Rezension Gigantenkrieger (WHFB; Gotrek & Felix #7)

Dieses Thema im Forum "Warhammer Fantasy" wurde erstellt von Nepharite, 28. September 2010.

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  1. Nepharite

    Nepharite Erstgeborener

    William King - Gotrek & Felix 7: Gigantenkrieger


    [User-Rezi] von Nepharite


    Ulthuan -die Insel der Elfen- droht im Meer zu versinken. Die mächtige Magie, die das Land einst aus den Fluten empor steigen ließ, verblasst und verändert sich. Daher macht sich ein Sohn Ulthuans, der Erzmagier Teclis, auf die Suche nach der Ursache des Übels, das seiner Rasse den Untergang bringen könnte.
    Auf den "Wegen der Alten", magischen Reiserouten außerhalb der Realität, welche einst von gottgleichen Zauberern geschaffen wurden, um die Länder von Lustria bis Kathay zu verbinden, trifft er auf Felix und Gotrek. Die beiden Helden verschlug es nach ihrem letzten Abenteuer in Sylvania während der Verfolgung marodierender Tiermenschen in diese Transitwege, die sie nun nicht mehr verlassen können, wobei ihre Gefangenschaft einen nicht endenden Kampf gegen die Diener der Chaos-Götter bedeutet, welche im Laufe der Jahrhunderte das Wegesystem weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht haben, um darüber auch in die entferntesten Reiche mit Heerscharen von Monstern einfallen zu können.

    Teclis erkennt in den beiden Gefährten -trotz der schwelenden Todfeindschaft zwischen Elfen und Zwergen- potenzielle Verbündete und schafft es dank seiner überragenden magischen Fähigkeiten, sie aus ihrem Gefängnis zu befreien. Gemeinsam erreichen sie die sagenumwobene Inseln Albion, den Ort, an dem die "Winde der Magie" zusammenfließen und wo die Ursache der Erschütterungen Ulthuans zu liegen scheinen. Genaue Auskunft darüber kann ihnen jedoch nur das Orakel Albions geben, denn sein Wissen reicht weiter in die Vergangenheit und Zukunft als selbst das der Elfen. Entsetzt müssen die Verbündeten jedoch feststellen, dass es auch Horden von Orks zum Orakel zieht und dass diese grünen Kampfmaschinen schon einen großen Teil der menschlichen Schutzgarde vernichtet haben.

    Einmal mehr beweist William King, dass er das Sujet der klassischen Sword & Sorcery vor einem spielbasierten Hintergrund aus dem Effeff beherrscht. Das Ergebnis ist eine Story, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite den ihren Bann zieht.
    Dabei liegt die Qualität der Geschichte keineswegs in einer originellen Konstruktion oder einer Absage an lieb gewonnene Klischees, denn die neutrale, von Ort zu Ort springende Erzählperspektive ist die, die der Leser aus sämtlichen WH- und WH40k-Romanen des Autors kennt und die Feindschaft zwischen Elfen und Zwergen ist spätestens seit Tolkien Fantasy-Standard. Weiterhin wurde die Entwicklung der Hauptprotagonisten anscheinend in den ersten Bänden abgeschlossen, so dass sich auch auf dieser Richtung jenseits Felix´ ständiger Litaneien und Gotreks Heldentod-Suche nichts Erwähnenswertes ereignet.

    Vielmehr beruht die Faszination der Geschichte auf der Figur des Teclis, der -anders als der freundliche Elf von nebenan- durchaus ein skrupelloser und mörderischer Zeitgenosse sein kann und im Ringen mit seiner dunklen Seite zu erstaunlich tiefsinnigen Reflexionen über sein ursprüngliches Wesen und die Beziehungen seiner Rasse zu den anderen Völkern der Warhammer-Welt fähig ist. Und genau diese Gedankengänge gehören zu den Höhepunkten des Buches, weil sie in Verbindung mit den ablehnenden Reaktionen der anderen Charaktere gegenüber dem Elfen einen Eindruck fundamentaler Andersartigkeit vermitteln und die Elfen zu weit mehr machen als naturverbundene Menschen mit spitzen Ohren. Konsequenterweise kann daher auch aus der Todfeindschaft der Elfen mit den Zwergen keine Freundschaft erwachsen, sodass die Beziehung von Teclis und Gotrek bis zum Ende eine Gratwanderung zwischen Leben und Tod bleibt, ein reines Zweckbündnis, geschlossen für den Augenblick.

    Zum Anderen lebt das Buch von der sehr intensiven, surrealen und düsteren Atmosphäre, welche das Geschehen auf den "Wegen der Alten" und der geheimnisvollen Insel Albion prägt und die King durchaus gekonnt zu vermitteln weiß. Gerade in diesen Passagen zeigt sich ein erzählerisches Talent, das ihn von anderen aktuellen Autoren des S&S-Genres -wie bspw. R.A.Salvatore- wohltuend unterscheidet.

    Fazit: Wer von Kings Warhammer-Roman etwas anderes als eine klassische Sword & Sorcery-Geschichte erwartet, braucht das Buch gar nicht erst in die Hand zu nehmen. Diejenigen aber, die es tun, werden mit einer fesselnden, temporeichen und atmosphärisch dichten Story voller Monster und Magie belohnt.Den Artikel im Blog lesen
     
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