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[18.5.2008] Freundinnen?

Melody Sarah

Halbgott
Sarah nahm sich nicht viel Zeit, nachdem der Ventrue ihr die Botschaft überbracht hatte. Da er direkt in der Akademie anrief, sie ankündigte und nicht sagte, sie solle lieber später kommen, war ein direktes Aufbrechen angesagt. Gleichzeitig konnte sie es sich sparen, ihren Hintern sofort auf die Maschine zu platzieren, um den Mann noch einzuholen um vor ihm an der Akademie zu sein. So verstaute sie ihre Schrotflinte, zog sich die Jacke über und den Helm. Das Tor vom Schrottplatz schloss sie zu. Balou bekam noch einen Streichler. Er hatte seine Sache gut gemacht.
Als sie vor der Akademie ankam, hatte Sarah immer noch ein mulmiges Gefühl. Sie und Lena waren mal Freundinnen gewesen. Die andere war zwar vielleicht etwas kürzer Vampir als sie selbst, dennoch war sie älter. Deutlich älter. Und jetzt war sie also Prinz der Stadt. Sie hatten schon lange nichts mehr miteinander zu tun gehabt und Lenas Welt war Sarah inzwischen vollkommen fremd geworden.
Es war beschissen von einer alten Freundin durch einen Speichellecker her zitiert zu werden. Denn nichts anderes war die freundliche Bitte eines Prinzen. Wo wir schon dabei waren, gute Laune zu versprühen... na.. sie würde versuchen, sich zurück zu halten. Immerhin hatte sie einiges gelernt und vielleicht hatte der Speichellecker auch nur Spielchen mit ihr gespielt, damit sie sich hier unmöglich benahm. Hoffentlich würde Lena alles beim Alten belassen, was ihren Status anging. Es half nichts. Die Gangrel betätigte den Türklopfer. Jeans und T-Shirt hatte sie nicht gewechselt. Sie waren fleckig von der Arbeit auf dem Platz.
 

Totz66

Kainit
Moishe war nicht zur Akademie gefahren, er hatte dort angerufen und damit war die Angelegenheit für ihn erledigt. Er war zu dem Gespräch nicht eingeladen, sollte Lena das mit Melody auszicken.
 

Lady Noir

Prinz der Stadt Finstertal
Die Tür zu den Büroräumen stand weit geöffnet.
Unzweifelhaft eine stille Einladung, bei der es gar nicht notwendig wäre zu klopfen. Sollte Melody es trotzdem versuchen, würde nicht dafür belohnt. Niemand rief sie herein oder sprach sonstwie ein knappes willkommen aus. Auch auf ein Rufen wurde nicht reagiert, außer vielleicht von den Überwachungskameras, die nach wie vor leise summend ihren Dienst versahen. Was nun? Eine solche Situation hatte es an der Akademie noch nicht gegeben.

Andererseits, war der Weg ja frei? Also warum zögern...
 

Melody Sarah

Halbgott
Sie war angekündigt worden. Wer wusste schon, welches Personal Lena derzeit zur Verfügung stand. So nahm Sarah die offene Tür als Einladung wahr – und schloss die Aussentür gewissenhaft nach ihrem Eintreten. Weniger, weil sie höflich sein wollte oder weil sie sich absolut sicher war, dass die offene Tür ihr galt, sondern weil sie zum Schreibtisch beim Empfangszimmer gehen wollte. Dorthin lenkten sie auch ihre Schritte. Dann hielt sie jedoch inne. Sie hatte vor gehabt, ihre Waffen genau hier ab zu legen. Eine Pistole und zwei Messer hatte sie mit gebracht. Nicht wegen Lena, Gott behüte, selbst wenn das Treffen in einer Katastrophe enden sollte, dann gewiss nicht in so einer. Nein, es war vielmehr die Stimmung in der Stadt, wegen der sie den Schrottplatz nicht ohne Waffen verließ. Wer wusste schon, welcher Hans Wurst versuchen wollte, sich eine Medaille bei seiner Gruppe zu verdienen, in dem er sie umnietete. Verdammt. Wenn es hier gerade nicht mit rechten Dingen zu ging...

Sarah seufzte vernehmlich. Scheiss Erziehung. Ziege flüsterte ihr ein, stets vor bereitet zu sein genau so wie Wolf. Dennoch hatte sie auch Erziehung durch die Ventrue genossen. Wegen der vorhin offenen Tür ging sie noch auf die andere Seite des Schreibtisches und sah nach einer Schublade ohne Schloß, in der sie ihre Waffen deponieren konnte, bevor sie weiter ging. Verdammt irgend wie hatte sie damit gerechnet, Romero die Waffen zu übergeben, aber das war selbstverständlich ein absolut dummer Gedanke gewesen. Sie war einfach zu lang nicht mehr hier gewesen.

Sie bemühte sich nicht darum, leise zu sein und es interessierte sie nicht sonderlich, was in so einer unverschlossen Schublade war, wenn sie denn eine fand – im Zweifelsfall würde die Sitzfläche des Stuhls als Lagerfläche her halten müssen. Dann machte sie sich auf nach hinten durch zu gehen und steuerte zielsicher auf das Büro des Prinzen als erstes zu. Traf sie vorher auf eine andere offene Tür, würde sie natürlich rein sehen nur um nicht durch Zufall in etwas hinein zu laufen. Der kleine Sturkopf hatte sich vor gestellt, nicht als erstes das Wort zu ergreifen, wenn sie auf Lena traf. Das veranlasste sie wohl auch dazu erst mal stumm durch das Gebäude zu gehen.
 

Lady Noir

Prinz der Stadt Finstertal
Melody traf die Prinz im Flur.

Lena stand vor einer geschlossenen Bürotür uns starrte sie an. Es war unmöglich zu sagen, wie lange sie dort schon stand, sicher aber war das die Prinz in ihrer eigenen Gedankenwelt gefangen schien. Langsam hob sie die Hand, vorsichtig, ja zärtlich berührte sie die Klinke. Sanft strichen ihre Finger über das kalte Metall, griffen aber nicht zu. So zögerlich wie sie gehoben worden war, glitt die Hand unvermittelt wieder hinab. Die Tür zum Büro des Prinzen, blieb unbetreten und verschlossen.

Endlich bemerkte die Toreador ihren Gast.

"Sarah, hallo! Willkommen an der Akademie. Lassen Sie uns nach vorne gehen, ich habe noch keinen Sekretär und muss mich derzeit um alles selber kümmern."

Sie lächelte entschuldigend und führte Melody zurück in den Vorraum. Dort bot sie ihr einen Sitzplatz an und begab sich gleichzeitig auf ihren eigenen hinter dem modern wirkenden Schreibtisch.

"Schön, dass Sie meiner Einladung so schnell gefolgt sind! Wie geht es Ihnen?"
 

Melody Sarah

Halbgott
Aha. Wir sind also beim 'Sie'. Na dann. Wie du willst, Lena Als die Prinz sich umdrehte, fand sie die Gangrel in einem Knicks vor. Aktuell hatte die nämlich keinen offiziellen Status und wenn sie nicht ausdrücklich geladen worden wäre, hätte sie zu mindest dem dämlichen Protokoll nach nicht mal allein hier auftauchen brauchen. Die Begrüßung machte recht schnell klar, dass sie aufstehen sollte und Lena folgen und so tat Melody, was alle braven Gangrel in so einer Situation tun: Sie folgte dem Prinzen. Hey... war sie nicht ausgesprochen nett, nicht von Anfang an zu zicken und der Prinz sogar den ihr gebührenden Respekt zu zollen? Auch wenn das 'sie' ihre Laune nicht verbessert hatte, war sie noch nicht kurz davor ihre alte Freundin an zu pampen. Etwas Geduldsfaden hatte sie ja doch. Der zwar nicht lang, aber immerhin doch vorhanden. Und noch hatte sie ihr nicht viel böses getan. Hmpf. Ausgerechnet das Büro vorn. Na, immerhin hatte sie ne offene Schublade für ihre Waffen gefunden. Dann würde sie im Anschluss Lena bitten müssen ihr die wieder zu geben. Passt schon. Und dann diese Frage... Wie sollte es ihr schon gehen? Sie hatte Muffensausen, auch wenn sie sich davon nicht lähmen ließ. Hey, ohne Angst gab es auch keinen Mut, oder? Die Straße und ihr selbst angenommener Job waren nun mal kein leichtes Pflaster und es war mit Widerstand zu rechnen. In die Akademie zitiert zu werden, egal von wem, gehörte auch nicht zu Sarahs Lieblingsbeschäftigungen.

„Melody, bitte.“, korrigierte die Gangrel die Toreador erst im Büro. Mann, Lena war schon immer ne Schnitte gewesen und das Vampir werden hatte ihrer Ausstrahlung nicht geschadet. Das musste man der Frau ohne Neid lassen. „Es geht mir gut, danke der Nachfrage, Eure Exzellenz.“ Hey, war das nicht n genialer Schachzug? Lena wollte offensichtlich das 'Sie' Sarah hatte keinen Schimmer, ob sie noch ihren Vornamen benutzen durfte oder welchen Nachnamen sie jetzt vor zog. Die ganze Situation war ein wenig bekackt, was das anging. Gleichzeitig vermied sie solche kleinen Wörtchen wie 'mein'. Also Status anerkennen, sich aber nicht direkt der Frau unterordnen obwohl es nur ein Fingerschnippen der anderen brauchte und ihre Statusfreiheit in Finstertal war Geschichte. Vielleicht ging es ja auch um irgend was anderes. Lena würde bestimmt irgend wann mit der Sprache raus rücken.

Ganz so vollkommen distanziert blieb Melody dann doch nicht und war bereit, Lena wenigstens nen kleinen Finger zu reichen. Immerhin hatte sie sie mal ziemlich gern gehabt, „Darf ich die Frage zurückgeben? Sind Glückwünsche angebracht oder soll ich lieber mein Bedauern aussprechen zum Erhalt des neuen Jobs?“
 

Lady Noir

Prinz der Stadt Finstertal
Lena war nun Prinz und es gab schon viel zu viele Kainiten, die sie dutzten und mit dem Vornamen ansprachen. Viel Autorität hatte sie nicht ins Amt retten können, da hieß es das zu bewahren was übrig war. Sie und Sarah hatten sich lange nicht gesehen und die Tage an denen sie befreundet waren, waren Tage an denen beide noch geatmet hatten.

"Ehrlich? Ich weiß es nicht! Wenn alte Freunde zu mir ins Büro kommen und mich mit Exzellenz anreden ist das mehr als nur ein seltsames Gefühl. Sicher muss ich wohl meiner neuen Stellung gerecht werden und irgendwelche Schranken aufstellen. Aber wohl fühle ich mich dabei nicht. Leider gibt es eine Menge anderer Kainiten, die mich nicht in dieser Position sehen wollen und die wohl jedes Zeichen der Schwäche nutzen würden, um es umgehend gegen mich zu verwenden. Aber das soll nicht Ihr Problem sein, Melody! Nennen Sie mich einfach bei meinem Vornamen, dann werde ich das Selbe bei Ihnen fortan nicht mehr tun. Einverstanden?"

Die gesamte Persönlichkeit der Prinz versprühte Charme und Freundlichkeit.

"Aber lassen Sie uns zu den wichtigen Dingen kommen, Melody! Ich würde Sie gerne in den Stand eines Ancilla bestätigen und Ihnen gleichzeitig ein Geschäft vorschlagen. Ich möchte, dass Sie den Waffenhandel in dieser Stadt übernehmen. Ich weiß, dass Sie die Hinterlassenschaften Zieges übernommen haben und mit eben diesem Vorhaben liebäugeln. Warum ich Sie dafür ausgewählt habe, ist ganz einfach! Finstertal hat sehr schwere Zeiten hinter sich und ich möchte für etwas Ordnung sorgen. Der erste Schritt ist die Kontrolle des gesamten Waffenhandels. Sowohl bei uns, als auch unter den Menschen. Ich werde in den nächsten Nächten einige Gesetze hierzu erlassen und werde Sie damit beauftragen diese umzusetzen."

Ein Lächeln.

"Interesse?"
 

Melody Sarah

Halbgott
Sarah lehnte sich auf dem Stuhl zurück, schlug die Beine übereinander (was nicht unbedingt zu ihrem Outfit passte) und verschränkte die Arme vor dem Oberkörper. Dann nahm sie sich Zeit und musterte ihre ehemalige Freundin. Ihre Freundschaft mochte noch aus den Zeiten stammen, zu denen sie beide geatmet hatten, aber so lang war das nicht her.

„Ehrlich? Ich weiss nicht, was ich tun soll, Lena.“ Was jetzt kam, war kein Zeichen mangelnden Respektes, aber ob Lena das auch so sehen würde? Sarah gab einfach ein Stück der Kontrolle auf, mit der sie sich beherrschte. Oh verdammt, sie hatte so was von keine Lust auf diese elenden Spielchen. Sarah tat es noch nicht mal bewusst. Der Wechsel zum 'du' rutschte ihr einfach so heraus, weil sie es bei Lena gewohnt war und eh alle möglichen eher duzte als siezte.

„Du gibst mir ne Kröte zu schlucken und das weisst du auch ganz genau. Du bietest mir an, mir das zu geben, was ich mir eh gerade erarbeite. Es mir großzügig zu lassen, wenn ich es schaffe es mir zu nehmen. Und der Preis, den du dafür von mir forderst, ist, dass ich zurück kehre in das Spiel mit diesem verlogenen Pack. So einer, wie der Speichellecker, den du zu mir geschickt hast. Echt jetzt? Hattest du keine bessere Wahl machen können als ausgerechnet so einen? Deine Gesetze umsetzen? Hast du eine Ahnung davon, was in der Unterwelt von Finstertal los ist? Die ist in Aufruhr und wenn du nicht auf passt, haben wir da sehr bald den nächsten offenen Konflikt. Zur Zeit schwelt er ziemlich heiß und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die elende Bagage eingefangen bekomme. Na klar arbeite ich daran. Und ich habe keinen Bock, dass irgend ein untoter Wichser daher kommt und meint, mir weg nehmen zu können, was ich mir aufbaue.

Also: Selbstverständlich habe ich Interesse. Ich werde mir das nicht so leicht weg nehmen lassen und ich bin nicht so blöd zu glauben, ich könnte gleichzeitig die Unterwelt zum parieren bringen und gegen den Willen der untoten Regierung dieser Stadt agieren. Zu mindest nicht ohne große Probleme.“

Sarah kaute ein wenig auf dem Inneren ihrer Lippe bevor sie weiter sprach.

„Ich weiss noch nicht mal, warum ich dich überhaupt Frage. Oder warum ich mich der Hoffnung hin gebe, eine ehrliche Antwort von dir zu bekommen. Ich mein: Hey, du bist Prinz und Miss Charming. Wenn die ehrliche Antwort mir nicht schmecken würde, verpackst du sie einfach hübsch und gibst mir das, was ich hören will. Ich bin nicht völlig blöd, Lena. Ich mag nicht so viele Jahre Erfahrung haben wie du, aber ich hatte viele, sehr unterschiedliche Lehrmeister.

Fragst du mich als Prinz oder als deine Freundin? Ich mein, klar spielt beides rein. So naiv bin ich nicht. Aber was überwiegt Lena? Ich kann dich nur bitten ehrlich zu sein und hoffen, dass du es auch bist. Du bist eine gnadenlos gute Schauspielerin, wenn du willst. Das wissen wir beide. Ich will nur wissen, woran ich bin.“
 

Lady Noir

Prinz der Stadt Finstertal
"Melody, ich weiß dass wir uns schon eine halbe Ewigkeit kennen und ich sehe noch immer eine Freundin in Ihnen. Aber Sie sind Ancilla und ich eine Prinz, man verlangt von mir dass ich die Etikette einhalte und dazu gehört eben auch, dass du aufhören müsen, mich zu dutzen. Es mag sich seltsam anfühlen, für mich fühlt es sich auf jeden Fall seltsam an. Aber es ist notwendig. Als Prinz der Stadt Finstertal und bin gezwungen mich entsprechend zu verhalten, denn ich bin es, die von nun an die Befehle gibt. Es mag..."

Lena brach den Satz ab und grinste.

"Ok! Ich könnte das jetzt stundenlang begründen. Was ich sagen will ist: Wir müssen uns Siezen und ich bitte Sie, mir diesen Gefallen zu erweisen. Ganz einfach. Mir gefällt das so wenig wie Ihnen und ich verlange es ganz gewiss auch nicht um Sie zu ärgern oder zu demütigen. Es ist einfach notwendig! Das gleiche gilt für Ihre Frage. Ich trage die Bitte sowohl als Freundin als auch als Prinz an Sie heran. Warum soll ich Ihnen etwas vormachen? Das Thema liegt mir auf dem Herzen und ich will, dass sich jemand darum kümmert dem ich vertrauen kann. Das Sie durch Ziege die nötigen Kontakte haben, weiß ich. Auch, dass Sie das Geschäft gerne weiter führen möchten, weiß ich. Hervorragende Vorraussetzungen! Nun müssen wir Frieden schaffen und damit das möglich wird, müssen die Waffengesetze verschärft werden. Hierzu haben Sie meine uneingeschränkte Unterstützung! Finstertal ist einige Male zu oft einer schweren Katastrophe entkommen und es gibt nicht wenige von außerhalb die uns mit Argusaugen betrachten. Also werde ich die notwendigen Schritte hierzu veranlassen. Ich weiß das Sie mir helfen können sie umzusetzen und bitte Sie, mich dabei zu unterstützen. Wenn Ihnen dies nicht möglich ist, zum Beispiel weil Sie der sterblichen Unterwelt nicht gewachsen sind, verstehe ich das natürlich und werde Sie mit der Frage nicht weiter behelligen. Dann allerdings muss es jemand anderes machen, denn die Waffenkontrollgesetze werden kommen. So oder so!"

Es folgte ein Biss auf die Unterlippe.

"Natürlich bin ich eine gute Schauspielerin, ich bin die Beste wie nicht wenige Stimmen behaupten. Aber Sie wissen auch, dass ich Sie niemals angelogen habe. Ich war es, der Sie davor gewarnt hat ein Vampir zu werden. Eindringlich! Es liegt mir fern Sie zu manipulieren, auch wenn mir klar ist, dass ich genau dies gerade tue. Alles was ich kann, ist zu hoffen, dass Sie verstehen dass ich dies alles nicht aus niederen Beweggründen unternehme, sondern aus einer Dringlichkeit heraus, die uns die vergangenen Wochen aufgebürdet haben!"
 

Melody Sarah

Halbgott
Sarah konnte und wollte ein Grinsen nicht unterdrücken. ...dass du aufhören müssen mich zu dutzen... In diesem Moment war es ihr egal, ob die Prinz diesen kleinen Fehler absichtlich plaziert hatte oder ob es ihr wirklich raus gerutscht war. So oder so war es ein Hinweis.

„Sie wissen genau, dass es nicht meine Wahl war, als es geschah. Nicht einmal die Wahl meines Erzeugers war es, auch wenn er sich trotzdem um mich kümmerte. Und sie haben ihren eigenen Rat genau so wenig beherzigt. Sehen sie nur, wo es sie hin gebracht.

Die Wichser der Unterwelt werde ich schon zum parieren bringen. Es könnte nur mir, aber vor allen ihnen ein wenig weh tun. Ich hoffe noch es ohne Tote regeln zu können.

Wenn sie darauf bestehen wollen von mir gesiezt zu werden, was bei mir eher ein Zeichen der Verachtung als der Achtung ist, dann will ich ihnen wohl den Gefallen tun, auch wenn mir so eine Scharade nicht wirklich schmeckt. Nun, fangen wir doch mal an über den Preis und den Umfang der Kröte zu verhandeln an, die ich da schlucken soll.“

Die Gangrel gab ihre abwehrende Körperhaltung auf, nahm die Arme auf die Seite und stellte beide Füße wieder auf den Boden.

„Ancilla also sagen sie. Akzeptabel mit einem kleinen Zusatz. Die Harypie darf keinen direkten Zugang zu meinem Rang haben. Sonst bin ich den unter Umständen schneller wieder los als ich 'piep' sagen kann und bei aller Liebe und Freundschaft, ich habe keine Lust mich so heftig zu verbiegen.

Zusätzlich brauche ich das Recht auch in die Elysien mit Waffen zu kommen.“ Zum Ende des Satzes hob Sarah schon gleich beschwichtigend ihre Hand. Es schien ganz sicher so, als ob sie noch etwas dazu sagen wollte. „Um es ganz ausdrücklich zu sagen: Es geht mir nicht um das Recht in den Elysien mit Hilfe der Waffen Gewalt aus zu üben. Sie wollen mich aktiv in der Vampirgesellschaft, also werde ich mich auch an diesen Orten sehen lassen müssen. Gleichzeitig werden die kriminellen Vereinigungen in Finstertal auf die Gelegenheit warten, mir eine über den Pelz zu braten. Dafür müssen sie eine Chance nur wittern. Ich kann einfach nicht unbewaffnet durch die Gegend laufen. Anders als Marty bleibe ich endgültig tot, wenn sie es richtig durch ziehen. Damit kommen wir auch schon zum nächsten Punkt. Wenn mich einer der unsrigen angreift, möchte ich das Recht haben nach meinem Ermessen zu schlagen zu dürfen. Ich bin leider nicht so gut, dass ich es mir immer erlauben kann mit nicht tödlicher Gewalt zu kämpfen. Ich werd's sicher nicht so darauf anlegen wie Marty. Seine Spielchen waren genau so beschissen wie die unserer Art, was das anging. Gerade in diesem Geschäft muss ich meine Haut verteidigen dürfen. Da wir vorher noch nicht darüber hatten reden können, liegen meine Waffen jetzt übrigens in der Schublade ihres Schreibtisches.“ Sarah deutete dabei auf die ungefähre Richtung der Schublade, so dass die Prinz sich auch selbst überzeugen konnte, wen sie wollte.

„Und dann kommen wir noch zu einem Punkt, der unter keinen Umständen verhandelbar ist und ein absolutes Muss in unserem Deal.“ Die Prinz konnte einen Blick auf das erhaschen, wie die kleine Gangrel wohl mit der Unterwelt umging. Ihr Gesicht drückte eine Härte aus, die früher nicht in dem Gesicht der Freundin zu sehen war. Ja, die Zeit hatte auch Melody verändert. Sie wirkte das erste Mal an diesem Abend richtig gehend angriffslustig, fast wütend. „Allerhöchstens dürften sie die Summe noch hoch setzen, wenn sie es wünschen. Jede Woche will ich zwei Stunden ihrer Zeit exklusiv für mich. Kommen sie mir nicht mit irgend welchen Ausreden, sie hätten als Prinz zu viel zu tun und könnten mir diesen Preis nicht zu sichern. Ich weiss dass sie einen Arsch voll Arbeit haben. Trotzdem bestehe ich darauf, wenn sie mich in ihrem Team haben wollen. Ich will verdammt sein, wenn ich mich in die Scheisse hier zurück ziehen lasse und dabei auf die einzige Freundin verzichte, die ich vielleicht noch habe. Zwei Stunden sollten reichen, um einfach mal zu klönen, ins Kino zu gehen oder zu tanzen. Wie wir die Zeit genau verbringen, können wir gern im wöchentlichen Wechsel entscheiden. Einmal suchen sie aus, einmal ich. Ohne eine solche Vereinbarung würde ich sie kaum zu Gesicht bekommen und das wissen wir ebenfalls beide. Insbesondere wegen den Regeln der Etikette, die sie einhalten müssen. Wenn sie einen Preis bezahlen, kann niemand sich beschweren, nicht wahr? Wagen sie es also nicht, mir diesen Punkt ab zu schlagen oder mindern zu wollen, Lena... nicht einmal im Ansatz. “
 

Lady Noir

Prinz der Stadt Finstertal
Den kurzen Wunsch breit zu grinsen unterdrückte die Schauspielerin ohne größere Probleme.
Wenn sie nicht lachen wollte, dann lachte sie nicht. Ihre Körperbeherrschung war stärker als jeder noch so plötzliche Reflex.

"Soso!", sagte sie stattdessen. "Unverhandelbare Forderungen gegenüber dem Prinzen! Und du wunderst dich, dass ich darauf bestehe, dass wir uns siezen..."

Auch Lena lehnte sich zurück.
Von einer Abwehrhaltung war bei ihr nicht das geringste zu sehen.

"Also gut, dann will ich dir mal antworten..." Sie sprach absichtlich gestelzt um Melody ein wenig zu trietzen. "Zu allererst, können wir uns meinetwegen auch weiterhin dutzen. Allerdings nur und ausschließlich, wenn wir allein und unter uns sind. Sobald ein weiterer Kainit in Hörweite ist, wirst du mich siezen. Ich wünsche in dieser Beziehung keine Fehler, Ausrutscher oder Missverständnisse. Mit den regelmäßigen Treffen bin ich einverstanden. Dir muss jedoch klar sein, dass ich als Prinz nicht einfach so ins Kino oder tanzen gehen kann. Wir werden uns in diesbezüglich etwas überlegen müssen."

Ein kurzes Nicken, dass unterstrich das Lena sicher war, dass eine Lösung zu finden sein dürfte.

"Die Genehmigung ein Elysium mit Waffen zu betreten wird erteilt. Sie gilt umfassend, nicht jedoch für die Akademie. Wenn du hierher kommst, legst du deine Waffen im Voraum ab. Unaufgefordert und umfassend! Ancilla wirst du bleiben, draum muss ich mich nicht einmal kümmern. Das Wort des Prinzen steht über dem Wort der Harpyie. Du wirst diesen Rang also behalten, ohne dir darüber Gedanken machen zu müssen."

Nun glitt ihr doch ein Lächeln über die Lippen.

"Kommen wir zu meiner Forderung! Ich habe nur eine: Setz meine Gesetze durch und halt dich an die Regeln!"
 

Melody Sarah

Halbgott
Na... Sarah nahm es nicht so ernst damit nicht grinsen zu dürfen und so reichte ihr Grinsen wohl eher von einem Ohr bis zum anderen. Die andere konnte stelzen so viel sie wollte, mit dem 'du' in der anrede kam das einfach nicht so effektvoll rüber.

„Was glaubst du denn, warum ich die Treffen als Preis festsetze und das abwechselnde Bestimmen, was gemacht wird, hmmh? Ich weiss doch genau, dass du ansonsten hinter den Mauern verstaubst, die du um dich herum errichten musst, wenn keiner was dagegen unternimmt. Wer zur Hölle bestimmt eigentlich, dass ein Prinz sich nicht auch mal vergnügen darf, so lang er dabei nicht gleich über die Strenge schlägt? Immerhin will ich dich ja nicht dazu verführen, dass irgend welche Paparazzi dich koksend und besoffen ablichten. Du wirst tanzen, meine Süße und zwar mit mir.“ Sarah zuckte mit einer Schulter. „Dann habe ich zwar n Problem, weil sie alle nur noch auf dich starren und ich daneben verblasse, aber die Männer werden geifern ohne ende. Du brauchst auch mal ne Zeit, wo du wenigstens etwas du sein kannst, selbst wenn ich dich in der Öffentlichkeit siezen muss. Ausserdem fehlt es mir anständig zu tanzen. Ich vermisse es. Du kannst es mir nicht antun, ausgerechnet das zu streichen.“ Bei so manchem Mann wirkten große, flehende Augen. Sarah war darin nicht halb so gut wie die Meisterin vor ihr, dennoch hatte sie ihren ganz eigenen Charme und davon versprühte sie selbst jetzt mal so viel, wie ihr möglich war. In Jeans. Mit von der Arbeit dreckigem Pulli. Wo wir schon bei Dreistigkeiten waren. Irgend wie und irgend wann während des Sprechens war Sarah aufgestanden und plazierte nun ihren Hintern wesentlich dichter bei der Prinz, nämlich auf deren Schreibtisch, ohne dass der noch zwischen den beiden stand. „Ich brauch wirklich die Regel, mich notfalls tödlich verteidigen zu dürfen, Lena. Ich will das nicht ausnutzen und noch viel weniger will ich jemanden umbringen. Aber wenn das nicht Teil deiner Regeln und Gesetze wird, kann ich dir nicht ehrlich versprechen, sie immer ein zu halten und durch zu setzen. Mein Wort kriegst du natürlich so oder so. Und hey.. was das angeht scheine ich dich ja so gut zu kennen, dass ich sie schon umsetze ohne dass du sie vorher explizit aussprechen musst. Immerhin liegen meine Waffen gerade in deinem Schreibtisch hier im Vorzimmer, hmmh?“

Nun, immerhin konnte die Prinz sich einigermaßen sicher sein, woran sie bei der Gefährtin war, die sie sich hier einkaufte. Man konnte kaum sagen, dass sie irgend etwas hinter dem Berg hielt.

Plötzlich verdunkelte wieder ein Stirnrunzeln das Gesicht der Frau, die sich über so manche Regeln hinweg setzte, auch wenn sie sie kannte. „Und nun komm endlich her!“ Sie stand wieder auf und beugte sich zu der Toreador hinunter, wenn die sie nicht deutlich zurück hielt, um sie zu umarmen: „Ich habe dich vermisst, Lena.“, sagte sie leise.
 

Lady Noir

Prinz der Stadt Finstertal
Verflucht!

In der Toreador tobte ein Kampf. Innerlich hin und hergerissen gab sie einem ungewollten Impuls nach und ließ die Umarmung zu. Allerdings nur für einen kurzen Moment. Dann entzog sie sich ihr wieder und sah Melody in die Augen.

"Sarah! Ich bin der Prinz von Finstertal. Ich muss Autorität und Macht ausstrahlen, wenn ich diesen Stuhl überleben will. Überlegenheit, verstehst du? Bei der Masse an Gegnern, die ich habe kann ich mir Schwäche leider nicht mehr erlauben. Ich freue mich sehr, dich endlich wieder zu sehen. Natürlich, du bist meine älteste Freundin in dieser Stadt. Aber wenn ich mich zu sehr auf dich einlasse wird mir das, früher oder später, als Zeichen der Schwäche ausgelegt werden. Verstehst du was ich meine? Nichts würde ich lieber tun, als hin und wieder mit dir tanzen zu gehen. Aber wenn ich das mache, dann als Prinz, als Anführer aller Kainiten Finstertals. Entsprechend werde ich mich verhalten müssen und du ebenfalls. Zumindest immer dann, wenn wir in der Öffentlichkeit stehen."

Sie seufzte und wies der Gangrel wieder den Stuhl zu.

"Setz dich wieder... bitte! Gib mir ein paar Nächte, all das hier zu regeln und einigermaßen Fuß zu fassen. Danach reden wir über unseren ersten Ausflug ins Nachtleben. Ok?"
 

Melody Sarah

Halbgott
Hmmmh. Das hier würde ein schwerer Fall werden, als Sarah gehofft hatte. Aber die Nuss war knackbar und hatte auch keine so verflucht feste Schale, wie es hätte sein können. Mit einem etwas traurigem Lächeln ging die Gangrel wieder zu ihrem Stuhl. Ja, sie ging und drehte sich nicht einfach mit ihrem Hintern über den Schreibtisch um wieder nach drüben zu kommen. Das war doch nett, oder? Sie musste Lenas Nerven nicht noch mehr strapazieren. Wenig andere Personen hätten von Sarah derzeit so viel Entgegenkommen zu erwarten wie die Prinz.

„Natürlich bekommst du alle Zeit von mir, die du brauchst, Lena. Unsere ersten Treffen müssen auch nicht gleich in die Nachtwelt gehen sondern können auch zu hause sein. Du weisst, dass ich Erziehung genossen habe. Ich kann mich benehmen, wenn ich will. Ich will nur meistens nicht. Aber die meisten mit denen ich umgehe, sind mir auch herzlich egal. Du bist es nicht. Ich verspreche dir, dass ich dich für die nächsten zehn Jahre in der Öffentlichkeit ganz Prinz sein lasse und nicht versuchen werde, dich aus deinem Schneckenhaus zu locken. Nach dieser Zeit schauen wir uns die Situation gemeinsam an und wenn du mehr Zeit brauchst um dich zu etablieren, dann bekommst du sie auch. Ich habe nicht vor dich zu sabotieren Lena. Oder kannst du dir vorstellen, dass es irgend wo eine andere Stadt gibt, wo sie mich in Ruhe lassen würden oder so leicht in eine Position, wie du sie mir jetzt anbietest? So blöd das klingt, aber es ist auch in meinem Interesse, dass du Prinz bleibst. Andere stellen abgesehen von deinem Mann vielleicht für mich höchstens schlechtere Alternativen dar. Und da kommen wir schon gleich zu meiner nächsten Bitte.

Ich bitte meine Prinz darum im privaten Umfeld stets offen und ehrlich zu ihr sein dürfen, auch wenn es vielleicht manchmal etwas unangenehmer wird und unter normalen Umständen als schlechtes Benehmen gewertet werden würde. Meine kurze Zündschnur hatte ich schon als Mensch und ich möchte mich dir gegenüber einfach nicht verstellen müssen.

Es tut mir leid, dass ich so sehr darauf drängele und ich ahne nichts Gutes für mich, weil du die Beantwortung meiner Frage bereits zwei Mal ausgelassen hast. Ich brauche die Erlaubnis für tödliche Gewalt gegen unsereins im Verteidigungsfall, meinetwegen auch mit der Auflage, derartige eingetretene Situationen von selbst zu melden und bekannt zu geben. Du weisst, dass sich nicht immer alle der unseren an die Gesetze der Camarilla halten, nicht mal die, die der Sekte angehören.“

Ein echtes, verschmitztes Lächeln zuckte über Sarahs Lippen. „Und wenn du es für angebracht hältst, dann sind für alle anderen unsere wöchentlichen Treffen kein Preis, den ich gefordert habe, sondern eine Bedingung, die du gestellt hast. Ich kann mich darüber sogar beschweren und drüber motzen, wenn es in deinem Sinne wäre. Denk drüber nach und nimm dir Zeit um zu entscheiden, was in dieser Hinsicht das Beste ist. Wir müssen nicht alles heute in trockene Tücher bekommen. Oh... in welchen Clan werde ich denn dieses Mal eigentlich gesteckt?“
 

Lady Noir

Prinz der Stadt Finstertal
"Das du so bist, wie du bist, war der Grund warum ich mich entschieden habe, dir die Aufsicht über alle Waffen zu geben. Meinetwegen kannst du auch tödliche Waffen nutzen. Allerdings nur bis auf weiteres. Ich muss mich diesbezüglich mit den neu einzusetzenden Sheriff und Geißel besprechen und werde mir ihre Meinung zu diesem Schritt anhören. Sollten sie gute Gründe gegen meinen Entschluss anführen können, ist es Möglich, dass ich die Erlaubnis zurück ziehe. Ich gehe jedoch nicht davon aus..."

Zufrieden stellte die Toreador fest, dass sich Sarah zurück in den Stuhl setzte.

"Wenn wir privat sind, darfst du mir alles sagen was du möchtest! So machtversessen bin ich nicht, dass ich Kritik von außen nicht ertragen könnte. Und ich verspreche dir auch eines, wenn ich in zehn Jahren noch immer hier sitze, können wir machen wonach immer dir auch der Sinn steht. Wer zehn Jahre in einer Stadt wie dieser überlebt, und das noch als Anführer, der wird sich wohl um nichts mehr Sorgen müssen."
 

Melody Sarah

Halbgott
Sarah zog die Nase kraus. „Mist! Ich hätte ein Jahr sagen sollen!“ Sie zuckte mit einer Schulter: „Auf der anderen Seite war mein erster Impuls einhundert Jahre, also passt das schon irgend wie, denke ich.“

Wieder kaute die Gangrel ein wenig auf dem Inneren ihrer Lippe, bevor sie weiter sprach. Inzwischen waren ihre Beine locker übereinander geschlagen und sie hatte sich auf dem Stuhl zurück gelehnt. Sie hatte es sich schlicht bequem gemacht. Nachdenklich glitt ihr Blick etwas beiseite. Sie sprach deutlich leiser als zuvor und ihr Blick fand erst während des Sprechens irgend wann den der Toreador vor ihr. „Weisst du, ich tue das nicht nur für dich. Ich mein, ich weiss, dass du jemanden brauchst, der dir hilft auch im alltäglichen zu bleiben, bei den kleinen Dingen, den Freuden.“ Sie lächelte kurz, doch das Lächeln drückte keine Freude aus sondern eher Traurigkeit. „Ich brauche das ungefähr genau so sehr wie du.“, bekannte sie leise. „Ich habe mir selbst ausgesucht, was ich tue und ich will es auch nicht anders, versteh mich bitte nicht falsch. Aber ich wünsche mir sehr einen Ort, wo ich nicht das coole und harte Miststück sein muss und ich hoffe sehr, dass ich es bei dir sein kann, dass wir beide uns Gegenseitig ein wenig Luft zum Atmen geben können in unserer Welt.“ Wieder rutschte der Blick Sarahs weg und dieses Mal atmete sie tief ein und setzte sich aufrechter hin, wischte irgend wie fast unangenehm berührt von ihrem Geständnis die Worte mit dem Wechsel ihrer Körperhaltung beiseite, lächelte wieder etwas in ihrer alten Art und sprach in normaler Lautstärke in befreiendem Ausatmen weiter.

„So, und wen hast du für den Job des Sheriffs und der Geißel auserkoren?“
 

Lady Noir

Prinz der Stadt Finstertal
"Lass uns einfach abwarten, was die Zeit bringt!"

Es würde sich zeigen, ob die beiden alten Freundinnen sich im Tod noch immer so gut verstanden, wie zu Lebzeiten. Viel hatte sich verändert und beide hatten viel erlebt. Wenigstens teilten sie das Talent, sich in die vollkommen falschen Männer zu verlieben. Wobei... andersherum gesehen, war es doch genau diese Liebe, die sie zu dem gemacht hatte, was sie heute waren. Es hätte auch schlimmer kommen können.

Lena besann sich wieder auf das Gespräch.

"Ich habe meine Favoriten, werde diese Entscheidung jedoch dem Rat überlassen. Ich denke, dass es ein wichtiger Teil des Friedensprozesses ist, dass allen Clans die Möglichkeit eingeräumt wird, den besten Kandidaten zu bestimmen. Wo wir gerade bei den Clans sind, Sarah..."

Der Blick der Prinz wurde bedeutungsvoll.

"...du fühlst dich nach wie vor keinem Clan zugehörig. Nach Ashtons Tod hast du dich komplett aus dem offiziellen Teil unseres Daseins zurückgezogen und bist untergetaucht. Dir ist hoffentlich klar, dass ich diesen Zustand nicht beibehalten kann? Nicht wenn du ein offizielles Amt ausfüllen willst. Ich habe diesbezüglich also ein paar alte Anordnungen gelesen und in alter Korrespondenz geblättert. Vor ziemlich genau zwei Jahren wurdest du durch den damals verantwortlich regierenden Seneshall, Nikolai Andréjewitsch Kurágin den Ventrue zugesprochen. Mit dem vertorbenen Ashton Price als Erzeuger und Erziehungsberechtigtem. Alle entsprechenden Formulare wurden ausgefüllt und durch die damals verantwortlichen Ahnen bestätigt, verbrieft und gesiegelt. Rein nominell bist du also tatsächlich eine allgemein anerkannte Ventrue. Ich habe vor, es dabei zu belassen und möchte dich bitten dich noch heute Nacht bei deinem Primogen, dem derzeitigen Sheriff Moishe BenLevi zu melden."

Das aufbrausende Temprament ihrer alten Freundin kannte Lena nur zu Genüge, beschwichtigend hob sie die Hand.

"Ich weiß, du bist gebürtige Gangrel! Aber gezeugt durch einen Anhänger des Sabat. Wenn ich zulasse, dass du dich deiner tatsächlichen Wurzeln besinnst, wirft das Fragen auf. Fragen Melody, die Finstertal nach alles was in den letzten Wochen geschehen ist, nicht beantworten kann. Die Reaktion der Prinzen aus den umliegenden Städten würde erschreckend heftig ausfallenm, ich kenne die Bande. Nicht unwahrscheinlich, dass dein Kopf gefordert würde. Ein Sabatvampir in Finstertal ist das letzte, dass wir derzeit gebrauchen können.
Die Caitiff wären vielleicht eine Möglichkeit doch mit Verlaub, dies ist ein Problem dass mir schon jetzt graue Haare wachsen lässt, metaphorisch gesehen natürlich. Der Clan ist einer der stärksten in der Stadt und hat dabei nicht einmal eine richtige Existenzberechtigung. Ich habe nicht vor, ihn noch weiter erstarken zu lassen."

Es folgte ein Nicken, dass ihre Worte unterstreichen sollte.

"Mein Entschluss steht also fest: Sarah Schmidt, von dieser Stunde an bist du Teil des Clans Ventrue. Dein Erzeuger heißt Ashton Price und er ist es auch, der dich erzogen hat. Die Primogena Melissa del'Abricotier sprach dich damals frei und ernannte dich zur Neonate und erkannte dich als vollwertiges Mitglied des Clans an. Das stimmt zwar nicht, da die Gute allerdings verstorben ist spielt das keine Rolle, solange die Akademie es bestätigt. Ich selbst habe dich soeben im Rang einer Ancilla erhoben, damit dürfte deine Familiengeschichte komplett sein. Was die wichtigsten Fragen angeht zumindest."
 

Melody Sarah

Halbgott
Sarah entgleiste das Gesicht und ihre Prinz konnte sehen, dass der Gangrel, erm, nein Ventrue die Worte gar nicht gefielen, die sie da hörte. Erstaunlicher Weise geschah das nicht in dem Moment, als Lena Melody den Ventrue zu ordnete. Die Prinz achtete wahrscheinlich auf jedes My Reaktion von Sarah und konnte so den exakten Moment bestimmen. Nein, Sarah hatte ja selbst den Clan offen gelassen und danach gefragt, ihrer Prinz damit die Wahl gelassen, sie dahin zu setzen, wo sie Sarah am meisten brauchen konnte. Sie hatte wohl gewusst, dass sowohl die Gangrel als auch die Ventrue für sie in Frage kamen je nachdem, wo der politische Wind gerade her wehte.

Die Sekunde, in der ihr Gesicht entgleiste, war die, als der Name Moishe Ben Levi fiel und das nicht nur als Primogen sondern auch noch als Sheriff.

Sarah stöhne leise auf und legte ihre Stirn in ihre Hand. Lange dauerte das nicht. Ihre Hand glitt über ihre Gesicht, während sie das Gesicht wieder anhob.

„Lena...“, hob sie in einem Seufzen an. „Du hast diesen Lackaffen zu mir geschickt, um mich zu dir einzuladen. Kannst du dir vorstellen, wie freundlich ich den gerade empfangen habe?“

Schon schlich sich wieder ein spitzbübisches Lächeln in Melodys Gesicht. „Der wird kotzen, wenn er das erfährt.“ Dann wurde ihr Gesicht fast schlagartig wieder ernster. „Und du wirst ihn unter Umständen einnorden müssen. Du weisst noch vor ein paar Tagen als Zach wieder in die Welt kommen wollte? Ich traf ihn da quasi in der Vergangenheit. So ne dämliche Schleife, in die uns dieser Miesepeter gesteckt hatte, um uns von der Realität fern zu halten. Ich habe mich ihm da als Stadtgangrel vor gestellt. Er weiss aber auch, dass ich auf Geheiß des damaligen Prinzen von den Ventrue aufgenommen wurde. Er hatte nix davon gesagt, dass er Primogen ist, sondern sich nur als Ancilla der Ventrue vorgestellt. Ist er inzwischen dann auch Ahn?“ Die Gangrel dachte etwas nach. „Helena war auch da bei, ein Kai Braun, ein Gangrel namens Steven und ein Iain Finnlay. Das war'n alle mein' ich. Oh, was freu' ich mich auf das Telefonat mit dem lieben Moishe. Aus was für 'nem Holz ist der Kerl denn geschnitzt? Auf Despektierlichkeit reagiert der jedenfalls mit um so korrekterem Verhalten.“
 

Lady Noir

Prinz der Stadt Finstertal
"Kann ich, aber da musst du wohl durch!"

Ein verschmitztes Lächeln.
So war das eben, wenn man eine große Klappe hatte, manchmal brachte sie einen in Teufelsküche.

"Wegen dieser Zacharii-Geschichte mach dir mal keine Gedanken! Niemand weiß wirklich, was in diesen Nächten wahr gewesen ist und was ein Trugbild oder Traum. Wenn dich irgendwer dort getroffen hat, kann er ja nicht einmal genau sagen ob das wirklich die Vergangenheit war oder ihr nur einer Illusion aufgesessen seid. Auch was dort gesprochen wurde kann vorgetäuscht sein. Vielleicht hast du Moishe dort getroffen, vielleicht glaubst du das nur? Auf solche Hirngespinste wird dich niemand festnageln können. Offiziell bist du Ventrue und bleibst es. Wenn dich jemand auf die Ereignisse anspricht, leugnest du dort gewesen zu sein, weil es tatsächlich möglich ist, dass es sogar stimmt. Machen wir keine Probleme an Stellen wo sie nicht hingehören. Ok?"
 

Melody Sarah

Halbgott
„Passt schon, ich werde das das irgend wie hin kriegen. Und das Leugnen geht für mich in Ordnung. Immerhin stimmen die Papiere ja bereits.“ Sarah winkte ab. „Aber Süße, dafür, dass du mich zu denen steckst, schuldest du mir noch irgend was zusätzlich. Weisst du von diesen fürchterlichen, steifen Treffen, die die immer abhalten zu denen du mich hier verurteilst? Und das mir.“ Sarahs Strin legte sich in tiefe Falten. „Du bist wirklich gehässig, echt mal? Nur, weil du keinen Spaß mehr haben kannst, vermiest du mir auch noch gleich meinen!“ Lena gelang es wahrscheinlich unschwer zu erkennen, dass Sarah nur sehr gespielt und etwas übertrieben schmollte. Ernsthaft böse war die Gangrelventrue ihrer Prinz bei weitem nicht. „Du hast doch bestimmt eine von diesen aktuellen Anmeldeakten hier wo die Telefonnummern von gestern alle drin stehen. Kannste eine davon für mich entbehren, damit ich einigermaßen auf dem aktuellen Stand bin?“, kam sie dann auch schon gleich wieder zur Sache.
 
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