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[09.05.2008] Papierkrieg

Esteban saß in seinem nachtschwarzen Ford Galaxie 500 hinter dem Steuer. Den Wagen hatte er auf dem Parkplatz der Universität geparkt. Das Licht für den Innenraum war eingeschaltet und der Regen prasselte in monotoner Abfolge auf das lackierte Metall und die Fensterscheiben.

Irgendwo hatte er die Mappe aus der Akademie im Wagen. Nur wo? Er schaute in das Handschuhfach. Dort wühlte er sich durch seine chaotische Tapesammlung, fand Kartenmaterial für Frankfurt und Finstertal, doch keine Mappe. Er blickte über die Schulter auf die Rückbank. Dort lag weiterer Unrat, der aus einer abgenutzten Reisetasche quoll. Ein schlichter, schwarzer Anzug im Plastikschoner. Ein Paar Stiefel. Ein Paar schwarze Schuhe. Eine dunkelblaue Baggy Pants. Ein dunkelbraunes T-Shirt. Er tastete mit der Hand im Fußraum hinter dem Fahrersitz. Dort fanden sich eine Flasche Kühlflüssigkeit und eine Dose Poliermittel, sowie ein Tuch zur Autopflege. Nein, auch dort war keine Mappe zu entdecken.

Er versuchte sich vorzustellen, wo er die Mappe jetzt hinlegen würde, wenn er gerade aus der Akademie zurück zum Wagen käme. Wahrscheinlich auf die Ablage vor dem Beifahrersitz. Esteban wühlte unter dem Beifahrersitz umher. Auch dort fand er anfänglich nur Tapes, wobei ihn mancher Fund durchaus erfreute, da er die Kassette schon lange vermisste. Schließlich bekam er etwas zu fassen und tatsächlich war es auch das Objekt seiner aufgezwungenen Begierde. Deutlich war ein dreckiger Stiefelabdruck darauf zu sehen. War wohl von Richard. Naja, egal. Er wischte den gröbsten Schmutz mit dem Handrücken ab. Passt schon, dachte er sich.

Er schlug die Mappe auf seinem Schoß auf. Danach klappte er die Sonnenblende auf seiner Seite herunter. Dabei fielen ein Kugelschreiber und die Fahrzeugpapiere herunter. Die Papiere verstaute er wieder an der Blende und klickte danach auf das obere Ende des Kulis.

Was da nicht alles gefragt wurde... Er fühlte sich, als wäre er vor Gericht. Das kannte er schließlich noch aus Lebzeiten.

Name: Esteban Sola
Er setzte einfach seine Unterschrift unter die Frage. Sie war kaum zu entziffern, aber wenn er die Mappe abgeben würde, wäre wohl klar, dass das Gekrakel seinen Namen darstellen sollte.

Erzeuger: Julian Lorca
Hinter dem Namen seines Sires schrieb er noch in klitzekleinen Buchstaben die Worte: hijo de puta.

Clan: Gangrel

Geburtsort: Bilbao, España / Francfort del Meno, Alemania
Er wusste nicht genau, ob sein menschlicher oder kainitischer Geburtsort gemeint war. Er notierte einfach beide.

Zeitpunkt der Erschaffung: '98

Status: Niño

Kontaktadresse: Ninguna
Was sollte er hier auch großartig schreiben? Er übertagte draußen im Freien und auch wenn er künftig wohl des Öfteren im Hovel und in der alten Fabrik anzutreffen sein würde, ging dies niemanden außer seinen Gefährten etwas an.

Telefonnummer: 0815 / 12344321
Sollten sie doch seine Telefonnummer haben... Er musste ja nicht rangehen, wenn es klingelte und seine Nummer war ohnehin immer unterdrückt.

Auch die weiteren Fragen beantwortete er mehr oder minder korrekt. Nicht ausführlich, aber im Ansatz richtig. Ihm selbst fiel es nicht auf, dass er die ganzen Fragen in seiner Heimatsprache beantwortete. Er hatte einfach andere Dinge im Sinn, als sich mit diesem Papierkrieg aufzuhalten. Dementsprechend war auch keine Spur von einer sauberen Handschrift erkennbar. Gelegentlich waren Worte oder Sätze grob korrigiert, was dem Ganzen einen recht chaotischen und hektischen Look verlieh. Wenn er auf eine Frage keine passende Antwort hatte und ihm die Frage auch nicht sonderlich wichtig erschien, strich er sie einfach durch und ging zur nächsten über. Allgemein knauserte er mit detaillierten Angaben und schrieb nur die notwendigsten Dinge auf. So war es wenig verwunderlich, dass es nicht all zu lange dauerte, bis er mit dem Ausfüllen fertig war. Esteban legte die Mappe auf den Beifahrersitz, schnallte sich an und startete den Motor. Er fuhr direkt zum Eingang der Akademie vor, wo er heute Nacht ja schon einmal war und wo ihm wie erwartet keine konkreten Angaben gemacht werden konnten. Was sollte er auch anderes von diesen Yuppies erwarten?

An der Akademie angekommen, griff sich Esteban die Mappe und marschierte in schnellen Schritten auf die Tür zu. Wieder klopfte er an. Wieder nur ein Mal und mit gewissem Nachdruck.
 

Azraella

Regentin der Tremere Seneshall zu Finstertal
AW: [09.05.2008] Papierkrieg

Sekretär der Akademie, Gabriel DuPont:

Postwendend erklang der Summer, der die Tür ein Stückchen öfnnete, sodass Esteban die Akademie betreten konnte. Gabriel sah ihm bereits entgegen und begrüßte den jungen Kainiten: "Guten Abend Herr Sola. Was kann ich für Sie tun?" Er hatte den dampfenden Kaffeebecher beiseite gestellt und klappte die momentan bearbeitete Akte zu. Ob er dem etikettetechnisch unbegabten Gangrel sein vorheriges Verhalten übel nahm oder nicht, lies er sich nicht anmerken und war absolut höflich und neutral.

ooc: Sag mal, war Esteban jetzt eigentlich freigesprochen oder nicht? Als "Childe" ist er es ja nicht und würde 100% der Verantwortung von Meyye unterliegen.
 
AW: [09.05.2008] Papierkrieg

Out of Character
Esteban ist Childe und unterliegt somit Meyyes Verantwortungsbereich


Esteban trat ein, die Mappe hatte er unter den Arm geklemmt. Zielstrebig näherte er sich dem Schreibtisch von Gabriel.

"Hi! Ich wollte eigentlich nur die Mappe abgeben. Hier ist sie." Mit diesen Worte legte Esteban die Mappe auf den Tisch.

"Soweit ich weiß, muss ich auch noch zwei Bürgen nennen. Jennifer Färber würde auf jeden Fall für mich bürgen. Für die zweite Bürgschaft können entweder Meyye oder Alexander Stahl gefragt werden. Immerhin war ich nicht unmaßgeblich an seiner Rettung beteiligt und es sollte klar sein, dass ich auf der richtigen Seite stehe. Sonst gibt es von meiner Seite aus nichts weiter zu klären. Wenn nichts dagegen spricht, würde ich jetzt wieder gehen wollen. Es gibt viel zu tun."
 

Azraella

Regentin der Tremere Seneshall zu Finstertal
AW: [09.05.2008] Papierkrieg

Sekretär der Akademie, Gabriel DuPont:

"Vielen Dank. Ich habe vorerst keine Fragen an Sie." erwiderte Gabriel mit einem schmalen Lächeln. Jenny als Bürgschaft, wie ungewöhnlich. Eine Anarche? Ob Meyye wusste, in welchen Kreisen sich ihr neues Childe bewegte? Und ob Alexander sich ihn als Bürge an Bein binden wollte? Wirklich? Er würde ihn halt fragen. Doch vorerst sollte sich der Primogen der Ventrue kräftig erholen. Mal davon abgesehen... er fügte hinzu: "Ich danke für die Information, wobei Sie als Childe keine weiteren Bürgen benötigen, da Sie im Verantwortungsbereich Ihrer Primogena liegen. Bitte seien Sie sich bewußt, dass alles, was Sie tun und sagen auf sie zurückfällt. Abgesehen davon wünsche ich Ihnen noch einen schönen Abend und frohes Schaffen." Damit nickte er ihm nocheinmal zu und legte die Mappe dann auf den entsprechenden Stabel, bevor er wieder nach seiner vorherigen Akte griff.
 
AW: [09.05.2008] Papierkrieg

"Heißen Dank. Gut zu wissen, dass ich keine Bürgen brauche. Wahr wohl eine Fehlinformation. Naja, viel Spaß noch."

Esteban war froh, die Formalitäten geklärt zu haben, da er sich nun wieder den wichtigen Dingen in seinem Unleben widmen konnte. Gerne hätte er Gabriel noch etwas geärgert, aber es gab Dinge, die dem persönlichen Spaßfaktor voran gestellt waren. Mit großen Schritten ging er auf die Tür zu. Etwas konnte er sich dann aber doch nicht verkneifen, bevor er die Akademie verließ.

"Ach ja, hatte ich bereits erwähnt, aber Esteban reicht vollkommen. Kein Sie, kein Herr Sola."
 

Azraella

Regentin der Tremere Seneshall zu Finstertal
AW: [09.05.2008] Papierkrieg

Sekretär der Akademie, Gabriel DuPont:

Also einer der Sorte, die auch noch das letzte Wort haben müssen. Na schön, Gabriel würde den jungen Esteban auch nach wie vor Herr Sola nennen, das half ihm selbst dabei, in dessen Gegenwart höflich zu bleiben und ihm nicht die Ohren lang zu ziehen. Wengistens hatte er sich bemüht alles richtig zu machen und für seine Unwissenheit konnte er nichts. Nur, ob der junge Kainit bei Meyye richtig aufgehoben war? Soweit er diese Primogena mittlerweile kennen gelernt hatte, wusste sie kaum, wie man Etikette schrieb. Konnte sie schreiben? Aber was solls, das war nicht sein Problem und er widmete sich wieder mit ganzer Konzentration seiner Akte.
 
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