[20.05.2008] - Initation

Dieses Thema im Forum "In den Schatten der Stadt" wurde erstellt von Eldrige, 1. April 2015.

  1. Eldrige

    Eldrige Zombie-Survival Experte

    Es war eine außergewöhnliche Nacht, auch wenn sie nicht übermäßig außergewöhnlich begonnen hatte.

    Sicher, es hatte die erste Sitzung des Rates der Untoten in Finstertal unter der neuen Prinz angestanden und mit Sicherheit würde in den Aufzeichnungen dieser Gesellschaft das heutige Datum als etwas besonderes eingehen. Eine neue Zeitrechnung wenn man so wollte.
    Die erste Nacht seit Jahrhunderten in der nicht mehr Oliver Buchet der Herr dieser Stadt war.

    Sicher, der alte Rosenprinz hatte bereits seit langem nicht mehr so wirklich auf dem Thron gesessen. Entweder war er von einem Seneschall vertreten, oder gerade mal wieder verschwunden und von einem Kriegsherren, oder einem Interrims Prinzen ersetzt worden, aber immer mit der Option das alles auf ihn wartete. Im Grunde hatte er schon immer an der Spitze der Stadt gestanden. Zumindest gab es in den Reihen der Vampire offiziell niemanden der sich an jemand anderen als Buchet in der Akademie erinnern konnte.
    In dieser Nacht stand aber fest das er nicht zurückkommen würde und seine Nachfolge war das erste Mal seit unglaublich langer Zeit kein Provisorium, kein Übergang und kein Lückenbüßer.

    Aber besonders war heute Nacht nicht, oder zumindest nicht ausschließlich wegen dieses historisch wichtigem Ereignis.

    Wenn man wusste, dass es die kleinen Teilchen waren auf die es ankam, die leisen, sachten Wellen die eine Küste formten und die sich ein Flussbett gruben und nicht die großen, beeindruckenden Stürme, die ein Schiff umwerfen konnten, dann konnte man sagen das heute etwas außergewöhnliches für wenige Personen passieren sollte, das vermutlich in keinem Geschichtsbuch stehen würde.

    Für den einsamen Nosferatu, der entlang der alten Friedhofsmauer schlich, war es aber genau so eine besondere Nacht. Der bleiche Mond glühte in seinem kaltem Glanz und eine süßliche Schwere lag über allem. Wärmer als es bislang in diesem Jahr gewesen war. Es erschien passend, denn die Dinge die heute Nacht geschehen konnten hatten einen Einschlag der durchaus einen Hauch dieser südlichen, schwülen Wärme in sich trug. Es war nicht schwierig sich in einer solchen Nacht ferne Trommeln und Gesang vorzustellen, oder einen lieblichen Blütenduft mit einer würzigen Note, aber auch einem seltsamen Unterton von Verwesung.

    Dies war der alte Teil des Finstertaler Friedhof und Lurker hatte ihn ausgewählt, weil es ihm einerseits passend und richtig vorkam, andererseits weil er damals, in seinen ersten Nächten in dieser Stadt, seinen ersten Unterschlupf in einem altem Brunnen mit einer unterirdischen Höhle hier gefunden hatte.
    Auch wenn diese Zuflucht heute nicht mehr Lurkers erste Heimat war, so war es immer noch ein sicherer Ort und einer mit Erinnerungen, der zugleich passend war für den Beginn etwas neuen.

    Mit einem schnellem Satz hatte der Verborgene über die alte, mannshohe Mauer gesetzt und landete im hüfthohem Gras auf der anderen Seite. Eine dichte Baumreihe trennte diesen Bereichen vom eigentlichem Friedhof ab, so dass niemand sah wie dieses Grundstück hier verwilderte.
    Alte, teilweise zerbrochene und umgefallene Grabsteine, Kreuze und Statuen versuchen verzweifelt dem wucherndem Moos zu entfliehen und stachen hier und da aus dem Boden hervor, wie knöcherne Finger die sich einen Weg aus ihrem Grab wühlten. Es war still. Anscheinend hatten die Insekten keine Recht Lust ihr Konzert zu veranstalten.
    Lurkers Augen wanderten einige Minunten über das Gelände. Als niemand zu sehen war machte er sich auf zu dem Eingang einer kleinen Gruft am hinteren Rand dieses alten Teils des Friedhofs, den schon lange niemand mehr besucht hatte. Sei es zum trauern oder zum sterben.

    Dort würde er warten und schauen wann seine Besucher einträfen.
     
  2. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Nach einiger Zeit würde der Nosferatu merken, dass die Trommeln nicht nur in seinen Gedanken waren, aus einiger Entfernung näherten sich einige weissgekleidete Gestalten und tatsächlich schlugen einige davon Trommeln.

    Wenn sie näher kamen, würde Lurker sehen, dass an der Spitze Kiera in einem weissen, über und über mit Voodoosymbolen verzierten Kleid schritt. Rechts und links hinter dir ihr Geister, Magoo und Akin, die sich mit viel Mühe materialisiert hatten. Beide mit Kissen auf den Armen, auf dem von Magoo war ein Tablett mit Nahrungsmitteln und Akin eines, das mit einem weissen Tuch bedeckt war.

    Das Trommeln kam von halbdurchscheinenden Gestalten, die zu diesem Trommeln auch gleich die richtige Melody intonierten. Gefolgt wurden diese seltsamen Gestalten von einigen Menschen, die sich in einer Art Trance zu befinden schienen und weitere Dinge wie Holz, Weihrauch und ähnliches mitbrachten.

    Samedi sollte nicht noch einmal bemängeln, dass ihm das Feuer fehlte und die Tänzer. Dieses Mal war alles vorhanden.

    Je näher der Zug kam, desto mehr schien sich die Unwirklichkeit um Lurker zusammenzuziehen. Die Rythmen wirkten sich nicht nur auf die Seele der Anwesenden aus, sondern auch auf die Umgebung, als würde hier die Trennung zwischen Welt und Anderswelt durchgängig, als verschmolzen Tod und Leben zu einem einzigen und selbst die Gräber und Grabsteine fühlten sich angezogen, als rückten sie näher.
     
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  3. Eldrige

    Eldrige Zombie-Survival Experte

    Der Übergang war stets das Entscheidende. Eine wichtige Lektion für alle seines Blutes wenn sie die Wege und Künste der Verborgenen lernten und meisterten. Nicht gesehen werden, nicht gehört werden, das waren Zustände. Wichtig war wie man dorthin gelangte. Es ging darum, das jemand feststellen konnte das etwas so beschaffen war wie er es vorfand oder wie er dachte das es sein sollte, ohne das er sich daran erinnerte wie es so geworden war, oder davon ausging das es schon immer so war, oder noch besser das es so war wie es zu sein hatte, ohne das er die tatsächliche Wahrheit prüfte.
    Wichtig war nicht da zu sein, oder zu verschwinden, wichtig war der Übergang. Wenn dieser gelang, dann gingen andere davon aus das kein Nosferatu anwesend war, völlig egal ob es stimmte oder nicht, weil sie nicht bemerkten wann genau sich plötzlich etwas geändert hatte.

    Genauso erging es Lurker nun selber. Er erkannte den Umstand das er einen wichtigen Übergang verpasst hatte, aber der Übergang war so gelungen und nahtlos gewesen das er nur noch feststellen konnte, dass einer stattgefunden haben musste, ohne jemals eine Chance zu bekommen die Realität zu prüfen.
    An irgendeiner Stelle der Realität hatte er sich die leisen Trommeln noch nur gedacht, oder besser, daran gedacht das es Trommeln geben könnte. Möglich das er irgendwann dann begonnen hatte sich welche einzubilden? Möglich das es daraus dann eben jene Trommeln wurden die er nun hörte? Oder hörte er sie überhaupt? Oder bildete er sich das was er nun hörte oder sah auch nur ein? Ein perfekter Übergang und plötzlich fehlte der Welt die nötige Trennschärfe um das zu sein was die meisten Real nannten.

    Der Nosferatu stand jede Nacht so nah an dieser Grenze und überquerte sie so oft, dass er nun nicht davor zurückschreckte als diese Grenze nun ihrerseits über ihn schwappte. Er erkannte Kiera und einige Gestalten. Allerdings glaubte er eher Schemen zu sehen als das er ihnen ein rechtes Erscheinungsbild zuordnen konnte. Es war wie eine Prozession aus Rhythmus, Feuer und Schatten.

    Feuer!

    Wenn der unwirkliche Trek nicht ausgereicht hätte seine Knochen mit kalter Angst zu infizieren, der alte, lodernde Feind würde es ganz sicher schaffen. Der Verborgene wich unbewusst ein Stück zurück und spürte hinter sich bröckelndes, feuchtes Mauerwerk, gegen das er sich presste.
    Immerhin sorgte die Wand in seinem Rücken dafür das er nicht einfach weglief.
     
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  4. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Kiera gab, den Menschen in ihren Zug mit der Hand einen Hinweis, dass sie das Feuer nicht in unmittelbarer Nähe aufbauen sollte und sie folgten der Anweisung und begannen gut 10 Meter von Lurker weg einen Kreis zu bauen, darin das Holz zu schicken und dann nach einer ganzen Weile mit der Fackel zu entzünden.

    Zudem Zeitpunkt war die Mambo längst bei Lurker und hielt ihn am Arm.

    "Keine Angst, das Feuer kann dir nichts tun, es wird zu keinem Zeitpunkt außer Kontrolle geraten", sagte sie. "Ich mache das nicht zum ersten Mal und ein ganzer Clan macht dies immer wieder."

    Auch Kiera selber wirkte etwas unwirklich. Einer der Gläubigen, die sie inzwischen gesammelt hatten kam näher und beweihräucherte sie und Lurker mit einem schweren Duft aus Moschus und Patschuli, es war auch ein Hauch Nelken dabei und etliches anderes, was man nicht sofort herausriechen konnte.

    Die Helfer begannen auch anderes vorzubereiten um ein altes Grab, das eine alte Grabsteinplatte hatte streuten sie den Ritualkreis und verzierten ihn mit den Zeichen der Ghede. Zum Schluß legten sie ein weisses Tuch, auf dem Samedis Veve aus einer Mischung aus Blut, Kräutern, Ölen und Friedhoffserde gemalt war, auf die Grabplatte. Alles in allem war es sehr geheimnisvoll und Lurker würde auffallen, dass er vergessen hatte, zu fragen, wie das Ganze vonstatten gehen würde.

    Die Trommeln schienen lauter zu werden, der Rhytmus die Knochen und Moleküle im untoten Körper des Kainskindes zum Schwingen zu bringen, als würde sich das ganze Universum um diesen Ort zu drehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. April 2015
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  5. Renard

    Renard Blutsauger für Blutsauger

    Er war spät. Thürmer hatte den Termin, wenn man es so nennen mochte, nicht vergessen, aber er war nichtsdestoweniger aufgehalten worden. Aber das war jetzt ja auch egal, wenn er Glück hatte, würde er nichzt groß nach Ausreden fischen müssen, zumindest nicht, wenn was auch immer da geplant war nicht schon angefangen hatte. Aber dazu mußte er erst einmal ankommen, nicht ?

    Je mehr er sich dem Friedhof näherte, desto neugieriger war er, was hier wohl vor sich gehen würde. Die beschriebene Örtlichkeit war nicht so leicht zu finden, aber schließlich hatte er es doch geschafft und schlug sich durch die dichte Baumrerihe, die anscheinend als eine Art Begrenzung diente. Er fand sich in hüfthohem Gras wieder. Er mochte dieses Gefühl nicht. Natürlich, es war nur ein verwilderter Friedhof in Deutschland, aber hohes Gras, das ihn daran hinderte zu sehen, wohin er seinen Fuß setzte, machte ihn trotzdem vorsichtig. Und sei es nur, weil er nicht vorhatte, sich an einem Grabstein den Fuß zu brechen. Was gleich sein zweites Problem war. Über Gräber zu laufen. Die Chance dies zu tun, widerstrebte ihm, so etwas tat man einfach nicht, aber die Wege auf diesem Gottesacker waren schon lange unkenntlich, so blieb ihm keine Wahl.

    Er erkannte eine Art Prozession und dazu noch offene Flammen. Die Gestalten konnte er nicht sauber ausmachen, aber das würde sich geben, wenn er dichter heran war. Zumindest dachte er das, auch wenn es sich nur teilweise bewahrheiten sollte. Offene Flammen waren richtig, aber einige der Gestalten kamen ihm immer noch komisch vor.

    Als er die Stelle erreichte, wo die Grabplatter vorbereitet wurde, war es offenbar noch nicht losgegangen. Glück gehabt ! Aber scheinbar war er trotzdem der letzte, auch wenn das abzusehen gewesen war.

    "Guten Abend, bitte entschuldigen Sie die Verspätung !"
     
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  6. Eldrige

    Eldrige Zombie-Survival Experte

    Etwas schnitt durch den Schleier aus Unwirklichkeit und schien sich in dem Moment neben ihm zu verdichten als es seinen Arm berührte. Es war Kiera. Im Augenblick fühlte sich nur die Wand in seinem Rücken und das lärmende Bedürfnis nach Flucht in seinem Verstand wirklich real an. Auch ihre Worte konnten nichts daran ändern. Das hier waren keine kleineren Feuer in einiger Entfernung, sondern verdammte Fackeln in unmittelbarer Nähe. Genauso gut hätte Lurker sich auf eine Anzeige für 'wütender Mob aus aufgebrachten Dorfbewohnern mit Fackeln und Mistgabeln sucht hässliches Monster zwecks mitternächtlicher Verfolgung über den hiesigen Friedhof mit anschließender Verbrennung' melden können. Zumindest fühlte es sich so an.

    Ihre Worte, in Kombination mit dem Auftauchen von Dr. Thürmer genügten aber fürs erste um soviel Verstand in dem Nosferatu zu erhalten, dass dieser nicht kreischend und fauchend in der Nacht verschwand. Fürs erste. Der andere Nosferatu konnte sehen das sein Primogen eindeutig nicht in der besten Verfassung war und die ganze Sache hier offensichtlich schon vor dem eigentlichen Beginn nur Haaresbreite von einer fiesen Eskalation entfernt war. Offensichtlich würde nur Abstand wirklich helfen den Verborgenen ausreichend zu beruhigen.
     
  7. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    "Es ist noch nicht zu spät, Dr. Thürmer, danke schön", sagte Kiera. "Halten sie ihn fest, bis ich ein Mittel gemixt habe, das ihn vor dem Feuer schützt."

    Wenn Türmer zustimmte, würde sie ein wenig in ihrer Wundertasche wühlen, bis sie eine Flasche mit Öl und etliche Kräuter fand, von denen sie dann unter Gesang begleitet vom klatschen der Umstehenden eine Tinktur mischte.

    Genau passend zu diesem Ritual begann sich der Mond rot zu färben. Sie hatte keine Zeit sich dieses anzuschauen, aber andere würden es als ein Zeichen der Wirkung deuten, da war wirklich mächtige Magie am Werk und nach einigen Minuten begann die Mambo Lurker mit dem Öl zu bespritzen, verkorkte dann den Rest und hängte ihn dem Nosferatu um den Hals.

    Mit vor der Brust gekreuzten Armen bedankte sie sich bei den Geistern für die Gnade dem Feuer die Gewalt über den Mann zu nehmen.

    "Immer wenn du durch ein Ritual mit Feuer musst, benutze welches dieses Öls und das Feuer kann dir bis zum Morgen nichts anhaben."

    Na hoffentlich würde er nicht versuchen unter dem Schutz in ein brennendes Haus zu rennen, doch das würde sie ihm später sagen, dass es nur bei Ritualfeuer wirkte.
     
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  8. Eldrige

    Eldrige Zombie-Survival Experte

    Der Doktor würde nicht in die Verlegenheit kommen zu entscheiden ob es eine gute Idee war den Nosferatuahn in seinem Zustand zu berühren, oder gar festzuhalten. Auch wenn er es nicht tun würde, sei es aus Unentschlossenheit oder weil er es unangebracht finden mochte, würde sich Lurker keinen Millimeter von der Wand wegbewegen. Wohin sollte man sich auch wenden wenn man von einem Feuerring umgeben war? Alleine die Tatsache das alles außer ihm und der Mauer in seinem Rücken sich seltsam unstofflich gab sorgte dafür, dass er noch nicht ausgerastet war. Die schwarze Furcht in seinem Innerem konnte sich einfach nicht recht entscheiden was von den Dingen um ihn herum echt war und was nicht. Selbst Kiera, die eben noch zu ihm gesprochen hatte, wandte sich ab und verschwand wie in einer Art diffusem Nebel, ohne das wirklich ein feuchter Dunst um ihn aufgezogen wäre, es war eher so als wabere die Wirklichkeit ein wenig unentschlossener um ihn als es nötig war um den nötigen Grad an Dichte zu erlangen der gemeinhin als Realität anerkannt wurde.

    Dann erkannte der Verborgene den Zustand endlich. Für gewöhnlich wanderte er dicht an der Grenze zu diesem Reich entlang, auf einem Pfad der genau so lag, dass man ihn nicht sehen, hören oder bemerken konnte. Anscheinend war er heute auf dem Weg diesen ihm bekannten Bereich zu verlassen, aber nicht zurück in die Welt aus der er gekommen war, sondern in Richtung der anderen Seite. War das nur für ihn so? Oder ein Phänomen das für alle Gleich war die dasselbe taten wie er? Wusste Kiera davon?

    Die Erkenntnis wirkte allerdings beruhigend auf ihn, denn er hatte, in den zahllosen Nächten die er abseits der Wirklichkeit unterwegs gewesen war, begonnen sich in diesem Spektrum heimisch zu und wohl zu fühlen. So sehr das er manchmal eine leise Angst verspürte eines Tages nicht mehr zurück zu wollen, oder zu können. Im Grunde war er hier zuhause.

    Etwas Bekanntes war im Strom der Unwirklichkeit dicht neben ihm, so dicht das es genügte eine materielle Hand auszustrecken. Kaum hatte er dies getan, spürte er wie sein Blutsbruder, ebenso wie die Steine in seinem Rücken, plötzlich greifbarer wurden, so als hätte er sie in seinen persönlichen Seitenarm des Flusses gezogen.

    Dann trat auch die Mambo wieder zu ihnen hinüber und vollführte so etwas wie eine Segnung aus einem Fläschchen. Offensichtlich sollte der Inhalt dafür sorgen das er nicht in Flammen aufging wie eine Pechfackel wenn er zu nah an ‘den alten Feind‘, das Feuer, herantrat. Auf die Idee mit so einer Art Schutz plötzlich anzufangen mit Feuer zu jonglieren oder auch nur näher als nötig heranzugehen wäre er aber so oder so nicht gekommen. Für einen Untoten war es schon eine Verbesserung wenn er auf eine Flamme wie ein Sterblicher reagierte. Das wäre aber immer noch eine üble Verbrennung.

    Es genügte aber um Lurker die nötige Sicherheit zu geben sich von dem scheinbar sicherem Halt in seinem Rücken zu lösen und die Panik die ihn erfasste hatte hinter seinen Verstand zurück zu drängen.

    „ Danke…und guten Abend Dr. Thürmer “

    Schaffte er es dann sich schmallippig zu melden.
     
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  9. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Kiera hielt Lurker die Hand hin.
    "Komm", sagte sie und winkte gleichzeitig ihren Begleitern zu, dass sie ein wenig zurücktreten sollen.

    Normalerweise war das Feuer direkt neben dem Initiaten, doch in dem Fall war das nicht möglich. Sie konnte nur hoffen, dass es der Baron Lurker deswegen nicht schwerer machen würde, vielleicht mehr als jeder andere Loa konnte dieser schwierig sein und zickiger als die größte Diva, doch es gab keine andere Chance.

    Sie würde ihn zu der vorbereiteten Grabplatte führen. Einer der Helfer schloss hinter ihnen den magischen Kreis. Zwar wurden normalerweise keine Schutz- oder Ritualkreise gezogen wenn man mit den Ghede arbeitete, aber dieser hier war nicht um Baron Samedi festzuhalten, sondern um zu verhindern, dass sich der Geist des Initiaten verflüchtigte, wenn die Verbindung geschaffen wurde und das Govi dann für die erste Zeit und für die Ausbildung an Kiera übergeben wurde.

    Zwar hatte sie Lurker nicht jeden Schritt erklärt, aber sie ging einfach davon aus, dass er ihren Anweisungen folgen würde.
     
  10. Eldrige

    Eldrige Zombie-Survival Experte

    Tatsächlich wusste der Verborgene im Grunde gar nichts konkretes über das was hier und jetzt passieren sollte. Schlimmer noch, er ging von völlig falschen Tatsachen aus. Vor langer Zeit, als das Monster namens Lurker noch nicht existierte, oder vielleicht besser, mehr ein Schatten oder ein monströser Gedanke im Verstand eines Menschen war, hatte dieser Mensch sich einen Namen gemacht mit pseudo-okkulten und Möchtegern parapsychologischen Recherchen und Geschichten. Im Zuge dieser Untersuchungen hatte er eine Menge selbsternannte Hexen, Schamane, Druiden, Medien, Wahrsager und wie sie alle hießen, getroffen und in ihrem Tun begleitet und jede oder jeder davon hatte darauf bestanden vorher eine rituelle Reinigung, Segnung oder sonstige Zaubershow mit ihm zu zelebrieren. Zu dieser Zeit wurde es praktisch von diesen Leuten erwartet, dass sie so etwas auf Lager hatten.

    Mit der gleichen Prämisse war der Nosferatu nun also tatsächlich auch hier angereist, er war eher der Meinung das dies hier alles Kiera Mc Kinneys persönliche Art der einer feierlichen Aufnahme war, so etwas wie ein Ritual für den Eintritt in eine Burschenschaft, nur ohne Besäufnis und Schläge auf den nackten Hintern.

    Möglich das dies auch erklärte warum einer der ansonsten misstrauischsten Vertreter der Finstertaler Untoten die ausgestreckte Hand ergriff und der Mambo folgte.

    Mochte man denken das er dumm war, von falschen Bedingungen ausging oder schon wieder einen dieser plötzlichen Aussetzer hatte wie kürzlich vor dem Einsatz in der alten Mine, wo er auch in einer Geste die ebenso gut mutig, wie auch dämlich interpretier war ausgerechnet der Tremerenschwester sein Vertrauen geschenkt hatte, zumindest machte er wie so oft den Schritt über die Grenze in das Unbekannte.

    Vielleicht hatte genau das diese beiden am Ende zusammengebracht? In vielen Jahren mochte sich jemand ein Gesamtbild dazu machen und diese Nacht in einen großen Kontext setzen. Das taten die Leute immer. Nachträglich klugscheißen. Gut das die Nacht am Ende aber nicht jenen gehören sollte die hinterher alles besser wussten, sondern jenen die im hier und jetzt Grenzen überschritten…


    … wenn auch dieser besondere Held hier vermutlich schreibend davon gelaufen wäre, wenn er eine rechte Ahnung gehabt hätte auf was er sich möglicherweise einließ.
     
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  11. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Wie sagte man so schön, wenn man sich in die Gefahr begibt, kommt man eventuell um und wenn man sich mit fremden Mächten einließ dann, kam der Punkt, an dem es kein Zurück gab. Sicher, es gab viele Scharlatane und es gab viele Hexenzirkel, bei denen das Primborium nicht nötig war. Selbst bei den Tremere reichten die Zauberbücher und genügend Zeit und man würde es irgendwann können, doch das hier war etwas anderes, hier waren Dinge und Mächte im Spiel, die nicht so einfach waren.

    Längst spürte auch Lurker, dass hier auch Dinge, Wesenheiten zugegen waren, die nur darauf warteten bis sie gerufen wurden, was würde wohl geschehen, wenn er jetzt weglaufen würde, was von dem, was der Nosferatu über Voodoo wusste, war wahr und was nur Fiktion und vielleicht war selbst in der Fiktion noch ein Körnchen Wahrheit.

    Kiera führte Lurker zu der Grabplatte mit dem Tuch darauf. Der Gesang der Männer und Frauen und auch der anwesenden Geister wurde lauter, änderte ihren Tonfall. Einige der Anwesenden entfalteten grosse, schwarze und violette Tücher und stellten sie sich unter Gesang so, dass ein Sichtschutz zwischen ihnen und den beiden Nosferatu und Kiera entstand.

    "Zieh dich aus, Lurker", sagte die Mambo leise. "Ich muss die Veve auf deine Haut malen, wenn ich sie nur auf deinen Mantel zeichne, wie nur der geweiht." Sie nickte. "Und keine Angst, ich habe mehrere Jahre unter den Samedi gelebt." Sie wußte nur zu gut, dass viel Nosferatu Angst hatten, sich zu zeigen, zumal es nichts nutzen würde, wenn er seinen Körper verschleiern würde, sie mußte die wahre Gestalt berühren und verzieren, egal wie diese aussah.

    Sie würde ihm die Kleidung nicht ausziehen, sondern warten, dass er ablegte. In der Hand hatte sie bereits die Schale mit der Blut, Friedhofserde und Kräutermischung. Fast schien es, als würde dieses leuchten, was natürlich Quatsch war - oder auch nicht.
     
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  12. Renard

    Renard Blutsauger für Blutsauger

    Man konnte sagen, was man wollte, aber wirklich geheuer war dem Doktor das ganze hier nicht. Offene Flamme, eine Menge Leute... Hier im schlimmsten Fall heil herauszukommen würde nicht leicht werden, vor allem, wenn man, so wie der Nosferatu, darauf aus war, sich nicht mit Gewalt einen Weg bahnen zu müssen. Ja, mit Flammen und all diesen Leuten um ihn herum, dazu noch als Kreis der ihn von seiner Umgebung abschloß... Das gefiel ihm nicht. Aber um ihn ging es hier ja nunmal nicht, also würde er sich zusammenreißen und dem Schauspiel beiwohnen, bereit einzugreifen, wenn etwas mit seinem Primogen schief lief, auch wenn er hoffte, daß das nicht notwendig sein würde.

    Daß der Mond sich verfärbte, fiel ihm natürlich auf, immerhin hatte er etwas ähnliches bereits vor einigen Tagen beobachten können. Diesmal allerdings rot statt grün, auch wenn die unterliegende Implikation nicht weniger beunruhigend war als beim letzten Mal. Aber da er von hier aus sowieso nicht viel machen konnte, blieb ihm nicht viel übrig, außer das Schauspiel, das sich ihm bot, zu überwachen und zu beobachten.
     
  13. Eldrige

    Eldrige Zombie-Survival Experte

    Lurker zeigte sich niemals jemandem außerhalb der Familie. Er war immer nur eine Kapuze mit einem zischelndem Flüstern für Außenstehende. Ganz klar hätte er Kiera an dieser Stelle vermutlich einen Vogel gezeigt, knapp aufgelacht und wäre stampfenden Schrittes von dannen gezogen, wenn ja wenn da nicht die unangenehme Kleinigkeit gewesen wäre, dass er plötzlich das Gefühl hatte das um ihn herum eine Art Membrane, Hülle, oder ein Kokon war. So etwas wie ein metaphorisches Bettlaken zwischen ihm und irgendetwas anderem was dahinter auf der anderen Seite lag, mit dem Unterschied das man nicht einfach einen Schritt machen und dahinter gelangen konnte. Nichtsdestotrotz war diese andere Seite ganz sicher da und irgendwie konnte man auch Bewegung und verschwommene Umrisse von etwas auf dieser anderen Seite durch das Tuch sehen, das so etwas wie die Wand zwischen dem Rest von Wirklichkeit und dem Anderen war, ganz so als wenn jemand von dort drüben gegen das Tuch strich, sein Gesicht dagegen drückte und den Nosferatu angrinste.


    Ohne jemals mit der Mambo darüber gesprochen zu haben hatte er das bestimmte Gefühl das ihn eine Flucht nicht in die gewünschte Richtung bringen konnte. Wie eine Katze die sich in der Nacht zu weit auf die Autobahn hinaus getraut hatte starrte er nun in ein gleißendes Licht das heran raste und die Entscheidung war weiter zu rennen oder zurück zu hasten. Alle wussten aber wie unappetitlich das ganze aussah wenn die Katze der Panik nachgab und zurück rannte.


    Es entstand also eine Schrecksekunde in der Kiera deutlich spürte wie der Andere aus der Dunkelheit seiner Verschleierung zu ihr hinüberstarrte und dann noch einige weitere Augenblick des Zögerns, bevor Lurker einen seiner Fingernägel unter die Bandagen an seinen Händen schob und diese mit einem reißendem Geräusch aufschlitzte.


    Zum Vorschein kamen, passend zu seinen ungesund langen und dünnen Fingern, ausgemergelt und dürr wirkende Hände und Unterarme mit knotigen Gelenken, die ein entzündetes rosa als Kontrast zu der grau bleichen Haut mit den gelb, bräunlichen Schorfinseln bildeten.

    Die Hände mit den Fingern, die an eitrige Insektenbeine erinnerten, glitten in die Kapuze, die bislang immer als Trennwand zwischen den Nosferatu und Anderen gestanden hatte, und schoben diese mit einem schnellem Ruck nach hinten. Ein wenig so wie man ein Pflaster schnell abriss, weil man befürchtete es gar nicht mehr hin zu bekommen, wenn man es nicht rasch hinter sich brachte.


    Kiera würde sicherlich nicht übermäßig pingelig sein, so hatte Lurker sie zumindest kennengelernt und durch ihre Erzählungen wusste er von ihren Umtrieben mit seinen Verwandten den Samedi, aber die waren, wenn auch mit Sicherheit kein schöner Anblick, immer noch einigermaßen menschlich, wenn auch unterschiedlich stark verwest. Wer sich mit dem Tod befasste und gelernt hatte den Anblick und die Beschaffenheit verrottender Körper zu ertragen, der hatte dennoch bislang immer noch mit menschlichen Formen zu arbeiten.

    Er aber war kein Samedi, kein Körper der zwar von Maden wimmelte und widerlich vor ihren Augen verfaulte, aber dennoch deutlich als ehemaliger Mensch erkennbar war. Er war Nosferatu. Äußerlich so weit weg vom Menschsein wie es der Fluch der sie alle heimgesucht hatte überhaupt vorsehen konnte. Die Mambo würde einen ungleichmäßig verformten Schädel zu Gesicht bekommen, vollkommen haarlos und von der Farbe gebleichter Knochen mit seltsamen, wächsernem Glanz. Hier und da unterbrochen von jenen seltsamen, verkrusteten Stellen die wie ausgedorrte, ehemals schwärende Wunden wirkten, manche bildeten Auswölbungen, andere schienen tiefe Krater in das Untote Gewebe zu ziehen. Anscheinend bedeckten diese seinen gesamten Körper, aber die Mambo würde ja gleich anscheinend in den zweifelhaften Genuss kommen das zu überprüfen. Die Beinahe fleischlosen Augen, die fast nur aus Augäpfeln und runzeligen Lappen anstelle von Lidern bestanden, hatten die Farbe von altem, dreckigem Spülwasser und ihre Blick hatte sich fest an eine Stelle auf dem Boden verhaftet, damit er sie nicht ansehen musste. Trotzdem konnte man sehr gut seine zerbissene Nase betrachten, die wenig mehr als ein paar zerfetzte Löcher in Lurker Gesicht waren. Völlig unpassend dazu spannten sich darunter die wulstigen Reste von Lippen, die purpurfarben mit dicken, schwärzlichen Adern über den viel zu breiten Mund verliefen, der praktisch den Gesamten unteren Teil des Kopfes einnahm. Sie wirkten vernarbt, so als wären sie in der Vergangenheit öfters zusammengewachsen und dann wieder aufgeschlitzt worden. Wer ein wenig um die Verwandlung der Verborgenen wusste, mochte argwöhnen das auch genau so etwas Ähnliches passiert sein konnte. Die Zahnreihen des Nosferatu passten anscheinend im originalzustand nicht so recht aufeinander, denn sie waren abgebrochen und zerklüftet, so als hätte man normale Zähne die schief und krumm gestanden hatten mit Gewalt so lange aufeinander gedrückt bis sie geborsten waren und die Reste dann ineinander passten. Ausgenommen davon waren nur ein paar enorm große Schneidezähne die mitten in Lurkers Gesicht prangten.


    Auch auf seinem Schädel spannte sich die Haut, als hätte man ein zu kleines Pergament auf einen zu großen Rahmen gespannt.

    Ein Muster das sich fortsetzte, als der Verborgene nach und nach, eine Schicht seiner Kleidung ablegte. Ein krummer Rücken kam zum Vorschein, dessen einzelne, schief herausragende Wirbel bis ins Detail sichtbar wurden. Die Wirbelsäule des Monsters war extrem seitlich verkrümmt, unten sehr kurz und lief im Oberkörper zu einem starkem Buckel aus, was dem Nosferatu ein wenig das Aussehen eines verwachsenen Fragezeichens verlieh.

    Dort wo die Rippen anfingen änderte sich das Hautbild leicht, denn dort hingen einige Lappen der bleichen, verschorften Haut der Schwerkraft folgend ins Leere, so dass es aussah als hätte man Lurker seine Haut übergeworfen wie ein dünnes, nasses Papier auf einen Ständer.

    Seine Beine waren unterschiedlich lang, was er dadurch ausgleichen musste das er in der Hüfte schief stand und auf dem einen Fuß stets auf Zehenspitzen stehen musste, wenn er einigermaßen gerade stand.


    Als er endlich fertig war, blieb er einfach nur stumm stehen und starrte weiter auf seinen Punkt.
     
  14. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Ja, es war verstörend, wenn man einen Nosferatu ohne Maske und ohne Kleidung sah und am schlimmsten war es, wenn du dem Verkrüppelungen und Verdrehungen dann auch noch die Verrottung und die Maden kamen. Zum Glück war dies bei Lurker nicht der Fall, auch wenn Kiera für einen Augenblick versucht war, ihn zu bedauern, sie würde es nicht tun, denn nichts würde schlimmer für einen der Verborgenen sein, als wenn man ihn bedauerte.

    "Leg dich bitte auf den Rücken", sagte sie deswegen nur, auch wenn ihr klar war, dass das für Lurker nicht so ganz einfach war.

    Von irgendwo setzten Trommeln ein und die Wirklichkeit schien noch mehr zu verschwimmen. Die Mambo wartete bis sich der Verborgene lag und begann dann seinen Körper mit der Mischung aus Blut, Krautern, Erde und verschiedener Öle zu bemalen. Unter dem Gesang der Leute außerhalb der Tücher und dem Singsang der Anrufungen ihrerseits, schien sich nach und nach sein ganzer Körper mit Zeichen zu füllen. Vermutlich würde am Ende keine einzelne Stelle mehr frei sein und damit nicht genug, auch der Rücken würde bemalt werden.

    Ich lasse mal kurz Thürmer und Lurker noch Zeit zum Reagieren.
     
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  15. Eldrige

    Eldrige Zombie-Survival Experte

    Eigentlich sollte dies der letzte Ort und die unpassendste Zeit sein um sich plötzlich zu entspannen. Im wahrsten Sinne des Wortes mit heruntergelassenen Hosen und mit einer merklich spürbaren Gefahr die er in unmittelbarer Nähe wähnte, zusätzlich in einem Zustand der sich immer mehr dahingehend zu steigern schien das die Wirklichkeit sich Stück für Stück verabschiedete brannten die Nervenenden des Nosferatu vor Furcht. Es wäre aber eine Lüge gewesen zu behaupten, dass er sich unwohl fühlte. Natürlich war da die Angst. Sie war immer da, schon vor Finstertal, aber hier hatte sie an Klarheit und Schärfe gewonnen wie man es sich vermutlich in keiner anderen Stadt, an keinem anderem Ort, vorstellen mochte und das wollte etwas heißen, wenn man, so wie Lurker, bereits weit in den östlichen Wildnissen zu Gast bei den Fleischformern gewesen war.

    Vermutlich war der Verborgene einfach übergeschnappt, oder zu oft entlang einer Katastrophe mäandert, so dass sich etwas in ihm nach diesem Kick zu sehen begonnen hatte.

    Lurker lag auf dem Rücken, so gut das eben möglich war, und der Geruch von Blut lag in der Luft. Gerade genug um anregend zu wirken. Seine wie zerbissen aussehenden Nüstern blähten sich, als er die Luft einsog. Erst sachte, dann hörbar und schließlich mit Genuss. Es war leider gepanscht mit anderen Stoffen, so dass es nicht mehr zum ablecken taugte, aber das angenehme Oeuvre blieb erhalten und waberte sanft und anschmiegsam durch die Nacht. Gemeinsam mit dem Nervenkitzel bildete sich eine seltsame Ruhe in dem Nosferatu. Die Klarheit und Ruhe die er sonst nur gespürt hatte, kurz bevor es in den Kampf gegen irgendeine schreckliche Gefahr gehen sollte. Loslassen, abspringen, akzeptieren.
     
    Kiera McKinney und G.I.Giovanni gefällt das.
  16. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Der Eindruck, den Lurker verspürte war beabsichtigt, die ganze Umgebung und alles was um ihn herum geschah war dazu da, ihn auf das vorzubereiten, was mit ihm geschehen würde.
    Magoo, die immer noch materialisiert war, näherte sich und hielt einen weißen Umhang mit Kapuze und Bindebändern hin, in die sich Lurker hüllen konnte, bevor die Tücher, die die Szene abgeschirmt hatten fallen würden. Die Begleiter draußen hatten einen Halbkreis gebildet und 2 Mädchen tanzten zu den Trommeln vor einer Tafel, auf der allerlei Leckereien und Getränke standen.

    "Bist du bereit, dass ich Papa Ghede herbeirufen kann und du ihm geweiht wirst?" fragte Kiera leise. "Es könnte auch sein, dass dich Mama Brigitte erwählt, aber das ist von der Sache her kein Unterschied."
     
  17. Eldrige

    Eldrige Zombie-Survival Experte

    Obwohl um ihn herum offensichtlich eine wilde Feier im Gange war, kam der Nosferatu nicht umhin sich so zu fühlen wie eine Maus in der Mitte einer Orgie von Schlagen. Er hatte schlimmeres durchgestanden. Vermutlich. Man wusste ja immer erst was das Schlimmste war das man jemals durchgemacht hatte, wenn mal wieder etwas wie ein Regenguss über einem hereingebrochen war. So oder so, Lurker versuchte Kiera so etwas wie ein schräges Lächeln zu schenken, was natürlich fürchterlich ausging, aufgrund seines Gesichtes.

    „ Vermutlich nicht, aber vielleicht habe ich ja Glück und man kann sowieso nie richtig bereit sein, sondern sich nur so fühlen. Tun wir also so als fühlte ich mich bereit. “

    Er dachte an Stray und die Anderen. Daran das er sie beschützen können musste, auch vor Gefahren die man ansonsten für Eingebildeten Unsinn halten würde, die aber hier, in seiner Heimat bereits zweimal brutal bewiesen hatten das sie das Potential hatten alles in den Untergang zu reißen. Ein drittes Mal würde es nicht geben.
     
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  18. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Kiera lächelte und führte Lurker in die Mitte der Tanzenden. Sie hatte schon gewußt, warum sie ihre Schwester nicht mitgenommen hatte und das war nicht nur wegen Lurker und dass die nicht wissen mußte, wenn sie mit ins Boot zog, sondern auch an deren tremerischen Steifheit, sie würde sich mit Sicherheit einfach nicht fallen lassen.

    Die Tanzenden reagierten auch prompt, der Gesang wogte in eine andere Richtung, einige der Tanzenden schienen auch von Loas geritten zu werden und alle sammelten sich, um die Mambo und den Verborgenen. Lurker würde auffallen, daß keiner von seinem Aussehen abgestossen wurde, sondern jeder es als ganz natürlich betrachtete,

    "Bleib einfach stehen", sagte Kiera noch und begann dann ihre Anrufung. Ihr Geist öffnete sich, während sie die traditionellen Worte sprach und mit einem Stock doch einiger Massen obszöne Bewegungen tanzte. Es war immer die Frage wie der Ghede erscheinen würde, als Person oder auch nur in die Mambo übernahm.

    Out Of Character:
    Mitra du kannst, wenn du möchtest und auch entscheiden wie, wenn du lieber reiten als erscheinen möchtest, auch kein Problem. [/ooc ]
     
  19. Mitra

    Mitra Kainit Mitarbeiter

    Urplötzlich schoss inmitten der tanzenden eine knöcherne Hand aus dem Boden hervor.

    Die Luft auf dem Platz erwärmte sich, die Luftfeuchtigkeit stieg an und es wurde spürbar schwül. Der Tanz der Menschen um Lurker herum wurde wilder und immer ekstatischer. Ein weiterer Arm grub sich aus dem Boden heraus an die Oberfläche. Auch er war bar jeden Fleisches. Kiera meinte ein leichtes Knistern in der Luft zu spüren, ähnlich einer schwachen elektrischen Entladung. Ein Geruch, der stark an Zigarrenrauch erinnerte, stieg ihr in die Nase, ein Hauch von Alkohol gesellte sich dazu. Obwohl sowohl sie selbst, als auch Lurker tot waren und eigentlich zu solcherlei Gefühlen nicht mehr im Stande, brandete eine Welle ursprünglichster körperlicher Erregung gegen sie, der sie nicht das geringste entgegenzusetzen hatten. Seit ungezählten Monaten und Jahren hatten sie keine Lust mehr erfahren dürfen, umso unvorbereiteter wallte sie nun über sie hinweg.

    Inzwischen hatte sich das Skelett fast völlig aus seinem irdenen Gefängnis befreit. Der fleischlose Körper trug einen alten aber gut erhaltenen Frack der für das bisschen verbliebenen Körper jedoch viel zu groß war. Fröhlich grinste der Schädel des Knochenmanns in die Runde, dann kniete er nieder und griff in das Loch aus dem er gerade emporgestiegen war.

    Drei Mal griff er hinein.
    Das erste Mal um einen schwarzen Zylinder hervorzuholen und sich diesen ohne langes Zögern auf den Kopf zu setzen.
    Das zweite Mal um eine brennende Zigarre hervorzuholen und ein letztes Mal, um eine leere Flasche zu Tage zu fördern.
    Enttäuscht drehte das Skelett die Flasche auf den Kopf. Kein einziger Tropfen fiel heraus. Trotz der fehlenden Gesichtsmuskulatur konnte man dem Knochenmann ansehen, wie enttäuscht er darüber war.

    Sein Blick richtete sich auf Kiera.
    Grüßend nickte der Tote ihr zu. Dann weckte der verdrehte Körper Lurkers sein Interesse. Mit drei fröhlich wippenden Schritten war das Skelett bei dem Nosferatu. Einmal mehr grinste der Schädel feist in die Runde und zog an der dicken Zigarre. Nur eine Sekunde später blies er den Rauch direkt auf Lurker und verbeugte sich tief.
     
    Kappadozius, Kalanni, Totz66 und 2 anderen gefällt das.
  20. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Kiera erwiderte das Nicken des Baron und überlegte kurz, ob sie ihm eine volle Flasche reichen sollte, immerhin hatten sie und die Gläubigen einiges mitgebracht, doch als sich Samedi dann an Lurker wandte, wartete sie lieber ab. Es war erst Tage her, seid der Ghede ihr das Leben gezeigt hatte und sie diese hatte spüren lassen und doch genoss sie das Gefühl.

    Sie ging einige Schritte zurück und gab den Menschen das Zeichen, ihr Trommeln anzupassen.
     
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