[04.05.08]Rettet die Wölfe, rettet die Stadt!

AW: [04.05.08]Rettet die Wölfe, rettet die Stadt!

Manchmal war es vielleicht wirklich das Beste sich still irgendwo hinzustellen und dort dann abzuwarten was alles so passieren wird. Über viele Jahre hinweg hatte sich diese Taktik sogar in der Politik bewährt. Sie war nicht mutig, aber immerhin insoweit effektiv, dass eine Menge möglicher Probleme an einem vorbeizogen, ohne Schaden anzurichten. Leider war dies nicht immer der Fall und damit ist man auch schon beim größten Problem dieser Taktik, wenn sie nicht funktioniert ist es in der Regel zu spät für alternative Reaktionen.

Als sich Meyye und Enio an die Höhlenwand zurückzogen, erschien das riesenhafte Ungetüm das bereits durch seine tosenden Schritte auf sich aufmerksam gemacht hatte, vor dem ebenfalls nicht grade als klein zu bezeichnenden Eingang der Grotte.
Das Wesen das dort draußen umherlief, konnte man wohl am Besten als einer Art riesenhafter Gottesanbeterin bezeichnen, obwohl auch dieser Vergleich nicht annähernd dem gleich kam, was sich da draußen tatsächlich herumtrieb. Die Gangrel würde es eventuell als eines der bösartigen Wesen aus dem Umbra erkennen, aber selbst für eines dieser Art war es bereits ungewöhnlich.

Gierig starrte das riesige Monster mit riesigen schwarzen Augen in die Höhle. Das die beiden Kainiten verdunkelt waren, schien es dabei nicht im Mindesten zu kümmern.
Aber die Zwei waren wenigstens noch außer Reichweite.
Zumindest jetzt noch, denn das insektenhafte Ungetüm schien beschlossen zu haben, das die zwei Vampire eine ausgezeichnete Zwischenmahlzeit abgeben würden. Bedrohlich langsam faltete es seine angezogenen Armglieder auseinander und bewegte sie in die langgezogene Höhle hinein. Messerscharfe Klauen bewegten sich den Gang entlang und tasteten sich klappernd auf die beiden vermeintlichen Opfern zu.
Der Panzer dieser dornenbewehrten Klauen schienen äußerst widerstandsfähig zu sein, gut möglich das selbst Meyyes Krallen hier nichts ausrichten konnten. Wenn dieses Vieh überhaupt verletzlich war, dann direkt am Körper.

Damit nicht genug erklangen jetzt auch immer lauter werdende Geräusche aus dem ehemaligen Gefängnis.
Dann wurde urplötzlich die Tür aufgestoßen und eine nur als rassig zu bezeichnenden schwarzhaarige Frau mittleren Alters betrat den freien Teil der geräumigen Höhle. Es war ihr auf den ersten Blick anzusehen, dass sie befehlsgewohnt und damit ganz eindeutig die Anführerin des herausstürmenden Rudels war. Allein mit einer Handbewegung brachte sie die Gruppe zum stehen. Neugierig besah sie sich die seltsame Szenerie die sich dort draußen abspielte. Sie hatte mit vielem gerechnet, aber ganz sicher nicht mit so etwas. Erstaunt, ja beinahe etwas amüsiert legte sie den Kopf schief.

Anschließend wanderte ihr Blick in die Runde und heftete sich für einen Augenblick auf die beiden Vampire. Es war nur der Bruchteil einer Sekunde, aber in diesem schien sie den beiden direkt in die Augen zu schauen. Ihre Mimik verreit allerdings nicht derartiges.
Yvonne konzentrierte sich wieder auf das Ungetüm draußen, dann brüllte sie einige kurze nordisch klingende Befehle und verwandelte sich innerhalb von Sekunden in einen tiefschwarzen und gut und gerne vier Meter großen Crinos.

Sie war damit zu groß um aufrecht stehen zu können, einen gewaltigen Sprung verhinderte die Enge jedoch nicht. Mit einem mordlustigen Schrei griff die Schattenlord das Ungeheuer an, ihre Gefährten taten es ihr gleich. Blieb zu hoffen, dass auch sie sich allein um den Feind dort draußen kümmerten. Sollte nur einer von ihnen die Anwesenden Kainiten wirklich bemerken, war es um sie geschehen. Sie mochten die Wachen noch gut erledigt haben, dieses Dutzend aber war von einem völlig anderen Kaliber und zudem unübersehbar in der Überzahl…
 
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Das. Ist. Verdammt. Groß. denkt die Gangrel das Offensichtliche, während sie wie hypnotisiert auf die Facettenaugen des Monsters blickt. Und es sieht mich. Unwillkürlich duckt sie sich und hebt die Krallenhände. Das Silber kann sie jetzt in der Jacke steckenlassen, die Garou sind ihr geringeres Problem geworden. Sie hat riesige Spinnen und kleine Spinnen, finstere Geister die sich an ihrer Zerrissenheit ergötzten und giftig-grünliches Baalsfeuer gesehen im Umbra... so etwas wie das hier ist ihr neu, aber es besteht kein Zweifel darin, dass es der Hexenküche des Wyrm, Zachariis, Jürgens oder der Spiralentänzer entsprungen ist... Plagen nennen die Garou diese Geister, und das ist mal eine Plage biblischen Ausmaßes!

Als es den Arm ausstreckt drängt schon fast alles in ihr, dem Angriff zuvorzukommen, aber dann wartet sie doch... wartet darauf, vielleicht ausweichen zu können und dann nach vorn zu laufen, im richtigen Moment. Wenn sie aus der Höhle ist, dann... naja... könnte sie dem Vieh mit etwas Glück in's Auge springen? Und dann flüchten? Wunschträume. Aber es gibt nur noch den Weg nach vorn.

Und das gilt nicht nur für sie. Ihr Blick wird doch von der Plage weggelenkt als die Frau in der Tür erscheint. Ist sie das? Silvas Mutter? ... Sieht sie mich etwa auch? Heute kann ich mich wohl nicht auf auf die Verdunkelung verlassen... Meyye erwidert den Blick und bleibt ansonsten einfach still und bewegungslos... ob jetzt die Garou sie zum Anfangshappen nehmen oder die Plage da draussen, das spielt keine Rolle.

Doch dann wendet sich die Anführerin doch nach draussen, und alle anderen Garou ihr nach. Und noch immer bleibt Meyye bewegungslos, fast erstaunt sieht sie den Wölfen nach als sie hinausstürmen, zu einem epischen Kampf mit einem haushohen Monstrum. Aber warum sollten sie sich mit so einer Aussicht auch um zwei mickrige Untote kümmern? Erst als der letzte der Garou draussen verschwunden ist, setzt auch sie sich in Bewegung... nach draussen.
 
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Was war das nur für eine verdammte Scheiße auf die sich Enio eingelassen hatte? Nicht genug, daß er während den vielen Jahrzehnten allenmöglichen Abschaum begegnet war, jede Menge Geschmeiß, das ihm ans Leder wollte, den durchgeknallten Sabbatis, verschlagene und abartige Giovannis, sterbliche Vampirjäger, paranoide und verrückte Seinesgleichen... und natürlich die Werwölfe. Aber jetzt auch noch gegen alienmäßige Ungeheuer, die viel zu groß waren und aussahen als wenn sie direkt einer Giger-Skizze entsprungen waren? Nein danke... dafür hatte Enio nicht unterschrieben.

Der Brujah machte nervös einen halben Schritt zur Seite und auch wieder zurück als die übergroße Gottesanbeterin im Höhleneingang herumstocherte. Was sollte er machen? Flucht gabs nicht mehr. Ein Angriff... weniger als ein schlechter Scherz. Die Augen zu halten und sich vorstellen "du siehst mich nicht"? Vielleicht sogar noch am sinnvollsten wenn man alle anderen Alternativen bedachte.

Ungeachtet von Enios Gedankengängen, die momentan alle irgendwie nutzlos erschienen, tauchten die befreiten Garou auf. Konnte die Situation noch spanneder werden? Enio verharrte wieder wie zur Salzsäule erstarrt. Nur nicht bewegen… sonst ist es vorbei. Der Sheriff erkannte Silvas Mutter ohne sie jemals gesehen zu haben. Es war einfach und es war noch einfacher zu erkennen wer bei den Wandlern das Sagen hatte. Aber auch das half nichts. Enio interessierte es kaum, daß Yvonne für einen kurzen Augenblick in ihre Richtung sah. Es war für ihn einfach undenkbar, daß sie ihn sah. Es mußte so sein.

Nachdem die Werwölfe, wie Enio gehofft hatte, zum Angriff übergingen und sich sofort dem Alienmonstergottesanbeterindingsbums stellten bewegte sich Enio wieder. Merkwürdigerweise sogar ein Stück weit in Richtung Höhlenausgang. Ganz bestimmt nicht aus Neugier, sondern einfach um zu sehen wie weit sich der Kampf vom Ausgang entfernen würde. Er wollte raus hier… einfach nur raus und schnell die Biege machen. Der Brujah sah sich nach Meyye um. Was war ihr Plan? Ah… schon erledigt. Meyye hat die gleiche Intension wie Enio… wen wunderts?
 
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Draußen bewies sich, das Werwölfe mehr mit ihren natürlicheren Vettern gemein hatten, als man ihnen eventuell zutraute. Jeder Garou kannte seinen genauen Platz in diesem ungleichen Kampf. In Mitten eines bedrohlich knurrenden Kreises kampfbereiter Crinos stand das riesige Ungeheuer und schlug zornig nach jedem der es wagte sich ihm zu nähern.

Yvonne überragte die meisten ihrer Mitstreiter, daher war sie auch in ihrer Kampfgestalt gut als das tonangebende Alphatier zu erkennen. Sie befehligte den Trupp mit kurzen Knurrlauten und einfachen Gesten. Trotzdem funktionierte die Gruppe wie ein schweizer Uhrwerk.
Wenn von links her einer der Garou die Aufmerksamkeit des Monsters auf sich gezogen hatte, griffen nur Augenblicke später drei bis vier Wölfe von der anderen Seite her an und setzten der Gottesanbeterin solange zu, wie dies ihnen gefahrlos gelang. Dann zogen sie sich zurück und das Spiel setzte von einer anderen Seite her von neuem ein.
Jeder von ihnen ließ dabei alle gebotene Vorsicht walten, denn ihr eigentliches Ziel war nicht der Tod der perversen Beute, sondern dessen Müdigkeit. Der tödliche Stoß würde kommen, wenn der Gegner an Konzentration verlor.

Plötzlich drehte sich die Alpha zu den beiden Kainiten um. Ja sie konnte sie sehen und sie riet ihnen nur mit einem kurzen Blick dringend zu verschwinden. Dann schleuderte sie wieder herum und stieß einen lauten kehligen Schrei aus. Zeit für den Angriff!
Nun griff die Meute gleichzeitg von allen Seiten her an. Zwei starben innerhalb von Sekunden als sich die spitzen Beine der Plage durch ihre Leiber bohrte. Yvonne selbst sprang dem Feind mit einem gewaltigen Satz an die Kehle und hieb mit Klauen, Zähnen und selbst ihren Füssen auf das Monster ein. Irgendwo hinten flog ein winselndes Fellknäuel in den Wald. Die mächtige Blutfontäne die ihn dabei begleitete, ließ ahnen, das auch dieser Wolf den Angriff mit seinem Leben bezahlt hatte.

Die Gottesanbeterin stieß einen markerschütternden Schrei aus, anscheinend schien die Attacke der Garou endlich Wirkung zu zeigen. Die Plage sah zu den beiden Kainiten hinüber. Kalter Hass funkelte darin. Wenn schon sterben, dann aber mit möglichst vielen Begleitern schien der Blick zu sagen. Leider auch das es dem Ding ohne Zweifel völlig gleich war, wen sie dafür töten musste...
 
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Ein wenig geduckt erscheint Meyye am Höhleneingang, auch wenn das unnötig wäre... oder unnütz. Es ist einfach eine Reaktion, ob die nun noch aus dem Leben stammt oder nicht. Immerhin, die unmittelbare Umgebung des Höhleneingangs ist frei von Gefahr... die eine Gefahr umkreist die andere und wie erhofft kämpfen sie gegeneinander. Aber tatsächlich... Meyye braucht durchaus sowas wie den Blick Yvonnes, weil sie unentschlossen ist... sollte sie nicht auch gegen diese Plage vorgehen? Kann sie so ein Mistvieh den Garou allein überlassen? Ja, kann sie. Wenn sie den nächsten Sonnenuntergang noch sehen will.

Sie erwidert den Blick entsprechend und begibt sich in die Richtung, in der sie hoffentlich schnell ihr drittes Messer irgendwo im Unterholz finden kann. Wobei sie die Garou und ihren Gegner keine Sekunde aus den Augen lässt... und das verdammte Ding sieht sie ebenfalls an. Meyye fletscht die Zähne und streckt die Hand aus, um ihm den unfeinen Finger zu zeigen.. wenn schon, denn schon!
 
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Enio fackelte nicht lange und nutzte die erste Gelegenheit und machte sich vom Acker. Er brauchte überhaupt keinen Blick der Obergarou… er bekam ihn eigentlich kaum mit, weil er den Kampf der Werwesen mit der Plage nur ganz grob verfolgte. Natürlich war es für ihn wichtig wie das ganze ausging und ob die Garou es auch schaffen würden das andere Monster zu vernichten. Enio ertappte sich sogar bei dem Gedanken den Wölflingen zu wünschen nicht zu große Verluste dabei einzufahren. Das der eine oder andere dabei drauf gehen würde war irgendwie klar. Trotzdem waren Meyye und er hier hoch gekommen um die anderen Gestaltenwandler zu befreien… und sie nicht einem dahergelaufenen Mistvieh als Dinner zu servieren. Enio brauchte sie noch und sie hatten gefälligst zu überleben.

Damit war eigentlich auch schon die Hauptmotivation des Sheriffs zusammengefasst. Während er sich langsam entfernte beobachtete er das Geschehen so gut er konnte. Nein… eine Plage war ganz sicher nichts mit was sich ein durchschnittlicher Vampir einlassen sollte. Jetzt war zwar Enio vielleicht nicht nur ein durchschnittlicher Untoter aber in dem Fall zählte er sich ganz ohne falsches Ehregefühl dazu. Ein weiteres Jaulen… eine Fellkugel flog durch die Luft. Vermutlich wieder einer weniger. Aber die Gottesanbeterin schien langsam nachzugeben und der Sieg der Werwölfe stand unmittelbar bevor. Enio sah noch den hasserfüllten Blick der bizarren Kreatur. Ja genau… so etwas war bestimmt nach dem Geschmack des Koldunen. Mit solchen Wesen würde sich der verdammte Unhold ganz sicher einlassen. Wenn der Italiener alles richtig verstanden hatte gab es auf der anderen Seite noch jede Menge solcher Wesen, die nur darauf warteten hierher zu kommen. Das durfte nicht sein. Das mußte mit allen Mitteln verhindert werden. Am Ende würde Enio sogar noch Hand in Hand mit einem Garou einen Jitterbug tanzen. Egal… wenn es was bringen würde. Es gab Zeiten in denen man sich seinen alten Gewohnheiten und seinem alten Hass zügellos hingeben konnte. Aber es gab auch Zeiten in denen man loslassen mußte und alles aus der Vergangenheit nochmal überdenken mußte. Vielleicht war jetzt so eine Zeit gekommen! Es würde nicht nur an ihm liegen.

Genau wie es mit Silva ausgemacht war machte sich Enio wieder auf den Weg nach unten. Er wartete nicht auf Meyye. Er flüchtete auch nicht nach unten. Er ging gelassen und zielstrebig davon. Wie ein Offizier, der zufrieden war, daß seine Soldaten in den Kampf geschickt wurden, ihre Arbeit taten und man ihm bald Nachricht vom Sieg zukommen lassen würde. Sollten die Garou denken was sie wollten und ihn für so schlecht halten wie sie nur konnten. Enio würde immer einen Schritt vorraus sein.
 
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Mit einem lauten Getöse brach die schreckliche Gestalt zusammen. Acht der Wölfe, Yvonne inbegriffen, hatten den Kampf überlebt. Mehrere von ihnen allerdings mit etlichen sichtbaren Verletzungen. In wilder Wut und bei einigen auch in unbestreitbarem Blutrausch hieben die Kämpfer weiter auf die Kreatur ein.

Die beeindruckende Crionsgestalt der Anführerin kehrte Meyye noch immer den Rücken zu. Noch galt es den besiegten Feind mit allem Nachdruck zu vernichten, irgendwann aber war auch diese Arbeit beendet.

Man musste kein Genie sein um sich auszurechnen das das Rudel ohne lange nachzudenken auch die nächste Wyrmkreatur anfallen würde. Die Plage hatte Meyyes verächtliche Geste als letztes Bild ihrer Existenz mit ins Grab genommen. Nun sollte die Gangrel sich ranhalten, das ähnliches nun nicht auch ihr widerfuhr.
 
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Spätestens da dreht sich auch Meyye um und - rennt nicht, sondern gibt sich viel eher Mühe, heimlich, still und leise zu verschwinden. Und vielleicht mag sie ja verrückt sein, aber sie tut das noch immer in die Richtung, in der ihr drittes Messer irgendwo liegen muss... denn das zu finden hat sie auch noch nicht aufgegeben. Wenn sie es aber hat... dann nichts wie weg hier.
 
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Enio mußte mehr als einmal auf seinem Weg nach unten leise fluchen. Es war verdammt dunkel... Enio sah nicht besser als jeder Sterbliche bei Nacht... und er bewegte sich im Gelände auf dem er schon bei Helligkeit nicht gerne einen Spaziergang machen würde. Aber irgendwann war auch das überstanden und der Sheriff kam schließlich an der Stelle raus wo sie sich von Silva getrennt hatten. Blieb abzuwarten ob die Schattenlord ihr Ablenkungsmanöver überstanden hatte. Nochmal würde sie Enio heute auf jeden Fall nicht zusammenflicken können. Dazu hatte er schon selbst zuviel abbekommen und auserdem war da immer noch das Problem mit dem Artefakt in seiner Hand. Er wußte, daß er die Verletzungen durch den Dorn heilen konnte aber auch das würde Blut kosten. Ja... alles hatte seinen Preis und die Verdammten zahlten immer in Blut.

Noch immer fest in dem Glauben, daß seine Verdunkelung auch gegen Werwölfe wirksam war und Yvonne nicht mehr als eine Ahnung gehabt hatte, blieb der Brujah getarnt. Es gab zuviel Grobzeugs, daß durch das Gestrüpp schleichen konnte. Man mußte nicht jedem einzelnen Begegnen.
 
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An den Messern scheint wirklich mehr dran zu sein. Sogar mehr als ihnen Meyye zutrauen würde. Nicht nur das sie mit traumwandlerischer Sicherheit ins Ziel treffen, sie gehen auch nicht verloren. An Glück alleine kann das nicht liegen...

Die Wölfe hinter Meyye beginnen in diesem Augenblick mit ihrem Siegesgeheul. Es soll nicht nur den eigenen Erfolg unterstreichen und der Klage um die gefallenen Freunde dienen. Es gilt auch dazu, dem feindichen Rudel, das sich irgendwo weit draußen im Wald befindet, eine unmißverständliche Drohung zu senden.

"Wir sind wieder frei!"
heißt es.
"Fürchtet unsere Rache!"

Den beiden sich zurückziehenden Kainiten wiederum verschafft es etwas Zeit.
Als sie die verabredete Stelle erreichten, war von Silva allerdings nichts zu entdecken.
 
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Enio war nicht hierher gekommen um der Tugend Ungeduld einen neuen Rekord zu verpassen und sich selbst zu schlagen, deshalb war er natürlich bereit ein Weilchen zu warten. Es war wie immer alles eine Frage des Timings. Würde Silva überhaupt wieder rechtzeitig von ihrem Ablenkungsmanöver zurückkommen um ihre Mutter und die anderen abzupassen? Das Geheule hatte sie mit Sicherheit gehört... aber somit natürlich auch der Feind. Die befreiten Garou würden mit Sicherheit nicht viel Zeit damit verschwenden hier weiter herumzulungern, sondern sich höchstwarscheinlich vom Acker machen und ihre weiteren Pläne schmieden. Oder was auch immer so ein Werwolf tat, wenn er mal gerade nicht damit beschäftigt war irgendetwas zu zerfetzen oder irgendwo wild herumzubrüllen.

Wie lange wollte Enio warten? Er wußte es selbst nicht. Zunächst aber würde wohl noch Meyye auftauchen. Obwohl... bei der wußte man auch nie so recht was ihr wieder im Kopf herum ging. Vielleicht war sie auch oben geblieben und versuchte gerade mit den durchgeknallten Werwesen Brüderschaft zu trinken. Aber nein... sie hatte eine durchaus mehr als merkwürdie Einstellung den Gestaltenwandlern gegenüber aber so doof konnte sie nicht sein.
 
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Noch während Meyye den Boden und das Gestrüpp absucht um ihr verlorenes Messer zu finden, hört sie das Triumphgeheul der Garou hinter sich... und sie freut sich mit ihnen. Warum denn auch nicht? Jetzt bekommen Stark und Grimes und ihre Spiralentänzer vielleicht wieder ein paar andere Schwierigkeiten. Das ist doch was. Aber sie muss sich bewusst daran erinnern, dass sie noch immer nicht weiß ob nicht auch die 'guten' Werwölfe an dem Massaker beteiligt waren, das Black Minds Septe ausgelöscht hat.

Das ist es! Meyye läuft die letzten paar Schritte um das silberne Messer aufzuheben. Ein Aufblitzen zur rechten Zeit, als der Wind die Äste bewegt und das Mondlicht durchgelassen hat... sie glaubt nicht nur, sie weiß dass an diesen Messern mehr dran ist als das Auge sieht. Vielleicht haben sie sich an sie gewöhnt, wer weiß.. oder den Geistern darin gefällt es, Spiralentänzern den Tod zu bringen, wozu Meyye die Messer bisher bevorzugt eingesetzt hat. Eigentlich sogar... nur, wenn sie recht überlegt. Es sei denn natürlich, die Wächter der Höhle waren noch keine, sondern nur deren Verbündete.

Überlegungen, Gedanken. Das kann sie jetzt eigentlich nicht gebrauchen. Sie steckt das Messer ein und konzentriert sich auf eine Verwandlung... als Vogel fliegt sie ersteinmal über die Bäume und setzt sich dann auf einen hohen Ast, von dem aus sie einen guten Blick auf den Hügel vor der Höhle hat. Sie würde ja zu gern wissen, wohin sich die Garou jetzt wenden. Und ob Silva vielleicht schon zu ihnen stösst.
 
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Und genauso ist es!
Das Rudel bewegte sich nach dem siegreichen Kampf in südlicher Richtung von ihrem ehemaligen Gefängnis weg. Also genau entgegengesetzt zu Enio. Entsprechend ihrer Umgebung hatten sich alle der Wolfsform angenommen. Immerhin war dies ein Naturschutzpark in dem Wölfe in einer möglichst artgerechten Umgebung leben sollten. Irgendwann stellt sich ihnen ein pechscharzes Weibchen in den Weg. Minutenlang standen sich das einzelne Tier und die befreite Meute schweigend gegenüber. Anscheinend bestand die Konfrontation allein aus Körpersprache und Gerüchen.
Irgendwann stieß das Alphatier der größeren Gruppe ein tiefes Knurren aus. Der einzelne Wolf war aufgenommen und begleitete die anderen fortan auf ihrem Weg tiefer in den Wald hinein.


Für Enio war es derweil leider sehr langweilig. Dort wo er sich befand geschah rein gar nichts. Nach den überstandenen Gefahren war diese Ruhe fast unerträglich!
 
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Ein wenig fliegt die Nachtschwalbe mit, von Baum zu Baum, als sich die Wölfe in Bewegung setzen und sie beobachtet, wie ein weiteres 'Tier' zu ihnen stösst.. dann fliegt sie wieder hoch und wendet sich dem Treffpunkt zu. Sie hat genug gesehen. Wenn Enio schlau ist, hat er ohnehin nicht gewartet sondern ist schon in Richtung Stadt unterwegs.

Ein Männlein steht im Walde, ganz still und stumm. Er wartet tatsächlich. Meyye landet und wächst hinter ihm in die Höhe und menschliche Form. "Sparrow ist jetzt bei ihnen, sie ziehen nach Süden. Gehen wir." sagt sie ihm und schlängelt sich voran durch das Geäst und Gestrüpp, damit er sieht wie das geht.. und damit er sein Motorrad auch wiederfindet. Kurz fragt sie sich, warum sie überhaupt soviel Fürsorge walten lässt...
 
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Ein Vogel landet. Bei der Kulisse und dem fehlenden Hintergrundlärm durchaus eine Begebenheit, die man bemerkt. Es ist Meyye! Endlich tut sich was. Enio hätte fast angefangen die Tatenlosigkeit zu geniesen und sich zu fragen ob er einfach für heute Feierabend machen sollte. Grund genug hätte er gewiss.

Sparrow hatte also ihre Familie gefunden. Ein Stein wurde ins Rollen gebracht. Blieb zu hoffen, daß der Stein groß genug war und in die richtige Richtung rollte. Sie würden wohl einfach geduldig sein müssen und abwarten. Abwarten! Wie Enio das hasste!! Aber es half nichts. Mit einem unverständlichen Gebrummel, daß man wohlwollend als unverbindliche Antwort auf eine nichtgestellte Frage interpretieren konnte, folgte der Brujah Meyye. Und was jetzt? Enio hatte keinen Bock auf eine verdammte Primogensitzung. Er erkannte zwar die Wichtigkeit des ganzen aber irgendwie kam es ihm jetzt schon wie Zeitverschwendung vor. Im Endeffekt würde er einfach spontan tun wonach ihm war und sich ganz sicher nicht zu etwas verpflichtet fühlen. Man konnte ihm auch zusammenfassend mitteilen was während dieser Sitzung so alles belabert wurde. Es gab wichtigeres zu tun und eine Sache brachte ihn direkt auf seinen Deputy. Also wohin sonst wenn nicht zum Dom?

Ruhe... eine Pause... Heilung... all das könnte der Sheriff jetzt dringend gebrauchen. Bevor sich Enio auf seine Norton setzte und sich dabei empfindlich die Rippen hielt, wandte er sich nocheinmal an Meyye. "Dann hoffen wir mal das wir das richtige getan haben und nicht noch mehr Scheiße an der Backe haben. Gib mir auf jeden Fall Bescheid wenn sich Silva bei dir melden sollte. Wenn von der anderen Ebene noch mehr so Scheiß-Dinger herüber wechseln wird diese Stadt auf jeden Falls sehr schnell sehr ungemütlich und ich befürchte dann werden die Werwölfe unser kleinstes Problem werden." Es war vermutlich klar, daß Enio diese Plage damit gemeint hatte. "Auserdem werden wir wohl heute Nacht noch erfahren ob es den anderen gelungen ist den Obernervesack von Finstertal wieder einzufangen. Ziege beginnt langsam ziemlich nervig zu werden und wenn es noch irgendeine Chance gibt im Keller der Akademie an seinen Anker zu kommen... sollten wir die nicht verstreichen lassen."

Ja stimmt... da war ja noch was. Die ganzen Dinge verschwammen irgendwie ineinander. Man vergaß manchmal tatsächlich was man schon erledigt hatte, was man noch unbedingt tun mußte und was wichtig oder unwichtig war. Schlecht!
 
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Sie hält an als sie das Motorrad erreicht haben. Sie hat an sich noch viel mit Enio zu besprechen und mehr als einmal überlegt sie, ob sie sich den Sheriff nicht einfach jetzt gleich vornehmen sollte... aber eigentlich ist die beste Gelegenheit dazu schon wieder verstrichen, außerdem hat sie Hunger... jetzt möglicherweise nochmal einen Kampf vom Zaun zu brechen würde vielleicht nicht lange gutgehen. Auch wenn er verletzt ist. Der eigentliche Grund dafür dass sie nichts tut, ist allerdings ein anderer, und er nennt sich Zacharii. Sie kann jetzt ihre Kräfte nicht darauf verschwenden, aus Enio rauszuprügeln was er mit Silva gemacht hat.

Bei seinen Worten schnaubt sie. "Du hast der Plage ins Facettenauge geschaut und kannst immer noch fragen ob wir das Richtige getan haben?" lautet ihre Gegenfrage, mal wieder mit diesem Unterton dass sie jemanden der solche Fragen stellt nicht ernst nehmen kann. Zum Rest nickt sie. Soviel zu tun, so wenig Zeit. "Ich bleib dran." gibt es noch zum Keller zu sagen, dann wendet sie sich ab. Sie hat offenbar andere Pläne als zu fragen ob Enio sie in die Stadt mitnimmt, aber was für ihn ein Vortastabenteuer mit Stolperfallen wäre, ist für sie ja auch nur ein Spaziergang.
 
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Genaugenommen hatte Enio ja gar keine Frage gestellt. Er hatte nur etwas in Frage gestellt und das vor allem deshalb weil er weiter in die Zukunft gedacht hatte. Er war heute Nacht hierher gekommen um genau das zu tun was sie getan hatten und er hatte dabei ein Ziel verfolgt. So wie es momentan aussah hatte er das soweit erreicht. Die Garou beschäftigten sich selbst miteinander und man konnte vermuten, daß der folgende Tag anders verlaufen würde als der letzte... und an dem hatten die Untoten alles andere als gut ausgesehen. Nun... warscheinlich hatte man erreicht was in dieser Nacht zu erreichen war. Es mußte wohl vorerst genug sein und auch der Sheriff müßte sich damit zufrieden geben.

Der Brujah tat so als ob er noch etwas an der Maschine erledigen mußte oder an seinem Outfit, daher fuhr er nicht gleich los, sondern brauchte wohl noch ein wenig. Würde Meyye wohl nicht sonderlich kümmern. Letztendlich wollte Enio nur warten bis sich die Gangrel entfernt hatte und er wieder alleine war. Er hatte noch etwas zu erledigen ehe er seine Norton wieder besteigen konnte. Enio hielt immer noch etwas in der Hand und das mußte er unbedingt noch loswerden... und den Preis bezahlen. Er hatte nicht sonderlich viel Blut benutzt aber er hatte eine Menge einstecken müssen. Mehr als er vorgesehen hatte. Aber selbst das mußte er wohl in kauf nehmen. Er hatte diesen ganzen Mist immerhin überstanden und war noch an einem Stück... mehr oder weniger.

Enio lies das Blut durch seinen Körper rauschen. Er wußte, daß er den Schaden, den dieser mekwürdige Schlagring bei ihm angerichtet hatte, nicht so ohne weiteres heilen konnte aber es war fast schon eine Zwangshandlung es trotzdem zu versuchen. Auserdem kam jetzt das was kommen mußte. Enio lies den Wolfsdorn fallen... und sackte sofort keuchend zu Boden. Es war fast schon wieder ein Gefühl, das einen daran erinnerte wie sich ein Mensch fühlen mußte. Zumindest ein Mensch, der kurz davor stand sein Bewußtsein zu verlieren. Enio driftete fast ab und alles um ihn herum begann sich zu drehen. Gleichzeitig begann das mächtige Vitae des Ahnen sein Werk und schloß sogleich die neu entstandenen Verletzungen... falls überhaupt welche zu sehen waren. Es fühlte sich fast so an als ob der bösartige Geist in der Waffe nicht losgelassen werden wollte und ein Teil von dem Träger mit sich in die Tiefe riß aus der er gerufen worden war. Unfreiwillig verbannt aus dem Augenblick. Gezwungen in eine Klinge, aktiviert mit Blut... getränkt mit Blut und gekostet von den Wandlern für deren Vernichtung er geschaffen worden war... forderte er jetzt wieder Blut. Und zwar sehr viel.

Enio schaffte es sogar noch sich selbst zu verfluchen weil er das Artefakt überhaupt eingesetzt hatte. Sein Zorn auf sich selbst und die Wut über den Verlauf der Kämpfe dieser Nacht gaben ihm genügend Energie um im Hier und Jetzt zu bleiben. Sein Blut schien zu kochen. Es wollte überall hin und es wurde überall gebraucht. Das war der Vorteil eines Ahnen. Man konnte einfach mehr Vitae in seinem Körper bereitstellen und somit auch verbrauchen. Ein Küken oder auch nur ein Neugeborener würde warscheinlich nach Benutzung des Wolfdorns in Starre fallen und bis zum nächsten Sonnenaufgang sinnlos aber vor allem hilflos irgendwo herumliegen. Aber nicht Enio. Irgendwann erbob sich der Primogen wieder. Sein Gesicht war eine Fratze aus Wut und Schmerzen aber er hatte es geschafft. Aber für welchen Preis? Hunger überkam ihn. Noch nicht so stark als das er in eine Raserei fallen würde aber doch stark genug um seine Gedanken in eine eindeutige Richtung zu drängen. Er mußte trinken... viel trinken. Er würde es unmöglich in dieser Nacht schaffen seinen gesamten Blutvorrat wieder aufzufüllen aber er mußte wenigstens einen Teil wieder zu sich nehmen. Ansonsten wäre er für sich selbst und seine Mitkainskinder eine Gefahr für den Rest der Nacht. Also wohin auf die Schnelle?

Die Antwort war einfach. Der Rotlichtbezirk! Enios bevorzugtes Jagdrevier. Schnell hob er den Dorn wieder auf. Laut dem was er über dieses Artefakt mitlerweile wußte, müßte es nun wieder ungefährlich sein und inaktiv. Er steckte die Klinge wieder ein und schwang sich mehr schlecht als recht auf seine Commando. Also dann mal los! Blut besorgen und danach schnell zu Lurker... schnell zum Dom. Dort wartete der nächste Wahnsinn auf ihn.
 
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Davon bekommt Meyye tatsächlich nichts mehr mit, denn auch sie hat andere Sorgen, und die haben ebenfalls mit Blut zu tun. Noch nichtmal mit dem, das sie baldmöglichst trinken muss, sondern anderem... darum geht sie auch nicht schnurstracks auf die Stadt zu sondern hält an einem Bach an und geht in die Hocke. Jetzt holt sie ihre Wurfmesser heraus und lässt die beiden in dem schmutzigen Tuch in das Wasser, um sie zu reinigen. Schwarzes Blut... bestimmt auch nicht viel gesünder als das giftgrüne des Tänzers bei der Mine.

Sie sieht zu, dass sie die Messer möglichst sauber bekommt, was länger dauert als sie gedacht hätte... dann merkt sie, dass das kein Schmutz mehr ist, sondern dass sich die Messer selbst verändert haben. Sie hält eines vor sich, vergleicht es mit dem dritten, dem unversehrten. Der Glanz ist matter geworden, es wirkt wie angerußt... Silber läuft dunkel an wenn es lange herumliegt, und genau das scheint mit diesen beiden passiert zu sein. Das beunruhigt sie. Was mag sich an ihren stärksten Waffen gegen Werwölfe noch verändert haben? Prüfend tippt sie die Spitze an, fährt über die Schneide. Sie sind noch scharf.. hoffentlich auch noch immer so wirksam.

Sie erhebt sich und steckt die Messer wieder ein. Es hat keinen Sinn, jetzt lange damit zu hadern, sie kann es nur ausprobieren und hoffen, wenn sie das nächstemal auf einen Tänzer oder einen seiner Verbündeten trifft. Auch das Tuch knüllt sie zusammen und steckt es in die Jackentasche. Sie wird es irgendwo in der Stadt in den Müll werfen, sie ist ja keine Umweltverschmutzerin...
 
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