AW: Dark Ages: Fae?
Gefunden!
Wegen der Nachfrage ein wenig was über Dark Ages Fae - auch, weil ich mich jetzt durch Changeling gelesen habe und die Unterschiede und Ähnlichkeiten erst richtig zu würdigen weiß.
Erstens: Die Feen sind noch wer! Die alte Religion ist in ihrem Überlebenskampf gegen das Christentum noch lange nicht besiegt, und oft genug sind es die Fae, welche die (lokalen) Gottheiten bilden. Beunruhigend ist nur, dass diese von den Feen als merkwürdige Form von gegen sie gerichtete Magie wahrgenommene Religion auf dem Vormarsch ist - und ihnen aufs Gröbste schaden kann.
Zweitens: Es gibt keine Kiths (sowas Starres kann doch auch erst entstehen wenn die Banality schon ziemlich krass ist
), Seelie und Unseelie sind nur Mißinterpretationen der Menschen, die zwei von vier gegeneinander kämpfende Seiten kennen und die Fianna und Ceilican, die in den Kriegen der Fae gegeneinander nur benutzt wurden, wissen es inzwischen auch besser als sich mit den Fae einzulassen.
Es gibt drei Herkünfte: Firstborn, Inanimae und Changeling.
Firstborn sind anfangs fast noch sowas wie nur rudimentär geformter Wyld-Stoff. Die kommen direkt aus der Magie. Viele entstehen als sog. Sprites, kleine Dienerfeen (die auch mannigfache Gestalt haben können), die irgenwann wenn sie mit genug Magie gefüttert werden, zu Firstborn aufsteigen. Die sind deutlich mehr 'von Drüben' als von hier.
Sie haben mehr Mists als Weaving (erklär ich später).
Inanimae sind, simpel gesagt, Elementarwesen, durchaus von dieser Welt aber wohl auch wieder nicht, sozusagen die Zwischenstellung zwischen den Firstborn und den Changelings. Sie haben gleichviel Mists wie Weaving.
Changelings sind entweder Feenkinder, die irgendwann zu den Menschen ausgetauscht wurden und ihren magischen Funken behalten haben (indem sie z.B. nicht getauft wurden), bis sich die Fae ihrer wieder angenommen haben - oder sie sind Menschenkinder, welche die Fae als Säuglinge gestohlen und in ihrer magisch durchdrungenen Umgebung aufgezogen haben, wodurch sie selbst diesen Funken erworben haben. Sie haben mehr Weaving als Mists.
Zusammenfassend läßt sich sagen, dass die Firstborn eher weniger werden und die Changelings immer mehr... was nicht wenige Firstborn sehr beunruhigt. Die Changelings sind wegen ihrer Affinität zu den 'niederen' Menschen auch nicht gerade sehr angesehen.
Es gibt vier Courts, die den Jahreszeiten zugeordnet sind. Früher hatte jeder der Courts seine namensgebende Herrschaftszeit, aber irgendwann hat das eben nicht mehr geklappt, so dass der 'War of Seasons' begann. Darin wurden zeitweise Werkreaturen als Fußvolk eingesetzt (siehe oben) und ich glaub es war ein Kriegsabschnitt zwischen Spring- und Summer-Court, in dem die Iren Seelie und Unseelie erfunden haben.
Der Status zur Zeit des Buches ist, dass sich die Fae längere Zeit von der Welt zurückgezogen hatten und jetzt wieder zurückgekehrt sind, um irritiert festzustellen, dass die mickrigen Dinger namens Menschen sich inzwischen ja ganz schön ausgebreitet haben und jetzt über eine eigene, feenfeindliche Art von Magie verfügen, die 'Glaube' genannt wird. Außerdem steht eine 100jährige Waffenpause im War of Seasons kurz davor, zuende zu gehen.
Spring: Oft liberale Faeries die neue, moderne Zeiten bevorzugen und die Menschen beobachten und auch mal hart bestrafen, um sie letztlich zu beschützen. Favorisierte Dominion: Dawn.
Summer: Traditionsbewußte Fae welche lieber die alten Wege wieder allgemeingültig sehen würden. Sie halten sich oft an Wege der Ritterlichkeit und Ähnliches. Favorisierte Dominion: Day.
Autumn: Verführer, Manipulatoren, benutzen diejenigen von denen sie meinen dass sie etwas Wertvolles für sie haben. Loyalität, was ist das?
Favorisierte Dominion: Dusk.
Winter: Raubtierhaft, unmenschlich und brutal, einzelgängerisch. Der Court, der am wenigsten einer ist weil sich meistens jeder nur um sich selber kümmert. (Als kleines Easter-Egg wurde im großen Vorstellungstext erwähnt, dass es vor allem Winter sind, von denen behauptet wird dass sie ihre Kappen in das Blut ihrer Opfer tauchen..
). Favorisierte Dominion: Night.
Solstice: Richtig, die gibt es auch noch... die Außenseiter, die keinem Court angehören und dementsprechend von allen verachtet werden.
Die Dominions sind sowas wie grobe Richtlinien, in welchen Arten von Magie die Courts ihren Angehörigen gewisse Vorteile geben. Day ist beispielsweise für Licht, Feuer und Gedankenbeeinflussung zuständig.
Die Magie funktioniert zweigleisig: Mittels Weaving wird Channeling betrieben, das Sprechen von Cantrips. Festgefügte Magie mit determinierter Wirkung. Mittels der Mists wird Unleashing betrieben... der Begriff 'Loslassen' ist da schon ziemlich passend. Der Einsatz von Unleashing hat immer ein wenig was von Schmendrick dem Zauberer im Letzten Einhorn: "Magie, tu was du willst..." Ist dementsprechend auch die IMHO interessantere Magie.
So kannst du, im Rahmen deiner Dominions, eigentlich jeden magischen Effekt hervorrufen der dir einfällt, wenn du die Schwierigkeit schaffst. Dazu hat der Erzähler noch ein paar Würfel, die er gegen dich würfelt um mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Patzer hervorzurufen. Funktioniert das Unleashing, gibt es immer unvorhergesehene Zusatz- und Nebeneffekte, magische Begleitströmungen und andere Erscheinungen. Das ist der Stoff, aus dem die Heimat der Firstborn gemacht ist.
Im Übrigen ist es ratsam, sich mit beiden Arten der Magie zu beschäftigen. Wer zuviel Weaving und zuwenig Mists hat, wird 'Locked' (in modernem Changeling würden wir sagen: hat zuviel Banality), umgekehrt 'Lost' (ähnelt dem Bedlam aus Changeling...).
Um sich vor den neuen Härten des Lebens auf dieser Welt zu schützen, ist es ratsam für jede Fee, Eide (Oaths) mit den Menschen zu schmieden. Diese schützen vor Echos. Es gibt dabei drei Arten: Iron, Stone und Gold. Iron Oaths sind zwischen einer Fee und einem oder maximal zwei Menschen, Stone zu höchstens einer Familie und Goldeide können mit einem ganzen Dorf geschlossen werden. Dabei wissen nicht mehr viele, wie Stone Oaths geschmiedet werden und nur noch sehr, sehr wenige und alte Faeries können Goldeide schmieden.
Typisches Beispiel für einen Eiseneid: Dein Haus wird jeden Morgen sauber sein, wenn du immer diese Brosche trägst. Wenn ich meine Pflicht nicht erfülle oder du an einem Abend die Brosche nicht trägst, fällt der Eid. Wenn ich ihn breche, muß ich im ansässigen Feenhof jeden Morgen verkünden dass ich unfähig bin, eines Menschen Haus sauberzuhalten. Wenn du ihn brichst, trägst du niemals wieder die Brosche oder etwas aus demselben Material.
Beispiel für einen Steineid: Ich werde für dich und deine Nachkommen sorgen. Dafür werdet ihr den Standort meines Heims geheimhalten. Sollte einer deiner Familie oder Nachkommen verhungern oder einer deiner Familie den Standort verraten, fällt der Eid. Breche ich ihn, werde ich nie mehr imstande sein, mich vor jemandem zu verstecken. Brichst du oder deine Familie ihn, werdet ihr nie nicht mehr imstande sein irgendein Geheimnis zu bewahren, solange ihr lebt.
Der Goldeid meiner krassen Summer-Firstborn
: Das Dorf wird niemals von Steuereintreibern heimgesucht werden. Wer den Wunsch hat, dem Tod zu entrinnen, soll sich aufmachen und wird den Weg in mein Haus finden, um in die Feenreiche entrückt zu werden und ewig zu leben (tatsächlich läuft es auf ewigen Schlaf in den Katakomben ihres vergessenen Tempels hinaus, aber Träume in einer magischen Umgebung sollen ja recht intensiv sein... ein bißchen juristische Spitzfindigkeit vorausgesetzt und ihr Holding zu einem Teil der Feenreiche erklärt erfüllt sie ihren Teil damit tatsächlich). Dafür soll in jedem Haus (ja, auch den Ställen und Scheunen und der Kirche, und wenn sie es dahin schmuggeln müssen) ein (zumindest stilisiertes) Bildnis einer fremdländischen, vierarmigen Göttin stehen und Zigeuner stets willkommen sein. Sollte jemand ins Dorf kommen, ungestraft und erfolgreich im Namen irgendeiner Obrigkeit Geld eintreiben oder bekannt werden, dass jemand der zu mir gegangen ist, den Tod fand, fällt der Eid, ebenso von der anderen Seite wenn ein Haus bei Sonnenaufgang kein Bildnis innehat oder ein Zigeuner (unschuldigerweise) vertrieben wird. Falls ich ihn breche werde ich für immer ruhelos umherwandern. Falls ihr ihn brecht, werden all eure Häuser dem Erdboden gleichgemacht.
Jede Faerie hat ein oder mehrere Schwächen, Echos genannt. Das kann alles sein, beliebt sind z.B. eine Schwäche gegenüber Gebeten, keinen geweihten Boden betreten zu können, von bestimmten Kinderreimen demaskiert oder vertrieben zu werden oder den Klang einer eisernen Glocke schmerzhaft zu finden. Dazu kommt, dass jedesmal, wenn ein Mensch einen Faerie in der Fae Mien sieht, er möglicherweise ein neues Echo dazubekommt. Dagegen kann er seinen Eidwert und evtl. Sprites als Würfel dagegensetzen.
Das Aussehen eines Faerie ist na nun völlig variabel, es gibt somit auch kaum zwei, die sich wirklich gleichen. Von Kiths kann da auch keiner sprechen. Aussehen und daraus resultierende Eigenschaften können völlig mit dem Erzähler abgesprochen werden. Jede Fae bekommt mehrere sog. Lesser Features geschenkt, stimmungsvolle Merkmale die keine regeltechnischen Vorteile bringen, z.B. heiße Körpertemperatur, stolze edle Haltung und feurig funkelnde Augen bei einem Summer-Fae; oder ein Fell, frischgrüne Augen und Blütenduft bei einer Spring-Fae. Merkmale die Vorteile bringen, z.B. wenn das Fell dick genug ist, um Rüstungsschutz zu bieten oder der Blütenduft auf Menschen wirkt wie Marihuana
sind Greater Features. Für jedes von diesen muß der Fae ein zusätzliches Echo in Kauf nehmen. Die Beispiele zeigen auch schon sehr gut, dass sie Lesser Features (das Fell ohne Rüstungsschutz) irgendwann zu Greater Features entwickeln können.
Der Goldene Eid (Kurzgeschichte)