Raben-AAS
Clansgründer
- Registriert
- 27. Juni 2005
- Beiträge
- 2.879
Hi!
Ebenn fragte mich jemand den ich vom VtM-Live kenne per PN:
Und ich denke, die Anntwort darauf könnte auch für andere interessant sein.
(Zudem mich interessiert, ob andere VtR-Live-Spieler ähnliche Erfahrungen wie wir mit unsererr Runde gemacht haben).
Hier also meine Antwort:
Der erste Grundsatz des Vampire Live Spiels bleibt bestehen: "Das ist eine Frage der SL und der Spieler".
Man kann Requiem unter Garantie genauso nasig und beknackt und powergamig und stumpf spielen wie jede "dank" betr. Spieler/SL nasige, beknackte, powergamige und stumpfe Maskerade-Runde.
ABER das sollte man natürlich nicht
Ausgehen kann ich nur von meiner eigenen VtR-Runde, da ich auch keine andere VtR-Live-Runde durch persönliches Spiel kenne.
Ich habe zu meiner großen Verblüffung festgestellt, dass (zumindest bei uns) VtR wirklich ANDERS gespielt wird als VtM.
Beispiel: Zwei Charaktere die sich nicht kennen stehen nebeneinander an der Theke. Keine 5 Minuten später befinden sie sich in einem ernsten Zwist über das Unleben des Vampirs, was seine Rolle in der Welt ist, was für einen Sinn das Ganze hat.
Die persönliche Rolle des einzelnen Vampirs ist ungleich wichtiger als bei VtM, da die "Über-Ebene" ja komplett fehlt.
Nicht zu verachten ist außerdem, dass mit der Möglichkeit des Bund-Wechsels ein völlig neuer Ansatz für SC-Aktivität vorliegt: Ein bisschen ist das so, als hätten bei VTM die Tremere die Möglichkeit, Brujah oder Ventrue zum Clan-Beitritt zu bewegen (und umgekehrt natürlich).
Du erhältst quasi die VtM-Grundstrukturen, schaffst aber neue Strukturen und Kombinationsmöglichkeiten und damit Plotansätze "on top", und hast auf keiner Ebene den Plotkiller "das würde der Clan nie zulassen", "das handhabt die Camarilla anders", "gegen die Macht der Ahnen hast du eh nix zu melden" sitzen.
In short kann man sagen: Man schenkt sich bei VtR komplett die Ebene des Spiels, mit der sich ohnehin nur die SL beschäftigt hält, und geht gleich in den persönlichen Klinsch der Charaktere zueinander.
Dazu trägt auch bei, dass (zumindest bei uns) speziell solche Leute VtR spielen, denen es bei VtM zu wenig Möglichkeiten für Plots, Veränderungen, Machtspiele, erfolgversprechende Intrigen und umgekehrt eben Spiel mit bewussten Fehlern (Ausraster, Beleidigungen, Fehden etc.) gab.
Plus solche, die anfingen VtM zu spielen weil sie einen VAMPIR spielen wollten, und aufhörten, nachdem sie erkannten dass sie nur "Einheit 12 aus der Klasse der Brujah" darstellten.
Hmm. Wie kann man das noch ausdrücken...
Wenn du 21 VtM-Spieler hast, entstanden daraus (in "Idealverteilung" gerechnet, es geht nur um eine Illustration) 7 Klassen von Charakteren x3 Charaktere. Diese Klassen - Camarilla-Brujah, Camarilla-Gangrel ... - waren innerlich auf "Homogenität" ausgerichtet, ergo hast du im Spiel immer die Dominanz von 7 "Rollenmustern" gehabt. Inklusive zuweilen dem Streit darum, wie "fix" diese Muster sind ("das was du da spielst würde ein Ventrue nie tun").
Bei Requiem hast du die 5 Clane (plus ggf. unbegrenzt viele Blutlinien, aber lassen wir die mal außen vor), die sich dann auf 5 Bünde (plus ggf. unbegrenzt viele kleinere Kabalen innerhalb und außerhalb dieser Bünde) verteilen.
Damit hast du selbst WENN du das Spiel sehr auf Rollenmuster fixieren würdest (ein Mechanismus, auf den VtM-Spieler aus Gewohnheit verfallen könnten) bereits 25 Grundrollen (Carthianer-Daeva, Invictus-Daeva, Lancea-Daeva... bzw. Carthianer-Daeva, Carthianer-Gangrel, Carthianer-Mekhet...).
Bei angenommenen 21 Spielern hast du demzufolge nicht wie bei VtM 7 Rollen vertreten durch je 3 Rollen-Kopien, sondern 21 durch je 1 einzelnen SC vertretene Rollenmuster plus weitere 4 bisher unbesetzte Grundrollen! (5 Clane x 5 Bünde = 25 Rollen-Archetypen)
Damit steht schon mathematisch das Individuum vor der Gruppe, dem Bund, der Klasse, dem Klischee (und auf der "Negativebene" nnatürlich auch vor dem Klischee als Orientierungs-Leitfaden für Einsteiger).
Diese Fokussierung auf das Individuum wird im System stringent durchgehalten, und führt dazu dass man sich weniger hinter seinem Rollen-Klischee "verstecken" kann.
Das wiederum führt (bei uns) zu einem stärkeren "Gloves OFF" Konfliktspiel. Und zwar OHNE dass eine SL mit geladener Waffe hinter den Spielern steht und jammert "nun macht doch mal, büdde".
Klar: Am Anfang gab es auch bei uns Hemmungen, jeder war unsicher, ob er "richtig" spielt ("darf ich mich als Gangrel der Ordo Dracul so verhalten?"), wollte erstmal gucken, wie die anderen spielen.
Nachdem aber in den Köpfen ANGEKOMMEN war, dass das hier nicht VtM ist und jeder einfach gottverdammt den Vampir spielen soll, den er sich rein persönlich vorstellt, und das mit aller Konsequenz - BLAMMO! - ging das Spiel plötzlich ab.
Und feuert seitdem eifrig weiter, mit einer anähernd "arbeitslosen" SL.
Warum nicht?
Klar, ich weiß: VtMler finden Requiem doof, Aufklärungsarbeit, Pionierarbeit, keine Spieler, kein Spieler-Interesse, teures Material, Arsch aufreißen, bis es läuft, man hat mit VtM so viel Trouble gehabt dass das nicht alles umsonst gewesen sein soll bla bla bla...
Aber lies das Material aufmerksam(!), lies die Requiem-Romane, glaub ein bisschen daran dass das wirklich im Live-Spiel möglich ist und VtM den Zenit in Dtl. eh vor 2-3 Jahren überschritten hat, und erkenne dass Requiem die Mühe, den Frust und den Trouble wirklich wirklich WERT IST!
+ + + +
Also, ihr anderen Requiem-Live-Spieler und -SLs:
Wie seht ihr das? Was für Erfahrungenn habt ihr gemacht?
AAS
Ebenn fragte mich jemand den ich vom VtM-Live kenne per PN:
Du hast doch jetzt schon etwas VtR Live Erfahrung.
Sind zum VtM Live gravierende Unterschiede?
Oder ist es doch alles nur das gleiche?
Unterschiede in der SL Führung?
Spielen die Spieler ihre Charis "anders"?
Und ich denke, die Anntwort darauf könnte auch für andere interessant sein.
(Zudem mich interessiert, ob andere VtR-Live-Spieler ähnliche Erfahrungen wie wir mit unsererr Runde gemacht haben).
Hier also meine Antwort:
Der erste Grundsatz des Vampire Live Spiels bleibt bestehen: "Das ist eine Frage der SL und der Spieler".
Man kann Requiem unter Garantie genauso nasig und beknackt und powergamig und stumpf spielen wie jede "dank" betr. Spieler/SL nasige, beknackte, powergamige und stumpfe Maskerade-Runde.
ABER das sollte man natürlich nicht
Ausgehen kann ich nur von meiner eigenen VtR-Runde, da ich auch keine andere VtR-Live-Runde durch persönliches Spiel kenne.
Ich habe zu meiner großen Verblüffung festgestellt, dass (zumindest bei uns) VtR wirklich ANDERS gespielt wird als VtM.
Beispiel: Zwei Charaktere die sich nicht kennen stehen nebeneinander an der Theke. Keine 5 Minuten später befinden sie sich in einem ernsten Zwist über das Unleben des Vampirs, was seine Rolle in der Welt ist, was für einen Sinn das Ganze hat.
Die persönliche Rolle des einzelnen Vampirs ist ungleich wichtiger als bei VtM, da die "Über-Ebene" ja komplett fehlt.
Nicht zu verachten ist außerdem, dass mit der Möglichkeit des Bund-Wechsels ein völlig neuer Ansatz für SC-Aktivität vorliegt: Ein bisschen ist das so, als hätten bei VTM die Tremere die Möglichkeit, Brujah oder Ventrue zum Clan-Beitritt zu bewegen (und umgekehrt natürlich).
Du erhältst quasi die VtM-Grundstrukturen, schaffst aber neue Strukturen und Kombinationsmöglichkeiten und damit Plotansätze "on top", und hast auf keiner Ebene den Plotkiller "das würde der Clan nie zulassen", "das handhabt die Camarilla anders", "gegen die Macht der Ahnen hast du eh nix zu melden" sitzen.
In short kann man sagen: Man schenkt sich bei VtR komplett die Ebene des Spiels, mit der sich ohnehin nur die SL beschäftigt hält, und geht gleich in den persönlichen Klinsch der Charaktere zueinander.
Dazu trägt auch bei, dass (zumindest bei uns) speziell solche Leute VtR spielen, denen es bei VtM zu wenig Möglichkeiten für Plots, Veränderungen, Machtspiele, erfolgversprechende Intrigen und umgekehrt eben Spiel mit bewussten Fehlern (Ausraster, Beleidigungen, Fehden etc.) gab.
Plus solche, die anfingen VtM zu spielen weil sie einen VAMPIR spielen wollten, und aufhörten, nachdem sie erkannten dass sie nur "Einheit 12 aus der Klasse der Brujah" darstellten.
Hmm. Wie kann man das noch ausdrücken...
Wenn du 21 VtM-Spieler hast, entstanden daraus (in "Idealverteilung" gerechnet, es geht nur um eine Illustration) 7 Klassen von Charakteren x3 Charaktere. Diese Klassen - Camarilla-Brujah, Camarilla-Gangrel ... - waren innerlich auf "Homogenität" ausgerichtet, ergo hast du im Spiel immer die Dominanz von 7 "Rollenmustern" gehabt. Inklusive zuweilen dem Streit darum, wie "fix" diese Muster sind ("das was du da spielst würde ein Ventrue nie tun").
Bei Requiem hast du die 5 Clane (plus ggf. unbegrenzt viele Blutlinien, aber lassen wir die mal außen vor), die sich dann auf 5 Bünde (plus ggf. unbegrenzt viele kleinere Kabalen innerhalb und außerhalb dieser Bünde) verteilen.
Damit hast du selbst WENN du das Spiel sehr auf Rollenmuster fixieren würdest (ein Mechanismus, auf den VtM-Spieler aus Gewohnheit verfallen könnten) bereits 25 Grundrollen (Carthianer-Daeva, Invictus-Daeva, Lancea-Daeva... bzw. Carthianer-Daeva, Carthianer-Gangrel, Carthianer-Mekhet...).
Bei angenommenen 21 Spielern hast du demzufolge nicht wie bei VtM 7 Rollen vertreten durch je 3 Rollen-Kopien, sondern 21 durch je 1 einzelnen SC vertretene Rollenmuster plus weitere 4 bisher unbesetzte Grundrollen! (5 Clane x 5 Bünde = 25 Rollen-Archetypen)
Damit steht schon mathematisch das Individuum vor der Gruppe, dem Bund, der Klasse, dem Klischee (und auf der "Negativebene" nnatürlich auch vor dem Klischee als Orientierungs-Leitfaden für Einsteiger).
Diese Fokussierung auf das Individuum wird im System stringent durchgehalten, und führt dazu dass man sich weniger hinter seinem Rollen-Klischee "verstecken" kann.
Das wiederum führt (bei uns) zu einem stärkeren "Gloves OFF" Konfliktspiel. Und zwar OHNE dass eine SL mit geladener Waffe hinter den Spielern steht und jammert "nun macht doch mal, büdde".
Klar: Am Anfang gab es auch bei uns Hemmungen, jeder war unsicher, ob er "richtig" spielt ("darf ich mich als Gangrel der Ordo Dracul so verhalten?"), wollte erstmal gucken, wie die anderen spielen.
Nachdem aber in den Köpfen ANGEKOMMEN war, dass das hier nicht VtM ist und jeder einfach gottverdammt den Vampir spielen soll, den er sich rein persönlich vorstellt, und das mit aller Konsequenz - BLAMMO! - ging das Spiel plötzlich ab.
Und feuert seitdem eifrig weiter, mit einer anähernd "arbeitslosen" SL.
Nein will keine VtR Domäne aufmachen![]()
Warum nicht?
Klar, ich weiß: VtMler finden Requiem doof, Aufklärungsarbeit, Pionierarbeit, keine Spieler, kein Spieler-Interesse, teures Material, Arsch aufreißen, bis es läuft, man hat mit VtM so viel Trouble gehabt dass das nicht alles umsonst gewesen sein soll bla bla bla...
Aber lies das Material aufmerksam(!), lies die Requiem-Romane, glaub ein bisschen daran dass das wirklich im Live-Spiel möglich ist und VtM den Zenit in Dtl. eh vor 2-3 Jahren überschritten hat, und erkenne dass Requiem die Mühe, den Frust und den Trouble wirklich wirklich WERT IST!
+ + + +
Also, ihr anderen Requiem-Live-Spieler und -SLs:
Wie seht ihr das? Was für Erfahrungenn habt ihr gemacht?
AAS