Shadowrun 5e

Rezension Ravnica - Stadt der Gilden (MtG; Ravnica #1)

Dieses Thema im Forum "Trading Card Games" wurde erstellt von Nepharite, 3. September 2010.

Moderatoren: Lyrkon Alàeren
  1. Nepharite

    Nepharite Erstgeborener

    Cory Herndon - Stadt der Gilden - Ravnica-Zyklus 1


    [User-Rezi] von Nepharite


    Seit zehntausend Jahren existiert der magische Pakt, welcher den Frieden der neun Gilden -hinter vorgehaltener Hand flüstert man auch von einer verborgenen, zehnten Gilde- der Stadt Ravnica sichert. Just unmittelbar vor den Feierlichkeiten, die anlässlich des denkwürdigen 10000-Jahre-Jubiläums ins Haus stehen und Heerscharen von Pilgern anziehen, nehmen merkwürdige Geschehnisse in und unter den Straßen der Makropole ihren Anfang. Geister verhalten sich anders als sie sollten, gewalttätige Rakdos-Kultisten verüben verabscheuungswürdigere Verbrechen als gewöhnlich und insgesamt scheint ein seltsam düstere, aggressive Spannung über der Stadt zu liegen.
    Inmitten des Tohuwabohus steht -orientierungslos nicht nur dank seines Alkoholkonsums- Agrus Kos, ein kleiner Konstable des Bundes der Wojeks, der Polizei-Garde Ravincas. Eben noch wollte er nach Jahrzehnten des Dienstes seinen wohlverdienten Ruhestand beantragen, schon findet er sich auf der Jagd nach etwas Mysteriösem wieder, welches die Grundfeste der Stadt -den Pakt der Gilden- einzureißen droht und das seinen neuen Partner, Borca, kurz darauf das Leben kostet.
    Glücklicherweise steht ihm bei seinen Ermittlungen als treuer Begleiter der Engel Feder zur Seite, und auch den Jäger Jarad aus den Reihen der düsteren Devkarin-Elfen kann er vorübergehend als Verbündeten gewinnen. Komplettiert wird das seltsame Team durch die Halbelfin Fonn -die Tochter seines allerersten Partners, den Kos selbst umgebracht hat-, ihren Wolf Biracazir und den endlos schwatzenden Geist Borkas.
    Zusammen stellen sie sich dem unheimlichen Gegner, welcher aus den Tiefen der Erde hinaufsteigt, um den magischen Frieden zu zerstören und die Herrschaft über Ravnica an sich zu reißen .

    Mit "Ravnica - Stadt der Gilden" stellt Cory J. Herndon nach "Die Fünfte Morgenröte" ein zweites Mal sein Talent als Magic-Autor unter Beweis. Auf eine humorvolle, spannende Art und Weise führt er den Leser mit leichter Hand in die Welt der aktuellen Edition des Sammelkartenspiels.
    Und diese Welt hat es wahrhaft in sich: düstere Devkarin-Elfen, Geister, Zombies, Medusen, Vampire und andere lichtscheue Gestalten kämpfen gegen Dryaden, Loxodons, Elfen, Engel und nicht zuletzt Menschen um die Vorherrschaft in einer molochartigen Makropole, bedienen sich mächtiger nekromantischer Sprüche und wundersamer Heilmagie.
    Doch auch wenn das Setting wirklich phantastisch ist, so steht die Action in diesem Roman nicht im Voedergrund, da Herndon sein Augenmerk eher auf die Charakterisierung der Figuren, beschreibende Momente und unterhaltsame Dialoge legt. Nichtsdestotrotz werden auch die Anhänger gepflegten Mordens und Kämpfens gerade im Schlussteil des Romans auf ihre Kosten kommen.

    Was die Ausarbeitung der Stadt, ihrer Umgebung, der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhänge betrifft, so bleibt Vieles eher vage und unbestimmt; d.h. es ist nahezu unmöglich, sich ein Bild des allgemeinen Status Quo -welche Gilde mit wem wo oder warum dort nicht ....- zu machen. Da es sich bei dem Roman aber um den ersten Band einer Trilogie handelt, ist diese Defizit zu verschmerzen, falls Herndon die Zusammenhänge in den folgenden Teilen näher beleuchtet. Etwas gewöhnungsbedürftig ist zunächst auch, dass der Autor kaum magic- und editions-spezifische Begriffe erklärt, sondern es dem Leser überlässt, sie sich selbst aus dem Kontext zu erschließen. Da dieses aber in mindestens 90% der Fälle relativ problemlos gelingt, haben die Karten-Abstinenzler unter den Lesern -wenn überhaupt- nur einen verschwindend geringen Nachteil gegenüber eingefleischten Hardcore-Zockern.

    Hinsichtlich des Humors, der Zeichnung der Hauptfigur und nicht zuletzt des Handlungsortes erinnert dieser Ravinca-Roman zuweilen an die Turai-Geschichten Martin Scotts, dessen versoffener Protagonist, Thraxas, in einer chaotischen Stadt von einer Bredouille in die nächste stolpert. Herndons Wojek, Argus Kos, zeigt einen ähnlich überzeugenden Riecher für Schwierigkeiten, ist ebenfalls ein Freund gepflegter Zechgelage und zudem noch heiltranksüchtig ist. Aber auch die übrigen Charaktere -Feder, der Engel mit den zusammengeketteten Flügeln, den ein düsteres Geheimnis umgibt, oder Jarad, der dunkle Devkarin-Elf, in dessen Haaren Heerscharen von todbringenden Käfern hausen, welche er telepathisch steuern kann- haben allein auf Grund ihrer Originalität fraglos ein starkes Kult-Potenzial. Bleibt zu hoffen, dass diese Charaktere auch in den nächsten beiden Bänden eine gewichtige Rolle spielen, denn noch sind nicht alle Geheimnisse, wie das Verschwinden der anderen Engel, gelöst und die Gefahr für Ravnica nur vorübergehend zurückgeschlagen. Das jedenfalls verheißt einem der Epilog.

    Fazit: Interessante Charaktere in einer spannenden, humorvollen Story und einer komplexen Welt. Was will man mehr?Den Artikel im Blog lesen
     
Moderatoren: Lyrkon Alàeren
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