Rollenspieltheorie Unterschiede pen&paper zu Computerrollenspiel

Hmm. Bei Neverwinter Nights hab ich wenn ich Multiplayer gespielt hab auf einem Server mit Crafting-Mod und eigener Storyline gespielt.
Einige Spiele wie Counter Strike (ok, jetzt KEIN CRPG) funktionieren nur durch Mods und Hobbyistenengagement.
2nd Life und Sims bietet relativ viel Raum fuer User Content. MMORPGs im Moment soweit ich weiss weniger.

Das man weniger User-kreierten Kontent bei CRPG sieht liegt eher an der Komplexitaet/Lernkurve das zu schaffen und daran das meist die Mods recht lange NACH Gold-Status rauskommen.

Und, und da hast Du recht, User-kreierter Kontent ist die Ausnahme (eben weil es VIEL Zeit benoetigt).
Bei P&P RPGs ist User (SL und Spieler) Kontent schon fast die Regel.

Ein weiterer Unterschied ist aber auch das wenn CRPG Inhalt da ist, der auch deutlich haeufiger verwendet wird (so denn sinnvoll)
Bei P&P RPGs dagegen ist das Vorliegen in einer digital konsumierbaren Form eher die Ausnahme, d.h. die Verbreitung ist nur auf den persoenlichen Spielerumfeld beschraenkt.
 
Ich glaube der Gewöhnungseffekt ist geringer - ein Pen&Paper spiele ich im Idealfall 5 Jahre dauerhaft bis die nächste Edition kommt. Ein PC Spiel hat man in vielleicht 20 Stunden durchgespielt.

Aber ob da was dran ist - weiß jemand wie gut die StarCraft Junkies den Wechsel zu StarCraft 2 verkraftet haben? Das wäre wohl ähnlich, von der Zeitinvestition her...
 
Und man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen und die Würfelei abschaffen... Das kann die App ja auch übernehmen. Erlaubt mir, mich auf's wesentliche - das rollenspiel an sich - zu konzentrieren.
Ich verstehe deinen Punkt und finde ihn theoretisch auch sinnvoll. Aber praktisch fremdle ich damit immer gewaltig. Würfelapps gibt es ja schon. Und wenn meine Spieler sie benutzen, hab ich immer das Gefühl, dass sie cheaten wollen. Was völlig absurd ist, weil ich ihnen eigentlich völlig vertraue. Und doppelt absurd, weil ich bei den physikalischen Würfeln auch nicht hingucke, was so passiert.
Aber trotzdem... Würfel gehören irgendwie dazu, finde ich.
 
Irgendwie empfinde ich an dem Punkt (irrational, ich weiß!) ganz ähnlich.
Vielleicht gefällt mir der physische Akt des Würfelns auch so gut?

Klar, wenn wir per Teamspeak und Maptool spielen, ists was anderes - das wird im Chat per Befehl gewürfelt, und gut ists.
Da habe ich zwar irgendwo das Gefühl, das was fehlt - das kann aber auch an technischen Zickereien, Headsets mit mauer Tonqualität und der physischen Abwesenheit der Mitspieler liegen.
Macht aber trotzdem Laune.


Dennoch, mehr Apps einbinden (gerade für Sachen wie die Matrix bei Shadowrun oder ähnliches enorm reizvoll) halte ich nicht für verkehrt.
So ein Hauch grafische Oberfläche ist ja nicht verkehrt.
Und solange man auch die Wahl hat, seine abgegriffenen, alten Würfel zu benutzen, wenn man nicht ganz mit der Zeit gehen möchte... ;)

Wobei, bei grafischer Oberfläche muss ich sagen, dass manche Sachen bei mir persönlich einfacher im Pen&Paper funktionieren als in Videospielen. Beispiel wären Horrorelemente:
Bei unserer Halloween Hunter Runde habe ich mich durchaus gegruselt, die Atmosphäre war gut, es hat gewirkt.
In einem Horrorspiel kann das auch klappen, tut es ja auch oft genug. Genau wie in Filmen. Aber beide haben immer einzelne kritische Momente zu überstehen: Die Konfrontation mit "dem Bösen"/"dem Übernatürlichen" etc. - wenn da die Effekte mau sind, oder es ein Aussehen hat, das mir schlicht nicht unheimlich vorkommt, dann wird das nix, oder es wird zumindest sehr viel schwerer mich fallen zu lassen und drauf einzustellen.
Grafische Inszenierung ist natürlich eine wichtige Stärke von Videospielen, gerade bei den neueren ist das zum Teil auch echt beeindruckend und hilft beim Eintauchen.
Aber es gibt gewiss Situationen, in denen ich meine Fantasie vorziehen würde, da meine inneren Bilder in einem Horrorsetting wahrscheinlich von meinem Unterbewusstsein so perfekt auf meine Ängste zugeschnitten sind, dass es wirkt.
 
Mir geht das - rein emotional - genauso. Ich fände nicht schlecht, wenn die App auf das Würfeln komplett verzichtete, und stattdessen einfach im Kämmerlein des Programms entschiede ob ich treffe oder nicht... Meine Idee wäre da, dass es ein SL Master Control Programm auf dessen Pad gibt und entsprechende Apps bei den Spielergeräten. Und wenn man den Pfeil ins Auge des Drachen schießen will, dann tippt man das Auge an und das Programm sagt einem ob man trifft oder nicht.

Die Würfelapps... weiß nicht, ich sehe das wie ihr. Irgendwie werde ich damit nicht warm.
 
Mir geht das - rein emotional - genauso. Ich fände nicht schlecht, wenn die App auf das Würfeln komplett verzichtete, und stattdessen einfach im Kämmerlein des Programms entschiede ob ich treffe oder nicht... Meine Idee wäre da, dass es ein SL Master Control Programm auf dessen Pad gibt und entsprechende Apps bei den Spielergeräten. Und wenn man den Pfeil ins Auge des Drachen schießen will, dann tippt man das Auge an und das Programm sagt einem ob man trifft oder nicht.

Die Würfelapps... weiß nicht, ich sehe das wie ihr. Irgendwie werde ich damit nicht warm.
Erstmal sehe ich einen großen Unterschied zwischen dem App-Einsatz "fremder" Apps für ein Rollenspiel im Gegensatz zum Angebot eines Rollenspiel als/mit App.
Am Spieltisch selbst mag das weitestgehend egal sein, aber wenn sich das richtig verbreiten will und dem pen&paper nachhaltig helfen soll, dann sollte die App eben mit dem Rollenspiel geliefert werden. Als 1 Spiel.

Was Würfelapps angeht, da gibt es ja auch eine gute (wie hieß sie noch gleich?) Verschiedenen Hintergründe, gute Visualisierung der Würfel, würfeln über schütteln.
Das ist schon ganz brauchbar, wenn auch nicht ganz das haptische "Erlebnis" von echten Würfeln. Aber ein brauchbarer Kompromiss. Sei es für TurnbeutelWürfelvergesser, kleine Tische, im Zug oder weil die echten Wüfel einen heute gerade hassen.

Das aktive (!) Würfeln aber komplett rauszunehmen und die Zufallsberechnung im Hintergrund vorzunehmen sehe ich etwas kritisch. Das System des Würfelns - also das "Minigame" zur Trefferermittlung - wird hier zu einer passiven Wahrscheinlichkeitsberechnung umgewandelt.
Soll das nicht den Spielspaß bremsen, braucht es meiner Meinung höhere Werteskalen mit häufigeren Steigerungen, also dass man trotzdem eine signifikante Verbesserung im Hinterkopf hat, gerade wenn es sich gerade so anfühlt als würde man vom Rechner verarscht.
 
Ich glaube, dass das Spiel (nicht die Story) auch deutlich an Atmosphäre verlieren würde. Ich persönlich bin auch der Meinung, dass man nicht ständig würfeln muss, um auf einem Bildschirm nun die feindliche Flotte erkennen zu können oder nicht, aber es gibt Momente, da würde ohne den rollenden Würfel einfach was fehlen.
 
Was ich mir vorstellen könnte wäre eher eine Charaktereditor/Verwaltungs-App die das Heldendokument ersetzt. Alle Änderungen während des Spiels (Schaden, Munitionsverbrauch, Geld, Anschaffungen, Magiepunkte etc.) werden dann vom Programm verwaltet. Und es gibt mir vor wie ich Probe XY Würfel. Der SL kündigt dann nur noch die Mindestschwierigkeit / Modifikatoren an und gewürfelt wird ganz normal am Tisch.

Vorteil: Da die Regeln für den Charakterbau/Probenberechnung im Hintergrund laufen können diese so komplex/kompliziert sein wie man will. Es wird für den Benutzer trotzdem überschaubar und einfach sein. Das heist auch das man z.B. recht komplizierte Mechaniken einbauen kann (komplexe Tragkraft Berechnungen bei denen es nach Gewicht und Sperrigkeit der Gegenstände geht oder Dinge wie "hast Du 3 % Lebenspunkte verloren, so sinken deine Probenwerte um die Wurzel aus 3 -1 x Pi") OHNE das es für den Benutzer die Sache irgendwie komplizierter macht. Und es würde das lästige Buchhalten (und radieren mit ständig dünner werdemden Papier) entfallen.

Nachteil: Man müßte die App so gestalten das man auch komplexe Änderungen einbauen kann. Und das kann wiederum kompliziert werden (z.B. wenn der Charakter einen Trank trinkt der X Schaden heilt und 38 Minuten lang einen Bonus von +X auf alle Geschickproben gibt solange man keine Rüstung trägt). Sobald es zuviel Arbeit wird oder man gar nicht die Möglichkeit hat seine Ideen umzusetzen wird eine solche App schon wieder die Möglichkeiten begrenzen.
 
Das aktive (!) Würfeln aber komplett rauszunehmen und die Zufallsberechnung im Hintergrund vorzunehmen sehe ich etwas kritisch. Das System des Würfelns - also das "Minigame" zur Trefferermittlung - wird hier zu einer passiven Wahrscheinlichkeitsberechnung umgewandelt.
Soll das nicht den Spielspaß bremsen, braucht es meiner Meinung höhere Werteskalen mit häufigeren Steigerungen, also dass man trotzdem eine signifikante Verbesserung im Hinterkopf hat, gerade wenn es sich gerade so anfühlt als würde man vom Rechner verarscht.


Meine Idee war da eher das "Minigame" Würfeln durch etwas anderes ersetzen. Ich sehe das Bild eines Orks auf dem Display, und wenn ich dem jetzt den Kopf abschlagen will, dann ziehe ich den Finger über den Hals des Orks, und das Programm rechnet für mich. So hat man eine haptische Komponente.

Oder ein kleines Skillgame - So eine Skala läuft von Rot bis Grün (und wieder auf Rot) ich muss zum richtigen Zeitpunkt drücken, dann mache ich kritischen Schaden, wenn ich mitten bei "Grün" zuschlage.

Ich sage nicht, dass jede dieser Ideen pures Gold wäre - aber eine Richtung in der mal das Erkunden lohnt... Klassenlose Storygames wurden auch nicht an einem Tag erschaffen ;)
 
Möglicherweise verstehe ich da jetzt etwas falsch, aber irgendwie kommt es mir so vor, als würden bei der Idee die Fähigkeiten des Spielers die Fähigkeiten des Charakters verdrängen. Wenn der Spieler recht ungeschickt ist, aber der Char aber geschickt, dann wird der Spieler das so nicht umsetzen können.
 
Ja, aber wenn er sehr ungeschickt ist und über ein eher scharping´sches Reaktionsvermögen vefügt sind Geschicklichkeitsspiele ungeschickt eingesetzt, wenn z.B. Schlösserknacken durch ein ebensolches Minispiel simuliert wird.
 
Eben und dabei kann es zu einigen Problemen kommen. Bsp a, die App für den Matrix-Run. Wenn mein Char nun voll der Hacker/Decker-Hotshot ist und ich als Spieler eher etwas unbedarft, dann wird das in Folge bedeuten, dass ich in Zukunft so etwas nicht mehr spielen kann, weil meine Fähigkeiten das Spiel bestimmen und nicht die des Charakters. Ich fände das irgendwie unschön.
 
Ja, aber wenn er sehr ungeschickt ist und über ein eher scharping´sches Reaktionsvermögen vefügt sind Geschicklichkeitsspiele ungeschickt eingesetzt, wenn z.B. Schlösserknacken durch ein ebensolches Minispiel simuliert wird.
Mal gewinnt man, mal verliert man.
Punktet er halt dann später beim Puzzlegame.

Man darf natürlich den Charakter nicht ganz vernachlässigen. So können seine Werte in die Berechnung Präzision mit einfließen.
 
Ja, aber wenn er sehr ungeschickt ist und über ein eher scharping´sches Reaktionsvermögen vefügt sind Geschicklichkeitsspiele ungeschickt eingesetzt, wenn z.B. Schlösserknacken durch ein ebensolches Minispiel simuliert wird.


Und wenn er keine Hände mehr hat kann er nicht mehr würfeln.

Ich sehe natürlich den Punkt, halte das aber nicht für einen Gamebreaker. Spieler sind auch unterschiedlich smart und trotzdem geht's irgendwie. Unterschiedliche Werte kann man durch Erleichterungen der App einfließen lassen. Bei PC-Spielen hat man ja auch kein Problem das es u.U. minigames gibt die der eine besser kann als der andere.

Wenn ich jetzt natürlich einen dabei habe, der echte Koordinationsschwierigkeiten hat, dann greife ich zu anderen Lösungsmöglichkeiten. Rollenspiel lebt von Vielfalt der Möglichkeiten.

(Den Matrixrun kann aber ganz schlicht in der Tat mit Würfeln + Grafik umsetzen, da ändert sich gar nichts, ausser der Optik)
 
Ich glaube eher, er meint das "Battlechess" suggeriert das Schach irgendwie zufällig wäre, aber in der Realität einfach nur die Männchen sich halt animiert totschlagen :)

Und ja, das wäre es vermutlich - eine optische Spielerei mit ein paar Komfortfunktionen. Manche Neuerungen muss man vorsichtig einführen ;-).

Ich mag mir gar nicht Ausmalen was passierte wenn man DSA 5 so verkaufte...
 
Naja, technische Spielereien, Visualisierungen und Gadgets gut und schön, aber irgendwie geht doch da der besondere Reiz verloren, daß man es sich vorstellt/vorstellen kann? Darstellung ist begrenzt, Phantasie nicht.
 
Wie bei Handouts?

Es gibt für Cthulhu sogar Homepages die nichts anderes machen als Handouts zu basteln. Kleine Statuen zum Anfassen und so ein Zeug. Warum dann gleich die App als "technische Spielerei" abtun? Wir schreiben es doch schon auf Papier ohne das uns der besondere Reiz verloren geht.
 
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