Alchimie&Alchimisten

Cifer

Vorsintflutlicher
Registriert
20. März 2004
Beiträge
3.705
Hoi ihr!

Ich wollte in näherer Zeit einen Alchimisten (wahrscheinlich aus dem Süden und magiedilletantisch) spielen. Was habt ihr so für Erfahrungen mit diesem Charaktertypus gemacht? Wie spielt er sich?
 
hmm ich hab nen ExilMaraskaner als Alchimist (ja eigentlich ist er nur giftmischer)

hmm außer das die Dinger scheiße Teuer in der Erstellung sind spielt sich sowas sehr gut...
 
Ist was zum geldausgeben. Ohne SRD würde ich die Pfoten davon lassen, aber da SRD sich ziemlich lohnt ... Insgesamt soltest du dir gut überlegen, was du mit dem Charakter machen willst. Am besten glänzt er außerhalb der klassischen Abenteuersituation, seine herrausragenden Werte und sein Können werden selten im Zentrum des Interesses stehen und seine speziellen Eigenschaften noch seltener "das Finale reißen". Dazu kommt die Gefahr, schnell zum Generalpushup für alle anderen zu werden: Du lieferst den Waffenbalsam, der sie den Dämon erschlagen lässt; du lieferst den Stärketrunk, der dem Krieger ermöglicht, den Oger zu killen; du lieferst den Astraltrunk, der dem Magier die Punkte gibt, diesen widerlichen Goblins einen Ignisphaero in die bepelzten Ärsche zu schieben; du lieferst die Heiltränke, die die anderen entweder fürs Finale fitmachen, oder sie nach dem Finale wieder auf den Damm bringen. Je nach Runde und Spilstil kann das eine verdammt undankbare Rolle sein. Dazu kommt, dass die wenigsten Kauf-DSA-Abenteuer Alchimisten fordern, wenn eure Gruppe also viel offizielles Zeug spielt, brauchst du einen flexiblen Meister, der dir die Sachen auf den Leib umnäht, sonst guckst du in die Röhre.
Wenn du allerdings einen guten eSeL hast und die Charakter-Combo, in der der Alchimist mitmischen soll, nicht gerade "Dämonenjäger Inc." sind, kannst du durchaus Spaß damit haben.
 
Da stimme ich shub mal ganz dolle zu, mit einem Sl der (auch bei Kaufabentuern) flexibel ist kann so ein Char viel Spaß machen, wenn du deine Momete /als Char und als Spieler ) bekommst, sonst bist du halt schnell zum Unterstüzungsdeppen degradiert. Wobei in einer guten Gruppe natürlich auch der klassische Alchemist (und da muß ich den von ähnlichen Problemen geplagten Medicus ebenso erwähnen) auch in der sekundären Rolle, seine Reputation zukommet (bei aller schönenenVielfälltigkeit, ist dies aber ein Problem, was noch einigen Chars zuschaffen macht).
 
Wieviel Spaß man so an Alchemie hat, hängt starkt vom Spielstil der Gruppe und des Meisters ab. Bei uns gibt's zum Beispiel eigentlich kaum jemals viele glänzende Dukaten, und ein Alchemist ohne Geld ist irgendwie wie Würstchen ohne Kakao...
 
hmm sehe ich etwas anders... der Alchimist hat ser wohl seine Outcomings in de Gruppe... Wenn kein Magus oder Geweihter da ist wird er wahrscheinlich der Gebildetste sein... wenn der SL sich mit Alchemie auskennt, kann allen die Suche nach einer Integrezia ein abenteuer werden...
Ein Alchimist ist ein Allround Char der heilen, lesen, rechnen, kochen kann... Er wird GEld haben und gerade im Süden ist Geld Macht... Wenn er ein ********* ist wird er seine Mixturen für dunkle Zwecke wie langsame Vergiftungen benutzen um etwas zu erpressen...

Es kommt ganz drauf an was sonst in der Gruppe ist... Wenn Magier oder Druiden dabei sind lass es sein... aber mit mundanen Chars wie Söldnern, Händlern etc. kann er eine sarke Bereicherung sein...
 
Mhhh... ich glaube, besonders in HKW´s letztem Satz kommt recht deutlich hervor, dass der Alchimist eine sinnvolle Bereicherung ist, solange kein magischer Char. in der Gruppe ist. Das kommt nicht sooo oft vor, oder?

Jedenfalls halte ich beim Alchimisten diverse Dinge für problematisch:

1. Es geht nicht "mal eben" unterwegs. Man braucht sein Labor, das man sich auch erst mal kaufen muss, und darf nach Auffinden der Ingredenzien zu selbigem zurückkehren, um seinen Kram zuzubereiten, wobei die Suche und Kauf der Zutaten natürlich noch nicht den Erfolg der Mixtur bedeuten. Ein Kampagnen-AB wie die Phileasson-Saga wäre jedenfalls der rollenspielerische Tod eines solange handlungsunfähigen Alchimisten. Dann kann er wirklich nur noch auf seine ordentlichen Wissens-Talente zurückgreifen, anstatt zu kochen und zu brauen.

2. Die Suche nach Zutaten ist nicht selten für beide Seiten eine recht mühselige Sache, denke ich. Dem Spieler fällt auf, dass ihm dies und jenes fehlt. Er macht den SL darauf aufmerksam, dass er sich auf den Weg zu jener Lokalität begibt, wo man das Zeug erhält - oder schlimmer noch, dorthin, wo man erfahren kann, wo es das Zeug geben könnte. Was machen die anderen Spieler? Das ist ungefähr so eine Situation wie die Sache mit den Karmalquesten der Geweihten. Die anderen werden vermutlich sagen können "ich geh mit" oder halt nicht, denn alles andere würde die Aufmerksamkeit des SL´s ebenfalls bedingen und die Kräutersuche des Alchimisten zusätzlich verlängern.

3. Was macht man als SL? Der Alchimist geht nach Städtchen XY und fragt nach diesem und jenem Zeug. Gibt´s das? Gibt´s das nicht? Das ist soweit ja noch einfach! Aber was macht man, wennd er Alchimist persönlich jene zutat in der Wildnis suchen muss? Marginal-AB "Alchimistensuche" einschieben? und was machen die anderen Spieler währenddessen? Und was ist mit dem eigentlich gedachten AB-Plot? Es kommt mMn zu häufig vor, dass man unter Zeitdruck steht, als dass jeder SC "mal eben" noch eine kleine Reise unternehmen kann, um etwas zu besorgen. Und Dinge wie Zyklopen-Augen etc. erfordern wohl wirklich schon ein eigenes kleines AB, das sich der SL dann eben überlegen muss. ODER der Alchimist greift - was wohl keine Seltenheit bliebe - zum Surrogat und reduziert dadurch die Erfolgswahrscheinlichkeit seines Gebräus. Und der ganze Aufwand für erst mal einen einzigen Trank bzw. Salbe oder was weiß ich nicht.

Also ich halte den Beruf des Alchimisten für enorm interessant und auch für spielbar, aber ich denke, dass man darauf gefasst sein muss, für den Spielfluss innerhalb der Gruppe ("Boah, ne! Der Alchimist muss erst noch wieder reisen, um was zu besorgen...") eventuell ganz starke Abstriche machen zu müssen, während jeder popelige Magiebegabter seine ASP und seine Zauberkenntnisse stets dabei hat und nach Belieben zaubern kann. Die notwendige Geldversorgung des Alchimisten spielt natürlich eine weitere Rolle. Woher bekommt er denn Geld? Vermutlich durch den Verkauf von zubereiteten Elixieren etc. Und diese müssen eben auch erst zubereitet werden, man muss Kundschaft finden (wandernde Alchimisten sind ja immer besonders vertrauenswürdig), sich eventuell gegen die starke Konkurrenz durchsetzen (vor allem im Süden) etc. pp.

Ein wirklich effektiver Alchimist würde sich vermutlich in einer größeren Stadt mit seinem Labor einrichten, den Markt gründlich studieren, um sich Verbindungen, die Zutaten besorgen können, aufzubauen und die nötigen Frischwarenanbieter auf Qualität, Angebot und Preis analysieren. Dann versucht er sich ein wenig ins Stadtleben einzuschmuggeln, indem er beispielsweise anfangs am Markt seine Heiltinkturen feilbietet oder ortsansässigen Medici (und wer sonst noch auf Alchimisten angewiesen ist) die Möglichkeit anbietet, bei ihm ihre produkte besser und günstiger als woanders zu erhalten und hofft somit, baldigst einen Kundenkreis aufbauen zu können, um den Laden in Schwung zu bringen.
Schwierig ist es dagegen eher, als Alchimist ohne Labor im Ort mal eben seine Waren unter das Volk zu bringen, um an eine erkleckliche Summe Geld für Zutaten zu kommen. Quacksalber und Wanderheiler sind ja nicht gerade für Reichtum bekannt, da ihre Hauptkundschaft sich aus dem einfachen Volk rekrutiert.
Und wieso sollte man einem wandernden Alchimisten, der am nächsten Tag schon wieder über alle Berge sein könnte, seine Waren abkaufen, während man schon jahrelang einen Alchimisten mit gutem Ruf im Orte kennt?
Dabei spielt es nicht mal eine Rolle, ob die Waren des Wanderalchis gut sind oder nicht, denn die Qualität lässt sich ja nicht mal eben mit fachmännischem Blick feststellen, weswegen die Reputation dieses Berufsstandes besonders wichtig ist.

Ich denke, Alchimisten eignen sich in erster Linie ganz hervorragend als NSC´s und als SC muss man halt mit gewissen Entbehrungen rechnen.
 
Was das pekuniäre angeht, mache ich mir eigentlich weniger Sorgen. Mit der Reiseversion des Labors lassen sich die einfacheren Gebräue auch so herstellen und Kräutertränke bieten meist eine beeindruckende Gewinnspanne. Die aufwendigen alchimistischen Teile sind natürlich wenn man nicht mit Labor und gestelltem Auftrag arbeitet vollkommen unrentabel und werden eher zwischen den Abenteuern mit SL und evt. ein paar treuen Mitspielern hergestellt.

@HoKuWo
Ich wollte ihn für die offene Runde erstellen.
 
Zurück
Oben Unten