Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

AW: Re: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

Antalas schrieb:
Was die angebliche Kreativität, die von Rollenspiel ausgeht, anbelangt, würde ich den Ball lieber etwas flacher halten. Das gleiche behaupten Modellbauer, Autotuner und Kanninchenzüchter auch von ihrem Hobby.

Kreativität mögen zwar auch andere Hobbys für sich in Anspruch nehmen, aber die soziale Komponente dürfte wohl in den wenigsten Hobbys so stark sein - denn zum Rollenspiel braucht es andere Menschen, zum Modellbauen, Autotunen und Kaninchenzüchten nicht.
Mal ganz zu schweigen davon, daß mir schon eine Reihe von Soziologen, Pädagogen und Psychologen die eher lobenswerte Natur von Rollenspiel bestätigt haben, was sich unter anderem auch darin zeigt, daß manche Schulen (zumindest hier in HH) Rollenspiel-AGs gutheißen und fördern - das hab ich beim Tunen, Modellbauen und Kaninchenzüchten noch nicht erlebt.

Antalas schrieb:
Wenn Rollenspiele ach so kreativ sind, warum lassen sich die Anzahl der besessenen Quellenbände eines durchschnittlichen Rollenspielers ohne Probleme in Metern messen?

Das nennt man Inspirationsquellen - ist übrigens bei "anerkannten" Autoren nicht anders, die lesen fast alle auch massenhaft.
Übrigens wäre schon allein dieser Effekt aus pädagogischer Sicht sinnvoll, denn die Kinder zum Lesen zu motivieren ist heutzutage nicht mehr wirklich leicht.
Mal ganz zu schweigen davon, daß Rollenspiel für viele der "intensiveren Hobbyisten" dazu führt, daß sie Englisch lesen, so daß allein schon über diese Seite eine Lerneffekt zu verzeichnen ist.

Antalas schrieb:
Und dass Spieler, die vom Kanon abweichen und ihr eigenes Ding drehen, nieder gebuht werden ist auch eher die Regel als eine Ausnahme.

Also zunächst mal sind das Dinge, die in Foren passieren, laut meinem Erfahrungsstand ist das aber kein repräsentativer Schnitt durch die "Rollenspielerschaft". Wie oft werden denn Leute wegen eines "Kanons" niedergebuht? Also so oft erlebe ich das gar nicht.

Antalas schrieb:
Über den Großteil der Fan-Sites braucht man erst gar kein Wort verlieren.

Wiederum nicht repräsentativ für alle Rollenspieler. Schau Dir doch mal private Websites an, ich hab da wiederum die Erfahrung gemacht, daß die alle nicht so super sind, egal um welches Thema sie sich drehen. Das spricht aber nur für oder gegen die Kompetenz der betreffenden User bei der Programmierung von Websites.

Bis dann, Bücherwurm
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

Ohne auf jedes einzelne Argument einzugehen:
Meine Intention war es nicht Rollenspiele per se schlecht zu machen. Ich bin der Meinung, dass Rollenspiele sich langsam als ganz normales Hobby neben all den anderen denkbaren Freizeitaktivitäten etabliert haben sollte. Ob Rollenspiele nun kreativer machen und mehr soziale Kompetenzen vermitteln als beispielsweise Fußball oder Schnitzen, wen interessiert es und was bringen uns solche Feststellungen?
Überhaupt nichts. Im Gegenteil: Durch das ständige Wiederholen des Mantras "Rollenspiele sind ein besseres Hobby" ist unter Rollenspielern die Auffassung doch recht verbreitet, dass andere Hobbies eher geringwertiger sind. Die Mischung macht es eben. Jemand der ausschließlich Fußball als Hobby betreibt verblödet genauso wie jemand der sich nur mit Rollenspielen beschäftigt.
Milch ist auch gesund - nur Milch eher weniger.
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

Da gebe ich Dir gerne recht: Es bringt nix Rollenspiel als "besseres Hobby" darzustellen, es ging mir eher darum zu zeigen, daß Rollenspiel einfach anders (sprich sozialer Schwerpunkt) als Fußball (körperlicher Schwerpunkt) oder Modellbau (handwerklicher Schwerpunkt) ist. Und natürlich kann Rollenspiel bis zum Exzess betrieben negative Auswirkungen haben (aber eben eher psychologische denn physiologische).

Bis dann, Bücherwurm
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

Also... derjenige der behauptet hat das Rollenspiel Kreativität fördert, kennt offenkundig meine Gruppe nicht. Kreativität sehe ich ja schon bei den Machern von Rollenspielen extrem selten, bei Spielern nochweniger.

Einen Charakter aus irgendwelchen Versatzstücken zusammenbasteln das kriegt sogar ein Autotuner hin. WIRKLICH innovative und kreative Charaktere... die sucht man lange. Rollenspiel macht auch nicht sozialkompetenter - die Typen die ich kenne die nicht in der Lage sind ganze Sätze zu formulieren kriegen das im RPG wie im RL genausowenig hin. Sehen wir es ein: Rollenspiel ist eine Möglichkeit Zeit (seeeehr viel Zeit) totzuschlagen, aber es ist sicherlich nicht der heilige Gral unter den Hobbies.

Fussball z.B. verbessert deutlich mehr die sozialen Fähigkeiten UND trainiert gleichzeitig noch den Körper.

Ich behaupte jetzt sogar mal was anderes: Rollenspiel fördert Fanatismus, randständige Ansichten, Fachidiotentum, Aggression... die Liste könnte man endlos fortsetzen. ;)

Einigen wir uns einfach darauf das es ein etwas ungewöhnliches Hobby ist wie jedes andere.
 
AW: Re: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

NiceGuyEddie schrieb:
wenn Leute aus Unkenntnis Rollenspiel auf eine Stufe mit Sammelkartenspielen stellen, aber sonst? Nö.

Jupp, das ist mir auch shcon zwei mal passiert, das ich sagen mußte, Rollenspiele sind aber was anderes, als die Kartengeschichten. :D

Aber ansonsten? Hmm, nee, keinerlei negative erfahrungen. da gibt es eher Probleme mit dem "Nachwuchs", der gerade mal Shadowrun kennt, aber shcon zu meinen behauptet, alles über Rollenspiele zu wissen, da ja eh alles von DSA oder Shadowrun geklaut wurde.
Interessen scheine ich hingegen schon bei mehreren Leuten geweckt zu haben, aber irgendwie schockt das die weibliche Welt, dass die regelwerke alle so dick und unübersichtlich sind. *g* Aber zumindest einer hab ich neulich mal das "E.R.S.T.E." von Krimsus Krimskramskiste in die Hand gedrückt, als ich es entdeckt hatte und mich an eben diese Diskussion zurückerinnerte. :D
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

Interessen scheine ich hingegen schon bei mehreren Leuten geweckt zu haben, aber irgendwie schockt das die weibliche Welt, dass die regelwerke alle so dick und unübersichtlich sind. *g*

Hm, ich glaube ich lebe in einem Paralleluniversum. Hier sind es die Weibchen, welche die Regelwerke als Nachtlektüre mit ins Bett schleppen :p

Ich behaupte jetzt sogar mal was anderes: Rollenspiel fördert Fanatismus, randständige Ansichten, Fachidiotentum, Aggression... die Liste könnte man endlos fortsetzen.

Erschreckenderweise ... ja. Ich habe schon die besten Freunde aufeinander los gehen sehen, weil sie mit den Charkonzepten aneinander geraten sind.

Auf der anderen Seite kann Rollenspiel aber auch echt gut für die Allgemeinbildung sein - durch Schadowrun weiß ich als Real Life-Beinahe-Pazifistin nun alles über Kaliber und Waffen ^.^
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

Also ich versuche eigentlich immer regelmässig leute in mein hobby zu rekrutieren. Die meissten etwas reiferen Leute akzeptieren Rollenspiel als Zeitvertreib oder schauen mich fragend an wenn ih ihnen erkläre was das ist. Wirkliche Vorurteile gab es im prinzip nur in meiner klasse als ich 15 oder 16 war. Wo sie mich alle Satan oder irrer gerufen haben,... aber auf jedem wurde mal rumgehackt drum ging die phase auch nur ein oder zwei Monate,.... ich habe festgestellt das die wenigsten Personen Positiv oder negativ gegenüber mit un dem Rollenspiel eingestellt sind,... es ist ihnen herzlichst Egal <g> (nach dem Motto jeder hat seine macken)
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

Meine Mutter hat mich mal gefragt ob ich Satanist sei. Sie fand das DSA3 Buch mit den ganzen Zaubern drin, das mit dem pentagramm vorne drauf. Hab den Namen vergessen. Naja, sie hat inzwischen eigentlich keine Probleme damit, findts glaubich halt nur seltsam.

Mein Vater findet schon Hexen vom Fasching als bedenklich und unchristlich. Immerhin verkleidet man sich als heidnisches Gesox. Rollenspiel hab ich da immer ausgeklammert, weil ich weiß was kommen würde. (Achja, er ist bibeltreuer Christ und meine Eltern sind geschieden)

Ansonsten hab ich auch keine Vorurteile erlebt, in meiner Klasse wurde das entweder ignoriert, als anderes Hobby aktzeptiert/ignoriert, oder ala: "he cool, kann ich ma mitmachen?" reagiert.
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

die meisten wissen nichts von den hobby. Nur so im freundeskreis halt. Da hat auch so niemand gespielt und zum teil auch keine ahnung. Na ja, ich habe sie jetzt davon überzeugt das sie doch gefälligst mit mir zu spielen haben. Hegen auch alle ne begeisterung dafür.

so direkt gegen rollensiele hab ich noch nichts gehört, eher gleich die auffassung das fantasy und sience fiction doch alles bescheuert ist. und das von recht vielen...
die kennen wahrscheinlich rollenspiele nicht mal...aber was solls...müssen sie ja auch nicht mögen...ich mag schließlich keinen fußball...aber das verfolgt einen auch noch...*seuftz*

für nen satanisten halten sie mich eh schon...als ob es verboten wäre schwarz zu tragen. mir steht halt kaum anderes...*hmpf*
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

ich denke diese meine frage paßt hier ganz gut rein:

wie antwortet ihr, wenn ihr auf der arbeit/einer party/neuen bekannten nach euren hobbies gefragt werdet?

erstmal alles andere aufzählen und dann ganz am ende nach ein wenig rumdrucksen das wort 'rollenspiel' leise hervorwürgen? gleich als erstes 'rollenspiel' in den raum werfen? es in der mitte der hobbies verstecken?

gerade ersteres erlebe ich nämlich in meinem recht großen rollenspielerkreis sehr häufig. es scheint vielen (immer noch?) peinlich zu sein, dieses hobby zu erwähnen. wie ist das bei euch / euren bekannten?
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

Ich erwähne das gegenüber Leuten, die ich nicht so gut kenne, erstmal überhaupt nicht, dass ich Rollenspieler bin. Das führt immer nur zu fragenden Blicken (und wenn man es ihnen versucht zu erklären, kapieren sie es immer noch nicht) oder ich kriege solche Sprüche an den Kopf geworfen wie neulich:
"Achso, dann bist du der Polizist und sie die Prostituierte ...!";(
 
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Genauso wie ich immer die Krankenschwester sein soll. ;)
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

Da ich vorallem im LARP unterwegs bin (bitte jetzt keine faulen Tomaten *g*) sage ich immer, ich mache Improvisationstheater.
Die Reaktionen darauf sind immer sehr postiv und teilweise bewundernd o_O
Sagt man aber, man mache Rollenspieler ist man hier gleich als Psycho abgestempelt.
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

ich habe in meiner amilie mit Vorurteile zu kämpfen...

Mein Vater ist etwas.... konservativ... Er ist der Meinung Rollespiel sei ein Evolutiver Rückschritt... mene Mum sagte als ich anfing, sie wird nichts gegen das Hoby unternehmen, solange ich nicht anfange in der Wohnung Dämonen zu beschwören... MEin BRuder zeigt mal Interesse für Rollenspiel, wurde aber von meinen Eltern in der Hinsicht sofort verboten...

Oh man bin ich froh das meine Eltern sich meine Rollenspielsachen nicht so genau anschauen, ich will gar nicht wissen, was passiert, wenn die in einige der Black Dog Bücher hereinschauen, oder allein den Titel "In Nomine Satanis" lesen...
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

ich werde eigentlich nicht so nach meinen hobbies gefragt, aber da gehört nicht sonderlich viel dazu um das mitzukriegen, da meine regelwerke meistens mit kommen, ich in der schule an abenteuern bastle und ich mich mit meier gruppe darüber unterhalte...
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

Sagt doch einfach ihr unternehmt viel mit Freunden. Ist die Wahrheit und alle sind zufrieden...
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

Also ich hab auch noch keine wirklich schlechten erfahrungen gemacht. Aber ich hab mal ein Mädel bei mir gehabt, wir haben gekocht und Video geschaut, war alles nett und so, nu leider hatte ich vergessen meine Würfel vom Tisch zu räumen.
Sie:"Wozu brauchst du denn soviele Würfel?"
Ich:"Naja, ähm ich spiele da so spiele, da braucht man die."
S: Fragendes Gesicht
I:"Ja Rollenspiel, schonmal was davon gehört?"
S:Leichtes Kopfschütteln und mißtrauisches anspannen jeder Muskelfaser
I:"Naja ist im Prinzip wie ein Mix aus improvisiertem Theater und Gesellschaftsspiel. Blablabla...einstudiertes bekehrungsgelaber vom Stapel lass..."
S: Entgeistertes gucken "....."
I:"Ja, auf welches Viedeo hast du denn Lust?"

Tja, sie hat mich dann nicht mehr angerufen und seitdem sind meine Würfel brav eingepackt und ich rede nur noch mit Leuten, dies nicht kennen über Rollenspiel, wenn ich :
1. Kein tiefgehendes ;) Interesse an ihnen habe
2. Rollenspieler in Überzahl sind.

Zum Thema warum viele Eltern gleich an Sekten und Satanisten denken habe ich mal eine ganz einfache Erklärung gehört: Man stelle sich vor, der/die zwölfjährige Sohn/Tochter kommt vom "Spielen" mit den Freunden nach Hause und erzählt mit gerötetem Gesicht und viel zu schnell um richtig zuhören zu können:
"Mama, Mama! Heute sind wir in einer dunklen Höhle gewesen und dort wurde eine Jungfrau geopfert und ein Dämon beschworen, den haben wir dann zurück in die Niederhöllen geschickt und der Meister hat gesagt, ich habe jetzt genug Erfahrung um in die Nächste Stufe aufzusteigen. Und jetzt kann ich demnächst auch endlich ein Karmaritual machen......"

Wenn ich mir vorstelle, ich hätte keine Ahnung von Fantasy geschweige denn, RPG, würde ich mir auch so meine Gedanken machen.

Außerdem gibt es doch schon viele Grufties die RPGler sind, und die werden ja auch schon häufig genug mit Satanisten verwechselt.

Grußgrunz

TO
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

Ich hatte noch vergessen zu erwähnen, dass ich von meiner Schwester und meiner Tante ebenfalls etwas komisch angesehen werde, da sie bei der letzten Familienfeier in meinem Zimmer (wo sie eigentlich nichts zu suchen hatten *Grmpf*) das Dämonen-GRW und Tage des Feuers rumliegen gesehen haben.

Die Beiden halten mich vielleicht noch nicht für einen Satanisten, denken aber schon, dass ich mich mit sehr "komischen" Dingen beschäftige.
 
AW: Vorurteile gegen Rollenspiele(r)- "Dork Tower" Realität?

Die Hälfte meiner Bekannten sind Rollenspieler. :D

Aber ich glaube, in meiner Aufzählung kam es sonst nicht an erster Stelle. Allerdings erwähne ich das Rollenspiel als Hobby normalerweise schon, im Gegensatz zu meinem Hobbie Mathematik. :D



@ Honigkuchenwolf

Jaja, das kenne ich...

So nette Pentagramme auf den Zauberbüchern, Titel wie "Götter, Magier und Geweihte" (noch besser mittlerweile: Götter und Dämonen oder Zauberei und Hexenwerk) oder Mysteria Arcana - da denke ich mir immer, da könnten die Hersteller es den Leuten mit "konservativen Eltern" auch leichter machen. Ganz übel finde ich übrigens "Okkultismus" auf den Vampire-Charakterbögen. Da werden mir noch ein paar Leute vom Stuhl kippen... :D


Zu dem Thema:

http://alveran.org/index.php?pageID=291&
 
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