[Mai 2008] Sua casa, sua azienda

Registriert
13. Februar 2014
Beiträge
1.792
Sofia Rosselini

Mit einem leisen Signalton startete der Wecker den Alarm. Dreizehn Uhr mittags. Eine schnelle Bewegung deaktivierte die leise italienische weise die sich durch den Raum ausbreitete. Die Hand wurde zurück gezogen und Sofia schlug die Augen auf. Der Raum war in einem gedämmten Licht gehalten, ohne Fenster und im Keller. So das weder die pralle Sonne noch gar die Hitze Einzug erhielt.
Ihr Blick viel auf den bewegungslosen, kalten Körper neben ihr. Sie gönnte sich ein offenes Lächeln, während die Anforderungen die gestellt wurden stetig präsenter wurden. Sich gefühlt gegen die innere Schädeldecke drängten und denn Impuls erweckte aufzuspringen, los zu stürmen.

Nur einen Moment. das Lächeln wurde breiter, gewann jedoch eine melchanoliche Note. Bereits bei Anbruch der Nacht würde er sich auf den Weg nach Hamburg begeben. Ein gewisser Schmerz, durchzuckte die Frau, den Guhl angesichts des Bewusstsein das für mindestens zwei Tage die Gemeinsamkeit ausblieb. Vielleicht gar länger, abhängig davon was sie in der fremden, deutschen Stadt erwartete.
Ihre Hand glitt über den freien Oberköpert, nahmen die Konturen auf.
Ihre Lippen spürten die leblosen ihres Mannes.
Hätte man Sofia gefragt, sie hätte nicht sagen können wann es normal geworden war. Sie erinnerte sich nicht mehr daran das es anderes gewesen war. Zuviele Jahre diente sie ihm, liebte sie ihn. Der Umstand das er Tot war, kein Hindernis, mit der Zeit ein willkommener Umstand. Er war ein guter Mann, ihrer Überzeugung nach. Erlaubte er ihr doch neben ihm zu Ruhen, mit ihm zu liegen, zu tun was ihr beliebte solang sie seinen Schlaf nicht störte.

Mehr als Sebastiano jemals haben wird. Sie fühlte sich bevorzugt. Hervorgehoben, sie war seine Frau, Vetraute, sie lag neben ihn und dieser schwächliche, infantile Blutsäufer würde niemals an sie rankommen. Vielleicht würde Vicente es endlich einsehen, ihn richten wie er es verdiente.

Sofia liess von Vicente ab. Das Lächeln war angesichts der finsteren Gedanken wieder des anderen mehr eine Karikatur von Freundlichkeit. Es gab viel zu tun, verdammt viel.
Die Mitteilung das sie umziehen war kaum einen Tag.
In ein neues Land, eine Fremdes Stadt. Es blieben ihr kaum mehr mehr als zwei Tage für den Wahn. Aber sie würde bestehen, würde es bewältigen und seine Erwartungen über bieten.

Die langen Haare zusammen genommen, die Kleidung gerichtet schritt sie energisch hinaus. Sebastiano er würde ihr nützen, sie ihn benutzen. Der gesamte Hausstand, eine umfangreiche Bibliothek musste bewegt, das Haus verkauft, ein neues erworben werden dazu das Institut.
Es war zuviel für einen allein, selbst mit der Macht das sie dank Vicentes Blut erhielt. Sie würde ihn benötigen und überbieten.

Sebastiano Mazzanti

Der Herr mittleren Alters stand in gebeugter Haltung in dem kleinen, karg wirkenden Büro, gebeugt über Papieren die er auf dem Tisch ausgebreitet hatte. Sie würden diese Stadt, dieses Land verlassen.
Wir verlassen es nicht, wir flüchten. korrigierte er sich angesichts der Zeitplanung. Es war seiner Ansicht nach keine gute Art zu gehen. Man hatte es ihm überantwortet die ausstehenden Aufträge abzusagen, die Kunden, den Menschen die bereits einen Verlust erlitten hatten mitzuteilen das selbst der Totengräber keine Zeit für sie hatte, das der geschlossene Handel gelöst wurde und sie sich einen neuen Bestattungsdienst suchen mussten. Sie gehen sicherlich zum fetten Pepe. Er versuchte bitter zu sein doch obwohl ihn eine Tiefe Rivalität mit ihm verband gelang es ihm nicht. Man konnte es den Kunden nicht verdenken.

Sein Blick viel auf die Namen auf der Abrechnung. Mit einem Seufzer ließ er sich auf den Stuhl sinken. Was er sah waren Händler, Zulieferer, gute Kontakte, Freunde und Angestellte. Eine Stimme in ihm wollte fragen ob es seinem Herrn nicht ähnlich ging, wurde jedoch von der Erkenntnis erstickt das sich Vicente mit derlei nicht befasste.
Austauschbare Arbeiter die er überleben würde, wenig bemerkenswerte Personen die sich allenfalls durch ihr sterben auszeichnen würde. Würden sie deutsch sprechen können, den Umzug bewältigen, sie erhielten ein Angebot. Keine Kompensation, keine zusätzlichen Anreize. Nicht von Seiten des Herrn Rosselinis.
Würde es jemand wagen auf zu begehren, ihm auch nur Widerwort geben... hastig schlug Sebastiano die Mappe zu, als könnte er die Leute dergestallt schützen. Dennoch wurde er die Bilder von Tod nicht los, meinte er im die Schreie eines Tinnitus ähnlich widerhallen zu hören.

Er erhob sich wieder. War einen Moment wie eingefroren, versuchte zu denken. Als Guhl hatte er angesichts der anstehenden Reise Blut erhalten. Erst letzte Nacht. Ein Gedankestrang war dort, versuchte sich mit einem weiteren zu verbinden, zersetzte sich in dem ätzenden Geblubber der Blutbedingten Loyalität und zerbrachen an den Erinnerungsfetzen an sein letztes aufbegehren.

Wie kleine Würmer entstanden neue Gedankenstränge, Gedanken, Schlußfolgerungen. Gottverdammte Hure Es musste Sofia gewesen sein die Vicente korrumpiert hatte. Es war sicherlich ihre Idee nach Deutschland zu ziehen. Bereits in der Bibel war es ein Weib das den Mann zum Sünder machte,... wäre sie nicht da, vielleicht hätte der Nachtalb nie das morden angefangen, wäre er nicht dem Tod in dieser Art verfallen. Ich werde ihm dienen, ihn schützen.
Tief in ihm pochte das was einmal gut an ihm war, was seinem Wesen entsprach bevor er ansehen musste wie seine alte Familie starb, das er log. Das es nicht die Italienerin war, das sie genauso gebunden war wie er. Doch zumindest für den Moment ignorierte es.
Genoss den Eskapismus den die einfache Schuldzuweisung und begab sich an die Arbeit.
 
Sofia Rosselini

Mit energischem Schritt hatte sie das kleine, dunkel gehaltene Büro des Guhls betreten. Fieberhaft starrte dieser auf den rechten der beiden Monitore, die Hände flogen über die Tastatur während er einen Brief formulierte. Auf den Linken, zu dem er immer wieder hinüber sah, eine Software geöffnet die mehrere Zahlen anzeigte.

Mit einem energischen Knall fuhr Sofias Hand auf den Schreibtisch nieder, riss Sebastiano aus dessen Tätigkeit. "Der Umzug steht an! Die Bücher sind noch im Regal und die Arbeits.." der ältere Mann schoß aus seinen Sitz hoch. "Natürlich! Woran denkst du arbeite ich?! Stunden, ohne Unterbrechung." Das Telefon klingelte, und ein kurzer Hieb des Bestatter sorgte dafür das der Höhrer kurz auf und wieder abrutschte.

Sofias Lippen schürzten sich kampfeslustig Browserspielchen. Die Verlockung ihn zu reizen war nahezu greifbar. Irgendwas in ihr drin befürwortete es, stachelte sie an. Dennoch blieb sie ruhig, bot rein instinktiv Ruhe wo Chaos tobte. So kannte sie Sebastiano weniger, eigentlich nicht. Der alte Mann war harmlos, die meiste Zeit nicht beachtenswert, gut mit dem Kunden aber ansonsten ein Nicker und Jasager.

Entgegen der üblichen Gewohnheit wich sie etwas zurück. "'Scusi. Allerdings bin ich gerade dabei ein Umzugsunternehmen zu finden. Leute die helfen einladen, hinreichend viele LKWs, ein Lagerraum in dieser Stadt. Du kennst dich damit aus.. ... Steuern, Zoll, Papiere." Ein leichtes Nicken in Richtung des Bildschirm. "Zahlen. Der ganze Kram eben. Also wie wir den koscheren Teil 'rüber kriegen." Sie fuhr sich mit einer kleinen Geste durch die Haare. "Was das weitere betrifft werde ich wohl einen großen Wagen selbst laden." Es entstand eine kurze Pause. "Bitte". Ihre Hand legte sich auf die Schulter des älteren Mann, strich vorsichtig, langsam Richtung Nacken hoch während ihr Gesichtsausdruck einem nassen, unglücklichen Hundewelpen entsprach.

Sebastiano Mazzanti

Er war nachwievor wütend, aufgebracht aus der Arbeit herausgerissen zu sein. Der Papierkram allein welcher notwendig war, war kein Spaß. Mehr ein beachtlicher Berg Arbeit, mehrere Beamte die ihm zu verstehen gaben das es zu aufwändig waren, ein gefühltes halbes Dutzend die den Mehraufwand offen entgegen sahen - zur passenden Aufwandsentschädigung.

Jetzt kam dieses Weibsbild an und Riss ihn raus. Das Dokument war gerettet, allerdings allein das wieder aufnehmen. Es würde Zeit und Nerven kosten. Dann jedoch der Schwall an Worten, die Berührung und der Blick. Es traf ihn überraschend für gewöhnlich war sie kompetitiver, drängender, forscher, zumindest wenn Vincente nicht in der Nähe war.

Sie brauchte seine Hilfe. Er griff nach der Hand der Frau. Die Gedanken Würmer arbeiteten. Er hatte gerne geholfen, früher. Half gerne. Dennoch war es immernoch Sie. Die Verführerin die sich offenbarte, anbot. Er grinste, dreckig.
"Natürlich bella." Die freie Hand griff ihr unter das Kinn, zog sie leicht ran. "Setz dich doch kurz, erst etwas Arbeit, dann.." Er bot den Stuhl an, sie folgte, er wandte sich wieder den Bildschirm zu. Ein leichtes seufzen, nicht wegen des kleinen Preis den er sich ausgehandelt hatte, sie würde ebensowenig widersprechen wie es den kalten Toten interessierte, mehr wegen der Aufgabe. "Export, Import. Es sollte sich etwas finden lassen.

Sofia Rosselini

Die Sonne neigte sich nieder. Der Tag war mehr als anstrengend gewesen. Die Bücher wurden Kistenweise aus dem Anwesen getragen. Es war für sich genommen bereits erstaunlich das sie einen Anbieter gefunden hatten, jemanden der derart kurzfristig einspringen konnte, eine kleine Flotte bereitstellen.

Das entfernen des Arbeitsmaterial aus der alten Werkstätte, dem Institut, war eine Vergleichsweise einfache Aufgabe.
Selbst die verdammten Möbel. Große, sperrige Dinge, teils aus schweren, alten Holz. Natürlich hätten sie neue kaufen können, wären sie reicher gewesen. Davon abgesehen das sich ein so alter Mann wie der ihre sicherlich nicht gerne von seinen Dingen trennte.
Jedoch, die wirkliche Hölle waren die Bücher. Dutzende Regale, mit hunderten Werken, tausende Bücher. Sie hatte Anweisung erhalten welche getrennt fuhren. Neben den Dingen wie Vicentes Schwester. Der eigene LKW war brechend voll.

Mit einem seufzen ging sie die Treppe hinab, ließ sich neben dem Guhl auf die Treppe sinken. Selbst mit der übernatürlichen Stärke, selbst mit den Helfern, war es ein kaum zu bewältigende Aufgabe. Wäre er nicht eingesprungen.

Sie reichte ihm mit leicht zitternder Hand die kühle Wasserflasche. Er wiederum reagierte zunächst nicht einmal. Es dauerte etwas, Sofia merkte wie der alte Mann in depressive Gedanken versank, nahm die Flasche an sich, befeuchtete das Tuch und stupfte den Schweiß ab. "Wir schaffen das."

Sebastiano Mazzanti

Steuerrecht, Entlassungsschreiben, Import-/Export, Einfuhrbedingungen, der Vertrag mit dem Umzugsunternehmen, die Lagerplätze in Deutschland, Verhandlungen mit den Käufern der Immobilien,... die Auflösung dessen was über fünfzig Jahre sein war. Dann der Anruf von Sofia, der Umzug war ein Gewaltakt. Sie brauchte Hilfe. Dutzende, um aber Dutzende Kisten. Ein Arbeiter dem eins der Eichenregale fast zum Verhängnis geworden wäre.

Gesichter die er nie wieder sehen würde. Sein gesamtes Lebenswerk.
Die gebrochenen Augen des Mann waren leer als er in den Horizont blickte. Die Sonne die sich langsam über Bolzano niedersenkte. Seine Familie hatte seit Generationen hier gelebt, es war hier wo sie begraben lagen. Wieso tat er es sich überhaupt noch an?

Der Schweiß suchte sich eine Spur entlang der Stirn, tropfte in's Auge. Er blinzelte fuhr sich mit der alten, faltigen Hand über die Stirn. Meine ganze Familie Kurz bemerkte er die Wasserflasche, ignorierte sie. Die bemerkenswerte Jugend, die Energie, der unbändige Wille Sofias hatten ihn beeindruckt. Würde er trinken, stärker werden, die Gedanken wären wieder da. Würden die Erinnerung daran wie seine Frau, sein Sohn starben verfälschten, verschleiern das sein Herr sie ermordete um ihn eine Lektion zu erteilen. Sie müssen mich hassen.

Wasser stieg in die Augen. Er hörte leise Sofias Stimme, spürte wie ein nasses, erfrischendes Tuch leicht gegen die Stirn tupfte. Etwas erholung bot. Die Worte drangen an ihn.
"Es war nicht deine,... Er hat dich auch nicht gefragt?" Sein Blick ging zu ihr rüber. Er sah das ehrliche, entschuldigende Lächeln, ein kleines Kopfschütteln "Er fragt nie."
 
Sofia Rosselini

Es war bereits der später Nachmittag des neuen Tag, und der Tag war bereits wahrlich lang gewesen. Sofia hatte den eigenen Lastwagen bereits in der Lagerhalle geparkt und ging nach draussen.

Der Blick ging zur Uhr, sie wurde unruhig. Sie hatte noch bis in die frühen Morgenstunden Gespräche geführt. Für den vorrübergehenden Ort brauchte es Wachen, das kleinste Problem. Viel mehr waren dort die Verbindungen zur ehrenwerten Gesellschaft, die es zu überzeugen galt das ein etabliertes, nützliches Mitglied sich derart kurzfristig entschied umzuziehen. Die weiteren Kontaktaufnahme stand noch an, Li, Di. Fonti, sicherlich ein weiterer Spaß.

Die Unterstützung bei Verhandlungen mit Käufern.
Natürlich wurden Interessenten gefunden, Vicente hatte selbst welche organisiert, man tat weitere Quellen auf. Dennoch hatte es gegolten zu verhandeln. Einen guten Preis zu erzielen, sich den Aufbau hier zu ermöglichen.

Ihre Hand griff zur Zigarette. Drei Stunden Schlaf, einen dreiviertel Tag Autofahrt, Verhandlungen mit dem Zoll, vier große Red Bull forderten auch von einem Guhl einen Tribut.

Endlich konnte sie die Wagenkolonne ausmachen. Endlich wieder der Maserati, zumindest der Bestattungswagen. Letzterer wurde von Sebastian überführt. Der Plan ihn zu übertrumpfen, nun es schien keine große Herausforderung zu werden. Stattdessen, irgendwie hatte sie den Eindruck gewonnen wirkte er melancholicher. Sie nahm einen weiterer, kräftigen Zug aus der Zigarette. Nur noch bis heute Nacht

Der großzügige Rest des Klimmstengels landete auf den Boden, wurde ausgetreten und mit neuem Elan schritt die Frau zu werk.

Koordinieren, einräumen, Hotel, erste Besichtigung, Recherche und nicht vergessen Anzug für Vicente rauslegen.

Sebastiano Mazzanti

Die Wagenkolonne fuhr in Finstertal ein, der Italiener drehte leicht das Fenster runter, versuchte die neue Heimat die man ihm aufgezwungen hatte einzuatmen. Ihm, wurde schlecht. Nur kurz, ein leichtes schütteln. Es war nicht sein zu Hause, würde es nicht sein.

Er hatte die verbliebene Zeit genutzt die Logistik zu optimieren, Gespräche zu organisieren. Dankenswerterweise nahm Sofia ihm ein Großteil der Verhandlung ab. Sie wird sich damit nur profilieren. Ein netter Abend, etwas Sex änderte die Fakten nicht. Er überlegte sich zu kämpfen, verschob die Entscheidung jedoch.

Stattdessen fiel sein Blick auf die kleine Mappe mit Objekten die er sich ausgeschaut hatte. Offensichtliche Angebote die breit beworben wurden, wohl nicht der beste Griff wenn eine Immobilie derart beworben werden musste. Einige Makler waren bereits gefunden. Daneben stand die Option offen ein bestehendes Geschäft zu übernehmen.
Die Geschäftsführer heraus zu kaufen, vielleicht dachten sie eh mangels Nachwuchs oder dank des Alters über das aufhören nach.
Der neue Geschäftsführer könnte auch seine Last abnehmen. Sepp presste die Zähne aufeinander. Vicente würde den neuen brechen. Seinen Willen auslöschen, seine Familie ermorden, vielleicht ihn noch umbringen. Er selbst? Er hatte einmal gesehen wie Vicente jemand "befragte", der Alb hatte es nicht nötig um an die Informationen zu kommen, nachdem er alles wusste, hatte er weiter gemacht. Und nachdem die Seele dem Körper entrissen war.
Sebastiano schüttelte den Kopf.
Er würde seine Aufgabe erfüllen.
Niemand anderes würde seinen Platz einnehmen.
Sollte sich ein bestehender Geschäftspartner sperren, nun sein Meister würde ihn töten. Bestenfalls.

Er seufzte als er auf die Strasse einbog in der Sofia schon wartete. Den Rest des Tages würde er wohl mit Maklern, Instituten und Wohnungen verbringen.
 
Die Suche der beiden Blutdiener fand ebenso auf den jeweiligen Bereich konzentriert wie auch untereinander koordiniert statt. So würde sich Sofia zwar auf das neue Anwesen und Sebastiano auf das Beerdigungsinstitut konzentrieren, jedoch nicht in der Form das sie sich herausnahmen man auf die Expertise des anderen verzichte.

Dementsprechend würde sich Sofia in finanziellen und buchhalterischen Aspekten von Sebsastiano beraten lassen, sowie umgekehrt ihm als weibliche Verhandlungspartnerin mit großer fachlicher Expertise zu stehen.

Die Informationen hinsichtlich der Aufteilung der Stadt studierte Sofia noch vor ihrem Herrn, ebenso wie sie nicht nur über seine Geschäftskontakte informiert war, sondern ebenfalls mir Fonti in Kontakt stand. Bis dieser aufgrund des Shootout vorrübergehend beendet war. Auch konnte sie sich sicher sein das die Finanzierung stehen würde.

Hinsichtlich der Zuflucht beliefen sich die Vorstellungen ihres Mann auf ein größeres Anwesen. Ein Gebäude das ebenso die Bibliothek zu fassen vermochte als auch Raum zum Leben sowie einen Keller bot. Die Herausforderung das klassische Bibliothek selten als Immobilien Objekte zur Verfügung standen wollte sie angehen in dem sie nach Praxen suchte, gerade solchen aus der Psychotherapie.
Ein helles, großes Behandlungszimmer, ein Salon. Idealerweise über ein weiteres Stockwerk in die Höhe gestreckt, so das man die weiteren Regale auf die obere Meazzine positionieren konnte.
Vielleicht bot ein Altbau die Möglichkeit. Allerdings legte Vicente ebenso wert auf einen entsprechenden Keller, idealerweise einen in dem sich sanitäre Einrichtungen umsetzen ließen.
Würde sich unter diesen Bedingungen nichts finden lassen, müßte die Bibliothek wohl in gedrungeren Räumlichkeiten Platz finden. Und auch wenn wohl ein enges Spalier Regale, ein breiteren hinteren Bereich mit einigen mehr sowie eine Treppe rauf zu den restlichen mediterraner wirken mochte, war es wohl ähnlich schwer zu finden.

Die Anforderungen an das Institut hingegen waren sachlicher. Sebastiano würde darauf achten das sowohl die nötigen Werkflächen, ein entsprechend gekühlter Keller als auch Ausstellungsräume und weiteres vorhanden waren. Schwieriger würde wohl allenfalls werden ein Objekt mit Kremierungsanlage zu bekommen. Letztlich war er sich bewusst das Vicente wohl im Fall des Falles keinerlei Skrupel hätte einen unwilligen Besitzer eines passenden Beerdigungsinstitut zum Umzug zu bewegen.
 
Nun, es war eben in Deutschland so, daß nicht jedes Beerdigungsinstitut ein Krematorium hatte und es in der Stadt nur eines gab und das stand unter städtischer Überwachung, entweder würde sich Vicente die Mühe machen müssen, eines zu beantragen oder er müsste illegal in seinem Keller einen Verbrennungsofen aufstellen.

Es gibt in ganz Deutschland nur 148 Krematorien, ist nicht so einfach, wie man sich das vorstellt
 
Bei aller Nähe zum Tod hatte Vicente durchaus nicht vor Kremierungen durch einen illegalen Verbrennungsofen vorzunehmen.
Was ein dergestalt illegales Vorgehen betraf war letztlich ein guter Kontakt zu einem Bauer mit einer Schweinefarm, vielleicht eine kleine eigene, vorzuziehen. Nicht nur das es biologischer war, auch war es nicht so das fressende Tiere die gleiche Auffälligkeit besaßen wie die Hitzesignatur die ein laufender Ofen absonderte.

Tatsächlich wäre dahingehend das vorgehen das Örtlichkeiten gesucht wurden welche die Installation eines entsprechenden Gerät gestatteten.
Sebastiano, der nach außen hin auch offiziell die Geschäfte führte, würde den Kontakt zu den entsprechenden Beamten, Verwaltern aufnehmen. Herausfinden wer verantwortlich war, welche durch welche Türen man gehen musste und versuchen entsprechende Treffen zu arrangieren, natürlich auf für Vicente innerhalb dessen Zeitrahmens. Nicht nur für die Genehmigung, sondern auch um es zeitnaher als üblich zu organisieren.

Ich kenne mich mit Beerdigungsinstituten weniger aus.
Bin daher bei der groben Vorstellung von etwas zwischen Six Feet Under und Der Pate ausgegangen. Beim Paten bin ich recht sicher das der Bestatter, Bonsera, ein Krematorium besaß. (In dem Sonny verbrannt wurde) Nun und Bonsera wirkte nicht als hätte er unbedingt ein großes Bestattungsunternehmen. ^^;
Ansonsten hat Vicente auch gerade dafür einen nicht unbedeutenden Einfluss bei Ordnungsbehören (geplant),
 
Es würde nicht schwierig sein entsprechende Wohnräume und auch eine Bibliothek zu finden, allerdings würde es sich wohl Vicente selbst anschauen müssen, was er denn nun wollte und ob kaufen oder mieten, denn das was er bestimmt haben wollte, gab es nur zu kaufen.

Allerdings schwieriger wurde es mit der Suche nach einem Krematorium. Finstertal und Burgh schienen das sehr sehr rückständig zu sein, denn weder in der einen noch in der anderen Stadt gab es eines. Sebastino fand heraus, daß die Leichen von Personen, die eingeäschert werden sollten in eine der umliegenden Städte gebracht wurden und daß die Beerdigungsinstitute wohl mit diesem lose Verträge hatten. Ob das Vicente gefallen würde, der doch gewohnt war, daß er immer bekam was er wollte?

Nach Rücksprache mit Mitra, es gibt keines.
 
Dem Kainiten war deutlich daran gelegen beide Objekte zu käuflich erwerben. Schließlich hatte er auch aus diesem Grund seine ehmalige Wohnung, die Bibliotheksräume sowie das Unternehmen verkauft respektive über seine Guhle veräußern lassen. Ganz abgesehen das Vermieter und Pächter einige Probleme mit sich brachten und es wohl mehr Ärger als Vorteile brachte sie zu binden.
Sollte ihm der Aufenthalt in Finstertal verwehrt werden wäre es natürlich mehr als nur unangenehm, jedoch wenn es zu dem kommen würde, die fehlenden eigenen Örtlichkeit, der Verzicht auf die eigene Zuflucht sowie der finanzielle Rückschlag wären wohl noch das geringste Problem des Italieners.

Der Suchauftrag an Sofie sowie Sebastiano zur Sondierung entsprechender Objekte richtete sich daher auf den Kauf der Objekte, sollte es nichts anders gehen zu zu dem ausfindig machen eines Unternehmen das sich zur 'feindlichen Übernahme' anbot.

Nachdem Sofia in Fragen kommende Gebäude ausgewählt hatte würde sie diese ihrem Ehemann vorlegen. Ein Grundriss um ein allgemeines Interesse abschätzen zu können, die Lage innerhalb der Stadt in Anbetracht der Domänen Aufteilung, allerdings auch Aspekte wie der Distanz zur Friedhof sowie die Nähe zur italienischen Gemeinde. Desweiteren ein Name, sowie möglicher Termin.
Die Finanzierung war bereits mit Sebastiano abgestimmt und durch das Grosszügige Angebot seitens Michael gesichert.
Am Ende der kleinen Besprechung würden die Termine durch Sofie als quasi 'Sekräterin' vereinbart und schließlich durch Vicente, in ihrer Begleitung wahrgenommen.


Sebastiano saß gebeugt über einigen Ausdrücken, Auszügen sowie selbst angefertigten Beschreibungen an den Tisch und erwartete den Blutsauger. Es gab wohl eine Reihe von Objekten denen jedoch ein Aspekt fehlte. Sah man davon ab das sie alle keine Heimat für den entwurzelten Italiener der sich bereits zurück nach Bolzano sehnte darstellten. Der Stift in der Hand Sebastianos schlug nervös abwechselns mit Kopf und Ende auf dem Tisch auf erzeugte ein nervöses klackern während nachdachte. Natürlich waren ihm die Verstrickungen seines Herrn bekannt, sein Blick senkte sich auf den traditionellen Töpferbetrieb, das Tierasyl für alte Schweine herab und die Müllentsorgungsanlage hinab, sein Magen krampfte sich bei dem Gedanken an beide als Alternativen zusammen.
Das ausgerechnet in einer deutschen Stadt keine ordentliche Option vorhanden war, wohl Zeichen des Nationaltraumata. Als Vicente den Raum betrat war der Guhl mit einem Satz aufgestanden.

Vicente nahm die Schilderung seines Dieners ruhig, mit unbewegter Mine auf. Am Ende der Ausführung nickte er Sebastiano zu, weiterhin zeigte sich keine emotionale Regung bei dem Kainiten.

Entgegen dem was man annehmen mochte war Vicente nicht gewohnt das ihm alles zu fiel. Er stammte aus einer einfacher Familie, seine Kindheit und Jugend war vom Krieg geprägt, auch wenn er beides nicht zugeben würde. Unter den Anzügen, der steifen Haltung und der mühsam angeeigneten Bildung versuchte zu verbergen. Zwar nahm sich der Kainit was ihn seiner Meinung nach Zustand überwiegend Blut und Leben anderer, jedoch wusste er das er für das was er wollte arbeiten musste.
Hatte es gewusst auch wenn die Jahre in Bolzano zu einer gewissen Bequemlichkeit geführt hatten, dazu verführte das was er sich aufbaute, mit der Hilfe derer die er zwang, als Selbstverständlich anzunehmen.
Das Hindernis, nein, viel mehr der kleine Umstand erinnerte ihn wieder daran. Er nahm die Lektion welche die Stadt ihm erteilte auf. Verinnerlichte es und würde es wohl bei weiteren Gesprächen über seine 'Vergangenheit' berücksichtigen.

Sein Blick fiel auf die beiden Alternativen. Welche Sebastiano ihm mit zitternden, alten Händen zu geschoben hatte. Durchaus angenehm von dem alten Mann überrascht, hatte doch der Konformismus den der Kainit ihm eingeprügelt hatte etwas von Nutzen hervorgebracht.
"Eine lobenswerte Initiative Sebastiano." ein Lächeln zeigte sich auf den Lippen des Bestatter das in Anbetracht des Angebot und Nekromantischen Hang durchaus jemand der den Umgang mit Vicente nicht gewohnt war zu verstören wusste.
"Allerdings sehe ich es, zumindest für den Augenblick Optionen, für weitere Schritte. Nachdem wir uns hier niedergelassen, etabliert haben." Die Worte waren fast sanft gesprochen, der alte Guhl wirkte in letzter Zeit weniger, ... nun weniger als er selbst.
"So wie ich es sehe fehlt dieser Stadt nicht nur an unserer Dienstleistung, sondern auch an einem Ort wo sie ihre Toten innerhalb ihrer Heimat würdevoll im Feuer bestatten können. Ein barbarischer Umstand, den wir so doch wohl nicht bestehen, bestand haben lassen können." Das lächeln wurde etwas breiter.
"Du wirst mir zustimmen das wir alles in unserer Macht stehende tun sollten um diesen Infrastrukturellen Mangel zu beheben. Was mein Treffen mit Herrn,.. " Vicente sah den Namen des Verantwortlichen für das Friedhofsamt. Studierte ihn. "Nun ich möchte das du dich erkundigst welche Schritte notwendig sind" er pausierte kurz "Ob es überhaupt möglich ist und mit wem ich sprechen werden muss."

Es würde wohl schwieriger, kostenintensiv, dafür würde er wohl nicht nur den Zugang dazu erhalten, sondern konnte darauf verzichten mit Lakaien umzugehen und schuf eine Art kleines Monopol.

"Ach, und die Müllentsorgung kannst du wieder herausnehmen. Es zählt wohl zum Gebiet der Ratten. Nun kommen wir zu den traditionelleren Objekten,.."

Wie bereits im Gespräch mit Sofie folgte nun wohl der Teil der Terminvereinbarung. Sollte es keine größeren Einwände gegen das vorgehen geben.
 
Gut, bei den meisten Objekten würde eine Besichtigung am frühen Abend möglich sein, man musste nur sehen, wie man möglichst viel in möglichst kurzer Zeit machte.

Allerdings sah auch keiner außer dem Giovanni das Fehlen eines Krematoriums als Mangel an, auch die kainitische Bevölkerung schien bisher keinen Bedarf an schneller Leichenbeseitigung dieser Art zu haben. Vermutlich musste man dazu schon gerne töten oder aber nachhelfen, daß die Regierung einfach einsah, daß es notwendig war.
 
Die beiden Diener würden sich hinsichtlich der entsprechenden Objekte abstimmen. Eine Route erstellen welche es ermöglichte zu dem jeweils nächsten eine kürzere Distanz zu haben. Sollte ein Makler mit mehr als einem interessanten aufwarten würde es im Plan berücksichtigt. Anschließend erfolgte die entsprechenden Anrufe an Verkäufer sowie Eigner zur Terminabsprache. Angesichts dessen das die wenigsten selbst bei Kaufobjekten Termine nach 23 Uhr tätigten waren die absprachen früh, soweit es dem Italiener eben möglich war.


Die Überlegung hinter dem Krematorium mochten seitens des Nekromanten der mit beiden Beinen in der organisierten Kriminalität stand nicht in allen Aspekt menschlich sein, jedoch wäre die Argumentation sicherlich nicht schnell Leichen zu beseitigen.
Eher war es doch so das eine Kremierung mitunter schlicht preiswerter war als ein aufwändiger Sarg und ein entsprechend großer Platz auf dem Friedhof.
Auch mochte der Aspekt das ein ordentliches Grab gepflegt sein wollte, was nicht nur Zeit kostete sondern auch einen beachtlichen Aufwand darstellte, für mehr als nur einen Grund sein die Feuerbestattung der traditionellen vorzuziehen.
So man von religiösen sowie rituellen Gründen dafür ab. Auch wenn es in Deutschland kaum möglich war seine Verstorbenen mit nach Hause zu nehmen so gab es doch noch die Option ihn auf einer Wiese, einem Fluss oder im Meer zu verstreuen.

Natürlich konnte man dafür auf Angebote ausserhalb zurück greifen, dennoch hatte eine persönliche Zeremonie, das würdevolle Abschiednehmen nach der Aufbewahrung, schlicht das vertrauen ihn in der eigenen Stadt von Personen die man kannte verabschiedet zu sehen, ein deutliches Dafür.
Gab es doch auch in anderen deutschen Städten die Krematorien dort nicht weil man gerne beim sterben nachhalf oder tötete.

Auch mochten Herausforderungen wie der Unfall oder die vielen Tote im Zuge der Seuche eine zügige Behandlung der Verstorbenen sinnvoll erscheinen lassen.

Was den weiteren Aspekt betraf, jenen das Vicente durchaus erwarten würde das andere, seine Landsmänner oder die Blutsverwandten der Stadt mit entsprechenden Anfragen auf ihn zutraten - sei es auf Basis seiner Proffession in kainitischen Kreisen oder weil er es Signore Fonti angeboten hatte - es war lediglich eine Methode. Hinsichtlich des vorgehen wohl sauberer, zügiger und mit weniger Rückständen als einen Sarg zu manipulieren oder den Körper anderen Behandlungen zu unterziehen, dafür sicherlich jedoch auch keine "Sorglos"-Karte betrachtete man das die Hitzesignatur doch sehr auffällig war.

Wäre seinerseite dort wenig zu machen, schließlich würde es beanspruchte es bereits recht viel Energie sich dem Friedhofsamt zu widmen und die Familie in der Stadt nicht zu enttäuschen, würde er wohl mit Fonti sprechen müssen. Hatte dieser doch wohl die besseren Kontakte zur Politik.
 
Es würde kein Problem werden Termine am Abend zu bekommen, zwar nicht um 23 Uhr, aber mit etwas Geduld und wenn nicht alle Termine am selben abend sein sollten waren sie zumindest zwischen 21 und 22 Uhr drinnen und Vicente würde wohl, wenn ihm nicht das erste Objekt gefiel, mehrere Abende zu tun haben, sich alles anzuschauen.

Was die Friedhöfe anging, so war es leider so, daß allesamt in Gebieten lagen, die anerkannten Clans gehörten, das würde wohl einige Gefallen kosten, wenn Vicente dort etwas reissen wollte.
 
Die Zeit würde er sich wohl nehmen. Die Termin Organisation jedoch weitestgehend seinem Guhl überlassen. Auch das es hinsichtlich des Erwachens entsprechend effektiv getimed war.
Vielleicht das man mit etwas Überzeugungsarbeit zumindest Termine bis 23 Uhr bekam, nicht unbedingt ab.

Bevor er sich überhaupt hinsichtlich Gefallen machte galt es wohl erstmal den Einfluss entsprechend anzulegen, auszubauen.
Schließlich würde der sich nicht über ein lokales Gebiet erstrecken sondern sollte entsprechend umspannend sein. Nicht nur hinsichtlich der Friedhöfe, auch bezüglich seiner Pläne betreffend des Krematorium wie auch was das Beerdigungsinstitut betraf und weitere Vorhaben hinsichtlich Friedhofsamt und Ordnungsbehörde.

Was die Domänen betraf, die Gebiete anderer Clans so scherte sich Vicente darum nicht.
Es mochte vielleicht noch möglich sein eine Zuflucht in einem der Außenbereiche oder innerhalb des Gebiets für Gäste zu finden, auch wenn es wohl ein eher abenteuerliches Vorhaben war.

Was jedoch den Rest betraf? Selbst wenn er sich nur mit dem Nordfriedhof begnügen würde, der nicht wie der Zentralfriedhof im Tremere Gebiet lag oder wie der Südfriedhof in der Domäne Gangrel, spätestdens was das Institut betraf würde das Vorhaben absurd. So setzte der Caitiff darauf das bisher, zumindest seiner Kenntnis entsprechend kein Kainit Interesse an den Friedhöfen oder an einem Beerdigungsinstitut zeigte.
Vielleicht würde Meyye mit sich reden lassen.
Aber die Tremere? Wo die Akademie ihm mit diesen gedroht hatte, Maskeradebrecher in den Reihen der Tremere sich unter dem Schutz des Prinzen sahen und man ihn trotz Alter, Umgangsformen und Dienste im Rang eines elenden Neugeborenen belassen hatte. Wohl kaum. Nicht wenn er seine Existenz nicht gleich wegwerfen wollte.
 
Zurück
Oben Unten