Rippers Rippers in Deutsch

Zornhau

Freßt NAPALM!
Ich habe einerseits die englische Ausgabe des Rippers-Settingbuchs, des Rippers-Companions, des Rippers-Showdown-Skirmish-Tabletops und der einzeln erschienenen Rippers-Abenteuer, so daß ich nicht wirklich dringend auf eine deutsche Ausgabe gewartet habe.

Andererseits ist Rippers verglichen mit Space 1889: Red Sands (die Savage-Worlds-Ausgabe von Space 1889) oder Gaslight: Victorian Fantasy leider wirklich NUR Monster-Kloppen.

Daß man dabei im pseudo-victorianischen England (und der mehr oder weniger naheliegenden Umgebung) in entsprechende Äußerlichkeiten gekleidet herumspringt, ist nur aufgesetzt auf die eigentliche Kerngeschichte: MONSTER fangen, meist töten, manchmal ihnen Körperteile entnehmen, um sie zu Elixieren zu "versaften" oder sie sich direkt implantieren zu lassen, damit man stärker und härter im Geben wird, um mehr Monster zu fangen, deren Körperteile einzubauen, um mehr Monster zu fangen ...

Wie gesagt, für Spielinteressen mit Fokus auf "kill monsters and take their limbs and internal organs ... for England!" ist das schon OK.

Aber Rippers kann bei Interesse am Spiel in der victorianischen Ära solchen Settings wie Space 1889 oder Gaslight leider nicht das Wasser reichen, sondern wird nach Vorlage der Besuchskarte schroff abgewiesen und ein weiterer Besuch wird ihm direkt ins Gesicht als unerwünscht mitgeteilt.

Nur NICHT FALSCH verstehen! - Rippers bietet für Monsterhunting im Stile des Van-Helsing-Films oder überkandidelte Action wie im League of Extraordinary Gentlemen Film und natürlich - die Vorlage schlechthin - im Stile der Hammer-Horror-Filme der 60er-Jahre allerbeste Unterstützung! Wer dieses Filmvorlagen mag, der wird auch Rippers mögen. (Und wer die Hammer-Production-Filme noch nicht kennen sollte, dem ist angeraten diese cineastische Bildungslücke schnellstmöglich zu schließen.)

Nachtrag: Und genau JETZT habe ich Lust auf Hammer-Filme! Peter Cushing, Christopher Lee und natürlich der Darth-Vader-Darsteller David Prowse sind sowieso für so manche NSCs bei Rippers die besten Vorlagen.
 

Taysal

RSP-Gott
Wir sind letzte Woche mit der PPK fertig geworden. ^^

Natürlich gibt es noch einige Baustellen im Rippers-Universum, aber das wird erst einmal nach hinten verschoben, da wir uns entschlossen haben erst einmal SAVAGE RUN CYBERPIRATEN zu spielen, um etwas Abstand zum Rippers-Thema zu bekommen.

Geplant ist dann in der Rippers-Kampagne zehn bis fünfzehn Jahre vorzuspringen und ein oder zwei Abenteuer mit den Kindern der Charaktere zu spielen und dann nochmals einen Zeitsprung ins Jahr 1920 zu machen, um die nun erwachsenen Sprösslinge in den Kampf gegen die Kreaturen der Nacht zu führen - auf den Spuren ihrer Eltern.
 

Zornhau

Freßt NAPALM!
Nimm noch 15 Jahre dazu und Du kannst Rippers mit "gegen Nazis" würzen. Dann hätte man so richtig Indiana-Jones-meets-Hammer-Horror-Pulp-Action!
 

Taysal

RSP-Gott
Ne ne ne ne, nix Naziz. ^^

Die lasse ich gelegentlich in meiner ABENTEUER-1930-Reihe auftreten, aber ansonsten bin ich kein großer Freund der Nazi-Thematik. Zumal unter meiner Spielleitung RIPPERS ein wenig anders lief. Das war kein reines Monsterkloppen und -ausweiden. Aber natürlich noch immer mit ordentlich Action. :)
 

CaerSidis

Dhampir
Ich denke ich werde auch versuchen das ein oder andere AB einzustreuen damit Rippers nicht zu einseitig wird.

Muß man sehen in wie weit das dann zu den Chars passt.
 

Zornhau

Freßt NAPALM!
Es ist halt eine Frage dessen, was man sich in puncto Rollenspielen im victorianischen Zeitalter so erwartet.

Weniger auf Action, mehr auf soziale, innergesellschaftliche Spannungen aufgreifende Konflikte ausgerichtet ist Gaslight. Hier kann man auch vorzüglich viele der H.G. Wells Romanvorlagen verwenden, wo es ja oft um die sozialen Auswirkungen von technisch revolutionären Entdeckungen und Erfindungen bzw. von Naturkatastrophen ging. Auch die Dickenschen deprimierenden Darstellungen gerade der Unterschichtverhältnisse passen hier sehr gut als Vorlage bzw. Inspiration für eigene Schilderungen.

Mehr das Thema Kolonialismus in allen Facetten, sowie klassische Spionage- und Militärgeschichten sind bei Space 1889: Red Sands im Vordergrund. Hier ist weniger das Durchschlagen von technischen und schon gar nicht von übernatürlichen Effekten auf die Gesellschaft das Thema, als mehr die Verlagerung der Vor-1.-Weltkriegs-Imperialismus-Politspannungen auf das gesamte erreichbare Sonnensystem. Stellvertreterkriege somit nicht nur in Afrika oder Asien, sondern auf Mars und Venus. - Von der leichteren Seite gesehen kann man hier gut die Flashman-Romane als Anregung verwenden ("leicht" ist natürlich immer relativ).

Rippers ist gerade durch die entsprechenden Spielwerte (Reason) und den starken Fokus auf das Monsterjagen schon deutlich anders ausgerichtet. - Man KANN auch bei Rippers, wenn man die Arbeit nicht scheut, andere Themen mit einfließen lassen. Aber Rippers ist im Kern eben an den Hammer-Horror-Filmen und dergleichen orientiert. Das Monster der Woche wird gejagt und die brauchbaren Körperteile werden "geerntet". - Dabei ist bei Rippers wichtig, daß ALLE SCs sich ziemlich stark AUSSERHALB der eigentlichen, "normalen" Gesellschaft befinden. Sie sind durch Implantate entstellt, sie verfügen über übernatürliche Kräfte, sie führen ständig Waffen mit sich und müssen ständig auf der Hut sein, von normaler Polizei erwischt und wegen "Mordes am netten Mister Winterbottom" (einem Werwolf) angeklagt zu werden.

Rippers-SCs leben ein Leben der ständigen Gewalt. - Bei Space 1889 kann man der Gewalt deutlich besser entgehen, bei Gaslight ist die Gewalt eher das Korsett, welches die Gesellschaft jedem Einzelnen anzulegen versucht. Und wer dagegen aufbegehrt, der kommt möglicherweise daran um.
 

Zornhau

Freßt NAPALM!
Und nochmals, um Mißverständnisse zu vermeiden: ALLE drei Rollenspiel-Settings für das Spielen von Savage Worlds in der victorianischen Ära haben ihren EIGENEN Reiz.

Mir machen sie zu unterschiedlichen Zeiten und zur Befriedigung unterschiedlicher rollenspielerischer "Gelüste" jedes für sich genommen Spaß.

Space 1889: Red Sands ist dabei trotz Pulp-Sci-Fi-Thematik das nüchternste und am wenigsten übernatürliche Setting.
Gaslight bietet mit den Tiermenschen (Moreaus) und anderen seltsamen Genossen (Vampiren, Werwölfen usw.), die in eine erdrückend von Konventionen beherrschte Gesellschaft eingebettet, ja eingekerkert sind, etwas Übernatürliches - oder eher sogar aus In-Game-Sicht "Widernatürliches". Das Spiel hier wirkt eher wie "Victorianisches Zeitalter von unten".
Rippers ist die volle Dosis Übernatürlichkeit. Mit ALLEN Arkanen Hintergründen. Hier gelangt vor all der "special-effects"-lastigen Sonderausstattung zum Monsterjagen die viktorianische Gesellschaft, das Kulturelle etwas zu kurz.
 

Taysal

RSP-Gott
Eine schöne Zusammenfassung, vor allem die Videos.

Ich persönlich favorisiere ja SPACE 1889: RED SANDS, meine Spieler mögen RIPPERS etwas mehr. Derzeit, das kann sich noch ändern. Allerdings wollten sie bei aller Action auch soziale Konflikte und Entscheidungen, deswegen waren schlussendlich drei der Spieler Adelige. Was den reinen Action-Gamer bis zum Ende der Kampagne geärgert hat. Da seine Freundin aber eine der Ladies war, musste er sich fügen. ;)

Aus dem Buch heraus gespielt - jedenfalls die englischsprachige Ausgabe - ist es schon ordentlich Geschnetzel. Allerdings haben wir ungefähr die Hälfte der Tales gar nicht gespielt und uns auf Europa konzentriert, besonders gerne im Bereich Österreich-Ungarn und dem Königreich Bayern. Um Kulmbach/München habe ich eine Mini-Kampagne eingeflochten, die sich um Werwölfe drehte. Dazu einige Kaufabenteuer, die ich ebenfalls etwas überarbeitet habe und noch einige andere Szenarien, die mir passend erschienen. Das führte zu einem rasanten Mix, der mit viel Übernatürlichem gewürzt war.

Ich bin jedenfalls gespannt, was PG mit dem Setting angestellt hat. ^^
 

CaerSidis

Dhampir
So wie bei Taysal stelle ich mir das auch vor. Aber das wird sich dann bei der Charerstellung zeigen was die Spieler machen wollen. Wenns eine reine Monster Klopper Bande wird, dann eben so :)
Normal gibt es aber immer 1-2 Spieler die abseits des Hauptweges ihren Char bauen und somit sind auch andere Inhalte denkbar.

Klar steigt man dann nicht so tief in das Thema der viktorianischen Gesselschaft ein wie bei Gaslight z.B.
Aber selbst ein wenig Einbeziehung des Themas bietet ja dann schon Abwechslung...

Wir haben einfach nicht die Zeit um dieses Zeitalter in 3 Settings mit unterschiedlichem Schwerpunkt zu bespielen.
 

Tsu

Affendämon
Hey, je mehr ich darüber nachdenke , desto besser wird es :D Jetzt muss ich es nur noch schaffen die PPKs zu verknüpfen :D
 

Zornhau

Freßt NAPALM!
Hm... Space 1889: Ripping through Gaslight .. hmm ...
Als wahrer Underdog in Gaslight z.B. als Werwolf anfangen. - Um das Gejagtwerden durch die durchgeknallten TERRORISTEN an Rippers zu vermeiden, bei der Englischen Kolonialarmee angeheuert und Dienst auf dem Mars geschoben. Dort hochgedient, um aus den Rängen zum Offizier befördert zu werden. Auf die Erde zurückgekehrt, geheiratet, zwei Kinder in die Welt gesetzt, werden Frau samt Kinder von einer geifernden, durch Rippertech entstellten TERRRORISTENBANDE an Rippersloge entführt, die Frau lapidar getötet und die Kinder des Werwolfsbluts wegen bestialischen Qualen ausgesetzt, um ihre "nützliche" Organsubstanz zu ernten. Mit ein paar Mars-Veteranen, denen ähnliches durch die Rippers-Terroristen passiert ist, schließt man sich zur Liga Extraterrestrisch Gedienter Offiziere und Gentlemen zusammen und macht JAGD auf die verdammten Rippers-Bastarde!

So zum Beispiel.
 

Rinas

Wizard
Um die Frage mal zu beantworten: Wenn sie es jetzt noch schaffen nachdem das PDF draußen ist auf Feedback einzugehen (also zusätzliche Fehlerkorrektur). Wäre ich auf jedenfall dabei mir es zu holen. Monster an der Themse plätten und immer besser zu werden und in einer riesigen Machtsspirale zu enden und nicht mehr zu wissen ob man noch ein Mensch ist hört sich für mich sehr ansprechend an.
 
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