry.
Aaaaaaaaaaaaaah...
Jetzt verstehe ich erst so wirklich dein Problem.

Ich lese solche Sätze tatsächlich anders als du.

Wortwörtlich steht da ja nicht "Gehört nicht in Spielerhände", sondern "das kann keiner... AUSSER VIELLEICHT natürlich so ein paar ganz krasse Ausnahmemagier, die das aber sicher nicht weiter erzählen..."

Also für mich schreit das geradezu danach, dass in einer Tremere-Chronik die NSCs feststellen, dass ein mächtiger Tremere dieses Ritual beherrscht und es nutzt um damit die Macht über das Gildenhaus zu übernehmen. Die Spieler bekämpfen ihn und einer von ihnen schleicht sich in seinen Zirkel ein. Irgendwann während diesem ganzen Durcheinander lernen die Spieler das Ritual, das "vielleicht" jemand beherrscht aber niemand jemals weitergeben würde.

Ich mein:
Es gibt so viele Diszis die by-the-book niemals ever irgendwer irgendwem beibringen würde... und irgendwie kommen die dann doch immer auch bei NSCs an. Da nirgends in den Regeln auch nur ein einziges Mal klipp und klar erwähnt wird
"nur Lasombra lernen Schattenspiele - VERSTANDEN!"
verstehe ich das ganze als:

"Niemand der ein halbwegs normaler Lasombra ist würde jemandem Schattenspiele beibringen. Ein Nicht-Lasombra mit dieser Diszi ist sehr sehr ungewöhnlich. Wenn eure Spieler die Diszi wollen, dann müssen sie sehr ungewöhnliche Sachen machen um sie zu bekommen."

Und so interpretiere ich eben auch den Text hier als

"Kann man mit dem Blut eines anderen Vampirs den Kuss weitergeben? Neeeeeeein, niemals...
...
...
...na gut in Ausnahmen schon... aber dann soll das schon bitte ne verdammt coole Story sein."

Und somit ist mein Fazit:
Jeder kann theoretisch alles in der WoD, wenn der SL Lust drauf hat und es schafft es plausibel in die Story einzubinden.
Die Jungs von WW schreiben gefühlt auf jeder zweiten Seite "macht was ihr wollt" - wer denen immer noch irgendeine Unterdrückungsabsicht unterstellt, der hat auch Angst dass das lachende kleine Kind mit der Wasserpistole einen Banküberfall plant.

...und gerade auch um diese Freiheit des SLs im Rahmen der Plausibilität geht es ja in "Handbuch für Erzähler".
 
Übrigens möchte ich sonst Arlecchino zustimmen:
Ich finde es auch komisch, dass das angeblich sooooo schwierig und special sein soll. Allerdings werden da ja auch noch erstens zwei Fragen auf einmal durcheinandergewirbelt und bei der zweiten (Diablerie) kommt man massiv in Balancing-Probleme.

Und ich sehe die Leute von WW schon auch kritisch genug um zu sagen:
Durch sonderliche Konsequenz zeichnen sie sich nicht aus. Da vermute ich, dass sie gerade mal wieder erschrocken bemerkt haben, dass das ganze Generationen-Konzept sich mit Balancing nicht verträgt und haben deswegen schnell irgendwas aus dem Ärmel geschüttelt, was mMn absolut nicht notwendig ist.

Sollen sich die SCs doch systematisch bis zur Generation des Opfers runterdiablerieren... so what?
 
Wir verstehen uns. Ich wollte auch nicht andeuten, dass das ganze System oder Setting "Spielerkleinhalten" predigt, sondern dass mir der Eindruck öfter mal kam. Das muss sich auch nicht unbedingt mit "bitte macht doch was ihr wollt" beißen, wenn genauso oft (gefühlt) da steht "also eigentlich nicht für Spieler gedacht".

In Dark Ages haben sie zumindest bei den Disziplinen gerne mal dazu geschrieben, zu welchen Konzepten die passen und ob die Clans, die sie besitzen, sie eiferüchtig hüten. Da steht dann sowas wie "infernalisch veranlagte Charaktere greifen gerne zu Schattenspiele" oder "es wird wohl einige geben, die Gestaltwandel benutzen, gebrauchen kann das eigentlich Jeder, der sich oft in der freien Natur aufhebt. Bis vor kurzem haben die Gangrel diese Disziplin noch gut gehütet aber mittlerweile gibt es auch in anderen Clans Erzeuger, die das lernen und an ihre Kinder weitergeben".

Natürlich ist selbstverständlich, dass nicht jeder zweite NSC mit Daimonion, Valeren und Dunkler Thaumaturgie um die Ecke kommt und wenn man das auch so explizit nennt, habe ich kein Problem damit. Ich habe nur ein Problem damit, wenn es den Anschein einer künstlichen Begrenzung hat, die eigentlich ein Problem anzugehen versucht, wo das Spiel gar nichts zu suchen hat: das Problem mit Spielern und ihrem Verhalten. Ich will einfach den Hintergrund nicht künstlich begrenzt sehen, weil die Autoren plötzlich ins Schwitzen darüber geraden, dass man ihre tolle Ideen ja auch missbrauchen kann. Wenn man sowas dann unter der Prämisse schreibt "benutzt das so wenn ihr euren Spielern nicht vertraut, vernünftig mit dem Hintergrund umzugehen" hab ich da auch kein Problem mehr mit.
 
Genau genommen nicht, das Blut fließt beim Schuß direkt aus dem Vampir auf das künftige Kind. Das Erzählerhandbuch sagt nichts davon, dass der erschaffende Vampir einen Willensakt braucht, um mit seinem Blut ein Kind zu erschaffen.
Im Erzählerbuch steht wohl:
"Can a character take elder blood, use it to create a new vampire and then diablerize the fledgling?
No."

Das heißt man kann nicht einen Ahnen nehmen, sein Diablerie Opfer in Spe drunter legen, es leernuckeln und dann per direkt Leitung (Ahn anschneiden, Mund drauf pressen) embracen.
 
Can a character take elder blood, use it to create a new vampire and then diablerize the fledgling?
No. Vampire blood, once removed from the vampire, becomes inert, dead blood. While it may be used to sustain ghouls or even vampires – rumors of sealed vessels of elders' blood circulate like wildfire through the vampiric community – such vitae cannot be used to create childer.
The Embrace must be performed by a vampire using her own blood, which must be given directly to the prospective childe. Although the sire need not press her wrist to the childe's mouth, the blood cannot have come from storage, out of a squirt gun, from a bottle of wine, etc. – it needs to flow relatively unimpeded from sire to childe.
Thaumaturgy may prove the exception to this, but if anyone knows the ritual, they certainly aren't telling how it's done.


also mal englischfreak an die Front, bitte

Genau genommen nicht, das Blut fließt beim Schuß direkt aus dem Vampir auf das künftige Kind. Das Erzählerhandbuch sagt nichts davon, dass der erschaffende Vampir einen Willensakt braucht, um mit seinem Blut ein Kind zu erschaffen. Es ist lediglich nicht möglich, das Blut in einem Gefäß zu transportieren. Sprich Spritze in die Tremere und dann in den Mund des Opfers funzt nicht, aber Schnitt in das tremerische Handgelenk und das Blut direkt in den Mund des künftigen Kindes sollte danach aber klappen.


so verstehe ich den Text auch.

Im Erzählerbuch steht wohl:
"Can a character take elder blood, use it to create a new vampire and then diablerize the fledgling?
No."

Das heißt man kann nicht einen Ahnen nehmen, sein Diablerie Opfer in Spe drunter legen, es leernuckeln und dann per direkt Leitung (Ahn anschneiden, Mund drauf pressen) embracen.

da steht nur, dass der Sire das Blut direkt und ungehindert an das Kind wiedergeben muss, mehr nicht.

also Beispiel meine Giovanni hat Gen. 13 und ist 2 Jahre alt, Deine ist Gen. 9 und ist sagen 50 Jahre dann funktioniert dies.

umgekehrt Meine ist Gen. 6 und 500 Jahre dann nicht mehr, was für einen Logik!

mir ist klar warum die Macher dies so schreiben, aber es so nicht logisch

Mit willentlicher Erschaffung wäre, das Problem erl.

Ich mein:
Es gibt so viele Diszis die by-the-book niemals ever irgendwer irgendwem beibringen würde... und irgendwie kommen die dann doch immer auch bei NSCs an. Da nirgends in den Regeln auch nur ein einziges Mal klipp und klar erwähnt wird
"nur Lasombra lernen Schattenspiele - VERSTANDEN!"
verstehe ich das ganze als:

"Niemand der ein halbwegs normaler Lasombra ist würde jemandem Schattenspiele beibringen. Ein Nicht-Lasombra mit dieser Diszi ist sehr sehr ungewöhnlich. Wenn eure Spieler die Diszi wollen, dann müssen sie sehr ungewöhnliche Sachen machen um sie zu bekommen."

man muss den Personen nur Angebote unterbreiten, welche sie nicht ablehnen können,:D
 
Kann ein Charakter Ahnenblut nehmen, und es nutzen um einen neuen Vampire zu schaffen den er dann Diableriert.
Nein. Vampir-Blut, einmal aus dem Vampire, wird impotentes, totes Blut. Während es benutzt werden kann um Ghoule oder selbst Vampire zu füttern - blablabla - kann solches Blut nicht genutzt werden um Kinder zu schadden.
Der Embrace muss durch einen Vampir mit seinem eigenen Blut durchgeführt werden das direkt an das Kind in Spe gegeben wird. Der Sire muss nicht sein Handgelenk an den Mund des Kind pressen, das Blut kann aber nicht gelagert werden, mit Wasserpistolen verschossen werden, von einer Flasche Wein aus eingeflößt werden oder was auch immer - es muss möglichst ungehindert vom Sire zum Kind fliessen.
Thaumaturgy kann eine Aussnahme sein aber wenn einer das Ritual kennt wird es sicherlich nicht weiter geben.

Allein schon:
Kann ein Charakter Ahnenblut nehmen, und es nutzen um einen neuen Vampire zu schaffen den er dann Diableriert.
Nein.

Finde ich recht eindeutig. ^^
 
ja nur die restliche Beschreibung, passt dann nicht, die besagt im Umkehrschluss das Gegenteil. Die Macher sind n.m.M. auf die Idee gekommen, dass Spieler so krank ein können nicht "gefunden" Blut zu verwenden, sondern den ganzen Ahnen auf einmal. Die Macher sind von gelagerten Blut ausgegangen, ansonsten ist der Text unsinnig.
 
Die weiteren Ausführungen sind doch nur was den Machern so als Beispiele einfällt was die Spieler da für Ideen haben könnten die alle nicht gehen.
Wobei sie noch extra hinschreiben das der Embrace von einem Vampire mit seinem eigenen Blut durchgeführt werden muss.
Also nicht von einem Vampir mit dem Blut eines anderen, auf welche kreative Arten dann auch immer (außer Thauma yaddayadda).
 
ja nur die restliche Beschreibung, passt dann nicht, die besagt im Umkehrschluss das Gegenteil. Die Macher sind n.m.M. auf die Idee gekommen, dass Spieler so krank ein können nicht "gefunden" Blut zu verwenden, sondern den ganzen Ahnen auf einmal. Die Macher sind von gelagerten Blut ausgegangen, ansonsten ist der Text unsinnig.
Ja, das war genau das was ich am Anfang meinte. Die Aussage ist eigentlich klar, aber die weitere Erklärung hat mit dem Ausgangsproblem eher weniger zu tun.
 
Ja, das war genau das was ich am Anfang meinte. Die Aussage ist eigentlich klar, aber die weitere Erklärung hat mit dem Ausgangsproblem eher weniger zu tun.


dann kann dies kaum schlechter/mißverständlicher darstellen. Wenn ein willentlicher Akte wäre , ginge es tatsächlich nicht.

bei mir liegt die Mystik im Blut und nicht im Willen, was dann eine andere Folge hätte
 
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