D&D 5e Gesinnung und Inspiration

Die Gesinnung fühlt sich bei 5e mehr und mehr an wie ein Artefakt aus der Vergangenheit von D&D. Es gibt noch ein paar wenige Zauber die sich auf die Gesinnung beziehen aber abgesehen davon gibt es keine regeltechnischen Auswirkungen. Ich selbst habe Gesinnungen schon seit AD&D mehr wie eine Rollenspielhilfe als wie ein Instrument um die Spieler zu knechten gehandhabt, aber ich würde es nett finden wenn die Gesinnung zumindest ein paar mechanische Auswirkungen hat. Das Regelbuch sagt das man Inspiration bekommen kann wenn man die Persönlichkeit seines Charakters ausspielt. Dabei kann und sollte die Gesinnung doch eine wichtige Rolle spielen.

Deswegen hier meine Idee für eine Hausregel: Inspiration kann man nun auch (nicht nur !) durch Aktionen bekommen die mit der Gesinnung konform gehen.

Beispiele:
Mit einer guten Gesinnung bekommst du Inspiration wenn du selbstlos oder naiv handelst.
Mit einer bösen Gesinnung bekommst du Inspiration wenn du egoistisch, grausam, paranoid oder rachsüchtig handelst.
Mit einer chaotischen Gesinnung bekommst du Inspiration wenn du vorschnell, impulsiv, listig oder instinktiv handelst.
Mit einer rechschaffenen Gesinnung bekommst du Inspiration wenn du ehrlich, geplant, übervorsichtig oder zögerlich handelst.
Mit einer neutralen Gesinnung bekommst du Inspiration wenn du keine Partei ergreifst und es vermeidest dich moralischen Problemen zu stellen.

Ich habe auch versucht sowohl positive als auch negative Merkmale mit einzubeziehen. Mit einer guten Gesinnung z.B. kann man Inspiration bekommen wenn man selbstlos eine beachtliche Spende an einen guten Tempel oder ein Waisenhaus entrichtet. Man kann Inspiration aber auch bekommen wenn man grundsätzlich an das Gute in jedem Lebewesen glaubt und z.B. einen Auftrag annimmt obwohl zumindest der Spieler (nicht der Charakter) den Verdacht hat das an der Sache etwas faul ist.

Mir gefällt die Idee natürlich ganz gut. Ist ja auch meine :)
Aber was haltet ihr von der Idee ? Und was für ein Verhalten zeichnet einen neutralen Charakter aus (meine Vorschläge klingen da ein bißchen zu abgehoben für mich) ?

PS: Hier bitte nicht über Sinn oder Unsinn von Gesinnungen diskutieren. Dafür haben wir genug andere Threads. Hier soll es nur um diese Hausregel gehen. Danke.
 

sleepnt

Gott
5e noch nicht gespielt, kenne aber die Idee der Inspiration.

Zumindest 3.5 hatte damals eine Beschreibung der Gesinnungen. Ich würde mich also eher an diese Beschreibung halten.

Gesinnung würde ich dann als Intention und Absicht einer Handlung werten. Du hast auch Weltbild und Charakterzüge reingenommen.

So würde ich es für die Inspiration als egal empfinden, wenn jemand an das Gute in alles glaubt. Aber wenn darauf aufbauen eine bemerkenswert gute Intention entsteht, dann könnte das Inspiration geben.

Charakterzüge wie Egoismus und Naivität würde ich wegfallen lassen. Egoismus ist vielleicht keine Tugend, aber auch nicht automatisch böse. Ebenso ist es seltsam dass du mit gut Naivität verbindest - das wäre höchtens ein Charakterzug bei niedriger Willensstärke. Aber auch jemand mit bösen Absichten kann leichtgläubig sein.
 
Mir ging es darum spezifische Handlungsweisen zu benennen und nicht "wenn du gutes/böses tust" bekommst du Inspiration. Das ganze ist bislang nur eine Idee.

Und nein, natürlich ist nicht jeder gute Charakter naiv. Aber das ist ja eigentlich auch das schicke daran. Es zwingt einen ja niemand den Charakter so zu spielen, aber man kann es halt um Inspiration zu bekommen. Am Feintuning kann man sicherlich noch drehen.

Zu meinen Vorschlägen:
Böse Charaktere versuchen zu erreichen was ihnen wichtig ist ohne dabei in der Wahl ihrer Mittel zimperlich zu sein. Weil sie ihre Ziele über das Wohlbefinden anderer stellen. Das legt nahe (muß aber natürlich nicht immer so sein) das sie Egoisten sind. Und wer selbst kein Probleme damit hat andere zu betrügen und zu belügen ist tendenziell auch eher bereit davon auszugehen das andere ebenso vorgehen. Deshalb die Paranoia.
Gute Charaktere denken zuerst an andere und dann an sich. Und sie glauben (meist) an das gute in jedem Lebewesen. Das kann dann auch dazu führen das sie tendenziell weniger mißtrauisch oder sogar naiv sind.

Negative Charakterzüge (wie Paranoia oder Naivität) werden am Tisch ja vielleicht nicht all zu oft ausgespielt. Das mag (ein wenig) häufiger vorkommen wenn es dafür einen mechanischen Ansatz gibt der dies auch belohnt.

Mann könnte das auch anders aufziehen: Man erstellt eine Liste mit Spielweisen zu jeder Gesinnung und der Spieler sucht sich ein paar davon aus die zu seinem Charakter passen. Dann muß man keine negativen Eigenschaften nehmen wenn man das nicht möchte bzw es nicht zum Charakter paßt.
 

sleepnt

Gott
Ich finde das mit den negativen Eigenschaften tatsächlich sehr spannend! Allerdings dann losgelöst von Gesinnung - was gegen Sinn und Zweck dieses Themas ist :facepalm:

Möchtest du Charakterzüge, bestimmte Handlungen oder Gesinnung unterstützten? Letzteres wäre für mich klar: du bist rechtschaffensd-gut und bekommst Inspiration, wenn du etwas rechtschaffend-gutes tust.

Alternativ könnte man auch Gesinnung durch ikonische Charakterzüge ersetzen. Weiß aber nicht wie leicht das zu bewerkstelligen wäre - ein egoistischer Gott, eine egoistische Kreatur, eine Waffe der Vardammnis gegen Egoismus... :LOL:;)

Edit: man könnte auch Inspiration für jede Handlung einer jeden Gesinnung bekommen. Und wenn das oft genug passiert, rutscht man in die jeweilige Gesinnung.
 
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