Die Reihe
Deadlands: The Weird West ist die um 1875 startende klassische Deadlands-Reihe und hat
orange-farbene Cover. Hier ist 1863 der "Event", wie es die Pinkerton-Agentur, welche mit übernatürlichen Ermittlungen betraut ist, nennt, eingetreten, als am 3. Juli 1863 bei der blutigen Schlacht um Gettysburg sich die Toten beider Seiten begannen zu erheben und die Gehirne der Lebenden zu verspeisen. Danach kam es alles noch schlimmer und der Old West wurde zum Weird West.
Die Reihe
Deadlands: Hell on Earth (auch The Wasted West genannt) spielt um 2093 und hat
giftig-grüne Cover. In diesem post-apokalyptischen Deadlands-Setting haben die Helden des Weird West Zeitalters leider versagt (oder besser: irgendjemand hat beim Lauf der Geschichte getrickst

) und die "Bösen" haben gewonnen. Nun sind die Charaktere mit dem Fulltime-Job "Überleben" beschäftigt, was garnicht so einfach ist, wo doch alles verstrahlt und verseucht ist, radioaktivitätschleudernde Mutanten herumlaufen, durchgeknallte Cyborgs, fanatische Templer mit echten(!) Heiligen, kriegstraumatisierte Syker (Psioniker), toxische Schamanen, etc. Und richtig schlimm: die meisten Städte sind inzwischen echte Deadlands geworden, etwas, das im Weird West die extreme Ausnahme war, ist nun schlimme Realität für die Charaktere.
Die (sehr kurze - nur zwei Bände und ein Roman!) Reihe
Deadlands: Lost Colony (auch The Way-out West genannt) spielt um 2093, also fast zeitgleich wie "Hell on Earth", aber auf der Koloniewelt Banshee, und hat
violette Cover. Die Ereignisse im "
Unity"-Abenteuer (welches übrigens
gift-grün UND
violett vom Cover her ist - ein Zeichen für den Cross-over-Charakter dieses Szenarios) sind maßgeblich bestimmend für das "Lost" in "Lost Colony" und für allen späteren Ärger, der sich dann auf dieser Kolonie zuträgt.
Die gesamte Deadlands-Reihe ("Weird West", "Hell on Earth", "Lost Colony") bekommt übrigens in wenigen Monaten in komplett überarbeiteter Neufassung, diesmal nach dem
Savage Worlds Regelwerk, dem neuen Haussystem von
Pinnacle/Great White Games, dem Verlag von Deadlands, heraus. Diese haben ein komplett neues Design (nicht ganz so "trashig" wie die alten Deadlands-Publikationen). Als erstes wird Ende Juli
Deadlands:Reloaded verfügbar sein, einen Monat später
Hell on Earth: Reloaded und noch einen Monat später
Lost Colony: Reloaded.
@Skar: in welchem Grundregelwerk hast Du das gelesen? In der deutschen Übersetzung der 1. Ed., in der US-Ausgabe der 1. Ed oder der 2. Ed? Ich bin mir ziemlich sicher, das solche Hinweise zum einen auf das "Lost Colony"-Buch, zum anderen aber auch auf die Dead Presidents-Kampagne gegeben wurden. Nur was davon ist glaube ich nun, wo alle nach dem Deadlands Classic System und alle Deadlands d20 Reihen des Verlags eingestellt wurden, eher müßig.
Es ist sehr schade, daß der deutsche Übersetzer Spielzeit es in all den Jahren nur zum alten Grundregelwerk, einem Ergänzungsregelband, einem Spielleiterschirm, und dem "Zauberer"-Band "Hucksters" gebracht hat. Da fehlt so vieles, was m.E. zum Genuß von Deadlands wichtig ist: die Regionenbeschreibungen insbesondere The Great Maze (über die Reste von Californien), City of Gloom (über Salt Lake City, DER High-Steam-Tech-Metropole der Welt), River of Blood (über den Mississippi und New Orleans), Back East: The North (über den industrialisierten Norden), Back East: The South (über den ritterlichen Süden), The great weird North (Kanada, Alaska), South of the Border (Mexiko und Co.), die berufsbezogenen Bände Fire&Brimstone (über die Priester), Ghost Dancers (über die Schamanen und überhaupt über alles, was man braucht um einen Indianer zu spielen), Smith&Robards (DAS Buch für die verrückten Wissenschaftler), The Agency (über - na? - The Agency), Lone Stars (über den Stolz von Texas, die Texas Rangers), Law Dogs (über Sherriffs, Marshals, etc.), (die chinesischen mystischen Martial Arts kommen in The Great Maze vor, Voodoo-Zauber kommen in River of Blood vor, Metal-Mages kommen in City of Gloom vor, Hexslinger/Shootisten kommen in Law Dogs vor). - Und was natürlich auf deutsch auch Mangelware ist, sind Abenteuer! Gerade die Kampagnen, die viel an Metaplot für die Spieler offenbaren, wären m.E. wichtig auf deutsch verfügbar zu haben.
Spielzeit ist mit den Übersetzungen so etwa bei der ersten Auflage der US-Regeln hängen geblieben und hat die (m.E. überflüssige, aber nichtsdestotrotz) d20-Regelvariante, die 2nd Ed. und wohl demnächst auch die Savage Worlds Regelvariante schlichtweg verschlafen. Das ist schade, weil der Deadlands-Hintergrund in ALLEN drei Settings wirklich hochinteressant ist. Mich hätte nie ein normales, historisches Old West Rollenspiel fesseln können - bei Boot Hill von TSR war ich damals nicht im Geringsten begeistert. Aber Deadlands hat eben mehr als nur den behäbigen Old West. Es hat Steam-Tech, Horror, Untote Gunslinger, böse Manitous, Italo-Western-Shootouts, und alles in solch einer coolen Mischung, daß ich ohne jede Ermüdungserscheinung Spaß daran habe.