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[12.05.2008] Ich rufe dich, Baron Samedi, Hüter der Seelen ...

Dieses Thema im Forum "Ausserhalb der Stadt" wurde erstellt von Kiera McKinney, 24. Januar 2012.

  1. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Magie hatte schon immer ihrer Preis gehabt, denn das Universum ließ sich nicht gerne in die Karten spucken und auch die Realität ließ sich nicht gerne verbiegen. Wäre man schon einige Jahrtausende alt, hätte man vermutlich gemerkt, dass es irgendwie mit dem Verständnis und dem Glauben der Sterblichen zu tun hatte, was sich in diese Richtung tat.

    Kiera war keine Jahrtausende alt und auch der von ihr gerufene Ghede war keine Jahrtausende alt, denn auch wenn sie den Spirit gerne Papa Ghede nannte, so war es ganz klar, dass diese uralte Wesen sich schon seit Jahrtausenden nicht mehr mit den Sterblichen befasste und nur jüngere Wesenheit damit beauftragt hatte. Dass manches Kainskind wesentlich älter war als Baron Samedi, der noch vor weniger als 600 Jahren selbst als Sklave über die Erde wandelte, tat allerdings dessen Macht keinen Abbruch.

    Die Mambo hatte einige Vorbereitungen getroffen. Für ihre Schwester und wer auch immer ihr assistieren würde, war es vermutlich ein sehr ungewohnter Ort und auch die Zutaten für das Zusammentreffen mit einem solchen Wesen waren ungewöhnlich, denn wo traf man wohl die Hüter der Toten, natürlich auf einem Friedhof und so würde auch dieses Ritual auf dem alten Friedhof in Finstertal, auf einem der ältesten Teile stattfinden.

    Bis jetzt war außer Kiera auch nur Rashid anwesend, der natürlich seine Frau nicht aus den Augen lassen würde.
     
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  2. Azraella

    Azraella Regentin der Tremere Seneshall zu Finstertal

    Caitlin parkte ihren Wagen einige Straßen entfehrt und genoss den kurzen Gang durch die nächtliche Stille. Grade hier, auf einem Friedhof, fand sie eine Ruhe, die das liegen in diesen vermoderten Erdlöchern fast schon erstrebenswert machte. Aber eben nur fast. Sie hing viel zu sehr an ihrem Unleben und dem inneren Drang sich weiterzuentwickeln, als das sie sich eine derartige Pause gönnen würde.

    In einiger Entfernung sah sie bereits ihren Zwilling und den mittlerweile vertrauten Anblick von Rashid. Sie war unsicher, wie genau sie ihrer Schwester bei ihrer Suche nach Wissen helfen kann, aber ihre Anwesenheit würde schon seinen Grund haben. Jedenfalls konnte sich Kiera auf ihre volle Unterstützung verlassen.

    Sie trat leise heran und sprach: "Hallo ihr beiden." Mehr nicht. Kiera würde ihr schon sagen, ob sie vollständig waren und was jeder zu tun hätte.
     
  3. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Kiera sah auf.
    "Da bist du ja, sehr schön, sowas finde ich echt gut", sagte sie freudig. "Wir warten noch auf Dr. Thürmer. Es ist nicht so ganz einfach Leute zu finden, denen man vertrauen kann."

    Die Regentin hatte ja keine Ahnung, was sie erwarten würde, war vermutlich auch besser so, denn Haus und Clan würde bestimmt nicht erfreut sein, wenn da noch andere Magie bestand, die noch dazu aus einer sehr mächtigen Quelle kam.
     
  4. Renard

    Renard Blutsauger für Blutsauger

    Normalerweise wären einige Nosferatu wohl durchaus bei der Nennung ihres Namens als Stichwort auf der Bildfläche erschienen.
    Das war allerdings weder Thürmers Stil, noch war er bereits vor Ort, insofern fiel der dramatische Auftritt - einmal mehr - aus.

    Nach einer Weile näherte sich dann aber doch jemand, und die erwartete Gestalt des Doktors schälte sich aus dem Dunkel, als er aus den Schatten einiger alter Bäumer hervortrat. "Guten Abend, Regentin McKinney, Mrs. McKinney..." Während der Pause überlegte er, ob er den Mann schonmal gesehen hatte... Ihm war so, aber genau festnageln konnte er es nicht. Mit einem weiteren "Guten Abend !" an Rashid gerichtet, stellte er sich auf einen Platz, der ihm genehm schien.
     
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  5. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Eigentlich sollte Thürmer Rashid schon gesehen haben, von daher stellte ihn Kiera nicht einzeln vor.
    "Schön, dann würde ich sagen, wir können anfangen", sagte sie. "Bitte setzt euch doch. Normalerweise ist es eine grössere Gesellschaft mit Trommeln und Tanz, aber das kann man hier natürlich nicht bieten. Also müssen wir den Background durch ein Tonband ersetzen."

    Das erklärte dann auch den MP3-Player mit den angebrachten Lautsprechern.

    "Cait, weißt du denn was über Voodoo?"
     
  6. Azraella

    Azraella Regentin der Tremere Seneshall zu Finstertal

    Caitlin zog eine Augenbraue hoch und entgegnete leicht spöttisch: "Willst du die offizielle oder die inoffizielle Variante?" Sie warf dann einen schellen,versteckt mistrauischen Blick auf den Nosferatu, denn sie würde den Teufel tun, und ihm irgeneine Handhabe gegen sie in die Hand geben. Auch wenn dieser nicht wissen konnte, wie gefährlich die Wahrheit für sie als Tremere wäre. Da es wahrscheinlich zu einer Auseineinadersetzung mit den Kanalratten kommen würde, war eine solche Information mehr als heiß.

    "Nur das, was man so mitbekommt. Aber ich denke nicht, dass ich ein Fachman sein muss, um dir hier zu helfen, oder irre ich mich?" Oder ist Thürmer etwa ein Fachman im Voodoo? Caitlin war mehr als überrascht gewesen als der Nosferatu aufgetaucht war. Sie hatte mit Enio gerechnet, vielleicht Helena, diesem neuen Toreador Steiner, aber wie kam Kiera an eine Kanalratte? Es gab immer wieder Seiten an ihrer Zwillingsschwester, die sie nicht verstehen konnte. Aber sei schwieg still dazu und wartete ab. Wahrscheinlich würde sich diese Frage bald von selbst klären.

    Jedenfalls würde sie nicht offenbaren, dass sie schon eine Menge darüber gelesen hatte, denn Caitlin war von natur aus nuneinmal sehr neugierig und etwas, dass ihre Schwester mit einer solchen Leidenschaft tat, interessierte sie doch sehr. Außerdem hatte Kiera ihr schon einiges erzählt und würde mit dieser Aussage wissen, dass Caitlin darüber nicht reden wollte.
     
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  7. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Nein, Caitlin würde den Nosferatu nichts in die Hand geben müssen, das würde schon Kiera tun, wenn sie es für notwendig hielt. Noch war sie den Despoten im Gildehaus nicht begegnet, aber eines war sicher, sie würden es vermutlich nicht schaffen, ihre Meinung über Haus und Clan zu verbessern. Vielleicht sollte sie sich mal bei denen als ihre Schwester ausgeben. Sicher hätte sie auch gerne andere dabei gehabt, da wären eine Reihe auf ihrer Liste gestanden, doch sie konnte nicht alle haben und ihre Schwester und Thürmer waren nunmal als einzige greifbar gewesen. Ob die Wahrheit für Caitlin gefährlich war, es war ein wenig auch der Wunsch, die Tremere aus der Eingefahrenheit ihrer Welt zu holen, gut Enio oder Helena wären auch in Frage gekommen, vielleicht sogar mehr als Caitlin, aber der neue Toreador, nein, der nun doch nicht ... der alte Malkavianerprimogen, ja der bestimmt und vielleicht auch Rothschild. Aber so war es Thürmer mit dem sie vor einigen Tagen ein interessantes Gespräch über Glauben geführt hatte.

    "Mein, ihr müsst keine Fachleute sein, die würde ich hier in der Stadt auch nicht finden. Das einzige was ich erwarte, ist ein wenig Verständnis und keine Ablehnung dagegen", sagte sie schließlich. "Ein wenig Glauben an eine Welt, die mächtiger ist als wir."

    Sie ließ die Worte wirken.
     
  8. Azraella

    Azraella Regentin der Tremere Seneshall zu Finstertal

    Caitlin nickte nur. Dass Kiera ihr Vertrauen und ihr Verständniss hatte war klar. Und das es mächtigere Wesen auf dieser Welt gab, als sie selbst, war offensichtlich. Warum dann nicht Loas und Papa Semedies oder wie sie bei Kiera auch hießen. Caitlin würde niemals etwas ablehnen, was ihrer Schwester helfen würde, denn Sie akzeptierte ihren Zwilling nun einmal so wie sie war. Auch wenn sie sich immer wieder mal gegen deren doch recht zwanghaften Zug schützen musste, Caitlin vor ihrem eigenen Clan zu bewahren. Caitlin dagegen würde alles tun, um Kiera zu beschützen und sei es vor ihrem eigenen Clan. Fast könnte man sagen: eine verzwickte Situation.
     
  9. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Kiera hatte einfach einen anderen Blick auf Haus und Clan, da sie schon seid Ewigkeiten keine Verbindung mehr dazu hatte, zu Anfang war das Band durch die Zeugung gewesen, doch das hielt schließlich auch nicht ewig und dann kamen da immer mehr Sachen, die es nicht besser machten.

    Ein letzter Blick auf den Nosferatu und dann auf Rashid und sie begann mit ihrem Singsang, wobei sie die Opfergaben präsentierte und dann aufstellte, Kerzen entzündete, Weihrauch anbrannte und die verschiedenen anderen Geister begrüßte, die sich in der Regel dazu gesellten.

    Erst nach einigen Minuten rief sie dann den Baron an und bat ihn sich zu ihr und ihren Gästen zu gesellen und mit ihr einen neuen Vertrag zu schließen.
     
  10. Renard

    Renard Blutsauger für Blutsauger

    Thürmer zog es vor, sich nicht in die Unterhaltung der Schwestern einzumischen. Wozu auch ? Was hätte es bewirkt , was genutzt ? Er war schließlich nicht wegen der Regentin hier, zumindest nicht unmittelbar, sondern wegen seines Handels mit Mrs. McKinney. Und natürlich auch weil er ein bißchen neugierig war, wie die Ganze Prozedur hier ablaufen würde, aber primär wegen des Safes !

    Also stand er an seinem Platz und verfolgte das Geschehen.
     
  11. Azraella

    Azraella Regentin der Tremere Seneshall zu Finstertal

    Auch Caitlin verfolgte das Geschehene stumm. Sie spürrte die Anwesenheit der Geister und hin und wieder wich sie einem aus, der materielos wie er war, durch sie hindurchfliegen wollte. Aber das ging wirklich zu weit. Vielleicht bemerkt, höchst wahrscheinlich aber unbemerkt, näherte sie sich so dem Nosferatu, der von der Ritualausführung Kieras recht abgelenkt war. Vielleicht war es zuviel des guten, aber Caitlin blieb nun einmal Tremere und in Anbetracht, dass ein Krieg mit den Kanalratten ins Haus stand (Wovon Thürmer nichts wissen dürfte), nutzte sie ihre Chance. in einem etwas weiteren Ausweichen, taumelte sie gegen den Nosferatu und stütze sich an ihm, wie um ein Stolpern zu erhindern. Angeeckelt zog sie die Hand wieder weg und hauchte: "Verzeihen Sie bitte, tut mir sehr leid."
     
  12. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Wenn Caitlin von ihrem Platz aufstehen würde, um sich jemandem der Anderen zu nähern, würde das Kiera auf jeden Fall bemerken, denn so sehr sie sich in ihrem Metier befand, desto mehr waren alle Sinne bis aufs Äußerste geschärft, so dass ihr kaum etwas entging.
    "Unterlasse es Caitlin", kam von ihr ohne dass sie das Ritual unterbrechen mußte.

    Es war eine unheimliche Stimmung und immer mehr Geister, niedrige Loa erschienen auf dem Platz, es waren sozusagen die Zeugen des Barons und ein Beweis dafür, dass dieser auch bald in den Kreis treten würde.

    Out Of Character:
    Während es bei Caitlin Natürgeister sind, die ihr zu Hilfe kommen, sind es bei Kiera wirkliche Totengeister, die auch, da das hier niedrige Ghede sind auch alles etwas abgezehrt erscheinen.
     
  13. Renard

    Renard Blutsauger für Blutsauger

    Thürmer schien in der Tat die meste Zeit abgelenkt, aber konnte man das bei einer Kanalratte wirklich so genau sagen ? In diesem Fall war dem zunächst so, aber er hatte sich nicht umsonst so positioniert, daß er zumindest grob beide McKinneys im Blickfeld hatte. Zwar erinnerte ihn die Regentin in dem was auch immer sie da tat an ein nervös herumtänzelndes Pferd, aber gut. Nach einer Weile beachtete er das dann dementsprechend auch nicht mehr weiter. Ein Fehler der sich rächen sollte ! Obgleich er versucht hatte, sich möglichst in gleichem Abstand zwischen den McKinneys zu postieren, fiel ihm auf, daß er die Regentin nicht länger sehen konnte. Eine Bewegung im Augenwinkel ließ ihn herumfahren, gerade noch rechtzeitig, um der Caitlin als Stütze zu dienen.

    Als diese ihre Hand zurückzog, warf Thürmer einen Seitenblick zu Rashid und Kiera, bevor er sich wieder mit der Regentin befaßte. Er war sich nicht sicher, ob der Zwischenfall das Ritual gestört hatte, aber er hoffte, daß nicht.

    "Ich bitte sie, es ist doch nichts passiert, hohe Dame!" antwortete er, während er sich wieder in Positur brachte. Immerhin war er Beteiligter und kein bloßer Zuschauer, also mußte er sich schon auf die Vorgänge konzentrieren... Den Vorfall mental abhakend vertiefte er sich wieder in die Geschehnisse um ihn herum. Obwohl, ein wenig merkwürdig kam es ihm ja schon vor. Aber andererseits würde die Regentin niemals eine derart plumpe und einer Regentin unwürdige Methode benutzen, richtig ? Noch dazu während eines magischen Vorgangs, der ja ungeteilte Aufmerksamkeit brauchte und durch weitere magie möglicherweise nachteilig beeinflußt werden könnte !
     
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  14. Azraella

    Azraella Regentin der Tremere Seneshall zu Finstertal

    "Tut mir wirklich leid, ich bin es nicht gewohnt, das die Geister überall um mich herum sind und durch mich durch fliegen. Das ist.... befremdlich." log Caitlin mit einer überzeugend ehrlichen Stimme, wie sie nur von einer Meisterin in dieser Disziplin kommen konnte. Es konnte doch nicht sein, dass caitlin log, NEIN, dazu klang es viel zu ehrlich, verwirrt und angeekelt. Sie wischte sich tatsächlich die Hand am Saum ab, als hätte sie grade das wiederlichste gemacht, das sie ich vorstellen konnte. Soetwas würde doch niemand extra machen!

    Sorry Schwesterherz, das ist ein Kampf meines clans. Das geht dich nichts mehr an. Wir, nein ich brauche Ziege zurück. Um dich zu retten! Verdammt. Es tut mir leid....
     
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  15. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Pah, Kiera schützen, das würde sie erst einmal beweisen müssen, denn die Mambo war sich sicher, ihre Schwester würde sie jederzeit ihrer auch so netten Clansfamilie verkaufen, wenn es um ihren eigenen Kopf ging.

    Kiera warf einen Blick auf Caitlins Aura, da stimmte etwas nicht so ganz und gar nicht.

    Kiera sah ihre Schwester an, eindringlich, die sollte ruhig wissen, dass sie nicht sicher war, ob es nicht doch eine Lüge war. Vielleicht war es auch nur der Versuch, ihr ihr Ritual kaputt zu machen, weil es nicht in die Vorstellungswelt der Tremere passt.

    Memo an mich, Caitlin nie mehr dazu einladen.

    Nun würde sie alles ausblenden, den Geist öffnen und warten, in welcher Art sich Samedi zeigen würde, er kannte schließlich nicht nur eine.
     
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  16. Mitra

    Mitra Kainit Mitarbeiter

    Eine seltsame Dumpfe Stille erfüllte den umliegenden Friedhof.
    Ehrfurchtsvoll traten die Tiere und Insekten der Umgebung einen Schritt in den Hintergrund. Sie spürten das sich hier etwas näherte, dass mit den normal bekannten Gesetzen der Natur nichts mehr zu tun hatte. Auch der Wind entschied, dass es vielleicht besser wäre seine wehende Arbeit an einem anderen Ort zu verrichten.

    Die Temperatur in der Umgebung stieg auf exakte 24,8° Celsius.
    Keiner der Anwesenden mochte diesen genauen Wert herausfinden können, ihn vielleicht für vollkommen unwichtig halten, für den Baron aber war es ein essentielles Detail um sich wohlzufühlen. Und sich wohlfühlen zu können, war ein Grundstock auf den er nie verzichtete. Dies mochte auch der Grund dafür sein, warum urplötzlich hunderte schwarzer Kerzen, in allen Dicken und Größen entflammten. Sie alle waren stark niedergebrannt und wirkten, als wären sie schon immer hier gewesen.

    Auch die Melodie im Tonband änderte sich und spielte auf eine Weise, die eigentlich darin nicht vorgesehen war. In den Schatten der Dunkelheit wurden die Silhouetten etlicher Tänzer, Trommler und Sänger sichtbar. Schwach nur und stets so undeutlich, dass kein Betrachter sich nun sicher sein konnte sie wirklich zu sehen oder sie sich nur einzubilden. Eine einzelne Stimme tat sich hervor, sie klang nach einer beleibten Farbigen die voller Inbrunst und mit sehr viel Talent eine Art melodiösen Countdown heruntersang.

    5.... 4.... 3.... 2.... 1....
    (gesungen in einem selten gewordenen Dialekt des Cajun, einer Mischung aus Französisch, Englisch und etlichen anderen Einflüssen)

    Stille!
    Kleinere Funken und eine nach Plastik riechende, kaum sichtbare Qualmwolke verdeutlichten, dass das Tonband soeben durchgeschmort war. Nebel, nein geruchsloser dichter Rauch entstieg der Erde. Er drehte sich wie in einer trägen und behäbigen Windhose (nun ja, mehr Hose als Wind...) und schien die Ankunft des Barons endlich ankündigen zu wollen. Ein winziges Licht glomm im Inneren des sich langsam dahin drehenden Wirbels auf. Rot war es das Leuchten, bedrohlich auf seine ganz bestimmte Art und Weise, aber auch anheimelnd funkelnd und so fesselnd, dass es den Umstehenden schwer fallen dürfte sich davon abzuwenden. Aber warum sollten sie das auch tun? Sie waren hier um die Ankunft des alten Samstag zu zelebrieren und nicht um sich ängstlich hinter irgendwelchen Grabsteinen zu verschanzen.

    Plötzlich legte sich eine Hand auf Thrümers Schulter. Ein Hauch nach Tabak und Alkohol umwehte seine Nase. Etwas näherte sich seinem Ohr, ohne das sich ihm je ein Wesen genähert hatte. Leise flüsterte es in sein Ohr. Es sprach Deutsch, besaß aber einen harten, ja beinahe unangenehmen, französischen Akzent.

    "Pass auf! Nett das du gekommen bist und so... Normalerweise nehme ich mir ja auch immer Zeit für meine Fans. Soll ich dir meinen Namen irgendwo hinschreiben? Dann gehst du aber? Ja? Weißt du, es kommt nicht oft vor das sich mir zwei so hinreißende Zwillinge anbieten. Ich habe nichts gegen Zeugen oder Zuschauer, gewiss nicht! Aber sein wir ehrlich, Freund! Du Anblick kann einem echt den Tag vermiesen...."

    Hinter dem Nosferatu stand ein hochgewachsener Mann. Tiefschwarz war seine Haut. So dunkel, dass sie im Dunkel der Nacht kaum zu erkennen war. Nur das Gesicht des Barons war mit grellweißer Schminke als eine Art Totenkopf nachgezeichnet. Wie auf vielen Darstellungen trug er dazu einen liebevoll genähten Frack und einen Zylinder. In der Hand hielt er einen Spazierstock, dessen Knauf aus dem Kopf einer lebenden Schlange bestand.
     
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  17. Renard

    Renard Blutsauger für Blutsauger

    Als er plötzlich von Kerzen umgeben war, benötigte Thürmer eine Weile, bevor er realisierte, was geschehen und daß er nicht wirklich in Gefahr war. Ein interessantes Schauspiel, auch wenn Thürmer die Änderung in der Melodie des Tonbandes selbstverständlich nicht auffallen konnte, da er den kompletten Inhalt nicht kannte... Aber trotzdem spürte er, wie sich in ihm etwas aufstaute, auch wenn er sich nicht sicher war, was es war. Auch das Auftauchen der Schemen war nicht geeignet, sein Gefühl spürbar zu bessern, zu stark saßen ihm noch die Auswirkungen des Wirkens Zachariis in den Knochen !

    Entsprechend traf die plötzliche Stille dann auch wie ein Hammerschlag. Thürmer merkte, daß ihn die Anwesenheit der Kerzen und der Geruch des verschmorten Plastiks fahrig werden ließ. Für seinen Geschmack brannte hier deutlich zu viel um ihn herum ! Nervös begann er sich umzusehen, bis die Windhose und das Licht seine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Eigentlich wollte er nur noch weg. Weg von den Hexen, weg von den Flammen, weg von diesem ganzen verdammten Affenzirkus ! Dummerweise hatte er sich verpflichtet, zu bleiben, und konnte daher nicht weg. Das machte ihn ungehalten. Die ganze Atmosphäre tat das. Entsprechend fuhr er zusammen, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte, obwohl er alle Ritualteilnehmer sehen konnte. Die Ansprache des Unbekannten schlug dann dem sprichwörtlichen Faß die Krone ins Gesicht.

    Das war es also ? Eine billige kleine Schmierenkomödie um es der Kanalratte mal so richtig unter die Nase zu reiben ? Der ganze Aufwand, das ganze Brimborium für so etwas... geradezu geschmacklos Banales ? Wer daruf achtete und Menschen halbwegs lesen konnte, stellte anhand des verkniffenen Gesichtsausdrucks und der geballten Fäuste schnell fest, daß der Nosferatu vor Wut schäumte und sich ein Donnerwetter anbahnte.
    Ruckartig fuhr er herum und machte Anstalten, die Gestalt hinter sich am Kragen zu packen. Gleichgültig, ob ihm dies gelang oder nicht, folgte der verbale Ausbruch, und anders konnte man das weiß Gott nicht mehr nennen, auf dem Fuße.

    "Den Tag vermiesen, ja ? Ist das der ganze Zweck eurer schönen kleinen Scharade, dem Gulliläufer einmal mehr seinen gesellschaftlichen Platz zuzuweisen und zu sehen, wie lange er es mitmacht und an welcher Stelle er das dümmste Gesicht macht ? Nur deswegen holt ihr mich unter einem Vorwand hierher und veranstaltet diese Kinderscheiße, vermutlich noch mit laufender Kamera ? Ich sage dir jetzt mal was, du mieser, kleiner, impertinenter, bornierter Idiotenverschnitt eines hundsdämlichen Handlangers..." Besonders im letzten Satz wurde Thürmer zum Ende hin immer leiser. Kein gutes Zeichen ! Es mußte der Interpretation der Anwesenden überlassen bleiben, ob es am Akzent des Mannes oder einem unterbewußten Erzeihungsmechanismus lag, aber Fakt war, daß der Nosferatu innerhalb der ersten drei Sätze vom Deutschen ins ein Französisch kippte, daß er dem Mann jetzt deutlich sehr viel lauter und wörtwörtlich schnellfeuerartig um die Ohren haute. In diesem Moment war es ihm gleichgültig wo er sich befand und mit wem er sprach.

    "Ich bin weder euer verkackter Spaßmacher noch euer verfluchter Neger, Besitz oder gottverdammter Untermensch zur freien Verfügung ! Mir hängt euer privilegierter, darwinistischer, auf verficktem Supremativitätsdenken beruhender verlogener Burgfrieden mitsamt dem damit verbundenen Buckeln und Treten zum Hals raus ! Jedesmal wenn ich sehe, wie sich einer von euch selbstverliebten Bastarden einen darauf runterholt, daß er kein Problem damit hat, seinem Umfeld so weit in dem Arsch zu kriechen, bis man nicht mehr sehen kann, wo der eine anfängt und der andere aufhört, weil es zum Treten immer noch das häßliche Pack da unten gibt, merke ich, daß ich gar nicht soviel fressen kann wie ich kotzen möchte ! Ich brauche eure Gesellschaft nicht ! Ich brauche eure hinterfotzige und mies geheuchelte Höflichkeit nicht ! Ich brauche eure Erniedrigungen, Witze, Späß und Schwänke nicht ! Ich brauche den Anblick eurer Saubermannfressen nicht, deren selbstgefälliges Grinsen ich mir am liebsten so lange vornehmen würde, bis ihr selbst bei uns Freaks wärt ! Ich brauche euer Mitleid nicht und ich brauche euch nicht ! Gott der Allmächtige ist mein Zeuge wenn ich sage: FAHRT DOCH ALLESAMT ZUR HÖLLE IHR KRANKEN SCHWEINE !"

    Mit diesen Worten riß er sich vom Baron los, warf diesem, Kiera und Rashid einen vernichtenden Blick zu und verschwand.
     
  18. Mitra

    Mitra Kainit Mitarbeiter

    Out Of Character:
    Großartig! ^^


    Und da explodierte der Nosferatu.
    Baron Samedi nahm es mit Gelassenheit. Schon während Thürmer seine Schimpftirade abließ hatte er sich den restlichen Dreien zugewandt. Langsam ging er dabei auf sie zu und betrachtete besonders die beiden Schwestern mit großem Interessen. Sein Blick wanderte ehrlich amüsiert zu Caitlin hinüber. Ein undefinierbares Grinsen umspielte das geschminkte Skelettgesicht.

    "Und DAS war dein Plan? ... Wirklich?"

    Damit war das Thema für ihn erledigt. Er war nichts weniger als ein Gott. Nicht DER Gott, so anmaßend hätte er nie sein wollen. Aber er war immerhin ein Gott und damit waren die Ränke der Menschen für ihn nur von geringfügigem Interesse. Sie waren viel zu leicht zu durchschauen und das was die Sterblichen für großartige Magie und Macht hielten, war für ihn -der in der Lage war die Wahrheit selbst zu verändern- nicht mehr als ein Taschenspielertrick. Ein Mummenschanz.

    Er sah zu Kiera hinüber.

    "Guten Abend, meine Liebe! Du warst es die nach mir gerufen hat, nicht wahr? Was kann ich für dich tun?"

    Noch immer umspielte dieses seltsame Lächeln sein Gesicht.

    "Ich nehme an du hast mir etwas mitgebracht? Du kennst meinen Hang zu irdischen.... Vergnügungen!?"
     
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  19. Azraella

    Azraella Regentin der Tremere Seneshall zu Finstertal

    Caitlin wurde eine ganze Spur blasser, als Der Baron mit ihr Spaß. Sie konnte fast von Glück reden, dass der selbsternannte Gulliläufer die Beine in die Hand genommen hatte und von dem Satz und deren unheilsamer Bedeutung nichts mitbekommen hatte. So schien er eher auf Keira wütend. Arme Keira, sie konnte doch nichts dafür. Allerdings, was gab sie sich mt solchen Typen ab. Dennoch hatte Caitlin nicht das Gefühl, dass sie wirklich erfolg gehabt hatte. Vielleicht war die Berührung zu oberflächlich gewesen, oder sie war bei der Anwendung der Magie zu abgelenkt oder aber nein, es konnte unmöglich daran liegen, dass sie im selben Moment ein schlechtes Gewissen hatte. Dazu musste man ein solches überhaupt haben! Sie würde einfach bei anderer Gelegenheit mit ihrem Plan forfahren.

    Viel verstörender waren das seltsame Gebaren des Geistes. Er war machtvoll, das spürrte sie mit jeder Faser. Aber was bitte wollte er? Irdische Vergnügungen? Ihr fuhr es eiskalt über den Rücken.
     
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  20. Kiera McKinney

    Kiera McKinney Die Dunkle Macht

    Kiera warf einen schnellen Blick zu ihrer Schwester. Natürlich hatte sie etwas gemacht und noch dazu so, dass Thürmer auf sie sauer war. Auch wenn sie viel mehr Grund hatte auf die Tremere sauer zu sein, sie sorgte immer dafür, wenn sie was tat, dass es nicht an Caitlin hängen blieb. Dämmliches Ursupatorenpack, das da ihre kleine Schwester unter ihrer Fuchtel hatte.

    Doch dann nahm Samedi sie ihn seinen Bann und der Ausdruck, der auf ihrem Gesicht erschien war sonst nur für Rashid oder Caitlin bestimmt, zumindest dann wenn sie auf letztere nicht gerade sauer war. Der Loa war kein Geist, zumindest nicht in dem Sinne wie es sich ihre Schwester vorstellte und dass DER Gott, Bon Dieu, ein Wesen war, das nicht mal den Loas direkt zugänglich war, war ihr auch klar, denn man konnte nicht Mambo werden, ohne sich mit diesen Sachen zu beschäftigen, Voudon war nicht nur eine Religion, sondern eine Lebensauffassung.

    „Ich danke dir, dass du mich erhört hast“, sagte sie. „Und wie könnte ich es vergessen dir Geschenke mitzubringen, das ist doch das mindeste, was ich tun kann.“

    Tatsächlich hatte sie außer dem, was sie auf dem Veve und in dem Kreis verteilt hatte, ein silbernes Tablett, auf dem verschiedene Speisen, Rum und Zigarren angerichtet waren, als sie es aufdeckte.

    „Ich hätte dich gerne in mein Haus eingeladen, doch leider habe ich noch keine Gemeinde, doch das hier ist schließlich dein Haus, in das ich gekommen bin.“

    Natürlich konnte es sein, dass der Baron auch sie oder eventuell auch Caitlin haben wollte, doch wer die Loa kannte, würde dies eher als eine Ehre als irgendetwas anderes betrachten. Auf die Idee, dass es ihre Schwester anders sehen könnte, kam die Mambo gar nicht.

    Sie wartete auf die Reaktion. Man fiel nicht mit der Tür ins Haus, auch wenn der Baron mit Sicherheit wusste, was seine Dienerin und Gläubige sich wünschte.
     
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