Western-Rollenspiele

Dieses Thema im Forum "Andere RPG-Systeme" wurde erstellt von Skar, 4. August 2004.

Schlagworte:
  1. Skar

    Skar Dr. Spiele Mitarbeiter Administrator

    Ich möchte mir ein deutschsprachiges Western-Rollenspiel zulegen. Was ist da zur Zeit auf dem Markt erhältlich und würdet ihr eins empfehlen?
     
  2. Silence

    Silence Guest

    Hallo Skar,
    ich glaube es gibt eines, doch mir fällt der Name gerade nicht ein!!! Ich werde nachschauen!
     
  3. Eldrige

    Eldrige Zombie-Survival Experte

    Hi,

    also mit Fantasy Anstrich hätten wie da zum Beispiel Deadlands.

    Habe ich noch nie gespielt, sieht aber interessant aus.

    Ergebenst

    Eldrige
     
  4. mIrRoR

    mIrRoR mit neuen avatar

    mhm, deutschsprachiges kenne ich keins. Mir ist nur Werwolf Wild West bekannt...
     
  5. Silence

    Silence Guest

    Deadlands, Eldrige du hast es! Nach dem habe ich gesucht!
     
  6. Zornhau

    Zornhau Freßt NAPALM!

    Deadlands gibt es in drei "Geschmacksrichtungen":

    Deadlands: The weird West (auch auf deutsch erhältlich)
    hier geht es um Italo-Western-Stimmung verquickt mit wüstem Steampunk und Horror

    Deadlands: The wasted West (Auch unter dem Titel "Hell on Earth" zu finden)
    hier haben wir eine Welt, in der die üblen Hintermänner des Weird West-Deadlands-Metaplots gewonnen haben; Mad-Max-Feeling paart sich hier mit den übriggebliebenen Cyber-creepy-Tech-Errungenschaften und Toxischen Schamanen etc.

    Deadlands: The way-out West (Auch unter dem Titel "Lost Colony" zu finden)
    spielt beinahe zeitgleich zu Hell on Earth auf einem Kolonie-Planeten, der durch das Zünden der nuklearen Geisterstein-Bomben und damit den Verfall der Mutterwelt mit Siedlern, eingeborenen Aliens und den Überresten der Psycho-Kriege zu tun hat, ein wenig vom Feeling her wie Firefly, die SF-Western-Serie von Joss Whedon.

    Der Meta-Plot bei Deadlands ist es vor allem, worin sich dieses vordergründig Western-orientierte Rollenspielsysten und seine seltsame Welt abhebt. Beginnend mit einem unguten Ereignis 1863 bei der Schlacht von Gettysburg zieht sich ein erzählerischer roter Faden (mit vielen Querbeziehungen und losen Enden zum Selbstweiterspinnen) durch bis ins ausgehende 22.Jahrhundert.

    Mich hatte ursprünglich die nicht den aktuellen (insbesondere deutschen) Ansprüchen auf graphische Ausgestaltung entsprechende Aufmachung gehindert, mir Deadlands mal zu Gemüte zu führen, bis ich auf einem Con beim Warten auf meine Spielrunde mal ein wenig zu lesen in die Finger bekam. Wenige Wochen später hatte ich alle Publikationen zu Deadlands (deutsch und englisch) angeschafft und kam aus dem Lesen lange nicht heraus. Wir spielen in mehreren Gruppen regelmäßig Deadlands (im Verein haben wir derzeit drei Marshalls und eine ganze Reihe Spieler in unterschiedlichen Aufgeboten).

    Hatte ich schon erwähnt, daß ich Deadlands für super-cool halte?

    Für mehr Info, schaut doch auch mal unter http://www.weirdwest.de nach (auf dem Forum dieser Fan-Web-Site findet ihr auch Beiträge der deutschen Deadlands-Herausgeber).
    Die Weirdwest-Seite ist wesentlich informativer als die etwas stiefmütterlich behandelte deutsche Herausgeber-Seite (http://www.deadlands.de).
     
  7. Skar

    Skar Dr. Spiele Mitarbeiter Administrator

    Aber war da nicht was, dass das deutsche nicht mehr aufgelegt wird. Ich hab da auch noch was mit nem kostenlosen download des Regelwerkes im Kopf ??
     
  8. Lynx

    Lynx Tinte im Blut

    Deadlands ist lustig. :) Gaaaanz zu Beginn meiner Rollenspielerkarriere habe ich mal reingeschnuppert. Die Schnupperrunde endete in einem reinen Chaos aber wir waren auch ein wild zusammengewürfelter Haufen.
    Auf der letzten oder vorletzten Speil (verdammt, mein Gedächniss...) haben mein Mann und ich es dann wiederentdeckt und es wurde auch mit begeisterung in unsere Runde aufgenommen.

    Bei DL spielt man in einem nicht ganz so klassischen wilden Westen. Es gibt durchaus viele, fiese, große, böse Monster, die die Menschen in Furcht versetzen. Aber was wäre der Westen ohne seine mehr oder minder glorreichen Helden, die sich diesen Gefahren stellen um die Menschheit zu schützen. Diese Monster haben einen großen Zweck, die Furcht der Menschen. Diese wird nämlich von den Furchtsähern benötigt, für die diese Monster quasi ins Feld ziehen. Ist ne ganz lustige Geschichte, die ich hier ausm Stegreif jetzt aber nicht mehr zusammenkriege. Aber egal, es ist halt ein tolles Horror-Western-Spiel.
    Wir haben jedenfalls sehr viel Spaß in unserer verrückten Runde mit Wissenschaftlerin (die des Nachts schon mal zwei Rinder frisst), der Mörderin/Revolverheldin (die sich meist als Kerl ausgibt), dem (total kranken und unhöflichen) Huckster und ihren zeitweise wechselnden Begleitern. :)
     
  9. Bücherwurm

    Bücherwurm Bibliophil

    Okay, also deutsches gibt es da abgesehen von Deadlands nicht viel, soweit mir bekannt. Meinen Vorrednern kann ich mich nur anschließen: Deadlands ist wirklich ein sehr gutes Spiel. Auch wenn es zwischenzeitlich wohl den Weg allen irdischen gegangen ist.

    Okay, hier aber noch ein paar andere Westernspiele:
    - Boothill von TSR, ist schon ewig OOP und daher gräßlich teuer. Noch dazu mit den gräßlichen alten D&D-Regeln. Aber halt ein echtes Westernspiel.

    - Werewolf: The Wild West - das erste Werk aus der Feder bzw. Entwicklung von Justin Achilli. Kam aber kurz nach Deadlands raus und ging daher völlig unter. Manch einer würde auch sagen zu recht, da es eher so mittelspannend war.

    - Gurps: Old West. Wiedermal ein toprecherchierter Quellenband, und wieder mal ein unbrauchbares Spielsystem. Ist aber als Hintergrund und Inspiration für jedes Westernspiel sehr nützlich.

    - Cthulhu 1880 (oder so ähnlich): in einer (oder gar zwei?) der Ausgaben der Cthuloiden Welten bieten sie ein Westernsetting. Kurz, knapp und eher ein Denkanstoß als ein richtiges Setting. Aber deutsch und durchaus brauchbar.

    - Buffy - tVS: bietet auch einen Westernansatz (inklusive Abenteuer und Extraregeln). Zu finden im Slayer's Handbook, IIRC. Naja, halt auch nur ein One-Shot-Ansatz, aber ausbaubar.

    - Mein aktueller Favorit: Spellslinger von Horizon. Fantasy im Wilden Westen. Ein komplettes Spiel auf 64 Seiten für einen knuffigen Preis (so 13, 14 Euro, wenn ich nicht irre). Liebevoll illustriert und geschrieben, man muß sich aber mental darauf einstellen etwas Arbeit reinzustecken.

    So, das wären erstmal alle, die mir spontan einfallen. Vielleicht gibt es da ja aber auch noch mehr.

    bye, Bookworm55
     
  10. Zornhau

    Zornhau Freßt NAPALM!

    Die US-Original-Version ist Out-of-print. Der Verlag ist mit dem Abverkauf der Exemplare auch schon so gut wie durch. Die nicht mehr als Hardcopy verfügbaren Bände gibt es aber alle als erschwingliche PDF-eBooks bei RPGnow (OHNE die DRM-Kastration, die man bei DriverThruRPG zugemutet bekommt).

    Es ist für Anfang nächsten Jahres die Neuausgabe von Deadlands als Deadlands: Reloaded angekündigt. Dies sind Setting-Bücher für das generische Spielsystem Savage Worlds, welches das neue Haussystem der Verlags ist.

    Das deutsche Deadlands-Regelwerk basiert auf der 1. Auflage des US-Originals.
    Es ist noch im Handel und es sind - augenscheinlich - noch längst nicht wesentliche Teile der Auflage verkauft.

    Der deutsche Herausgeber übersetzt weiterhin Deadlands-Bücher: Die Schnellen und die Toten (The Quick and the Dead - Forterzählung des Hintergrunds, Städtebeschreibungen für Dodge, Tombstone, Deadwood, etc.), Huckster - Hoyles Buch der Spiele (Hucksters and Hexes - Der "Klassen"-Band für die Pokerkartenmagier, die Huckster, mit Abenteuer), und demnächst (wohl zur Spiel oder so) Die Great Maze (The Great Maze - Regionalbeschreibung des untergegangenen Kaliforniens, mit Abenteuer und Regeln für Martial Artists). Die Geschwindigkeit, mit der die deutschen Übersetzungen erscheinen ist jedoch nicht berauschend. Die meisten Deadlands-Fans, die ich kenne, spielen mit den deutschen Bänden so verfügbar und ansonsten mit den Originalen.

    Übrigens werden die Regelsystem-Änderungen zur 2. US-Auflage in den deutschen Übersetzungen nachgezogen, so daß auch die übersetzten Bücher, die in US-Version VOR der 2. Auflage herauskamen, mit den neueren Bänden kompatibel sind.

    Es sollen in Deutschland die weiteren "Klassen"-Bände folgen: Ghost Dancers (Indianische Stammeskrieger und Schamanen), Smith&Robards (DAS Buch für verrückte Wissenschaftler), Fire&Brimstone (alles über Gesegnete und deren Wunder), Law Dogs (Gesetzeshüter), The Agency - The Men in Black Dusters ("Hier gibt es garnichts zu sehen. Das war ein Wetterleuchten. Nein, Rauchschwaden können nicht zurückschießen. Es ist alles in bester Ordnung. - Ähm, hier ist nicht zufällig ein Mann mittleren Alters, lange Haare, zwei Dutzend Schußwunden im Oberkörper durchgeritten? Nein? Dachte ich mir."), Lone Stars (Texas Rangers "Shoot'em or recruit'em!"), The Book of the Dead ("You only live twice..." auf Deadlands-Art ;) ) usw...

    Anmerkung:
    Ich habe "Klassen"-Buch geschrieben, doch kennt Deadlands weder Klassen noch Stufen. Es sind eigentlich Berufe (Gesetzeshüter, Texas Ranger, MiBD) oder Berufungen (Huckster, Priester, Schamane, Metal Mage, Mad Scientist, Hexslinger, ....). Man beginnt das Spiel meist in grober Ausrichtung auf einen Beispiel-Charakter (Archetyp), der einfach ein Beispiel für einen Charakter darstellt, der in der Deadlands-Welt überhaupt in Situationen kommen kann, die einen Shoot-Out mit übernatürlichen Gegnern erfordern.

    Mit dem Spielen in Kampagnen entwickeln sich die Charaktere z.T. deutlich weiter und in andere Richtungen. Hier mal ein paar eigene Erfahrungen aus meinen Runden: eine Pinkerton-Feldagentin entdeckt die Religion für sich und erfährt das göttliche Geschenk der Segnung (Arcane Background: Blessed), ein Prediger fährt (wörtlich) auf Dampfwagen und Dampfvelozipede ab und wird zum Bastler und "Hell's Angel", ein Zeitungsreporter hat es satt immer Kugelfang zu spielen und wird Town Marshal, ein wortkarger Cowboy hat inzwischen soviel übernatürliche Scheiße durchgestanden, daß er seinen Lebensunterhalt mit dem Umlegen von Monstern verdient. So etwas macht den Weird West erst so richtig lebendig: je länger man sich darin herumtreibt, umso mehr ändert man sich, man wird selbst "weird".
     
  11. Zornhau

    Zornhau Freßt NAPALM!

    Hier noch etwas deutsches UND kostenloses: Far West (http://www.farwest-rollenspiel.de/)

    Gut und liebevoll recherchiert gibt es hier ein weniger überkandideltes, sondern eher bodenständigeres Western-Feeling zu erleben (ich habe einiges an Material daraus für Deadlands "verwurstet").

    Auf deutsch kann man dann natürlich Western-Szenarien auch mit Midgard 1880 Regeln spielen oder mit Cthulhu Wild West.

    Überhaupt läßt sich mit generischen Systemen und ein wenig Recherche im Web leicht eine eher historisch angehauchte Western-Kampagne spielen.
     
  12. Wer sich mit d20 anfreunden kann, dem sei das von Bookworm55 erwähnte Spellslinger wärmstens empfohlen (genauso wie die gesamte übrige Horizon Linie von Fantasy Flight). Sidewinder bietet klassischen Western, und der Überraschungskandidat Blue Planet kann einiges an Western-Feeling aufbringen. Zumindest auf englisch gibt es auch einige Western Soloabenteuer.

    mfG
    jdw
     
  13. Hoffi

    Hoffi Hüter des Feuers Mitarbeiter Administrator

    Skar, tobrise hat uns im übrigen auch Deadlands empfohlen. Wollt ich doch auch schon haben, aber ihr habt an meinem Geburtstag nicht dran gedacht Ihr Semmeln. :D
     
  14. Lynx

    Lynx Tinte im Blut

    @Zornhau: Du weis nicht zufällig, wann DAS Buch für die Wissenschaftler raus kütt? *sabber*
     
  15. Silvermane

    Silvermane Wahnsinniger

    Tja, spät komm' ich, aber zumindest hab ich was originelles mitgebracht:

    Shady Gulch

    Keine Vampire, keine Geister, keine Monster, kein großer Knall, kein Steampunk. Nur der wilde, wilde Westen. Mit Cowboys. Und Indianern. Und Trappern. Und Händlern. Und Outlaws. Und Falschspieler.

    Enthält alles notwendige für eine ordentliche Portion Spaghettiwestern für schlappe 2.50€; das PDF hat etwa 50 Seiten. System ist ein simples 2W6-Roll Under, und die Regeln sind für den angesetzten Hinterrund umfassend genug.

    Wer also "richtigen" Western spielen will, sollte der Sache mal einen Versuch geben. Ich will nicht gegen Deadlands & Co unken, aber mir geht das ganze "aber wir haben übernatürliches Gesochse!" langsam auf die Nerven. Ist das Western-Genre nicht auch ohne Zombies und Vampire interessant genug?

    -Silverado
     
  16. Zornhau

    Zornhau Freßt NAPALM!

    Ja, ist es. Nicht umsonst sind ja praktisch ALLE bekannten Western auch ohne übernatürliche Elemente in der Handlung gut klargekommen.

    Daß ich hier soviel über Deadlands erzählt habe, liegt daran, daß wir das gerade ziemlich ausgiebig spielen. Aber eine historische Western-Kampagne hat alles, was man braucht um tolle Rollenspielerfahrungen im Old West zu erleben.

    Nichts für ungut, Fremder.
     
  17. Horror

    Horror Cenobit

    Ein total von persönlicher Meinung geprägter Einwurf! ;)

    IMho: Nö!
    Eigentlich finde ich, das Western eines der furzlangweiligsten Genres ist, die ich mir vorstellen kann....

    Sicher kann man daraus was machen, aber warum sollte ich, wenn ich mit anderen Sachen viel viel mehr Spaß haben kann!?!

    Ich finde den Deadlands Steampunk mit Fantasy/Horror da schon recht gelungen, da er sich auch an der imho einzigen halbwegs interessanten Western-Ausrichtung, dem schmutzig blutigem Italo-Western orientert!

    Aber jedem das, was er persönlich mag! :)


    H
    (der auf 'richtigen' Western absolut Null Bock hat! :D ;) )
     
  18. TomBot

    TomBot Gott

    AW: Western-Rollenspiele

    Zwar nicht deutsch, aber ziemlich gut; Rolemaster OUTLAW.
    Reiner Western ohne (warum auch?) künstliche Zusätze wie Monster & Magie. Historische NSC, typische Elemente, komplettes "Deadwood"-Setting, SC-Erstellung, usw.
    Zieh, Fremder...
     
  19. Zornhau

    Zornhau Freßt NAPALM!

    AW: Western-Rollenspiele

    TomBot: Du SELBST verwendest "künstliche Zusätze", indem Du einen SECHS Jahre lang BEERDIGTEN Thread nekromantierst!


    Und nebenbei:

    Sehr gutes "normales" Western-Rollenspiel ist Wild West Cinema von "Grubman". Macht im Würfelmechanismus Anleihen bei Fate/SBA, ist aber KEIN Fate-Rollenspiel, sondern spielt sich "normaler". Hier geht es um cinematischen Western im Stile der großen US-Western oder Italo-Western, nicht um historisch akkurate Simulation oder um Horror-Steampunk-Crossover-Western.
     
  20. Erik van Eden

    Erik van Eden Moin moin ausm Norden^^

    AW: Western-Rollenspiele

    Cthulhu als Basisregelsystem und Informationen über den Wilden Westen besorgt man sich aus dem Internet, wäre mein Vorschlag. Kartenmaterial und Wissenswertes gibt es dort genug.
     
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