Rezension CD Review: Haggard "Eppur Si Muove"

W

wwwookie

Guest
tja, dies sind die momente die ich liebe bzw. fuerchte. man haelt die leere cd huelle einer band in der hand, die man liebt. zo oft waren diese momente in letzter zeit eine recht zwiespaeltige angelegenheit (in flames zu beginn, aber jetzt nach ca. 100 fachem hoeren sehr geil) mit teilweise ueblen beigeschmack (letzte maiden, iced earth, metallica (seit ...master of puppets))

eigentlich wollte ich ja nur reviews ueber cd schreiben, welche noch nicht veroeffentlicht sind. aber was hier einem seit beginn dieser woche aufgetischt wurde, ist der schiere overkill. die absolute perfektion im klassisch angehauchten (und ich spreche hier nicht von maiden, priest und konsorten, sondern im wahrsten sinne des wortes) metal bereich. der metallische anteil im typischen haggard sounduniversum wurde um ein paar schippen angehoben, die songs haben ein breiteres, noch epischeres spektrum. zu dem absoluten hoehepunkte der konzeptscheibe ueber das leben galileo galileis:

"All' Inizio è La Morte":
Herbei, ihr Leut´ - das Fest beginnt
Nehmt Platz auf berst'gen Rängen
Seht, wie der flehend Mann dort kniet
Seht den Ketzer, ich sag, er soll brennen heut´ Nacht
Soll ihn spür´n, den Tod, er kommt langsam und lacht
Und als die Töchter des Teufels er nennt
Die Sense den Faden des Lebens zertrennt

so beginnt die neue haggard scheibe. textlich besser kann man die scheibe nicht beginnen, man ist gleich in ihr gefangen. auch hier sind kleine melodieboegen zu erkennen, wie man sie auf der ersten und zweiten platte schon mehrfach gehoert hat (die hauptmelodie von "in a pale moon's shadow" vom debut kommt leicht bis stark abgewandelt immer wieder in den verschiedensten songs von haggard wieder). bombastische, orchestrale arrangements en masse. ganz großes kopfkino...

wo manche bands aus selbigen sektor seit mehreren jahr aktiven stillstand betreiben oder, schlimmer noch, in die unbedeutigkeit abdriften und kohle in den sand setzen (siehe: therion --> bauten seit ihrer 1996 goettergabe "theli", welches fuer mich immer noch das referenzwerk in dem sektor darstellt, bestaendig ab. aber ich prophezeihe: die rettung ist nahe) sind haggard eine loebliche ausnahme: eine (stetige) steigerung ist selbst zur sechsten veroeffentlichung noch möeglich ("eppur si muove" stellt nach dem debuet "and thou shalt trust... the seer" (1997) und "awaking the centuries" (2000) den dritten studiolongplayer dar).

auf solch ein hammeralbum warte ich gerne 4 jahre. ich kann nicht anders ich zuecke eine glatte 9 (von 10 moeglichen punkten --> 10 ist nicht zu erreichen (absolut utopisch), 'ne 9,5 gebe ich nicht, ich erwarte noch etwas von dieser band)
 
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