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VtM 5.Ed - V5 Vampire v5 lohnenswert? Deutsch oder englisch?

Parzival88

Halbgott
Hallo zusammen,

wir spielen schon seit ein paar Jahren sehr lose, meist 1-3 Shots, von Vampire V20. Irgendwie bin ich als Spielleiter nie 100%ig mit der V20 warm geworden.
Das Setting gefällt mir und vor Allem meinen Mitspielern allerdings sehr.
Ich kann auch nicht ganz sagen was mir bei Vampire bisher gefehlt hat. Das Würfeln ist meist etwas umständlicher als bei anderen PnP's, aber auch nicht wirklich schlimm. Denke das was mir am Meisten gefehlt hat sind Chroniken, bzw. richtig vorab ausgefertigte Städte und ein Metaplot. Natürlich hätte ich die alten Bücher her nehmen können, aber irgendwie war mir das dann zu umständlich und meist wurde von diesen Büchern abgeraten.
Denke die V20 hat sich einfach an erfahrenere Vampire Spieler und Spielleiter gerichtet.

Jetzt habe ich ein bisschen die V5 verfolgt und hier sind ja im Englischen schon ziemlich schnell sogar wieder ein Städtebuch (Chicago) und eine komplette Chronik (London) erschienen. Ich bin wirklich stark versucht der V5 eine Chance zu geben aber frage mich ob sich das lohnt wenn man die V20 bereits hat?
Ist Chicago und London empfehlenswert?

Das Regelwerk und Camiralla+Anarchen sind ja schon in deutsch erschienen, aber ich denke aus Bequemlichkeit wäre es besser bei einer Sprache zu bleiben (man muss die englischen Begriffe/Attribute/Kräfte nicht ständig übersetzen). Wenn London/Chicago aber noch dieses Jahr auf Deutsch erscheinen würde dann würde ich wohl eher zum deutschen Regelwerk greifen.

Wie haltet ihr das? Wartet ihr lieber auf die Übersetzungen, oder kauft ihr direkt das englische Original?

Grüße,
Parz
 

Wulf

Ahn
Ich habe frühzeitig gelernt nur die englischen Regelwerke zu verwenden, da ich die Übersetzungen nicht wirklich gut finde. Und auch wenn ich am Anfang etwas skeptisch war, finde ich V5 von den Regeln her sehr gelungen, auch wenn ich meine geliebten Pfade der Erleuchtung vermisse.
 

Shub-Schumann

Master (of Desaster)
Die V5 bietet einiges, was uns super gefallen hat:
  • Das neue Hunger-System: Man gibt keine Blutpunkte mehr aus, sondern würfelt beim Einsatz von Blut oder beim Aufwachen, ob der Hunger steigt (für Bluteinsatz jenseits von Aufwachen haben alte Säck*innen mehr Würfel). Dadurch wird das Unleben weniger berechenbar, was man natürlich auch ablehnen kann. Wir fanden es gut - vor allem den Nebeneffekt, dass alte Vampire "im Normalbetrieb" genauso oft Essen müssen, wie alle anderen Kinder auch.
  • Ans Hunger-System geknüpft die neue Patzer/Messy-Crit-Regelung.
  • Blutresonanz. Es macht jetzt einen Unterschied, von wem man Blut trinkt.
  • Übernahme von Blood Potency aus Requiem und eine sinnvolle Verbindung mit Generation.
  • Endlich mal belastbare Regeln für Dünnblütige.
  • Der neue Hintergrund. Ahnen und Methuselahs sind passé, die hocken im Nahen Osten und spielen Weltuntergang. Der Sabbat ist nicht mehr so prominent, dafür steht der viel besser nachvollziehbare Konflikt Camarilla vs. Anarchen im Vordergrund. Die 2nd Inquisition finden wir top, ich weiß aber, dass das vielen schräg runter ging, die ihre Vampire lieber als geheime Herren der Welt sehen.
Es gibt natürlich auch Negativpunkte: Die Regeln funktionieren bei Action-Sequenzen, so wie wir die gerne spielen, nicht gut: Sie sind darauf ausgelegt, viel zu erzählen und wenig zu würfeln, was sich mit ein paar Diszi-Kräften leider beißt. Uns hat das das spiel ein stück weit verdorben.

Zu "Fall of London"
Ich kann nur sagen: Finger weg. Die Grundidee ist ok, aber die einzelnen Szenarien sind unausgegorener Quatsch, der sich nur mit mehr Mühe retten lässt, als ich bereit bin zu investieren. Klares "Daumen runter"!
 

MaxSchreck

Halbgott
Zu "Fall of London"
Ich kann nur sagen: Finger weg. Die Grundidee ist ok, aber die einzelnen Szenarien sind unausgegorener Quatsch, der sich nur mit mehr Mühe retten lässt, als ich bereit bin zu investieren. Klares "Daumen runter"!

Was ist denn so unausgegoren und blöd an den Szenarios in Fall of London? Bin auch am überlegen ob ich mir die neue Edition hole oder einfach bei der Alten bleibe...
 

Shub-Schumann

Master (of Desaster)
Nochmal London:
Die Kampagne ist darauf ausgelegt, mit den mitgelieferten vorgefertigten Charakteren gespielt zu werden. Da alle mit Amnesie aufwachen, was zentral für die Handlung ist, war das für uns o.k., aber ich kann mit vorstellen, dass das vielen nicht passt. Trotzdem sind diese Charaktere problematisch:
Sie sind deutlich unterschiedlich alt, einige sind vor der Starre ein Jahrhundert aktiv, andere nur ein paar Monate, aber alle haben Startwerte. Da sie als "Herolde der Sonne" mit großem Brimborium in Starre versetzt wurden, ergibt das wenig Sinn - sie müssten mehr können. Auch im Vergleich mit ihren Gegnern sind sie viel zu schwach, denn in guter alter WoD Tradition hat man bei den Werten noch des kleinsten Polizei-Sergeants aus den Vollen geschöpft, so dass die SC eigentlich keine Chance haben. Klar kann man Werte umstricken, aber man kauft ja auch, um sich diese Arbeit nicht machen zu müssen. Außerdem ist das erste Abenteuer eines neuen Systems immer auch irgendwie Referenz und setzt Standards zum Regeleinsatz, was hier versaut wurde.

Inhalt:
Rahmen: Mithras, der ehemalige Prinz Londons, gilt seit dem Blitz als tot, hat aber die deutschen Bomben doch irgendwie überlebt und ist jahrelang in Starre gewesen. Sein Geliebter/Seelenverwandter Roger de Camden (ehemaliger Cappadocian, der den Körper gewechselt hat, um dem Giovanni-Purge zu entgehen blablabla wie ich solche Schneeflöckchen hasse) hat die Suche nie aufgegeben und mit Hilfe einiger Sabbat-Grobiane den Prinzen gefunden. Der Anführer der besagten Grobiane hat Mithras dann auch gleich mal diableriert, aber wie bei Diablerie üblich ist es ja nicht die unbewiesene Legende, dass der Diablerierte den Diableristen übernehmen könnte, sondern dass Diablerie mal funktioniert wie vorgesehen: Also hockt jetzt Mithras im Körper des Sabbatgrobians. Er hätte gerne 5 Artefakte zurück, in die er einen Teil seiner Essenz übertragen hat, um seine alte Macht wiederzuerlangen. Horkruxe anyone? Blöderweise hat er diese Artefakte nicht bei der Credite Suisse in ein Schließfach gelegt, sondern sie fünf höchst dubiosen Vampiren anvertraut.

Jetzt brauchts also Agenten, um die Artefakte zurückzuholen. Wer nicht erraten kann, an wen der Job geht, sollte das Leiten an den Nagel hängen, er ist ungeeignet für die Aufgabe, und spielen ist ja auch was Feines. Also werden 5 Spezialagenten, genannt "Heralds of the Sun", aufgetaut und ohne hinlängliche Infos auf eine Stadt losgelassen, in der gerade die 2nd Inquisition anfängt, systematisch Vampire zu killen. Spezialfähigkeiten dieser Spezialagenten? Keine. Sind Startcharaktere. Siehe oben.

Die nächsten vier Kapitel sind dann der Wiederbeschaffung jeweils eines Artefakts gewidmet und ... langweilig oder unlogisch.
  1. Die aktuelle Fürstin von London, Lady Anne Bowesley, hat eines der Artefakte, will das aber nur rausrücken, wenn die SC vorher ihren Sire umlegen. Den will sie schon seit Jahren endgültig tot sehen, weil das Schlachten eines Ahnen aber eine delikate Angelegenheit ist, hat sie bisher noch keinen entsprechenden Move gemacht. Die SC, die sie noch nie gesehen hat und die sie folglich auch nicht einschätzen kann, kriegen jetzt von ihr unverblümt den Auftrag, diesen Mord durchzuführen ... und zwar noch in dieser Nacht, also in den nächsten paar Stunden. Kein Witz. Und ums noch absurder zu machen, ist es auch kein großes Problem diesen Ventrue-Ahnen zu messern...
  2. Das zweite Artefakt hat ein Nosferatu. Das Abenteuer geht davon aus, dass die SC halt irgendwie irgendwo in die U-Bahn-Schächte und die Kanalisation von London eindringen - da findet man schließlich die Nossis - wo sie dann tatsächlich zufällig innerhalb einer Nacht auch fündig werden...
  3. Das dritte Artefakt hat eine 2000 Jahre alte Brujah-Ahnin, die sich im British-Museum vor der 2nd Inquisition versteckt. Ihr Problem: Sie kommt da nicht raus, dabei würden die sie verfolgen, die finden sie aber auch nicht da drin, weil sie im Boden pennt. So weit, so merkwürdig. Genug Essen hat sie wegen der Museumsbesucher. Wie ein Brujah-Ahn, der einfach nur weg will (Celerity, Potence), aufgehalten werden soll, ist schleierhaft und es macht das Szenario in sich unlogisch.
  4. Das vierte Szenario funktioniert, hat aber keinen Spannungsbogen.
Das Finale ist lame, weil man das ganze Spiel über keine Beziehung zu Mithras aufbaut.

Das ist die Kurzversion, spart euer Geld lieber für was anderes.
 
Zuletzt bearbeitet:

DerMahr

Überheld
Man mag über Fall of London denken, was man mag, aber insgesamt ist die V5 wirklich sehr lohnenswert. Sie ist das bisher beste Vampire-Rollenspiel, das ich kenne.
 

Parzival88

Halbgott
Danke für die Antworten. Hab mir jetzt die v5 auf englisch geholt, wegen Fall of London schau ich dann mal. Jetzt erst Regeln pauken :)

Wenn ihr Fall of London nicht wirklich empfehlen könnt habt ihr dann vielleicht Tipps wie man am Besten eine Story aufzieht?
Nutzt ihr das Story Telling System?

Neben dem Story Problem hab ich mich auch immer schwer getan Gegner zu erstellen. Die v20 hatte meines Wissens nach nicht wirklich ein System wie man ältere Vampire oder andere Gegner erstellt die für die PC auch eine Herausforderungen sind, aber halt auch nicht zu mächtig.
Gibt es da in dem v5 Regelwerk mehr dazu?

Grüße,
Parz
 

Das Arkanum

Atheist von Gottes Gnaden
Teammitglied
A) Es gibt ein Starterset für ein paar Euronen. Ich kenn die Qualität der Story nicht. Aber wenn man wirklich nicht auf eine eigene Geschichte kommt, dann ist das vielleicht was.
B) Chicago bei Nacht ist der erste Städteband. Es beschreibt Fraktionen, eine feste Story und eine Reihe von Storyhooks außerhalb der Mainstory. Die werden durch Chicago Folios und Let the Street Run Red, welches ab heute zum Kauf zur Verfügung steht, erweitern diese. Das Buch wird vielseits für seinen Umfang und Geschichtenreichtum gelobt.
C) Denk dir selbst was aus. Es ist wirklich nicht so schwer. Unterhalt dich mit den Spielern was sie sich vorstellen. Betreib etwas recherche. Denk dir eine Handlung für einen Abend aus. Irgendwas leichtes, was sich in einem Satz zusammenfassen lässt.

Zum Beispiel: Die Harpie ist einen tragischen Unfall zum Opfer gefallen. Nach einer ausschweifenden Party ist der Zimmerservice reingekommen und hat den Raum mit direkten Sonnenlicht geflutet. Das Zimmermädchen hat einen Schock erlitten und ist im Krankenhaus unter Beobachtung. Tragisch. Viel wichtiger: was ist mit dem Notizbuch der Harpie basiert? Eurer Auftraggeber will es haben - um jeden Preis. Wenn ihr dabei einen Maskeradenbruch verhindern könnt, um so besser. Wenn da nur nicht die beiden Detectives wären, die bereits angefangen haben fragen zu stellen...

Ich versprech dir von da an wird es ein Selbstläufter.


Neben dem Story Problem hab ich mich auch immer schwer getan Gegner zu erstellen. Die v20 hatte meines Wissens nach nicht wirklich ein System wie man ältere Vampire oder andere Gegner erstellt die für die PC auch eine Herausforderungen sind, aber halt auch nicht zu mächtig.
Gibt es da in dem v5 Regelwerk mehr dazu?

Im besten fall folgen sie den gleichen Regeln der Charaktererschaffung. Es gibt Werte für Erfahrungspunkte je nach Alter.

Ein Blick wie WW/OPP es machen schadet auch nicht:
Wenn du etwas on the spot brauchst, dann geh nach Kategorien (Physikalisch, Social, Mental) und priorisiere sie 4/5/7. Wähle ggfs spezielle Würfelpools aus, die besser dastehen oder modifizier alles um einen gewissen Härtegrad.

EDIT: Hey, das ist ein cooles Feature für Google Spreadsheets. Da werd ich doch gleich ein eigenes Thema für aufmachen.
 
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