Wie "cool" ist DSA und einige andere Diskussionspunkte

AW: Wie "cool" ist DSA und einige andere Diskussionspunkte

Muß man DSA4-Fan sein, um sich darauf etwas zugutehalten zu wollen, sich durch unnütz komplizierte Rollendschungel durchzuwühlen?

Ja, vielleicht. :D
Aber ich verstehe nicht ganz daran, wie es unnütz kompliziert wäre. Wie wäre es denn - ganz ehrlich gefragt und ohne Ironie! - nützlich kompliziert?
Man hat doch durchaus eine Struktur in die Kampf-SF beispielsweise hineingegeben, indem es eine Einteilung in Kraft- und Geschick-SF (bzw. Wuchtschlag- und Finten-SF) gibt und die jeweiligen Stammbäume dazu.
Komplex und teilweise kompliziert - beispielsweise die WV-Regeln beim Elementarismus - ist es definitiv, aber als unnütz habe ich es bisher nicht empfunden.

Das bedeutet aber, dass ich mir als SL jedes Mal neue Regeln für meine wechsenlnden NSC draufpacken muss:

Und wenn man nur einen groben Überblick über die Möglichkeiten der Charaktertypen hat und im Bedarfsfall darauf zurückgreift und sich entsprechend vorbereitet, wenn es zum Einsatz kommt, ist nicht möglich?
Klar, als SL hat man durchaus immer etwas mehr vorzubereiten als die SC, aber gehörte die genaue Ausgestaltung der Fähigkeiten der wichtigen NSC nicht schon immer dazu oder ist das nur ein Phänomen bei DSA4?
 
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@ Kazander:
Dass TR "keine Ahnung" von Aventurien hat, kann man nicht ernstlich behaupten, sorry. Dagegen spricht schon, dass er viel zu lange die Deutungshoheit inne hatte.

Nicht "keine Ahnung von Aventurien", sondern keine Ahnung von realistischem Weltenbau, wie Klimazonen, interaktion zwischen Kulturen, Geschichte und geschichtlichen Abläufen, Mathematik, vernünftigem Regeldesign, Ölonomie, usw.
 
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Ich glaube davon auszugehen, das Paioten in Weiden Amok laufen können, widerspricht doch etwas dem DHW.
 
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"Keine Ahnung" ist etwas hart. Die Kiste hat sich schließlich langsam entwickelt... ist ja auch eigentlich mehr ein "Wünsch-Dir-Was"-Universum (Ich hätt noch gern Hoch- und Dunkelelfen... :prost: ) als eine "Weltensimulation"

Aventurien ordentlich zu vergössern wäre ein Anfang, dann könnten die menschlichen/zwergischen/elfischen Siedlungen auch glaubwürdige Grössen haben und viele Probleme würden sich in Luft auflösen. Ist schon peinlich, wenn sich die Schurken dauernd auf die Füsse treten und für eine ordentliche Kampagne "immer halb Aventurien in die Luft fliegen muss". Die Klimakiste wäre dann auch nicht mehr so drängend.

Wie Magie funktioniert kann eh keiner sagen. (Ist aber lustig.)

Von Ökonomie hat auch kaum einer Ahnung, erst recht nicht die VWL-Studenten. Aber trotzdem wäre da etwas mehr Sinn nicht so schwer reinzukriegen. Täte auch kaum einem weh, weil's ja kaum einem auffiele... :D

Ohne mich jetzt weiter um T.R. zu kümmern, den ich nicht persönlich kenne: Man kann DSA auf so viele unterschiedliche Arten spielen, daß garantiert einige davon cool sind... :)
 
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Die Ungereimtheiten der Welt nehme ich ihm gar nicht mal so übel.
Ist halt ein Märchenland.
Aber Continuity Porn und grottige Regeln sind nichts was mich zum Freund des Herrn Römer macht.
 
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Ich wag jetzt kaum zu Fragen, was "continuity porn" ist. Gibts dafür auch einen stubenreinen deutschen Ausdruck oder muß ich dumm sterben? :)
 
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Kazander schrieb:
... sondern keine Ahnung von realistischem Weltenbau ...
Realismus saugt. Und was die geschichtlichen Abläufe betrifft: Die sind nicht schlechter als in den meisten anderen Fantasy-Welten. Natürlich sind sie "unrealistisch" - aber zumindest sind solche sachen wie der Thronfolgekrieg im HR nachvollziehbar. Oh, ehe ich es vergesse: Thorwaler zählen nicht.
 
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Das ist wohl Geschmackssache. Ich hätte gerne eine realitischere Welt als eine Welt, wo ich alles Mögliche durch Götter und Magie erklären muß.

Deshalb mag ich die Welt Midgard lieber, die ist vom Aufbau und den Proportionen her wenigstens wie unsere Erde aufgebaut und daher realistischer.

Und was die geschichtlichen Abläufe betrifft: Die sind nicht schlechter als in den meisten anderen Fantasy-Welten. Natürlich sind sie "unrealistisch" - aber zumindest sind solche sachen wie der Thronfolgekrieg im HR nachvollziehbar. Oh, ehe ich es vergesse: Thorwaler zählen nicht.

Dafür sind solche Sachen wie das 5-jahre langes bestehen der Wilderlande nicht nachvollziehbar, in einem anderen wird gerade heftig darüber diskuttiert, von Fans, nicht von Gegnern.

Und warum zählen Thoraler nicht ?
 
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Continuity-Porn: "Ihr dürft diesen NSC nicht töten, der wird in einer kommenden Publikation TOTAL wichtig!"
bzw. einfach die allgemeine Geilheit der DSA Fanbois darauf, dass Aventurien gefälligst an Inhalt und Ablauf so UND NICHT ANDERS zu sein hat wie's in den offiziellen Publikationen verbreitet wird.
Eben totale Metaplothörigkeit. Bei der man ja nichts anders machen sollte, als es vorgegeben ist, weil man sonst die nächsten rauskommenden Abenteuer nicht spielen kann.

Ist allerdings Hörensagen meinerseits. Jedoch so weit verbreitet, dass etwas dran sein muss.
 
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Kazander schrieb:
Dafür sind solche Sachen wie das 5-jahre langes bestehen der Wilderlande nicht nachvollziehbar, in einem anderen wird gerade heftig darüber diskuttiert, von Fans, nicht von Gegnern.
Kommt auf die Bedingungen an, würde ich sagen, und da bin ich, was die Wilderlande betrifft, nicht qualifiziert genug.

Kazander schrieb:
Und warum zählen Thoraler nicht ?
Weil Thorwaler jedesmal wieder Aventurien sprengen, sobald sie auftauchen. Wie man es auch dreht und wendet, sie funktionieren nicht.
 
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Tellurian schrieb:
Continuity-Porn: "Ihr dürft diesen NSC nicht töten, der wird in einer kommenden Publikation TOTAL wichtig!"
Das ist doch nett. Der umgekehrte Fall ist ein Problem - der SL wird nicht vorgewarnt und plötzlich wird ein gekillter NSC wichtig ... Die neuen Regionalbeschreibungen entzerren das Problem zumindest für Mysterien: Mit * passiert nichts mit ihnen, ohne sind sie für zukünftige Publikationen wichtig. HdT gibt dann auch listenweise NSC zum Abschuss frei, das horasreich ist dem Rest von DSA eben nicht nur innerweltlich voraus. ;)
Was die voranschreitende Geschichte Aventuriens betrifft: Das ist ein Hauptfeature des Spiels. Man kann sich problemlos einen Zeitpunkt suchen, ab dem man es anders macht, nur kann man dieses Hauptfeature dann nicht mehr nutzen.
 
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Siehste, und deswegen ist DSA nix für mich.
Ich nutze eigentlich ALLE Publikationen an Material das ich so habe und bekomme als Steinbruch und bau mein eigenes draus.
Macht vermutlich mehr Arbeit als einfach nur ausm Buch zu leiten, ist aber irgendwie flexibler. ;)
 
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Das hat nichts mit "nur aus'm Buch leiten" zu tun (Doppel-;) für alle Emoticonhampelmänner da draußen). Wie man seine Abenteuer in der voranschreitenden Geschichte plaziert, ist immer noch Sache jeder Gruppe. DSA versorgt einen eben mit immer neuen Konflikten. Flexibilität ist übrigens kein Wert aus sich heraus.
 
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Schub (sic!), deine Apologetik in allen Ehren, aber Thomas Römer ist schlichtweg indiskutabel. Wer als tolle Neuerung der 4.1er Edition anpreist das "Galanterie" jetzt weggefallen ist, der hat einfach den Knall nicht gehört und schadet seinem Spiel mehr das er ihm nutzt.

[Schnitt]

Was den Vorwurf der "Immortality" Flags angeht... so aus dem FF fällt mir nur EIN Spiel ein das eben jene Flags NICHT hat, und das ist Hârnmaster (das hat aber auch keine sich entwickelnde Geschichte). Einzig und allein der Einfluss eben jener unsterblichen NSC unterscheidet sich möglicherweise von System zu System - allerdings ist DAS keine systemimmanente Schwäche sondern mies gebaute Abenteuer. Und DA hat nun jedes Spiel seine buckligen Verwandten die man besser in den Keller sperrt.

DSA hat seinen eigenen Flair und man muss nicht immer noch jeden Fehler bis auf's Messer verteidigen. Manchmal gibt's eben Qualitäten die sich NICHT im effektivsten Regelsystem der Welt äußern.
 
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Realismus saugt. Und was die geschichtlichen Abläufe betrifft: Die sind nicht schlechter als in den meisten anderen Fantasy-Welten. Natürlich sind sie "unrealistisch" - aber zumindest sind solche sachen wie der Thronfolgekrieg im HR nachvollziehbar. Oh, ehe ich es vergesse: Thorwaler zählen nicht.
Seltsam an sowas wie die Novadi Schutzzone und den Geensatz Horasiat-Thorwal kann ich mch aus anderen Settings die Realismus propagieren nicht erinnern, genau gar kein setting
 
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Was den Vorwurf der "Immortality" Flags angeht... so aus dem FF fällt mir nur EIN Spiel ein das eben jene Flags NICHT hat, und das ist Hârnmaster (das hat aber auch keine sich entwickelnde Geschichte).

Sicher hat fast jedes System seine NSCs, die mehr oder weniger unangreifbar sind, aber irgendwie habe ich das Gefühl, nirgends sind es so viele wie bei DSA.

Nicht dagegen wenn die Oberschicht der Reiche beschrieben wird (Kaiser und vergleichbare sowie die Barone darunter, aber ob man weiter runter gehen muß sowie noch dutzende weitere wichtige NSCs beschreiben muß, darüber kann man vortrefflich streiten.
 
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@ Schwerttänzer:
Lern Deutsch, wenn du ernstgenommen werden willst.

@ Amadiel (sic!):
Apologetik sieht anders aus. Angesehen davon ist Thomas Römer nicht indiskutabel; das ist eine Legende, die unter Leuten kursiert, die von dSA keine Ahnung haben. Bisher wusste ich nicht, dass sie ansteckend ist, aber vielleicht hast du sie dir im O.R.K. geholt.

Kazander schrieb:
Nicht dagegen wenn die Oberschicht der Reiche beschrieben wird [...], aber ob man weiter runter gehen muß sowie noch dutzende weitere wichtige NSCs beschreiben muß, darüber kann man vortrefflich streiten.
Über das "muß" kann man nichtmal trefflich streiten, es "muß" nämlich nicht. Die beschriebenen DSA-NSC sind aber nicht alle und nicht grundsätzlich ihres politischen Gewichts wegen veröffentlicht, es geht eben nicht nur um die "Oberschicht der Reiche" sondern auch um Figuren, die das Flair einer Region oder Idee unterstreichen.
 
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Über das "muß" kann man nichtmal trefflich streiten, es "muß" nämlich nicht. Die beschriebenen DSA-NSC sind aber nicht alle und nicht grundsätzlich ihres politischen Gewichts wegen veröffentlicht, es geht eben nicht nur um die "Oberschicht der Reiche" sondern auch um Figuren, die das Flair einer Region oder Idee unterstreichen.

Das stimmt!
Es gibt genügend gut beschriebene NSC, bei denen extra dabei steht, dass sie gern "verheizt" werden dürfen, da sie in der Zukunft Aventuriens keine größere Rolle mehr spielen wie beispielsweise
Dolguruk, der Schwarze.
Beim Lesen von JdF ist mir durchaus aufgefallen, dass man eine bekloppte Gruppe in der Kampagne knicken kann, denn viele NSC spielen später in der Kampagne noch eine größere (Neben-)Rolle, deren Motivation und Handlungsweise sich von der Begegnung mit den Helden oder deren Handlungen ableitet und würden sie durch einen wahllosen anderen NSC ersetzt werden, weil der ursprüngliche NSC vom wütenden Thorwaler hopps ging, wäre das schöne dramaturgische Element des Wiedersehens entfernt. Aber grundsätzlich verhielt es sich bei vielen NSC so, dass keine Kampfhandlungen mit denen geplant waren, wenn sie später noch gebraucht würden.
Das war leider in der Simyala-Trilogie etwas anders...
 
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Ich seh das mit "Offiziellem" und gruppeninternen Aventurien eher wie ein großes Buffett: Nimm dir was du willst und wieviel du willst und lass den Rest weg.
Sprich: mach es von der Laune des SL und der Spieler abhängig ob nun Buchgetreu oder Individuell, ob man nun in der Zivilisation oder einem götterverlassenen Winkel spielt, so dass sich auch Wahrnehmung der Kontinentsgröße verändert.

Jetzt gerade läuft es bei uns so, dass der Plot total unabhängig vom Geschehen "da draußen" war und nun während der Heimreise der gesamte soziale Hintergrund in Form von Klatsch, Gerüchten und Begegnungen über die Gruppe gerieselt wird.
Wie dosiert ihr denn den Einsatz von Offiziellen NSCs und Zeitgeschehen? Da gibt es doch mehr als nur eine Möglichkeit!

Was ihr vor einigen Seiten von Ökonomischem Realismus usw. gesagt habt: Will ich das denn? Und wenn ja: wieviel?
Denkt mal ernsthaft darüber nach.

Ich spiele auch, um für ein paar Stunden Abstand vom Alltag zu gewinnen. Alltag war für mich in den letzten Monaten die gesamtwirtschaftliche Situation einer Burg durch zu rechnen. Da will ich doch im Spiel einfach mal drauflos machen können, bzw. mich als SL darüber freuen, dass meine Spieler nicht alles sofort begreifen und totanalysieren.
Meiner Meinung nach ist Aventurien gerade realistisch genung, dass man nicht zu viel durch Magie und Götter erklären muss, dass Dinge auch ohne permanente Aufsicht von Alveran laufen können. Gleichzeitig sind Magie und Götter präsent und wichtig genug, um Aventurien ausreichend von unserer Realität zu unterscheiden.
 
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