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Tales from the Loop: Deutschland in den 80ern — Werkstattbericht

Wir haben euch wirklich lange warten lassen. Heute ist es aber an der Zeit, endlich mal ins Detail zu gehen und euch mehr zu erzählen über den inzwischen bereits sehr nahen Band „Deutschland in den 80ern“! Thomas Michalski hat daher einen Werkstattbericht für euch verfasst.



Fangen wir doch mal außen an: Das Cover für unseren Band hat Christof Grobelski angefertigt, und ich bin extrem glücklich, es euch heute an dieser Stelle zeigen zu können. Er hat sehr exakt getroffen, was ich mir erhofft hatte – und so, wie der Reaktor im Hintergrund „Loop!“ ruft, so sehr rufen die Schulranzen an der Mauer für mich Deutschland in den 80ern!







Wenn man sich das Motiv weiter beschaut, entdeckt man auch landschaftlich einen Unterschied zu den Mälaren und Boulder City – unser Loop liegt im Taunus, was bedeutet, dass weitläufige Wälder, Hügel und Täler das Bild prägen. Weniger Wasser, mehr finsterer Forst also.

Die Kühltürme, die ihr dort sehen könnt, sind Teil des Königskron-Reaktors. Benannt nach seiner Betreiberfirma, der Königskron GmbH, finden sich auch die nächsten Bezüge zur Region, denn die wiederum ist benannt nach den beiden realen Städten Königstein und Kronberg. (Nebenbei sei erwähnt, dass euch die Metaphern von Königen und Kronen auch noch mehrfach im Buch begegnen werden.)

Allerspätestens jetzt wird der gewiefte Leser vielleicht schmunzeln, immerhin liegt auch Ulisses Spiele in dieser Ecke. Waldems, wo wir unseren Sitz haben, liegt sogar noch in unmittelbarer Nähe des Reaktors – aber tatsächlich ist die Ortswahl weit mehr als nur ein Gimmick.

Die relative Abgeschiedenheit zwischen den Orten dieser Region macht sie zu einer perfekten Gegend, um mit dem Fahrrad bewaffnet spannende Abenteuer in den scheinbar endlosen Sommern der Kindheit zu erleben; es ist aber auch nicht der schlechteste Platz für eine experimentelle Teilchenbeschleuniger-Anlage. So etwas stellt man sich schließlich nicht direkt neben die Bundeshauptstadt, oder so.

Andererseits ist da die relative Nähe zur Metropole Frankfurt, und auch geschichtlich ist gerade dieser Flecken Deutschlands in der Nachkriegszeit spannender, als mancher vielleicht auf dem Schirm hat.



Der Aufbau des Bandes​


Anstatt aber immer weiter ins Detail zu gehen, machen wir doch erstmal wieder einen Schritt zurück und schauen uns den Aufbau des Bandes an: Grundsätzlich kann man sagen, dass Deutschland in den 80ern sich in drei thematische Teile gliedert.

Zuerst steht da eine Beschreibung von Deutschland in den 80ern. Diese geht tatsächlich etwas mehr auf die sozialen und politischen Details der Zeit ein, als es bei den anderen Settings der Fall war, aber wir finden, dass das wichtig ist – zunächst einmal, weil es ja tatsächlich zwei Länder sind. Ich bin da in der Vergangenheit hier und dort schon drauf eingegangen, aber: Unser Buch beschreibt sowohl die BRD als auch die DDR und bietet, auch wenn „unser“ Setting der Taunus ist, Ansätze für das Spiel in beiden Gebieten. Wir bieten auch das Grundgerüst für einen DDR-Loop in Bad Frankenhausen, am Südhang des Kyffhäusers, entweder als alternatives Setting, als Gerücht oder gar als „Ausflugsziel“ für eine Gruppe westdeutscher Kinder. Und, auch das war uns wichtig, der DDR-Teil wurde von Carolina Möbis geschrieben, die selbst in der DDR aufgewachsen ist, denn Spreewaldgurken-Ostalgie war nicht unser Ziel.

Doch auch Westdeutschland in den 80ern ist rückblickend in mancherlei Hinsicht fremder, als man meint. Da gibt es natürlich die offensichtlichen Elemente wie die D-Mark als Zahlungsmittel, aber auch obskure Zeitgeist-Details wie die Kino-Charts der Zeit kommen nicht zu kurz – hättet ihr gedacht, dass „Otto – der Film“ der in dem Jahrzehnt erfolgreichste Film an deutschen Kinokassen war, weit vor „Indiana Jones“ und „Zurück in die Zukunft“? Es gibt aber auch andere Facetten, die zumindest mir anno 2021 schon wirklich fern erscheinen, etwa die noch immer allgegenwärtigen Terrorismus-Fahndungsplakate, denn die RAF war zu der Zeit nach wie vor aktiv. Kurzum: Selbst bevor man durch die Linse der 80er, die es nie gab, auf die Epoche schaut, gibt es da viel, mit dem man arbeiten kann. Das soll aber nicht heißen, dass euch nicht auch schräge Technologie, mysteriöse Phänomene, Roboter und Magnetrin-Technik erwarten.




Karte von Steffen Brand




Im zweiten Abschnitt geht es dann stärker ins Detail: Die Taunus-Region mit ihren kleineren und größeren Orten wird beschrieben, ebenso die Königskron GmbH nebst der von ihr betriebenen Anlagen. Aber auch das amerikanische Militär spielt eine Rolle. Zwar ist die Besatzungszeit lange vorüber, doch die militärische Präsenz der Siegermächte war in den 80ern noch deutlich zu sehen, natürlich gerade dann, wenn da jemand einen experimentellen Teilchenbeschleuniger in die Landschaft stellt.

Auch eine Mysterienlandschaft bringt das Buch mit. Wir beschreiben sieben Mysterien in dem Stil, den ihr auch aus den übersetzten Büchern kennt. Die Bandbreite reicht dabei von einem Bolzplatz über einen Musikclub bis hin zu einem toten Briefkasten – perfekt für ein offenes Spiel im Sandkasten des Taunus, aber ebenso geeignet, um die Kampagne des Buches noch etwas anzufüttern.

Apropos Kampagne: Spätestens hier muss ich dann doch wieder vage werden, denn womöglich sind ja auch einige unter euch, die den Taunus noch als Spieler erleben wollen. Die Kampagne „Kaiserspiel“ – ich sagte ja, dass Adelsmetaphern noch häufiger auftauchen – gliedert sich in vier Abenteuer, die einzeln gespielt oder eben miteinander zu einer Kampagne verbunden werden können. Geschrieben wurden sie von der schon erwähnten Carolina Möbis („Neue Deutsche Welle“), Dominic Hladek („Im Bann der Bärchies“), Kai Großkordt („Der Riss im Schleier“) und mir („Wenn die Sirene schweigt“), und ich bin mir sicher, dass ihr einige wirklich vergnügliche und spannende Stunden damit haben werdet!

Wo wir schon bei den Autoren sind – auch wenn ein großer Teil des restlichen Buches von mir geschrieben wurde, in dem Sinne, dass ich die Worte formuliert habe, die ihr lesen werdet, so ist doch ein ganz großer Teil des Konzepts sowohl des Settings wie auch der Kampagne eine Gemeinschaftstat von uns vieren gewesen.

Das Buch ist derzeit im Layout und ich kann es gar nicht erwarten, es euch nach dessen Abschluss und Freigabe aus Schweden zuzuschicken. Wie eingangs gesagt: Wir haben euch lange warten lassen, aber es ist viel Herzblut in das Buch geflossen und ich hoffe, dass es euch alle so begeistern wird wie uns.

Euer Thomas

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Der Beitrag Tales from the Loop: Deutschland in den 80ern — Werkstattbericht erschien zuerst auf Ulisses Spiele.

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