Das Lied von Eis und Feuer vs. Heldenreise

Dieses Thema im Forum "A Song of Ice and Fire" wurde erstellt von Skar, 28. März 2013.

Moderatoren: Skar
  1. Skar

    Skar Dr. Spiele Mitarbeiter Administrator

    Fanbois wie ich werden ja nicht müde zu erzählen, dass die Erzählstruktur George R.R. Martins etwas ganz besonderes ist.

    Ihr habt sicher schon mal von der so genannten "Heldenreise" gehört. Ein dramturgisches Konzept, dessen Stationen vielen Quellen nach das Grundmuster sogar jeder (Abenteuer)Geschichte liefert.

    Nun ist die Geschichte um das Game of Thrones ja noch nicht zuende erzählt. Aber wie seht ihr diese Geschichte im Bezug auf die Heldenreise?

    Bricht GRRM damit und ist das Werk daher so bestechend besonders?
     
  2. Durro-Dhun

    Durro-Dhun Erklär(wer)bär

    Nein, er bricht nicht damit.

    Aber anders als beispielsweise ein David Eddings mit seiner Belgariad/Malloreon-Saga oder der gute alte Buddy Homer mit seiner Illias (was für ein Vergleich, die beide in einem Satz...) beschränkt er sich nicht auf einen Handlungsfaden. Er hat sehr viele Helden, die parallel auf sehr viele verschiedene Reisen gehen.

    Tolkien selbst hat mit dem Herrn der Ringe das Konzept ja ebenfalls aufgegriffen und ebenfalls dann den Fokus der Handlung aufgeteilt und mehrere verschiedene Reisegruppen parallel bzw. in großen Abschnitten nacheinander beschrieben.
    GRRM teilt das ganze noch etwas feiner auf: Robb, Arya, Sansa, Bran, Tyrion, Jamie, Daenaris sind nur einige wenige der Handlungsstränge, aber wohl diejenigen, die sicherlich auf Reise sind und damit am ehensten noch dem klassischen Heldenreise-Schema entsprechen.

    In meinen Augen merkt man GRRM deutlich an, dass er eigentlich ein Serienautor ist. Deswegen hat er jetzt auch so Schwierigkeiten die Reise enden, die Reisenden ankommen und die Geschichte einen würdigen Schluss finden zu lassen...
     
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  3. Totz66

    Totz66 Kainit

    Bzw. das er seine Helden endgültig durch ihren tod ankommen lässt wie im Fall von Ned oder
    Rob auf der Bluthochzeit oder auch Tywin und Geoffrey als Schurken

    Ich finde das Besondere an GRRM ist das er eben durchaus bereit ist einige seiner Hauptcharaktere zu opfern. Als Leser sind wir gewohnt das diese Hauptpersonen uns durch ganze Kampagnen begleiten und sie allenfalls im finalen Showdown aus der Handlung ausscheiden, Martin bringt durch seine "Opferbereitschaft" einen gewissen Twist in die Geschichte, macht sie für den Leser weniger vorhersehbar und dadurch spannender - das ist das Geheimnis.
    Allerdings verzettelt er sich dabei auch oft, z.B. mit den Dornischen aus "Tanz mit Drachen", mehr sei hier nicht gesagt um nkicht zu spoilern.
     
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  4. Skar

    Skar Dr. Spiele Mitarbeiter Administrator

  5. Totz66

    Totz66 Kainit

    Nun, auch Jaime und Brienne unternehmen eine, mal geminsam, mal getrennt und Arya doch wohl auch und bei Mr. Martin kann man ja nie sicher sein ob einer seiner Charaktere ein Happy End erlebt.

    Tyrion ist ab Band 9 auch gezwungenermaßen auf Heldenreise
     
Moderatoren: Skar
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