Zuflucht [12.05.2008] Wichtiges nach der Sitzung

Jetzt lachte Caitlin doch tatsächlich. "Ich glaube, der Wunsch nach Geschlechtsverkehr ist wirklich nicht die hauptintention dieser verstaupten Säcke. Eher das Wandeln bei Tage, das Ende der Blutsucht, sowas halt. Aber hey, was soll. Ich habe mich mit der Situation gut arrangiert. Und wenn ich guten Sex will..." Sie zwinkerte Keira verschwörerisch zu. Das letzte, gefühlt wochenlange Erlebniss war grade ein paar Tage her." klar war sie neugierig, was das für Proben waren und was kiera vor hatte. Aber sie fragte nicht. Zum einen wusste sie, dass Keira nicht antworten würde und zum anderen hatte sie das Gefühl, dass es ihrer Sicherheit zuträglicher war, es nicht zu wissen.
Nur eines wurmte sie ein wenig. Fand Kiera sie - Caitlin -, da sie nun einmal Tremere durch und durch war, derart abscheulich, dass sie noch nicht einmal die Vorstellung zulassen würde, es gäbe gute Seiten an den Tremeren? Wie immer fand sie keine Antwort auf die Frage und verschob sie wie jedesmal auf später. Irgendwie wollte sie die Antwort nicht wissen.
 
"Also das Wandeln am Tage habe ich hin und wieder vermisst als es noch kein elektrisches Licht gab und bei Nachtanbruch die Bürgersteige hochgeklappt wurden, aber spätestens nach dem zweiten Weltkrieg, konnte man gut damit leben", erwiderte Kiera dann. "Hm, okay, zwischendurch ein Steak wäre toll, aber okay, geht auch ohne."
Vielleicht hätte sie eine Antwort bekommen, aber vielleicht hätte ihr die nicht gefallen oder auch nur einfach nicht in ihr Weltbild gepaßt und was die Einstellung gegenüber den Tremere anging, nun sie hatte kurz den Eindruck gehabt, in Viktor jemanden gefunden zu haben, der anders war, aber der war schließlich weg, vermutlich auch von den eigenen Leuten vernichtet worden.
 
Genau deswegen fragte Caitlin nicht. Es hätte das Verhältniss zwischen den Schwestern schwer geschädigt. Manche Dinge mussten einfach ignoriert werden.
"Ja, da stimme ich dir voll und ganz zu. Aber wenn du nicht noch was wichtiges hast, geh ich jetzt ins Bett. Allmählich fällt es mir schwer, mich zu konzentrieren."
 
"Ja, mach das, ich mache noch eine Weile weiter und möchte auch noch etwas Zeit mit meinem Mann haben", erwiderte Kiera. "Wir sehen uns dann morgen, schlaf gut."
 
"Ja, du auch. Und hier sind noch Haare und Gewebe- bzw. Blutproben von Gabriel. Vielleicht hilft es dir weiter." meinet Caitlin schließlich und reichte Kiera die Sachen. Sie drückte der schwester einen Kuss auf die Wange und machte sich auf, in ihre Räumlichkeiten.

Als sie an dem leeren Zimmer von Gabriel vorbei kam, hielt sie kurz inne. Dann bekam der traurige Gesichtsausdruck in ihrem Gesicht erst einen resignierten und dann einen kampfbereiten Ausdruck. Caitlin wusste, sie hatte alles getan, was möglich war. Sie würde ihn wiederbekommen - gesund und an einem Stück.
 
Kiera nahm Gabriels Proben entgegen und darum würde sie sich dann wirklich noch vor dem Schlafengehen widmen, damit es gleich am nächsten Tag am Zielort vergraben werden konnte, zum Glück hatte sie alle Ingredenzien noch da, die sie brauchen würde.
 
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