Erfahrungen mit den verschiedenen Erzählmodalitäten

Dieses Thema im Forum "Fragen & Koordination" wurde erstellt von harekrishnaharerama, 17. Dezember 2010.

Moderatoren: Lyrkon Alàeren
  1. harekrishnaharerama

    harekrishnaharerama Großer Alter

    Hallo ;)

    Ich bereite mich auf ein kommendes Forenrollenspiel vor. Dabei sind mir natürlich auch Skars Tipps unter gekommen.
    Hier nochmal die Zusammenfassung:

    Regellastig oder regelfrei?
    Wie soll das InTime ablaufen? Eher regelvernachlässigend, oder vielleicht mit Hausregeln?

    Rede
    Soll direkte Rede (vermittelt Nähe) oder indirekte Rede (vermittelt Distanz) genutzt werden?

    Person
    Soll in erster Person Singular (stärkere Selbstwarnehmung) oder dritter Person (stärkere Umweltausprägung) geschrieben werden?

    Tempus
    Soll im Präsens (hebt hervor/vergegenwärtigt, ermüdet aber auch den Leser) oder im Präteritum (weit verbreitete Roman-Erzählform) beschrieben werden?

    Beschreibung
    Lebendige Beschreibungen nutzen häufig das Beschreiben aller Sinneswahrnehmungen. Reine Augen-Doppler können dagegen eher trist wirken.

    Vorwegnehmen von Empfindungen anderer Charaktere
    Oft wirkt es gängelnd, wenn ein Vorposter oder SL bereits das Empfinden oder gar Handlungen von Spielercharakteren vorwegnimmt. Der Umgang damit sollte unter Bedacht erfolgen.

    Meine Fragen:
    Mit welchen Modalitäten habt Ihr gute Erfahrungen gemacht?
    Gibt es welche, die Ihr von vornherein ausschließen würdet?


    Freundliche Grüße
    ;)
     
  2. Nightwind

    Nightwind Erzketzer

    AW: Erfahrungen mit den verschiedenen Erzählmodalitäten

    Meine persönlichen Vorlieben:

    Ich komm mit allem zurecht. Wenn ich mich entschieden habe, was mitzuspielen, dann kann ich im Allgemeinen die Regeln. Ein relaxter Umgang damit wird aber begrüßt.

    Direkt. Mach ich am Tisch zumeist genauso. Nur unwichtige oder langwierige Sachen vielleicht anders: Er bestellte ein Bier und setzte sich dazu. Dann erzählte er die ganze Geschichte, wofür er eine halbe Stunde brauchte. (davon ausgehend, dass 'die ganze Geschichte' in einem thread oder anderswo nachgelesen werden kann)

    Dritte Person. Ich bin nicht meine Figur.

    Von Anfang meiner Chatrollenspiellaufbahn an hab ich mir Präsens angewöhnt (wie auch am Spieltisch verwendet), Präterium wäre eine nervige Umstellung, die meinen Schreibfluss bricht. Wie andere schreiben ist mir aber einerlei, mir kommt es auf den Inhalt an, nicht die Zeitform.
    Echte Interessensfrage: Warum ermüdet das den Leser bzw. wer ist da wie draufgekommen?

    Yup, lebendige Beschreibungen wären wünschenswert. Aber der Mensch ist ein Augentier, darum finde ich auch Bildeinsatz immer gut.

    Ein schmaler Grat. Wenn ich etwas beschreibe wie "Sie wirkt klein und verloren in dem riesigen Sessel." beschreibe ich ja auch schon (mögliche) Empfindungen der anderen Charaktere. Meist mache ich es wie bei Aktionen, also Konjunktiv. "Das Hemd spannt sich über die darunter deutlich erkennbaren Muskeln, was auf viele einschüchternd wirken mag."

    Größtmögliche Freiheit, aber Regel- und vor allem Hintergrundtreue.

    Zeitformenzwang in Richtung Präterium. Ist mir zu stressig, saugt Schreibspaß weg. ;)
     
  3. Vision

    Vision caitiff par excellence

    AW: Erfahrungen mit den verschiedenen Erzählmodalitäten

    Regellastig oder regelfrei?
    Wie soll das InTime ablaufen? Eher regelvernachlässigend, oder vielleicht mit Hausregeln?

    Hmm.. schwer zu beantworten. Das kommt sehr stark auf die Campaign an und was das Ziel sein soll. Grundsätzlich mag ich es wenn Regeln dem Spiel zu Grunde liegen, das schafft eine Faire Ausgangsbasis für alle Spieler. Hausregeln machen mir nichts aus, solange ich bescheid weiß... also im Vorfeld bereits klar sind oder aber wenn sie später eingeführt sind, mit den Spielern besprochen wurden. Ninja-Hausregeln die einfach so aus dem Nichts auftauchen, darauf hab ich kein Bock.

    Rede
    Soll direkte Rede (vermittelt Nähe) oder indirekte Rede (vermittelt Distanz) genutzt werden?

    Wie es gerade gebraucht wird und wie ich meine das ich es gerade verwenden will. Ich glaube bei einer Runde die mir eine Art zu schreiben vorschreibt würde ich nicht mitspielen... bzw. ich würde es mir schwer überlegen ob ich bei einem GrammarNazi mitspielen würde. Ich hab schon nen Sprachnazi als Chef, deshalb brauch ich das nicht auch noch in meiner Freizeit.

    Person
    Soll in erster Person Singular (stärkere Selbstwarnehmung) oder dritter Person (stärkere Umweltausprägung) geschrieben werden?

    Dritte Person... erste Person stört mich. Wenn jemand meint erste Person schreiben zu müssen, würde ich die Posts nur bedingt lesen.

    Tempus
    Soll im Präsens (hebt hervor/vergegenwärtigt, ermüdet aber auch den Leser) oder im Präteritum (weit verbreitete Roman-Erzählform) beschrieben werden?

    Ich bevorzuge Präteritum... wie andere Schreiben ist mir egal.

    Beschreibung
    Lebendige Beschreibungen nutzen häufig das Beschreiben aller Sinneswahrnehmungen. Reine Augen-Doppler können dagegen eher trist wirken.

    Hmm... wie es in den Wald schreit so hallt es heraus. Je mehr Spass mir ein Spiel macht und je mehr Spass mir ein Charakter macht, umso mehr 'Mühe' gebe ich mir beim Beschreiben. Dazu kommt natürlich auch noch hinzu wie mein persönlicher Stress- und Muse-Pegel ist.

    Vorwegnehmen von Empfindungen anderer Charaktere
    Oft wirkt es gängelnd, wenn ein Vorposter oder SL bereits das Empfinden oder gar Handlungen von Spielercharakteren vorwegnimmt. Der Umgang damit sollte unter Bedacht erfolgen.

    Vorposter? Ein anderer Spieler hat mir nicht vorzuschreiben was mein Charakter empfindet, er kann es gern implizieren aber ob mein Charakter dann auch so empfindet ist meine Sache. Ein Spielleiter? Da kommt es ganz drauf an, manche Sachen gehen zu weit, andere stören mich nicht. Das muss Situationsbezogen entschieden werden. Wichtige Gefühle wie z.b. Liebe oder 'Panik' will ich vorher abgesprochen haben. Ein einfaches "es überkommt dich ein beklemmendes Gefühl" würde bei mir weniger auf Widerstand stoßen als ein "Dein Charakter nässt sich ein vor Panik". Aber für solche Sachen gibt es gewöhnlich einen OOC Thread.

    Meine Fragen:
    Mit welchen Modalitäten habt Ihr gute Erfahrungen gemacht?

    Relaxter Umgang miteinander, hier und da auch mal nen freundlichen/witzigen/blödelden Kommentar im OOC zu einer Situation... gemeinsames Spielziel... und vorzugsweise Spieler die, auch wenn die Charaktere sich nicht mögen, immer noch in der Lage sind zwischen Spielcharakter und Spieler zu trennen, bzw. auch ihre OOC kommentare oder begleitenden Texte nicht mit Spitzen gegen den Spieler und seine/ihre Spielweise spicken.

    Gibt es welche, die Ihr von vornherein ausschließen würdet?
    Ja. Wenn man mir vorschreiben würde 1ste Person Präsenz zu schreiben wäre es sofort ein No-Go für mich. Auch können andere Modalitäten dafür sorgen das ich kein Interesse an einem Play habe. Z.b. eine zu abgedrehte Story oder Hausregeln... oder Regeleinschränkungen wie z.b. "Nur die und die Rasse/Glaubensrichtung/Beruf/Whatever".
     
  4. yennico

    yennico John B!ender

    AW: Erfahrungen mit den verschiedenen Erzählmodalitäten

    Es kommt auf das System und die Intime drauf an. Die Marvel Intime zeigt wie man relativ ohne Regeln spielen kann. Ich bevorzuge aber eher eine z.T. regelvernachlässigende Leitung. Die Regeln sollten den Spielfluss nicht zu sehr aufhalten. Ich als SL gewichte z.B. Würfe, Ist es wirklich wichtig, dass ein Wurf geschafft wird, dann muss er gewürfelt werden. Hat der Wurf relativ wenig Auswirkungen gebe ich entsprechende Infos auch ohne Wurf raus. Auch wenn es keine echte offizielle Regel ist (man darf bei D&D keine 10 auf bestimmte Skills nehmen), überlege ich mir was der PC mit einen durchschnittlichen Wurf erfahren würde. Ich vermeide Würfe, wo es möglich ist. Im Kampf halte ich mich aber genau an die Regeln, denn ich will keinen PC durch irgendeine Regelnachlässigkeit töten.
    Ja, Hausregeln sinnvoll und manchmal notwendig. Diese sollten möglichst vor Spielbeginn bekannt sein und müssen von den Spielern natürlich akzeptiert werden.

    Ich mag nur direkte Rede.

    Dazu habe ich keine Meinung. Ich habe in der einen Intime, die ich gespielt habe in dritter Person geschrieben.

    Ich schreibe meine Intime derzeit im Präsens (anfangs habe ich sie im Präteritum geschrieben), aber ich muss aufpassen, dass ich nicht im Präteritum schreibe. Mir fällt im Präteritum schrieben einfacher.

    Es sollten möglichst alle Sinne angesprochen werden. Je mehr Beschreibung es gibt, desto plastischer wird es, aber es lässt auch weniger Raum fürs Kopfkino. Es ist immer eine Gradwanderung, mit wie vielen Strichen man die Umgebung skizziert.

    Das kann zum großen Streitpunkt einer Intime werden. Dabei ist es egal, ob es ein anderer Spieler oder der SL macht. Über kleinere Dinge sehe ich hinweg, aber größere Sachen würde ich entsprechend per PM oder Post im OCC ansprechen, denn das geht gar nicht.

    Nightwind und Vision haben mehr Intime Erfahrungen als ich, daher können sie besser antworten.
    Es sollte immer ein höflicher Umgang herrschen. Toleranz ist auch wichtig. Die Ansichten zum Rollenspiel sollten ähnlich sein.
    Man sollte immer bedenken, dass nicht jeder alle Bücher des Systems besitzt oder gelesen hat.
    Lone Wolf Charaktere egal welcher Art würde ich schon mal gar nicht zulassen.

    Ich würde in keiner Intime mitspielen, wo ich z.B. jeden Tag einen Postzwang habe.
     
Moderatoren: Lyrkon Alàeren
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