Shadowrun 5e

Black Hammer [18.05.2008] Am siebten Tage sollst du ruh'n

Dieses Thema im Forum "Industriegebiet Ost" wurde erstellt von Drakun, 10. Juli 2014.

  1. Drakun

    Drakun Pflanze

    Er musste gar nicht tun. Denn unabhängig wie genau er reagiert hätte, Marta hatte ja schon einige Momente zuvor beschlossen das Spiel mitzumachen. Dies stellte sich am Ende sogar ein Stück einfacher heraus als angenommen, rückte er doch ein Stückchen ab und begann zu lachen. Ist das jetzt wirklich so lustig? In jedem Fall war sein Lachen tatsächlich ansteckend und auch ohne den Witz zu kennen - obwohl sie ihn wohl selbst ausgesprochen hatte - schaffte es den Sprung. Die junge Frau blieb dabei natürlich respektvoll und brach nicht gleich in vollständiges Gelächter aus, doch es war keinesfalls nur der Höflichkeit geschuldet. Daher wurde der Eindruck eines jungen Pärchens, dass sich prächtig amüsierte weiter verstärkt.

    Der Ahn schien etwas an der ganzen Sache äußerst komisch zu finden und Marta konnte sich bloß denken, dass es wohl eher mit Jennys Einstellung als ihre Herkunft zu tun hatte - immerhin gab es den 'Clan' schon vor Enios Abreise. Dieser 'Witz' sollte ihm also schon bekannt sein. Jennys neuer Posten wohl eher nicht. Eigentlich auch nicht zu erwarten. Außer natürlich sie, Helena oder ein anderer Clanloser hätte es sich zur Aufgabe gemacht, die Neuigkeit so schnell wie möglich unter die Leute zu bringen. Wenn Pareto schon so reagiert - was wird dann erst der Prinz sagen? Marta hätte gerne einmal Mäuschen gespielt. Im schlimmsten Fall erfährst du es nachher eh. Auch wenn sie vermutlich nichts mit der neuen Machthaberin zu tun haben und eher im Vorzimmer abgestempelt werden würde.

    Aber im Moment saß sie noch im Hammer, zusammen mit einem der Ältesten, umgeben von jungen Leuten, die zum Wochenabschluss noch einmal auf Party machen wollten und diesen wohl für ihr Date hielten. Musik spielte, Getränke flossen und auf der Leinwand war Christopher Lee dabei ein Mädchen zu vernaschen - selbstverständlich nach bester Vampirart. Solche Szenen mochten auf manche Blutsauger eine spezielle - in gewisser Hinsicht erotisch-pornographische - Wirkung besitzen, doch Marta interessierte sich mehr für die echten Herrschaften in Raum. Allen voran, den aufgeheiterten Italiener direkt vor ihr, der langsam die Fähigkeit zurückgewann fließend zu sprechen.

    "Selbstverständlich, obwohl ich damit warten würde, bis der Prinz das auch wirklich abgesegnet hat. Sie kennen sich gut? Dann dürften sie ja wunderbar miteinander auskommen."

    Keine direkte Nachfrage, aber die Aussage tangierte das Thema offensichtlich. Sicherlich war klar, dass sie den Grund für seine plötzliche Heiterkeit erfahren wollte - Vermutungen hatte sie so einige - doch respektierte sie seine Aussage. Was sie natürlich nicht daran hinderte das Thema weiter zu umkreisen und darauf zu hoffen, dass sich der Ahn letztlich doch verplapperte.
     
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  2. Discordia

    Discordia B! scheuert

    Enios Heiterkeit hatte tatsächlich noch einen Nachhall und verpuffte nicht sofort. Auch jemand wie der Brujah wußte es durchaus mal zu schätzen, wenn etwas wirklich lustig war und man sich darüber amüsieren durfte. Jenny selber hätte es warscheinlich überhaupt nicht so lustig gefunden, wenn sie mitbekommen hätte wie sich Enio darüber ausgeschüttet hatte und sie hätte sicherlich gleich wieder so eine politische Sache daraus gemacht. Ja die armen Anarchen, die keiner so richtig für voll nahm und die man immer anhören müßte um sich ein Bild zu machen was unter dem Volk so für Stimmung herrschte und was geredet wurde. Den Turiner interessierte das alles eigentlich einen Dreck und kümmerte sich nie um Politik… wenn sie nicht ihn selber betraf. Leider war das in den letzten paar Wochen der Fall gewesen. Daher hatte Enio momentan einen Overflow was diese Art von Themen anging. Lieber einen Feind den es zu bekämpfen gab. Aber auf dem Schlachtfeld und nicht im Fegefeuer der politischen Intrigen und Machtkämpfe.

    „Schätze mal, daß sich Noir… Verzeihung ich meinte Prinz Cruiz nicht leisten möchte jemand wie Jenny zu vergraulen und sie mit nem Tritt auf die Straße zu befördern. Sie hat auf jeden Fall als Anarchin sehr viel für die Stadt getan und mehrmals ihren Arsch für das Kaff hingehalten.“ Und sie wird ihn heute Nacht wieder riskieren müssen. Enio war sich sicher, daß Jenny ihm nicht abschlagen würde erneut Schützenhilfe zu leisten. Sie hatte ihm versichert, daß er sich auf sie verlassen könne und Enio hatte bisher noch keinen Anhaltspunkt entdecken können um an ihren Worten zu zweifeln. Sie war zwar eine verdammte Zicke und genauso impulsiv wie unberechenbar und nervtötend aber sie stand zu ihrem Wort. Schon alleine deswegen hatte sie ein Stein im Brett bei Enio. Dennoch würde er sie beobachten und immer wieder hinterfragen ob sie ihre neue Macht für ihre eigenen politischen Ziele benutzen würde um wieder am Fudament der Camarilla zu sägen. Eine Tätigkeit, die die Clanlose sicher nicht so einfach aufgeben wollte.

    Die Beziehung zu Jenny wollte Enio aber nicht zu sehr gegenüber Marta vertiefen, daher folgte lediglich ein knappes „Ja durchaus“, auf ihre Frage ob er Jenny gut kennen würde. Im Gegenzug nahm er sich aber heraus selber etwas nachzufragen. „Und sie? Hatten sie denn schon die Gelegenheit Frau Färber etwas genauer kennenzulernen. Als clansloser hat man hier in Finstertal durchaus die Möglichkeit sich etwas besser zu organisieren und entfalten. Nicht wahr?“ Er wußte zwar wohin er Marta jetzt stecken mußte aber bei den Caitiff war immer schwer zu erraten bei welchem Blut sie ihren Ursprung hatten. Marta war jedenfalls völlig anders als Jenny und das sprach in manchen Dingen durchaus für sie. Wer wußte schon wie sonst ihr erster Kontakt verlaufen wäre. Jenny und Enio waren sich jedenfalls gleich mal an die Gurgel gegangen. Man konnte sich aber durchaus einfach mal nett und vernünftig unterhalten. Das Leben war vielseitig und das Unleben mindestens genauso.

    Enio sah erneut auf die Uhr. Er unterhielt sich zwar ganz gut mit Marta aber er würde sie wohl demnächst alleine lassen müssen. Auf der Leinwand war gerade eine schwarzhaarige, knackige Vampirin zu sehen, die in schwarzem Lackkostüm mit vollautomatischen Waffen auf Werwölfe schoß. Enio mußte dabei sofort wieder an Jenny denken auch wenn sie sicherlich andere Waffen bevorzugen würde aber es gab eine gewisse Änlichkeit. Akustisch wurde die Szene untermal mit der Titelmusik von „Only lovers left alive.“ Der Witz entging Enio jedoch.
     
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  3. Drakun

    Drakun Pflanze

    Keine Information darüber, aber doch etwas verwertbares. Noir... hast du schonmal gehört, oder? Jedenfalls war sich Marta ziemlich sicher, der neuen Machthaberin noch nicht über den Weg gelaufen zu sein. Vom Archontenball konnte sie sich an kein Gesicht erinnern. Scheint so als hängt die Dame wirklich an den Erstgeborenen. Natürlich gab es mehrere Deutungen für Paretos Kommentar, doch er schien zuversichtlich, dass sie Jenny nicht abweisen würde. Ein weiterer Schritt vorwärts! Was er zu Jenny sagte, war - vermutlich unabsichtlich - ebenso doppeldeutig. Hat sie viel für die Stadt getan, als sie Anarchin war oder weil sie Anarchin war? Schwer zu sagen. Dafür kannte Marta den Alten einfach zu schlecht. In jedem Fall sah er die designierte Älteste der Clanlosen als verdientes Mitglied der Gesellschaft.

    "Wir sind uns ein paar Mal über den Weg gelaufen. Eigentlich war sie die erste Person, die ich hier überhaupt getroffen habe. Das war hier vor dem Hammer, obwohl wir derzeit nicht wussten, dass wir zur selben Gruppe gehören."

    Ein Schmutzeln in ihrem ohnehin gut gelaunten Gesicht verriet, dass der Erstkontakt wohl auch nicht ganz uninteressant verlaufen war. In der Tat - die ersten Worte Jennys, die Marta vernommen hatte, waren Flüche gewesen, die sie ihrem Fahrer hinterhergeschleudert hatte. Nicht zu unrecht - Jens hatte es tatsächlich verdient und schließlich war er immer noch Jens. Verdammter Schleimer, hauptsache du gefällst Herrchen... Wäre durchaus nicht verkehrt, wenn Jenny Mister Superwichtig in die Pfoten bekommen hätte. Solange sie ihn nicht kaputt macht. Johann würde ihn ersetzen - vermutlich durch jemand kompetenteres - aber gefällen würde es ihm sicherlich nicht. Das hübsche Gesicht nahm einen leicht nachdenklichen Ausdruck an Organisieren und entfalten? Vorsicht jetzt! Der Ahn schien - nach eigener Aussage - gut mit Jenny auszukommen, doch das musste noch lange nicht heißen, dass er den Clanlosen im Allgemeinen wohlgesonnen war.

    "Das ist nicht so leicht zu beurteilen. Als ich hier ankam, wurde ich Herrn Trapper anvertraut, die Sache mit dem 'Clan' ist ja erst durch die Archonten zustande gekommen. Vielleicht hilft es, dass die Strukturen hier nicht ganz so in den Stein gemeißelt sind."

    Die junge Frau zuckte mit den Schultern. Sie ließ offen, ob sie damit die Schwankungen in der Bevölkerung und damit verbundenen Chancen oder die allgemeine Akzeptanz meinte. Schließlich war auch das einer der Gründe für ihre Anwesenheit: Niemand wollte eine Clanlose auf seinem Gebiet wissen - zumindest nicht ohne bedeutende Gegenleistungen. Und das Glücksrittertum betrifft wohl nicht nur junge Vampire ohne Stammbaum. Ja, die besseren Chancen reizten sicher - kamen aber nicht ohne Risiko.
     
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  4. Discordia

    Discordia B! scheuert

    Enio hörte zu und nickte sogar einmal. Völlig ohne Bedeutung und Aussage aber irgendwie freundlich. Womöglich würde Marta noch die Gelegenheit haben mit jemand über Enio Parteo zu reden und derjeniger mochte vielleicht sagen, daß Pareto ein Miesepeter ohne Sinn für Humor und netten Umgangsformen war. Die hübsche Clanlose könnte das warscheinlich nach diesem ersten Kennenlernen mit dem Brujah Ahn nicht bestätigen und würde sich unter Umstäden vielleicht sogar ein bißchen wundern. Nun... vielleicht hatte sie ja auch nochmal die Gelegenheit Enio Paretos andere Seite kennenzulernen. Falls es die überhaupt gab!

    „Wer weiß... womöglich spornt es ja andere Prinzen in den umgebenden Städten an es ähnlich zu halten wie hier. Falls es sich bewährt.“ Dieses falls war natürlich eine Einschränkung aber so wie man interpretieren konnte, war der Italiener wohl kein erzkonservativer Traditionalist, der am liebsten alle clanslosen ausrotten wollte. Oder er gab es nur vor. Grund paranoid zu sein gab es in der Gesellschaft der Kainskinder immer genügend.

    „So wie es aussieht hat jedenfalls unser neuer Prinz keinen Grund an der bisherigen Situation etwas zu ändern und will es offenbar so belassen. Vorerst!“ Schon wieder dieses Vorsichtige und Einschränkende. Klar... diese Sache mit den clanlosen als eigener Clan oder wie auch immer man das bezeichnen sollte war neu und niemand konnte abschätzen wie sich das entwickeln würde. Nach Enios Meinung war jedenfalls Jenny Färber zur Primogena zu machen der erste Schritt dahin das ganze kollabieren zu lassen. Vielleicht täuschte sich Enio ja auch aber er glaubte nicht an eine konstruktive Zeit mit „Frau Färber“ als Quarterback der Caitiff. Jedenfalls nicht innherhalb der Statuten der Camarilla. Aber vielleicht entwickelte sich Jenny ja. Enio würde sich überraschen lassen.

    Ein kurzer Blick auf die Leinwand – was immer der Brujah-Primogen da auch erkannt haben mochte – und Enio erhob sich abrupt. „Signora Hagen. Ich hab noch n`paar Dinge zu erledigen und muß sie leider alleine lassen. Amüsieren sie sich noch ein bißchen hier. Wir werden uns sicher wieder über den Weg laufen.“ Der Abend hätte sicher noch etwas längern dauern können und unter Umständen wären Marta und Enio noch auf interessante Gesprächsthemen gekommen und hätten sich womöglich doch noch über den ehemaligen DJ des Hammers unterhalten. So war die Unterhaltung aber recht abrupt beendet und der Terminkalender des Ahn sah kein längers Pläuschen mit der Clanlosen vor.
     
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  5. Drakun

    Drakun Pflanze

    Die belässt es wohl eher deswegen, weil sie sich sonst noch mehr Probleme macht. Dass sie damit den 'Pöbel' verärgerte war nur der naheliegendste Faktor. Neben der Erzeugung einer gewissen Unruhe würde es sicherlich genügend Vampire geben, die daraus einen Vorteil schlagen und die Position der recht jungen Herrscherin nachhaltig schwächen konnten. Besser wenn, sie uns erstmal ruhig hält. Langfristig würden sie es wohl nicht leicht haben. Die Ankunft von Michael und Vicente hatte bereits gezeigt, wozu eine Quasi-Anerkennung der Clanlosen führen konnte. Da haben die Archonten ganze Arbeit geleistet. Von Martas Seite aus ein Schritt in die richtige Richtung - doch nun galt es den Schritt zurück zu verhindern.

    Für weitere Ausführungen blieb kein Raum, da Pareto scheinbar einen akuten Anfall von Termindruck bekam. Audienz beendet, oder wie? Der Clanlosen sollte es recht sein, denn dann konnte sie sich - neben ein bisschen Spaß - um den eigentlichen Grund ihres Besuches kümmern - eben jenen DJ. Marta stand es jedenfalls nicht zu, den Ahnen in irgendeiner Weise aufzuhalten und nach Mahler zu fragen - es gehörte sich einfach nicht. Vor allem, weil sie eben nicht sicher war, wie der Alte dazu stand. Also war alles, was Enio von ihr bekam noch ein umwerfendes Lächeln zum Abschied.

    "Danke - ihnen auch noch eine schöne Nacht, Signor Pareto!"

    Auch wenn sie selbst ebenfalls nach oben wollte, blieb sie noch kurz im Raum und besah sich die Leinwand. Ein an der Decke hängender Mann stürzte sich auf zwei junge Frauen. Die Bedienung, die sich ihr näherte, wurde abgewunken. Er hatte durchaus einiges zu bieten, doch war es einfach der falsche Ort. Szenen aus einen Film, der älter sein musste als Marta selbst, gefolgt von Szenen eines Filmes, der sicherlich älter war, als ihre Existenz als Vampir. Sie ertappte sich wie sie noch einmal nach der Bedienung sah - glücklicherweise bekam dieser nichts davon mit. Als eine Frau eher unsanft gegen ein Objekt genagelt wurde, entschied sie, dass es Zeit war die Stufen hinauf zu steigen.

    Oben angekommen lief sie, ohne große Eile, nach rechts. Das Hammer hatte sich ganz gut gefüllt, die Sichtweise war also beschränkt. Die Tür fand sie trotzdem - ganz ohne Anstengung, da der Strom sich unter anderem auch in diese Richtung bewegte. Bässe dröhnten ihre entgegen, Menschen tanzten, lachten, tranken. Es roch nach Beute. Nur gucken - nicht anfassen! Leichter gesagt als getan, wenn sie voran kommen wollte. So wie Vampire die Tendenz hatten ihre Art und ihren Einfluss zu überschätzen, so hatten Sterbliche die Tendenz... im Weg herum zu stehen. Nun hatte Marta zwar keinesfalls Berührungsängste, doch half das nicht gerade gegenüber dem Gedanken, dass sie eigentlich auch mal wieder etwas vertragen konnte. Der DJ war offensichtlich eine DJane und hörte damit sicherlich nicht auf den Namen Fabian Mahler. Hinweise auf 'DJ deSade' konnte sie momentan keine entdecken. Nachher... Zunächst betrat sie - vorbei an einem appetitlichen Jungen - die Tanzfläche.
     
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  6. Drakun

    Drakun Pflanze

    Einge Zeit später tauchte die junge Frau wieder aus der Menge auf. Der Junge stand immer noch - oder schon wieder - an der gleichen Stelle. Die Vampirin musterte ihn unaufällig im Vorbeigehen. Zu jung. Eigentlich nicht weiter bedeutsam, sie war weiterhin fest entschlossen, hier nichts zu tronken. Zumindest nichts nahrhaftes - denn im Moment kämpfte sie sich so langsam durch die Menge, Ihr Ziel wirkte wie ein Arrangement aus weißem Plastik hinter dem Personen Flaschen durch die Gegend warfen. Die Bar war gut besucht - was ihr eher weniger gelegen kam. Der ein oder andere Gast konnte durchaus eine Ablenkung darstellen und gute Vorsätze in Gefahr bringen. Natürlich nur theoretisch - Marta war alt genug, sich unter Kontrolle zu haben. Sollte jemand unbedingt eine Blutspende abgeben wollen, so musste es schon ein Casanova sein, der alle Register zog.

    Flirtversuche wurden zunächst erwidert, jedoch mehr zum Vergnügen als wirklich ernsthaft. Aufmerksamkeit erregen ja - schnell einen Begleiter finden nein. Marta hatte im Moment drei Ziele. Sie wollte an die Bar, sie wollte ein Getränk und sie wollte es selbst bestellen. Danach wäre sie auch für die Kundschaft offen. Zumindest die "Stammkundschaft". Irgendjemand wird wohl diesen Mahler kennen. Zunächst benötigte sie einen geeigneten Platz an der Bar: frei, umgeben von Frauen oder Pärchen und bedient von einem vorzugsweise männlichen und gesprächsbereiten Barkeeper. Mensch ist das warm hier - da kannst du fast ausgezogen kuscheln, ohne dass jemand etwas merkt. Gut, das war vielleicht etwas übertrieben, doch durch den Mangel an Scheiß hatte sich ihre Haut angenehm erwärmt. Die Menschen, an denen sie sich vorbeischob, würden zumindest keine auffällige Kühle bemerken.
     
  7. Grinsekind

    Grinsekind Antonin Philippe Tesnos

    Es gab nicht viel Moeglichkeiten ueberhaupt an die Bar zu kommen um etwas zu bestellen oder ein kurzes Wort mit einem der Barkeeper zu wechseln. Entweder standen sich die Leute die Beine in den Bauch und warteten auf ein Getraenk, oder man sass, stand oder hing an der Bar und lies Blicke gen Tanzflaeche schweifen. Als sich eine kleine Luecke bildete wollte man solch eine Chance sogleich nutzen.
    Doch der Barkeeper nickte einem nur zu und nahm mit gesenktem Kopf die Bestellung entgegen. Um sich mit dem Personal zu unterhalten war es zu laut - und zu voll. Der Laden brummte!

    Einmal einen Platz erobert, wollte man den allerdings auch nicht so schnell wieder hergeben, und ploetzlich erklaerte sich die Menge, die den Tresen als zweites Wohnzimmer zu nutzen schien. Wo besser als hier hatten man einen kompletten Ueberblick auf das Geschehen UND konnte nach eigenem belieben Getraenk nach Getraenk bestellen?
    Waere da nicht dieses exzessiv rumknutschende Paerchen, das mit viel kussuntermalendem Hueftschwung einem immer wieder in die eigenen Lenden boxte. Der eine Kerl passte hervorragend in den Abend, trug langes schwarzes Leder, mit einigen Netzaccessoires, die Haare wild vom Kopf abstehend. A classic bat cave.
    Der andere jedoch schien eher schlicht gekleidet zu sein - zumindest im Vergleich zu dem restlichen Publikum. Schwere rostbraune Stiefel, enge Jeans, ein schwarzes Poloshirt und kahl-rasierte Haare. Wer sich mit Szenen auskannte konnte auch diesen Herrn verordnen.

    Normalerweise wuerde man dies Paar einfach ignorieren, oder immer mal wieder einen genervten Blick zur Seite werfen. Doch in einer der kurzen Knutschpasen konnte Marta eine paar Wortfetzen ueber die Musik mithoeren:
    "...auch gute Musik...
    ...schon aber DJ...
    ...ewig nicht mehr...
    ...den Mahler letztes Mal gese...
    ...leicht Berlin? New York? Ist doch e...
    ...war ganz anders..."
     
  8. Drakun

    Drakun Pflanze

    Es dauerte seine Zeit und das Ergbenis war eher ernüchtend. Nicht das Getränk - dieses war äußerst schmackhaft, für ein normales Getränk zumindest. Doch der Barkeeper war zu sehr in Eile und ließ sich nicht in ein Gespräch vermitteln. Auch gut... Marta tat es der Meute gleich und blieb auf dem ergatterten Platz sitzen, warf einen Blick auf das Geschehen und nippte an ihrem Glas. Ganz schön gute Sicht von hier. Ob ihr das etwas brachte war noch nicht ganz klar, doch zumindest konnte sie... Hey! Hatte dieser Typ gerade versucht sie vom Hocker zu schuben? Schon wieder! Dieses Mal konnte sie Absicht ausschließen. Dafür war er einfach zu groß - und zu beschäftigt.

    Marta rutschte leicht zur Seite, zumindest so weit das hier möglich war, während sie die beiden einer unauffälligen Musterung unterzog. Moment! Was war das? Vermutlich hatte sie sich bloß verhört. Aber welches Pärchen redete in einer derartigen Situation von einem Maler? Gothpunk, oder? Marta war nicht wirklich bewandert mit Szenen - den anderen konnte sie nicht zuordnen. Fragen? Wenn die gerade bei der Sache sind? Die Vampirin führte ihr Glas zum Mund und blickte wieder in den Raum hinaus - die Ohren gespitzt, ob vielleicht noch etwas kam. Und die beiden im Augenwinkel, sollten sie sich doch einmal für eine Pause entscheiden.
     
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