Deadlands: Reloaded Vorankündigung Kickstarter für SWADE-basiertes Deadlands: Reloaded

Dieses Thema im Forum "Deadlands" wurde erstellt von Zornhau, 22. Januar 2020.

  1. Zornhau

    Zornhau Freßt NAPALM!

    Als alter Deadlands-Weird-West-Fan ist natürlich jede Nachricht zu Deadlands erst einmal SEHR interessant für mich:
    https://www.peginc.com/rumors-of-deadlands/

    In ein paar Wochen gibt es also den neuen Kickstarter für das neue SWADE-basierte Deadlands: Reloaded.
    Pinnacle liefert meist recht zügig nach dem Ende eines Kickstarters, so daß man bald sehen können wird, was sie aus dem neuen Deadlands gemacht haben.
    Die Auswirkungen der SWADE sind ja MASSIV. Und gerade bei den Arkanen Hintergründen in Deadlands dürfte da einiges kollidieren. Mal sehen, wie sie das auszubügeln versuchen.
    Auch neugierig bin ich darauf, wie das neue Weirdwest-Setting durch das modernen politischen Erwägungen geschuldete Retconnen geändert sein wird. Es wird ja einer der Hauptkonflikte aus dem Setting genommen - ersatzlos. Was dann noch übrig bleibt, darauf bin ich neugierig, wenn auch schon gleich skeptisch eingestellt. Immerhin hat der Deadlands-Weird-West-Hintergrund 25 Jahre PROBLEMLOS funktioniert und für ein spannendes Konfliktgefüge gesorgt, in dem man jede Menge tolle Rollenspielabenteuer erleben kann. Wie das nun mit einem auf modern geprägte "politische Korrektheit" geänderten Setting aussehen wird - ob eventuell eine Art Western-Bällebad daraus wird - das muß sich zeigen.
     
    Skar gefällt das.
  2. Supergerm

    Supergerm Spambothenker Mitarbeiter

    Welcher denn? Etwa der Bürgerkrieg?
     
  3. Zornhau

    Zornhau Freßt NAPALM!

    Ja. Genauer: Im Deadlands-Alternativ-Historien-Setting geht die Spaltung des Landes in Nordstaaten und Südstaaten (sowie einige unabhängige Staaten wie Kalifornien und Deseret (Utah) und die beiden Indianer-Nationen durchgängig bis 2080, dem Jahr, in dem der weltweite Nuklearkrieg ausbrach.

    In Deadlands: The Weird West, in Deadlands: Noir, in Deadlands: Hell on Earth und auch in Deadlands: Lost Colony ist der Konflikt zwischen Union und Konföderation durchgängig ein wichtiger Grund für viele gesellschaftliche Änderungen.
    So sind die "typischen Männerberufe" schon im Weird West oft von Frauen besetzt, weil im auch noch 1875 (Deadlands Classic) oder 1881 (Deadlands: Reloaded) andauernden KRIEG zwischen Nord und Süd so viele Männer an der Front verrecken, daß es überall fehlt - und das gibt, laut Setting, den Frauen die Chance und die Notwendigkeit als Sheriff, als Bürgermeister, als Wissenschaftler etc. einzuspringen. Der andauernde Bürgerkrieg mit seinem demographischen "Sog" auf die männliche Bevölkerung ist essentieller Grund für die im Weird West vorkommende Gleichberechtigung von Frauen, die sich dann auch nahtlos bis in die späteren Settings (Noir, HoE, LC) durchzieht.

    Der andauernde Bürgerkrieg ist enorm wichtig, weil dieser ja den Abrechnern, genauer: KRIEG, ständig Macht zuführt. Der ist mindestens genauso wichtig wie die dauernde Hungerkatastrophe im Great Maze oder die Umweltzerstörung durch die "Neue Wissenschaft" und Geisterstein oder die vielen Untoten, die die Welt unsicher machen. All dies spielt den Abrechnern in die Hände.

    Läßt man jetzt den Bürgerkrieg, wie angekündigt als Retcon, schon nach 10 Jahren enden, also noch VOR der Zeitlinie von Deadlands Classic, dann fehlt ein Viertel der Triebkräfte für die Abrechner.

    Das hat man gemacht, weil in der heutigen politischen Lage der USA jede Menge Konföderationsüberbleibsel oder -erinnerungen demontiert werden und Pinnacle nicht riskieren wollte ins Visier der Social-Justice-Schwadronen zu geraten, die einem im Handumdrehen bzw. im Twitterposten das Geschäft versauen können.

    25 Jahre lang war die ALTERNATIV-Historie, die rein FIKTIONALE, vollkommen unhistorische Fortführung der Konföderation im Deadlands-Setting KEIN PROBLEM.

    Heute ist das "problematisch". (Das ist wie die "Negerprinzessin" Pippi Langstrumpf und dergleichen - Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.)

    Das Problem ist nur, daß mit dem Wegfall der Konföderation ein größerer Teil des Deadlands: Noir-Settings wegbricht, denn dieses setzt auf den andauernden Kalten Krieg zwischen Union und Konföderation und ist auf Spionage, Schmuggel und dergleichen ausgerichtet - all das ist nun sinnlos, weil ja Nord und Süd in der Union nun zusammen sind.

    Offen ist auch, wie das mit den bislang Disputed Territories sein wird. So hat sich Deseret, der Mormonenstaat, ja nur gehalten, weil er sagte, daß er sich erst der Union anschließen würde, wenn der Krieg beendet sei. Nun ist der Krieg beendet. Und was nun?
    Ebenso Kalifornien. Was passiert damit? Die gesamten Konflikte, die Seegefechte, das "Inselhüpfen" aus dem Great Maze Konflikt dürfte nun vorbei sein.

    Pinnacle hat sich damit natürlich den Gefallen getan, sich etwas aus der Schußlinie der modernen Inquisitoren zu begeben.

    Aber seinem seit 25 Jahren besten Pferd im Stall, dem Deadlands-Setting, hat Pinnacle KEINEN Gefallen getan.

    Wie schlimm es sein wird, das sehen wir bei dem Kickstarter. Dummerweise ist ja für das Retcon die beknackte, billige, uninspirierte SCHEISSE an "Deadlands: Dark Ages", eine öde Fantasy-Soße, bei der "Merlin" und "Morgana" als die Treiber der Konflikte wiederverwendet werden und wo Paladine mit magischen Revolvern im mittelalterlichen England rumrennen, die "Begründung" für die Änderung im Setting. Offenbar hat die böse, böse Morgana die Zeitlinien so verwurstet, daß die Konföderation verloren hat und nun politisch alles wieder ganz brav und korrekt ist (bis die Unheilige PC-Inquisition die nächsten "Trigger" findet und die nächste Aufregungswelle durchs Land zieht wie ein unersättlicher Heuschreckenschwarm, der alles, was nicht "korrekt" ist, hinwegfrißt).

    Die völlig langweilige uninspirierte Merlin-vs.-Morgana-KACKE in Deadlands: Dark Ages sollte man besser gleich vergessen, statt diese auch noch mit dem an sich verdammt genialen Weird West zu verbinden.

    Aber Pinnacle hatte in den letzten Jahren, eigentlich seit ihrem Weird Wars Rome Kickstarter, nur noch das dünnst mögliche Brett gebohrt, viel einfach einfallslos recyclet und "unterperformt". Die SWADE-Regelverschlimmbesserung ist da nur folgerichtig enttäuschend.

    Ich habe leider KEINE hohen Erwartungen an das, was aus dem Retcon-Deadlands werden wird.
     
    Altansar, Wirrkopf und Supergerm gefällt das.

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