Midgard Was ist mit Midgard los?

Abaton23

Halbgott
Der Vorläufer von Midgard war das erste Rollenspiel in deutscher Sprache und eines der ältesten RPGs überhaupt. Es war das überhaupt das erste RPG im deutschen Handel. Ich spielte Midgard zu einer Zeit, als Das schwarze Auge gerade erst auf den Markt kam. Damals gabs das System in zwei Boxen mit je 3 x 67-seitigen Heftchen. Meine Gruppe empfand damals Midgard dem neuen DSA in puncto Fluff, Regelmechanik und Charakterentwicklung haushoch überlegen.

Heute hör ich kaum mehr, dass dieses System ernsthaft und als Kampagne gespielt wird. Aussterbende Altspieler erzählen aus nostalgischen Zeiten und stellen neuere Editionen in Regale, welche langsam verstauben. Ich selbst kaufte mir vor 2 1/2 Jahren die 4te Edition. Beim Lesen war ich enttäuscht. Die Entwickler machten aus einem angenehm übersichtlichen, praktikablen System einen Regelmoloch über mehrere Bücher, den diesselben Probleme plagen, wie das mittlerweile so aufgeblähte DSA. Nur kann sich dieses noch auf einer lebendigen Community ausruhen, Midgard aber nicht.
  1. Was ist da passiert? Stirbt der Urvater des deutschen Mainstream-RPG einfach weg?
  2. Warum wird das System kaum noch gespielt?
  3. Könnte man das stoppen und was bräuchte es dazu?
 

Zornhau

Freßt NAPALM!
Midgard 3, das ist die Version mit den viel zu vielen einzelnen Heftchen, war schon KEIN "angenehm übersichtliches" System mehr. Das trifft eher auf Midgard 2 und noch eher auf Midgard 1 zu (Midgard 2: Zwei A4-Bände, Midgard 1: Zwei A5-Bände).

Midgard 4 ist SEHR aufgebläht, entspricht aber den Interessen der MACHER und der ZIELGRUPPE (alte Midgard-Spieler, die gerne noch mehr Details hätten).

Midgard 5 ist gerade in Arbeit. Dieses wird offenbar KEIN STÜCK WENIGER umfangreich, detailliert und aufgebläht sein, sondern nur in unwesentlichen Bereichen etwas modifiziert, aber im Kern auf die Zielgruppe der zwischenzeitlich noch älter gewordenen Midgard-Altspieler ausgerichtet sein. Die Macher der Midgard-5-Ausgabe haben ja auch selbst kein Interesse daran, Midgard wirklich einem breiteren Spielerkreis zu erschließen oder gar - behüte! - die Regeln grundlegend zu überarbeiten und auf ein zeitgemäßes Maß einzukürzen.

Midgard hat SEHR WOHL eine "lebendige Community" - und zwar das Midgard-Forum. Und dort besteht so gut wie KEIN "Problembewußtsein", sondern die dort sehr aktiven Mitglieder WOLLEN Midgard so, wie Midgard 4 ist und wie Midgard 5 werden wird.

Hierzu ein paar Links und Zitate:

Ich bin der Meinung, dass eine der Hauptzielgruppen auch des künftigen Midgards bestimmt Intellektuelle und Akademiker sind, und eher weniger lesefaule Kids, die sich vielleicht in AD&D oder auch in bestimmten Publikationen von DSA wiederfinden können.
Aus: http://www.midgard-forum.de/forum/t...cae8ddc161db&p=2273627&viewfull=1#post2273627

So und so ähnlich ist die Stimmungslage, welche uns das neue Midgard 5 bescheren wird.

Willst Du was anderes, mußt Du was anderes spielen.
 

sir_paul

Sethskind
Oh ja, an das Zitat kann ich mich auch lebhaft erinnern... Ich setzte allerdings schon etwas mehr Hoffnung in Midgard 5, zumindest die PDFs werde ich mir wohl zulegen... Man merke auf PDFs :)
 
D

Deleted member 5961

Guest
nur von hören sagen, hatte bisher noch niemand in meinem bekanntenkreis der ein Buch hat, geschweige es gespielt hat
 

Kowalski

Rollenspiel ist kulturelle Appropriation
Der Vorläufer von Midgard war das erste Rollenspiel in deutscher Sprache und eines der ältesten RPGs überhaupt. Es war das überhaupt das erste RPG im deutschen Handel. Ich spielte Midgard zu einer Zeit, als Das schwarze Auge gerade erst auf den Markt kam. Damals gabs das System in zwei Boxen mit je 3 x 67-seitigen Heftchen. Meine Gruppe empfand damals Midgard dem neuen DSA in puncto Fluff, Regelmechanik und Charakterentwicklung haushoch überlegen.

Heute hör ich kaum mehr, dass dieses System ernsthaft und als Kampagne gespielt wird. Aussterbende Altspieler erzählen aus nostalgischen Zeiten und stellen neuere Editionen in Regale, welche langsam verstauben. Ich selbst kaufte mir vor 2 1/2 Jahren die 4te Edition. Beim Lesen war ich enttäuscht. Die Entwickler machten aus einem angenehm übersichtlichen, praktikablen System einen Regelmoloch über mehrere Bücher, den diesselben Probleme plagen, wie das mittlerweile so aufgeblähte DSA. Nur kann sich dieses noch auf einer lebendigen Community ausruhen, Midgard aber nicht.
  1. Was ist da passiert? Stirbt der Urvater des deutschen Mainstream-RPG einfach weg?
  2. Warum wird das System kaum noch gespielt?
  3. Könnte man das stoppen und was bräuchte es dazu?
Hmm. Was kann Midgard anders (besser) als andere, vor allem modernere, Systeme?
Als es aufkam war es sicherlich besser als seine Vorgänger, aber heute, da gibt es viele Alternativen.
Um es für heute fit zu machen müßte man es bis zur Unkenntlichkeit verändern und dann würde es seine Stammkunden verlieren die gerade diese altertümlichkeit so schätzen.

D.H. gespielt wird es aus Nostalgie und nicht aus Überzeugung das es ein besseres System ist.
 

G.I.Giovanni

Michael Köning
Ich kenne Midgard nur vom Amiga32... Ist Midgard irgendwie bekannt?
Bildungslücke !!!

Die Spieler zählen tatsächlich zu den älteren Semestern, z.B. meine Hauptchar sind 27 Jahre alt und die sind bei Leibe nicht die
Ältesten die ich kenne. Man trifft sich mehrmals im Jahr auf reinen Midgardtreffen, wofür meist Jugendherberge wie die Burg Stahleck am Rhein komplett gebucht werden.
 

Abaton23

Halbgott
Um es für heute fit zu machen müßte man es bis zur Unkenntlichkeit verändern und dann würde es seine Stammkunden verlieren die gerade diese altertümlichkeit so schätzen.

D.H. gespielt wird es aus Nostalgie und nicht aus Überzeugung das es ein besseres System ist.
Ja leider. Ich fand, Ende der 80er Jahre spielte Midgard das neue DSA locker an die Wand. Aber die Regelentwickler haben sich nur noch auf die Altspieler eingeschossen, so dass sich nur noch verkomplizierende Regeln anhäufen konnten. Das System wurde immer schlechter. So hat das Diktat der Alten den jungen Spielern den Einstieg vergällt und man hofft, die älteste Kuh, welche man noch melkt, möge nie sterben.

Man stelle sich einen Autobauer vor, der nur noch passend für Senioren baut --Rollatorgerecht mit Lesebrillenablage, Hochtüreinstieg und Lendenheizung ---bequem aber potthässlich. Obwohl es meine Altersklasse ist, nerven mich eh diese Altspieler. "Das musst Du genau so berechnen", "Da gibts nen Modifikator oder Queverweiß in Band 387 am Arsch der Welt", "Neenee, Trallallaelfen vom 7. Kreis tragen aus Prinzip keine roten Wollsocken..." --Ich wünsch mir ne spannende Geschichte für meine Freizeit. Wenn ich Religion brauch, geh ich in die Kirche.

Danke Zornhau, für den Link. Das Midgardforum war so erhellend wie niederschmetternd. Kein bischen Selbsterkenntnis. Schade um eine tolle Spielwelt.
 

Durro-Dhun

Erklär(wer)bär
Wenn ich Religion brauch, geh ich in die Kirche.

In einer Settingbeschreibung sind eben in einem Setting das bezüglich der Religion von unserer realen Welt abweicht idR auch Beschreibungen von Setting-Religionen enthalten.
Dass Du persönlich damit nichts anfangen kannst, macht das Setting nicht schlecht.

Aber dann ist es immer noch der jeweiligen Spielgruppe überlassen, ob sie die Religion des Settings als Element für dich als Spieler herauslassen will, oder nicht.
 

Abaton23

Halbgott
Da liegt jetzt ein Mißverständnis vor. Ich meinte nicht die Religionen, welche im Fluff einer Spielwelt enthalten sind. Ich sprach von dem religiösen Eifer, in den manche Altspieler verfallen, wenn sie nebensächliche Details in ermüdenden Simulationen bis auf die Spitze treiben. Unter dieser Flut endloser Reglements scheint Midgard derzeit zu ersticken
 

Belchion

Ghul
Die Macher der Midgard-5-Ausgabe haben ja auch selbst kein Interesse daran, Midgard wirklich einem breiteren Spielerkreis zu erschließen oder gar - behüte! - die Regeln grundlegend zu überarbeiten und auf ein zeitgemäßes Maß einzukürzen.
So ganz kann ich dem nicht zustimmen. Teilen der MIDGARD-Redaktion ist das Problem durchaus bewußt, von denen stammen dann Aktionen wie die Runenklingen-Reihe. Die war ja prinzipiell eine gute Idee, eine Art Einsamer-Wolf-Mehrspielerbuch, bei dem die Regeln immer dann erklärt wurden, wenn man sie brauchte. Sie hatten auch eine Einsteigerbox zu MIDGARD 4 rausgebracht, die alles enthielt was man zum Spielen brauchten, inklusive einiger sehr guter Abenteuer.

Die Entscheidungsträger umgeben sich aber halt auch mit erzkonservativen Spielern, denen jede Änderung zu viel ist. Änderungen sind geradezu apokalyptisch, man sehe nur, wohin es mit D&D4 ging! Das darf doch nicht sein! Daher wird jede kleinste Kleinigkeit zu einer Heiligen Kuh aufgeblasen, ohne die MIDGARD nicht mehr MIDGARD wäre, sondern bloß noch ein generisches Fantasyrollenspiel. (Man sehe sich nur an, wie viel Text produziert wird, um die W100 beim Attributswurf zu verteidigen...) Außerdem sind alle vorgebrachten Schwächen in Wirklichkeit ohnehin keine, weil, schließlich hat ein Nachbarsjunge von einem Bekannten auch mit MIDGARD 4 den Einstieg geschafft.

Könnte man das Problem stoppen? Sicherlich. Dazu müsste aber nicht nur ein deutlich überarbeitetes Regelwerk her (und da spreche ich von Änderungen im Umfang von AD&D2 zu D&D3), sondern auch mutigeres Marketing und eine höhere Veröffentlichungsdichte.
 

Abaton23

Halbgott
Die Entscheidungsträger umgeben sich aber halt auch mit erzkonservativen Spielern, denen jede Änderung zu viel ist. Änderungen sind geradezu apokalyptisch, man sehe nur, wohin es mit D&D4 ging! Das darf doch nicht sein! Daher wird jede kleinste Kleinigkeit zu einer Heiligen Kuh aufgeblasen, ohne die MIDGARD nicht mehr MIDGARD wäre, sondern bloß noch ein generisches Fantasyrollenspiel.
Dabei bleibt leider unbemerkt, wie der Spielerkreis immer mehr schrumpft und der Nachwuchs eingedämmt wird. Wieso spielen diese Erzkonservatisten nicht einfach ihre geliebte alte Version weiter und gönnen dem Nachwuchs eine Entschlackungskur? Sie müssen ihre alten Bücher doch nicht verbrennen?

Man sehe sich nur an, wie viel Text produziert wird, um die W100 beim Attributswurf zu verteidigen...
Ich begriff schon in der 2. Edition nicht, warum man den Hunderterwert nicht einfach auf 20-er runterskaliert. Oder beide durch 2 W10 ersetzt. Dann hätten endlich alle Proben diesselbe Mechanik. Ich kriegte beim Lesen der 4. Edition das Kopfschütteln, als ich denselben Punkt immer noch sah.

Außerdem sind alle vorgebrachten Schwächen in Wirklichkeit ohnehin keine, weil, schließlich hat ein Nachbarsjunge von einem Bekannten auch mit MIDGARD 4 den Einstieg geschafft.
Könnte man über Drogen auch sagen. :ROFLMAO: Ok, das konnt ich mir grad net verkneifen.

Danke, Du sprachst mir aus der Seele. Ich hab Midgard trotz kleiner Schwächen in der 2.Auflage geliebt. Drum tuts weh, wenn man etwas Schönes dahinsiechen sieht.
 

Zornhau

Freßt NAPALM!
Ich begriff schon in der 2. Edition nicht, warum man den Hunderterwert nicht einfach auf 20-er runterskaliert. Oder beide durch 2 W10 ersetzt. Dann hätten endlich alle Proben diesselbe Mechanik.
Wir hatten damals ALLE W20-Würfe auf W% umgestellt und die entsprechenden Fertigkeitsanstiege halt mit +5% statt +1 umgesetzt. Das klappt bestens und erfordert nicht einmal viel Umstellungsaufwände oder Umrechnereien.
 

G.I.Giovanni

Michael Köning
Midgard 4 ist SEHR aufgebläht, entspricht aber den Interessen der MACHER und der ZIELGRUPPE (alte Midgard-Spieler, die gerne noch mehr Details hätten).

Midgard 5 ist gerade in Arbeit. Dieses wird offenbar KEIN STÜCK WENIGER umfangreich, detailliert und aufgebläht sein, sondern nur in unwesentlichen Bereichen etwas modifiziert, aber im Kern auf die Zielgruppe der zwischenzeitlich noch älter gewordenen Midgard-Altspieler ausgerichtet sein. Die Macher der Midgard-5-Ausgabe haben ja auch selbst kein Interesse daran, Midgard wirklich einem breiteren Spielerkreis zu erschließen oder gar - behüte! - die Regeln grundlegend zu überarbeiten und auf ein zeitgemäßes Maß einzukürzen.
warum solle man alles einem breitem Publikum öffnen? Vollkommen unsinnig; ich persönlich finde es klasse ein Rollenpiel zu machen, was eben nicht jeder spielt

dies gibt nur Sinn, wenn unbedingt viel Geld damit verdienen will. Dies steht bei den Machern nicht im Vordergrund, Gott sei dank. Egal in welchem Bereich, Meanstrean-Sch... gibt es überall genug.

was ist zeitgemäß, Comic-Format? und muss allen Unsinn immer mitmachen?

Dabei bleibt leider unbemerkt, wie der Spielerkreis immer mehr schrumpft und der Nachwuchs eingedämmt wird. Wieso spielen diese Erzkonservatisten nicht einfach ihre geliebte alte Version weiter und gönnen dem Nachwuchs eine Entschlackungskur? Sie müssen ihre alten Bücher doch nicht verbrennen?


Ich begriff schon in der 2. Edition nicht, warum man den Hunderterwert nicht einfach auf 20-er runterskaliert. Oder beide durch 2 W10 ersetzt. Dann hätten endlich alle Proben diesselbe Mechanik. Ich kriegte beim Lesen der 4. Edition das Kopfschütteln, als ich denselben Punkt immer noch sah.



Danke, Du sprachst mir aus der Seele. Ich hab Midgard trotz kleiner Schwächen in der 2.Auflage geliebt. Drum tuts weh, wenn man etwas Schönes dahinsiechen sieht.
warum sollte man alles auf W 20 runterholen, wenn wäre sinnvoll die Fertigkeiten auf W 100 hoch zu heben, wie es Zonhau beschreibt

a) hat man mehr Möglichkeiten mit einen W 100

b) warum muss ein weiteres W20 System erschaffen, gibt doch davon genug.

mein Rat ; dann spiel doch einfach die Ed. 2, oder warum spielt Du nicht eines dieser guten einfachen Systeme

P.S.
es gibt noch vielen kompliziertere Systeme wie Midgard z.B. Rolemaster oder Harnmaster
 

Kowalski

Rollenspiel ist kulturelle Appropriation
es gibt noch vielen kompliziertere Systeme wie Midgard z.B. Rolemaster oder Harnmaster
Nicht die Anzahl der Regelseiten oder die Skillbeschreibungen machen ein System komplex, sondern die Anzahl der unterschiedlichen Regelmechanismen.
Rolemaster in seinen moderneren Varianten (RMSS) verwendet vergleichsweise wenige Mechanismen aber haellt viele Modifikatoren bereit.
D.h. Du hast sehr schnell begriffen WIE etwas aufgelost wird und welche Tabelle(n) das Ergebnis haellt.
Von der Anzahl der Attribute war Rolemaster mit 2nd Ed. Midgard in etwa gleichauf.
Als PDF auf einem Laptop oder mit kopierten Tabellen fuer die eigenen Waffen ist es umstaendlich benutzbar aber haendelbar. Mir persoenlich ging die Tabellensucherei irgendwann einmal auf den Zeiger.

Zu Harnmaster kann ich nichts sagen, das kenn ich von den Regeln her nicht. Kann mir aber durchaus vorstellen das es sehr simulistisch ist. NOCH weniger ueberzeichnet als Midgard.

Aber Du hast insofern Rechst als Rolemaster und Midgard einer Zeit entspringen in der man NOCH MEHR Details einpackte (mehr Attribute, mehr Varianten, merh von allem). Kein Wunder das die Systeme aufgeblaeht sind.
Erst danach ist den Spiele-entwicklern seitens Ihrer Kundschaft gezeigt worden das mehr Regeln nicht gleichbedeutend mit mehr Umsatz ist. (Regelblase analog zur Dot-Com Blase) :D
 

Teylen

Kainit
Wieso spielen diese Erzkonservatisten nicht einfach ihre geliebte alte Version weiter und gönnen dem Nachwuchs eine Entschlackungskur? Sie müssen ihre alten Bücher doch nicht verbrennen?
Weil sie Angst haben das es dann keine neuen Bücher mehr für sie gibt, ihnen die Felle wegschwimmen.
Das könnte dann ähnlich häßlich werden wie es zwischen den beiden WoD Fraktionen war.
 

Magnus Eriksson

sucht Antworten
Ja leider. Ich fand, Ende der 80er Jahre spielte Midgard das neue DSA locker an die Wand. Aber die Regelentwickler haben sich nur noch auf die Altspieler eingeschossen, so dass sich nur noch verkomplizierende Regeln anhäufen konnten. Das System wurde immer schlechter. So hat das Diktat der Alten den jungen Spielern den Einstieg vergällt und man hofft, die älteste Kuh, welche man noch melkt, möge nie sterben.
Man könnte Midgard komplett überholen und vom Kopf auf die Füße stellen. Aber für wen denn? Wer soll denn das neue Midgard kaufen?
Ein Radikalschnitt verprellt nur die alte Anhängerschaft (frag mal die Leute von White Wolf, EDIT: wie Teylen sagt). Um jetzt großflächig neue Spieler anzuwerben, fehlen einfach die Mittel. Mit diesen ganzen neuen Systemen, die ausschließlich über Drivethrough und Kickstarter vertrieben werden, kann auch ein neues Midgard nicht konkurrieren, selbst wenn sich die Midgard-Macher der Herausforderung stellen würden.

Aber wir können ja mal eine nicht repräsentative Umfrage machen: Wer würde sich denn bei Midgard auf neue schlankere Regeln einlassen, anstatt das altbekannte Setting in bevorzugte Hausregel-Mechanismen zu konvertieren?

Die Frankes sind jetzt in ihren 60er. Die gehen bald in Rente und werden bis dahin nicht ihre Goldene Gans schlachten. Die Alten haben ihr System, für das sie seit 30 Jahren regelmäßig Geld ausgeben und die Jungen haben ihre moderneren Systeme. Du verlangst ja auch nicht von den Rolling Stones, dass sie jetzt mal neue Musik machen, um der Jugend den Einstig zu erleichtern...
 
Weil sie Angst haben das es dann keine neuen Bücher mehr für sie gibt, ihnen die Felle wegschwimmen.
Das könnte dann ähnlich häßlich werden wie es zwischen den beiden WoD Fraktionen war.
Bei WOD/Vampire hätte man es auf drei Produkte aufteilen sollen, statt auf zwei. Das ist alles.
1. Welt der Dunkelheit (Das verbesserte Regelwerk)
2. Vampire Requiem (Vampire in ohne Kanon-onanie)
3. Hydra Masquerade (Kanonische Masquerade -Konversion, so dass alte Runden mit Requiem Regeln weiterspielen können, ganz ohne den Kanon oder den Meta-Plot zu verlassen)
Durch das fehlen des Produkts Nummer drei, hat man zu sehr polarisiert. Kanontreue Spieler wird man durch Fundamentalopposition nicht dazu bringen sich Geistig zu bewegen.
 
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