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[06.05.2008] Ferdinand erzählt: Gefangen in Zachariis Welt

Leo

Johnny Steinberg
Ich saß im Café de Trois, in einem gemütlichen Sessel und wartete angespannt darauf wie die Schlacht wohl ausgehen würde. Gegen Mitternacht ließ zum Glück meine Blindheit allmählich nach, und ich konnte wieder sehen, welch eine Erleichterung. Noch immer saß ich in dem Sessel im Versammlungsraum, als ich plötzlich eine Stimme hörte, die ausrief: „Genug!“
Ich erkannte die Stimme Zachariis.
Da fand ich mich urplötzlich in einer seltsamen Situation wieder. Ins Café war ich in einem gewöhnlichen Alltagsanzug gekommen, und ich war zwar noch immer im Café, trug jedoch einen äußerst teuren Smoking und tanzte mit Frau Reeben, die ein sehr elegantes Abendkleid trug und deren Haar kunstvoll hochgesteckt war.
Es waren noch rund 20 andere Gäste anwesend, Sterbliche, in ebenso vornehmer Abendgarderobe gekleidet.
Da sprach uns Herr Pareto an und wies und an mitzukommen. Ich führte Frau Reeben beiseite, dem Sheriff folgend.
Es waren noch ein paar andere Kainskinder anwesend, die Gräfin von Liebenstein und Frau de Vries. Meine Clansschwester erkannte ich zunächst nicht, erst als sie sich vorstellte wusste ich wer sie war, sie hatte bei unserer ersten Begegnung anders ausgesehen. Auch der Sheriff trug einen teuren Smoking, ein wahrlich ungewohnter Anblick. Auch die beiden weiteren Kainskinderdamen waren in feinste Abendgarderobe gekleidet, und auch ihr Haar war hochgesteckt.
Ich tat kund, dass ich seit gestern Primogen und Ahn meines Clans sei, Herrn Pareto fuhr mich daraufhin an, dass dies im Moment unwichtig sei, das hätte ich doch auch später noch sagen können, und jetzt wolle er erfahren was hier los sei. Eine Statuserhöhung ist niemals unwichtig, soviel Zeit muss sein, aber was sollte man von einem ungehobelten Brujah denn Besseres erwarten.
Wir kannten all diese Leute der High Society nicht, auch die Bedienung war uns fremd.
Die Gräfin und der Sheriff versuchten mit jemandem zu reden, doch es schien nicht wirklich viel dabei heraus zu kommen. Vielleicht war nicht nur dieses Café irgendwie verkehrt...aber wenn Zacharii es geschafft hatte mich blind werden zu lassen, warum sollte er nicht mächtige Trugbilder erschaffen können. Der Sheriff sagte man sollte sich mal anschauen was mit der Kunstakademie war und wie es jetzt bei der Burgruine aussah.

Wir gingen nach draußen. Auch dort war nicht alles so wie sonst. Es gab keine Autos, keine Menschen oder Tiere waren sichtbar, der Himmel war graugrün, die Straßenlaternen waren zwar alle an, spendeten aber nur schwaches Licht, in manchen Häusern brannte Licht.
Laura Raabe war kurz erschienen und dann verblasst, sie hatte der Gräfin einen Zettel gegeben. Darauf war das Symbol für Frauen abgebildet, ein Kreis mit einem Kreuz darunter. Rechts oben stand „Der König“, rechts unten „Der Bettler“, links unten „Der Krieger“, links oben „Das Opfer“.
Frau Raabe sagte wir sollen „die Vier“ finden, den Feind schwächen, er habe hier die Macht, sie könne jedoch gebrochen werden, ohne die Vier. Mit „er“ war sicher Zacharii gemeint, wer sonst.
Die Hüllen dieser Kainskinder lagen wohl noch immer bei der Burgruine, und Zacharii wollte, dass sie alle dort lagen bis sie von der aufgehenden Sonne vernichtet wurden. Wir hatten bis Sonnenaufgang Zeit das zu verhindern.

Da es keine Autos gab mussten wir also zu Fuß gehen. Wir beschlossen „die Vier“ zu suchen, doch wo sollten wir anfangen? Wo könnte man einen Bettler finden? Bei einem Armenhaus vielleicht, aber wo gab es ein solches? Beim Bahnhof konnten wir da vielleicht mehr erfahren. Wir beschlossen also zunächst zum Bahnhof zu gehen, und da die Akademie auf dem Weg lag konnten wir genauso gut kurz dort vorbeischauen, was wir auch taten.
Mir und auch den anderen fiel auf, dass bei der Akademie einige Fenster aufgemalt waren, so kunstfertig, dass es täuschend echt wirkte.
Wir wurden eingelassen und trafen im Büro des Prinzen nicht Laura Raabe sondern Herrn Romero an, der uns alle mit Namen, Status und Amt begrüßte, mich als Primogen und Ahn, und er forderte Frau Reeben dazu auf sich baldmöglichst bei Prinzen vorzustellen. Er zeigte sich irritiert ob der Fragen, die wir ihm stellten und wollte uns schon hinauskomplimentieren. Da wurde der Sheriff ärgerlich und sagte er würde all das sicher nicht aus Jux fragen.
Ob Herr Romero schon rausgeschaut habe, und ob ihm denn nichts Besonderes auffalle. Der Ghul schaute dann noch raus, für ihn war aber alles normal dort, er sah Menschen und Autos.
Prinz Buchet sei noch in Warschau. Eine Laura Raabe kenne er nicht.
Die Gräfin ging einfach durch in den Gang, der zum Zimmer des Prinzen führte, ignorierte Romeros Proteste, er drohte Herrn Stahl anzurufen und forderte mich und Herrn Pareto auf die Dame aufzuhalten. Der Ghul eilte ihr hinterher, offenbar drang sie in das Zimmer des Prinzen ein, denn Herr Romero war außer sich und zeterte immer heftiger. Dann kam sie kurz zurück, doch noch bevor sie wieder richtig im Büro drin war ging sie schon wieder zurück´. Es war ein schmerzerfüllter Aufschrei des Ghuls zu hören.
Ich hatte nicht gesehen was die Gräfin mit Romero gemacht hatte, aber ich folgte, und sie war auf eine Kellertür gestoßen. Es führte eine Treppe nach unten, doch es war dort stockduster. Ich stellte fest, dass es mir nicht gelang meinen Sehsinn zu schärfen und äußerte dies. Daraufhin stellte sich heraus, dass auch die anderen Kainskinder ihre Disziplinen nicht mehr anwenden konnten.
Auf Befehl des Sheriffs ging Frau Reeben als erstes in den dunklen Keller hinunter, der Brujah folgte ihr auf dem Fuße, ich zögerte noch. Ich ging zurück ins Büro, dort waren noch Herr Romero, der sich am Telefon lautstark bei Herrn Stahl über seine Clansschwester, die Gräfin, beschwerte. Frau de Vries war auch noch dort, ich bat sie mit in den Keller zu kommen. Dort unten kamen wir auf einen Gang mit etlichen Bildern.
Ich hörte eine Stimme, die mich als Trottel beschimpfte. Dann wurden es immer mehr Stimmen, und die Beschimpfungen wurden immer wüster. Nur mit Mühe konnte ich an mich halten, und es kostete mich umso mehr Selbstbeherrschung, als die Beschimpfungen dann auf meine empfindlichsten Stellen abzielten. Ich war anscheinend nicht der einzige, der auf diese Art gepeinigt wurde, doch was für Beschimpfungen die anderen hörten schnappte ich nicht auf, da ich viel zu sehr von den mir zugedachten Beschimpfungen eingenommen war.

Wir gelangten zu einer Panzertür. Davor stand ein Mädchen, Libby, ich glaubte in ihr das Mädchen zu erkennen, das ich in der Ruine der Anstalt gesehen hatte, doch mich erkannte sie nicht.
Sie war durstig und wollte Blut von uns allen haben. Ich biss mir in die Pulsader und ließ als erstes mein Blut in den Kelch laufen, den sie hielt, schließlich taten es auch die anderen. Als alle ihr Blut gegeben hatten öffnete sich die Panzertür und das Mädchen verbrannte, es war furchtbar das mitanzusehen, sie tat mir schrecklich leid.
Hinter der Tür war das Arbeitszimmer des Prinzen, in dem stand die Seneschall und arbeitete an einem schlechten Portrait. Als wir später auf Ziege trafen wurde mir klar, dass es ein Portrait von Ziege gewesen war, das die Seneschall gemalt hatte.
Noir sagte nur „Danke“, und verschwand, sie verblasste. Sie war dann wohl „der König“.
Wir fanden ein Kalenderblatt eines Wochenkalenders, auf dem der 24. April markiert war. „Nordamerikanische Schreibweise beachten, wichtig!“ stand dort außerdem.
Ich merkte, wie meine Fähigkeit eine Disziplin zu erlernen wieder zurückkehrte, und ich beeinflusste es dahingehend, dass ich wieder meine Sinne schärfen konnte, es gelang.
Noir sei vorhin auch bei der Burg gewesen und habe dort getanzt und gesungen, erfuhr ich von Frau Reeben. Dann sei die Seneschall ohnmächtig geworden. Ob denn in letzter Zeit sonst noch jemand ohnmächtig geworden sei, fragte die junge Tremere. Durch Zacharii…Jenny Färber habe es erwischt, erwiderte der Sheriff. Wir beschlossen, dass es gut sei sie zu finden, doch wo? Der Sheriff kannte einige ihrer bevorzugten Aufenthaltsorte.
Wir gingen zunächst zu einem Friedhof. Dort gab es Grabsteine, aber es standen keine Namen darauf. Sonst gab es dort nichts Besonderes, also gingen wir weiter.

Wir kamen am Bahnhof vorbei. Dort erblickten wir einen roten englischen Doppeldeckerbus und gingen näher heran. In dem Bus saß Herr Hansen. Er war sehr eingequetscht hinter dem Lenkrad und war nicht sehr glücklich darüber dort warten zu müssen. Er könne uns irgendwohin und wieder hierher zurückfahren, aber nur einmal. Um uns Zeit zu verschaffen. Wir beschlossen diese Gelegenheit erst später zu nutzen.
Man entdeckt einen Tabakladen, und der Sheriff drang mit Gewalt hinein. Frau de Vries stieß auf ein Klappmesser, dass jedoch recht stumpf war, sie nahm es dennoch mit. Es war viel Tabak vorhanden, aber keine Feuerzeuge, keine Streichhölzer. Der Sheriff nahm etwas Tabak mit.
Wir gelangten zum Hammer, das jetzt Herrn Pareto gehört, das Gebäude war jedoch abgebrannt, wie es tatsächlich in der Vergangenheit geschehen ist.
Wir hörten Marschmusik und wichen ein wenig von unserem Weg ab um zu sehen woher diese Musik kam, trafen auf eine Art Karnevalsumzug, mit vielen verkleideten Sterblichen. Auf einem der Wagen war ein überdimensionaler Prinz Buchet aus Pappmachè, und darunter stand „Er hat es verdient.“
Was hatte er verdient? Das konnte man uns nicht sagen. Und was war der Grund des Umzuges? Werden aufgefordert sie zu begleiten, dem Sonnenuntergang entgegen zu gehen. Aha, den Tod in der Sonne also hatte Buchet offenbar verdient, Zachariis Ansicht nach.

Wir setzten unseren Weg fort und kamen auf ein weitläufiges Industriegelände. Der Sheriff führte uns zu einem bestimmten Dach, und dort befand sich die Caitiff tatsächlich.
Um diese Nacht zu überleben musste Frau Färber vernichtet werden.
Herr Pareto schien Skrupel zu haben, denn er war etwas zögerlich. Er kämpfe gegen die Caitiff, doch nicht sonderlich effektiv. Auch Frau Reeben bemühte sich redlich, konnte jedoch offenbar nichts ausrichten und wurde von Frau Färber ignoriert. Sie sah wohl nur den Brujah als ernstzunehmenden Gegner an und konzentrierte sich allein auf ihn.
Wir waren bloß kleine lästige Mücken…und doch waren wir Nicht-Kämpfer es, die den entscheidenden Ausschlag dafür gaben, dass Frau Färber besiegt wurde.
Auf dem Dach befanden sich keinerlei Ziegel oder Steine, womit man hätte werfen können, nur eine Hundedecke und eine Matratze. Ich griff mir die Hundedecke und warf sie der Caitiff über den Kopf. Zwar konnte sie die Decke recht schnell wieder entfernen, doch immerhin war sie somit für einen Moment zu abgelenkt um einen Schlag des Sheriffs abwehren zu können. Dann jedoch lag die Decke zwischen den beiden, und es war für mich somit unmöglich ein zweites Mal an die Decke heranzukommen.
Zachariis Stimme ertönte und rief „Hört auf!“ doch diesem Befehl wollte ich natürlich nicht nachkommen. Die Caitiff ließ sich schließlich sogar Klauen wachsen.
Es blieb nur noch die Matratze und ich eilte zu dieser, obwohl ich noch nicht recht wusste was ich damit anfangen sollte. Doch da kam die Gräfin auf die rettende Idee, dass wir zusammen mit Frau de Fries die Matratze einsetzen könnten um Frau Färber umzustoßen. Dies setzten wir in die Tat um.
Wir ergriffen zu dritt die Matratze, und mit vereinten Kräften rannten wir auf die Caitiff zu. Sie sah uns nicht kommen, wich nicht aus und wir konnten sie erfolgreich zu Boden stoßen. Daraufhin konnte der Sheriff ihr endlich den finalen Schlag oder besser gesagt Tritt versetzen, und sie verblasste und verschwand.
Ich konnte erneut eine Disziplin neu erwerben.

Wir trafen unten auf dem Fabrikgelände auf einen Bettler, der zu uns sagte, die Vier seien zweifach an diese Welt gebunden, mir ist noch immer nicht wirklich klar was das bedeutete.
Er fuhr fort: Die Zeit laufe uns davon. Selbst wenn wir es schaffen würden die Geiseln zu befreien, so müssten wir noch ein Geheimnis lüften. Es läge ein Rätsel tief verborgen unter den Gebeinen des menschlichen Herrn, unter dem Kreuz. Der Bettler bekam einen Herzanfall und löste sich in Luft auf.
Wir kamen an einem Krankenhaus vorbei und beschlossen kurz zu schauen ob es dort etwas Nützliches geben könnte. Ob man hier Blut bekommen könnte? Aber ja doch. Ein Herr erkannte uns als Vampire und verwies uns zur Notaufnahme, und wir gingen dort hin.
In diesem Krankenhaus wurden Verletzungen jedoch nicht geheilt sondern zugefügt, und dafür bekam man Blut. Es kämen allerdings auch Leute hierher um z.B. Masern zu bekommen. Der Sheriff nahm das Angebot an, ließ sich schneiden und bekam dafür Blut, wir anderen jedoch wollten nicht und wurden daher aufgefordert zu unterschreiben, dass wir auf eigenes Risiko das Krankenhaus gesund verließen.
Wir gingen zum Dom, da wir dachten, dass die Salubri eine der Vier sein könnte, und dort hatte man sie gefunden.
Wir kamen an einer Polizeiwache vorbei, gingen jedoch nicht hinein, der Sheriff schien keine Lust auf weitere Experimente zu haben.
Als wir uns dem Dom näherten wurde wohl nicht nur ich immer mehr von Kopfschmerzen geplagt. Ich spürte auch Auswirkungen auf meinen Geist, meine geistigen Kräfte ließen nach.
Am weitesten wagte sich Frau de Vries vor. Sie drehte sich um und schaute auf jemanden, ich drehte mich auch um und erblickte einen Hund. Er fragte sie nach einer Kippe, was wohl umgangssprachlich Zigarette bedeutet.
Es gehe weder um einen Bischof noch um einen Pastor, und offenbar auch nicht um einen Priester oder Doktor, sagte der Hund.
Wir kamen erneut am Polizeipräsidium vorbei. Frau de Vries näherte sich dem Präsidium, auch Frau Färber, woher auch immer diese plötzlich aufgetaucht war. Auf die beiden wurde aus dem Gebäude geschossen. Zunächst waren sie nicht nah genug als dass sie von Kugeln hätten getroffen werden können. Trotz der Gefahr lief Frau de Vries zur Tür des Gebäudes, und die Caitiff folgte ihr. Sie wurden beide getroffen, meine Clansschwester betrat das Gebäude nicht und kam zurück, verletzt aber zum Glück nicht vernichtet, Frau Färber jedoch wurde tödlich getroffen.

Wir gingen zurück zum Bahnhof und ließen uns von Herrn Hansen in dem Bus zur Burgruine fahren. Wir gelangten zur Labortür, sie hatte ein sternförmiges Schloss, sehr ungewöhnlich, dafür hatten wir jedoch keinen Schlüssel. Wir verließen also die Ruine und kamen auf eine Wiese.
Dort war eine junge Frau, Silva Parxx, an einem Pfahl festgebunden, auf einem Art Scheiterhaufen. In der Nähe waren Feuerstellen, in denen noch etwas Glut war, und Holzscheite. Silva Parxx war offenbar „der Krieger“, und sie wurde von einer haushohen Plage bewacht, die äußerst aggressiv reagierte, als der Sheriff einen Holzscheit auf sie zuwarf.
Da machte sich der Brujah daran die Plage abzulenken indem er immerfort Holzscheite warf. Die Gräfin holte ihm neue Scheite heran. Währendessen lief Frau Reeben in Richtung Silva Parxx, ich folgte, und als wir sie erreicht hatten sahen wir, dass sie mit Stahlketten festgebunden war. Wir erhöhten unsere Körperkräfte gemeinsam bis wir es schließlich schafften die Ketten zu zerreißen. In just dem Moment jedoch hatte der Sheriff den letzten Holzscheit geworfen. Frau Reeben packte Silva und wir liefen fort, und da löste die Frau sich auf, und auch die Plage verschwand.
Wir fanden ein Geschenk mit einer Geburtstagskarte. Eine Flasche Kölnisch Wasser, 4711, und auf der Karte stand vorne: „Happy Birthday!“ und innen drin: „Für Dich! Du weißt schon, für unten rum.“
Erneut konnte ich eine Disziplin neugewinnen.

Wir ließen uns von Herrn Hansen zurückfahren, und er ließ uns schon etwas eher raus, nicht erst am Bahnhof, und verstieß damit gegen die ihm gegebenen Vorschriften.
Wir erblicken einen Clown, der einen Leierkasten spielte, die Melodie war mir nicht bekannt. Er bot lautstark Luftballons zum Verkauf an und wollte für einen Ballon 5 Euro haben. Wir hatten jedoch kein Geld dabei. Für eine Uhr von Quartier würde er einen Ballon hergeben, oder für alle Ringe, die Frau Reeben trug. Die Tremere versuchte zu feilschen, ohne Erfolg, ein Ring genügte dem Clown nicht, er wollte alle haben. Da verlor der Sheriff die Geduld, er packte den Clown am Kragen und schüttelte ihn, schrie ihn an und wollte ihn zwingen endlich einen Ballon herauszurücken. Der Clown ließ sich davon jedoch nicht zwingen.
Schließlich war Frau de Vries bereit ihm die gewünschte Uhr zu geben, und er gab ihr einen Ballon. Die anderen Ballons könnten wir nun umsonst haben, denn nur die Frau habe nun den tollen Ballon. Meine Clansschwester wollte zunächst gar nicht wissen, was denn an dem Ballon so toll sei, doch wir munterten sie auf sich darauf die Antwort geben zu lassen, und schließlich stimmte sie zu, und da ließ der Clown den Ballon zerplatzen und die Wunden von Frau de Vries heilten augenblicklich.
Wir kamen dann an einem Mann vorbei, der diesen uralten Hütchentrick zu spielen anzubieten schien. Doch dann sagte er, er sei bereit mit uns zu handeln. Er habe Blut anzubieten. Was wolle er denn dafür haben, fragte ich, und war sehr erpicht darauf etwas zu bekommen, denn ungefähr die Hälfte meines Blutes hatte ich schon verbraucht. Zunächst verstand ich er wolle Rosen haben und überlegte woher ich denn so plötzlich Rosen bekommen sollte, doch er hatte Hosen gemeint. Kurzentschlossen zog ich meine Hosen aus und gab sie dem Mann. Da stand ich also nun in Unterhose, aber der Handel ohnte sich, denn augenblicklich spürte ich wie mein Körper mit etwas Blut aufgefüllt wurde. Der Mann würde auch Schuhe gegen Blut eintausche. Also gab ich dem Mann auch meine Schuhe, wodurch ich noch ein wenig mehr Blut gewann.
Der Sheriff fragte mich ob es wirkte und ich bejahte. Er schaute dennoch skeptisch und war offenbar nicht bereit sich seiner Hose zu entledigen, nicht einmal seine Schuhe wollte er hergeben, obwohl er das Blut wahrscheinlich gut hätte gebrauchen können. Aber sein Stolz war ihm offensichtlich wichtiger. Auch sonst ließ sich niemand auf einen solchen Handel ein.
Ich kann nicht behaupten, dass es mir genehm war weder Schuhe noch eine Hose zu tragen, aber es lag mir sehr viel daran zu vermeiden in Starre oder in Raserei zu fallen. Das hatte ich beides in der Ruine der Anstalt erlebt, und das sollte sich bloß nicht wiederholen.

Die Gräfin wollte gern zum Schrottplatz und hoffte dort diesen Ziege zu sehen, denn sie dachte es könnte doch für später, in der realen Welt, nützlich sein diesen Mann mal gesehen zu haben. Der Sheriff war nicht so angetan davon, ließ sich jedoch darauf ein kurz dort vorbeizuschauen.
Frau de Vries ließ sich gelassen auf ein Gespräch mit Ziege ein, sie stellte ihm lauter Fragen, und er antwortete darauf sogar. Sein Gebäude sei von einer Freundin in die Luft gesprengt worden, stellte sich heraus, in seinem Auftrag, denn wenn er hier nicht mehr Waffen verkaufen dürfe, dann solle hier keiner welche verkaufen.
Ein wirklich widerlicher Kerl, und ich war froh nicht mit ihm reden zu müssen.
Der Sheriff stürzte sich auf Ziege und versuchte von ihm zu trinken, doch in dem Augenblick löste sich Ziegte in Luft auf.

Ich weiß nicht mehr ob es Frau Reeben war die darauf kam beim Gildehaus vorbeizuschauen, jedenfalls gingen wir dorthin, es lag in der Nähe. Die Haustür war nur angelehnt. Kaum hatten wir das Gebäude betreten fühlte ich mich wie erholt, ich spürte meine Willensstärke zurückkehren.
Wir gelangten in eine sechseckigen Raum, in dem sich bloß ein Holztisch befand, auf dem ein Zettel lag. „Wer etwas Falsches sagt, wird gnadenlos bestraft, und zwar für immer“, stand unter anderem darauf. Wir hatten verschiedene Buchstabenrätsel zu lösen und besonders Frau Reeben tat sich darin hervor. Nachdem wir alle Rätsel erfolgreich gelöst hatten gelangten wir in einen Raum in dem sich allerlei medizinische Geräte befanden, jedoch nichts was sich hätte als Waffe einsetzen lassen.
Auf einer Bahre lag eine Frau mit schrecklichen Verbrennungen am ganzen Körper. Frau Reeben sagte, dass dies Judith sei und ich fragte wer das denn sei. Die ehemalige Ghulin von Lord Johardo. Durch ein Ritual sei sie zum Kainskind geworden, das sei vom Prinzen erlaubt worden. Da war ich doch sehr erstaunt, vor allem, dass die Tremere uns das so offen erzählte. Normalerweise waren die Tremere da doch immer sehr geheimniskrämerisch.
Der Sheriff versuchte Judith so gut es ging am Boden zu fixieren, daraufhin gab Frau Reeben ihr von ihrem Blut, doch in Raserei fiel Judith nicht, wie die anderen der befreiten Vier verschwand sie. Sie war dann wohl „das Opfer“.
Wir stießen auf einen Zettel auf dem stand: „Findet den schwarzen Raben.“ Zunächst dachten wir es könnte sich dabei um Frau Raabe handeln.

Wir begaben uns erneut zur Akademie. Wieder fanden wir dort Herrn Romero vor, er war sehr freundlich, auch zu der Gräfin, und schien von dem ersten Besuch nichts mehr zu wissen. Ich fragte den Ghul ob er zufällig eine Hose für mich habe, und er bejahte, und schien nicht allzu erstaunt zu sein, das ich eine brauchte. Er gab mir eine blaue gewöhnliche Stoffhose, und sie passte mir halbwegs. Herr Romero schien für nahezu jeden Notfall gerüstet zu sein. Er wusste jedoch noch immer nicht wer Frau Raabe war.
Dann kehrten wir noch mal zum Café zurück, und dort stießen wir tatsächlich auf Frau Raabe. Sie gab uns den Hinweis nach der portugiesischen Witwe zu suchen und schenkte uns eine Stunde,
dann nimmt sie eine Pistole und erschoss sich, die anderen anwesenden Gäste nahmen davon keine Notiz.
Wir begaben uns nochmals zum Dom, und diesmal gelangten wir hinein.
Direkt unter dem Altar in dem sich ein Stück des Kreuzes befindet lag auch der Raum, in dem man eine „Kopie“ der Lasombra gefunden hatte.
Wir betraten die Katakomben unter dem Dom, gingen eine Wendeltreppe hinunter, in die Sakristei, ich fühlte mich dort bedroht und beobachtet, ob die anderen das auch so erlebten weiß ich nicht. Jedenfalls bedeutete nun abermals jeder weitere Schritt Kopfschmerzen und kostete immer mehr Mühe, und ich hatte den Eindruck, dass dies nicht nur bei mir so war.
Wir gelangten in den gesuchten Raum. Er war prunkvoll eingerichtet, und in der Mitte stand ein Himmelbett mit zugezogenen Vorhängen.
Der Sheriff zögerte nicht lange und zog die Vorhänge auf, auf dem Bett lag eine wunderschöne Frau im Negligé. Sie sagte sie könne sich leider nicht vorstellen, da sie keinen Namen habe. Aber man bezeichne sie als Gemahlin des Teufels, oder aber als portugiesische Witwe.
Wir hätten nun 6 Minuten Zeit um den Ursprung für Zachariis Rätsel zu finden. Durch gewisse Zahlen der verschiedenen Rätsel stießen wir auf der Karte von Finstertal auf Koordinaten für einen Ort, direkt bei der Burgruine. Dort mussten wir vor Sonnenaufgang noch hingelangen damit unsere Körper nicht zerfielen.
Die Lasombra sagte noch zu uns: "Nutzt die Dinge, die man euch gab um das Böse zu vertreiben."

Als wir zu der betreffenden Stelle bei der Burgruine gelangten, erschien ein Mann Mitte 40 mit langen blonden Haaren, gekleidet wie jemand aus dem 16. Jahrhundert. Er verwandelte sich in seine Tzimisce Kampfgestalt, es war also Zacharii. Hinter ihm befand sich eine Tür, durch die wir hindurch mussten um gerettet zu sein. Er wollte Zeit schinden damit wir nicht rechtzeitig durch die Tür gelangen konnten. Ich wich zurück und konnte daher seinem Angriff noch ausweichen.
Frau Reeben warf die Flasche mit dem Kölnisch Wasser, traf jedoch nicht. Die Flasche landete bei meiner Clansschwester und blieb unversehrt.
Der Sheriff stürzte sich auf den Tzimisce, versuchte ihn zu beißen, konnte jedoch nichts ausrichten. Frau Reeben bewarf den Unhold mit dem Polizei-Spielzeugauto (mir ist entfallen wo wir es gefunden hatten), dies schien eine Auswirkung zu haben. Ich rannte zu Frau de Vries und rief ihr zu sie solle die Flasche werfen. Sie öffnete jedoch die Flasche und benetzte ihr stumpfes Messer damit.
Der Brujah konnte weiterhin nichts ausrichten, wurde sogar in Starre geschlagen. Derweil pappte die Gräfin schon zum zweiten Mal einen der erhaltenen Zettel auf den Tzismisce und dadurch verging er dann endgültig. Wir gingen durch die Tür, Frau Reeben und ich trugen den Sheriff.
Dann fand ich mich im Café in dem Sessel wieder, in dem ich zuvor gesessen hatte bevor wir in Zachariis Welt gefangen gewesen waren und war froh, dass wir es heil überstanden hatten.
Es wird sicher sehr am Stolz des Sheriffs nagen, dass ausgerechnet er, der Brujah Ahn und eigentlich Kampffähigste der Gruppe, bei den Kampf gegen die Caitiff und den Tzismisce nicht sonderlich gut abgeschnitten hatte.
 
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