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[Mai 2008] Besuch bei der Phralmulo

Discordia

B! scheuert
Enio hatte es endlich geschafft! Kaum war er 2 Jahre in der Stadt besaß er auch schon ein Auto. Um genau zu sein hatte eigentlich Enio selber das gar nicht geschafft sondern Philipp. Er war es wohl einfach leid gewesen, daß Enio ständig seine Karre von ihm lieh oder ihn dazu anhielt nach anderweitigen Fahrgelegenheiten für ihn zu schauen. Irgenwie war es ja auch albern gewesen. Die meiste Zeit fuhr der Italiener zwar sowieso mit seiner Norton in Finstertal herum aber es gab nunmal Nächte in denen es wesentlich geschickter war in einem überdachten und vierrädrigen Vehikel unterwegs zu sein. Nächte in denen man zum Beispiel einen leblosen Körper mit sich herumkutschieren mußte. Das kam meistens auf einem Motorrad nicht sonderlich gut und man mußte ja nicht unebdingt die übernatürliche und emotionale Beeinflussung auf die Menschen überbeanspruchen, da es nicht so einfach war eine Polizeistreife davon zu überzeugen, daß es eigentlich völlig normal war Nachts mit einer Leiche auf dem Sozius herumzufahren. Glücklicherweise hatte Enio heute keine Leiche dabei. Das kam eh sehr selten vor.

Manchmal gab es einfach nur Nächte in denen es regnete und daher auch gerade dazu einluden entweder zu hause zu bleiben oder einfach doch lieber mit dem Auto unterwegs zu sein. Heute war so eine Nacht. Aber Enio hatte sich nicht dazu entschieden zu hause zu bleiben. Er wollte zum ersten Mal seinen Lancia Delta spazieren fahren und dabei etwas erledigen was er schon seit längerem machen wollte. Es war wieder etwas bei dem man sich die Finger verbrennen könnte aber bei der Portion allnächtlichen Wahnsinn, der einem ständig in Finstertal serviert wurde, neigte man vielleicht im Lauf der Zeit dazu etwas verrückt und unvorsichtig zu werden. Hätte Enio den nötigen Humor und würde er etwas mehr TV schauen käme er vielleicht selber auf den lustigen Vergleich mit dem Teufel und würde ihn durch den Namen dieser Stadt ersetzen. Schließlich hatten wohl schon mehrere bemerkt, daß wenn man sich mit Finstertal einläßt man nicht die Stadt veränderte sondern die Stadt einen veränderte.

Enios Delta kam zum halten und der Brujah vergewisserte sich kurz ob er hier auch richtig war. Ja das stimmte wohl... er war bereits schon einmal hier gewesen um Roxana zu besuchen aber das war schon ein Weilchen her und Enio Pareto hatte es seither nie wieder hierher geschafft. Das Gestüt sah nicht sehr geschäftig aus aber es war ein Eingang zu erkennen und irgendwo in dem Gebäude brannte auch Licht. Enio hatte sein Kommen nicht angekündigt. Man würde doch einfach mal so vorbei kommen dürfen? Schließlich waren Roxana und Enio so alt, daß die Erinnerung an eine Zeit ohne Mobiltelefon noch sehr präsent war... ja sogar noch an eine Zeit ohne Telefon überhaupt.

Nachdem der Brujah-Ahn sein Fahrzeug verlassen hatte nahm er die paar Schritte zum Eingang und hielt dabei die Augen sorgfältig offen. Es mußte ja nicht zwangsläufig sein, daß die Ravnos sonderlich gastfreundlich war... wenn sie unangekündigten Besuch bekam. Enio klopfte an die Tür. Falls es eine Klingel gab... hatte er diese wohl übersehen.
 

Roxana Dragomir

Geschichtenerzählerin
Es brauchte keine Klingel, wenn man die Bajo besuchen kam, auf dem Hof liefen ein paar Hunde herum, die sehr schnell bemerkten wenn jemand kam und so war ein mehrkehliges Bellen zu hören, als er näher kam.

Die Hausür öffnete sich eine eine junge Frau kam heraus an die Tür. Die meisten von Roxanas Familie kannten Enio und vermutlich hätte man die Wette gewonnen, wenn man darauf gewettet hätte, dass die auch ganz genau wußten, was er war. Sie kam näher und mit einem ziemlich bestimmten: "Ruhe!" brachte sie die Tiere zum verstummen, die allerdings trotzdem in der Nähe blieben, vermutlich warteten sie auf ein Leckerlie, aber wer dachte schon an sowas.

"Guten Abend, Herr Pareto", sagte sie freundlich und öffnete das Tor. "Wollen sie den Wagen auf den Hof fahren?"

Sie ließ ihm Zeit für eine Antwort, bevor sie weiterredete.

"Sie wollen bestimmt zu Roxana, sie ist in der Scheue. Gehen sie einfach durch."
 

Discordia

B! scheuert
Innerlich ging Enio sofort in eine Art Abwehrhaltung als er die Hunde hörte. Es war mehr ein Instinkt als eine bewußte Handlung. Manchmal reagierte ein Tier eben auf ein anderes ohne es zu wollen oder genau zu wissen warum es das tat. Das bewußte ICH des Mannes Enio Pareto, der einmal Mensch war, entspannte sich sofort wieder. Es war albern zusammenzuzucken wenn man von Hunden angebellt wurde. Was sollten sie ihm schon groß antun? Auserdem war es immer ein Leichtes niedere Tiere – und dazu gehörten Hunde nunmal in Enios Realitätstunnel – durch das Gewähren eines Blickes auf ein echtes Raubtier in ihre Schranken zu weisen.

Eine junge Frau öffnete die Tür. Enio konnte sich daran erinnern sie zu kennen. Aber das mußte nichts bedeuten. So intensiv war Enios Kontakt zu den Roma hier auch noch nicht gewesen. Letztendlich schien es aber so als ob sie wohl ihn kennen würde. Hausaufgaben gemacht! Manchmal war es ein gutes Zeichen wenn man schon am Eingang mit Namen enpfangen wurde. Manchmal aber nicht! Enio entschied, daß es hier etwas Positives bedeuten mußte. So eng seine Kontakte in den letzten 100 Jahren auch zu den Ravnos waren... er würde trotzdem immer ein Ausenstehender bleiben. Oft betraf das sogar die Georgio. Also warum sollte man dann einen Brujah in die Familie aufnehmen? Trotzdem war der Italiener den Ravnos in der Vergangenheit so nahe gekommen wie man es bei einem anderen Clan nur konnte. Ein Umstand, der ihm höchstwarscheinlich in Genua das „Leben“ gerettet hatte. Aber egal... jedesmal wurden die Würfel neu gemischt. Aber bereits bei der Ankunft von Roxana in Finstertal hatte Enio ein gutes Gefühl gehabt. Daher war er warscheinlich heute auch hier. Es gab Dinge zu erledigen. Dinge für die man jemand brauchte mit gewissen Kontakten und Quellen. Die Ravnos hatte das eventuell.

Als Enio auf den Wagen angesprochen wurde zuckte er nur kurz mit den Schultern. „Nein danke. Nicht nötig. Der steht da drausen ganz gut.“

Auf die Frage der Juvindo nickte Enio knapp. Klar! Was sollte er sonst hier? Sich aus der Hand lesen lassen? „Danke.“ Zumindest lies der dunkelhaarige Brujah ein gewisses Maß an Höflichkeit durchscheinen. Ohne weitere Worte ging er in die Richtung wo die Scheune lag. Der Brujah sah sich ein wenig um. Nein... das ganze war zu Abseits für ihn. Vampire waren einfach Stadtwesen und er brauchte die Umgebung. Auf diesem Gestüt würde er sich sicherlich etwas deplaziert vorkommen.

Nach einem kurzen Fußmarsch betrat Enio die Scheune.
 
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Roxana Dragomir

Geschichtenerzählerin
Soweit war es dann auch nicht, bis er das Tor erreichte, es war angelehnt bestimmt leicht zu öffnen, ob es dabei quietschen würde, war die andere Frage, aber Enio wollte sich nicht anschleichen. Wenn er dir Tür erreichte, würde er drinnen die Stimme der Ravnos hören, die anscheinend etwas erzählte oder erklärte.
Auch der leichte Geruch von Feuer stieg ihm in die Nase, doch daran war man mittlerweile gewöhnt, dass bei Roxana gerne mal ein lagerfeuer brannte oder fackeln oder Öllampen die Elektrizität ersetzten.

Noch schien ihn Roxana nicht bemerkt zu haben oder zumindest nicht auf ihn reagieren, so dass es an ihm war, ob er zuhören wollte, oder lieber gleich reingehen.
 

Discordia

B! scheuert
Der Brujah war nicht sonderlich neugierig von Natur aus. Zumindest prizipiell. Zu Lauschen war auch nicht seine Art. Jedenfalls nicht absichtlich und bewußt. Dazu war Enio einfach der zu direkte Typ. Aber es gab einen Umstand den Enio ganz abrupt und zwanghaft zögern lies. Und das war nicht der Umstand, daß Roxana sich eventuell mit jemand unterhielt und er da rein platzen konnte. Es lag daran, daß der Italiener einen alten Feind wahrgenommen hatte. Etwas das dem Tier wesentlich mehr zusetzte als ein paar bellende Hunde. Feuer!
Es war wohl doch irgendwie egal wie alt man war und was man schon so alles seine eigene Erfahrung nennen durfte. Der brennende Tod blieb nunmal immer so gefährlich und ehrfuchtsgebietend wie eh und je. Daher zögerte der Brujah-Ahn kurz und blieb an der Tür stehen. Aus der Situatuion heraus wurde ein längerer Moment. Natürlich besann sich Enio zuerst und wollte seinen Mut sammel sich soweit es ging dem Feuer in der Scheune zu nähern und das Gebäude tatsächlich zu betreten. Aber vielleicht gab es ja ein kleines Enioteufelchen auf einer der beiden Schultern, das in der Tat einfach etwas mehr von dem Gespräch mitbekommen wollte oder zumindest eine Ahnung davon zu bekommen um was es denn überhaupt ging. Das Enioengelchen auf der anderen Schulter wetterte nicht und versuchte ihn nicht zu überreden den Einflüsterungen des Teufelchens nicht zuzuhören. Nein es saß nur da und schaute wortlos zu.

Und so blieb der Brujah tatsächlich ein Weilchen dort stehen und hörte nur zu.
 

Roxana Dragomir

Geschichtenerzählerin
Es kamen andere Stimmen dazu, junge Stimmen, Roxana war dabei einigen der Kinder die Geschichten ihres Stammes und ihrer Familie zu erzählen und so das alte Wissen weiter zu geben, Wissen bei dem sich bei vielen anderen Kainskindern schon die Haare sträubten, wenn sie ihrem unsterblichen Nachwuchs über übernatürliche Wesenheiten erzählen sollen, doch bei einer Familie wie der von Roxana geschah dies einfach schon im Kindesalter, dann wenn der Geist noch in der Lage war, Dinge aufzunehmen, die später vergessen wurden.

Es war dann auch eines der Kinder, das zur Tür schaute und das auch noch Enio direkt in die Augen, wie er es jedenfalls empfand.

"Du Roxana, da an der Tür ist jemand", sagte das kleine Mädchen.
 

Discordia

B! scheuert
Es war immer wieder erfrischend wie anders das Verhältnis der Ravnos doch zu ihrern sterblichen Kontakten war als bei den restlichen Clans. Es war doch mehr wie Familie... Kumpania eben. Enio machte sich aber dennoch keine Illusionen darüber das auch eine Ravnos instinktiv genauso handeln mußte wie die restlichen Blutsauger und unter extremen Umständen nunmal doch nur an sich selbst denken konnte. Wenn das Tier frei war würde auch kein süßtes kleines Kind es mehr zähmen können.

Ohne das Gefühl zu haben ertappt worden zu sein trat der Italiener ein nachdem das kleine Mädchen die anderen auf ihn aufmerksam gemacht hatte. Er schloß die Tür hinter sich nicht und trat nur ein bis zwei Schritte in die Scheune und hielt dann inne. Ein begrüßendes Nicken und ein beiläufiges „N`Abend“ eröffnetes das Gespräch und beendetet es sogleich. Enio hielt Abstand. Es sah so aus als ob er eingeladen werden mochte aber in Wirklichkeit wollte er keinen Schritt näher an das Feuer heran. Roxana würde wissen warum. Sie selbst hatte sich in dieser Hinsicht offenbar mehr im Griff als Enio. Womöglich waren eben doch nicht alle gleich.
 

Roxana Dragomir

Geschichtenerzählerin
Sicher waren solche Sachen schon vorgekommen, doch man achtete mehr darauf nicht dem Tier anheim zu fallen, wenn die Familie darunterleiden könnte und die Sterblichen in ihrem Umfeld lernten die Signale kennen und mehr als einmal war so etwas die Rettung gewesen. Für Roxana war ihre Kumpania, Halt und Schutz zugleich, ein bisschen vom Traum von Karthago, aber es konnte nur in engem Rahmen funktionieren, nicht für eine ganze Stadt.

Die Ravnos nickt Enio zu und nahm sich dann doch noch kurz Zeit, die Kinder zu verabschieden und ins Bett zu schicken.

"Du warst schon lange nicht mehr hier bei mir", sagte sie und deutete nach hinten wo ihre Gefährte standen, sicher und geschützt vor den Witterungseinflüssen und in einem Zustand, dass manch ein Sammler ein Vermögen dafür geben würden, doch es würde vermutlich eines sehr mächtigen anderen Vampirs bedürfen, ihr diese abzuschwatzen, erzähle doch jeder Kratzer und jede Reperatur eine eigene Geschichte. Der auf den Roxana deutete, schien schon so alt zu sein, wie die Ravnos selbst und doch so gut in Schuss, als wäre er gestern erst konstruiert worden.

Der Brujah würde nicht nahe am Feuer vorbeigehen müssen, das lustig vor sich hinflackerte.
 
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Discordia

B! scheuert
Enio wartetet bis die Kids das Weite gesucht hatten. Zum Glück war keine von denen auf die Idee gekommen mit dem „Onkel“ noch ein Schwätzchen zu halten. Vermutlich waren die Romas was solche Sachen anging ein eingespieltes Team. Es war nicht immer zwangsläufig eine gute Idee, wenn Sterbliche mit Vampiren abhingen und sich der Illusion hingeben konnten, daß die Leichen ihre... Buddies waren. Enio war sicherlich der Letzte wenn es darum ging Menschen wie Dreck zu behandeln oder sie ohne mit der Wimper zu zucken einfach um die Ecke brachte. Aber der Brujah war auch nicht auf der Suche nach sterblichen Freunden.

Der Ahn nickte ohne eine große Änderung seiner Mimik zu zeigen. Enio beschrieb einen respektvollen aber einigermaßen der eigenen Würde gerechten Bogen um die Feuerstelle. Es ging einfach nicht... man konnte es nicht ignorieren. „Ja das ist richtig. Weißt ja... umtriebige Zeiten undsoweiter. Man freut sich schon wenn man mal eine Nacht nichts zu tun hat und die Füße still halten kann. Da neigt man dazu so Dinge wie... Freunde besuchen etwas zu vernachlässigen.“

Der Brujah folgte Roxanas Geste und wurde sich tatsächlich erst jetzt bewußt was für Karossen hier in der Scheune herumstanden. Enio war sicherlich kein Fachmann oder ein Liebhaber oder Kenner aber er hatte ein Auge für Stil und alte und gut erhaltene Dinge. Immerhin zählte er sich selber dazu. Eine hochgezogene Augenbraue und ein leises anerkennendes Pfeifen verdeutlichte, das er beeindruckt war. Er hatte es immerhin erst gerade zu einem Lancia Delta gebracht. Mitlerweile lief das wohl auch schon fast unter Oldtimer, da die Karre immerhin irgendwann in den 80er Jahren gebaut wurde aber letztendlich war das natürlich kein Vergleich zu den Schmuckstücken die Roxana ihr Eigen nennen konnte. „Du solltest mich mal auf eine Spritztour mitnehmen. Und am besten fahren wir dann damit am Hovel vor.“ Was höchstwarscheinlich eine total blöde Idee wäre aber die Ravnos würde wissen wie ernst Enio das gemeint hatte.

„Und? Dich läßt man soweit in Frieden hier drausen?“ Der Italiener machte das zwar nicht oft aber er betreib eine kleine Warm-up Runde um das Gespräch langsam anzugehen. Was er mit Roxana zu besprechen hatte konnte durchaus etwas heikel werden. Man mußte ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen.
 

Roxana Dragomir

Geschichtenerzählerin
Roxana hätte es auch nicht so gerne gesehen, wenn die Kinder ihrer Familie mit jedem anderen Vampir oder anderen übernatürlichen Wesen abhingen, es ging eher darum sie zu erkennen und zu wissen, wie man mit ihnen umgehen sollte. Sie würde nichts dagegen sagen oder unternehmen, wenn sich eines der Kinder versteckte und heimlich beobachtete, aber nur so lange sie sich dabei nicht erwischen ließen.

Bei der Bemerkung über ihre Wagen lachte sie kurz, sie wußte genau, was sie hatte und dass auch jeder der Wagen jederzeit einsatzbereit war.

"Ohja, das wäre die Schau, aber besser noch vor der Kunstakademie", sagte sie dann. "Ich habe auch eine Kutsche, wenn wir mal viel Zeit haben, können wir mit der einen Ausflug machen."

Dann öffnete sie die Tür zu dem Wagen der ihr gehörte und der entsprechend für sie konzipiert war.

"Ohja, man läßt uns in Ruhe, ich denke, die sind froh, dass ich mich nicht zuviel einmische." Sie deutete auf die Sessel aus Weidengeflecht. "Das wäre dann wohl mein Prinzenpalast gewesen."

Man merkte ihr nicht an, wie sehr sie sich über Lurkers Verrat ärgerte.
 

Discordia

B! scheuert
Enio wäre sehr wenig daran interessiert irgendwelche Leute in der Kunstakademie zu beeindrucken. Daher fand er die Idee mit dem Wagen nicht so prikelnd aber er mußte zugeben, daß eine Fahrt mit einer Kutsche und der entsprechenden Präsentation bei einem geeigneten Anlasss durchaus einen gewissen Reiz hatte. Zu Enios Lebzeiten war es jedenfalls durchaus noch Standard sich mit der Kutsche fortzubewegen. Der Gedanke daran initiierte zwar kein Gefühl der Nostalgie in dem Italiener aber alleine daran zu denken einmal tatsächlich Zeit zu haben, lies es auch zu einer kleine Kutschfahrt just for fun gegenüber nicht abgeneigt zu sein. Aber wann würden sie schon einmal genügend Zeit haben? Lächerlich!

Der Brujah stieg in den Wagen. Man mußte einfach. Es wäre Frevel gewesen dort nicht einzusteigen. "Ach ja... man könnte sich einen schlechteren Palast vorstellen. Wäre wohl nur für eine etwas größere Audienz zu geringen Platzprobleme gekommen." Für Enio war es zu keiner Zeit eien Option gewesen Roxana als Prinz in Erwägung zu ziehen. Er hätte es noch nicht einmal ausreichend begründen können aber vielleicht war er ja dazu doch zu sehr camarillageprägt um sich eine Ravnos als Führung einer alten und traditionellen Stadt der Rosen vorzustellen. Der Brujah-Primogen wußte selbstverständlich nichts von den Absprachen zwischen Roxana und Lurker. Es hätte ihn mit Sicherheit auch wenig interessiert.

Enio war nicht unbedingt der Typ, der eine halbe Stunde brauchte um zum Thema zu kommen, daher wollte er nicht länger um den heißen Brei herumreden. "Wie sehen eigentlich momentan deine Kontakte bezüglich Waffen aus Roxana? Du hast uns ja einmal zum richtigen Zeitpunkt ordentlich ausgeholfen. War das lediglich so ne Art Reserve oder hättest du die Möglichkeit an mehr ran zu kommen. Ich spreche allerdings nicht von Silberwaffen, sondern von herkömmlichen". Enio hatte seinen Ton, Mimik oder Körperhaltung überhaupt nicht verändert und wirkte immer noch als ob er sich über Autos oder Kurztrips in Kutschen unterhalten würde.
 

Roxana Dragomir

Geschichtenerzählerin
Roxana setzte sich Enio gegenüber.
"Naja, dann hätten wir am Feuer ein Palaver gehalten", meinte sie und lachte.

Sie mochte Leute, die schnell zur Sache kamen und so überlegte sie sich die Antwort nicht lange.
"Ich würde sagen, ich kann eigentlich so ziemlich alles besorgen, wenn du nicht gerade eine Boden-Luft-Rakete verlangst. Meine Kontakte sind allerdings nicht innerhalb von Finstertal, ich bleibe lieber bei den Quellen, bei denen ich den Leuten vertrauen kann.
Allerdings ist es doch so, dass das nun die Freundin von Ziege machen soll." Ihr Gesicht sah aus, als hätte sie unerwartet auf eine Zitrone gebissen. "Ich war da so der Notnagel, aber wenn es ein Protege des Buchet-Küken gibt, dann bin ich abgemeldet. Brauchst du was, von dem Madam nix wissen soll?"

Klar würde sie weiterhin das eine oder andere besorgen, es gab bestimmt den einen oder anderen, der lieber zu ihr kam.
 

Discordia

B! scheuert
Jetzt kam der heikle Teil. Der Teil an dem Enio zuviel erzählen könnte und sein Gegenüber theoretisch danach zur Prinz rennen könnte und ihr erzählen, daß der Brujah-Onkel blöde Sachen machen will und nicht nach den Regeln spielt oder sich erzählen lassen will was er tun und lassen soll. Selbstverständlich hatte sich Enio mit Roxana eine Gesprächspartnerin herausgesucht bei der diese Gefahr sicherlich nicht bestand. Zumindest war die Warscheinlichkeit recht gering.

Der Brujah lehnte sich zurück und machte es sich trotz einer gewissen Steifigkeit in seiner Körperhaltung etwas bequem. „Auserhalb von Finstertal ist gut. Um genau zu sein will ich eher gewisse Dinge nach Finstertal hinein bringen. Und sei unbesorgt... soetwas wie eine Boden-Luft-Rakete würde selbst mein Gefühl für ein Sicherheitsrisiko sprengen.“

Der Italiener war sich trotzdem noch etwas unsicher wie er genau sein Anliegen formulieren sollte ohne das es zu gefährlich klang und vor allem zu sehr danach klang als ob er hier in der Stadt gegen irgendeine noch unbekannte Gefahr mobil machen wollte. „Um ehrlich zu sein war mir das Monopol von Ziege schon immer ein Dorn im Auge und das es jetzt auch noch an Melody weitergegeben wurde stört mich genauso sehr. Zumal es total unnötig war. Dabei kratzt es mich nicht die Bohne, daß ich hier am Willen der Prinz vorbeiwirtschaften werde. Die Frage ist... kratzt es dich?“

Wenn die Ravnos hier aussteigen würde, dann müßten die beiden die Sachlage nicht mehr weiter vertiefen und man hätte klare Fronten. Wenn Roxana mehr Interesse an Enios möglichem Geschäft hätte, dann würden die Verhandlungen wohl eben erst beginnen.
 

Roxana Dragomir

Geschichtenerzählerin
So heikel war es denn doch nicht, schon lange war es für die Ravnos beschlossene Sache, dass es einige Dinge gab, da konnten die anderen reden und machen, was sie wollten, vielleicht war es auch nur die Ruhe vor dem Sturm, denn da war soviel, was wohl keinem gefallen konnte. Roxana hatte beileibe besseres zu tun, als zu der Prinz zu rennen, bis jetzt hatte die noch nicht bewiesen, dass sie den Titel verdiente.

"Sicher gefällt es mir nicht, dass es von dem Ziege an die Ziege ging und so doch noch in dessen Geist alles weitergeführt wird, Ventrue, dass ich nicht lache, Melody ist mehr Bastard als jeder Caitiff hier in der Stadt." Es gelang ihr sogar es nicht wie eine Anklage klingen zu lassen, obwohl sie eigentlich damit gerechnet hatte, dass sie den Waffenhandel abwickeln würde, wie sie es auch in den Krisenzeiten gemacht hatte. "Sicher wenn ich es besorgen kann und du nicht jedem Hinz und Kunz erzählst, wo du die Waffen her hast, habe ich keine Problem, da was unter der Hand zu machen und teurer als Melody werde ich bestimmt auch nicht sein. Wenn der Jude irgendwann Ärger macht." Sie zuckte die Schultern. "Wir kennen ja seinen Clan."

Wenn sie nicht alleine da stand, dann würde die Ravnos, da ihre Geschäfte weiterspinnen, was störte sie da die Prinzessin.
 
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Discordia

B! scheuert
Enio war weit davon entfernt über irgendjemanden in der Stadt zu schimpfen oder über Lena Buchet oder Melody herzuziehen. Im Grunde kratzte es ihn einen Scheiß wer was verdient hatte oder welches Blut in wessen Adern floß. Hier ging es einzig und alleine ums Geschäft und vor allem und eine Möglichkeit. Eine die sich ihm seither nur schwer oder gar nicht geboten hatte. Blieb abzuklären ob man sie auch nutzen konnte. Die Quelle war schon ausgemacht. Jetzt mußte man noch den Abnehmer davon überzeugen beim richtigen Wettbewerber einzusteigen. Auch dafür war das timing noch nie besser gewesen.

Aber die Menge spielte ebenso noch eine Rolle. Man konntem dem potentiellen Käufer nicht ne Kiste voll Sand anbieten, wenn man lediglich ne Hand voll auf Lager hatte. „Hmm... Sarah kann ich dabei relativ schlecht einschätzen und ihre Preise kenne ich nicht. Ich glaube aber das es weniger eine Frage des Preises sein wird, sondern eher eine Frage des Lieferumfangs. Melody ist unter Garantie dazu angehalten den Waffenmarkt klein zu halten und strikt zu regulieren welche Waffen und wieviel im Umlauf sind und wer sie bekommt. Das wird der Haupthebel sein an dem man ansetzten kann. Ein Kunde wird immer zu dem gehen, der ihm alles bieten kann und die Menge liefern kann die er benötigt.“

Enio griff in seine Jacke um seinen Tabak herauszuholen, unterlies es aber doch, da er es selbst für einen Frevel hielt in diesem Auto zu rauchen. Manche Sachen machte man einfach nicht. „Was mich auf die Frage bringt... wieviel du eigentlich auftreiben kannst. Grob reicht mir und ne Spanne. Wenn ich jetzt sagen wir mal... dreißig G36 oder AK 200 bei dir bestellen würde... wäre das machbar?“ Enio verzog keine Miene. Ihm war zwar klar, daß man mit 30 AK 200 bereits ein mittelprächtiges Guerillakommando ausstatten konnte aber wer konnte schon wissen was der Kunde so alles wollte.
 

Roxana Dragomir

Geschichtenerzählerin
Roxana überlegte einen Augenblick.
"Ich würde sie nicht auf Lager haben und nicht von heute auf morgen besorgen können, aber wenn du mir ein bisschen Zeit gibst, sollte auch so etwas möglich sein", erwiderte sie dann.

Sie war sich durchaus bewußt, was man damit anfangen konnte, aber es war einfach notwendig, dass es kein Monopol gab und einer nach gutdünken entscheiden konnte, wer etwas bekam und wer nicht.

"Wie stellst du es dir vor, ich besorge die Waffen und du verschacherst sie?"

Mit Sicherheit wollte doch Enio auch etwas daran verdienen.
 

Discordia

B! scheuert
Enio hob eine Augenbraue. "Naja... das wäre wohl der Teil der Verhandlungen. Es kommt darauf an ob du überhaupt wissen willst an wen ich sie verkaufen will. Wenn nicht dann wäre es wohl so wie du beschrieben hast. Du verkaufst sie mir und verdienst etwas daran und ich verkaufe sie weiter und verdiene etwas daran. Die andere Möglichkeit wäre... " Es gab sicherlich noch viele mehr aber dem Brujah wollten im Moment nicht wirklich viele einfallen. Im Grunde war er in Geschäften wie diesen immer schon ein Einzelgänger gewesen und hatte sich sehr selten auf Partner verlassen. Merkwürdigerweise waren es aber dann doch meistens Ravnos gewesen. Crane, Kamal... und vielleicht jetzt auch Roxi.

"... wir verkaufen sie beide gemeinsam an den Kunden zu einem guten Preis und verdienen beide mehr daran... müßten dann aber nunmal den Zaster durch 2 Teilen." Für die Ravnos mußte natürlich klar sein, daß Enio ganz sicher etwas daran verdienen würde. Wenn ihr Preis zu hoch war, war es die Mühe nicht wert und Enio würde sich ganz schnell aus dem Geschäft zurückziehen. Eine simple Beschäftigung aus Langeweile brauchte er sicherlich nicht.
 

Roxana Dragomir

Geschichtenerzählerin
Roxana war weder geschäftsuntüchtig, noch wußte sie nicht, wie das Spiel lief und im Hintergrund bleiben hatte natürlich seinen Vorteil, aber da war auch der Faktor, no Risk, no Fun. Aber warum nicht schauen, wie sich die Sache anließ, wenn sie Zwischenhändler war.
Vermutlich war auch Enio nicht der Einzige, der früher oder später bei ihr landete. Das würde die Zeit zeigen und sie hatte noch einige andere Eisen im Feuer. Einige sogar im wahrsten Sinne des Wortes.

"Nee, können wir gerne so machen, dass ich Zwischenhandel mache und du den Endverkauf, immerhin habe ich da noch so ein kleines Technikproblem, das manches schwieriger macht", sagte sie dann. "Also du gibst mir die Bestellung auf und ich kann dir bis zur folgenden Nacht sagen, wann und wieviel es kostet."
 

Discordia

B! scheuert
Enio war fleixibel was die weitere Vorgehensweise anging. Solange er etwas an der Sache verdiente was das Riskio aufwog und seine Zeit, die er in das Ganze investieren würde bezahlbar machte, war alles geritzt für ihn. Die Ravnos hatte offenbar keine Ambitionen ihn jetzt schon übers Ohr hauen zu wollen. Oder Enio sah es zumindest noch nicht. Zum jetzigen Moment sprach man sowieso nur über prinzipielle Dinge und über die allgemeine Vorgehensweise. Konkrete Zahlen kamen erst zur Sprache, wenn die Kundengespräche geführt wurden und das konnte auch noch etwas dauern. Also wozu sich jetzt schon in Detaills verzetteln, die noch gar keine Rolle spielten? Somit nickte er in alter Enio Manier und sprach vorerst nicht weiter darüber.

Für den Brujah war sein Anliegen soweit durchgesprochen. Aber Roxana hatte etwas erwähnt, daß er nicht unkommentiert lassen konnte. „Ein kleines Technikproblem? Wie meinst du das? Wieso soll das manches schwierig machen? Kann ich dir dabei irgendwie helfen?“ Enio hatte ja überhaupt keine Ahnung von was die Ahnin sprach. Und man sah es ihm durchaus ein klein wenig an.
 

Roxana Dragomir

Geschichtenerzählerin
Da waren sich Roxana und Enio ähnlich, es musste sich rechnen und es würde sich am Ende auch rechnen, da war sie sich sich. Es gab andere, bei denen machte es wesentlich mehr spass, diese übers Ohr zu hauen. Sie würde warten, bis Enio Bestellungen hatte, dann würde sich zeigen, wie die Preise aussahen und höhere Stückzahlen würden beiden mehr Profit einbringen, um das zu wissen, mußte man kein Ventrue sein.

Der Brujah schien es wirklich noch nicht bemerkt zu haben, wie sich das mit Roxi und der Technik aussah.

"Hast du schon mal versucht, in meiner Nähe dein Handy zu benutzen?" fragte sie dann. "Im besten Falle hast du Störungen in der Verbindung, im schlechtesten und wenn ich mich gerade über etwas aufrege, ist das Teil einfach nur noch Schrott."
 
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