Serie The Man in the High Castle

Im Zweifelsfall wäre es eine passendere Kritik an all den Serien, die in der Gegenwart spielen und den nationalrechten Schwachfug nicht thematisieren als zu einer Serie, die 1962 spielt

Nein, das ist nicht so gemeint. Interessant wäre zB. eine Serie gewesen, die über eine Hintertüre versucht, die Leute für den Faschismus zu gewinnen, also den Zuschauer aufs Glatteis zu führen und dann "aufzuwecken" - ähnlich wie das Experiment, daß an einer Schule betrieben und mehrfach verfilmt wurde.

Faschistische Zustände haben wir zudem noch recht häufig auf der Welt. Alleine die ganzen laufenden Kriege aufzuarbeiten, lieferte jede Menge Stoff.

Ich verstehe jedoch, daß man gerne einen Roman so exakt wie möglich verfilmt sehen möchte und aus diesem Grund werde ich mich aus der Diskussion ausklinken
 
Der Roman hat den berühmten Tropus "Was wäre, wenn die Nazis den Krieg gewonnen hätten" quasi erfunden und dann gleich in einer Art Drogenfantasie zertrümmert und auf links gedreht (soweit ich weiß, hab ihn ja noch nicht gelesen, wie erwähnt :) ). Mit "Man sollte die Nazis aus der Serie rausnehmen und die Story des Romans anders umsetzen - also auf moderne Probleme angepasst" geht da nicht viel. Da wäre es vermutlich sinnvoller, hätte man die erste Verfilmung von Herr der Ringe als Western umgesetzt.
 
Wenn die Geschichte so gut ist, dann braucht sie keinen Adolf Hitler, weder Hakenkreuze noch Hitlergruß - aber das ist halt werbewirksam und das ärgert mich. Das geht halt eher in Richtung Medienkritik und vor allem Themenauswahl der Verleger - sorry
Und eine gute Vampir-Serie, sollte so spannend sein, dass sie statt mit Vampiren auch mit anderen Wesen funktionieren würde und Iron Man wäre noch viel cooler, wenn er auch cool wäre, wenn es um einen autistischen Automechaniker ginge...

Irgendwie ist da schon so ganz grob was dran - ich hoffe schon auch, dass die Serie mehr ist als Typen, die den rechten Arm heben (was z.B. Iron Sky leider nur kaum war). Aber in einer Serie gehts nunmal meistens um das um was es in der Serie geht. Und wenn in einer Alternate-History-Serie ein Setting gezeigt werden soll, wo die Achsenmächte den Krieg gewonnen haben, dann fände ich das ohne Achsenmächte ein wenig thema-verfehlt.

Und so ausgelutscht finde ich das Thema jetzt nicht bzw. würde dich alternativ bitten mir ein paar Film-/Serien-Tipps für all die anderen Alternate-History-Geschichten zu nennen. Ich finde Alternate-History nämlich recht spannend. Mal ganz ungeachtet dessen ob es um Nazis geht. Ich nehm auch Afrikaner, die Europa kolonialisieren, Steam-Punk-Germanen oder eine Fortsetzung des Kalten Krieges bis heute... oder was immer du sonst bieten kannst.
 
Ja, ist mir klar. Trotzdem würde ich auch bei einer Neuverfilmung von 1984 - auch ein Klassiker - gähnen
Ja mei. Das spricht halt eher gegen dich als gegen die Serie.
Richtig, ich sage ja nur, dass der Zeitpunkt unpassend ist, da es im Moment genug andere, interessante Themen gäbe, die man per Serie "ansprechen" könnte.
Was zum Beispiel? Die Zombieapokalypse? Frauen im Knast? Falsche Sherriffs in Amish-County?
Die Tatsache, dass es immer andere Themen gibt, die ein Künstler ansprechen kann, ist niemals ein gültiges Argument gegen seine tatsächliche Themenwahl.

Hier gibt es einen guten Podcast, der das Buch in aller Länge bespricht und aus dem klar wird, warum Hare und Boyscout hier total daneben liegen.
 
Treffer, Treffer und Treffer.
Alles "im Moment" offenbar wichtiger als Alternative-Realität-Nazis.
Nunja.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wayward Pines, Under the Dome ist ganz interessant in dem Hinblick auf "Was wäre wenn der Faschismus gewinnen würde?". Da gab es doch noch so ein Ding . . . Revolution?
Wenn man es eher spaßig mag dann Don Camillo & Pepone - könnten Sie sowieso mal wieder verfilmen

Im Grunde ist der Faschismus ja eh ein Rückfall in eine alte Herrschaftsform - nur vielleicht industrieller. So'ne Art gepimpte Tyrannei. Ich weiß einfach nicht, was sich änderte, wenn das jetzt auf den großen Maßstab projiziert werden würde. Das ist halt so typisch amerikanisch - wir machen alles noch was größer und dann ist es was ganz anderes.
 
Treffer. Alles "im Moment" offenbar wichtiger als Nazis.

Nazi-Zombies haben mittlerweile allerdings 'ne eigene kleine Subkultur hervorgebracht. Das bekommt die Serienlandschaft vielleicht auch irgendwann mit. Gleich nach den Hai-Serien, auf die ich sehnlichst warte.
Aber im Grunde geht es doch in allen dreien auch um Tyrannei, ob jetzt die selbsternannten Herrscher in The Walking Dead, die Tyrannen im Knast oder die Bandenführer und Hohen Beamte in Banshee

Es geht immer um Konflikt. Das ist alles. Und das ist auch gut so. Geschichten ohne Konflikt sind lahm.
 
Ich teile so ein wenig Hares bedenken. Wenn in Amerika irgendwelche Nazi-Sachen verfilmt werden kommt meistens dabei nur Schrott raus, klassisches Schwarz-Weiss-Denken und blöder Patrioten-Schund auf amerikanischer Seite von dem ich schon aus den ganzen zeitgenössischen Serien die Nase ziemlich voll habe. Die letzte und hochgelobte Staffel von Homeland war so ein Beispiel.
Nur das eine Erzählung von Mr. Dick die Grundlage der Serie ist reicht mir als Qualitätsmerkmal nicht aus - zumal wahrscheinlich bei einer Amazon-Eigenproduktion nur die üblichen Verdächtigen aus Hollywoods Schreiberriege den üblichen Blödsinn verzapfen. Ob ich mir den Kram überhaupt ansehe entscheide ich kurzfristig, viel erwarten tu ich bei dem Thema nicht.
 
Ich teile so ein wenig Hares bedenken. Wenn in Amerika irgendwelche Nazi-Sachen verfilmt werden kommt meistens dabei nur Schrott raus, klassisches Schwarz-Weiss-Denken und blöder Patrioten-Schund auf amerikanischer Seite von dem ich schon aus den ganzen zeitgenössischen Serien die Nase ziemlich voll habe. Die letzte und hochgelobte Staffel von Homeland war so ein Beispiel.
Ja bei den Nazis ist Schwarz-Weiss-Denken echt Mist. Einige von ihnen waren auch liebevolle Väter.
 
War mir klar das Du das so siehst aber es tut mir Leid kann ich nicht. Hab zu viele schlechte Beispiele aus US-Serien vor Auge die das thema im Si-Fi verwursten und einfach immer abstinken und auf einen weiteren Werbefilm für die Army/Navy hab ich auch keine Lust.

Mit Schwarz-Weiss denken meine ich eher die nicht stattfindende Auseinandersetzung mit der NS-Zeit aber ich hab auch keine Zeit und Lust das hier zu diskuttieren.
 
Es geht immer um Konflikt. Das ist alles. Und das ist auch gut so. Geschichten ohne Konflikt sind lahm.

Also Konflikte gibt es nun in jeder Serie und seien es Die Waltons. Meine Bedenken richten sich dagegen, die Nazis als marktwirksames Element zu verwursten, weil es halt Cash regnet - also praktisch "Snuffsoftpornos" für das Volk zu drehen.

Ich finde da könnte man ruhig die alltägliche, gegenwärtige Gewalt zeigen, anstatt von dieser durch das "ultimative Böse der Anderen" davon abzulenken - so nach dem Motto: "Hey, schaut Euch die da an, ihr seid im Gegensatz zu denen echt nette, gute Menschen - bleibt so!"
 
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