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Rezension [A!-Rezi] Dungeonslayers: Caera Kampagnenbox

Dieses Thema im Forum "Dungeonslayers" wurde erstellt von Caninus, 22. November 2012.

Schlagworte:
Moderatoren: tobrise
  1. Caninus

    Caninus heiliges Caninchen!

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  2. amel

    amel Sethskind

    Über den Sinn und Unsinn von Boxen kann man wahrlich trefflich streiten. Ich persönlich mag sie.

    Gewisse Beobachtungen, die hier gemacht werden - Caera wäre ein reines Nostalgie-Produkt (ist es nicht), die Schlussfolgerung Caera wäre teuer (zwei Bücher mit doppelseitiger Farbkarte in einer Box haben nun mal gewisse Produktionskosten) oder die vage Andeutung, die Retro-Szene und unausgegorene Regeln würden zwangsläufig zusammengehören - teile ich überhaupt nicht, aber das ändert nichts daran, dass es eine gute Rezi ist.

    Nur bitte: Die Box ist DIN A5! Nicht DIN A6. Wäre letzteres der Fall, hielte auch ich die Box für teuer :)

    Edit: Ich sehe jetzt erst, wer die Rezi geschrieben hat. Hallo Orakel! :)
     
  3. Orakel

    Orakel DiplFrK

    Hi amel. Schön mal wieder was von dir zu hören. :)

    Ich finde den Nostalgie-Begriff gar nicht so problematisch wie du ihn anscheinend im Moment auffasst. Das beruht eher auf den Beobachtungen von mir, wer scheinbar alles nach Boxen sucht oder diese sogar aktiv fordert. (Ich lese ja durchaus heimlich in den verschiedenen Blogs da draußen mit, auch wenn ich nicht unbedingt immer Zeit dafür habe und auch nicht jeden Beitrag immer kommentieren.) Für mich ergibt sich dabei halt eben folgendes Bild: Die große Menge der Forderungen scheint dabei sehr stark von Leuten zu kommen, die Anfang der 80er Jahre bereits im Hobby aktiv dabei waren und dementsprechend die kleine rote Box von der ersten D&D-Edition (Menzer war da glaube ich das Schlagwort dahinter) miterlebt und selbst besessen haben. (Also Personen wie Du oder Moritz. Ich erwähne euch jetzt einfach mal, weil ihr beide ja letzten Endes "Schuld" daran seid, dass ich mich ein wenig mehr mit der Retro-Szene im allgemeinen und LabLord im speziellen auseinandergesetzt habe. ;) ) Das dann natürlich auch andere die Boxen mitnehmen will ich gar nicht bestreiten, aber die Zielgruppe scheint dann doch erstmal eher bei den älteren Personen zu liegen.
    Und Dungeonslayers ist ja letzten Endes ein modernes Regelsystem, das viele Macken der alten Spiele anders oder besser lösen wollte - ich glaube Christian Kennig hatte sogar irgendwo mal gesagt gehabt, dass er die Regeldichte früherer Systeme für DS im Sinn hatte, aber nicht deren "Macken", um das Spielgefühl von damals wieder zu bekommen.) Insofern haben wir hier also durchaus ein modernes System mit den Idealen oder auch Zielen von damaligen Spielen. Und gerade weil das ganze halt eben dann in diese "schöne, altmodische Verpackung" der Box gesteckt wurde ist meine Vermutung doch gerade dabei, dass man gerade die "alten Haudegen" in erster Linie wieder an Tisch bekommen will, weil diese dadurch wieder ein wenig das Gefühl haben können, dass auf diesem Weg alles nochmal wie früher, nur anders, erneut entsteht. Daher ein "modernes Nostalgieprodukt", weil man damit erst einmal die Kernzielgruppe direkt ansprechen will, indem man die Verpackung der Box nutzt. Das DS darüber hinaus auch bei anderen Leuten gut ankommt ist für Uhrwerk dann doch eigentlich nur ein zusätzlicher Glücksgriff, oder etwa nicht?

    Und die alten D&D-Regeln haben sich bewährt und sind durchaus nutzbar, aber halt eben auch nicht vollständig Intuitief, wenn man mit heutigen Standards dann mal drüberschaut. (Ich komme zum Beispiel mit diesem "Thac0"-Ding für Rüstungen bis heute nicht zurecht und habe mir da eine Hausregel aus dem Internet gesucht, wie man die Rüstungsklassen von D&D1 mit den Rüstungswürfen von D&D3.5 in Einklang bringen kann.) Von daher kann man da nicht wirklich von vollständiger ausgegorenheit bei den Retro-Klonen sprechen. Das heißt zwar nicht unausgegoren, aber auch nicht vollständig ausgegoren. Und solche Punkte löst DS in meiner Sichtweise dann doch etwas besser.

    Und die Preis-Geschichte ist letzten Endes halt ein Punkt bei dem ich selbst sehr lange jetzt drüber nachdenken musste, ob ich das wirklich erwähne. Ich habe halt eine etwas andere Beziehung/Einstellung zu Boxen. (Ich habe sogar aktiv eine Box in meiner Geschichte vernichtet, weil sie als Verpackung keinen Sinn gemacht hat. Das war die von D&D3.5 Spielerhandbuch.) Und daher glaube ich halt zumindest, dass da jeder selbst drüber nachdenken muss, ob die Box als Box den von mir vermuteten Aufpreis tatsächlich wert ist. Von daher hielt ich es zumindest für Notwendig es zu erwähnen.
     
  4. amel

    amel Sethskind

    Da erwähnst du wichtige Punkte. Auch wenn ich teils anderer Meinung bin, erklärst du in der Rezi immer genau, warum du diese Meinung vertrittst und wieso sie hier Anwendung findet. Das macht den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Rezi.

    Nostalgie: Stimmt natürlich. Andererseits ist es nicht nur Nostalgie. Damals fand ich (ich möchte verallgemeinern "fanden wir") Boxen so toll, weil ihr Öffnen etwas von Geschenke auspacken hatte. Man kann begeistert die Posterkarte aufklappen und gucken, was für verschiedene Bücher und ggf. Extras in der Box versteckt sind. Das ist toll und geht mir heute noch genauso. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich den Übergang von Box zu Buch damals wahrgenommen habe, ich glaube: gar nicht. Es war halt so. Der Rückgang zu Boxen hingegen begeistert mich, zumindest wenn das Medium Box auch genutzt wird, sprich, wenn was Cooles drin ist, was eben nicht nur einfach ein Buch ist. Davon abgesehen sind Boxen praktisch, weil man Dinge hineintun kann - die Spielunterlagen, SL-Notizen, Charakterbögen, etc. Man kann sie als Würfelbrett benutzen und "Die-Drop Tables" hineinlegen. Die Caera-Box ist da wohl die Ausnahme, einfach weil sie so voll ist, dass nichts mehr hineinpasst :)

    Ich vermute, die Begeisterung für verschiedene Formate durchläuft Zyklen. Zurzeit stehe ich total auf kleinformatige Bücher wie z. B. die deutschen SW-Sachen oder eben DS.

    Auch wenn DS ursprünglich aus der "alten" Ecke kam, kommen die Spieler von überall her. Eltern nutzen z.B. gern DS, um ihren Kindern das Rollenspiel näher zu bringen. Caera wiederum entfernt sich völlig von der Nostalgie. Es ist eine klassische Welt, keine Frage, aber eine die genauso modern ist wie jede andere Fantasywelt, die nicht krampfhaft versucht "anders" zu sein. Deshalb würde ich vehement widersprechen, wenn die Caera-Box als reines Nostalgieprodukt bezeichnet wird.

    Unausgegoren: Die alten Regeln setzten andere Schwerpunkte und wirken aus moderner Sicht etwas uneinheitlich und unvollständig - keine Frage. Hier wird aber ein wenig der Eindruck vermittelt, dass alle D&D1-Spieler Leute wären, die keine Ahnung von "guten", sprich ausgegoreneren, Regeln haben und aus reiner Nostalgie oder Faulheit umzulernen, dabei geblieben sind oder dahin zurückfinden (das meinst du nicht, wie deine Erklärung zeigt, aber der ursprüngliche Text wirkt ein wenig so). Es gibt aber auch viele, die mögen die Modularität und die Einfachheit, selbst neue Regeln einzupflegen, finden zufällige Charaktererschaffung toll oder die Tatsache, dass eine Figur mit 7 Würfelwürfen und der Wahl einer Klasse, etwas Ausrüstung und vielleicht eines Zauberspruchs fertig ist. Rückblickend kann man alte Regeln und Themen neu betrachten und etwas Neues und Besseres daraus machen, weil man ein erfahrener Rollenspieler geworden ist, der anders mit den gegebenen Grundlagen arbeitet.

    Mit Nostalgie beginnt es vielleicht (ich jedenfalls kriege einen echten Kick, wenn ich bestimmte alte Abenteuer oder Regelwerke zur Hand nehme), aber es entsteht etwas Neues und absolut Ausgegorenes daraus.
     
Moderatoren: tobrise
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