Brainstorming Muss man neben den Spielsitzungen kommunizieren

DM_SJ82

Halbgott
Hallo miteinander!

ich habe mir gedacht, ich stelle an euch mal eine Frage, die mir seit einiger Zeit durch den Kopf geistert:

Müssen die Mitglieder einer Rollenspielrunde außerhalb der Spielsitzung miteinander reden und sich "treffen" (ob nun virtuell oder real), damit eine Runde langfristig funktioniert, oder reicht es, wenn man sich einmal die Woche fürs Spiel trifft, aber sonst gar nicht miteinander kommuniziert?

Hintergrund dieser Frage ist, dass mir in den vielen Jahren aufgefallen ist, dass die Spielrunden, die am meisten Spaß gemacht hatten und langfristig miteinander spielten auch diejenigen waren, bei denen die Mitglieder sich entweder schon sehr lange kannten / privat befreundet waren oder aber sehr oft außerhalb der Sitzungen miteinander kommunizierten.

Wie seht ihr das - sollten sich die Mitglieder der Spielrunde auch nebenher treffen, Zeit miteinander verbringen und sich dadurch besser kennen lernen, oder reicht die Spielsitzung (bzw. aus bestimmten Gründen WOLLT ihr auch nicht mehr als dieses einmalige Treffen)?
 

Supergerm

Spambothenker
Teammitglied
Grundsätzlich würde ich das bejahen daß man auch sonst kommunizieren sollte. Es muß aber nicht zwangsläufig so sein, daß man mit allen Gruppenmitgliedern gleich viel Kontakt hat. Es kann auch sein, daß einer der Mitspieler ein Freundesfreund ist, mit dem außerhalb der Runde nicht so viel zu tun hat.
 
D

Deleted member 5961

Guest
Also ich habe paar Runden gehabt, die haben auch ohne zusätzlichen Kontakt sehr gut funktioniert. Meistens leben diese 1-2 Jahre und nach dem Ende der Kampagne, kommt es zu gelegentlichen Treffen wegen Lokaler Events, ab und an rekrutiere ich dann auch Spieler für eine andere Runde.

wenn die Leute nebenbei noch was untereinander unternehmen oder sogar Freunde werden ist es ein Pluspunkt aber ich sehe es nicht als Vorraussetzung aber die Chemie muss eben innerhalb der Gruppe passen.
 
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D

Deleted member 7518

Guest
Für mich ist es schon so, das reine Zweckgruppen die sich nur zum Spielen treffen nicht funktionieren. Zumindest nicht langfristig.
Spielen im Freundeskreis mit Kontakt zwischen den Spielabenden ist da für mich viel besser.
 
Das entspricht auch meiner Beobachtung. Ich habe jedoch das Spiel dann später auch gerade angeboten, um neue Leute kennenzulernen. Auch das funktioniert. Treffen muss man sich nicht. Aber ich sage mal, wenn man in einem Fußballverein ist, trifft man sich wahrscheinlich auch nur in der Jugend und später auch nur noch zum Spielen. Das bringt das Alter mit sich. Man hat halt begriffen, um was es im Großen und Ganzen geht und muss nicht nochmal zusammen "abhängen", um den Sinn des Lebens herauszufinden oder sich selber zu finden.

Der Witz ist doch, sobald Du Dich unabhängig davon machst, kannst Du auch viel mehr Zeit in das stecken, was Dir wirklich wichtig ist. Und wenn es das Spielen ist, dann leite doch mehrere Runden nebeneinander - habe ich auch gemacht. Teilweise drei Runden in der Woche. Und es hat viel Spaß gemacht. Man muss sich nicht soo tief kennen, um gemeinsam eine gute, ja teilweise tiefgründige Sitzung zu erleben.
 

DM_SJ82

Halbgott
@harekrishnaharerama das finde ich einen sehr interessanten Ansatz, denn das greift etwas auf, dass ich aber ganz anders sehen würde. Denn gerade das Beispiel fussball: ich würde niemals unter der Woche in 4 Vereinen angemeldet sein, um möglichst viel Fussball zu spielen, sondern mir wäre es wichtig, in einem Verein mit den Leuten, mit denen ich zurecht komme, zu spielen. Denn meiner Meinung nach bleibt das Spiel mit fremden irgendwie oberflächlich, da fehlt mir quasi etwas.

Nicht falsch verstehen: ich find deinen Input mega gut! Es zeigt mir, dass für mich nicht "das Spiel spielen" im Vordergrund steht, sondern meine Zeit mit Menschen zu verbringen, mit denen ich mich menschlich verstehe.

Das bedeutet nicht, dass ich mit den Menschen best friends forever sein muss und es muss über die bekanntschaft auch nicht hinaus gehen. Aber wenn die Chemie nicht stimmt, reicht es für nen one shot, aber nicht für ein langes Abenteuer oder eine Kampagne.
 

Village Idiot

Sylandryl Sternensinger
Teammitglied
Da ist schon was dran. Zumindest sollte die Chemie, auch abseits vom Rollenspiel, stimmen. Wenn man zwar die gleiche "Spielphilosophie" hat, sich aber sonst nicht riechen kann, dann wird das alles wohl nichts. Je besser man sich kennt um so besser kann man sich einschätzen und um so eher lässt man vielleicht auch mal fünfe grade sein oder ist hoch motiviert eine Lösung zu finden. Auf der anderen Seite, lässt man Freunden auch viel durchgehen und Spieltischprobleme können sich einschleifen. Die Themen über Problemspieler, von denen man sich nicht trennen kann, weil sie Freunde sind gibt hier, wie in anderen Rollenspielforen und Rollenspiel Social Media Gruppen im Dutzend billiger. Der Mensch, an sich, ist meist eher konfliktscheu und möchte eine Freundschaft nicht wegen des Rollenspiels belasten. (Dass der angestaute Frust, dann eben die Freundschaften doch belasten kann, steht auf einem anderen Blatt und muss von vielen wohl leider erst selbst erlebt werden.)
 
@harekrishnaharerama das finde ich einen sehr interessanten Ansatz, denn das greift etwas auf, dass ich aber ganz anders sehen würde. Denn gerade das Beispiel fussball: ich würde niemals unter der Woche in 4 Vereinen angemeldet sein, um möglichst viel Fussball zu spielen, sondern mir wäre es wichtig, in einem Verein mit den Leuten, mit denen ich zurecht komme, zu spielen. Denn meiner Meinung nach bleibt das Spiel mit fremden irgendwie oberflächlich, da fehlt mir quasi etwas.

Nicht falsch verstehen: ich find deinen Input mega gut! Es zeigt mir, dass für mich nicht "das Spiel spielen" im Vordergrund steht, sondern meine Zeit mit Menschen zu verbringen, mit denen ich mich menschlich verstehe.

Das bedeutet nicht, dass ich mit den Menschen best friends forever sein muss und es muss über die bekanntschaft auch nicht hinaus gehen. Aber wenn die Chemie nicht stimmt, reicht es für nen one shot, aber nicht für ein langes Abenteuer oder eine Kampagne.


Im Verein wäre das wahrscheinlich auch im Hinblick auf die Rundenspiele Verrat. Aber es gibt ja durchaus die Möglichkeit in der Schule und noch in der Schul-AG mitzuspielen. Im Vereinsleben wäre das wahrscheinlich eher die Auswahlmannschaft, wie die auf Bundesebene, also die Nationalmannschaft oder so ähnlich.

Ich denke halt, wenn Du selber flexibel und nett bist und Dich schnell mit Leuten einigen kannst, dann ist das alles kein Hindernis. Mir ist jedoch auch die Trauer um den Verlust alter Beziehungen durchaus bekannt. Lässt sich alles positiv überwinden.
 

DM_SJ82

Halbgott
Klar, im Liga-Betrieb gebe ich dir recht. Ich hatte das eher auf so "alte Herren Klicker-Kicker Abende" bezogen. Auch da würde ich nicht, um des abendlichen Gekickes Willen, in 4 Vereinen rumballern. Mit den Kollegen im Betrieb nach der Arbeit (Schule) oder in ner Schul-AG ist aber dann ja wieder ein mir bekannter Kreis an Menschen, insofern ginge das ja klar - und unterstützt doch eigentlich meine Aussage, dass man die Leute kennen will, bevor man etwas mit denen macht. Aber nochmal, kann ja gut sein, dass ich da so ticke und du anders, @harekrishnaharerama :)

Und natürlich kann man flexibel sein und sich einigen, aber nach meiner Erfahrung reicht das halt für einen One-Shot oder ein Abenteuer, das man in 3-4 Abenden a 2-3h durchgespielt hat. Sobald man längerfristig zusammenspielen will, kommt es dann, wie @Sylandryl Sternensinger schrieb, zu Situationen, in denen man die Nase rümpft über das Verhalten des Gegenübers.

Aber nochmals, toller Input und ich danke euch allen für die aufschlussreichen Antworten!! (y)
 

Maarzan

Würfelpriester
Ich denke das kommt auf die Ansprüche an, welche die Einzelnen an das Spiel stellen.
Wo die Ansprüche und der Wunsch nach eigener Einflussnahme steigen, muss eben auch mehr kommuniziert werden, um diesen Input mit anderen Aktiven zu koordinieren und zu verhindern, dass man da kollidiert.

Die persönliche Chemie sehe ich da solange es keine akuten Animositäten gibt und ein "professioneller" Umgang erreicht werden kann nachrangig. Bei Freunden sehe ich da viel eher die Gefahr, dass man es dann trotz unüberbrückbarer Stildifferenzen doch immer wieder neu und vergeblich versucht.
 
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