Nobilis

Re: Na, könnt ihr euer Frühstück schmecken! ;)

Horror schrieb:
Tja Senti, da du deinen (anscheinend bezaubernden) Luxuskörper nicht auf dem Nordcon beim Blutschwertertreffen gezeigt hast, und es hier immer noch kein Bild von dir gibt, lassen wir die Behauptung über Attraktivität mal unbewiesen im Raum stehen.
Ich glaube nicht, dass Sentinel Senti ist - die hat nämlich tatsächlich einen Luxuskörper. :D

Der Vergleich mit Unknown Armies, wie Silvermane in vorgebracht hat, ist eigentlich nur schwer von der Hand zu weisen, finde ich. Denn tatsächlich verbindet die Systeme ein gemeinsames "Problem", das ich auch als die Ursache für ihre "Schwierigkeit" sehe. Sie sind enorm Charakterfixiert.

mfG
jdw
 

Sentinel

The fix is in!
Re: Na, könnt ihr euer Frühstück schmecken! ;)

blut_und_glas schrieb:
Der Vergleich mit Unknown Armies, wie Silvermane in vorgebracht hat, ist eigentlich nur schwer von der Hand zu weisen, finde ich. Denn tatsächlich verbindet die Systeme ein gemeinsames "Problem", das ich auch als die Ursache für ihre "Schwierigkeit" sehe. Sie sind enorm Charakterfixiert.
In der beobachtung stimme ich zu, auch wenn ich das nicht als ein Problem ansehe, aber jedem das seine.

Horror schrieb:
Tja Senti, da du deinen (anscheinend bezaubernden) Luxuskörper nicht auf dem Nordcon beim Blutschwertertreffen gezeigt hast, und es hier immer noch kein Bild von dir gibt, lassen wir die Behauptung über Attraktivität mal unbewiesen im Raum stehen.
Na schön, na schön, hier habt ihr eben ein Foto.
Das allererste von mir im Internet übrigens, und auch nur weil ihr so drängelt:

Pures Sexappeal!
 
Re: Na, könnt ihr euer Frühstück schmecken! ;)

Sentinel schrieb:
In der beobachtung stimme ich zu, auch wenn ich das nicht als ein Problem ansehe, aber jedem das seine.
Deshalb setzte ich das Wort in Anführungszeichen. ;)

Ich mag charakterfixierte Systeme. Aber ich halte das was Silvermane als "spassleer" bezeichnet hat (zumindest denke ich einmal, dass er das meinte) für einen mit dieser Eigenschaft eng verflochtenen Effekt - das Aufkommen der Frage was diese Charaktere denn nun eigentlich tun, worin die Handlung des Films besteht.

mfG
jdw
 

Silvermane

Wahnsinniger
Nein, das Problem ist nicht, das die Handlung auf die Charaktere fixiert ist. Das ist für mich mehr oder weniger normal.

Das Problem ist eher, das der Charakter an sich eine Spaßbremse ist und/oder das System "Spaß" irgendwelchen anderen Gesichtspunkten unterordnet.

Schaut euch mal den Archetypischen UA-Charakter an. Entweder wir haben das Strassenlevel, dann ist er ein "normaler" Mensch der mit dem (ermangelns eines bessern Wortes) "Übernatürlichen" in Kontakt kommt und darauf reagiert.

Zum besseren Verständnis: Alle Probleme und Monster in UA sind "handgemacht" und stammen in letzter Konsequenz von Menschen.

Auf deutsch: Ich werde zur Zielscheibe eines neurotischen Irren. Mit übernatürlicher Begabung. Das KANN Spaß machen, aber meine Definition von Spaß beinhaltet "wegrennen" als Pfuiwort.

Spiele ich nun ein Level höher, dann bin ich selber einer dieser neurotischen Irren. Mein Charakter wird einen signifikanten Teil seiner Zeit damit verbringen sich a) Besinnungslos zu saufen, b) Geld zu verdienen, das er nicht ausgeben DARF oder c) sein Leben damit zu verbringen alten Pornos hinterherzujagen, um dann Szenen daraus nachzustellen. Und natürlich darf kein kein normales Privatleben haben.

Ich mag keine gestörten Chars. Zumindest keine, die so gestört sind das sie sich lieber aufschlitzen liessen, als eine Folge Buffy zu verpassen.

Und noch ein Level höher: Hier regiert der Wettbewerb "Wer ist das geilste Abziehbild!" Bloss nicht originell sein, nein, Archetyp all the way, Baby. Wenn die Archetypen ja was taugen würden, aber NEIN, ich habe nur dann Optionen auf Unsterblichkeit wenn ich der Archetypischte aller Schreibtischhengste bin. Oder die archetypische Mutter. Oder einer von 400 anderen Langweilern.

Das einzige, was dieses Setting bisher angeregt hat ist die Massenerschiessung aller Penner in New York. Könnten ja ein paar gefährliche Dipsomanten daruntergewesen sein. Als nächstes dann die Börsenmakler, Plutomanten sind gefährlich...

So etwas langfristig spielen? Gnade mir Gott, ja, ich will einen Charakter haben dessen Erfüllung es ist Bücher zu horten oder schlechte Pornostreifen nachzustellen! Jemand der gewohnheitsmäßig versucht sich Finger abzuschneiden und zu allem Überfluss auch noch mit lauter solchen kranken Typen abhängt!

Hier ist mein persönliches "kleine Ängste" erreicht. Es entspricht nicht meiner Definition von "Spaß haben", jemanden zu spielen der a) von den Monstern unter seinem Bett sexuell mißbraucht und/oder aufgefressen wird und dagegen wehrlos ist oder b) so würdelos und durchgeknallt ist das die Einweisung in die Klapsmühle eine echte Verbesserung der Situation darstellt - aus Sicht seines Spielers!.


Nobilis ist die System-Spaßbremse, die alle Versuche etwas Fun zu haben mit einem Metagame-Grund erstickt (Lord Entropy). Wozu bin ich Gott, wenn alles was ich darf Blumen züchten und Kaffeekränzchen halten sind? Warum sollte ich den Excrucians Einhalt gebieten, wenn die Jungs doch nur meinem Leiden ein Ende setzen wollen?

Wir haben hier das Post-Apokalypse-Setting-Syndrom*. Niemand WILL das ernsthaft spielen.

*= Spieler 1:"Erzähl mal."
SL: "JA, also...Blabla....Strahlung...blabla...Mutanten...blabla...Krankheiten...blabla...fiese Viecher...blabla...Angst!...blabla...Langsamer Verfall...blabla...unheilbare Krankheit..."
Spieler 1:"Ich nehme meine Pistole, stecke sie in meinen Mund und drücke ab. Wer kommt mit ins Kino?"

-Silver
 
Silvermane schrieb:
Nein, das Problem ist nicht, das die Handlung auf die Charaktere fixiert ist. Das ist für mich mehr oder weniger normal.
:rolleyes: Heute ist einer dieser Tage an denen ich an meiner Kommunikationsfähigkeit zweifle. :rolleyes:

Versuchen wir es noch einmal anders, bei einer Reihe von Systemen, ich wähle einmal Nobilis (denn schließlich ist das hier eigentlich der Nobilis Thread :D), Unknown Armies (weil sich die Hälfte der Postings hierum dreht (ja, in diesem Satz ist eine Winzigkeit Kritik verborgen ;)) und Wraith (um einmal ein klein wenig bekannteres System einzubringen) als Beispiele, scheint eine Schwierigkeit (was nicht heissen soll, dies wäre nicht möglich, ich mag alle drei Systeme, und wenn ich sie für unspielbar halten würde, dann wäre das vermutlich weniger der Fall) Handlung aufzubauen mit einer Konzentration auf die Charaktere, namentlich in der Art, dass die "Besonderheit" der Charaktere das bestimmende Merkmal des Settings ausmacht. Ich postuliere einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Gegebenheiten - die Merkwürdigkeit der Charaktere, die sie mit ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt, sorgt gleichzeitig für das frei im Raum Schweben der Handlung.

:rolleyes: Ich glaube das ist schon wieder unverständlich. :rolleyes:

mfG
jdw
 

Crystal

Träumerin
hmm...

Das klingt ja wirklich ein bischen eigenartig...
Habe noch nie was davon gehört, vielleicht sollte ich mich ja mal schlau machen.
Vor allem das mit dem (nicht)würfelsystem klingt interessant.
was nicht heißt, das ich es unbedingt spielen müsste...

Aber (ja, ein bischen offtopic, ich weiß) ich mag post-apokalypse-settings!
Und bisher hat sich keiner meiner Chars erschossen...
:D
 

Ghul

Kainskind
AW: Nobilis

Wo ist Toa?
Ich habe Nobilis noch nicht ausprobiert, aber wir haben mal eine Proberunde machen wollen, die dann leider aus Zeitgründen in der Phase der Charakterentwicklung stecken geblieben ist (was aber nicht am System, sondern an unserem miserablen Zeitmanagement lag).

Ich war ursprünglich sehr skeptisch, was Nobilis angeht und wollte es mir erst gar nicht kaufen (dann hat der Sammeltrib gesiegt und der Laden in Kaiserslautern hat das Exemplar für schlappe 25 € verscheuert).
Aber nach der Charaktererschaffung hatte ich richtig Lust zu spielen. Klar, wer actiongeladene Kämpfe und Verfolgungsjagden erwartet wird mit Nobilis bitter enttäuscht.
Für mich liegt der Reiz des Systems darin, dass Kämpfe im konventionellen Sinne keine Lösung sind, sondern man sich anders gegen seine Gegner zur Wehr setzen muss. Wie das ganze dann genau funktioniert, hab ich noch nicht mitgekriegt, aber vielleicht kann Toa was dazu sagen. Der war immerhin Spielleiter der Fast-Proberunde.

Was ich zum System sagen kann:
Man spielt eine Art Halbgott (den Herrn des (Irgendwas)) In unserer Runde hatten wir den Herrn der Fahrzeuge, den Herrn der Festplatten, die Herrin der Chipstüten, den Herrn der Sternwarten und meine Wenigkeit, den Herrn der Liebesbriefe.
Daran lässt sich schon ablesen, dass man je nachdem, wie man seinen fokus legt, einen enormen Einfluss darauf hat, wie ernst die Situation am Spieltisch wird.
 
1

1of3

Guest
AW: Nobilis

OK. Dann will ich mal. Ich mag Nobilis sehr gerne. (Ich mag auch UA ganz gerne, aber das gehört hier nicht her.)

Die angesprochenen Probleme sind mir nicht wirklich aufgefallen. Ich hatte noch für kein Spiel so schnell so viele Abenteuer-Ideen, wie für Nobilis. Aber es gibt wohl auch Leute, denen nichts für Changeling eingefallen ist. Damit hatt ich auch nie Probleme.

Das Problem mit den Punkten seh ich auch nicht. Spannung entstand da für meinen Geschmack immer genug. Gut, physische Kämpfe sind irgendwie nicht sehr sinnvoll. Aber was will man erwarten, wenn sich mehr oder minder unsterbliche schlagen?

Das mit den Domänen ist auch einfach falsch. Zum einen kann man wirklich recht breite Domänen wählen. (@Skar: Deine Runde steht irgendwie auf weniger ist mehr, oder?) Zum anderen gibt es noch Aspekt, Reich und kleine Riten, mit denen man arbeiten kann. Grade Reich wird häufig unterschätzt, weil die Leute die Regel "Reich-Wunder, die aus der Kanzel geschleppt werden, halten eine Story." nicht kennen.

Das ist auch das einzige, was ich dem Buch vorwerfen würde: Die Regeln sind ein wenig unübersichtlich dargelegt. (Eigentlich ziemlich unübersichtlich.)
 
AW: Nobilis

Wenn ich mir die Entwicklung des Threads betrachte, dann wäre es jetzt vermutlich an der Zeit, dass jemand mit Exalted anfängt, ja? ;)

Was ich ganz persönlich Nobilis noch als Problem anrechne ist die Charaktererschaffung. Beziehungsweise ein Aspekt der Charaktererschaffung, die Tatsache, dass man mehr oder weniger dazu gezwungen ist eine Gruppenerschaffung durchzuführen.

mfG
fps
 
AW: Nobilis

1of3 schrieb:
Warum ist Gruppenerschaffung ein Problem?
Achtung! ;)

Ich sagte nicht, dass die Gruppenerschaffung ein Problem ist. Ich sagte, dass der Zwang zur Gruppenerschaffung für mich ein Problem ist.

Und zwar hauptsächlich ein ganz praktisches. Alle Interessenten an einer neuen Runde versammeln, um sich (in (mindestens) einer Sitzung) zunächst nur mit der Charaktererschaffung auseinanderzusetzen, ist wesentlich aufwendiger als das drag & drop, das viele (ich lasse mich zu der Behauptung "die meisten" hinreissen) andere Systeme unterstützen.

...

Ich betreibe gerne Aufwand für Rollenspiele - freiwilligen.

mfG
fps
 

Ghul

Kainskind
AW: Nobilis

Gibt's in anderen Systemen aber auch. In Orkworld zum Beispiel. Bei Unknown Armies und Continuum wird eine solche Vorgehensweise zumindest schwer empfohlen.

Diese Regelung ist sicher nicht jedermanns Sache, hat aber einen ganz entscheidenden Vorteil: Die Charaktere haben von Anfang an etwas miteinander zu tun und man muss als Marshall/Spielleiter/Erzähler/The Man/Eminence Grise oder was auch immer nicht erst ein großes Kennenlern-Abnenteuer spielen, damit die Charaktere zu einer Gruppe werden, was meistens länger dauert, als eine gemeinsame Charaktererschaffung (nur um mal dein Zeit-Argument zu entkräftigen).
 
AW: Nobilis

Ghul schrieb:
Gibt's in anderen Systemen aber auch.
Habe ich - glaube ich - nicht bestritten. ;)

Bei Unknown Armies und Continuum wird eine solche Vorgehensweise zumindest schwer empfohlen.
Und jetzt denken wir noch einmal genau über den Unterschied zwischen "Empfehlung" auf der einen, und "Zwang" auf der anderen Seite nach...

Diese Regelung ist sicher nicht jedermanns Sache, hat aber einen ganz entscheidenden Vorteil:
Sie hat mehr als nur einen Vorteil. - Und daher beschwere ich mich immer noch nicht über die Methode an sich, sondern darüber dazu genötigt zu werden sie anzuwenden.

Die Charaktere haben von Anfang an etwas miteinander zu tun und man muss als Marshall/Spielleiter/Erzähler/The Man/Eminence Grise oder was auch immer nicht erst ein großes Kennenlern-Abnenteuer spielen, damit die Charaktere zu einer Gruppe werden, was meistens länger dauert, als eine gemeinsame Charaktererschaffung (nur um mal dein Zeit-Argument zu entkräftigen).
Und wenn ich nun eröffne, dass dies meiner Erfahrung nach meistens nicht länger dauert? ;)

mfG
fps
 
L

LamiaVampir

Guest
AW: Nobilis

also ich hatte es mal in der hand, sah recht wunderlich aus...hörte sich doch recht interessant an, nachdem was mir gesagt wurde...als ich den neupreis erfuhr war bei mir der punkt; NEIN, egal wie gut, NEIN
 
AW: Nobilis

Mir lag die Kinnlade dafür beim Anblick des Buches, und nicht bei dem des Preises, am Boden - beim Lesen dann übrigens auch noch das eine oder andere Mal.

Ich bereue nichts.

mfG
fps
 
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